Hr. 253 Der Stetzener Unjel^ci erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: O^tzenel Zami.'ienblätter, Ktcisblatl fir len Kreis Sietzen. Bezugspreis: monatt. 1 Mk.. viertel- 3 Mk.: durch lühole- u. Zweigstellen monatl. SO Pf.: durch die Post Mk. 3.— viertel- fährt. ausjchl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: für die Schnitt eiluirg 112 Verlag,GeschäftssteÜeöl Anschrstt für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen. Erstes Blatt *67. Jahrgang Donnerstag, Oktober X9XT postscheckksnto: Frankfurt a.M. U686 General-Anzeiger für Gderhesten Annatru 1 die % Bankverkehr: Gewerbebank Gießen ZwilUngrrunddruck u. Verlag: Brühl'sche Univ.-Vuch- u. Zteindruckerei R. Lange. Zchriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Zchulftr. 7. me von Anzeigen agesnumrner bis zum Nachmittag vorher. Zeilenpreise: für örtliche Anzeigen 20Pf..fürauswärtlge 2b Pf., b. Plaßoorschrist 30 Ps., für Reklamen 7b Pi. bzw. 90 Pf., nebst 2O°/„Teuer,mgszuschlag. Hauptschriitleiler: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. (Äoetz; Stadt und Land, Vermischtes u.nngarische Staatsmann mit dieser Sicherheit Wjr die küikstige internationale Ordnung eintritt, so steiht er dabei ans dem festen Boden der nücht mehr zu erschütternden Krie g sergebnis se. Zu ihnen zählt er vlor allem die Beseitigung des Dogmas, daß Oesterreich-llngarnj ein sterbender Staat sei. Nux ein Staat, der kämpfend sein Lebens-' recht .erwiesen und seinen Platz iln der VölkergemernschZrst gegeitz Me Angrifst sichergestellt 'hat, vermag die Hand zn Vereinbarungen! zu bieten, die nur kn einer rückhaltslvsen gegenstrtigen ^ Anerkennung der staatlichen Lebensrechche ^nöglich sind. Das gllt, wie für Oesterreich-Ungarn, so auch für alle Glieder unseres Bundes. Es entspricht dem Bewußtsein unserer gemeinsamen Stärke, wenn jGvas Czernin erwartet, daß die gegnerischen KriegS-iele, von denen unsere .Fernde schon vieles aufgeZeben haben, noch weiter zusammenschrnmpfen werde tl Ten großen Worten der feindlichen Staatsmänner setzt er die großen^ und starken Tatsachen entgegen, däe uns eine Sprache der BersShnlrchkett gestatten. Aber am* darüber läßt Graf C-ernin keinen Zwersel. Wollen die Feirrde die Fortsetzung des Krieges, so sind auch wrr ^n unseren Entschließungen frei und an daS jetzt apft gestellte Progronun nicht gebunden. Noch warten wir daraus, ob mich oius der anderen Seite sich der Geist vermchmrm lassen will. Daß diese Zeit des Wartens rarf# mbcgcmgt ist, ftawdj Gras Etzicrmn mit Äaft und Nachdruck aus. Die vormalige amerikanische ReutralitLr. Berlin, 2 Okt. (WTB.) Die „Nordd. Allg. Ztg." schlecht über den Bericht des deutschen Gesandten in Mexiko und die amerikanische Neutralität: Vor kurzer,Zeck hat der amerikanische Staatssekretär L-rnsing einen Berrcht veröffentlicht, den mrgeblich der kaiserliche Gesandte in.Mexiko an seme Regierung gerickutet hat, und in dem der srül-ere sckMedrsche^ Geschäftsträger in Mexiko erwähnt wird. Es wurde sofort festgestellt, daß ein solcher Bericht den hiesigen amtlichen Stellen wcht bekannt ist. In dem „Daily Telegraph" vom 15. Septeinber 191 und anderen Zeitungen lesen wir nun die Mittellung, daß der vor Lansing in seiner „Enthüllung" veröffentlichte Bericht vom 8 März 1916 datiert sei, und daß er sich anscheinend bereits lange Zeit im Besitz der amerikanischen Regierimg befinde, tot man hiermit die Tatsache zusammenhält, daß eine Reihe von Berichten des deutschen Gesandten in Mexiko aus dem Jahre 191b ihren Bestimmungsott nicht erreicht haben, so ist anzunehmem daß die amcttkanische Regierung bereits zu einer Zeit, wo d:e ^reinigten Staaten von Amettka noch im vollen Frieden m:tD euts ck>- land lebten und ihr Beettreter einander in Versicherungen der UM'-arteilichkeit und auftichtigen Neutralität gegenüber allen. Krieg- führenden überboten, systematisch amtliche Berichte des Geiandten in VExikv enttvenden ließ. Dieser allen Grundlätzen des Völkerrechts und der Neutralität widettpvechende Po straub ist leden- falls der beste Kommentar zu den hochtrabenden Erklärungen, mii denen Wilson seinen Eintritt in den Weltktteg begleitet hat, und m welchen er sich als Vottämpfer für die Herftchast des Rechtes w der Welt hinzustellen versuchte. * Costarica. Berlin. 