St. 260 Erscheint »-ltzch nrtt Svett« der Tonntag-ä. '67. Jahrgang «eiligen: ..chi»tze«er Kl«MenblStter" rmd .^Lrelsblatt für de, Kreis Siehe,". poffscheSkOfttO: 5e,^f,rt «« Mai, 8e. \\m. Nsnkverfehr: Se»ervevwirte, die um Befassung» ihrer Gefangenen bitten und vft ihre Söhne im Feld vierlvren haben, nicht der W^ürde eines deut-f scheu Staatsbürgers entspräche. f Bei der Beratung einer Vorstellung des Kauftnanns Lldam Engel in Nieder-Ingelheim, Rückzahlung ungereckztfertigter' Strafe betreffend, stellt Abg. Ko r e l l-Ingelheim fest, daß der Ausschuß zwar iaus forinalan Gründen dies Gesuch ablehnen mußte, aber QU5drücklick> feine lleberzeuguug dcllM aussprach, daßi der Gesuch- Mer zu Unrecht wegen Ueberschreitung des Höchstpreises verurteilt worden sei. / » Bei der Beratmrg verschiedener Anträge über Weinpreise gibt '?lby. Calmvn (natl.) seiner Gemrgtmmg Ausdruck, daß sich das Reich auf den Standpunkt der hessischen Konferenz stellte und keine HöckLtpreise für Wein festgesetzt Hab«. Abg. ttlrich (Soz.) bemängelt, daß beim Wem keine Höchstpoeise festgesetzt wurden. Jetzt seien die Preise ^erschwinglich. Auch dem kleinen Weinbauer und dem Handel werden diese überhohen Preise nicht zum Degen gereickmr. 2lbg. hwrell-Jngelheim .(fortschr.) führt aus, daß die hessische WernLonferenz die Gefahren der übermäßig lwhen Preise nicht verkannt habe, aber aus praktischen Gründen sei.man zinst Ablehnung von Höchstpreisen gdbommen, weil man nach ernstlicher Prüfung zur Erkenntnis der Unmöglichkeit einer öffentlichen Be- nckrtsckxrftung des Weines gelangt sei. Auch Mg. Schott (null.) spricht sich gegen die Dürchführbastkeit von Weinhöchstpreisen aus. Man hatte die Herstellung von Trestenveineu unter .Festsetzung von Höchstpreisen gestatten sollen. Abg. Ulrich (Soz.) hält trotz der Vorredner eine öffentliche Bewirtschaftung des Weines durch die Winzergenoffensckaften für nröglrch. (Lebhafter Widerspruch bei den rheinhessischen Abgeordneten.) Auch ?lbg. Cal man (natl.'i betont, daß es der hessischen Konferenz nicht an .gutem Willen gefehlt habe. Auch die Ber- Uftancher waren auf der Konferenz, aber niemand hat sich für die Öffentliche Bewirtsckxrftung ausgespwck)en, nur Höchstpreise wurden erwogen und abgelehnt. Es spricht noch Abg. Ko rell-Ingelheim, der gegen den Abg. Ulrich polemisiert, der noch einmal erwidert. Präsident Köhler macht darauf aufmerksam, daß der Ausschuß beantrage, die beiden vorliegenden Anträge für erledigt zu erklären, es erübrige sich also, in eine lebhafte Debatte einzutreten.I Nach einer kurzen Richtigstellring des Ministers des Innern wird die Debatte geschlossen. Sämtliche Prmkte der Tagesordnung, über die abgestimmt wird, werderc nach den Vorschlägen der Ausschüsse erledigt. Die Abstimmungen haben rein formale Bedeutung, da die Gegenstände ;i B. Verwertung der keimenden Bucheckern) längst ihre Erledigung gefunden haben. ^ ^ Schluß der Sitzung un! 121/4 Uhr. Nächste Sitzung M!ttlvvch 10 Uhr mit gleicher Tagesordnung. _ Airs Stsrdt «md E'anS. Gießen, den 24.Oktober 1917. ** Sammelt Ebereschenbeeren. Es verdient in weiterer! Kreisen verbreitet zu loerden, daß die roten Ebereschenbeeren em twcWrchchs Futter für Hausbühner und Fasanen sind. Zu oem Ztoeck pflückt man die reifen Beeren und trocknet sie möglichst ans lufttgen Böden. Ein Dörren im Backofen ist nicht notwendig, da enr