OL 245 Zweit« Blatt Erscheint tS-ttch mü Abnahme de» Sonntag». l-7. Jahrgang vaUaqe«: „Gietze^r ZamMendiittter- und „Lreisdlatt fLr den «reis Kietzen". PMch«N»n1o: Zranssntt am Main «r. \\m. Bantverkehr: AewerVebank Kietzen. Eichener . lnzeiger Gemral-Anzerger für Gberhejjen Donnerstag. \ 8 . Oktober W ZwtlltngSrunddruck und Verlag - B r ü hl'fche Unioersttät»-Buch-u.Stetndriiat. im Lcrusie dieses Jahres keine weiteren. Langfristigen. An leihenr in den Diorverlmndsstaaten Mshanidekommen, so werden Ende 1917 nur einige 20 Proy. KriegSkosten langfristig gedeckt sein. Ende Juli betruigen die schweberideir OdjuPbTn der (Ln tonte bereits 144 Milliarden Mark (59 Pvoz. der Kriegskosten), davon waren nicht weniger wie 44 Milliarden Mark (18 Protz.) Noten und Papiergeld. Heute, Anfang Oktober, hat sich die Schuld bereits ans mindc^stens 170 Milliarden Mark erhöht und wird Ende tos Jahres voraussichtlich aus 200 Milliarden Mark angoivaclFerl sein. Welche 'Aufgabe, diese Snfmmo hinterher ztu konsolidieren? Natürlich hat auch die Golddeckung in den '7Loterüianken werter abgendmmen. Sie ist seit Ende Dezemtor 1916 in Arcnrkveich von 20 mcf 15,3 Pvvz. (4. Oktober), in Nußland rum 17 aus 7,7 Protz. (5. Oktoluw), in Italien ton 23 auf 18 Pvoz. (Ende Juni) gefunken. Bon besonderem Interesse ist die starke Annahme der Herantzchehung des Auslandes tzUr Deckung der Miegs- kosten. Ende Juni 1917 maclOen die Urrslandslrule^Mr bereits: 15 bis 16 Protz, bar gesamten .Kriegskosten oes Brerverbandes ans. In den kommenden Monaten muß das Ausland den Alliierten sticht tveniger- wie 30 Protz, tor Oriegskosten in der einen toer anderen Form Urr Bersügnng stcklen. Namentlich wird die engllsche .Kriegsftnanzimmug MMver mehr tonr Auslmrd, vor allen: ton den Bereinigten Maaten, abhLnrgig- Aus eigener Kapitalkrast kann Engtand harte nur noch einige 50 bis 60 Protz., Frankreich unr noch di« HÄfte, Jtalierr nur iwch einige 40 Protz., Rußland sogar rmr noch einige 20 Protz, seiner Kriegs kosten decken. Alles andere muß das Ausland nnd — die stdoteirprefse beschaffen, welch letztere in Rußland heute bereits über M Protz., in Jtcllien fast 30 Protz., in Frankreich fast 20 Ppotz. dar Krir^kosten decken: hilft. Der Zuschuß der ^bereinigten Staate:: deckt mit rund 2 Milliarden Mark pro Monat ton insgesamt 11 bis 12 Milliarden Mark ^Mmatskostei: irmnerhi:: nur wenig mehr als den 6. Teil derselbe::, kann also auf die Dauer den finanziellen Zu.sanrmanLrn.ch der E::tente iriclst ans hallen. Die Reden der ^feindlichen Finanzchefs lauten tornt auch rmmer sorgenvoller, die drol-ei^e :virtsci)-aftlicj-c Abhängigkeit ton Amerika bedrückt namentlich die .Kontinental- machte schwer. Wir :rns :nuß die N>:ch der ^iwohabwillmg .