3. Okt. (WTB.) Einer amtlichen Mitteittmg der spanischen Regierung zufolge hat die Regierung der ReMblck Costarica die diplomatischen Beziehungen zum Deutschen Reich abgebrochen. Wegen der Uebernahme des Sckmtzes der deutschen Jnteressetr durch eme neutrale Macht ist das Erforderliche in die Wege geleitet. * . * Die Neutralitätspolitik des Königs von Schweden. Stockholm, 2. Ott. (WDB.) Meldung des Schlw- bischen Telegrammbureans. Der König mef un: i/ 2 3 Uhr die Führer der drei großen Reichstagsparteien zu sich. Trugaer .und Admiral Ltndmaun von der Rechter:, den Uuiversitätspvofessor Eder: und das Mitglied der Ersten Kaunwer Kvcrrnzelius von den Liberalen und den Redak- te:rr Branting sowie den Abgeordneter: Dhorsson von den Sozialdenrokraten. Der Köniz sühnte dabei ans:^ Ich habe Sie, meine Herr er:, als Bertteter der drttLvoßen Parteien des Reichjtstages gerufen, um, itachdcm mein Staate rat heute sein Abschiedsgesuch eingereicht hat, Ihnen folgenden Antrag m machen: Seit Beginn des Weltttieges war rneme Politik darcrirf gettchttt, imser Land mißerhalb des Krieges zu lwlten und unter Währung unserer vollen L-elbständchkeit erne strenge nnpatteiische Nerckralitat zu beobachten. Aber mit redem Tag mehren fid> die Schtviernsteiterl für mtt, und es bedaft der Ms-Hen^n Völkern seiii, ÄtaÄ '"folge bei: «njggoIiHMBt V^hiümsse g«ne.m. ,^n. Glauben an den Sieg der reächm Sache etrtsaltete Oder man kanrt vielleicht den Satz nmdrehen uud^sa^en, daß Hin^rtchlrg die Per. ^ ^ )wm ^ l UIUIU1IIWII Ul ... ^ iS. ÄSÄÄÄi iSSsLlite» Weil« *u Ä.» PcrsöE h-m ich r 11 tv iuvivm .^«prige Angetegenyeii i^ul, öu ^ 3ad>m rnckiw ivlchen Umständen in de:' für das Laird bestredlgend- — r-'*-" '■ ^-L-’pi.: . nf r. r r • i jw Weise zu ordnen sind. Pctt'önlich hege ich die bestimmte Uwes das Recht wie du Macht besitzt, einen Anspruch aus erneu | L-r uTTq das Beste wäre, wenn, lvie es währerch des Weltkrieges ' tn mehreren änderten Ländern geschah, ein Wttmstierinm an der Sonne zu erheben. QcWIbel werden könnte von Vertretern sämtlicher bedeutenden politischen Mernungärichtungen, ein Ministerium, das eben durch me)eZusammense^ung sowohl nach innen gls auch nach außen die Mmrgrert scliars markieren konnte, /nil der meine bisl^erige Neutral c- tatspoiitlt von deni schwedischen Volke getragen ivird. Ich stelle mrr auch vor, daß ein solches Ministerium geeignet wäre, störenden tmtcren Reibereien vorzubeugen und während der jetzigen Krisen- beruhigend aus die Stimmung im Lande einzuwirken. Es rjt meme Ueberzeugug, das; dies der beste und richtigste Weg ist, das Ävaatsschin durch all die großen Gefahren und Schioierig- 7?llen, dre un-i' umgeben, zu führen. Ich appeliere an Ihre Vater - l au das che Gesinnung in der ernsten Lage, die infolge des noch mit MivermiTiderter. Kraft andauernden Weltkrieges herrscht, Ihre per- lonlichen Allsfassungen oder Parteiansiclsten einer glücklichen Lösung der vorliegenden Kragen nicht hindernd im Wege stehen zu lassen, ,andern an das gemeinsame Ziel, das Wohl des' Vaterlandes zu denkeii. ^ch lege es Ihnen sehr mrs Herz, diesen meinen Vorschlag genau zu etwngen und mit Ihren Meiirungsgenossen die Mög- liMert desielben gewissenhaft zu prüfen und mir das Ergebnis mitzuteilen. Ltockbv.km, 3. O'kt. (WTB.) Ter Vorschlag des Königs Mi die Parteiführer, ein Koalitionsnnnrsterium zu bilden, findet m den t/äorgenzeitungen aller Parteirichtungen lebhafte Zustim- mrmg. ^ Logar der ^ „Sozialdemokraten" ist einverstanden, weist fkDoai rn Ueoereinitimntirng mit „Tagens Rylfeter" und anderen liveralen Lettintgen -austü e unbedingte Notwendigkeit innerer «Kepormen, vor allem aus die Aenderung des Gemeindewahlrechts * * * Pässcverweiqcrung in Frankreich. »-r ? r . e J n ' Oktober. (WTB. Nichtamllich.) Pariser Blätter ver- oftenllichen eine halbamtliche Meldung, wonach die französische Regieimng den Delegierten für die i n t ern a t io gn a l e Ge- werrschaftskonferenz in Bern, die bekanntlich auf der Eewery clmftäkonfcrenz in London beschlossen wurde, des kalb die die Konferenz verweigerte, weil die Konferenz eine Herr acMicl>e Fühlungnahme mit den Delegierten in den feindlichen Landern bedeuten würde. Die Zustände in Rußland. Die demokratische Konferenz. Petersburg, 3. Okt. (WTB? Meldung der Petersburger Telegrapl-en-Agentur.) Nachdem die Liste der Redner ersck-öpft war^ erklärte der Vorsitzende Tscheidse, die Versammlung roeii>e zuerst über die Formel für oder gegen die Koalition abzu- fnmmen haben und darauf über zwei andere Formeln, nämlich ersten., über eme Koalition mit der Kadettenpartei und zweitens über eine Koalitton allein mit Iden Geschäftsträgern der Kadetten- varter. Mit ,60 gegen 688 Stimmen sprach sich die demokratische .eonferenz für die ^staalitron «aus. Da sich aber bei der UntcrLbstirn-> iming über die Art der Zusammenarbeit mit den Kadetten Line Mehrheit f^nd. wurde bei nocknualiger Abstinimung die Id e e de r Koalition überhaupt mit 813 gegen 180 Stimmen abgelehnt. Bern 3. Okt Daily Mail" meldet aus Petersburg: Ter £± m £ t! 4 Z? tl J* e a J Bo . ng J P e Ü bat mit 690 gegen 655 Stimmen den Antrag der Maxunalisten, eine Kundgebung für so- .fertigen Frieden zu beschließen, von der Tagesordnung abgesetzt. ^ ^ Petersburg, 3. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Meamty&eya^atfar. Nach bcn bereits gemeldeten rmd ^9«" eine Koalition *rr bre demolrntijc^Kvntere^. twß; das beträchtlich durch Der- Bureau am Nachmittag zu einer autzenordQll:lichen Sitzung zusammentreten solle, um ein Mittel .Widersprüllfe zu suchen und die Einheit des iTwkratischen^Wlllens zu verwirklichen. Gleichzeitig nahm die mlÄ^os^Ä^^^^^Entschließun^ an, sich iricht eher aus- ^ulosen, alv bu- i ich die Regrerüngsgewalt rn einer für die Demokratie annehmbaren Form gebildet habe. * isr^L^Ersburg, 3 Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Mellnng der i, e e 3 r ^pben-Agentur. Im Zusammenhang mit der Bewegn n g Kor n t I ows veröffentlicht die Regierung die En t- -- * 2». Wä£ Boulogne entstanden starke Brände. Gleichzeitig wurden militärisch wichtige Anlagen in London und in verschiedenen Orten der englischen Küste erneut mit Bom den angegriffen. In Lmidon zeugten mehrere Brände von ihrer Wirkung. In der Festung Dünkirchen riefen besonders gute Würfe in der Nacht zum 39. September ein Feuer hervor, das an den riesenhaften Vorräten, die hier aufgehäuft sind, reichste Nahrung fand. Nach 24 Stunden stellten unsere Flieger fest, daß der Brand rricht gelöscht war, sondern weiter um sich gegriffen hatte 48 Stunden später beobachteten sie, daß die Feuers- brunst sich über einen ganzen Stadtteil ausgebreitet hatte. Heute nacht konnten sie melden, daß ganz Dünkirchen ein Raub der Flammen geworden war. Damit ist ein Hauptstapelplütz des belgischf- englischen Heeres und einer der größten Umschlaghäfen für den Verkehr zwischen England und Frankreich vernichtet. * Berlin, 3 Okt. (WTB. Amtlich.) Seekampfflugzeuge der flandrischen Küste haben unter der bewährten Führung des Oberleutnants zur See Christiansen am 1. Oktober abends vor der Themsemündung ein englisches Großslugboot abgefchoslen und vernichtet. fh/hv sm . /Mut /tönt a# Ai /Av Tos Zuckermonovol. ., , Delersburg. 3. Oft. (WTB.) Meldung brr .. ^^gcn.,Steentnt: Die Regierung hot dao ^.„t.uiwnopol 5 eekrleg. Neue K-Boot-Erfolge. Berlin, 3. Ott. (WTB. Amtlich.) Neue U-Bvot-Erkolge rm Aermelkanal und in der Nordsee: 4 Dampfer 1 Segler, 1 Fischerfahrzeug, darunter 3 bewchfnele Dampfer und der neue englische Segler „Jndepedence". Bon den drei bewaffneten Dampfern fuhr einer unter französischer Flagge, ein anderer war vom Anssehen des englischen Dampfers „Kendal Castle" (3885 BRT.). Der Chef des Admiralstabes der Marine. Die Wirkung des U-Boot-Krieges. Berlin, 2. Ott. (WTB.) Trotz der sehr scbarien Portugiesischen Amsur bttngt „C°mme?ci°Ne Porto" nL dem 13. September folgende bedeutsame Mitteilungen über reg: Der August hat dem Optimis- mus Lloyd Georges nccht ent,procl>cn. Die Wirkung der Tauchboote inacht sich gerade bei Schiffen größeren Raum- gehaltes bemerkbar. Bor kurzem erst hat ein Tauchboot an ^ Küste 6 Schiffe mit insgesamt 42000 Toir- nen versenlt, das macht im DurchsäMti 7000 Donnen Man also, wie mangelhaft die Angaben der amtlich«! nv.MÄ“ n9m fte immer ,rur v°n Sclstffen Tonnen sprechen. Die englische Presse stellt die Veröffentlichungen, die von 6 Millionen Tou- nen bis Cnde Augujt sprechen, gar nicht so sehr in Abrede ^ a ^r nmt ?"■ öaB di« (Mt bis (Ä.be des Jahre« auf 23 mOkwber 1917. hindenbnrgfeier. Zu einer Feier des Gebn-rtstages des Genevalseldtnarschalls von vrndenburg hatte die Ortsgrrcppe Gießen der Dent- jchen Vaterlaridsprrte i gestern abend ht die Nene Aula geladen, und eine stEltche Schar dentsclier Männer und Frauen l-atte der Emladung Folge geleistet, nur in euteu Stunde stillen Erbanens des deutschen Näannes mib Helden Hlltdenburg zu gedenken Nach den ernlerLeichen Kl äugen ^der Kapelle des Ersatz-Bataillons begrüßen Professor -pr. Opitz, an Stelle des abivesenden Vorsitzenden Gehecmr<ü Prosessor Dr. Spengel, sodann der Rektor der Landesumv^ersrtat, Gel-eimrat Professor Dr. Gisev ins die Der sanlmlnng und üab-rm der Verehrung und Wertschätzung für den großen Felduiarjchall beredten Ausdruck. Besonders wies der Rektor der Universität daraus hin, daß ganz Deutschland durch den Krieg zu erner FMnstre znsainnvengeschveißt sei, und daß es ein .herzons- bedursms isdes Deutschen sei, den Geburtstag des größten Ä>hnes ^E'br Fanrll-ie zu setern. In diesstnn Sinne freue er sich darüber, die Raume der Universität für eine Hindenburg-Gebu'rts- ta g s feier öffnen und die Teilnekmver an der Feter in der Aula begrüßen zu können. Dem klassischen Werke des Generals von (elauseimtz Vom Kriege" entiielmre er den Satz, daß die Uebermackst der Zahl der Gegner reichlich durch das Genie des detitsck-en Truppenirchvers wellzii-machen sei. Die Ueberzahl der Gegner war da., Der Genius .Hindmburg rettete tiicht nitr die deutschen Ost- provinzen: er gab dem Kriege die eiitsch? iden.de Wendung im Osten utz Wiytein Der Retter des Baterlaiides lxtt Anspntch daraus daß sernles 70. Geburtstages in warmer AnlKnglichkeit gedacht wird Die Begrüßungsansprach? schloß mit den eigenen Worten Hinden- vitrgs: „M o g e ii Tt f c r m teuern Vaterlande b c r Geist öort 19 14 tn .