Paulen der Beeren so leiclst nicht eintritt. Zentralverein für Errichtung billiger Wohnungen. Der Vorstand lstelt am 10. d7 M. unter dem Vorsitze Sr. Erzelleuz des Frei Herrn von Hehl TU Herrnsheim eine Vorstandssitzung ab. In dem von dem Generalsekretär erstatteten Tätigkeitsbericht wurde u. a. mitgeteilt, daß die Reichs Versicherungsanstalt für Angestellte in eutgogenkommender Weise zugesagt hat, ihre Gelder dem Klein- wohnurvgsbau M günstigen Bedingungen zur Verfügung zu stellen. Aus die Eingabe betreffend Befreiung der Kriegsbcfch'i- digten und Kriegenoitwen, von der Zahluaug von Stempel und Gerichtsgebühren beim Ankauf einer Heimstätte hat die Re- grencng eine zusagende Antwort erteilt. Ter Ausschuß zur gemeinnützige!! Beschaffung, vo-n Möbeln hat bereits eine ilmfangreiche Tätig'keit aufgeumnmen. Der von den: Vorsitzenden in der Kammer gestellte Antrag, betreffend Bürg- särastsübernahme des Staates ffir zweite Htzwll-eken, ist von den! Vorstande in einer eingehend begründeten Eingabe unter)tützt ivorden. Tie von dem Verein gegründete Siedlu'ngs- gesellschast hat bereits ein Kapital von 200 000 Mark an Dtamnt- antellen zu verzeichnen. Weitere Beitritte stehen in Aussicht, namentlich firib solche noch von mehreren größeren Arbeitgebern zu erwarten, die ihrer Verpflichtung zur Erbauung von.Wo>huungen für ihre Mbeiter und Angestellten dadurch gerecht werden wollen, daß sie der Gesellschaft die Erbauurg der Häuser uach besonderer llebereinLunft übertragen und MU diesem Zwecke einen größeren Stammanteil zeickmen. Die Gesellschaft wird außerdem Heimstätten ^richten für kiiiderreiche Familien, für Kriegsbeschädigte, sonstige Kriegsteilwehnier und für Kriegerwitüien. Tie Landes Versicherungsanstalt hat der Gesellschaft ihre Gelder als ^Darlehen zugesagt. Die Verhandllmgen niit dem Krarcketikaffenverband hatteii das (Ngebnis, daß mehrere Kraiikenkafsen Gelder als Darlehen in ansehnlickwr Höhe zur Verfügung stellen wolleii. Tie KrrckiQtverwaltuingeii l-ablen bei deli ntit ihnön angeknüpsteu Verhandlungeu wegen Bereitstellung Viva Geldmitteln cmd Grundstücken großes Entgegenkommen gezeigt, sie haben zugesagt, überall da, wo ihre Mtwirkung in der einen oder anderen Richtung möglich ist, die gemeinnützige Bautätigkeit nach Kräften zu unterstützen. Das von dem .Siä>lnngs- ausschu-ßdes^Vereins herausgegckbene Merkblatt ist bisher in !nehr als 12 (a) 0 Stücken verteilt worden. Es bezweckt die Belehrung der KriegsbesäMigiben. >wnd Driegerwittoen 'über die bei Ankauf eurer Heimstätte -zju beobackftendesi Fragen. Das Merkblatt hat, wie Zuschriften betveisen, schon oftmals seinen Zweck erfüllt. Die Ber^atcmg von Kriegsbeschädigten und Kriegsonätwan, die sich ein Eigeuhein! erwerben wollan, hat bereits großetr Umfang genon!man. Die Bestrebungen zur Grün'cmug vorn Bauvervineu haben inzwischen weitere Fortsckvtttte gemacht, ßn der Stadt Mainz ist unter Lcittmg der S^tadtverwaltung emc große Baugesellschaft gegründet lvorden. Für den L^^^?vei^^ Msainz hat der .Kreisiaüsschuß die Ausnahme des Klemwohnuttgsbau-es beschlossen. In. mehreren anderen Gnneinden sheht die Gründung gemeinnütziger Bäu genossen- schäften bevor. Mit der demnächst stattfindenden Hauptversammlung des Vei-eius soll eure AusstÄlung mustergültiger Entwürfe >für KlemwolMmgen Verbünden nrerden. Tie Wohnungssürsorge für kinderreick)« Familien