Nr. 259 Zweiter Blatt J6Z. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Verlagen: „Sletzener ZawilkenblSttrr" und „Lreirblatt fftr den Kreis Gietzen". poftfcheSronto: Zranffurt am Main Sr. Nl»8d. Vantverkehr: Sewerbedank Giehen. mmmM^nuu aamm r 1 /As.. General-Anzeiger für Gberhesien Donnerstag, Oktober \9JZ ZwiüingSrunddruck und Verlage Brüht'fcheUniversttäts-Buch-u.St-'ludrucrerei. R. Lang e, Gießen. Lchristleitung. Seschastzstelle und Druckerei: Schulstraße?. Geschäftsstelle u.Verlag: E-Wtzbl, Schriftleitung: 112. Anschrift für Trahtnachrlchten: AnzeigerGtäßen. _U-JÜJi__ gggg Oefientliche rkundgebung zur I. Kriegsanleihe. Girßen, den 11. Oktober 1917. ist schioir Wer den. Wert und die Bedeutung Der rvemen Kriegsanleihe gesagt worden. Nicht oft genug kann aber davanf hrrrgeweesen werden, daß gerade der Erfolg dieser Anleihe, die als FinLnzschlacht im wahrsten Sinne des Worbes betrachtet 1 verdau innß, ausschlaggebend sein wird. In dwsfem Senne, und um Vertreter der Wissenschaft, des Becrmterrtu.ms, des DauLwIs und Gewerbes hierüber zu Worbe konrmeu zu lassen, hatte der Oberbürgermeister gestern abend in den großer: Saal des Gasthofes Fürstenhvf zu einer öffentlichen Kundgebung eingeladen. Zahlreich hatte die Bürgerschaft der Aufforderung Folge geleistet und lebhaft war das Jitteresse und der Beifall der Anwesenden zu dert Ausführiuiger: der verschiedene«: Redner. Ir: Eröffnung der Bersmmiilung tva:lltte sich- Oberbürgermeister K e l t ex mit folgenden Wörter: an die Hörer: Als wir am weisen Male hier versammelt waren', hat wo bl mmrcher^ geglaubt, 'die 6. Kriegsanleihe werde die letzte Kriegsanleihe sein. Es ist anders gekommen — und nUhrlbchl nicht durch unsere SchM». Trotzdem militärisch irnsere Fwrttei: dank dem oft ans Märchenhafte grenzenden HelbenMut unserer Kämpfer rvie ein eherner Wall dasteherr. m Ins über Riga hinaus vorgetragen inorden sind, trotzdem unsere wirtschaftliche .Kraft dank fleißiger Arbeit in Landwirtschaft, Industrie, Handel und Gewerbe sowie sparsmnen Haushalts aller BolkSkreise nicht zu erschüttern ist, trvtzdem wir finanziell viel günstiger dastchen als alle mrsere Feinde, die recht in Verlegenheit sind, wie sie neue Anleiher: unterbringen sollen, tcofebam wir unsere Bereitschaft erklärten, den uns aufgezwirngenen Krieg, der: wir zur Verteidigung, nicht zur Eroberimg führen, durch einer: ehrenvollen Frieden zu beendigen, trohdern also die Vernichtnngsabsicht unserer Gegner bnrte, nach mehr als dreijährigem Kampfe allenthalben als ein ^ehlschlag zu bezeichn^:: ist, trotz alledem nimmt dieses unselige Ringen seinen Fortgang So groß der Haß mW die Müt unserer Feinde, so triumphiert Wahnsinn über Vernunft, Ber- blendrmg über Einsicht bei unseren Gegnern. Also weiter in diesem nxchnsinnigen Tun: der Friede ist :ms noch nicht gegönnt: frei von Schuld, können wir es nicht ändern. Aber die dlntnwrt können, müssen und wollen wir gebe::: stark und unerschütterlich zu sein, jeben Muskel gespannt, tri(c Kräfte bis zum äußersten gestählt, iede Arbeit verdoppelt, jede Leistung vervielsackch. alles Denke:: :md Tun, alles Sinnen und Trachcher: für die einzige, große, teilige Sache, das deutsche Baterlmw! Liebe Mitbürger, es ist eirt_ zoahres Glück, daß wir in der Heüniat diesen Wille:: und diese Kraft ab und zu bei unseren Kriegsarlleihen sichtbarlich bekunde:: können. Das