Kr. 2*2 5n>eltes Blatt Hrfchenü Kzttch mit AuSnah:ne des Sonntags. Beilagen: „Kletzener ZamMenblatter" und „rtreiLdlott für den Ureis Sirtzcn". poUcheÄonto: Krmttfurl am Main Nr. N684. Vantocrlehr: -ewerdebanf Sietzen. *67. Jahrgang Montag. *5. Oktober *y*7 ZwillingSrurrddlni ■.? und Verlag- Brühl'icheUnwerslräts-Buch-u.Stsindriickerei. R. Lange, Gießen. 5chrlstleltung, SeschästrsteSe und Druckerei: Schulsfraße?. Geschäftsstelle ».Verlag: Schristleitung: 112. Anschrift für Trn htliachrlchten:2lnzeigerGießen. vle Neuregelung des Gemüseverkchrs in Hessen. o. Z. Utn die Erfahrungen verwerten M können, die sich «ws der bisherigen Bewirtschaftung des Gemüj-es ergeben haben UTtb um gleichzeitig die Gemüsev ersorguug der Be- vSlöerrrug rn Zukunft besser in die Hand zu bekommen, sind zwei neue Verordnungen erlassen worden, mit deren wesentlichen Grund zngen die Bevölkerung vertrant sein muß. Zu- rvächst hat das Großh. Adruisterium unter Aushebung der Bekanntmachung über Gemüseversvrguug von: 28. April 1)917 unter dem Datum des 29. September 1917 eine neue Bekanntmachuirg über Gemüseversorgung her ans gegeben, die sich im wesentlichen, abgesehen von Organisationsände- ruuaert, an die bisher in Gel tan g gewesenen Bestimmungen anbchnt. I. a) Regelung des Gemüseverkehrs im Gemüsekleinhandel: Die vor dein 1. Oktober ansgestellten Ausweiskarlen für den Kleinhandel, die z,nm Ankauf von Gemüse aller %ct berechtigen, verlEen mit denr 15. Oktober 1917 ihre Gültigkeit. Neue Answeiskarten werden nur an Mver- lässige Dsffvnen abgegeben, die im allgemeinen schon vor dem 1. Mgnst 1914 Gemnsehandel getrieben haben müssen. Sie sind an die ihnen von der Landesgemnsestelle gegebenen Messungen gebunden. Händler, die mit derartigen Karten versehe.: sind,-habe:: das Recht, Gernüsearten, die nicht von der Landesgemüsestelle in Bewirtschaftung ge- no-nmen sind (siehe unten), auf Grund der .Höchstpreise in allen Mengen zu erwerben und mit Bersandschein zu versenden. Gemäß Berordrmng vorn 5. Oktober 1917 such von der hessischen Landesgemüsestelle in Bewirtschaftnng ge- Mrrmen: Weißkohl, Rotkohl, Wirsingkohl und Möhren aller Art, das sind rote, gelbe und weiße, zu Speise- und Fntter- zwerken, sowie Karotten. Diese Gemüse arten dürfen in der Folge von gewerbsmäßigen Aufkäufern nur noch in Mengen bis zu 5 Kilogramm vom Erz-enger erworben und in Mengen bis 10 Kilogramm versandfrei verschickt werden. Der Auskauf Und Bersarch^vvu größeren Mengen und Waggonladungen geschieht nur durch die Kommissionäre der Lan- deSgernnsestelle. Die für den noch zugelassenen Gemüse- Handel erforderlichen Answeiskarten sind bei den Kreisämtern zu beantragen und werden gegen Zahlung einer Gebühr von 2 Mark durch die Landesgemüsestelle ausgestellt und dem Antragsteller z-ngesandt. Für außerhalb Hessens wohnende Händler ist der Antrag direkt an die Landesgemnsestelle zu richten. I. b) Beir.: Versorgung der Markte: Wegen der Kontrolle der Versorgung der Märkte ist der Bersandschein auch in Zukunft fiir Sendungen auf die hessischen Wochemnärckte iwtweudig, wird aber hier unter besonders erleichterten Bedingungen kostenfrei von den Marktverwallungen und Bürgermeistereien zur Verfügung gestellt. Die AussteLbrng der Versandscheine erfolgt im allgemeinen an den Haupterzrmgungsorteir durch die Bürgermeistereien oder besondere, von denselben ernannte