Öffentlich langen Friedens) ährest erhalten b I e i ben." „ Ms HauptrAner des Abends ergriff sodann Professor K u n tz e l aus Foankjnrt am Main das Wort und enttvars ui wnckstigen, großen Zügen ein Bild desseii, was Hinden- und Mentet: Aus der Schule des größten Stra tegen, Myltle, der Sckmle der Umgehtnigsschlacht bei Caniiä liervor- gegangen, rm Geiste des Feldherrnideals Friedrichs des Großen ge bildet hat sich hindenburg seit den Tagen bei Taimenberg zu überragender Bedeutung ^eniporgesckstvungen. Nicht allein kriegSgeschichtlich, sondern auch wirtschaftsvolitisch hat sein Genie Ueberivältigen- des geleistet: verdanken wir ihm doch der: Nutzen Rumäniens, Kür- tands und Litauens, sowie die Sicherung Siebenbürgens Ans der unhaltbaren Bcrdim-Fvont wimevb. w-rrf « alw seinc Kräfte nach dem Osten imb schuf dort dnrch Taten die Borberertnngen und die Gewahr für einen für Dn>tschland sicheren Frieden. Als ^e>-r ber der Initiative int Angriff, als Kenner de's fc’ schen-Maicruüs. rati bem der Feldherr zu kämpfen hat, besminen ab- wagend und Trrcmwe >atEsPielend, ^alS lebende Verkörperung'der Kmrtschen und Hegelschen Jr«alp.hilosoptzie hat ftindenbüra in allem erreicht, was sÄwn ein Mensch erlangte. ' Mn. als dem die bestehende mmcarchische Supcrivrität Anerkennenden und deshalb frei .handelnlden sind die Lose des Geschicks in die Hand gegeben, und es blnbi zu k»ften Und zu ertrrrrten, daß er oder vielmehr die überzeugende Kratt seiner WirNichkeltsgedrnken bei dem lommende-r Fneden den notwendigen Einfluß haben und den reckzten Weg ffnden ward. Mrt ,ern>Sn dreifache:! Hoch auf Hindenburg. in das di- Anwelendcn begeistirt ernstimmten, schloß der Redner seine Ausführungen. Jdk Anschilirß Uevan sprach Professor Dr. O p i tz im Nwno, der Deutschen Vaterlandspartei Gießen fernen Tank aus und brachte folgende beiden Telegramrue, die sodann abgesandt ivurden, zur Verlesung. An Seine Majestät den Kaiser: ^Hunderte Gießeiier Bürger >und Bürgerinnen, zur Feier des /O. toeburtstages des Generalieldiuarschalls vmi 5?indenburg ver- sammelt» beglückwünschen ehrfurchtsvoll Ew. Majestät zu der churklichen Fügung Gottes, die in lstrchster 4Lot des Vaterlandes Ew. Ärajestät in Hindenburg imd seinem getreuen Helfer Luden, dorss die begnadeten Schlacksterrlenker gab, die die Ueberzahl der Feuide ab zu wehreti und Sieg auf Sieg wi unsere ruhmreiche» zahnen zu heften wußten. Voll innigem Dank gegen unsere unvergleichliche Streitmackt und i^re gewaltigeii Führer stelrt die Hentiat geschlossen hinter den Kämvferii. Nichts, >veder Verlemn»- dilngrm der Engländer, Wilsons tückische Noten, nicht Nvt noch Entbehrungen können uns wankend machen in der miverbrüch- ö". Katiter und Reich. In dieser Treue geloben w« miszuharren, bis unsere S.iege «gekrönt sind durch einen starÜe» (Frieden, wert unserer ungeheuren Opfer, in dem des Vaterlandes erhöhte Macht und Sicherheit vor neuen tückischen lieben alten nnö freie Entwicklung verbürgt zu immer höherer Blüte unter der Führung Ew. Majestät." An den Kanzler des Deutschen Reiches: "Hunderte zur Hindenburg-Feier versammelte Hessen bringen den Dxrnk und das Vertratcen zu unserem gewaltigen .Heersührex durch das Gelöbnis zum Ausdruck, daß sie unbeirrt durch ans- ländische Einflüsterungen ausharren 'wollen in unwaudelbarev Treue zu Kaiser nud Reich, bis der nahe Sieg erstritten Und ein starker Friede erreicht.ist, der Sühne schassi für den tückischen Uebersall ditrch die Feinde iurd dem geliebten Baterlande durch erlühte Macht Sicherheit bietet gegen neue Angriffe nnd zu glücklicher weiterer Entwicklung bis in die fernste Zukunft." rv ^öer Absingen des Lj-edes „Deutschland, Deutschland über alles' schloß tdie eindrucksvolle Feier. -ur- * ** Verkauf v-on Birnen. In der Turnhalle der Stadtknabenschule, Nord-Anlage 8, lverden von Freitag den 5. Oktober ab, vormittags von 8—12 Uhr und nachmittags von 2—6 Uhr, Birnen verkauft. Siehe Anzeige. ** Gänse. Iw Jahve 1916 ist weder eine Bewrrtschiftung iMch eine Preisregelung für Gänse vou Reichs wegen.vorgenommen worden. Als am 1. Oktober 1916 die Reichsfleischkarte eingeführt wurde, konnte diese nicht auf die Gänse erstreckt werden, da der Anrechnung aus die «geringe Kopfvation dev Karte zu große Schwierigkeiten gegenüberstanden. Deshalb stieg im Spätherbst die Wertschätzung dev > -teil freien Gänsefleisches im Verbrauch, was an vielen Orten zu einer maßlosen Preissteigerung führte, die zu den gehässigsten Kritiken in der Presse und zu berechtigter Miß- stiintnnng unter den minderbemittelten Kreisen der Bevölkerung führte Auch haben die hohen Preise zweifellos zur Berfütterung von Getreide angereizt. Eiene Wiederholung dieser Zustände mußte vermieden werden. Ties war aus dem Wege des Fleischlarten^ zivanges wegen der schon im Vorjahr gewürdigten Schwierigkeiten! nicht zu erreichen. Eine reichsrechtliche Erfassung und Betvitt- schoftung aller Gänse kam ebenfalls nicht in Frage, schon weil die bimdesstvatlichen Verschiedenheiten dies verbieten. Lediglich die -Einfuhr aus dem Ausland und den besetzten Gebieten ivird von Reichs wegen