wirkt aus unsere Feinde wie ein deutscher Sieg aus dem Schlachtfelde: denn je länger je mehr ist dieser Krieg auch W einem Messen der wirtschaftlichen und finanziellen Ktäfte gemmden. und bei dieser Mobilmachung des Geldes muß die letzte, rttifäi&enöe, den Frieden bringeitte Milliarde die deutsche Milliarde sein. Das wirkt auf unsere Kämpfer draußen wie eine Reservearmee. die zu ihrer Unterstützung heranrückt: denn sie erkennen daraus, daß die .Heinrat der Front die Treue hält, daß auch die Heimarmee ihre MehrMichit erfüllt, so Mutig, so ausdauernd, w opferwillig )vie die Front. Das wirk: auch a::s die Lauen und Mauen bei uns rvie eine öffentliche Brandmarkmrg; deirn ivenn diroch hoffnungsvolle Zuversicht ein MilliaSdeuergebnis zustande kommt, so mich Schamröte ihnen bis zum Stirnwand steigen, wenn sie ihr verfügbares Geld statt wie anidere es dem Baterlande zu leihen, in Kisten und Kasten, in Schränker: und Strümpfen verborgen gehalten habe::. Darum, den Feinden zur Wehr, den Kämpfern draußen zur Ehr, den Miesmacher:: zur Lehr': heraus mit dem GeDe aus den Altar des Vaterlandes für die 7. Kriegsanleihe. Es ist kein Opfer und nicht riskiert, es ist nichts rveiter als Wlycht und Schuvdigkeit. Pflicht und Schuldigkeit auch noch aus einem anderen Grunde. Bei der Aussichtslosigkeit, uns militärisch, wirtschaftlich oder finanziell vernichte:: zu können, unsere Fesitte einen neuen Plan, uns niederzicringen, er- Ern wunderlicher Mann, einer der größten ■ Heuchler der Schichte, der Präsident von Amerika, Wilson, hat vernehmlich ihn verlarttbart. Die Drachensaal der Zwietracht will mau säen zwischen dem deutschen Volk :mb dem Deutschen Kaiser, ivill dem deutscher: Volke unter dem Scheine der Menschenliebe v« Freiheit bringen und Einrichtungen aufzwingen, die letzten Endes Unr dazu di-en-en sollen, das deutsche Volk zu zersplittern und zum Spielball des Auslandes werden zu lassen. Auch, hierauf tvollen mir eine einnrütigc und deutliche Arrtwort geben: die inneren Freiheiten von der Gnade der Kriegshetzer Llotzd George, Pom care, Wilson und ihrer Hintermänner verbitten wir uns. Den Weg zur inneren Freiheit, zur Teilnahme am Staat, zu größerer Sclbst- verwalttrng, den bahnen wir uns selbst: und nicht bloß zur Freiheit im Innern, auch und erst recht zur Freiheit irach außen, zur Freiheit der Meere, des Handels, der wirtschaftlichen Betätigung, mm Atemvaum in der Welt, kurz, zu jeder Lebensmöglichkeit. Von unserem Kaiser aber, dem Friedenskaiser, kann uns keine Macht der Erde scheiden, wir halten ihm die deutsche Treue in Glück mtb Sonnenschein wie in Sturm und Wetter, in guten wie in bösen Dagen, :urch den: Spruche: Treue um Treue. Alle Versuche, uns wankend zr: machen in der Treue und Liebe zu Kaiser und Reich wollen wir erwidern durch herzhafte, aller Welt ver- nehmbare Tat, indem wir dem .Kaiser und dem. Reiche geben, was des Kaisers mrd des Reiches ist, den letzten Groschen für Kaiser und Reich Deirn, wenn junals, so ist in diesem Weltgewitter uns klar geworden, daß der Einzelne heute nichts mehr bedeutet, daß jeder Einzelne mit seürer Arbeit und Kraft, seinem Leben und Gut «nur dem großen Gm^en en dem Reiche :o:d den Anleihezerchnern erzerrgt, die einseitig n:cht geändert werden können. Bedeutsamer ist immer noch die Behandlung der Frage, ob das Papier genügende Sicherheit bietet, und