soll, wie dies auch in anderen Bundesstaaten geschehen ist, vmn Verein Nrefter bettieben werden in der.Richtmrg', die Mittel auszu'bringen, um diesen Familien die.BeirutziLUg einer ausreichenden Wohnung zür ermöglich«!. ** Ortsgruppe Gießen der Deutschen Bater- landspartei. Melwsack>en Änftagen zufolge stz hierdurch mitgeteilt, daß sich der Vorstand der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Vaterlandspartei aus folgenden 6 Herren zusammenfetzt: Kaufmann Böller, Amtsgerichtsrat Gros, Geh Hofrat Prof. Haupt, Ulaufmann Stadtverordneter Kr u m m, Prof. Dr. Opitz, Fabrikant R i n n. Anschriften in Sachen der Vaterländischen Partei werden an Herrn Böller, F-ankstirter Straße 58, erbeten. Landkreis Gießen. ** H a t t e n r 0 d, 24. Okt. Ter Gefteite Weimer erhielt das Eiserne 'Kreuz 2 Klasse. Tie Hessische Tapferkeitsmedaille ist bereits in seinem Besitz ** H olzh-eim, 24. Ott. Füsilier Wilhelm Laux wurde mtt dem Gfferneu Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Kreis Büdingen. # Blofeld, 24. Ott. Die Hessisch« Tapferkeitsmedaille erhielt der Fahrer Mbrech,t Schultheis. stz Echzell, 24. Ott. Das Eiserne Kreuz, kurz vorher die Hessische Tapferkeitsmedaille, erhielt der Wiehrmann Will). B au er. Leid hecken, 24. Okt. Zum VizewEm erster befördert ivurde der Unteroffizier Adolf R h e i n fu r t h, Sohn des Pfarrers Rheinfurth. # Mittel g ründau, 24. Okt. Fürs Baterbrnd starb der Gesrefte Jean D a u t h. stz Nidda, 24. Okt. 2hus dem Schuldienst schied Fräulein Julie C e l l a r i u s von der höheren Bürgerschule, da - sie ihre! Studien an der Frankfurter Universität forffetzen will. An ihre Stelle kam die Lehramtsreserendarin Frchckein Paula Geißler von der höheren Mädch>enschule in Mainz. — Das Ritterkreuz 1. Kläffe des Sternes von Brabant erhielt der Kommerzienrat C lioo s aus.Anlaß seiner 25jährigen Zugehörigkeit zum Vorstande der hiesigen Bezirks)partasse. Kreis Schotten. e. Schotten, 23. Okt. Nack)dem die freireligiöse Gemeinde in O b e r - I n g e l h e i m den im Lehrerheim weilenden h e i matloscn Urlaubern vor einiger Zeit durch eine Sendung Weinttauben eine große Freude bereitete, hat sie jetzt die Soldaten wiederum mit einer reick-en Gabe von Aepfeln und Birnen bedacht. Kreis Frledberg. 44 V ruch e n b r ü cken, 24. Okt. DaS Erf-^rne Kreuz, frHler die Hessisch« Tapferkeitsmedaille, erhielt der Muskett er Karl Michel. SLarkcnburg und Rhrinhesfen. I. Darm st ad t, 24. Okt. Wegen TreibriemendrebstLhlen in den Gust'a vsbur g er Werken wurde der dort beschäftigte Arbiter Anton Wenzel, 37 Jahre alt, bisher unbestraft, zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. — Wegen Anstiftung zum Diebstahl und gewerbsmäßiger Hehlerei erhielt der 58jährige, als Hehler bereits schwer vorb!esttafte Händler Siegm Loeb in Offenbach 3Vs Fahre Zuchthaus. Er hat einen jrmgen Arbeiter veranlaßt, aus der Kramersck>en Fabrik in Offenbach Futterstoffe im W!erte von 800 Mk. zu stehlen. Der Dieb erhielt 3 Monate Gefängnis. ** Offenba ch a. M., 23. Ott. Am Samstag imb Sonntag den 20. intb 21. Oktober 1017 fand im großen Saale des Frank- ftrrter Hofs in Mainz unter dem Vorsitze des Herrn Ncumaun- Offenbach! die diesjährige Tagung des Hess. Krankenkassenverbandcs statt, die gleichzeitig auck)> als Festversammlmrg aus Anlaß boJ 25jährigen Bestehens gefeiert wurde. Sie war außerordenlljch