Vertrauensleute; wo solche Vertrauert lente nicht bestehen, durch die .Hessische Landesgemüsestelle. Der Absatz auf off örtlichen Marten, sowie vom Kleinhändler an den Verbraucher ist von jeder GMe^nigungspflicht frei. — II. Betr.: Die Bewirtschaftnng von Weißkohl, Rotkohl, Wirsingkohl unö Mohren aller Art: Die bereits oben erwähnte Verordnung der Hessischen Laatdesgemüsestelle vorn 5. Oktober über die Belnirtschaffrrng von Weißllrhl, Rotkohl, Wirsingkohl und tfcen aller Art erstreckt sich lediglich ans die Provinzen HRheinhessen und Starkerrburg, airsgenommen, hier den Kreis '■?Erbach Die Bewirtschaftung bedeutet, daß der Absatz dieser Gemüsearten immer mix mit ausdrücklicher Genehmigung der Landesgemüsestelle .geschehen darf und durch die an- ^ gestellten Kommissionäre allein erfolgen soll. Der freie "Handel rft also, soweit nicht in Ia ausdrücklich zugclassen, hier ansgeschaltet. Die zugeiässenen Kommissionäre und Aufkäufer sind rnit gelben Aus weis karten versehen. — Wenn man sich erinnert, welche Schwierigkeiten die Versorgrmg der Städte mit dein nötigen (-Gemüse im letzten Jahre gemacht hat, danrr wird man den Grund und Zweck dieser Maßregel ' ohne h-eiteres erckenrcen. Sie soll der Landesgerniisestette ermöglichen, die genannten Gernüsearten in die Hand zu bekornmen, um in liebereinstimNrn.rrg mit der Reichsstelle in Berlin eine sachgemäße Versorgung der Großverbraucher durchführen zu können. Die Landes gemüsestelle hat das — ' * - 'Trrybm /rr^yt-1 «Cnyfrst , *rr?yd /i- Mt. ß ■ — . fer sich durch seine eingangs gewählten mehr lyrischen Lieder von Schubert, Schümann und Richard Strarrß rasch die Herren aller erobert, so gestaltete sich der Beifall immer herzlicher, als ec in den „Pro-irretheus", dem „Freund"^ vorr Hirgo Wolf Und deü .Löweschien Balladen die garrze Fülle seines mäckstigen Organs ent- ialten konnte u:rd besonders „Die Lmter" und deir „Erlkönig" zu mächtigen Erlebnissen aus gestaltete. Das „Hochz-eitslied" verdient in gesanglicki-er wie deklamatorischer Hinsicht eine besondere Erwäh- nmrg knud trug deur Künstler zahlreiche Hervvrrnse ein, wofür er durch Zugäbe des „Prinz Eugen" dankend quittierte. Ebenso ersreuliicki waren die Borträge des Herrn Profeisor Fuchs. Er ist ein Meister seines Instruments in technffcher und musikalischer Hinsicht. Gaben ihm das voir ihm selbst bearbeitete Adagio von Sckuberl und das musikalisch'wertvolle Andantmo des Dadre Martini Gelegenheit, zur Entfaltung eines schönen, ed.lenl Tones, so boten ihm die zuerst gespielte hochinteressante Sonate von Benedetto M-arcelho, das kaderc-erlrerck-e Wagio Locntellrs und die mehr äußerlich wi' kcinüe brillante Mazmck von Popper hinreichend Gelegenheit, die mühelose Beh'errichung aller technischen Schwierigkeiten ins rechte Licht flu setzen. Reicbec Beifall wurde auch, ihn: zuteil uud hatte die Zugabe eines Arioso von Durante zur Folge. Ein besorrderes Verdienst um das Gelingen des Ganze:: kann Herr Professor T r a utmann für sich in Lhrspruch nehmen, der noch in letzter Stunde für den verhinderten Herrn Ru off einsprang, durch, seine in jeder B.'