ich weise auch jetzt wieder darauf hin, daß die Kriegsanleihen nründelsicher- sind und daß der Staat vermöge feiner Stenersouveränität in der Lage ist, das gesamte Eigerrtum be6 9teiches und aller Staatsbürger heranzuziel)-en zur Deckung der Zinsen und Amortisation. Ter Staat gewährt de:: Zeichner:: erststellige Gesamthypothek auf das gesamte Reichsvermögen. Das Dvlksver- mögen wftd beziffert ans 875 Milliarden, das jährliche Einkom- nven auf 43 Milliarden, der Jahres vermöge::szwoachs auf 10 Milliarden. — Auf den Kopf der Bevölkerung entfällt in Deutschland ein Spar8assmgutlüben vow.272,2 Mk., in Frankreich ein solches von 113,4 Mt., in England ein solches von 106,2 Mk. Die Einlage:: bei den Banken betragen gegen das letzttarrfendie Jahr mehr als das Doppelte, der Stand der Reichsbank ist ein vorzüglicher, der Eoldzusluß wächst immer noch in steigendem Maße. Tie deutsche W-ieMachnhe fort üfo-m ich fo va ü ckrr s durch alle SStffcfe fälle und Fährnisse des Krieges pollbehalten, während die erste errglische von 95 auf 84, die zweite, die zu 100 aufgelegt war, auf 91 gefallen ist. Vergleickst man die Airleihekurse Deutschlands und seiner Gegner, so ergibt sich, daß die Zprozenttge Deutt'che Reichsanleihei von 76,20 wälzrend des.Krieges gefallen ist auf 66, die ftanzösische Goldrente von 83,05 aus 61, die englischen Kvnsols von 73,25 auf 55,25; das deutsche Papier hat sich also am besten behauptet.^ Jmm/er wieder Muß ich entgegeittreten der Ansicht, dcHß bei Zerchnjung der .Kriegsanleihe es sich um ein Opfer handelt. Ich muß ferner wiederhole::, daß eine Verärgerung über die politischen Verhältnisse oder irgendeine Erscheinung unseres wrrt- sckxlfllichen Lebens kein Grund ist, der Beteiligung an der Kriegsanleihe sich zu entziehen. Ich ärgere mich jeden Dag, sei es über die .Kriegsvevordnungen und deren manchmal rigorose Handhabung, se: es über das Parteigezmrk in: Deu1sck>en Lande, sei es über bäi Reichstag, der immer :rur ein paar Tage zusammentritt und dann wieder^ auseinderläuft, ohne den wichtigste:: Dinge::, den Geschehnisse:: bes Wirtschaftslebens, der Dätigteit der Kriegsgesell-- schaften, der Frage, wohin die großen Gelder kommen, die diese Kriegsgesellschaften erzielen, seine Aufmerksamkeit und seine Kvw- wolle M widmen; aber i ch ärgere mich — und zeichne Kriegsanleihe. Wichttg ist für die Burteilung der Sicherheit der Kriegsanleihen die wirtschaftliche. Lage des Deutschen Reiches. Die gegenwärttge Lage zeigt regstes Leben aller arbeitsfähigen Personen. Was früher deutsche Manneskraft geleistet hat, vollbringen in der Landwirtschaft Mütter, Frauen, Kinder und Greise: am Feuer der Esse schmieden Männer, Frauen und Mädchen die Waffen für daS Heer. Reicher Verdienst lohnt die Arbett. Zu der hohen Belastung des Reiches, insbesondere mit der VerMn- siung der Kistegsanleihen und der Heimzahlungspflicht, ist zu bemerken, daß Deutschland weit günstiger dasteht als die anderen Staaten, die vom Auslände geborgt haben. Tort sind es ja ftan- zösstche, japanische, mnerikanisck)e, englische Geldquellen, aus denen man geschöpft hat und denen man verpflichtet ist, dort geht das Geld, Zinsen und Ainorttsation i\x§> Ausland. Dort sind's fremde Glärrbiger — das Deutsche Reich ist nur seinen Bürgern, seinen Volksgenossen verpflichtet, und was es an sie zahlt an Zinsen und Rückerstattunge::, das bleibt