m.250 Der tWtfcfiwr erjch^nil täglich, außer GanntagS. - Beilagen: Oieße»« Zamitteatzlistler; Kreis t latt fir de« Kreis Gießen. *ez«g 5 preis: mO«atl. 1 Dtk.. oiertel- iLhrl'ch 3 Dck.-. durch ALHole- u. Zweigstellen monatl. A) Pf.; durch die Post Mk. 3.— viertel- jährl. arlsschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: iür die Schristleilung 112 Verlag,Geschästsstellebl AilschriltfnrDrahtnach- richten: Anzeiger Gießen. List« Blatt |6Z. Jahrgang Postscheckkonto: Sranffnria.m. XI686 General-Anzeiger für Montag, 5. November Banfoerfefjr: Gewerbebank Gießen 3w!„!ngrrunddru«k ».Verlag: Vrühl'sckr Unio.-Vuch- u.Steindrnckerei R.Lange. Schnftleilung. Geschästrstelle ».Druckerei- §chu!str. 1 . Annahme von Anzei,. , die Tagesnunlmer hti zumNachmittaq vorher Zeilenpreise: für örtliche Anzeigen 20Vs., für auswärtige 25 Vs., b. Plahvorschrift 30 Vs., für Reklamen 75 Pü bzw. 90 Pf., nebst 20°/^TeuerttNgszuschlag. Hauptjchriftleiler: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politlt u.Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt und Land, Vermischtes u.Ge- richtssaal: W. Meyer; Anzeigenteil: H. Beck; sämtlich in Gießen. u. ■ hindenburg und Ludendorff in Berlin. (WTV.) Großes Hauptquartier, 3. November. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Regen und Nebel schränkten die Gefechtsläligkeil bei allen Armeen ein. In Fland ern unterhielt der Feind starkes Feuer auf die Stadt Dirmniden und ihre Llnschlutzlinien. In der Nacht vom l. zum 2. November haben wir die schon längere Zeit beabsichtigte Verlegung unserer Linien vom Ehemin-des-DLmes ohne Störung zu Ende geführt. Alle Bewegungen blieben dem Feinde verborgen, der bis gestern mittag noch lebhaftes Feuer auf die von uns aufgegebenen Stellungen unterhielt. Am Rhein-Marne-Kanal wurden bei einem Erkun- drmgsvorftotz nordamerikanische Soldaten gefangen eingebracht. * Unsere Flieger haben in der Nacht vom 1. zum 2. November London, Chatam, Gravesend. Ra ms- gate, Margate imd Dünkirchen mit Bomben angegriffen. Starke Brände liehen auf gute Wirkung Wietzen. In den letzten Tagen vermehrten von unseren Kampf- fliegen: die Zahl ihrer Luftsiege: Leutnant Müller auf 32, Dizefetdwebcl Bnckler linf 23, Leutnant Böhme auf 21, Leutnant Bongartz auf 2t). festlicher Kriegsschauplatz. Bei Dünaburg. Smorgon, Baranowits.chi und am unteren Zbrucz lebte die Feuertätigkeit auf. An der Mazedonischen Front schwoll der Artilleriekampf östlich des Wardar zu erheblicher Stärke an. Italienische Front. Keine gröberen Kampfhandlungen. Bis jetzt sind über 200 000 Gefangene und mehr als 1 800 Geschütze gezählt worden! Die Beute au Maschinermewehrrn, Minenwerfcrn, Kraftwagen, Bagagen und sonstigem Hceresgerät hat sich noch nicht an- mchernd feststellen lassen. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. (WTB.) Grotzes Hauptquartier, 4. November. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe KronprinzRupvrecht. In Flandern spielten sich bei örtlicher Feucrstcige- rung längs der User und nordöstlich von Apern kleinere Jnsünteriekämpfe bei Passchendaele ab. Wir verbc serten durch Vorstotz unsere Linien und wiesen an mehreren Stellen englische Teilangriffe zurück. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Am Oise — Aisne-Kanal und längs des Ailette- Grundes lebhafte Artillerretätigkcit und erfolgreiche Gefechte unserer Vortruppen mit französischen Aufklärungsabteilungen. Auf dem Oftrrfer der Maas verstärkte sich der tagsüber lebhafte Feuerkampf am Abend zwischen Samogneux und Bezonvaur. Unsere zusannnengefatzte Mwchrwi kung hielt einen am Chaume-Walde sich vorbereitenden Angriff der Franzosen nieder. O e st l i ch e r Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. An der Strotze Riga—Wenden wurden russische Stveifabteilungen bei Segewold versprengt. Der seit Tagen starke Artilleriekampf zwischen Wardar und Doiran-See dauerte gestern an. Bisher sind nur englische Teilvorstötze erfolgt, die von den bulgarischen Sicherungen abgeschlagen wurden. Italienische Front. Längs des Tagliamento Artillerietätigkcit wechselnder Stärke. . Der Erste Generalguartlermelster Ludendorff. Die Abettvbcrichte. B e r l i n, 3. Nov., abends. (WTB. Amtlich.) Bon keiner der Fronten sind lnslser besondere Ereignis gemeldet. Berlin, 4. Nov., abends. (WTB. Amtlich.) Bis jetzt liegen Meldungen über grötzere Kämpfe von keiner Front vor. Der letzte amtliche Tagesbericht brachte über dre^Ereignisse auf dem italienischen Schlachtfelde nur einen ^atz: „Längs des Tagliamento ArtiUerietätigkelt wechselnder Stärke." Aber spannender und interessanter als alle andern Erwartungen ist doch der Gedanke, was dort am Tagliamento weiter geschehen wird. In dieser Beziehung sind die Betrachtungen des Berner „Bundes" wieder einmal rech bemerkenslnert, der ja recht häufig mit fernem Urteil das Richtige getroffen hat. Der Verfasser, Stegemann, nreint zunächst, die Zusammenfassung der beweg- li.ü en Strertkräste der Zerrtralmächte sei trotz der sichtbarer gewordenen gewaltigen Schachtenhandlungen im Westen und Süden voraussichtlich noch nicht alZ abgeschlossen zu betrachten. Selbst wenn Dentschlgnd, Oesterreich-Ungarn, Bulgarien wnd dre Türkei in Rußland, ans dem Balkan und an den klernasiatischen Fronten so viel Truppen stehen lassen würden, als unter den gegebenen Verhältnissen notwendig erscheint, könnten sie jetzt schon weitere Konzentrationen im Wefterr und Süden vornehmen. Stegemann kündigt an, daß dre Zentralmächte ihre strategischen Ziele Häher stecken würden, und er meint, daß die deutsch-österreichische Offensive l^st jetzt zu breiterer Entfaltung und allgemeinerem Vorgehen führe, nachdem die Schlacht aus dem Hochgebirge und von den Hängen des Fsonzo in die venetianische Ebene getragen worden sei. Dann führt er fort: „Näher bestimmt wird die Lage durch die Verhältnisse am obern^agliamento zwischen Pinzano mrd Tolmezzv, ivv das große befestigte Lager von Gemona eine beherrschende Stellung bildet, über deven Wert indes die Kampffähigkeit der italieni- Ichen Feldarmee entscheidet. Wie es scheint, ist auch diese Kreis- besestigung großen Stils schon im ersten Anprall aufgcbrochen worden. Unter diesen Umständen b?tet, wie bereits früher angedeutet, die Tagliamento sront den ^ alienern keim gesicl^erte Stellung. Früher oder später wird Cawrna dem Druck ans Norden weichen müssen. und es ist noch gar nickst abznsehcn, wie er sich üoerhaupt in dieser Richtung sichern toiH Die Verhältnisse auf dem italienischen Kriegsschauplatz werden sich erst klären, wenn iram über die Absichten und die Vorgänge an der Nordflanke Nachricht erhält. Je nach der Gestaltung bei: Lage zwisckzen Pinzano und Belluiw-Feltre und zwischen dem Brenta- und Etschtal an der alten Südtirolerfront wird sich hinter dem Tagliamento eine Wiede rau srichtnng der italienischen Armee m der Defensive duvchft'chren lassen oder nicht. Es bleibt also ab- znwarten, ob CadorNa den Tagliamento als rechte Flankendeckung — seine ganze Frontstellung beginnt sich nach Norden zu ver- schiebell —- halten kann oder aut den Piaveabschnitt, wenn nicht gor aut^die Linie Venedig-Verona zurückgehen muß. Den Verhält- nissen Rechnung tragend, hat er sein Hauptguartier bereits nach Vcwua verlegt. Mit der Kapitulation der italienischen Armeeteile zwilchen Pozzuvlo und Latisana hat die große Durchbruchsschlacht mit darauffolgender Ausrottung und Umsassuug der Jsonzo- armeen vom linken Flügel her ihr Ende erreicht, die Operation! aber ist allem Anschein nach noch keineswegs abgeschlossen." Die Entwicklung aus den zrrtogssck>anplätzen soll nicht mrr Unser regstes Interesse sesstckir, s-ondern auch die Richtung oll unseres Tuns, und Lassens bestimmen. Es gibt augenblicklich nichts Wchngeres, und wenn einzelne große Blätter der äußersten Linken jetzt so critffüllig niehr über die- Möglichkeiten des Kanzlerwechsels schvräben als über unsere Siege, die sie anscheinend innerlich kalt lassen, so muß der Leser nachdenklich werden; die Ursachen sind leicht zu erraten. Jeder Zuruf der »v-ahren Teilnahme an den aufopferungsvollen Taten unserer Kmnpfer in Flandern und in Italien ist weltgeschichtlich bedeutsamer als lange Ergüsse über diese oder jene Neitbesetzung eines Reichsnmtes. Das müßte endlich auch einmal oer Reichstag lernen. Neue Worte Hiudenburgs sollen uns führen: „Die Kraft Deutschlands muß zur vollen Entinicklung gelangen und eitthettlich zusammengefaßt bleiben» bis zum endgültigen Siege." Und der F-eldmarfchaU fügt ausdrücktia) hinzu, dieser sei uns sicher, wenn nichts uns zurücüvürfe oder in der Entfaltung unserer Kraft hindere. Dei österreichisch-ungarischen Tagesberichte. Wien, 3. Nov. (WTB. Nichtamtlich^ Amtlich wird verlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage am Tagliamento ist rmverändert. Die Zalst der Gefüngeiten Hut das zweite Hundertlansend überschritten. Die Geschützbrirte ist tiuf mehr als 1800 Geschütze gestiegen. Verläßliche Angaben rm'issen einer eingehenden Zählung Vorbehalten bleiben. Oestl ich er Kriegsschauplatz und Albanien. Unverändert. Der Chef des Generalstabes. Wien, 4. Mv. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: I t a l i e n i s ch c r K r i ^ g S s ch a u p l a tz. Die Gefochtstätikkeit am Taglianrenw nimmt zu. Die Kampflase gestattet erst heute zu überblicken, was während der Mölften Jpnzo-Schlacht bei der Grrrppe des Generals der Infanterie Alfred v. K r a u tz von den verbündeten Truppen und ihren Führern geleistet wurde. Die Eroberung des 2600 Meter mtfvagenden Canin und des 1668 Meter hohen Stol, das unau^ltfame Vordringen in dem unwirtlichen, wegearmen Gebirge südlich deS F e l l a - Tales, das weder Witterungsunbill noch italienische Zer- störungsarbeit zu verzögern vernichten, die Gewinnung von Resiutta, die Einnahme des befestigten Gemona- Osoppo sichern jenen gebirgsgewoh^ttm Truppen, danrn- ter die Infanterie-Regimenter Nr. 1! und 59. die tiroler Kaiser-Jäger, die steirichlen Schiützen-Regimenter Nr. 3 und 26 und die Kaiserschirtzen. ein neues 9luhmesblatt in der Geschichte des grötzten aller Kriege. Oeftlicher Kriegsschauplatz und Albanien. Unverändert. Der Chef des Generalstabes. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 3. Nov. (WTB. Nichtamtl.) Oenieval- stabs'berickst: Der englisch ÄMiff an der Sinai front begarm mn 31 Oktober. Unsere bis Ber-es-Saba vorgeschobenen Truppen gingen vor überlegenen, weit mesholenden Streitkräften rn die Hauptstellnngen zurück und wiesen hier alle Angriffe ab. Hierbei wurden sieben englische Offiziere, darunter ein Oberstleutnant, und 100 Mann gefangen genommen. Am 2. November begann der Kampf vor Gaza. Zwei feindlich Tanks wurden von unserer Artillesie zerschssen. Dialasront: Artillerieseuer. K a u k a s u s f r o n t: Eine gegen unseren rechten. Flügel vergehende feindliche Abteilung zog sich am Abend lvieder zuriick. Zwei gegen das Zentrum vorgehende russische Kompagnien sowie einige andere Abteilungen, welche gegen den linken Flügel vor- gingen, wurden restlos abgewiesen. An den anderen Fronten keine besonderen Ereignisse. Britischer Heeresbericht aus AeaYPten vom 3. November: Donnerstag nacht griffen unsere Truppen nach l-eftiger Feuervorbereitting die westlichen und südwestlichen Verteidigungsanlagen von Gaza an, nahmen die türkisch erste Linie aus einer Front von 5000 Dattis, machten 296 Gefangene und erbeuteten fünf Maschinengewehre. Drei Gegenangriffe wurden abgewiesen. Dem Feind wurden schwere Verluste bei gebe acht. P aris, 4. Nov. (Agcnee Havas.) Echo de Paris glaubt zu wissen, daß sich unter den Truppen, die an der Offensive von Ga za ttilnahmen, auch ansehnliche französische Streitkräste unter dem Befehl eines fraUzösischn Generals befunden hätten. Line Nieöerlaae der Italiener in Tripolis. Ko n st a nt ino p el, 3. Nov. (WTB Nichtamtlich.) Der Smiderb'erichjterstatter der Agentur Milli meldet aus Tripolis: Am 12. Septeinber gingen die Italiener mit überlegenen Kräften ans Tripolis vor und bemächtigter sich der Palmenanpflanznngen von Zivie und Zanzun zwi« Zavara und Tripolis. Am 20. September lagerten die Jta-« liener bei Zuani Ben Adami nnd setzten sich in Marsch, >nnt am 21. September die Ortschaft Bengschiri zu besetzen. Unsere durch die Mndjahids verstärkten Truppen griffen oen Feind in der Flanke und rm Rücken an, wodurch sie ihn zwarvgcn, anzuhalten und den Kampf anzunehmen. Nach 18stündigem Kampf war mehr als die Hälfte der feindlichen Streitkräfte außer Gefecht gesetzt. Am folgenden Morgen zog sich der Feind in Unordnung auf Tripolis zurück unter Räumung aller von ihm am 12. September besetzten Stellungen. Er ließ zahlreiche Tote auf dem Schlachtfeld zurück, unter ihnen einen Regimentskoinmandeur, mehrere Ofsiziere und einige be kairnte Häuptlinge. Bei dieser Gelegenheit erbeuteten tmi eine große Menge Waffen nnd militärischer Llusrüstnngs- gegenstände. Während des Kampfes wurde ein feindliches Flugzeug in Flammen gehüllt durch unsere Maschinengewehre abgeschossen. Um sich für die erlittene Niederlage zu rächen, töteten die Italiener alle eingeborenen Frauen, Kinder und bedürftigen Leute, welche rn den Palmenhainen Schutz gesucht hatten, und verübten die Grausamkeit, lebende Frauen, welche sich in einigen Häusern versammelt hatten, zu verbren- n e n. Unter den Getöteten fand man die L e i ch n a m e von einigen Hundert zerstückelten Frauen. Am 7. Oktober nahm eines unserer Unterseeboote in wirksamer Weise durch sein Feuer an einem Kampfe teil, welcher sich westlich von Tripolis zwischen unseren Mndjahids und den Italienern entwickelt hatte, ebenso an einem durch unsere Truppen und die Mudsahids ausgeführten Angrüff gegen Homs, wobei es die Festung dieser Stadt beschoß, (^-iehe Bericht des deutschen Admiralstabes!) Ein Jttbilänm der flämischen Universität in Gent. Brüssel, 3. Nov. (WTB.) Die flämische Universität in Gent heute den hundertjährigen Gedenktag ihrer Gründung. Ans diesem Anlaß fand heute vormittag in der Aula eine akademische Feier statt, zu der der Generalgouvcrneur^ Generaloberst Freiherr von Falkeichausen, uingeben von seinem Stabe und den Spitzen seiner Zioilbehörden, als Vertreter des Kaisers Niinisterialdirektor Lewald vom Reichsamt des Jimern sowie Abordnungeil aller flämischen aktivistischeli Vereinigungen aus dem ganzen Lande erschiene waren. Die stimTNungsoolle Feier wurde mit einer Rede des Rektors der Universität, Professor Tr. P. Hoff- mann eingeleitet, der die Gründungsgeschichte der Universität zitierte, kurz auf das wechselvolle Schicksal der Anstalt einging und sck>ließlich ihre Flarnisierung pries. Hierauf ergriff der General- Gouverneur das Titort und sagte u. a.: Tie flämisck>e Universität müsse sich ihre Ziele weit und hoch stecken, lvenn anders sie ihre (etnfgabe, eine Führerin des flämischen Volkes zu sein, erfüllen wolle. Ganz aus sich gestellt, müsse sie ihren Lehrern und Schülern alles bieten, was sie zur Forschung und Lehre bedürfen. Sie müsse daher alle Gebiete in ihren Lehrbetrieb einbegreifen, die die geistige und wirtschaftliche Entwicklung des Landes erwecken und fördern körmen. Aus diesem Gedanken heraus ergäben sich Wbg und Ziel für den weiteren Ausbau der Universität. Um sie zu sichern, lhabe er deshalb beschlossen, der Universität die Rechte einer i u r i st i s ch e n P te r s o n zu verleihen und ihr ein Kapital vor vier Millionen Francs zum Ausbau ihrer zu llnterricht und Forschung notwendigeil Institute zu überweisen. Benetren und Friaul. Berli n. 2. Nov. (Nichtaintlich.) Die verbürrdeten Truppen dringen unaujfhallsam in die Ebene Venetrens vor und haben auch schon voll der italieilischen Landschaft Friaul ein gutes Stück erobert. Damit sind, wie so oft schon in diesem Weltkriege, wirt schaftlich wichtige Gebiete in die .Hand der Mittel Mächte gefallen. Venetien ist ebenso wie I-riaul ein landwirtschaftlich sehr fruchtbares Gebiet. Bei der Lebensmitreluot, die augcnbllcklickn in Italien herrscht, ist der Wegsatt eines jeden Quantums, landwittschastlick-er Produkte doppelt schwer zu ertragen. Besonders peinlich für die italienische Iimelltwlitik ist die Tatsack>r, daß die Jrrdnsttiezentren der Lombardei teilweise mit den Agrarpl-vdlckten Venetiens und Fl'iaiüs gespeist werden, .Hinzu- kommt, daß nrit U d i n e ein außerordcittlich nächliger Verkehr s - Punkt verloren gegangen ist. Damit hat die Lebensmittelversor« gung Jdcckiens eine neue erheblich' Erschnxwrmg erfahren Wir hörten ferner von einenl Vormarsch der Trupp»ul an der Küste Ätt der ftüfbc liegt die Hauptstadt VenetilMs, Venedig. Diese Stadt d« uictzt ungefährdet cvfcheint, ist besonders waln^rd des Krieges »u einer großen Jrümstriestadt ausgebmtt worden. Die Kriegs- mdustrie TALsdigS. das vor dem Kriege in der Haupt sack^ von Fremden- und Luxusindustrie lebte, ist heute recht bedeutend. Jedenfalls drin, jt der Vormarsch, der Verbündeten in Muskel fleisch und Nervensystemdes w:rtsck>aftlichen Italiens ein. Dieses Nervensystem verdichtet sich noch der Lombardei zum Nervenzentrum des modernen Italiens, denn dort liegt die Hauptiudustrie, die Basis feines vor dem Wege soeben wieder im Aufschwünge begriffene^ Wohlstandes, den die italiemsche Regierung freventlich auis Spiet gefept hat. Eine Gcgenüderftektnng. Bert in, 3. Nv v. (WTB.) Reuter meldet aus Italien: „Die Oesterreicher und Deutschen konnten ihre Unternehnlunaen nicht erfolgreich gestalten. Tie dritte italienische Armee konnte sich in Ordnung zurückziehen. Beide Isonzo^Arm-een blieben intakt und sind im Begriffe, die Gegenoffensive vorzubereiten." Dem gegenüber sei auf ven deutschen Heeresbericht vom 3. November Angewiesen, ivonach bis heute über 20)000 Gefangene und mehr als 1800 Geschütze gezählt sind und die Beute an Maschinengewehren, Minenwerfern, Kraftwagen. Bagagen und sonstigem Heevesgerät noch nicht annähernd festgestellt ist. Die Tatsache bleibt bestehen, daß nur Trümmer der zweiten und dritten italienischen Armee den Taglianiento überschreiten konnten. Ans dieser Gegenüberstellung kann die Welt ein für allemal ersehen, was von der lügnerischen Berichterstattung Reuters zu hacken ist, die 100 Meter vertrommelter Trichterzone in Flandern als größten Sieg seit der Marneschlacht feiert, dagegen unseren Erwlg in Italien, der kein Beispiel in der Geschichte !