zahlreich besucht, und ihre Verhandlungen bewiesen, wie nottvendig eine devarttge Tagnnsg süjr die Krankenkassen auch während der Kriegs- zeit mit allen für sie auftauchmden Fragen und Aussprachen ist. Als Ort für die nächste ordentliche Versanrmllmg wurde Ofsenbach bestimmt. ---- O f feu ba ch>, 24. Ott. In einen! hiesigen (Geschäft stürzte die Mütter des Pfarrers Schmitt aus Nieder-Roden durch einen unglücklichen Zufall in einen tiefen Keller. Sie erlitt bei dem Sturz so schwere Berletzimgch!, daß sie nach kurzer Zeit im Krankenhause verstarb. Kreis Wetzlar. W.A. Wetzlar, 24. Ott. Die Jubelfeier der Reformation hat hier in W>etzliar am verflossenen Sonntag mit einer Feier in der Hvspitalkirche ihren .Anfang genominen. Eine zahlreiche Gcki meinde folgte der gedankenreickien Predigt Professor Dr. Born- hläuftrs aus Marburg mit großer Aufnierkiantkeit. — Dem Postt boten Karl.Groß! ans Werdvrf ist aus Anlaß der Festnähme von entwichjenen Kriegsgeflängenen eine Geldbelöhinung von 10 Mark vom stellv. Generalkommando zuerkanrtt worden. Zahresversammlung de§ Gberhesstjchen Vereins für die vsseler Mission. tt. Gieren, 24. Öfterer 1917. Im Saale der Marknsgemeind-e fand gestern ncuhmittag die diesjährige Jahresversammlung des Vereins statt. Sie wurde vom Vorsitzenden, Dekan Gnßm ann-Kirchberg, mit Verlesn-ng des 10. Kapitels des MarttlSevangeLittms und einer kurzen Begrüßungsansprache, die ans die schwierige Lage der Mission himvies, eröffnet. Der von dem Vorsitzenden erstattete Jahresbericht siihrte dies noch weiter aus, indem er von der Forderung der englischen Regierung berichtete, die von der Baseler Mrssion die Lostrennmrg von jeder Verbindung mit deuis chen' Mrss io ns freunden verlangte, wenn Basel in englischen Kolonien arbeiten wolle. Ueber die Kassenverhältnisse des Vereins kon-nte der Rechner, Pfarrer Vogel-Reichelsheim, trotz der Kriegszeit nur Günstiges berichten. Darauf gab Missionsinspektvr Dr. Frohn- meher-Basel über den Stand der Baseler Mission Ausschluß. Der Krieg hat enorme Missionswerte, äußere Und innere, gründlich zerstört. Von -der jetzigen Arbett der Schweizer Missionare weiß man fast nichts, da ihre Berichte sehr spärlich einlaufen, nachdem sie die englische Zensur durchlauseu Haben. Von den deutschen Vttssionsbrüoern sind noch 25 in Indien interniert, die unter schwerern selischen Druck leben. Die Leitung der indischen Mission Uttd der der Goldküste ist dem reing chweize ri schen Miss io ns verein in Basel anverttant. Ob diese Leitung von England anerkannt wird, ist zroeifelbaft. In China wird die Mission nicht belästigt, aber amtliche Nachrichten sind seit Kriegsbeainn ru>ch nicht eingetroffen. In Kamerun sind die Gmneinoen Vvll- kominen "führerlos, nachdem! auch noch der letzte Baseler Missionar Rohde ansgewiesen worden ist. Auf der Golo- küste besteht das Mssionswerk vorerst noch weiter, wird aber auch von England sciMer bedrückt. Trotz der vielen Schatten, die auf dän Missionsfeld liegen, gibt es aber auch noch viele lichte Prmtte, die uns zeigen, daß das Christen- tnm in unzähligen .Heiderrchristen festen Fuß gefaßt hat, und die Arbeit der Mission mit Gottes Hilfe, 'wenn auch in kleinem Maßstab, doch weitergeht. e weite Verbreitung verdankt die Wotan „G“ Lampe dem angehenden weißen Licht und ihrem sparsamen Stromverbrauch. Man verlange ausdrücklich Wotan „G“.