(triogsanchclZisses für Ersatchrttec geHm: zabl- recche^ 'tlntl'chu em,',einer Tier Haller mp Ziüveisnirg c*de:' F-rnaabe von Hs>: und Ltwh eu:. We dercrrchnw oiesnck^e sind zivcMos Zur Versorgung der kriegÄv-lltschaftlüh tvülsti.nm Tiere in den gröjxevtTn Städten imd Jnidustriebe.fttt)eii u&£> den als M'darss- gebretön an>erkcumton Kröcsen Rcnchfutter übKwic-saic. Tu Zwoeisnng muß crulf solch- Gebiete beschränkt bliel'en, in denen eine frein handrge Einbrlimg aus lu-fonderei: Gründe,^ UMnöglich ist. Die Anträge auf Zavveisnwg smd voic den Mständch'n nnteren Benval- tmriMcharden md) der erlassenen nähere: Bestimiwmgen w ltell'.ni. An die Tierhaller :vird das Futter durch die Orts- bchortde (Magistrat, 6>enreindevor1äuch> adm^ebeu. Die i*m den Lreserimgsverbäiidn: auf 6ä'und des tz 8 der Beontmnng lern 12 d. I- über de:: Betkelir iUiit Heu aus der Ernte 1917 und des r -iäJ®'* 2 ^ er Bevordmmg über den Bervehr mit Stroh wrd Haäsel von: 2. August d. I . etwa mmeordneten Berkehr^'eschä::- llmgen, msbes-oudw Msfichrverbote, urüssen spätestens an: 1. Fsbruur 1918 anßullvbeis. loerden. ** Ab sah von Obsttrestern. Obsttrester smd sotoohl m trüchem, lvie in getrockiretem Zirstwvd als Futtermittel auziir- sehen sie mrterlie.ie,: alllgemen, bm Besbiiitnnrngeu der Benownnng über Futlernrittel vorn 5. Oktober 1916 m-rdeu. Wer- Obsitvesiler v^äußer:: wül, hat sie an die BeMisvereüngnng der derUp'.^u Larchwirte abyruliefer::. Diese hat den .KriogsauSschutz für Ersatzfntter in Berlin W. 62, Ku:n-Ünstenshr. 103, 'mit dem Anfi kmtf der Trester boruftragt. Dn- Krchgsvusschuß hat in alle:, Be. zinken, m denen Obsttvein gekeltert wird unS) Obsttrester tn grosserem Umfang anfatten, ?linskänser beftefftt. /Sie werden Trester von eiMr-audfreier Beichrssenhett abnelmven. Eiin Teil der Trester MregsaussclM.ß für Kaffee, .Tee ,md deren Ersahnnttel MmS BercrA^eikung zn einem Kn sft-«-Drso Knittel überwiesen tver- den. Knv d*enbrüh aus z-ug Der Kriogsausschtß für pftarctzlrche n-nb tierisch- Ode Uno Fette wird währeird d<»S Oktober große ^dengen von KiwchenbrühauStzng, der als Zusatz Au Suppen, Timktzn und Gtenrüse verwendet werden kann, dem freien Verkehr übergeben. Der Verkaufspreis de« inländischen KiwchmbrShmrStz,,^ an de:: Bcwbrainc1>er ist auf 3 Mark für d-crs KÄo, des genrifchten dänischen Ans- McS auf 5,80 Mark für tos Kilo festgesetzt.» Bei Abgabe rn kleineren Packungen ist ein Anffchlag fiir die ^Vriiarhum mit 50 btzw 70 Pf. tzUlässig. Landkreis Gießen. ** Bel t ers ha i n , 18. Okt. W!egc^: tapferen Verhaltens vor dem Feinde :m:rden der Milrsketi^ Karl Petri sowie der Füsilier Karl .Krug, di« bech- sä^on im Frühjahr d. I. das Eiferm Kven- erhielt-eu, nun cmd'\ mit der HessisäMi TapserkeitsMcdaÜle aü^sgez'eichu't. ll. Londorf, 17. Okt. Gesten: such unsere Sonuuerkinder aits WesllaLen wü-dr-r :mch ihrer 5>ümät adgereist. Die Pflegeelterw /mb Schulkanitenmxm begleiten fftc an ton Bahnhof. Tränen de- Abschieds flössen toi den Kinhern und Erioachnien, ein Znch:^ Ikrsür, daß sict-l Psle.verlteim mb Megiekinder nur ungern trennten.' Ein J-umge loird sogar ül^er Mnter hierblätou. Daß der Land- äufenthlalt dm- .Kinder fernen Zweck erreicb.t l)at, konnte der Ihm nrteiTejt, der dir Sfönfocr bä Dcer Mikmrft u:ü> gestcülr bei ihrer, ^lhreise gesellen hat. Da auä- das