-at, als vollständig wb- bedeutend hinzustellen versucht. Es mutz schimm um die Entente stehen, wenn England nickü wagt, diese Niederlage zuzugeben. Painlevs und Lloyd George in Italien. Paris, 4. Okt. (MTB.) Meldung der Agence Havas. Painleve und Lloyd George sind heute früh nach Italien abgereist. x Bcnisckos in Nom. Nom, 3. Nov. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der griechische Ministerpräschent Veniselos ist hier angeßommen. Rom, 4. Nov. (WTB.) Meldung der „Agenzia Stefan: Beniselos ist am Sams tag nach Paris gereist. Die französische Hilfsarmee in Italien. Bern, 3. Nov. Schweizer Blätter melden aus Paris, zum Oberkommandanten der französi'ch--englischen Hilfsarmee in Italien sei General Foch bestimmt. * * * Französischer Ministerrar. Paris, 4. Nov. (WTB.) Meldung der „Agence Havas".) Ministerpräsident P a i n l e v e setzte Samstag den M i - nisterrat von der Besprechung rn Kenntnis, die soeben in London ftattgefunden habe. Sodann prüf'e der Minis!errat die militärische Lage. Dem Ministerrat !var eine Sitzung des Krieasausschusfes voranfgegaMen. London, 4. Nov. (WTB.) Amtliche englische Meldung. Painlevs und Petain sind- nach einen: kurzen Besuch in England nach Frankreich zurückgekehrt. Aufdämmernde Erkenntnis in England. Rotterdam, 3. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die „West- minster Gazette" schreibt: Der leichtfertige Optimismus, der der rrüheren Regierung vorgeworfen wurde, : f von ihren Nack wl gern jedenfalls nicht aufgegeben worden. Die Negierung hat die Folgen der russischen Revolution nicht nach ihrer vollen Bedeutung gewürdigt. Sie hat, was den Krieg anbetrifft, einen zu hohen Ton angeschlagen. Jetzt Mutz sie dem Bolle mit aller Offenheit sagen, daß Man sich in der r 5 vage des Mannschastsnurterials aufs neue bemühen und,sich viel inehr persönliche Opfer auferlegen muß. Der nationale Dienst muß so schnell w:e möglich eingerichtet werden. Das Volk muß begrei'en, daß weitgehende Sparsamkcsit notwendig ist, nicht um die )7denschen' vor Hungersnot und Entbehrung zu schützen, sondern um es zu ermöglichen, daß möglichst viel Schiffsraum frei wird, um das amerikanische Heer nach Europa zu transportieren. Rotterdam, 4. Nov. (WTB.) „Manchester Guardian" schreibt in einen: Leitartikel „Realitäten" überschrie- M? Dle Russen konnten nur noch annehmen, daß die englischen Avpchren die Grenzen von Recht und Notwendigleit überschritten. Ties tat ihrer Schlag ertigkeit Abbruch. Ta wir Oesterreich drohten, Zzu zerrertzen, brach es mit Deutschland nicht. Wem: das Geflüster über Elfaß-Lothringen niemals laut genug erklang, kam zum Teil daher, weil sich fmnlofe Stimmen über das linse Ryemmer erhoben. Wir müssen auf eine schärfere Abgrenzung unserer Krregszielc hindrängen, wenn wir dm Krieg nicht bis 1918 oder 1920 verlängert sehen sollen. Natürlich, werden wir weiter rampsen, bas die Absichten des Krieges, auf die es anllnnmt erreicht sino, wenn wir sie nicht auf eine andere Weise verwirklichen können. Was auch che Folgen für Europa sein möge-:, aber wir müssen auger Z-weffel stellen, daß wir nur auf der Erreich mg der Hauptsachen besteben, daß kein ungeeigneter Programmpunkt den Tag Uausichkebt, an dem wir auiatmen können. Obenan steht der Völkerbund, der unmöglich ist, wenn der .Krieg mit erzwungenen Einverleibungen endet. Territoriale Veränderungen müssen von den versammelten Nationen bekräftigt -werde::, wenn der Kring ab- Ichlt. Wie der Premierminister im Juli angab, werde:: nur di" Ge- chete, dre wir besetzt tzrben, zur Vermgimg der Friedenskonferenz ^halten. W:rd Deutschland das gleiche .tun? Wenn das der Fall :st, dann stebt Me Tür zu Verhandlungen mfen. Der Premierminister würde gut tun, ivenn er seine Erklärimgen wiederholen wnd/unteritrnchen würde, und der deutschen Regierung am diese ^tnie ke:ne ebemolch Zusage abzwänge. Man sollte nicht übereilt. anne bnicn, daß D-mtschland sich weigern würde. Es kennt di- starke wlrtscha tliche Waffe, die wir noch i.n Reserve laben Daher ist ein fefffundierter ehrenvoller Fnede durchaus nicht unerreichbar, auch ohne zwer Jahre weiteren Blutvergießens. Washi n gton , 2. Nov. (WTB.) Mekbrrng des Reuterschen Bureaus. Lansing sagte anläßlich der Unterredung des Bch- treters der Associated Praß mit Kerenski noch folgendes: Unsere eigenen Insor: Nationen zeigen, daß die vorläufige Regierung, in Petersburg energisch au das Problem, dem sie gegenüber stetst, herantrat. Kerenski und seine Regierung sind weit davon entfernt, sich der Mutlosigkeit zu überlast«:, und sind noch immer fest entschlossen, alle HiliSguellen Rußlands zu einem entschlossenen Widerstand zu organisiere:: u::d -den Krieg dem siegreichen Ende zuzu- führen. Die amerikanische Regierung und d-ie Verbünden gewähren Rußland hierzu alle mögliche Hilfe. Zunehmende Tina chie in Ruß'and. Am sterdam, 3. Nov. (WTB.) Tie „Tones" Meldet aus Petersburg: Tie Miliz kann die Ordnung in der Stadt nicht aufrechter halten. Am Sonntag kan: o3 daher zu T u m ulten, bei denen mehrere Person ei: von der Volksmenge gelyncht wurden. Tie Anarchi e im ßaitbe nimmt f o r t wä hr en d z u. lieber o-tclc Städte und Landkreise ist der Belagerungszustand.verfängt ivoLdeit. Das neue spanische Kabinett. Madrid, 3. Nov. (WTB) M-ldung des Reuterschen Bureaus. Garcia Priet-o ha sti i Ministerium gebildet Alvaredo übernimmt das Ministerium des Auswärtigen Lacietva das Kriegs- und Bimeuo das Mari neun::isterinm. Die Regierung hat heute abend den König den Eid geleistet u:ch erklärt, eine strenge Neutralität bewahren zu wollen. Morgen soll ein Kabine, tsrat abgehalten werden Die Deutschen in Nchv°?)orf. Rotterdam, 3. Nov. (Priv.-Tel.) Nach den: „Nieuwe Rotterdam)che Courant" berichte! der „Daily Te egraph" aus Neu York, daß alle Deutschen, die im Umkrei) ei.er lulben Meile vm: Neuyorker Haken wohr.ee:, Brfehl erhalten hätöeit, fort zu- ziehen. Ter Grund liest in verschiedenen Bräniven, die in dm Getreideellwatoren aus gebrochen sind. * * D-e deutsch Sofia, 2. Nov. grapl^enagentur. Wiegen die d e u t s ch cii G ä st e n Pressevertreter in Sofia. (WTBst Meldung der Bulgarischen Telk- der Verspätung des Bulkaüzuges trafen; gegen 11. UIjc- nachts aui dem ilmen zu vklTre-n tn den Farben der Verbilligten festlich oeslaggten B.rhnhvf em. S:e wurden begeistert cmpsanmn, begrüßt von dev. Vertretern der Stadtverwaltung, dem Verbände der bul-farisstien Tages- fchriststeller, der Berestrigung für die bulgarisck>Heutsche Annähe rung fctrctjfe von der Presseleitung und dem Beigeordneten des Bürgermeisters. Auf eine an sie gerichtete Willkommensrede ant wortete der Direktor des^ Wvlssvrir-au Dr. Diez mit großer Herz- nchrnt. Nach der Ankunft in der Stadt Ivurde ein Essen in lleincm Krerse gegeben, das in angeregter Sstmmung bis zur vorgerückten Rankstunde dauerte, freute vormittag besichtigten die Gäste die > euswürdrgkeiten von So ra. Mittags gab die Stadt ihnen zu Ehren ein Bankett im Ratskeller. Heute abend wird der Verband der^ bulgariiäen Tages- chiststeller if-r: ein großes Essen im Kub gchen" Vorstellung im Ratio sttl-eater im militärischen Dr. Rußland und die Kortsctznng des Krieges. ^, 7 -^,?