ersaßt und verteilt. — T^agegen hat das Reich einheitliche Grundlagen M' einer sckiarsen Kontrolle des Gäit jelianötts durch die Verordnung vom 3. Juli 1917 gesck>assen. Hinsichllich der darin festgesetzten H-öchitpreise ist den Landeszentralbehörden oder den von ihnen bestimmten Behörden überlassen, niedrigere Preise festznsetzen. Tie Gvoßh. Regierung hat den Gvoßh. Äeisänttern die ErmäMgung hierzu übertragen, da die Verhältnisse in den einzelnen Kreisen zu verschieden sind, als daß ente Regelung für das ganze Gebiet des Gvoßherzogtmns einheitlich erfolgen könnte. TaZ Gleiche gilt für die Befugnis m einer Anordnung in der Richtung, mich für lebende Gänse den Verkaujs nach Gewicht vorzuschreiben. Ferner können die Kreisämter weitergehende Bestimmungen über den Verkehr mit Gänsen erlassen, insbes-ondere den Handel mit Gmisen von einer besonderen Erlaubnis abhängig machen oder den Verkauf bestimmten Stellen übertragen. Unberührt bleibt jedoch die reichsrechtliche Vorschrift, daß vom 25. November ab bis auf werteres die entgeltliche Abgabe von geschlachteten Gänsen durch den Züchter oder Master verboten ist, domtt eine Mästung von Gänsen mrr so lange erfolgt, als die Stoppel mast aus genutzt! werden tarn. Eine weitere Mästung wäre nämlich später nur verbotswidrig^ mit besÄagnahurten Körnern oder mit Kartoffeln mög- lich — Für den Verkauf an Händler, ebenso für den Verkauf von biefen an Züchter und Master ist der Schlußscheinzwang eiw geführt. Für -den Verkauf an Verbraucher gilt der Schlnßscherw zwang nicht. Ebenso ist er nicht erforderlich für den Absatz an staatliche lvdvA)-rt. Der Vorsitzende nnd dev Rechner Ivurden wtcdctgcwählt. Außerdem gehören dem Vorstand« noä.j an: r>'vau Professor Eichbaum, Frau Professor Höhl- bau m, Frau Geheimrat Gail Fräulein Berta Kalbihenn, Fräulein Berta Sandmann, Frarl Oberstleutnant Nau- mann und Fräst Geheimrat Sieders. Me Vorstandsmit- glieder sind bereit, Interessenten die Satzungen zu übermitteln iw tme über den Stand der- Vermögens und die seitherigen Bemühungen des Vereins Auskunft zu geben. o" „Sammelmerkblatt". Was soll gesammelt wer. den? krregswrrffchnfflichen Zwecke w-ird ge* jcunmelt? Von wem uüb 511 welchen Preisen lverden di< (gttnrnicU^f^fitftÖTÜx* abflera>nnnm 0 Wer erteilt Austturft über die em^hten OtegfnfiÄnbc? Auf alle diese Fragen gibt ein Merkblatt Bescheid. baS der soeben «rschvenvren Nr. 30 deö ^Kriogsamts, Amtlidw Mitteilungen und Nachrichten" bettiegl und von dein beim Kriogsamt gebildeten Krie^sans- schuß für Sammet- und Helferdienst, Berlin W 8. Ehar- lotvenstraße 71, bezogen »verden kann. ** Betrug. Zu der gestern verlfffentlichten Mitteilung über eine Betrügerttr, die es verstand, sich auf unredliche 4krt und Weise Sdmhe zu erschnnntzeln. wird uns mitgeteilt, das; ein weiterer, ähnlicher Fall sich inzävischen ereignete. Es erscheint daher größte Borsidn am Platze. Zn»nkdnmlid^ Mitteilmrg nimmt das Polizeiamt, Krinumil- Ädteilung, entgegen. ** Invalidenversicherung. Der Kriegsbesdtzi- digre *8. au* Altenbüren in Westfalen erkrankte am 1. April 1913 und war deshalb monatelang in einein aus- wartitten Vereinslazarett, Durch eine Notiz in der Zeitung nnnde er aus seine Ansprüche aus der JnvalDenvcrsicherung austrverksam genmcht und stellte Antrag auf Rente, muß aber über 4 Monate Rente verlieren, weil dieselbe nur ein Jahr ruckwärtt.' vorn Tage der Antragsteklnng cm gewährt wirv Es kann deshalb allen Krieg sdesck>ähigtkn nicht dringend genug ans Herz gelegt , vertan, sich rechtzeitig um die Geltendmachung der Änsprüickie zu kümmern, oder in Zwei - felsfätten bei der Benonndeteiv-BsratungsstMe (^»pred)- sdmden Dienstags und Freitags von 2V» bis A/s Uhr im SoldateNheim) Rat $it holen. Soloeit die Verwundeten der hiesigen Lazarette nicht crüsgehen vännen, i».»ollen, sie sich sänufllich an den Leiter der BcwimutHedeir-Berattcrogsstelle. H. Kirchner. Schisfeirl>erger Weit 16, wenden. Das Kreisblatt Nr. 168 enthält Verordnungen über: Wartoiset Versorgung, Seisen-Berbrauchsregelung. "Urerse von lebendem Weh, BesaLamnchme von Fässern, Forchildamgsschttle. Höchstpreise von Wild. Blutteradgadc an Kviegsgefangene, Schrotmühlen. Hessen-Nassau. --- Frankfurt a. M., 3. Okt. Während des stärksten Nttt- tagsverckchrs machte sich beute ein 17jähriigcr Bursche, unbekümmert um die vorbeiflntcnde Menge, daran., den ^lusl^ingokasten eines Jwoeieugesä^äch.' in der Sjbplcrftrafec mit einem Meißel z-u er* brechen und seines J^chatis zu berauben. Der zufällig in das Geschäft znrückllehrende Inhaber sah, wie der Dieb mit .seinem Raul' berfritoiwböi wollte. Er eilte dem Burschen nach, süßte I«d übergab ihn der Polizei -- Frankfurt n. M., 4. Okt. Eine zahlreich besuchte Versammlung von Studentinnen der hiesigrn llnirxnsität beschloß heute infolge eines Aufrufes doS.Krirtzismmisters, sich den Muni- ttonsfabrikni als Arbetterimren zur Verfüg,mg zu stellen. — Höchst a. M., 3. Okt. Unter^Führicng