.'ichung meisterhafte Begleitung am Bechstein die gesanglichen wie instrumentalen Darbietungen vortrefflich sjltzte ,un-> so den Erfolg d-eS Abends mit sicheni half, der bei allen -Derluehmern erneu sichtlich tiefen Eindruck hinterließ. föicfccnev Stti-LtHeriter'. Gießen, den 15. Oktober 1917. Hans Huckebein. — Die Königin der Luft. Ter Krieg hat auch in die Kunst eingegrissen und zeitigt die merwürdigsten Bliiten. In der Malerei und Plastik erzeuge:: die Sezcssionisten und Futuristen Bilder und Statuen, von dcmen man den Eindruck gewinnt, daß sie der allgemeinen Kriegspsychose zugute zu schreiben sind, in der Literatur hat sich dre schleppende, breite Kriegscrzählung, die aris jede Analyiiernng verzichtet und mit der nackte:: Tatsache spielt. Raun: geschrfte::, aus der Bühne feiern Vlumentl-al, ZÄadelburg sowie die ne::eiten Pomm- sabrikanten Triimwh.' ül>er Triumpl)e. Vdan we:ß wirklich mckst, soll man das Publiluu: bedauern, das in seiner Ausnahmefreud:g- keit aus ein solches Minimum geistigen Tiefstandes l>erabges:n:ken ist, oder soll man die Autoren, die einen solchen Kitsch Herstellen, verdaumren Der Tl>eaterleitnng, die — wenigstmrs einmal ru der Wock>e — «auf eine gefüllte Kaste angewiesen :st, darf man die Wiedergabe solcher Btachwerke nickst verichrln, zumal wenn man einen solchen frenetische:: Jubel und Beifall sieht, tme das gesten: der Fall )var. Unbegreiflich ist und bleibt, daß man n:cht wenigstens einmal den Versuch jn^i« au bine Art Erziehung heranzugehen. Unsere heutige, im Zeitalter der Kriegsmdustrne ftcfcnbc Bevölkerung, die zum Teil jetzt erst durch dre erhöhten Mittel in die Lage gesetzt wird, auch für das Tl-eater Geld auszugeben, der Marrgel an anderen Tarbietnnge:: — ncck A:^schluß der Kiirvs, die ihr'Publikim: habnr — das alles sind Argrimente, Recht, wenn ein Erzeuger oder Berseud-er der: Ankauf des Gemüses durch die Landesgemüsestelle oder deren Beauftragte verweigert, oder wenn er deren Anweisungen betreffs einer anderw'eiten Verwertung der vorgenarmten Gemüsearten nicht befolgt, den zwangsweisen Ankarrf durchausühren. Die Erfüllung von genehmrgten Anbau- und Lieferungsverträgen bleibt von jeder Beschränkung frei, jedoch bedürfen die Versendungen auf Grund solcher Verträge zur Kontrolle ebenfalls eines von der Landesgemüsestelle ab- gestenrpelten Versandscheines oder Frach'tbrieses, tvelche von dem betreffende:': Reichskommifsionär oder der^ Larrdes- gemüsestelle kostenlos ausgestellt werden. Es ist also immer darauf z>u achte::, daß nur Weißkohl, Rotkohl, WrrfingkohL mrd Möhren alter Art nick) diese nur in Rheinhessen und Startendnrg, ansge:>^n^^^ den Kreis Erbach, der Bewirtschaftung durch die Landesgemüsestelle unterliegen, daß alle anderen Gemüsearten nach wie vor deni freien Handel überlassen sind, jedoch auch hier den bisherigen' Bestimmungen über den Versar:dschein unterliegen. ArrlS rrnd Gießen, den 15.Oktober 1917. ** Amtli che Personalnachrichten. Der Großherzog empfing zum Vortrag: den Staats min ist er Dr. v. Ewald, den Minister des Inner:: Dr. v. Hombergk zu Vach, den Vorstand des Kabinetts Wirklichen Gel>eimrat Rom Held; außerdem: den Landesdirektor Dr. o. Winterfeld und den Oberbürgermeister Derb, beide von der Leitung der Kriegsbeschädigten-Fürsorge in Berlin. In den Ruhestand versetzt wurde am 10. Okwber der Lehrer an der Volksschule zu Gießen Loreirz Wilhelm Spitz aus sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen freuen Dienste vom 1. Oktober 1917 an. ** Die hessi sche Lazarettzertun g Nr. 54 enthält u. a.: Hirchenburg, Die Offensive des Geldes, Die Geisterpost, Wir vvvllen nickt tauschen, Kriegerheimstättar, Kleine