^ t0 TW Reuterschen Äf. ??Auehnw:d ans eine Besprechung eines Vertreters der Associated Preß mrt Kerens ki ermächtigte der Staats- ferretar Oannng zu der Erklärung, daß weder aus Grund fccr Skeiening“unb AtteÄkis. nach auf ©omb der durch oas Kabel übermittelten Feststellungen behauptet Ruistand beabsichtige den Krieg aufzngebe:: Tie Auslegungen. Ueberdies könnte darauf laß das Vertrauen der Regierung zu Rußland Anleihe von 31 700 000 Dstlar neuen lr"hw eingeräumt ward?:: seien, sA? -ssrsch-'- Stegtenuifl peaH^ ' ^ ' Meldung des Reuterschen Bu- < SäwÄ' wu $^ 0llcn H w '^ lc fancr ob »u^b’iÄ^MTc'ÄÄ S?i Tc'I stete. Keren - ff antwortete läckstnd- iffSJ»« r 0 lo d e Bern a b e einen Besuch und gab bei dem zurzeit nicht rn Berlin anwesenden Präsidenten des 5oerrenhanses Grasen von Arnini-Boitzenburg*seine Karte ab. Tekegrammwcchsel zwischen Hertling und Czernin. ^^lin 4. Nov. (WTB.) Me „Nordd. Mg. Ztg." lch^lb-t: Reichskanzler Graf Hertling hat an den öster- relchisch-ungarischen Minister der auswärtigen Angelegenheiten das nachstehende Telegramm gerichtet: Zur ^ttl:we, wo ich. durchsdeu Willen des Kaisers und Könias prüfen, mein verantwortungsvolles Amt antvete, drängt es mich Enen .aufrick^en und innigen Wunsch zun A,s»nai z„ l-rmgen daß ti mir «rg-Snnt sein möge aus dar "Grundlage des gegenseitigen, herzlichen Vertrauens off dkl l? ^'lammenzuwirke::, auf die meine Amtsvor- 0^er fick ftt-i. en konnten. Wenn ich. getreu der bewährten Politik ;unne. allergnadrgsten Herrn, m der Pflege inni g fte r, sr eund- wl ÄÄ te sckänfte und bedeutsamste A. allen meinen deutschen (Land ? a V T i. ®? t>re ^ Crzrllenz gerichteten eindrucksvolles c'? die Berdunme Euerer Exzellenz- an dem Ausbau und de: Best:esimg der deutsch-ö,wrreich:sch-ungarischeii Bündnispolitik caneu :varmen Widerhall .gesunden zfn haben, und die in dieieiv ^ageu voll stolzer Freude über unseren Bund die herrlicken Wafseir- Ul Wastentzrüberschiaft vereinten tapferen! Sohne uistevcr Lander- mrt daubarer Bewunderung verfolgen. Ewas C z ern ir: erwiderte darauf: pnbem ich meinen lebhaftesten Dank für das Telegramm -auschreck ', mit welchem Euere Exzellenz -anläßlich des Antritts Ihres neuen hohen und bedeutcrngsvollen Amtes in so warmen Bez:chuugen zwischen den beiden engverbün-- dUen Mach.m rmd unserer künftigen oertrguensvollcn Zusammen- arbett zu gedenken die Güte hatten, gestatte ich mir, vor allem meine wärmsten Glücllvunich: zu der von Seiner Mchestät Ihrem aller-gmwigste:: Herrn erfolgten Berusimg Eurer Exzellenz an b:e Spitze oer beut,chm Reichsleittmg darzubrängen. Bon den und vriönlichen Ueberzeugungen und (Pfühlen befeelt rme Euwe Exzellenz, bitte ich, sich versichert halten zu nwllen, daß auch ich un &umc bei* Intentionen Seiner Majestät meuws allergnädigstvn Herrn nach wie vor im vertrauenSiwllen ZusammenMrken mit Euerer Exzellenz,, in den: Ausbau md der Vertiefung des alwewährten Bündnisses zwischen Oesttwreich Reichs, welches ann> beimtal^mu* {«Sri ^^-^seloern wieder zu so lnnrlichen Erfoloeu fuhrt, eine meiner wr-nehmsten und erfreulichsten Aufgaben er® Hittdenbnrg an die Presse. Magdeburg, 3. Nov. (MTB.) Der Verein deutscher Z e: t u n g s ve r l c a e r m Magdeburg hat das nack-stehend wvrttelegramm des Generalseldniarschalls von Hind en bul-g .r- mrtunterzeichni-ten Verein der groß- EÄÄdem RkickrAver^cmd der deutsche!, Prche banke ich Mr dre MaHttms vom L November. De» zum Ausdruck gebrachten Tank nehme ich in erster Linie auch für meinen Mitarbeiter Ludendorff und für unsere siegreickjen Truppen 'an. Das Gelöbnis der deutschen Presse, im Geiste des Heeres dem -Vaterlande zu dienen rmd den unbirrbaren festen dent- s.che n S i e g e s w i l l e n zu vertreten, entspricht Fhrer Pflicht in dieser für hie Ziikmff: des Vaterlandes eiltscheidenden Zeitz Uel-er die Tagessragea hinweg müssen wir den Blick in die Zukunft rickten und an ihr unsere Pflicht erkennen. Die Kraft TentschlandH muß zur vollen Entwicklung gelangen und einheirlich zusammengefaßt bleiben bis zum e:idgülttgen Siege. Ec ist uns sicher. Nichts aber darf uns zurückivevsen oder in der Entfaltung unserer Kraft hindern. Tck.ekt die Pwstie so, dann Hilst sie unserem tapscreu Volk und dem siegreichen st>oere. Nur dam: wird sie auch- den Kanlpd gegen die seindlichie Presse gewinnen. Gegen Verblendung, Lüge unA sind Verleumdung siegt unsere Kraft und Einigkeit und Wahrheit.. gez. v. Hinde.nburg, Geueralfeldmarschall. §eekr!eg. N-BvotErfosge. Berlin, 4. Nov. (WTB. Amtlich.) Neue U-Boot-Er- olge im Sperrgebiet um England: 15000 Brutto- registertvnnen. Unter den versenkten Schiffen befanden sich drei bewajftiete Dampfer, einer davon war englischer ^Nationalität. Eines unserer Unterseeboote griff am 7. Oktober in westlich der Stadl Tripolis beobachtete Känipfe zwischen Landesbeivohnerit und Jialie-iern mit seiner Artillerie ein icnd nahm italienische Truppen mit gutem Erfolg unter Feuer. Am 16. Oktober beschoß das gleiche U-Boot wirkungsvoll Befestigungsanlagen von tz o m s (Tripolis). Ein anderes U-Boot führte im Schwarzen Meer eine Beschießung des von russischen Truppen besetzten Ortes Tuapse aus und versenkte einen mit Munition beladenen Transporter. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Ein Seetreffen im Kattegat. Berlin, 4. Nov. (ÄTB. Amtlich.) Ein kleiner deut» scher Hilfskreuzer, Kommandant Kapitänleutnant der Reserve Lauterbach, ist am 2. O^ovember im Katte- gatt nach tapferer Gegenwehr von einer Ucberinacht von sechs feindlichen Kreuzern und neun großen Torpedobootszerstörern versenkt worden. Der englische Bericht meldet die Versenkung von zehn Patron Uten fahrzelugen. Mes entspricht nicht den Tatsachen; deutsche Seefahrzeugc rverdet: außer dem genannten Hilfskreuzer nicht vermißt. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Ko p e n b a g e n, 3. Nov. (WTB) Meldung dÄ Ritzau- Bureau. Gestern vormittag fand ein kleines See- treffen zwischen englischen Torpedofägern uni* einigen d eu ts dyenb e wa ffn eten F ah cze ug en, darunter ein größerer Danrpser und mehrere Fischdampfer, aus dem mternationalen Gebiet des. K a t t e g a t s statt. Der bald getroffene große Darnpfer sank. Es wird angenommen, daß auch zwet Fischdampfer sanken. Die englischen Torpedojäger ^.Ächbn dreißig Mann der Dampserbesayung auf. Ein zu- fällig sudwärtts vorbeifahrender Handelsdempfer nahm 15 .Namr auf, die abends in Kopenhagen gelandet ivurdeir. befanden sich fünf Verwundete, die ins .Hospital gebracht wurden. Zusammen solle:: 50 deutsche. Matrosen umgekommen sein. (Notiz: Es handelt sich anscheinend um em kleuueres deutsches Hilssschifs, welches sich im Kattegat befand. Wte wir erfahren, ist an zuständiger Stelle Näheres über den Vorfall nicht bekannt. WTB.) 3. Nov. (WTB.) Meldung des Reuterschen ' u- roauö. Me Admiralität gibt bekannt: Unfa*e im Karte gat ope- nerenden Se-eltrestkräste rvurden anscheinend in einen Kämpf mit fc -!r;Ä Strertkraften, wahrscheinlich Patrouillenßchrzeugeu, v>r- Aus na.hel:eaendei: Gründen wurde:: drahtlose telegmphisck-e Echte der m den femdlichm Gewässer:: opwierenden Schiffe nicht geitattet. Alle aintlrckrc:: Informationen, über dir die Lldmiralität genügt, sind, dW echige unserer Schiffe artachiert wurden, um und daß sie sich ihren Basen näkrern. Amtlicher britpcher Bericht: Bon unseren im Kattegat vperie- :enden Schiffen sind weitere ^Nachrichten ein getroffen. Wir zer- torten e:nen mit Sechszoll-Känonen bewaffneten Rutschen Hilfs- treuzer und em bew-rffnetes P-atrouillenfahrzeug. Biwundfechzig lumrderz-von den unsrigen gerettet und gefangen genvmnien. Englische Verluste iverden 'nicht gemeldet. Kopenhagen,.4. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Es ist nun entschieden worden, daß die in .Kopenbagen be mdlichen Seelen te ö ^i?^ r V cnft . en deutschen Hilfskreuzers „Marie" ^ t l . n J er !} l ?. vt ' sondern als Schiffbrüchige bel^andelt werden sollen, -da sie von dem dänischen Damp'er „Dalgas" in den mternatwnalen Gewässern auig-enommen worden sind. ''Als dies ocn ^otl.aten gestern mitgetei.lt wurde, drückten sie ihre lebhafte Freude und ihren tiesgefühlten Dank für die gastsieundliche Aus- nahme auch d:e ihnen in Kopenhagen zuteil aewvvden ist. Me uu- verletzten ^ Seeleute traten bereits heute die Reise nach -Deutschland Ülh wl ßadttschei: KvMlkenhairs befindlichen Verivumdeten kön- neu die Ruckrene in ine Heimat -nntreten, sobald sie aus bein Krautenraus entlassen werden. Am dem Nelche. Dcr Reichsiaff. Berlin, 4. R-ov, iWTB.) Reichsiagspräsident Di f wrrd den Reichstag auf Donnerstaa de- . Nvvember, nachmittags 3 Uhr, cinberufen. Vorher wir etne Besprechung des Aeliestenrats stattfinde» Das preuhifche Atgeordnekenharis. ^Berlin, 3. Nov. (WTB. Nichtamtlich.^ Die nächst schung prenstischen Abgeordnetenhauses rst nunmehr bestrmmt ans Donnerstag den 15. November r Uhr mittags, anberanmt worden. 