von etwa 30 Damen und Herren aus dem Kreise Swllupönen trafen heute abend die nasßnrrsdZm Ostzreußenkiirder nach iünfmonatliäiem Aufenthalt in der -Ostmark mit den, Sonderzug „Tora" chier ein. Eine gewaltige Menschenmenge. vorxm die AngÄörigim, begrüßte die Ml Leib und Seele-ausgezeichnet gekräftigte junge 'Schar. Tie Kinder Ivaren voll des Lobes über die lieln'wlle Aufnahme, die sie bei ihren vstvreußischen PflegerÜeri, gefunden haben. Einem Vier «ngegangsren Telegvamm de> Landrats von StaNnpönen zufolge ist beider, Teilen der Abschied recht schwer geworden „NäckstoZ Jahr auf .Wiedersehen!" schloß viclsat^end das Telegramm. Die ostpveußischen Reisebegleiter verbleiben nrehrere Tage hier als Ymste der- Höchster Bürgerschaft. va. Weil bürg, 4. Okt. Leutnant Tr. Heil. Oberlehrer an der hiesigen Lirndnnrtschaftssdvllc. und Leutnant Richard Moser erhielten das Eiserne Kreuz 1. Kl. Aus dem haiiptausschuh des Reichstags. Berlin, 3. Okt. (ADV.) Im Hauptguss ck u ß des Reichstags erklärte bei der Beratung von Wirtschaftsfragen der Vizekanzler Tr. Helffcrich zur Frage der Zivangssyndi zierung einzelner Industrien, es Ixutble sich um Norm ah nahmen. Wenn auch manches bl,üben müsse, so das bel>ördlicl>e Zusammenwirken mit den das Wirtschaftsleben stützenden Kräften, -dürfe doch das Prinzip nicht allzu weit ausgedehnt werden. Tie als unerwünscht erkannten Maßnahnren müßten später tunlichst bald wieder aufgehoben werden Ttt Gedanke einer -Organisierung des Wirt- IckastÄebens sei an sich iricht von der Hand zu weisen» dürfe aber nicht so weit erfolgt werden, daß eine vollÄvirtsä-aftliche, ber pri> Voten Initiative entbehren**' Viaschi ne zusdrnde käme, tndmeljr müsse die priixUc Initiative als treibende Kraft gestärkt werden. Die ZwangSsyndizierung sei erst aus zwei Gebieten durcl>geführt. Das beweise, wie vorsichtig das Vorgehen sei. Ohne das behördliche Eingreifen balle der Wettlauf um Rohstoffe die kleinen Unternehmer der Schuh- und Seidenindustrie vernichtet. Im lvesentlichen sei die beabsichtigte Schonung aller berechtigten Interessen gewahrt. Die Schaffung eines Amßgt«ÜS sei der Zeit der lleber- gangswittschast Vorbehalten. Be r l i n , 3. Okt. (WTB. Nichdamll.) In der weiteren Beratung des Hanptansschilsses des Reichstags lvnrde vom Zentrum ein Ai,trag ivrtrelegt. bei ber Schaffen von Zlvangssnndi-- laten sich auf das alleräußerste Maß z>, Hescknänken. sonne daraus Innzulvirken, daß die Leiter der Zlyanassyndikate bei der Ausübung ihrer Wirksamkeit die kleinen unb mittleren Betriebe nach Möglichkeit schonen und bei den unbedingt notwendigen Einschran- kungen den Interessen der einzelnen Landestelle tunlichst Rechnung tragen sollen. Ministerialdirektor Müller sprach, dann die Hoffnung aus. daß die vielen Klagen über all-uhohe Schuhpreise nunmehr anshören würden, nachdem ans,wklärt worden sei, daß die hobrn Preise durch, die wirtschstrftlichen Verhältnisse l>edingt seien, ,md daß die Behörden und Organisationen keine Sclptlb trifft!. Man iverde cu,ch alles tun, um trvh der Ledcrknappheit. der Schulwot durch re^ßtzcitige Herbeisrixrffung der mtsprechenüen Ersotzstofse zuvvrzuwmmcn. Der Cl,cs des Kriegsamtes, Gemwalmajor Scheuch erklärte gegenüber den Befürchtungen, die von konservativer Seite er- lvähnt wurden, daß wir ans Mangel an Rohstoffen in kurzer Zeit den Krieg nicht mein fortsetzen können: Wir sind bezüglich» unserer Rohstoffe, die ,vir im iveseimichen zur Erzeugung von Geschützen ,md Munition bvcruchen, nicht allein ans den Vorrat angewiesen. Wir können mit dem Vorrat auch gar iricht aus- konnnen, sondern müssen mul» ans die Erzeugung zurüctzneife,^ Diese ist in gsrtem Gange. Daß nicht alles itberall einfach u,ü» lchatt gehen käirn, wissen Sie so g,rt wie ich Den Einblick aber, den ich in diese Verhältnisse hier im Kriegsamt und den dem likriegsomt Nachgeordneten Behörden, sonne in anderen Organisationen bekommen halx'. erfüllt mich m i t v o l l c r Z n - verficht. Wir batten im vorigen Jalire zeitweise Sch-vierig- keitcn in der Herchllung. die in Tvm,svottschwi,'rigkeiden lagen. Sie wurden aber in einer bestimmten Zeit und vhive daß irgend- l,»eiche Nockiteile hervorgerufen wnrdc'n. überünenden. Diese Schwierigkeiten bes vergangenen Wärters sind für uns und für diesen Winter Erfahrungc'n. Wir werden sell>st,»erständlich wieder Schlvie- rigkeitcn haben rnslx'scnwcre bezüglich der Beförderung mit der Eifeichal,,, nsw. Aber wie gesagt, die Erfahrungen des ,»origen Jahres sind da. sie werden ims veranlassen, die Sache viel leichter zr, überwinden als im vorigen Jahre. Die Frage, die hier gestellt wurde, wn'gt mlßerordenllich schmrr. weil da. Ivo sie «rfgeworfen wurde, Zweister sind. Dann „mg die Antwvtt auch da sctpver wiegen, wo eiw^r ein Ziveisel besb'kt. Es soll keiner zweifeln. Im we i teren Verlaufe der TeKrtte stellte UnterftaatssükretLr Dr. Schwan der gegenüber den Besünchtungen. die bezüglich