Betrage:: der .Wwer volle Zufrietnncheit g<-fundm tot, ist z-u ,-rwarte::, daß sich im nächdu: Jallikre :wch mehr Türen für loesMilische Sourinlerkintor öfsire::. r. Weiters ha in, 17. Okt. Anr letzten Somrtag gtond sprach lvier Lc-Hrer Jäköl, ron Ober-Bessingen über „Teritschland im 4. Kriegsjahre". Ter Vortragende zeigte interesslritte Lichtbilder von der Front nnd der Tätigkeit der Heiinarinee. ^Besondi-rrs Interesse weckten die Bilder ans den K.rrpalhl-n. Mt grösster Aufmerksamkeit folgte man ton 2stü:rd:gen Anssührungen des Redners. Lehrer Jnderthal stattete ihm den Tank der Zuhörer ab. - Zur 7. Kriegsanleihe z-eiä/mte die hiesige Schule 4100 Mk. und über- tras mit dieser Summe das Ergebnis der 6. Anleihe. Tie Schul- kiiwer hatten durch fleißiges Sanrmeln von Himbeere und Bronr- beeMätterir ansehnliche Beträge zarsaminengebracht. Das Saninicl- ergc-bu is an getrockneten Tee blättern stellt sich mtf über 1.2 Zcm tn er. KreiS Büdingen. n. Eckar tsh aiisen , 17. Okt. Der Fahrer Heinrich W'ü rz von hier erhielt tos Eiserne Krniz- 2. .iklasse. — Tie ca. 200 F-e- ricnkindcr ans der Stadl Haspe bei Hagen in Wlestfalen, die seit Mitte Mai im K'reise Büdingen untergckbracht loaren, haben uns mm verlassen. Sie wurde 1 : mit Extratzng abgeholk. Der Llbschied ist den meisten Kinder'::, ebenso wie vielen Pslegeeltern, recht sätwer gefallen. — Biele Schulen mrsereS 5kreises haben immer noch nicht :mch den: Ablauf der Fernm nrrt tonn Uitlerciclrt beginnen können, da eS noch an Heiziingsmaterial fehlt. So sehr die Schnlkriwer mit diese:: Umständen einversta:ü>en sind, so sehr juib diese doch im Interesse eines geregelten lttw'rriästs nick des Beo- toltens der Kinder -fu tobaneni, znmal da dieselben jetzt sin Felde Nnmiger beschäftigt sind, als es seither der Fall war. Hitzkirchen, 17. Okt. Im Fürstlicton uick Gräflichen 6stsamtaoclnv tzu Büdirrgen Mrrde eine P e r ga in e n t ' U r T u ici>e als Umschlag eines In traben verzeichlisses (rusgesnntolr, die bis- 1 >ct nntokwmte Mitteilungen ans der st^ictstchte to-r hiesigen Nirck,' briilgt imd ungleich Eh versckM-dene JrttünNer ftütorer Foftch-r benchitigt. Die Urkunde ist ein von: 6. ^IttnunNtor 1504 totunti-si Patent ldraf Ludloig II. ton Bs«ntoirg-Bildiuge^: für <-nre:i mit 'Samnckkunge,: ftir den Wieto'ransl'an to-r Kirch- delrm:ten 'twlen. Sie stellt fest, daß das GotteShMis nnchl den:> hl. Gairgols, wie bisher angenmnmen nnirde, sondern der (tosttt-snw:tter Märra inrd später sack's änderten Heiligen genviht :oar: fmrer wird festgesteltt, daß der Clwr erst den: 21egi:ri: des 16. Jahrhundert und nickst dem 14. Jahrhundert eittslamnit. Endlich loird tonck^ die tlrknnbe bewiesen, daß der Tnrmmlfban nicht erst im 17. Jahrlmntort n:t- stand, sondern gleich-z-eitig :nit dem torinnt erioätolten Etor auf- gefichrt wnrto-. I'nteresscrnt ist auch! die Mitteilung, daß ton swmn:en ^Gebern für de:: KirckMranftumi erhebliche kirchliche Bor» teile in Muss ich gestellt wurden. Kreis Schotten 8. Burkhards, 17. Okt. Gestern faick inr Saale