2Cuf der Taqcsordnnii, Gesetzentwürfe über das Grundkapital der tüniqli-b^ Seehandlung, der Schätzungsüntter. der Stadtschuften, sonn Anträge über den Religionsunterricht dcr Tisstdentenkiiwe und die Teuerungszulagen der Beamten. Die Vorlagen betr das Wahlrecht zum Abgsordn-etenhaufe tiitd die Reugestal tuug des Herrenhauses weroen vorarrssichiltch erst nach den Bußtage am 21. November zur ersten. Beratung gestell A»»s — Aus der hessischen nativualliberale ^^r natwnallrberale Land tag sab geordnete Geor Schon berge r Grost-Bieberau, begeht am 5. Rvvembe d. I. das Fest fernes 80. Geburtstages. Seit 1878 oertrit er ununterbr-ochei: den Wahlkreis Ober-Ramstudt-Rein Hein Me Natwnalltbernle tzandespartei und die Landkagssraktio ^ubilar an seinem Ehrentage mit einer aussithrltchen schreiben der: rvärmsten Dank fiir seine ja Irre lange rangiert tnt Dienste der Partei, mrd verknüpfte ^ ^H^ssnum;, paß ihm noch lange Jahre feaeir^veichku Wirkens bcfdyntbtn fern möchten. Aus Stadt rrnd Land. G i e tz e n , den 5. November 1917. Erntet den Gemüfenachwuch-! Nei der Gemüseknadpheit und dein großen Bedarf cm Genrüsen macht die Lande s-gemüsestelle darauf aufmerksam daß .^urzert auf den abgeerrrteten Feldern noch in großen Mengen der Nachwuchs von folgenden Frühgemüsen ein- geerntet werden rann: Weißkohl, Rotkohl, Wirsingkohl und Raps- Gs handelt sich hier um Nachoirtwicklungeil aus der abaeschinttnwn Pflanze, die,- gesammelt, große Mengen ergeben. Die Kommissionäre der Landesgemüsestelle sind an- aennosen, auch diesen Nachwuchs zu den Höchstpreisen aufzu- faufen und der Bevölkerung zuzuführen. Die Landwirte werden also ihr Augenmerk auch auf die Einerntung dieses Nachwuchses zu richten haben. Salzpreise. Kürzlich ging durch die Zeitungen die Nachriftst, daß das Deutsche Stemsalzsyndikat in Staßfurt die Preise für Salz um 100 Prozent erhöht hätte. Dadurch wurde der Eindruck l-ervor- gerufen, daß die Preise für Speisesalz eine ganz wesentliche Er- ttöhuna ersaliren müßten. Dies ist unzutrefscick. S^isesalz wird im wesentlichen von dein Verbände Norddeutscher Saline,, geliefert die dcn: Preis für 100 Kilogramm unverswnertes Svcisesalz vom 1 . Irnuar 1917 von 4,80 ©If. lediglich am 1. August 1917 um Y.70 Mt. auf 5,50 Mk. erl)öht haben. Der Preis M Steinsalzes mrdererseits ist auch jetzt nach der erfolgten Erhöhung wesentlich riedtüger. als der Preis .des Salinerrsalz-es. Ta die Hamünumac Speisesalz —, (in Friedenszeiten etiva 97 Prozent — auch jetzt im Kriege von den Salinen geliefett wird, so liegt ein Anlaß zu eurer nennenswerten Erhöhung der Speisesalz preise zurzeit nicht vor. Die Preis prünmgsstellen sind durch eingehendere Angaben über- die Saftstage aufgeklärtuvorden.. Dringend muß aber vor der übereilten Uebereindeckung nrrt Salz seitens der Bevölkerung gewarnt werden, da genügende Mengen ^lz zur Verfügung sielen Wo Salz:wt eingetreten ist. ist sie, von vorübergehenden St-xkun-- gen infolge von Transportschwierig feiten abgesehen, lediglich auf Hamsterer einzelner Bevülkerungsschichten zurückzufülirem. » ** Amtliche Personalnachrichten. Der Groß- herzog hat zum 24. Oktober dem Buchhalter bei der Firma Cornelius Hehl in Worms, Heinrich K lein für th das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des sywftmüti-gen verliehen. Am 91. August d. I. wurde der Weichensteller 1. Klasse Johannes Bühner zu Gustavs- durg und am 1. September d. I. der Dahnhofsaufseher FMmres Mauser zu Zeillsard, beide in der .hessische Preußischen Eiseirbahngenreinschast, aus ihr Nachsuchen vom 1 November d. I. an in den Mhestand versetzt. ** A u s & c i d:> n u n g. 'Der Geometer 2. Klasse, Ludwig Berg von hier, zur Zeit als Obergefreiter bei einem Meßtrupp, wurde mit dem Eisernen. Kreuz 2h Klasse ausgezeichnet. — Wehrmann Hch. Weimar erhielt ebenfalls das Eiserne Kreuz 2. Klasse. ** Äerstellun g und Ab sa tz v on Gemüseme hl und Gemü s e p u l ve r. In letzter Zeit mehren sich die Kla ea darüber, daß iür Gemüsemehle und Gemüsepulver, das sind Erzeugnis^, die dmch Weiterverarbeitung, insbesondere Vermahlung oder Verschrotung von Dörrgemüse l-ergestellt werden, ungewöhnlich l>ohc Preise gefordert werden, die stn keinem Verhältnis zu den für das Dörc- vie Postkarten, Kriegsnotgeld, Lebensmittelkarten, werden gesammelt. Für jeden Beitrag zu ihrer Sammlung, die nach den: Kriege allgemein zugänglich gemacht werden wird, ist die Universitätsbibliothek den Schenkern zu Dank verpflichtet. ' „ ** Die G oldankaufstelle hat im Jntereste der Ersparnis von Beleuchtungsmitteln die Annahme stunden für Snc Geldsachen an: Dienstag nachmittag auf d:e Zeit van 2 HO 4 Uhr verlegt. Am Samstag vormittag findet die Annahme, wie jerlycr, in der Zeit von 10 bis 12*/* Uhr statt. , cnr . ** Dachkupfer. Die Ablieferung von Dachkupstr und Blrtz- ableitrcdraht kann Freitag, den 9. d. Mts., von vormittags .) wi 1- und nachmittags von 2 bis 5 Uhr im Keller der Oberrealschule erfolgen. Siehe Bekanntmachung. . . ** S t r b 11 [) c a t e r. Nochmals >sei darauf Gngewcesen, dal; morgen im Abonnemritt das Lustspiel „Der Herr Senatv-tt'gegebei: wird, da die für dias^en Dag vorgejähene Urcmsfiihrimg der Komoore „Das Recht auf die Frau" wegeir eiires ^Unfalls des Herrn Kröpfer ^Kläufig verfärben werden muß. ^ .. . . ** Ä m Lichtspielhaus, Bahnhvfstraße 94, wrrd Ml letztenmal der Film „Die Sünderrkette" vorgeführt. Morgen Trenstag findet die Uvaufführuug des Dvamaü „Im.Hause des Mmmerzienrots" statt. Außerdem wird der neue Sprelplan ore lustige Militärhunloreske „Ein Offizier und zwei Mann" eMhalten. ^he Anzeige. Landkreis Gießen. -m. Birklar, 5. Nov. Gefreiter Hwrrich Meusel uild Musketier iKärl Appel von hier wurden mit der Hessisäxm Dapfer- keltSmedaille ausgezeichnet. Beide sind bereits im Besitze des fernen 2. Klasse. ^ . . ., ^ Elim bach, 6. Nov. Den: Detegraptfisttn Frsthrlch «omm erlad, m einer ,rng, wurde dre Hesssthe «tfefcen- 9 Grvßen-Büseck, 3. Nov. Wilhelm Schwalb I bon erhielt die Hessische Drp^rkettsnn'daüte. U La na - G ö n s , 5. Nov. Dem Mitglied der Freiwilligen Fviinwchr A^l»n Jvhs. Müller wurde das Ehr°^>-n M 25, ädrige treue Ticustc verlteheu. Laudsturmmam, Gefreiter Berk I Kß a- €V ^ ctt daS Hessi,cl)e KriegSehrenzeichen. tt^ Treis a. L., 5. Nov. Das Eiserne Koeü- 2 .Klasse erhielt Rese^ist H^^MickE' W *^*1* Tapferkeilsmedaille^der Kreis Büdingen. Phrrr«^ und Hvfwvediger Dekan unber der ganzen Gemeinde sein Ldiahnges DrenstiubstcklM als Pfarrer der hiesigen Genieinde. ^ döov. Dve Heßtsthe Tapferkntsmcdaille erhielt der Muskctter Ludtvig Knikel. ^ öl Tie Hessische TapfEtsmedaille. früher vas Erlerne bfrmi erhielt der Untevoffizrer Friedrich C h r i s k a u wiuf' "^^^Schmitten, 5 Nov. Fürs Vaterland starb der Mülsten- und Sägermwksbesiher Ludimg Rupyel, Sergeanten muem Mß-Arttüerie-Rcgimeilt, Inhaber des Eisernen .Kreuzt und der Henuchen TapserkeitsnMdoille — Das Hessisch .Kricgselnen- zeichu erhielt der Gefreite Gmbw Eckhardt. 4- Usenborn-, 5. Nov. Auch unsere evangelische Gemeinde nlactüe, um das ?lndenken an den Tag des IMiälwigen Refor- mattonslubüchl-ms dauernd in der Osvnieiirde n-acheins r fl ^Hß’orJ 1 ^ '^ r ^ e bin Tai>sstein Ausstellung finden, ferner jott der Altar mit qiner neuen Altarbekleidung und mit einein neuen Teppich versehen vEoden. Dü Geldmittel hierzu werden durch erne Scvmnilung ausgÄ>rächt. Kreis Schoten. ... , L e - Scho t ten. 4. Nov. Die Hessische Tapserkeitsmedaille er- hletten der Obergesvnte Heinrich 2an g mb der Gefreite Julius 'Meidt. Mit dem KriegScihrenMÜl-nr in Eisen wurde der Sergt. Wrlh. M ö l l e r ansgle-znchmt. der bereits Inhaber des Eisernen Koeuzes^2. Klasse und der Hessischn Tapferkeitsmedoille ist. , . ^tten, 5. Nov. Das Eiserw Kreuz erhielten der Oe^ steite Müller und der Gardist Schl ö r b. die Hessisch Tapferkeitsmedaille der Gefreite Meidt wid der Gefreite Heinrül- Lang. e. E i.ch e l s a ch's,e n , 4 .d?ov. Der Musketier Otto Schmittberger sforb. 20 Jdche alt, den Heldenp» fürs Vaterland ** La ubach, 3. Nov. Der Auslauschgefangene Wehrmann Eiml Hohmann erhielt nach 3jähriger Gefangenschft das! Ep erne Kreuz 2. Klasse. der-Lais, 5. Nov. Mrs Vaterland starb der Musketier Otto H ä h m ei. u-u. Wohnseld, 4. Nov. Dem Schützen Hermann Lang, SolAr des Ehr. Laug, wurde wegen tapferen Verhaltens vor dem Bernde das Eiserne Kreuz znZeiter Klasse verliehen. Kreis Friedberg. Q. Bad-Nauheim, 3. Nov. Zur ehrenden Erinnerung an den langjährigen tteuen Kürgast, den Herzog Paul von Meck- lerrburg, würde die vor einigen Jahren neu angelegte Mnfiiaus- Promenade mit Genehinigung der Geoßh. Regierung „Herzog- Paul - A l l ee" beimnnt. Die Grosch. Bade- und Kurverwaltung! ließ deni Herzog, der eben einen kurzen Urlaub lfier verlebt, ein Bild der neugetausten. Allee überreichen. ---- Bad-Nauheim, 4. Nov. Bei einem Einbruch in das Derrenkl-.'id'rgZchäst vou Fostel u Becker, Miomslraße 21, erbeuteten die Eiubrechr Kleider im Werte von 5709 Mark. Ter Polizei gelang es, die Tiebe am Samstag zu ermitteln und festzunehmen. Es handelt sicl- unr den unter Polizeiaufsicht stehender Dekorateur Ernst A. Weiß aus Friedberg, der hier verchrftetwurde, und um den oft vorbestrasten Arbeiter Franz Schmidt aus Frankfurt. Das Dicbsgut wirrde in der Schmidt'sck-en Wohnung in Frankfurt größtertterls noch aufgefilwdcn. Beide Einbrecher kommen den bishel'igen Ermittlungen zu.folge als Täter der zahlreichen zuletzt hier verübten Einbrüche in Frage. 