im Linde, geht von Hand zu Hand, wirkt werbend und fruchtbar. Das ist der große Vorteil der Mschließnng des Deutschen Reiches, daß es ztvar nickst viel hereinbekam, daß aber auch kein Geld hin- crus strömte. Das deutsche Wirtschaftsleben wird nach dem Kriege zunächst und auf J-ahre hinarcs reichliche Beschäftigung ftnden im Inland. Vieles ist zerstört, alles ist abgebraucht, Reparaturen! und Nenanlagen, welche Gegenstände inan auch betrachten will, sind nottvendig. Der Sck-istsbcru, der Kvble::- mrd Erz-Bergbau, die Aöaschiuen- und 'die Eisenbal-nrnateri.aliei:, alles dies wird reichlich Arbeit bringen. ( Was aber am wichttgsben ist, ist dies: Der .Krieg hat sich als der größte Lehrmeister erwiesen Und es hat sich das Wort des Dichters'bewahrheitet: ,JmKriege selber ist das letzte nicht der Krieg." Die Not kehrt :richt nur beten, sie hat auch arbeiten gelehrt, sie hat erfinderisch gemacht. Der Redner führte im einzelnen weiterhin aus, wie die deutsche Industrie durch Erfindung und Verbesserungen sich geholfen und der Absperrurkg von außen her $u begegnen gewußt habe. In der Landwirtschaft gehe:: große Umwälzunge:: vor sich. Erst in diesen Tagen hat ein Gelehrter in Breslau ^sgespwchen, daß der Mshrertvay durch die Sttckstostdünguny in Zukunft ganz außermdeittüch sein werde. Ich habe früher schon darauf hingewiesen, daß die deutsche Hüttenindustrie sich eingerichtet habe, ohne den Bezug aus- ländischer Erze auszukommen, und daß im ganzen Deutschen Reiche alte Erzbergwerke wieder in sthngrist genommen, neue ausge^> schlossen wMÄen si:rd, so daß in Ankunft die Millionen und Milliarden, die ins Ausland bezahlt werden mußten, der deutschen Volkswirtschaft erhalten werden können. Nimart mim zu der Veredlung nnsever Jivdustrie, wie sie der Krieg gezeittgt hat, hinzu, daß das t l.'utsche Volk auch spfrren gelernt hat, so leuchtet es ein, daß unsere wirtschaftlickien Verhältnisse nach dem Kriege eine ungo-j heure Besserung erfahren werden. , Von der allergrößten Bedeutung für die Zukunft unserer Wirtschaft :md die V e r t r ä g e , ^die wir beim Friedensschluß imb nach den:selben schließen müssen >Mit unseren Verbündeten, mit den neutralen Völkern Md mit unseren gegenwärtigen! Gegnern. Die Wiedcr'herstellung des Handelsmarktes, die Wiedererlangm:g des Auslandes als Käufer unserer^ Produkte ist ausschlaggebend für die DurchsÄhrnng unseres Eristenz- kampfes. Die bestien Köpfe der Nation, Sachverständige aus allen Bvamtfen müssen hin zu gezogen werden, wenn es sich um die Vorbereitung und den Abschluß dieser Verträge handelt, und beim tJstiederrsschluß sind Bedingungen zU setzen, die die Msperrrmg des dQttscken Handels vom Ausland vethsitdern. Schon hieraus ergibt sichj, daß der Friede, den tmr schließen, ein Berständigungs- friede sein Muß, wie denn überhaupt der Begriff Friede eine Verständigung voraussetzt: ein Vergleich im Prozeß, ein Friedensabkommen unter de:: ^Völkern setzt voraus, daß dir Parteien sich verstiändigen. Daß ß)ie deutsche stöaticm die B»> dingnngen, die sie wünscht, erzwinge, dqß sie ihren 26 oder jetzt 29 Gegnern den Fuß auf'den Stacken setzt und sie nötige Mr Llbtre- tung von Ländern, zur Gewährung von Erttschädigung, das ifÄ unmöglich'!. — W'Are es aber auch zu erzielen, so lvürde nach nur ganz kurzer Zeit die Gegnerschaft von neuem über das Deutsche Reich shersalben. Ich