Mitteilungen, Verwundeten-Untericht usw. ** Tie Kohlenversorgung der Industrie. Es Nnrd mitgeteilt, daß zahlreiche Industrielle die Meldekarten über den Kohlen verbrauch im September und ihren Kohlenbedarf für Oktober und November noch Nicht an die Reichskommission für Kohlen Verteilung in Bernn eingesand^ l-aben. Den Säumige:: ist ldringend zu raten, ihrer Meldepflicht rmnmehr sofort imchHu- kommen, 'da, 'uüe wir hören, alle diejenigen, die die vorgeschriebenen Meldekarten nicht eingesandt haben, von der Kohlenbelieferung ausgeschlossen werden sollen. ** Die Verteuerung des Fahrpreises wird laut „Franks. Ztg." für D- und Eilzüge 100 Prozent befragen. Diese Anordnung >vird durck-geführt, indem Ergänzungskarten eingesührt werden, die folgerrde Zuschläge aus die heutigen Fahrpreise vorsehen: bei einen: Fahrgeld bis zu 5 Mk. 3 Mk., von ilkber fr bis 10 Mk. 8 Mk., von über 10 bis 15 Mk. 13 Mk., von über 25 bis 35 Mk. 30 Mk., von über 35 bis 45 Mk. 40 Mk. ufw. Von den Zuschlägen bleiben nur die PersouerrAÜge frei ** Eiserne F ü n f z i g pfen n i g stü cke. Zur Beseitigung des Mangels an Scheidemmrze:: rverden von den staackichen Münzstätten nunmehr eiserne Fünszigpsennigstücke hergestellt, deren erste Stücke sveben in de:: Verkehr gebracht worden sind. Landkreis Gießen. ** Birklar, 14.Oft. Der Musketier Heinrich Meusel von hier wurde zum Gefreite:: befördert. 4t G r o ß e n - B u s e ck, 15. Okt. Das Eisenre Kreuz und die Hessische Tapserkeitsmedackle crlstelt der Lehrer Val. Stumpf, Lerckuant in einen: Infanterie-Regiment. u. Heuchelheim, 13. Oll. Der nahe gelegene Wrndhof, der seit Wckfrer 1914 mit nur geringer UnterbpechuTV als Hilfs- lazorett eingerichtet worden :oar u:td in dessen luftigen, ztveckdien- lichc-i Räume:: gar mancher der dort selb st untergebrachte:: Feldgrauen Erholung ::nd Ge::esung fand, ist seit 9(nfang Oktober endgültig als Lazarett ausgegeben und die zuletzt rwch cuuveseirden! Krieger smd anderen gleichartigen Anstalte:: überwiesen ivorden Wie mm: hört, soll die Kohlenknappheit ausschlaggebend bei den gefroffenen MaßualMer: geivesen sein. Das Denkmal, das die Verwundeten zu Ehren und zum GHäcksttcks ihrer gefallene:: Kameraden im Garten des Wjind'hvss errichteten, nmg die Besucher des Wiudhoss noch ::: späten Jahren -an die Zeit erinnern, da das Gebende edlen Zwecken diente. — In einem Kriegslazarett erlaü, der AIusLetter Albert Rinn, Sohn des Land- und Gastwirts Pl-il. Rim:, seiner sch:rerei: Verwundung. — Der Landwehrmann Georg He der ich siel im Osten vor den: Feinde.^— Der als vermißt gemeldete Musketier Otto 5) a h u meldete sich ans e::gl:scher Gesaugenschaft. ^ ** Lich, 14. Okt. Der Musketier Heiurich Heller erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. _ die doch nicht u:rberücksichtigt bleiben dürften. Wenn allerdings den: Sonntagsbesuck-cr des Theaters der Tempel der Musen als Zrckus und Variete eutgegeufritt, rvenn den: lleinen Bürger, dem Mamr aus dem Volke, nicht zu Bewi:ßtsein gebracht wird, daß die Darsteller auf der Bühne keine Hampelmänner und Clowns sind, dann freilich ist es kein Wunder, wem: der Schauspieler in der breiten Masse des Volkes als minderwertig über die Achsel angesehen wird und das Theater für Hin- :md Künz mchts.sonst bietet, als estrige Stunden ungestörter Fr«ü>e über fade, nichts- sage:ü>e Witze und verdeckte Anzüglichkeiten. Ein Stadttheater, als alleinige Stätte darstellender Kunst am Platze, I>at allerdings durch das dRuß der vcrschiede:ren Färbung des Spielplanes eine:: schweren Stand. Ob der kommende Friede «:ch da eine Belserung bringen wird?