4t- N i e d e r - W ö 1 l st a d t, 5. Nov. Das Eiserne Kreuz, früher die Hessische TchchrteitsTmdaitle, erhielt der Pionrer Friedrich Kv ft. ßt Ockstadt, Das Eiserne Kreuz, früher die Hessische Tapfer- keitsniedaille, erhielt dar sGefreibe Jiohanp Dönges. Starkenburg uuD Rheiuhessen. I. Darm stadt, 4. Nov. In Gegemvart des Großherzogspaares, des Prrirzen mrd der Prinzessin Friedrich Karl und des Prinzen Wolfgang von Hessen sprach in dem bis zum letzten Plätze ge/ätlteir Festsaal der Turw- gemeinde Geheimrat Prof. D. Dr. Eck-Gießen über „Luther und die deutsche Zukunft". Seit dem Untergänge Roms ist der Anschlag der 95 Thesen das bedeutendste Erchpns für die europäisch« Geschchte gewesen, deren Tragiveite sich Luther freilich nicht bewußt gewesen war, aber „plumpsweise", wie Luther selbst sagte, wurde er in die Weltbewegung hincing^zogen. Ares der Schule der nnttetalterlichen Mystik hervorgegangen, tzat er sich doch nicht in deren Gedanken gange verloren, sondern >ich zur Welt- bejalnmg hinduvck^gernngen. Eine gewisse Einseitigkeit war die Vorbedingung für sein a^rßeror^cuttliches Wirken, das bis zur Gegenwart in der deutscher:, idealistischen Mfilosophie, in her deutsche:: klassischen Literatur und in dem deutschen Sdaatsgedanken weiterlebt. Auch für die deutsch' Zrikunfi wird es heißen, „Luther mht mit". Von dem Redner milgerissen, stnwnte die tiefergrifsene! Festversanrmbrng dei: Schsußvers des Lutl-er-Liedes an: Nehmen sie uns den Leibt. Gut, Ehr, Kind und Weib, laß fahren dahi::. Sie haben^s kein Gewinn. Das Reich muß uns doch bleiben. I. D a r m st a d t, 4. Nov. Gestern abend sprach, im Kaisersaal vor einer sehr zahlreichen Bsrsauunlung der fortschrittliche Reichs!- tagsab geordnete Ko p sch über „Der Deutsche Reich tag und der Friede". Dm Redner verteidigte die Friedensentschjließung des Deutschen Reicksbcras: diese war nich gerichtet an die friedlichen Staatsinäimer Llvhd ^George, Mlsvn 'und Porncarö, die vom Kriege leben, sondern an die fcfiidlichm Böller. Hier 'tyibt sie auch ihra Wirk,mg nicht verfehlt. Im Innern sei die Entschließung falsch ausgelegt worden. Man wolle z. B. Belgien zwar nicht annektieren, aber man werde ein Flandern schaffen, das uns davor schützen werde, daß Belgien wieder dem fenrdlichen Einfluß verfallet Vor allem aber werde man Belgien als ein Faustpfand solange behalten, bis auch. England EÄais :md Ajogypten (!) heransgegebefi habe. Gegen unsere Kvlonin: im Sttlljen pfrrni, die wir nicht me hr bekämen, müßten wir den Kongvstaat, der Herr mlos sei, erhalte::. Wenn wir keine Biavcntsich,äd:gung verlangtm, so müßten wir dock Rvhslofse zu annehmbare:: Preisen vom Auslande erhalten zum Wiederaufbau 'u'.nserer Industrie. Scharf wandte s:ch jber 9t«dn>er gegen die!deuts>ch.e Baterbandstpartei, die:mr eine Neu- auilage Lues DvnM>n:l'Undes (fei. Der Redner fand vielen Beifall, doch fchllte es auch nicht an Widerspruch. I. Dar n: st a d t, 5. Nov. General der Infanterie Freiherr v Galt feiert heute seinen 7 0. Geburtstag. Er wirrde 1847 in D a r m st a d t geboren als Sohn eines Majors und Gwßherzlvgl. Kckumerl-errn mck machte als Leutnant die Kriege von 1866 und 1870/71 mit. In seiner spätevo:: militärische:: Laufbahn wechselten Fro:rtt>ie::sw rmd Kommandierungen zu militärrschen Mldungs- anstalten miteinand-er ab. Seine letzten Stellungen tvaren: Inspekteur der KcicaSfMlen in Berlin, Führer der 25 (hesschchm) Division (1902 bis 1906), Gouveriwur der Festtrira Köln. Als solcher wurde er zum General der Jirsanterie ckArraktensterl :m£> 1907 mx Disposition gestellt. Er lebt jertdm: u: seiner Vaterstadt Bon K^iegsausbrrvck bis Anfang dieses Jahres beklmdete er den Posten eines stellvectr. kvmmand. Gnwvals t^s 18. ArmecSorps und mstell im Jahre 1915 ein Patent seines Drenstgradö. Sem Nachfolger wurde Generaltentnant Riedel. I Darmftadt 5. Nov. Tre HandÄSkam:ner wählte cm Stelle des verstorbenen KommerzienwtsL-?^ den^shen^n 2.- Vorsitzende,: Komn:e^:cnrat L. TfiM'ch Ävn 1 stellb. Bor- sitzkncken und dm: Gest ßNodd^alrat E. Muck zum 2. JMfo. Vor- fiW n aTW ft«bt. 5.Nov. Der Ernst-LuLwin-Btrrin s si scke r 2entralver>e: n kür Err:chtungb:ll:- ^er Wohnungen) hält mn Dienstag, den 15. November, Vvr- ncknaas 11 Ubr im Sitzu'ülssaal der Znxitm Stände am,ner fme s^hen cwt Zam»*x*«W ent botr BLrgschaftSüber-- t^hme des Staates für zweite Hypotheken bei gemeinnützigen Ktenv- wohnungsl-auten, sowie Regelung des Grundkredits zur Ivetten Stelle, eh: Antrag Bereitstellung von» Holz aus sbaatlichm Forste« zum Wohnungsbau:md zur Herstellung von Möbeln für Minderbemittelte (Bertckilterst. L-andtagsabg. Wiego::diH e ppenstim) Vor tTOfT über Wohmmgsfrage und BevölkeruugSpolitik (Pfarrer Loos Butzbacki). — Gleichzeitig findet in der Zautrü(stelle für das 5)e- werbe eine Ausstelkung von Entwürfen für den Klein- lvohnunaöbau statt. I., Da rm sta dt, 5. Nvv. Fabrikant Emil Schenk ovn ster hat eine Derckschrift „ Krieg erheimstätten" herausgegeben, welch« vom Hcsiischen Landcsverein für Kriegerheimstättm (Darmstadt, sMatstldeuplatz 20) an Fveuvrde der Sache unmtgeltlich abgegeben nnrd. . I. Darm stadt, 5. Nov. Die stesige Frismr-Jnnung hat e:nen Pre:saufschlag von 25 Pwzent einttcten lassm. Main z. 4. Nov. Im alten Winterlwfen wurdm Dienstag früh die Leichj.t: zweier junger MädckM: aufgefunden. Die Toten hat man jetzt als zwei 17- rrnd 18jährige Sckuvestern Z. aus Darurstadt festgestellt. Die Mädchen hatten sich nach einem Strert nrit der Mutter aus Darinsrjadt entkerrit, tvaren zunächst nack Brngerbrück und von hier rmch Frankfurt gefal-rcu. Dann begaben sie sich nach Mainz, ämb ertränkten sich, nachdem sic noch eriw Postkarte an eine Darmstädter Freundin geschrieben hatten, kreis Wetzlar. ra. W e tz la r, 3. 9£m>. Karl Mannberger, ein geborener Wetzlarer, erstell das Eiserne Kreuz 1. Klasse. ra. Wi ß m a r, Kr. Wetzlar, 3. Nov. Wilhelm M ü d i ck c n , Beamter der Mitteldeutscl-en Ercdickank Wetzlar, wrncke mit dem Ersernen Kreuz ausgezeichnet Dessen-Nassau. ^ Frankfurt a. M., 5. Nov. Auf dem allen Friedhof des Stadtteils Brockenhcim sind'durch Biller:bckicke große Verwüstungen angerichlet worden. Ter größte Teil der ft reit,^c, Grast'ockel und jtanfiigcn Tenkiuäler de- Hinteren Friedbostge.äirdos wurde vollständig zerschlagen und von den Gräber:: geiwcilzt. Da dc.r Friedhof nur imch wenig bestlcht^wird, um seiner schönen Baumpruppen wird mis P:etät gegen die Toten aber erhalten bleibt, fo Winken die Ver- w-lUnnge:, die melwere Näck/.c ugcheiimnder gasckIehen sein müssk^:. erst letzt crttdeckt. „ ^Frankfurt a. 4. Nov. Unter dem halben Dutzend Uraiifführilirgen, die das Frankfurter Tstaterstrblikum in den letzten drei Wochm sah, becrusprucst Friedrich Sebrechts Tra gödic „David" besoitdeves Interesse, weil der ^ begabte Leipziger Schriftsteller in diesem ErstlingsMrk gleich eins der scktvrr- blutigsten Probleme drainatisch zu meisteri: versucht, das Sehnen ncuch dein Erlöser Tod. Um Lüe drei biblischen Gestalten David, Urias und Bathseba rankt sich die Handlung. Zwischen David und seiner Gattin Achinoam sind die Schitten der Gefühtßerstarrung aufgestiegen, sein loderndes Sehnen gilt dem Weibe Urias. Dieser fällt als Opfer L>er sinnliche:: Leidenschaft des. Königs und deß eigenen Gattin. Ujtljd doch bringt der Tod nicht Erfüllunn, sondern, Tvenmma. Diese Wirrnisse der Seelen versucht Sebreci-t in dich- irisch schöner, oft mit rhythmischem Schwung erfüllter Sprache psychologisch sorsck::ü> zu ergründen und darzustellen, erreicht aber nur (eitert die Höhe drainatisch, hin strömender und fortreißender Wucht, die den Hörer vrstloS feffelt. tNur die Schluß,bi lder blühten auS vrr jlis- ßenden Handlung zu Glanz und leuch,teützer Kraft auf. llnd fi? verhelfen auch), der Tragödie zum starken Erfolge. Die Ausführung war mit einfachsten Bübnenmitteln trefflich inszeniert, das Spiel der Künstlerschajt voll Schwung und Wärme. Herr Feldhammer