voi: Haines eine von ton: Ortsgeistttchen nnd dein Lehrer cintornsene totere ländisiche ^rsamntlnng statt. Im Mttelpnnkt stand ein Bortrig über die gegeinoärttge Lag»- nnd die >70nsgaben des tontschni BmoerSnunrnes bei der Zeichuing der Kriegsanleihe 6>edickütor- träge der Sck'^ckkiiirto'r und der Gesangs von mckerlgndpcton Liedern nmrcckilmte:: dre Feier. Starkenburg und Ntjcinhessen. ** Offen bach, 18. Okt. Biizaadmival Erhard Sctoudt. tor den Angriss lunscrer See streit kraft e gegen Oesel leitete, ist ein Soln: der Sttckt Osstubast, a. Mt Er trat 1879 in die Marine ein, in tvelichier er eine Mihe tob er .üvnmtartdo sielten tokl ei tote.^ Er wirkte wiederholt als Lehrm an de:: Mrrtt:o"Bstdm:gsanstatten und war vor striegsansbrnck'! Konrmandant Säiilaästschffes' „Hessen". Kreis Wetzlar. W. A. Metzlar, 17. Okt. Den nackchenannten ?lngel/örigm der Bnderussümt Eisenwerle ist tos Berdienslllenz für .g'riegslnlse verliehen wvrde.n: Ingenieur Frtt^ (tolbing, Mttüar, Ingenieur Felix Wolfram, Webstar, Ättnitageineistm Frioor. Sckwnmel. W.» Niedergirmes, .Vorarbeiter- Tlievd. Sckinndt, lOeton-shanseit, licminer Hcürr. Zimnierinamr, Niedershausen. Hessen-Nassau. G A. Frankfurt a.M., 17. Okt. Inr Hanptbahnhof w:rrde heitte nrorrnm «ein Herr, der sich M Dr. p|f)il P «rnsgab, tobei ertappt, als er eton ein Efchcsteck in ton Rocktasche:: ver^ schwinde!:: lies;!. .Mvf tor Polizei:vaä;e iergab sich, daß er aubeadnu Tveseichn, Läffet, .Weingläser usw. cu,S den: Balnstwfrestanrant gestdlsten haw. Er wurde fespniwiniueii. * Frankfurt a.M., 17. Oft. O^estein liachinittag tonen 4 Uchr wurde ein Flieger unbekannte:- Natioimlität in tor llttchnng, ans Jft:nksnrt gemeldet. Die Stadt :m::de torrck-, Sigiralraketeni alarmiert. Die Fliegr-rabltol-rgeschütze branchten nickst nr Tütrgkeit z,u traten. pässtrählend Weiße Licht »unft uns rviffcnschafft. — Stanislaus Cauer (ju seinem 50 Geburtstage, 18. Oktober,. Die Familie Eanm lyrt tor deutschen Kunst eine An.;alst trefflicher Bildhauer geschert kt: es lebt alte, sorgsam gepflegte kü nst lerische Ueberli^serung in ilyr fort. In ihr wuchs auch Stanislaus Cauer auf, der zu Ktreuzrrach das Licht der Wjelt erblickt und dmt. die Schule besucht hat, aber schon in: Alter von 14 Jcrt>ren, 1882, mit seinen: Barer, ton: Bildhmier Robert Eauer, lurck: tliom ging. Dort arbeitete er in der Wstrfitatt des Vaters, die ihm zur Aka demie tmtrto; er lernte die Kunst, loie man M sagen pflegt, von der Pike auf und bemächtigte sich sttihz<üttg der Marnwvarbeit, deren Bemeisterung ihn: später vielfach zugute gekommen ist. StainÄans 'Cauers Begabung entfaltete sich frül-zeitig und glücklich: schon mit 17 Jahren erhielt er von eiunn lliUfsen den ersten ijlnftrag und im Anfänge der 90er Jahre lüm auch die erste Ansz^ictmnng: eine ehrenvolle Erwähnung, dre seine lebensgroße „Psyche" in Mcnrnor in Berlin erntete. Aber tor Fortgang seitrer LcbenSbahit entspr-atl: nicht gcnr^ tor: verheißungsvollen Anfängen. Fast 23 Iähre, bis '1905, hat Eauer in Rom gelebt und