- Auf den Inhalt der Stücke näher est:zugel>en, erübrigt sich durch die Besprechungen früherer Vorstellnnge:u Ter Schwank „Hans Huckebein" von Blunienthal und Kadel- burg, der die wvltersckstitternde Weisheit, daß ein Ate:ri d\ der bei allem, was er ansängt, Pech hat, ein Unglücksrabe ist, und der die üblichen Gardiiunrpredigten einer eifersüchtig«: Gattin bringt, den: die Schwiegermutter karikiert wurde unter Oskar Feigels Leitung bei recht, anmutigen Bühnenbildern flott gespielt. Tie einzelnen Darsteller: Karl Steinmeyer (Halterstädt), Anne- :narie W i s s e r (.Hildegard), Wflly B o r ch a r d t (Waldemar), Luise Tel os e a (Mathilde), Helene Kallm a r (Martha), Rudolf Goll (Krack), Oskar Feigel (Mensky) holt«: aus der Handttmg hervor, :vas überk-aupt daraus zu freien war, un5 ttnir* den il-rer Ausgabe n:ehr wie gerecht. Tie Abcnchvorstellung der „Köingst: der Luft" brachte im Gegensatz zum Soiumer nur einige Aendernngen m der Besetzung. Einen vorfreffliche:: „Peter" gab Lldolf Falken. Ob die Rolle der Lvva, die eigcnttlich in das Gebiet der routinierten Salon- und LLelt-Tarnc fallt, richttg besetzt war, bleibt dahingestellt. Auf jeden Fall gab sich Gustcl B e l i:: g alle Mühe, und verdier:en Spiel wie Auffassung alle Anerkennung. Das zur Einleituug der Mendvorstellung in Szeire gesetzte est:- aktige Zeitbild „Stahl und Gold", das den Zweck hat. für die Kriegsanleihe zu Serben, fand offene Aufnalrme. Zu envälmen Ustfre Helene Kallmar als munterer, selbstbenmßter Sekundaner. — w. m. —i Lkttschenyeim, 14. OL. Dem Unteroffizier Ferdinand Stexl wurde das Eiserne Kreuz zweiLer verliehen. » Rabertshausen, 15. Okt. Wies Vaterland starb der Schulvevvatter, Untevosftzjer Friedrich Berg, Inhaber der Hessischen Tapferkeitsnvedaille utid des Eisernen Kreuzes. Kreis Büdingen. # Dauernheim, 15. Okt. Zum Kompcrgitieseldwebel befördert wurde der Lehrer K. Walter. 21 Hirzen Hain , 15. Okt. Am vorigen Donnerstag fand in der Kantine unseres Hüttenwerks eine valerlmtdisä-e Kundgebung statt, bei der Pfarrer Schrintps und Lehrer Hensel von hier an der Hand prachtvoller Lichtbilder über „Deutschland im vierten Kriegs- jahr^ sprachen und die Gemebrde nti± begeisternden Worten ermahnten, aucy bei der srebeitten Anleihe des Deutschen Reiches voll und ganz ihre Pflicht zu tun. Eine Tellersammlung ergab 26,97 Mk. Am Abend vorher fand eine gleiche Veranstaltung im nalien/ Merkenfritz statt. ^l Ortenberg, 15. Okt. Eine erhebende Feier hatte unsere Gemeinde am Mittwoch abend. Statt der sonst ichlichm Betstunde fand in unserer Kirche Kur Werbung für die siebente Kriegsanleihe ein Lichtbildervortrag unseres Ortspsarrers statt, der den Zubörern Deer, Flotte und Heimat im Bilde in ihrer vermittelt Arbeit vor Au^en führte und am Schlüsse die Anwesenden Mir restlosen Pslicht- erfullring fürs Vaterland Mlsforderte. Eine Tellersammlung erbrachte 23,26 Mk. — Am Freitag vormittag brachte ein Sonderzug zirka 700 westfälische Industriekinder, die im Kreise Büdingen seit Vdri dieses Jahres u ittergebracht waren, in ihre Heimat zurück. Wie gut den Zlttrdenr der Aufenthalt aus dem Larrde bekommen war, zeigten am besten die dicken roten Backen der Kinder, einzelne.Kinder l-atten bis 20 Pfund 'Gewichtszunahme aufzuweisen. 