und Frl. Aschenbach boten als Träger der Hauptrollen Glanzleistung«:. Der jugendliche Dichter durfte wiederholt den Dank des Publiftlms entgegennehmen. X Hanau, 5. Nov. Fabrikmrt Dr. Wilhelm H eraeus, Mitinhaber der Firma W. C. Hev-rus, chemisches Labvratorrmn, l-at für die Ztvecke der Kriegspatenschaft 10 000 Mk. gestiftet. H. T. Herbornseel bach,>4. Nov. Gestern abend 10 Min. vor 9 Uhr kündete Sturmläuts:: den Mrsbruck', eines größeren! Feuers an. Fast gleichzeitig brannten die Scheunen der Lairstvirte Jvh. Ml'h. (Ärbriel stnd DH. Trisch und dann verbreitete sich da- Feuer sehr schnell auf die Scheunen und Ställe der Witwe Georg Alug. Görzel rrnd Heinrich, August Bickel, welchem auch das Wohnhaus vollständig verbrannte. Jede verfügbare Kraft war stlfsbereit herbeigeeilt und es (gelang, des Feu>ers Herr yii werden, so daß um 11 Uhr jede Gefahr beseitigt tvar. Der ganze diesjährige Ernteiegen ist den Brandgeschädigten verrichtet, und insgesamt beläuft sich der Schaden auf zirka 20 000 Mark. Das Feuer war weithin sichtbar. Ci:tsl^hungsu rsache Hst bis jetzt nicht ermittelt. Gerrcht-faal. I. Darmstadt, 5. Nov. Der Werkfühver Mannheimer einer Fabrik in Waldmülielbach wirrde wegen Aenderung des Be triebs entlassen, durfte aber den Winter über, solange die Fabrik stille lag, darinnen wohnen bleiben. Er mißbrauchte diese Erlaubnis, indem er zahlreickW Einrichtungsgegenstände, die gegenwärtig schwer zu ersetzen sind, hermisnabm, für sich verwandte oder veräußerte. Er erhielt von der Strafkammer, obwohl er bisher un bestraft war, 1 Jahr 2 Monate Gefängnis abzüglich 3 Monate Untersuchungshaft. — Den „wilden Mann" spielte der 25jährige Dreher Friwrich Horbat ans Staßfurt, der in zwei Ofienbacher Fabriken für 8000 Mk. LcHer gestohlen hatte. Er hat sich schon bei seiner Verhaftung :vie ein Wilder benommen, dafür aber wn der Frankfurter Strafkammer IVr Jahre Gefängnis wegen Widerstands gegen die Staatsge:valt erhalten. Bei der gestrigen Verhandlung simulierte er Geistesgestörtst und ivurde einstweilen in die Untersuchimgshaft zurückgeführt. Seine G'liebte, die 23- jährige bisher unbestrafte Fabrikarbeiterin Anna Marg. Gödde. war geständig, ebenfalls Leder gestohlen zu haben. Sie erhielt 5 Monate Gefängnis, die durch),.die Unters:, chungsl-aft verbüßt srnd. Usrivevsitäts-Nachrrchten. ]\ Marburg, 5. Nov. Von den rund 340 Studentftmen der hiesigen Universität hat sich ein großer Teil ai:f die Dchfiorderung des Kriegslninisterftlms hin zur Arbeit in.der Rüstungsüüxustrre zur Verfügung gestellt und zwar im Bereiche des 11. Armeekorps. Witterungsbericht. (Oefsentlicher Wetterdienst.) Wechselnd bewöllt, meist trocken, wärmer, in höheren Lagen ^rachtftostg-esahr. Letzte r7c,ctzrLehten^ Beratungen des Reichskanzlers mit Hindentzurg und Ludendorff. B e r l i n, 5. Nov. Der „Berl. Lok. Anz." schreibt : Dft K o n - serenz, die am Sounabend wtixx dem Vorsitz des neuen ReiW- kmrzlers, Grafen Hertling, im Reichsamt des Innern begonnen hatte, wurde >am gestrigen Sonntag forlgefttzt. L>je begann bereits in den Vvrmfttagsstunden .und bairerte n:tt einer Unterbrechung bis nachmittags nach o l /i> Uhr. Wieder, :m nahmen Gene- valfeldmarsch)«.ll von Hindenburg, General Ludendorsf die Herve:: ihrer Stäbe, eine Anzahl weiterer höherer Offiziere untz Mitglieder des auswärtigen Amts daran teil. Auch der Vizekanzler Dr. Helf ferich wohnte der Konferenz bei. Der neue RoichsKanzler, Graf Hertling. hat bereits seine Arbeitsräume im Reichskanzlerpalais lrezogen und dort längere Zeit gearbeitet. Ilnter' den Missichtsveichsüen Mümveni für die Ü^ac!:jolgescr-aN des Unterstaatssekvetärs in der Reichskanzlei vor: Gräveiütz werden, wie wir aus parlanrcntarischcn Kreisen hören, der Unterstaals- sekretär Göppert :l7Ü> der Mgeordnetc von Kardorff ge namtt. Gleich Herrn von Grävepitz, wir uns berichtet wird, Ijat der Chef der Presssabtrilüng in der Reichskanzlei, Landrat » on Braun, sein Amt zur Berfüg:»^ gestellt. Berlin, 5.9äov. Die „Boss. Ztg." sch:eü». Me wir cm Sonnabend bereits anbei,brteit, scheint man sich in de,: .Kreisen derneuen Reichsleftimg mit der Absicht zu trageir, den Posten d e -- Vizekanzlers, der- nach der Bewilligung des Helfferichsch?:: Abschiedsgesuches dürft) den Kaiser frei werden ivürde. nicht wiedL' zu besetzen. Was bedeutet Sol-schmuck angesichts dessen, was für das Vaterland auf dem Spiel steht. Die Gol-ankaufftelle tu den Raumen der Bezirksfparkaffe Gießen ist morgen von 2 bis 4 Uhr geöffnet! Gietzener Strafkammer. Gießen, den 2. November 1917. Der am 28. J!mri 1900 zu Ranzin geborene, wegen Tieb- Wfiä bereits zweimal vorbestrafte Hcmsblursche O. L. ist crngeklagt und geständig^ im Iüli L&. ZU Gießen au£> dem Lager der Firma Slmd7)einr, bei der er in Stellung war, 147 Säcke Und zwei Ballen Packttich im Gesamtwerte von ca. 150 Mk. entwendet zu hab.en. kDie gostotzlenen Sachen hat er an eine hiesige Althändlerin für zusammen 6,50 Mk. verkauft. Das Gericht billigte dran jugerrd- lichen Angeklagten mildernde Umstände Zu imd verurteilte ihn zu ^ 0 -Monaten Gefängnis. Die n. a. wegen Diebstahls vo-rbeftuafde E. F. Witwe von Wei- sewlQt ist an geklagt, am 22. September 1917 zu Büdingen einen! dem Besitzer des Hotels „Fürstenyof" gehörigen Damastüberzug, sowie zu .Ortender§ am 24. September der Wirtin Heinrich Graulich Ehefrau daselbst vier Bettbezüge, zwei Bettücher, eine Straußen^ sÄer und zwei Herrenhemden entwandet zu haben. Die Angeklagte hat zu den genannten Ztttisn in den fraglichen Wirtschaften übernachtet mrd dabei die angegebenen Sachen gestohlen. Endlich hat sie bei ihrer Einlieferung in das Mftlokal in Ortenberg sich unter dem falschen Namen „Elise Mhcno" in das Gefangenenbuch ein- tragen lassen und sich hierdurch der UrkundensLlsckmng schuldig gemach^ Da sich im Laufe der Verhandlung Zweifel an ihrer geistigen 'Zurechnungfcst^igkeit ergaben, wurde die Verhandlung ausgesetzt und der Stcmtsaiiwaltfchaft anheimgVgeden, die Angeklagte auf ihren Geisteszustand untersuchen zu lassen. Der Fuhrmann I. K. G. von Staden ist der fahrlässigen Tönung eines Menschen ,angeklagt. Am 9. Juli 1914 war der WÄH- Ibinder ^rirn^ibt von Büdesheim Mifammen mit denk inzwiscb-en ver- stordviren Händler H. von Seckbach! an der Kreisstraße Büdesheim— MÄ^r-Dorfelden nrit Kirschenpflücken beschäftigt, als das mit Mehl beladene Auhrwerk des AngeDagten die Stelle passierte. Das rechte Vorderrad des Fuhrwerjs erfaßte die auf der etwa 4 Meter breiten Fahrbahn der Straße stehende Leiter, auf welcher der Wnstbrnder >Lch.midt fn einer Höhe von 4—5 Meter stand und ^nit >chssckenpstückeu beschäftigt war, schlejifte und drehte sie 3—4 Meter wert fort, so daß Schmidt herunter und mitten auf dia Straße fiel. Schmidt erlitt schwere imune Verletzungen, an denen er einige Tage später starb. Auf Grund der Beweisaufnahme erachtet^ das Gericht den Angeklagten der ihm zur Last gelegten Straftat für überführt und verurteilte ihn zu zwei Mochten- Gefängnis . Das Schöffengericht Bad-Nauheim hat 3 junge Burschen von Ober-Mörlen m je 60 Aöcrrk Geldstjrafe verurteilt, well sie im Mai d.^. eine'Anzahl Isolatoren der elektrischen Ueberlandzenttale »durch Steinwürfe besch,ädigt und zerstört hüten. Ihre gegen das Urteil erngelcgten Berufungen Hatten Erfolg, denn sie erzielten in' der .heutigen Verhandlung ihre Freisprechung. Dem Händler Georg G. von Holzmühl ist unter der Anschul- drgung: 1. in mindestens 5 Fällen die Haussclchachlung von Schweinen vorgenommen zu haben, ohne die vorgeschricbene Erlaubnis des .Kreisamts einzuholen.- 2. Fleisch von den ohne Erlaub- nis geschlachteten Schweinen ohne Abgabe -von Fleischkarten an NerSoancher abgegeben und ohne G ao H uchp mg traS dem Bezirk des Kommunal Verbands auSgeführt m haben: 3. ge»oerbsm^ig Vichhand^ nämlich Handel mit Schweinen getrieben zu haben, ohne im Besitz einer Ausweiskarte des Birtzharrdelsverbmtdö der Provinz Oberhessen zu sein, ein Strafbefehl über 250, 250 und 100 ML, zusammen 600 Mk., zugegangen. Auf seinen hiergegen, erhobenen Einspruch wurde er vom Schöffengericht Herbstem wegen der Vergehen unter 1 und 3 zu 150 btzw. 50 Mk. Geldstrafe verurteilt, während er m Punkt 2 Freisprechung erzielte. Gegen das Urteil verfolgte die Staatsanwaltschaft Berufung, um auch eine Verurteilung bezüglich der Klage 2 btzw. eine Erhöhung der Strafen zu 1 und 3 herbeizuführen. Das Rechtsmittel hatte aber nur insofern Erfolg, als die Geldstrafe zu 1 auf 300 Mk. erhöht, wurde. Im übrigen wurde die Berufung Aurückgewiesen. Spielplan des Eichener Stadttheaters. Dienstag, den 6. November, abends 7y 2 Uhr: Bei gewöhnlichen Preisen (ermäßigt). „Der Herr Senator". Freitag, 9., abds. 7'Vo: Gew. Pr., (erm.). Zum GÄoenkeir an Schillers Geburtstag. „Die Braut von Messina". Sonntag, 11., nachm. 