Nr. M Zwettes Matt LrscheirU täglich mit Ausnahme de? Sonntags. Verlagen: „Gietzenrr ZamilienblStter" und „NretZblatt für den Ureis Äictzrn". Postscheckkonto: Frankfurt am Main Nr. Nü86. vankoerkehr: Gewerbebank Gießen. 167. Jahrgang e«? General-Anzeiger für Sberhesten Montag, 17. §eptembe? 1917 Zwillingsrunddrilck und Verlag: Brühl'icheUnwersiläts-Buch-u.St'indvncterei. R. Lange, Gießen. §chrifHe!juna, GeschästssteLe und Druckerei: Schulstiage?. Geschäftsstelle «..Vertag: L-^^ül, Schriftleitung: 112. Allschrift für Drahtnachrichten;AnzeigerGießen. Au» Stadt und Land. Gießen, 17. Sevtember 1917 . *-* Vom Hofe. Der Gvoßjherzog und die Großherzogin be- tzuch,tel' unter Führting des iHjerrn (Direktors Tr. (Schmidt disj Ausstellung der Grossherzoglichen Hof-- und Landes-Bibliothek von kostbaren Haudich^rrfterl mit Rffniatureat, deiner kan swert en jEiu-- bänden und alten Drucken mit Holzschnitten. ** Auszeichnung. Dem Vize-Feldwebel Mar' Buscher wurde das Eiserne Kren- I. Klasse verliehen. Das Eiserne Kreuz 2. Nasse und das Oldenburgifche Friedrich-August-Kreuz- 2. Klasse ist bereits m seinem Besitz. ** Feuerwehrjubiläum. Am Sonntag sparen ^es 25 Jahre, daß der Verband hessischer Feuerwehren gegründet wurde. Aus!diesem> Lüllaß findet am 18. ^eptomber in Darmstadt eine Aussämßsitzung statt. ** Warnung ! Seit einiger Zeit lvrrd vo-lrOberschlesien, aus in allen Derleir Deutschlamds Gbcntzstürke unter denr Namen ,„Hcffftmrrms Gilbergttrnzstttrcke" in den Handel gebracht. Tie Verpackung trägt die Wareu.schach^eichen dm: Hoffmannschen Stärkesabritzcrtiorl in Bad-Salzuflen. Für einen Karton mit 4 Päckchen dieser Stärke werden irn Kleist-^ l>andel 2,60 bis 3 Mk. verlcnrgt. während für einen Karton echte Hoffma, tusche Silbevglcnrz stärke früher 20 Pf. bezahlt wurden. Die Erhöhung des KleinhairdelsPreises wird damit-- erklärt, daß die Stärke jetzt in einer auf österreichischen t Boden liegenden Fabrik der tzuffmamrschen Stärkefabriken. A. G., hergestellt und von dort aus unter Zahlung von hohen Zollgebühren oder sonstigen großen Unkosten^ nach Deutschland gebracht wird. Ilm die Täuschung, daß die Stärke aus -Oesterreich eingefnhrt ist, wahrscheinlicher zu machen, tragen die Etikette der Stärkskartons den Ausdrirck Preis 24 Heller. Wie die Hoffmannschen Stärkefabriken in Bad-Sa lzufLeu Mitteilen, mußte die .Herstellung von voffmanns SilberglanFstärke seit 2 Jahren infolge Mangels an Reis eingestellt werden.. Sowohl die Vorräte der Fabriken, als auch die bereits cm Groß- und Kleinhändler seitens der Fabriken gelieferten Bestände sind nach, zuverlässiger Schatzung schon seit längerer Zeit verbraucht, so daß die Fabrikate der hofftnanuschen Stärkefabriken, nicht mehr zu beziehen sind. Bei der jetzt in den Handel gebrachten Stärke handelt es sich um ent Schwindelfabrikat, das nach der chemischen llutersuchung nur aus 17 Prozent Kartoffelmehl, wenig Borax und in der Hauptsache aus Gips besteht. Der Wert dieses Fabrikats beträgt rmr wenige Pfennige. Das Publikum wird dringend vor Ankauf gewarnt und ersucht, sobald ihm das Fabrikat zum Kauf angeboten wird, der Polizeibehörde Mitteilung zu machen. ** Kaninchenzucht in Giehen. Mancher Spaziergänger nach dem Bergwerk und der Lindener Mark wird sich über ein! merkwürdiges Noefeld gewundert haben. Hier ein Streifen gemäht und da ein Strerfait, ihrer ein Fleckchsm .frisch geschlitttten, vor- schon wieder junger Nachwuchs, dazwischen noch alter Bestand, fc zerzaust sieht es aus, unordentlich und doch wohl