billige die Friedenspolitik deck Regierung, die ich so verstehe, daß den gegnerischen Völkern durch wiederholte Er- klürmigen die Friedensbereitschaft des deustchen Volkes deutlich vor Augen geführt wird und daßin die Seele dieser Völker die Erkenntnis geleitet wird, daß das deutsch: Volk eivrstlich zum Frieden bereit sei. Und ich verstehe die Polittk der Regierung weiter dahin, daß neben der Erllärun^ der Friedensbereitsck-aft, die selbstverständlich von den Gegnern als Schwäch gedeutet rvird, kriegerische Akttonen von größter Energie und schwerster Stärke einhergehen; im Sinne dieser psychvl o g i schen Ei n wi r knn g auf die ftemder: Völker wird der Erfolg der diesmaligen Kriegsanleihe von besoiwerer Bedeutung sein, er wird wie ein Fanal aufleuchtend den Völkern! klar machen die finanzielle >ll n e r s ch ö p f l i ch k e: t de- Deutschen Reiches? Ich kann nicht glauben, daß emstlich jemand die Annektwn des pemden Landes wünschst, auch nicht die von Belgien. Ich versiehe unter Annektior: die s?lüfli>eb:lng der Hoheit und der Selbständigkeit des fremden Staates, tvährend ich nicht banmter verstehe, daß einzelne Landesteüe ztum Zwecke wirstckxlstlicher oder in: Sinne der Landesverteidigung notwendiger Sicherung abgc- treten, ausgetauscht, im Wege der Berstärwigung überlassen lverden. Bezüglich de:- Stveittgkeiten im Jünern habe ich, in der vorrgenj iBersammlmrg die Arrsicht ausgesprvck-e::, daß es besser sei, alle inneren Refornren zurückzustellen bis nach Beendigmrg des .Krieges, nickft »veil ichl sie :richt wünsche, sondern weil ich sie auf breitester sGru:rdlage ulrd unter Mitarbeit imserer hein:kehre::den Krieger wünsche. Ich bin der Ueberzeugung, daß sie von selbst kommen, Ibafr die großen Ausgaben, die das d«ltschioenigstens in der Zeit der Werbung für die Kriegsanleihe aller Unfriede und aller Lader b e g r - tigreit des GrundsatzLs: „Das Vaterland, nicht dieVartei?" ^ Ms dritter Redner des Abends sprach Geheimer Rat Professor Dr. Eck. £>eure kraftvollen Worte erwecken Rhette Begeisterung und giptelten in etrva folgenden Ausführung«!: Der vierte Kriegs- winter ist es, der uns die 7. Kriegsanleihe bringt. Noch nie ,DagLwe,enes leidet unser öcer, leiden unsere tapferen Soldaten, die rn Schwee uiG Eis, in Schlamm 'uitb Schmütz aus harren und durchyalten. De 7. .Kriegsanleihe ist für sic, irnfere Feldgrauen, stlr ihren Unterhalt, ihre Trnckhrung und Kleidung. Für unser VolMhver brauchen wir das GeLd Es ist ein GeSd für persönliche Zwecke, für die Erhaltung der M änner, die eben z. B. in Flandern alle Schrecken des Krieges nriterleben müssen. Wenn man im vierten Kriegswinter Kriegsanleihe zeichnet, dann geschieht es zur Schaffung des Ueberflusses, ldnt zu verhmjderai, daß unser kostbares Blut in noch stärkeren Stronren wie jetzt fließt. Bei dem Gedanken an ibc§ Volksheer taucht die Eri nne rung an das auf, ftxrs dieses 5)ocr schon alles geleistet hat. 50 Fahre sind es her, daß >der große Schotte Thomas Carlyle jene gewaltige Anklage gegen sein Vaterland England richtete, die Niedertracht der englischen Politik verwarf und geißelte, und die Zucht des Volksheeres verlangte. Mit Lohn und Spott wird er abgewiefen. Da kommt die Umwälzung, der Krieg, mid zwingt den englischen Staat, die Wege zu gehen, die Carlple vorschrieb. Aber Volksheer und VoMheer ist zweierlei. Unser Volksheer, das