gesämsst: und so uchchätzbär der künstlerische Gew im: ist, den er von der Wirksaurteil an dieser Stelle geerntet hat, so schwer hat er doch auch enrpsinden müssen, ein wie steiniger .Ktunstbodeu in anderer Hinsicht die ewige Stadt ist. Italiener geben Dunen Anslrag, und auch die derrtscyen Mn :oen und Behörden ließen Eauer feilte rechte Aufmerksamkeit und ^Förderung Wteil rvertom. ES täiu so weck, daß er 190., mit seiner Armilie nach Deutschland, zunächst nad) Berlin, übersi.detn musste. Dam: erhielt er 1907 die Alerusnng an die Kimstakademie zn Kö mgcktorg, an tor er :roch heute tätig ist, und damit foari) für ihn, Iveim auch fteilich unter Bedingungen, die seinen Idealen nicht entspreckton mögen, eine leichtere Bett des Erfolges an. Stadt und Staat bedacksten ihn jetzt mit. Aufträgen. So hat er sill ttömgsberg eto Schiller- und das Borowstttonkmal sowie zwei kleine Niarkt- munnen geschaffen:: muh zahlreiche Bildicksbüsten und mehrere Gvav tonktnäler tot cr vollendet. In tor KtrieMz-rt ist es chm versöhnt gewefert^ für d:e Stadt .Wnigsder«: di- Biisten Hindeitburgs und Ludenldorfss wrch der Statur nwtollieren zn dürfen. A:n voll- e^cketsteit aber prägt sich Cauers Eigenart in M'rfen aus wie torn ,^2trrnÄwtor" in Broat^e, der: das MuMrger Niusertn: besitzt, oder tor stelnnrden weiblichen Figur in NtarNwr, von tor sich auck^ im Drestomr Albertnumi ein GipZabtrnß befindet, tor „Batonden"^ der „Kauernden" usw. In: diesen Schijpfmtgeu erkennt man. in loelcher Reife und Freiheit sich Ea::er den Geist tor klassisch: Künst angeeignet tot. Ein durch nick durch vornehmes, plastisches Gefühl, ein ftckwrer dlirsbm: tor menschlicl-cn Gestalt, gtstck.-lossene Führung tor Umriß bi Unuifl, dazn endlich eine ungemein anziehende, alles durchdringende und lvlckbento Anmut: das sind etwa die Eigenschaften, die Eauers künstlerische Persönlichkeit kennzeichnen. Seine Werke zählen zu jen«n, die nicht blenden oder torblufsert, aber nm so mehr befriedige:: u:ck ecfteneu, je nal>er und länger n:an mit cknren vertrartt wird. * Jose p h Möhinl. (Zu seinem IM. Todestage, 18. Oktober.) Es :var im Jalne 1779, als zr: Paris an der Wvhmmg des Meisters Gluck ein blutjunges Bürsckichen klopfte. Er kam aus seiner Heimat, diw: eittlegenen Artonnenslädlchi'n OKvet. um in der Hauptstadt Musik zn sin Vieren. Denn die Musik - die umr von Kindesbeinen an der Leitstern gewesen, der Joseph Mckhiil (so hieß der Besuch int Gluckschen. Hanse) voransenchlele. Schon mit 11 Jahren war Joseph daheim ,rn der Kirche der FranziÄaner als Orga nist tätig getvesen und nackter Hatto er nach Kräften weiter studiert, dkber die wahre, die letzte An Bildung, die konnte er ja doch nur in Paris finton, n:td er hatte einen tnächttgen Gönner: das:var der Enrpfehlnngsurref an Meister Gbrck, der ihm von guter Seite mit > gegeben iwrton war und ton er in seiner Tasche trug. Madame (Ruck empfing der: jungen Musiker sreilich mit der wenig tröste lickZen Botschaft, daß tor Rieister gevato artoill uitd daher- nickst zn sprscl!en