21 Selters, 14. Okt. Den Heldentod fürs Vaterland starb nach schverer Verwundung der Lenttrant d. Res. Otto Fi s cher von liier, Srchn des Mokkoeibefttzers Fischer. Er war im Blitze des Eisernen Kreuzes und der Hessischen TnpferLeitSinedaille. Kreis Lauterbach. # Lan-zenhain, 15.Okt. Zum Leutnant der Reserve befördert wurde der VizefeldwebÄ Lehrer Heinrich Meckel. Kreis Schotten. e. Eichelsdcorf, 13. Okt. Mit dem Eisernen Kreitz 2. Kl. ivurde Wilhelm Moser von hier ausgezeichnet. e. R a i n r «o d, 13. Okt. Dem Mnsketier August K o n r a b Würbe das Eiserne Kreuz 2. Kl. verliehen. Kreis Frledverg. 41 Dorheim, 15. Okt. Znm Leutnant der Reserve befördert wurde der Lehrer, Bizeseldwebel Karl Ott, Inhaber des Eisernen KreuKes. # Gambach, 15.Okt. Fürs Vaterland starb der Leutnant der Reserve Adam G ö b e l, zuletzt Lehrer Ml der hiesigen Volksschule, vorher in Münzenberg. Er war Inhaber des Eisernen Kreuzes erster und zweiter Kla'se More der Hessi chea. Tapserkets medaille. Starkenburg und 9lhcitthessen. ch. A u s d e r Rheinpfalz, 14. Okt. Aus einer Weinkarte der Münchener Rat Hans kellern vorn Jahre 1674, die ein Mußbackier Einwohner besitzt, steht verzeichnet: Eine Flasche Ungsteiner 24 Kreuzer, eine Masche Dürkheimer 26 Kreuzer, eine Flasche Deides- lieimer 30 Kreuzer. Und heute! Aus der gleichen Karte ist für die Flasche Daselbier als Preis vermerkt: 30 Kreuzer. Das Bier war also teurer als der Wein. D. Z. Mainz, 14. Okt. Eine Bezirksversammlung der Land- wirtsckaftskamnrer für das Großherzogtum Hessen, des Verbandes der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften, der Zentralkasse der hessischen laMvirtsrhaUichen Genossenschaften u. a. fand am Mittwoch bei sehr zahlreichem Besuch,e unter dein Vorsitz des Geheimrats Walter-Lengseld hier statt. Direktor Borg berichtet über den Stand der landwirtschaftlichen Genossenschastell. Ihre Zahl bettagt im Großherzogtum Heften 615 mit 65 000 Mitgliedern ^(ußerorderttliche Leistungsfähigkeit haben die Genossenschäften im Kvedtttoesen gezeigt. Er erwähnte bei ötefier Gelegenl^rt, das: die Städte schon mit ländlichen Kredttgenosseitschaften um langfristige Anleihen -unterhandelten. Hohe Ansprüche würden nach dem Kriege an die Kassen hercuttreten. Zuversichtlich känne-Man in die Zukunft blicken, das Genoftenschaftswesen ivürde sich glinstig weiteren tun ckeln. Es folgten Inroch) Reden über die ländliche Wlerbexrrbeit zur 7. Kriegsanleihe. Die Zentral kasse der hessischen lcMdwcrtschastlichen Ge- nohenschäften hat bereits vor emigeu Dagen 'zehn Millionen Mark KnegSanLeche gezeichnet. Gestern ist Schwabenheiur mit 750 000 Mark gefolgt. — Ungefähr 50 ftrnge Leute, die am ALcnd des 17. April in Mainz turnuttuarftche Szenen zu veranstalten suchtest ünd einige Schinh- und KlaÄerläden beschädigten, haben sich auf 17. d. M. vor der Mainzer Sttaskanrmer zu verantworten. — Arm 8. d. M. wurde.aus dein Rhün bei Mainz die Leiche eines unbekannten Mannes gelandet. Die Leichp, die sichrer einige Monate im Wasser gelegen hat, war bis z>ur Unkenntlichkeit verwest. ** Offenb a ch a. M., 14. OÜ. Der Lnitnant d. Res. Herm. Heller erhielt das Eiserne Kreuz erster Klasse. _ Auf den Opfern und den Waffen ruht der »Staat. Opfert euer Gold ans dem