geregelt. KarnikÄfutter! Bei näherem Zusehen erkennt man, daß es in mehr als 50 genau numerierte Stücke geteilt ist. In den Wieseckwiesen! sieht man ähnliches. Es steigt sich darin die Dätigkeit des „Bereinigten K-aninchenMscht- und Pflegeveveins", der aus diese Weife seinen Mitgliedern das für die Aufzucht Mter Diere dringend notweirdige Grünfntter verschafft 'hat. Hoffentlich! gelingt ihm eben-i so die Versorgung hnit Winterfutter, Heu mrd Rüben. Bei der! großen MitgliederMchl ist ^as schon ein größeres Unternehmen. Wie sehr die Kaninchenzucht während des Krieges in Giefeil Mgenvnrmen hat, lzeigt -ein Gang um die Außenrander der Stadt. Wo mcnt auch in Hof und (Irrten hinjchaut, überall Kisten >md Käfige mit Stallhasen. Adr dem Krieg war die Volkswirt-, stastlickse Bedeutung der Kaninchenzucht erkannt worden. Der Staat Und viele Gemeinden bewilligten Mittel zur Förderung. 3(i auch die Stadt Gießen, sie knüpfte aber daran die Bedingung,, d-ch sich! die zwei bestehenden kleinen Vereine zusam men schl offen. Dies geschah, und- .damit -begann ein großer Aufschwung. Dis Mitglieds zahl, die vorher p0—60 betrug, ist auf mehr als 200 gestiegen, mit einem .Besitz von 2180 KanrnchleN. Das bedeutet eine schöne Mmge Fleisch. Auch die Felle haben jetzt einnr großen Wert, statt 10—20 Pfennig gelten sie 0 50—2 Mark. Der Wert des Felles hängt aber sehr von der Behandlung ab. Auch, da hat der Verein ein fruchtbares Feld der Belehrung. Die .Kaninchenzucht bat nur dann volkswirtschaftlichen Wert, wenn nicht durch Unerfahrenheit Verluste herbeigeführt werden. Deshalb ist allen Züchtern der Anschluß Mt 'einen Verebt zu empfehlen. Der Belehrung, dienen ferner die Ausstellungen des Ei senbahnervereins im Oktober und des „Vereinigten Kaninchenzucht- und Pflegevereins" Ende! dieses Monats im Kaste« Leib. ** Landesansschuß für die Kri egsbieschädig ten-.Fürsorge im Großh. Hessen. Der Geschäftsbericht ift erschienen intb enthält u. a. einen Bericht von Amtmann G Beckcket in Tarmstadt über die Dätigkeit dies Landesausschnsses von Ende 1914 bis 31. Dezember 1916, sowie neben zahlreichen Abbildungen einen Aufsatz von Oberstabsarzt Medizrnalrat Dr. Re bentisch und Professor Hugo Wer Hardt über „Das Werkstätten und Ber ussübu u gslazcrrett zu -Offenbach a. M." ** Herstellung vom Obstwein. dlll-e noch i tickst kontingentierten Apfel- und Obstweinkeltereian, ebenso solche nicht ge wertmäßige Hersteller von Obstwein, die mehr als 30 Doppel-, zentner Rohstoffe im Jiahr verarbeiten^ müssen sich bis zum 15. Septem schriftlich bei der Kriegsgesellschaft für W'ciuobstern- kaus- und -Verteilung, ß. m. b. H., Berlin SW' 68, Kochsltcaße 6. meCbeu, die ihnert daun einen Fragebogen. zur Feststellung der Unterlagen für die .Kontmgeottieriung izupenbet. Der Kontingeut- schein der Kriegsgesellschaft »st! bann der Geschäftsabteftung der Landesobstsltzlle in ,DariüsÜadt zlvecks Zuweisung von Kelterobst einztweichen. ** Dörrobst als Krankheitserreger. Man sieht jetzt allenthalten lin den Fenstern nach den Gärten und Höftn zu ganze Ketten frisch gepflückten Obstes, besonders Apfelschnitzen, die, der Sonne zum Dörren ausgesetzt, winterliche Hauskost ab- gebeu solleit. Bei aller Anerke'nnung der Sorge jeder .Hausmutter muß andererseits auf eine Gefahr atchnerksam zzemacht werden: die Jusekten tummeln sich scharenweise — Nahrung suchend — auf diesen frisch geschirittenen ObstscheiVchen herum, Kot, zweifelhafte Säfte urrd sonstige Krankheitserreger zurücklassend. Dde Sormen- Hitze trägt