entstand in der Zoll der grüßten Erniedrigung des Deutscl^erv Reiches, und das durchlebt ist von dem Geiste eines Stein und S-chcrrnhorst, ist geschaffen worden, um zu befreien, zu verteidigen, Gift trnd Blüt für das Höchste einzusetzen. Nimmermehr verbau kt es aber seine Entstehung dem Trieb, zu vernichten, zu zerstören oder andeve Völker zu kneck^teu. Der Deutsche ist es, der die Völker unrnwdell, ohne daß sie es empfinden, eine Revolution ist in den englischen Köpfen vor sich gegangen und das ist ein Sieg des deutschen Gedankens. Wir führen keinen Eroberungskrieg, wir Verteidiger: uns nur. Den letzten Heller nmß der Deutsche für sein Heer hergeben, damit das Bäer- land erhallen bleibe, für sein Volksheeft. das unter den: aosolatea Königtum an den beiden Vorbildern deutscher Kraft, ^er Großen Kurfürsten und Friedrich dein C-rohen sich aufrichtete. Wilsons Note ist unsinnig und das deutsche Volk lyat recht, sich darüber zu empören. Wie können 150 Millionen Menschen es wagen gegen 976 Millionen ein Komplott zu schmieden? Solchen Widersinn sollte niemand aussprechen. Republikanisch oder nicht. Alle Fäden vom Mittelalter her knüpfen sich an das Wort „Kaiser^. Solange der alle Fritz noch etwa? für eine deutsche Seele bedeutet, solange ein Kant als Verkörpere: der deutschen Pflicht in rms lebt, solange wird der Deutsche fest bleiben, und für die Erhaltung ferner Geschichte, und seines Volksheeres mit fernem Kaiser eintreten. Auf den Wrssonschen llw- sinn gibt es nur eine Antwort: Kriegsanleihe zeichrw- Die Ansführnngen der übrigen Redner iverden in der morgigep Nummer veröffentlicht. -4v. m.- liefcsehüttert Kat uns die unerwartete schmerzliche Nachricht, daß mein herzensguter, unvergeßlicher Mann, unser einziger braver Sohn, Bruder, Schwiegersohn und Selil©sser^ Opeher* und HiStsarbeitei* für dauernd gesucht. 7583 Marl Mel t 9 Maschinenfabrik. Schwager Karl Herget Postbote in Gießen Gefreiter in einem Res.-Inf.-Regt, Inhaber des Eisernen II. Kl. und der Hess. Tapferkeitsmedaille an seiner am 10. August 1917 erlittenen schweren Verwundung im blühenden Alter von 30 Jahren am 19. August 1917 in einem Kriegslazarett fürs Vaterland gestorben ist. In tiefer Trauer: Marie Herget geb. Balbo Andreas Herget Familie Ludwig Keller. Gießen (Lahnstraße 9), Nieder-Ohmen, den 10. Oktober 1917. liilltuuu MS welche bereits an Maschinen gearbeitet haben, für unsere Geschoßdreherei sofort gesucht. MaigfeF Gießen, Margaretenhütte. 75 * 9 in frcft Weiter gesucht. «F. Etappe!, 7402 Mühlstraste 18. S85L1 f ocies-Anreige. Vsrwaudbeu, hksuudeu und. Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht, dass mein lieber, unvergesslicher Mann, unser guter, treubesorgter Vater, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Großh. Bürgermeister M Philipp Baiser »mm j MöM Zimi n®r\ PeactoB Bramfll Nensn 3 öh« 2S tBellevueiZtm. m.u.ohneVer- pfleg, f. jede Zeitdauer. Mittag- u. Abendctsch. Elektrisch Licht, Bad. Teb 1085. [1687 2schön möblierte,ineinander- gehendeZimmer m. elektr. L., Wassert, Zentralst, Tel. usm. sos.z. vrm. LZlisrs^sg 791. "" heute nacht 1 Ohr in der medizinischen Nlinik zu Oiessen plötzlich und ganz unerwartet im 52. Bebensjahr sanft entschlafen ist. Oie trauernden Hinterbliebenen: - In deren Namen: Frau Katharina Baiser nebst Kindern. Albach, den 10. Oktober 1917. 