3i/ 2 : Gelv. Pr. (erm.). „Das Wmtermärchen". M>s. 7,Vs: Gew. Pr. (ernt.). Neuheit! „Die Königin der Spietplan der vereinigte» Zrcmifurter Stadttheater. Opernhaus. Mtontag, 5. Nov., abds. 7: „Undine". Dienstag, 6., abds. 7: „Der Troubadour'^ Mittwoch, 7„ abds. 7: „Die Rose von Stam- kul". Donnerstag, 8., aÄ>s. 7: Neu einstud. „Oosi Lau tutte (So Wachens Alle). Fveitag^ 9.: Geschlossen. Samstag, 10., abds. 7: „Rigoletto". Sonntag, 11., nachm. 3: „Das DreimcDerlhaus"^. Llbds. 7: „Hoffinanns ErzäWrnaen". SchausplelhauL. Montag, 5. Nov., abds. 7h 2 : ,^Jvhannisfeuett'. Dienstag, 6., abds. 7h 2 -: „David". Mittwoch, 7., abds. 7y 2 : „Der Zentaur". Donnestag, 8., abds. IVn ,^Jpihi,genie auf Tauris". Freitag, 9., abds. 7!r/2: „David". SämsLaa, 10., abds. 7 1 / 2 : „Der Zentaur". Sonntag, 11., nachm. 3y 2 : „LaLften". Abds. 7^/ 2 : „Der Blaufuchs". ___ Amtlicher Teil. Betr.: Aushebung von Luxuspferden. An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Grotzh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Mit dem Erlaß vom 22. Oktober 1917 hat das Kiiegsministe- rium die beschleunigte Aushebung sämtlicher zum Kriegsdienst geeigneter Luxuspferde angeordnet. (A.tö „Luxuspferde" im Sinne dieses Erlasses stick nicht cm- zusehen a) sämtliche Reit- und Zugpfecke, welche seitens ihrer Besitzer restlos zu Zwecken des Erwerbs- oder Betriebslebens verwendet werden, soweit dieses Erwerbs- oder Betriebsleben unmittelbar oder mittelbar den Zwecken! der Kriegswirtschaft dient; als Luxuspferde gelten also z. B. nicht Troschkenpferde im Rahmen des städtischen Bedürfnisses, Wohl aber die Pferde öffentlicher oder privater Reitinstitute. b) sämtliche Reit- und Zugpferde, welche zwar seitens ihrer Besitzer nicht oder nur in beschränktem Umfange zu Zwecken des Erwerbs- lcker Betriebslebens verwendet, dafür aber seitens der Kommunal Verwaltungen usw. in ihrer „Freizeit" derart zu Leistungen im Interesse der Allgemeinheit herangezogen werden, daß jedeBe Nutzung zu Luxuszwecken (z. B. Spazierfahrten, Theaterfahrten usw.) a u s g e s ch l 0 s s e n ist. Wir empfehlen Ihnen, bis zum 7. November X9^Z nach nachstehendem Muster eine Nachwersung sämtlicher danach für die Abhebung in Bettacht kommender Luxuspferde — ohne Rücksicht auf ihre Kriegsbrauchbarkeit — einzureichcn. Die Entscheidung darüber, inweweit im einzelnen Falle Pferde als Luxuspferde im Sinne dieser Verfügung anzusehen sind, ist also — selbstverständ- lickM Nachprüfung durch das Generalkommando Vorbehalten — in erster Linie Sache Ihers pflichtmäßigen Ermessens. Sie haben im Zstläifelsfalle Ihre Bedenken, ob die betreffenden Pferde unter den Begriff „Luxuspferde" fallen, in Spalte Bemerkungen zum Ausdruck nnb dabei gleichzeitig — unter genauer Darlegung der Gründe ■— zur Sprache zu bringen, falls i n g a n z besonders gearteten Einzelfällen Ihrer Ansicht nach eine einstweilige Zurückstellung einzelner — selbstverständlich in die Nachweisung aufzunehmender — Pferde, trotzdem dieselben nicht unter die Kategorien a oder b fallen, angezeigt erscheint. Das Generalkommando wird auf Grund dieser auf das sorgfältigste aufzustellenden Nadpreisungen entscheiden, - welche Pferde zunächst der betreffenden Aushebungs-Kommission vorzustellen sind. Auf Grund gesetzlicher bzw. kriegsmmisterieller Bestimmungen dürfen grundsätzlich nicht ausgehoben werden und sind daher auch in diese Nachweisung nicht aufzunehmen A. Allgemein: a) Pferde der Mitglieder der regierenden deutschen Familien, b) Pferde der Gesandtschaften ftemder Mächte und des Gesandtschaftspersonals, 0 ) Pferde der Beamten im Reichs- oder Staatsdienste, soweit sie zur Ausübung des Berufes der Genannten notwendig sind, zum Dienstgebräuche, sowie der Aerzte urrd Tierärzte, soweit 6) Pferde der Posthalter innerhalb derjenigen Zahl, welche von denselben zur Beförderung der Posten kontraktmäßig gehalten werden muß, fe) die unter 5 Iähre alten Pferde, d. h. alle Pferde, bei denen die letzten Fohlen er satz zähne noch nicht in Reibung getteten sirrd (im Zweifelsfalle sind die betteffenden Pferde unter entsprechender Erläuterung in Spalte „Bemerkungen" anfzu- nehmen). f) Stuten, die aus Remontedepots an Züchter zu ZucUzwecken abgegeben sind und noch der Kontrolle der Remontedepots unterliegen. B. Auf Antrag des Besitzers: Stuten, die nachweislich (Teckschein, Fohlen bei Fuß) Zuchtzwecken dienen. In einer besonderen Anlage zu der Nachweisung sind diejenigen Schul Pf erde, die zu Erwerbszwecken dienen, sowie Rennpferde (auch Traber) nachzuweisen, deren Freilassung von der Aushebung seitens der Besitzer ausdrücklich beantragt wird, weil der Friedenswert nachweislich völlig aus dem Rahmen der möglicher: Entschädigung (maximaler Friedenspreis Mk. 2000, vom Reiä^skauzler festgesetzter Zuschlag 75 Prozent, ^insgesamt höchstmögliche Entschädigung also 3500 Mark) herausfällt. Daß dieser Nachweis erbracht ist, muß für jedes derartige Pferd besonders bescheinigt werden. Gießen, den 31. Oktober 1917. Grotzherzogtiches Kreisamt Gießen, vr. U s i n g e r. Nachweisung der im Bereiche der Gemeinde . vorbcmdenen Luxusplerde Lfd. Nr. Des Besitzers Name Wohnort Alter des Pferdes Geeignet als N.")IZ."),sZ.'» Bemerkungen ') 3. i. Reitpferd: Zugs erd; schwer es Zugpferd. Auf dem Felde der Ehre fiel am 4. Oktober 1917 unser treues Mitglied ÜMefier H. Drescher Ehrendes Andenken! Turnverein Wißmar. Wißmar, den 3. November 1917. ..... Am 2. November verschied sanft unser lieber Nesse Georg Griesbach was wir Freunden und Bekannten hierdurch mitteilen. Karl Waltber, Marktaüfseher Ludwig Waltber, Oberbahnasststent. Gießen, den 5. November 1917. 8096 Die Beerdigung sindet Dienstag, vormittags 11 Uhr, vom Neuen Frt edhof aus statt. m Heute morgen 10 Uhr entschlief sanft nach längerem schweren Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater |jerr JsSinmirs JJaufdi II. im 82. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familien Pansch Familie H. Fung Familie H. Oßwald. Wieseck, den 4. November 1917. Die Beerdigung findet Dienstag den 6. Nov., nachm. 2 Uhr vom Sterbehaus, Gießener Straße 55, aus statt. ö0! '* Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvaters Bruder und Onkel Herr Justus Brnnkr im Alter von 62 Jahren nach schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: I. d. N.: Elisabeth Benner geb. Röder nebst Kindern. Gießen tDaminstr 48), Freibnrg i. B., Karlsruhe, den 3. November 1917. Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittags um 3»/- Uhr vom Neuen Friedhof aus statt. 06905 Allen Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß meine liebe Frau, unsere unvergeßliche Mutter, unsere gute Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Iran Jettchrn Lion geb. Hainebach heute sanft entschlafen ist. Sic trauernden Hinterbliebenen. Nord eck, 3. November 1917. 80a5 Die Beerdigung findet Dienstag nachm. 2 Uhr statt. Lohle»- lütofsöbgttöe. Die hiesigen Eisenbahnbediensteten, die noch keine 5!ohlen erhalten haben, können von» nächsten Dienstaa idem 6., ab am Lagerplatz Oberlicssifcher Bahnhof je 4 Zentner Dtetukohlen bei gleichzeitiger Abnahnie von mindestens 2 Zentner Koks unter Anrechnung auf den .^ohlenbezugfchein erhalten. Wer bereits Koks empfanacn hak. erhält die 4 Zentner Kohlen ohne Hinzunahme von Koks. Vorausbezahlung beim BereinLkassierer, Ltebig- Urane 23. Lebensmittelkarten-Abschnitte Nr. 1 «Kaffee - Ersatz), Nr. 2 l.Kunsthonig», Nr. 3 lZwiebeln), sowie Seifen- und Petrolenmkarten bitten wir sofort in den Verteilungsstellcn abzugeben. Gießen, den 3. November 1917. 8084 Eisettbahn-5ronsumverertt. Lichtspielhaus - Bahnhofstraße 34. Erstklassige Kflnstlerkapelle. -M> Heute m 1 letzter Tag 45 der Sündenkette. Horfen Dienstag IraafTUhrnng: !m Hause des Kommerzienrats Vornehmes Gesellschaftsdrama in 5 Akten. * Nach dem gleichnam gen berühmten Roman von E. Tlarlitt. J. d. H. Edith Heller, ein neuer Kinostern für Gießen Außerdem: Ein Unteroffizier und 2 Mann Lustige Militärhumoreske in 2 Akten. 8094 a SB»- Sofort '<33 Burschr oder Frau nun AuStragen gesucht. ?erdsr'sed« 3taiv.-8athh Uhr, im Hotel Pfälzer Hof, Zimmer 1, 1. wr ZahnebisRt. 2.—, OUIjlC f. Platina trr M. 7.60. l'rnn lin tslh ans Berlin. Gut erhaltener Puppen wagen zu kaufen gesucht. 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Nov. 1917, abends 7'/« Ubr, v. Bienstags-Abonnement* VoTR'e'lnng „ v Gewöbnl. Preiietermaßigt) Ser Herr Senator Lustspiel in 3 Akten van Schönihan u. Kadekbnr»