ihr Möglichstes dazu bei, all diesen Kvankhe-itservegerit Entwicklltng M gewälzren, die damr, eingemstet, durch Genuß des gedörrteirjObstes in den Wrper gelangen und lster wüste Ber hccrungen anrichten. Fermer ivird durch llnackstsamkeit der Viit bewohner, durch gelegentliches Teppich-, Tischtuch- und sonstiges Lnmpenausschüttcln viel gesündigt, iudcut Sckmmtz, Staub, .Haare usw. von den oberen Stockwerken aus ihr Ziel gevadewegs auf den Stock tiefer nehmen und hier sich niederlassen. Es ist desl-alb im Interesse der Volksgesundhvit bringend ratsam, dies-ss zum Dörren Sonnenhitze ausgesctzte Obst mit einer Umhüllung zu versehen. ** Landwirtschaft und Technik. Man schreibt uns: Krieg hat -gezeigt, daß heutzutage eine extensive Ausuutzu'ltgj des'Bodens fast überall nur mit Hilfe verschiedener Hilfsmittel her Technik möglich ist «und die Lösung des so- Merans nichtigen Ernährungsproblems vor allem davon abhängig ist, aus welche Weise etwa eintretender Llrbeitermcmgel zu beseitigen ist und eine völlige Llusnutzung aller Produkte und Rohstoffe dieisl Jülandes bei erfolgter Sperre der Zufuhr aus dem Auslande erfolget! kann. Der bekannte Jngenieitr und Dickster Ma)- von Epth, der Begrü'nder der deutschen^ Landwirtschaftsgescllschaft, hat der deutschen Landwirtschaft die Wege getviesen, wie sie mit .Hilfe der rmrzeitlichen technischen Forschung extensiv arbsitett kcmn. Auf diesem Gebiete müssen stch aber Landwirtschaft Und Industrie einander immer mehr nähern. Nun wird jedoch en Technischen .Hock>- schulen, bicfeit geschaffenen wistenschaftlichen Stätten der Er- forschung und Fördermtg des ^wirtsckmftlicheN Lebens, die Landwirt- sckzaft im attgenteinen noch zu wntig getrügend gepflegt und nur in den landwirtschaftlichen Lehranstalteit betriebett, obwohl gerade der Jngeirieur der berufene Führer und Förderer auf diesem Gebiete sein dürste und sich erst ans Umwegen hinreichende Kenntnisse auf diesem Gckbiete verschaffen muß. In dent bekanntere Essener Industrie-Organ, dem Anzeiger für Berg-, Hütten- mrd Maschinemvesen, Nr. 79/80, wird dal>er angeregt, oitrf allen dent- sckren Technischeit .Hochschulen eure kurze Vorlesung abzuhalten! lkber das Wesen tntd dte Arbeitsform der Landwictschaft und die landwirtfchaftliiche Maschinenlehre Neben den anderen Tellen der Maschinetttechnik zu pflegen. Nur an toenigen Stellen ist das bisher der Fall, obwohl sich in den betreffenden Fachkveisen die Erkenntnis der Wichtigkeit dieses Gebietes für die Landwirtschaft immer mehr Bahn bricht und Bautvesen, Mjcpchrnenwesen, Elektrotechnik, Wäfferlvrrtschaft, Automobil- und Mowrentechuik, tech- ,tische Chemie in der Landwirtschaft immer mehr zrrr Anwendutig kommen. Es würde von großem Vortell sein, in den Kreisver- waltutt.zen ganz Denisckchrnds künftig Ingenieure anzustellen, welche oer Landwirtschaft als Kreiss a chverständige die besteve Aus- nützuna der Naturkräfte und .^Maschinen und deren Beschaffung zeigen könnten. Auch das Problem der lleberlandzentvalen und der Verwendung elektrischer Anlagen zum Zwecke des Ersatzes fite fehlende Mensck-enkräste würde dadurch echcblich gefördert werden und eine beffere Fühlung zwischen >Land Wirtschaft und Industrie in tveiterem Umfange als bisher eintreten. Die techmschenLock)- schulen aber solltett die weitgchendsbe Amvendmrg der TecMk in der' Lcnrdwirtschaft fördern, und die deutsche Industrie die Durchführung aller wichtigen Probleme derselben verwirklichen helfen. Landkreis Gießen. ** Belkers Ha in, 15. Sckpt. Der Bize-sFeldwebÄ d. R. Hermann Magel, Sohn unseres Bürgermeishers Magst, Wurde vor einigen Dagerc zum Leutnant befördert. ** Wiefeck, 15. ^Sept. Der Gefreite Ludwig Katz wurde zuuc Unteroffizier und OMi-ersafpiranten befördert. Stcn-kenblrrg und Rheinhesftn. Darmstadt. 