75 g! Die Beerdigung findet am Freitag den 12. ds. Mts., nachmittags 3V 2 Uhr, in Albach statt. Möbl. Wohn- und Schlaf» -immer, auch einzeln, z. vrm. 06319 Plockstrasie 8II. Besseres möbl. Zimmer mit 1 oder 2 Beiten zu oerm. 06322 Hilledrnndstr. 14 p. 2 gut möbl. Zimmer m. elektr. Licht u. Schreibtisch zu verm. Kaiser-Allee 10 !. j Veraohiedejae] Schöne Mans.-Wohnung. 2 grobe Zimmer, 4Kabinette, nbgeschl. .Korridor, nur an ruh.Leute zu vermieten. 7542 Badnbofftrabe 45. Schöne Wohnnug, 1. St., m. Gas, Wasser u. Bleichpt. per 15.Nov. od. I.Dez. a. ruh.Leute z. verm. k7s»»2 VSL« ZS. 7280 Gesiern abend verschied nach kurzer Krankbett mern guter Mann, unser guter Bruder, Schwager und Onkel £w 8wj »Sanft« was wir tief betrübt mitteilen. Um stille Teilnahme bittet im Namen der Hinterbliebenen: 06368 Katharine RolShauscn. Gienen sNeuenweg 46), 10. Oktober 1917. Die Beerdtgiingjnndet Freitag,nachm.2^«Uhr. vom Vortale des Neuen Friedhofes aus statt. Gewinn-Auszug dar 10 . Prettssfsch-Süddecrtschef! (236. Königlich Preuss.) Klassen-Lotterie L Kl*5«e. 1. Ztehonfpstag. S. Oktober lf!1 Anf Jede Hsnaer Bind xwol gleich holia Ge- wlnne fofBllea, nad zwar je ©{»er anf die L©*p gleicher .Nrnmmer Ja den beiden AWeilnmfrea I nud II Innigen Dank für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme in unserem Leide. Fra» Katharina Mosebach geb. Stiehl Lisabeth Mosebach. Gießen, 10. Oktober 1917. ..... 1'd36o Gietzener Lesehalle-Berein. «siasaisasäs wodid und Freitags aus. Dagegen werden aü jedem L-Ntsz non 1-3 M vor 6—9 H|r Kt^itttms Bücher ausgeliehen. 7586 D lomi 106818 204786 21621 44598 94108 138781 191348 217179 (Ohne GewiLhr.) (Nachdru-k verboten.) ln der Vorml!t*gsxietan>j- frnrden Gewinn« 192 Mark jjeiog^n. 2 Gerrf-rme rn 15000 M 103709 2 Gewinne rn 10000 M 125801 2 Gewinne rn 5000 M 63121 4 Gewinne zu 3000 M 170648 1766558 10 Gewinne zu 1000 M 87880 99788 133634 161361 24 Gewinne zu 600 M 33583 68762 83979 113271 125196 158742 165226 169143 186870 214163 84 Gewinne za 400 M 5781 9834 16360 26885 26978 28593 36632 39523 40812 41872 60043* 70809 77639 81421 84420 85303 60389 102827 112170 112766 116970 116506 126702 145111 168856 176765 ,176375 185657 137189 192976 199619 200190 206934 206386 211096 225939 In der »aehmlitftiraTieiKmg wurden Gewinne Qfeea 192 Mark geroden. 2 Gewinne zu 60000 M 34408 2 Gewinne zu 40000 M 225664 2 Gewinne zu 20000 M 123001 2 Gewinne zu 10000 M 36617 4 Gewinne m 6000 >! 29962 117897 10 Gewinne zu 3000 M 7264 19004 46360 111148 137600 12 Gewinne zu 1000 M 27646 76868 108918 139071 180678 186073 24 Gewinne *u 600 M 19637 10964 29294 09114 109950 141710 160930 171729 173035 199140 216726 226291 82 Gewinne zu 400 M 2281 12764 35608 39968 43465 56160 56733 65620 66452 73903 79124 80884 86124 88925 93636 96^92 106091 106170 106281 118774 120750 120765 131290 133767 136692 144038 167940 162224 187661 174168 176296 180841 187767 188423 189748 203902 216049 223844 224383 226016 228714 SÄönc 3-Zimmcr-Wokma. von ruhigen Leuten Rahe des Bahnhoss pt. 1. 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Leib, SelterSweg 87 II. 06364 Ordentliches, junges Tienftmädchen gesucht. fiTrara Ooißner, Plockstrasie 9. 7568 Jüngeres DfenstmSdchcu gesucht. 06360 Adarai, Mäusburg 14. Mädchen '*•3^8 gesucht auf sofort od. später. Marburg, Gasthaus zürn Auerhahn,BarMsterstrahe33. Fahrgeld vergütet. 7372 UfffSüS J«Mgrea-e ?