sei, ator gerülpt durch die (dnttäuschrmg Mdhnls, führte sie ihn tomock: ein irnd erborg ilyn hinter einer spanistl^n Wand, jenseits deren der grof;e Tonnteister in Unterhosei: sein Cembalo bearbeitete, die SlMe deS ck-stmaches glckick- .Mtlisseir ordnete, sogar ein iHallett versuchte und, kurz, in hckßern i'übeiM-iser schuf. So heiß, daß er schließlich die spairische Wand urwoars. ton yeim- Uttou (Käst eickdeckle und mit seinem vollen Zorne lo^znbrecheii drohte, bis er ton Zusarmneitl-ang erfuhr und, durch Mdhuls Empfehlungsbrief giüirsttg gestimmt, sich des junger: Menschen: wohltoolleich anirahm. ... 5r«tzr B.osu» bei Meislrr Gluck Ivar MSbttlS Schicksalsstun Gluck ftthrte :hn nun selbst in das Studium ein, besorgte ilm: ei Stelle a:n Konservatorin in nnd übergab ihn, ab.' er Paris verli, der Fürsorge ,vriedrick) Edelmanns. So imirde der lange M61 mll dem Geiste der neuen dramatischen Musik vertrant, die dm Gluck damals eben zur Herrschaft gekominen war. 27 Jahre w er alt, als er seme erste Oper zur i'tufftihrnng braelste. Sie lm s.chsst glanzenden Erfolg, und seitden: war Mähnl eine anerkan: Größe :m ^pariser Mniikleben. Er verdiente diese Stellnug 1 de: dre Toirsvvcrche, die er betorrschte, war echt und ausdrucksvoll: war vtelsorttg, verstand den versclstedenstei: Erregungen und Ein ftnonngen zweckst: zu lverden, und dabei gewann sie durch je edle und vornehme Ecktfachtoit, die Möhuls Werken, nnd zwar c rade seinen besten, das entscheideirde (tzepräge ausdrückt. Er sck mlii fo zaemlich Jahr um Jahr seine Oper, hatte auch seine Ersol- blmb aber mt (struuto dock! ans deinseltoit Fleck' stehen, und n ineift, ob die Mnsikgesckstchte sich seiner weiter groß erinnert hät wenn :h:n nickst noch zlvei große Würfe gelnugeu wären Der ein das waren die RevolntioirSlreto-, die er iit Töne setzte, das "?! marschlied. das Siegeslickd. das Rückkehrlied. das Rolaicklied l esoldaten der Revolntivn sie alle danken Mühnl ilire Weist und diese Weisen sind so stark, so einprägsant, so mniikalisch n wrrnmgsvoll, daß sie auch musikgeschichtttch ihren Platz b-dauptt Tmrn (üm'x Tarn im Ja Ine 1807 fein „Joseph iu Eg ätzten" z ^tnlftihrlmg, die Oper, die Mc'-Hnls Ernttitl-nirte in den TenU tor nnlsikalisckMk Unsterblichkett lntoitet Sie hatte eine inerkilli drge Ei>1pelliilgsgesclnckste nick :oäre melleicht nie komponiei i wo den, wenn nicht eine ganze Anzahl oon Joseph Stücke:,, die d mals gerade in Paris ansgefühlst wurden. Anlaß zn der Erörtert,! tckgkbon hätten, ob sich umlst ein Lüfter Ainffen ließe, die sich ga auf die biblisckx Erzählung vou Joseph to schränkte. Tn Val ve snchte sich an einem solctou Tezle. Mtzhnl setzte ihn und ,ro tottc arfmten im* uns an tor Bornehmlwit und Innigkeit. < den: mus:valisck>en Mel und den: reickw» seelischen (Rstmlte. dess. sich dies Meisterlotak ttllnnen darf. Ein Fahrzelwt nach ton: dm c scAaaende,: Erfolge des „Josephs" sckstoß tos Lebe,: MdhnIS. d längst als Professor am Kvnsertotorinm und Mitglied tor AV toncke zu hohen Ehren gelangt war.