Altar des Vaterlandes. vie Goldankaufsteüe in den Räumen der Bezirksfparkaffe Gießen ist morgen von Z bis 5 Uhr geöffnet! Kreis Wetzlar. W. A. Wetzlar, 15. Okt. Ein dreister Einbruch wurde in der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober aus dem Hofgut Büblings'h usen versucht. Der Einbrecher geriet in das SüMszimmer des Herrn Helrn, welcher erwachte und den Eindringling am Kragen faßte. Doch gelang es ihm noch, sich lo^ureißen und zu entkommen. Bon da Ichünt der Bursche nrit seinen offenbar noch vorhandenen Helfershelfern sich nach Grvß Reckstenbach gewendet zu haben, wo sie in 6 Häuser ein brachen und Butter, Eier, Käse, Rauchfleisch uslo. mitgehen hießen. Ihr Eindringen in diese Häuser geschah überall durch die Kellerlöcher. Hessen-Nassau. ch. A ß, m a n n s h a u s e n, 14. Okt. Die hiesige W inzerge- noswuschast ist aufgelöit worden. Tie Üigi^idatwnsbilanz vom 29. April 1917 besagte: Kassenbestand 6.50 Mark, Forderungen 25 Mark, Lparkassenbuch'18 Mark, Mobilien Md Weiln 1606,25 Wiark Für Mtragimg der Schuld wurden bei der Nassauer Kasse 1226,50 Mark medergelegt. Es bleibt eirc Ueberschuß von 329,84 Mark übrig. X Kassel, 14. Okt. Für besondere Ausgaben der Kriegswohl fahrtschlcge sind dein Vor stände der La ndesver s ich«erun g sa n st a l t Hessen-Nassau für das fLbgelansene Berühtsiähr weitere 250000 Mark vom Ausschuß- zur Verfügung gestellt ivorden; außerdem war noch^über dert aus 1915 übertragenen Bewilligungsbetrag von 194 444,75 Mark Air verfügen, so daß insgesamt für die Kriech ausgaberr 444 444,75 Mark bereit standen. In erster Linie wurden me Witwen und Waisgn der im Felde gefallenen versicherten; Kriegsteilnehmer mit Dankes- und Ehrengaben bedacht. Es kamen zur ?luszahlung an 390 Witwen ohne Kinder je 50 Mark, zn- samrnen 19 500 Mark, an 1115 Witwen miit einem Kind je 80 Mark, zusammen 89 200 Mark, cm 868 Witwen mit 2 Kindern je 100 ?Dark, zusammen 86 800 Mark, an 783 Witiven mit inehr als 2 Kindern je 120 .Mark, zusammen 93 960 Mark, au 70 Gcntz-ocnsenkinder 1890 .Mark, insgesamt 291350 Mark. Zur BolksspenLe in Frankfurt a. M:, Wiesbaden und Kassel nntrb'en ic 10 400 Mark ausgegeben, zusammen 31200 Mark. Ferner wurden gezahlt: an di? Wälder lwlungsstätte Kassel 3000 Mark, an tue Kriegsbeschädigteil-Fürsorgestellen in Kassel, Marburg Frankfurt a. M>. und Arolsen 25 800 Mark, an das Zentralkomitee der Vereine vom Roten Rvm 10000 Maark, für sonstige Zwecke der Knegsivohlfahrt zusammen 30 862,81 Mlark, mithin überhaupt 392 212,8l Mark. Der Mir Verfügnng gestandene Betrag von 444 444,75 Viark ist daher bis aus einen Rest von 52 231 94 Mark aufgebracht worden. c-. i- T., 13. Okt. Sägrüverksbesitzer Rüfser stellte den hrefrgen Kreegerfrauen 300 Zentner Holz zum Preise von 2 Mark j>eit Zentner zur Verfügung. ul. .Staffel, 13. Ott. Grat leuchtendes Beispiel für andere Gemetndcn ftt unser kleiuer Ort, der bis jetzt bereits für die 7. Krtegsanleihe über 100 000 ?Nark zusammenig-ebracht Ijat , ftc-JBom Mai n, 13. Okt. Die Kartoffelerirte ist in der frän- "Ichen Marngegend so überaus reichlich ansgefallen, daß die üand- wrrtt mcht die erf-mberlichen Keller besitzen, um diesen Errttesegen zu bergen. Auf einem Tagioerk tuerbem 200 Zentner und mehr geerntet. Die Folge ist, daß die Üandivrrte sehr gerne unter bcnf Höch-stpreise verkaufen, und zwar den Zenttrer für drei Mark. Zeitgemäße Anschaffung. Seit einiger Zeit arbeitet in Hofgült ein von' Herrn Oekonoinierat Hoffmamr aitgeschaffter Motorpflug. Der Apparat besteht aus ein« Zugmaschine mit angehängtem vierscharigen Pflug; außer, den: körrueu Eggen, Walzen, wie auch Mähmaschinen mitgezogen werden. Die Konstruktion und Haitdhabung ist sehr eirrfach und ist der 1'lpparat von erneut Marrne leicht zu bedienen. Lieferantin ist die hiesige Firma M. R-osenthal. l a n d w i r t s ch Maschinen, L i e b i g st r. 13. 