seine,' Auffassung über die Zukunft der Zwangsshndikate vor - gebraclü worden waren, fest, er habe bereits frül)er ausdrücklich erklärt, mit Staatssekretär Tr. Helfferich darin übe rein zu stimmen, daß die Syndikate nur so lang,' aufrecht zu halten wären, als es die infolge des Krieges entstandenen Wirtschaftsverhältnisse un bedingt erforderten. Er IxrbE ratr gesagt, daß man beute noch nicht ab sehen könne, ivelche Tauer sich hieraus für das Bestehen der Syndikate ergeben weite. Sicher al>er fei auch er der Meinung, daß die Einrichtung ,nieder abzulxrnen sei, sobald die allgemeinen Verhältnisse es gestatten. In der A i? fti m m u n g wurde die Entschließung des Zentrums angenommen, ferner eine gemeinsame EntsMießung der Fortschrittler, Ncrtvonalliberalen und des Zeittrums, bei den Bor» verlxmdlnngen über Zivongssyndiziorungen oder andere Zusammen legungen von Industrien auch Sachverständige des Handels zu hören, endlich eme Eirtschließung des Zentrums, ftaatliebe Hilfe leistung für den gewerblichen Mittelstand, insbesondere zur Wiederaufrichtung seiner Betriebe zu g«oäh,rn. Lur dem Reiche. Die Kriegsanleihe. Berlin, 3. Okt. (WTB.) Die Einzahlungen auf die siebente Kriegsanleihe haben, obwohl erster Pflichtzablungs- termin der 18. Oktober ist, bereits seit dem 29. September einen außerordentlich g r 6 6 c n Umfang an g c n o in men, sv daß der bisher sestgestellte Betrag den während der gleichen Zeit bei der 0. Kriegsanleihe eincwzahlten erheblich übersteigt. Diese sehr- erfreuliche iatfad/c sollte für jedermann eine Mahnung sein, mit dafür zu sorgen, daß das Endergebnis der Zeichnungen den zurzeit zulässigen hohen Erwartungen evttspricht. Ein parlamentarischer Abend beim Reichskanzler. Berlin. 4. Ott. (WTB. Nichtamtlich) Zum ersten Male seit üstüegsbeginn öffneten sich die Räume des ReichS- karrzlerhaufes gestern wieder zu einem parlamentarischen Abend. Unterstützt von seinem Presseclief, von seinem Adju tauten, empfing der Reichskanzler miss liebenswürdigste seine zahlreichen Gäste aus allen Parteien des Reichstags. Außer den Abgeordneten waren säst sämtliche Staat mttrifter. StacrtKfettetare. UnttrldaatSfekrotäre und Mtnisto- rialdrvektoren, mehrere Mitglieder tetf Bnndesratvv der Di- reftor und die Räte der Wachrietftenadtdiung des ^ttrswüLtie gen Amts erschienen. 'Auch eine große 'Airzahl von Vertretern der Pressoorgainsationen do»s Weid# und der Ber- liiver Presse war geladen, denen elnmso wie den Abgeordneten selbst crtinhifcUtc Gelegenl>eit geboten war, die neue,? Mitglieder der Reüti-sleitung mvd der preußisä)en Staats- regieruna in zlvanglosem Gedankmunisvansch kennen zu Lernen. Die politisd^e' Unterhaltung war sehr rege nnd hielt die Gäste des Reid>skanzlers bis um die zwölfte Stunde beisammen. Von der ZenttumSpartei. Berlin, 1. Ott. Der Reichsanssdiuß der deutschen Zentrumspartei wird taut L. A. am 9. Oktober zu einer Sitzung im Reid>stagsgebäude in Berlin zufammvw treten. Letzte ricHchrichten^ Fcindlid,c Flieger über Karlsruhe. Karlsruhe, 3. Ott. (WDB.) Gestern abemd und un Laufe der Nacht waren zahlreiche feindlid)o Flie- g e r ü b er b a d i s ch e m Gebiet, dc'ad) den bisherigen Meldungen hatten sie als Ergebrris ihrer Unternehmung gen nur einige Bombemv-ürfe ohne MensckM und Sachschaden ans freiem Gelände bei Achern, Rastatt mck Baden-Baden. Im übrigen hatten sie dmrk der tattra fttgen Abwehr keinerlei Erfolge. Feindliche Flieger über Straßburg. S tra ßbu r g . 3. Okt. (WTB. Nichtamttidz) Feindlich- Flieger Wfttri;,teu aut Diensteg den.2. Oktober 19l7 9 Uhr abends sich der Stadt zu näl-enr. IN dem darauf «»fetzenden Sperr- fciuerder A b w e h r g e s ch ü tz!e gelirng es irur eftriinn wenigen Flugtzvugen, die Stadt zu überfliegen. Nach AjbNNrrf t»on ivemgen Bomben nördlich des Festungsbercich-s, wovurch keinerlei ntiiitäxi^ Klier und ,uir twnz hieringer ^achschwcn angerichtet wurde, verschwanden die Fingzeatge allgemein in nördlicher Mciitung. Der Prozeß des Prinzen Leopold von Preußen. Berlin, 3. Ott. (Privattel.) In dem Prozeß vor dem geheimen Jnstizrat des K a nn n ergerichts wecken Entmundi- gnng des Prinzen Friedrich Leopold vor, Preußen Sohn, dem der Prinz, die Dttttter nick) die ^PrinZessin Friedrich Leopold beiwohnten, wurde nad) vielstiuvdiger Verhandlung beschlossen, die Entscheidung auf den 17. Oktober, vormittags 10 Uhr, festzusetzen. Ein Taifun in Tokio. Tokio, 3. Okt. (WTB. Nidftumtlüh.'l Rerttrrrneldnng Ein Taisirn von ine dagenwserrer Stärke hat Tokio Montag am frühen Morgen verheert. 100 000 Menschen sind ovdad> los, Hunderte tmtrbeii getötet, verletzt und loschen vermißt. Die Anspi-liche der Entente. Stockholm. 3. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) „SvenSka Daabladet^ bespricht die Ansprüche der Entente an Deutsri> Land inbezug auf die Friedensbedingungen und fällt habe, folgendes Urteil: Die Forderung der Entente, Deutschland solle im voraus allen Absichten auf Belgien entsaget, ist ein unsinniges Verlangen, auf das einzugehen, sich Dr. Michaelis mit Recht weigerte. Es wäre ja im höchsten Grade wünschenswert, daß Belgien wieder frei und selbständig würde, und Deutschland scheint aich nicht abgeneigt zu sein, das Land unter gewissen Garantien herauszngeben. Es ist einer der Lichtpunkte im Weltdunkel, daß derjenige, der Unrecht beging, gewillt zu sein scheint, auch seinen Ilebergriff gegen Belgiest tvieder gut zu machen. Daß aber Deutschland vor den Friedensverhandlungen die Trümpfe, die es in der Hand hat, wegwerfen sott ,während seine Feiiwe die ihren behalten, ist zuviel verlangt und kann, solange Deutschlarrd mribi besiegt ist, nicht anders als in dem Sinne beanttrwrtet lver- den: Deutschland braucht alle Vorteile, die es hat, tvenn es zusammen mit seinen Verbündeten bei der großen Schluß- abred,nung beinahe der ganzen übrigen Welt gegenüber treten sott. Es muß ettvas zun, Austausch haben, um lvieder zu bekommen, was es in seinen Kolonien, auf den Handels- mürkten mW im Schiffsverkehr verloren hat und um von seinen Eroberungen das zu bel-alten, was für sein Bestehen unbedingt nötig ist, sei es, daß dieser Landgewinn den Bun desstaaten angesügt oder zu selbständigen Pufferstaaten zwischen dem Reich und seinen Nari-barn gemacht werden. - Zum soforliaen Eintritt werden gewissenhafte Bannte für ViiWItung gesucht Angebote mit Licht- bild. Zeuanisabschr., Angabe der GebaltSsorderung und des EintrittSlageS an Nn 6 olt llkrinx Bangeschäst, Holziinuten l5tr. Siegen,. 73,W Lehrer oder L f hrsrin io. einige Stunden Privat- unicrrictit in der Woche erteilen können, koiort gesucht. Dchriitl. Angebote unter 7M9 a. d. Giehener Anzeiger erberen. , . .jsser und Installateure finden sofort Beschäftigung bei 710&D E. MERCK, Chen). Fabrik. DSEMSTADT Kock- mul Taillen- arbeiteriiinon gesucht. 0(£203 Mü ller. AUe estrahe 16. 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Gestern nacht gegen I Uhr entschlief nach langem, schwerem, mit großer Oeduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Herr Carl Erdmann I. im 61. Lebensjahre, Gemeinderatsmitglied Die trauernden Hinterbliebenen: Elisabethe Erdmann geb. Simon Karl Erdmann II. und Frau Lina geb. Seipp und 2 Enkel. Lollar, den 4. Oktober 1917. Die Beerdigung findet Freitag, den 5. Oktober, nachmittags um 3 Uhr, statt. ' 7390 Hotel Fürstenhof morgen Freitag, 5.,0kt.8Uhr: Eessemeier " Vors. d. Deutschen Fichtebundes e. V. Inhalt neu: Gibt es eine unsterbliche Seele? Wo weilen unsere Entschlafenen? Erkennen wir uns wieder? 06159 Berlin 20 mal wiederholt, Karton im Vorverkauf ermäßigt: 1.30 (numeriert), 0.80, 0 50 in Busch’s l\ai 4015 Musikhaus, Lindenplatz. An der Abendkasse: 1.50, 1.—u. 0.60. DT“ Nor noch heute and morgen 18E2 Bernd Aldor der bekannte Schauspieler, durch sein persönliches hiesiges Gastspiel in DesGoidesModerDieSintfluf Gewaltiges Filmgemälde in 5 Akten. Nach dem weltberühmten Roman von Strindberg. 7389a Lichtspielhaus. Bahnhofstr .34 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang« unserer lieben, unvergeßlichen Mutter Fra» Hsraiiie SeM Wwe. geb. Laag s.-igen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Faiüäiie Louis Scherff Familie August Hatick Familie Karl Mortk. Gießen, L Oktober 1917. 7 :gj jrtibniWntll versch. Systeme zur Miete. Franz Vogl r Co., GieCen. Alleinvertreter der „Stoewer-Record und Etile". Goethestrahe 32. Fernsprecher 2884. Öcrtfmt gebraucht, zu kaufen gesucht Schriftliche Angebote unter 0U215 an den Gieh. Anzeiger. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teil- nähme bei dem Ableben unseres lieben, unver- geblichen Kindes too* Rosa fagen wir auf diesem Wege unseren herzt Dank. Familie F. Grünewald. Allendorf a. d. Lumda, 4. Oktober 1917. .^.Underloses Ehepaar sucht mobl. Zimmer mit Küchenbenutzung in bess. ruhigem Hause. Schx. Angeb. unter 06181 an den Gieh. Anz. Einfach möbl. Zimmer mit ^reppenetngang sofort gebucht. Schriftl. Angeb. unter 06202 an den Gien,. Anz. Ein schön möbl. Zimmer mit Morgenkaffee t. d. Nähe des Kreisamts per 15. Okt. gebucht. Schr. Angeb. unter ,386 an den Gieh. Anzeiger fiantisis-LeliriasiÜul Hießen Bahnhofstraüe 60. Am !•—5. Oktober beginnen wieder neue Winter-Halb- und Vierteljahrs-Kurse in Schönschreiben, Stenographie, Maschinenschreiben, einfacher u. doppelter Buchführung, kaufm. Rechnen, sowie allen übrigen Handelsfächern. Eltern, die ihren Kindern eine wirklich gediegene Ausbildung zuteil werden lassen wollen, mögen die Rechtzeitige Anmeldung nicht versäumen. 05519 Spezialkurse für Knegsin validen,Tages- und Abendkurse für Herren und Damen jeden Alters. Prospekte gratis. Wein ii. 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Die Nutnmern dazu sind vorher auf dem Sladtban- amt, Asterweg 9, mährend der AmtSstunden zu erheben. Der Preis der Birnen beträgt pro Pfund 20 Pfennig. Gießen, den 3. Oktober 1917. 7387V Der Oberbürgermeister.