7655 Amtlicher Teil. XVIII. Armeekorps. Stellverttetendes Generalkomrnando. Kriogsamtstelle. Mt. III. (K. R. St.) Nr. 8149. .F r a n k f u r t a. M., den 15. Oktober 191 Bekanntmachung. Die Bekannt- nachung des stellvertretenden General koumiMtdos! vom 20. dMat 1917 Nr. 811. 3. 17. AX§ 1 fretreffcrtb Regelung der Arbeit in Web-, Wirk- und Strickstosse verarbeitenden O^ewerbe- zweigen wird hiermit für die von mi l it ärischeu Stellen zur Vergebimg gelangenden Heeresnäharbeitenjeder Art außer Kraft gesetzt. Ter stellv. Kommandierende Gencoal: ____R iedel. Generalleutnant. Vaterländischer hilftdienft. Aufforderung des Ariegsamts zur freiwilligen Meldung gematz tz r Abf. 2 des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst. ; Hilfsdienstpflichtige werden zur Berwendtmg bei Militärbehörden und Zivilverwaltungen im besetzten Gebiet für folgende Beschäftigungsarten gesucht: , Gerichtsdienft, Post- und Telegrapheltdienst, Ddaschtnen- mW Htlfsschreiber,^ Botendienst, Technischer Dienst, Kraftfahrdienst, EisenbalMdieitst, Bäcker und Schlächter, Handwerker jeder Art. Land- und forstwirtfchaftlicher Arbeitsdienst, anderer Arbeitsdienst jeder Art, Pferdepfleger, Kutscher, Viehwärter, Sicherheitsdtens- (Bahnschutz, Gefangenen- und Gefängnisbewachung), ^Krankenpflege. Hilfsdienstpftichtige mit französischen oder vlännschen Sprach- kenntnisse werden besonders berücksichtigt. HUfsdienstpflichtige im wehrpflichtigen Alter lverden nicht angenoncmen. Bis zur endgültigen Ueberweisung an die Bedarssstellen des besetzten Gebietes _ wird ein „vorläufiger Menstvertrag" abge- geschlossen. Die Hilfsdienstpflichtigen erhalten: Freie Verpflegung oder Geldentschädigung für Selbstverpslegung, freie UMerkunft, fteie Eisenbahnfahrt zum Bestimmungsort mtd zurück, freie Benutzung^ der Feldpost, freie ärztliche und Lazacettbehandlung, sowie angemessenen Lohlt für die Tauer des vorläuftgen Dienstverttages.j Die endgültige Höhe ches Hohnes oder Gehaltes kann erst beirrt Abschluß des endgültigen Dienstvertrages festgesetzt werden und richtet sich nach Art und Dauer der Arbeit sowie nach der Leistung: eine auskömmliche Bezahlung wird zugesichert. Jan Falle des Bedürfnisses werden außerdent Zulagen gewährt für in der Heimat zu versorgende Fanälienaltgehörige Die Versorgung Hilssdienftpflichtiger, die eine Kiiegöwenft- beschädignng erleiden, und ihrer Hinterbliebenen wird noch besonders geregelt. Meldungen nimmt entgegen: das B^irkskornmando in Gießen, Es sind beizubringen: etwaige Milit.rrpapicve, Beschäftiaimgs- ausweis oder Arbeitspapiere, erforderlichenfalls eine Bescheinigung gemäß 8 9 Abs. 1 des OK^etzes über den vaterländischen Hilfsdienst (Mehrschein), Angaben, wann der Bewerber die Beschäftigung antteten kann. Eine vorläuftge ärztliche Untersuchung erfolgt kostenlos bei der Meldmrg beim Bezirkskvmmandv. Ltriegsamtstelle Frankfurt a. M.