15. Sept. Die Staatsprüftmgen im Jusllz- mrd Verwaltungsfache für das zweite Halbjahr 1917 beginnen am Montag, dem 26. November 1917, im Plenarsaale des Oberlandes- gerichts in Darmstadt. Gesuche um Zulassung sind durch Vermittlung des zuständigen LandgerichtspräsideUten bis zürn 12. November an das Hessische Justizministerium in Tarmstadt ernzurerchen. O Darmstadt, 15. Sept. Im Landeskircheng^äude dahier fand gestern die diesjährige Kriegstagccng (73. Jahresversammlung) des Verwaltungsvates des Hessischen Hallptvereins der Gustav- Adolf-Stiftung statt, zu der sich außer einer Reihe von Vorstandsmitgliedern und einer größeren Zahl von Abgeordneten der Zwetg- vereine, ein Vertreter des Großh. Obevkonststonums, Geh. Ober- konsistorialrat Merck, sowie ein Abgesandter der cvangeltsckxn Kirche Siebenbürgens, Dechant Dhullner aus Mühlbach in Sieben Mrgeir, eingesuuden hattetr. Bei der folgenden Ersatzwahl des Vorstandes wurdett gewählt: Oberschulrat RitserEarntstadt und Pfarrer Lehw-Offenbach. Nach Durck>beratung des llnterstütztmgs- plans ftir 1917 erfolgte die Vergebung der Zrrrsen des Hubert scheu Legats tmd der Kdnfirmaudengabe für 1917/18- beide srelen der Diaspora gemeinde Gau-Al g eshei m zu. Als Empfänger der Zwerg- »fteinüfcfflMtetoit für 1918 imtrbwt WHmnü die Diast-ora^emem- ben ösufenftamm, MWMur, am 3to*b Hechtsheim^ Zu M>- aeotimeteit bei der Serfantmlimn des Gesawtverems rn L eN> z i g muiLeil gewählt i Mrchenrat Tiugeldeh-Deriwlftadt. Dekan Bayer- Naunheim und Piarrcr Wa-ruer. By^erm. ** Darmstadt, 17. Sept. Dte Generaldtrektwn des Großh. Hofthsaters mib der Hofmuftk hat die neue Komödie „König Da- v^s Saitenspiel" von Paul Zifferer yux Uraufführung crworbete H. K. Offenbacha. 16. Sept. Auf Einladung des Oberbürgermeisters versammelten sich Freitag abend eine Anzahl Damen lotb Herren, uni, wie in anderen Städten des 9teich.es, auch hier die Vorbereitung zu eater H inden burg feier zu tresfett. Nach etwa zlveistündigcr Besvrcchtmg llrm man zu dem Entschluß, am Sonntag dem 30. September einen Verkaufstag und am 2. Oktober, dem Geburtstage des GenekalsakdmarschaW, eine emftc, würdige Älbendfeier zu vercutstalteu. Hessen-Nassau. ^ Flieden, 17. Sept. Jtrc der Familie des Arbeiters Josef Müller crhunt'teii nach bmc Genuß giftiger Pilze vier Kinder, von denen zwei bereits starben. Ob die b-ftden anderen mit dem Leben davottkomucen, erscheint auch ausgeschlossen. Frankfurt a. M., <14. Sept. J!n Gemenrschaft mit der Hamburger und Woruffer Polizei gelang es der hiesigen Krimi nalpolizei, die Fal,rkartenfalscher-Gesellschaft „restlos" zu ermitteln ttud deren Werkstätte auszudecken. In Hamburg fand mau in ctrurri Dachslu4.e bei zwei ;Männ>erlt .Hnttderle von ent>verte:en und neuen Eisettbähnfahrkarten, ferner Buckloruckstäbe, mit denen die ereuen Karten den vorgeschriebenan GültigkeitSsletnpel erhallen sollten.-. Weitere Nachfoffchungen führten daun zur Auffirldutrg einer Harcd- druckpresse und großer Vorräte von Pappe zur Mrfertiguug von Eis-enbahnfahrkarten. Durch, erneu Frcrirkfurter Bahnsteigsckmffner gesorgten sich die i.Hn 3. Klaffe mit Schleife verlieheii. Sein Nachfolger wird Privatdozent Pros. Tr Wedekind aus Güttingen, Ivetckiec hier das Ordinariat und die Leitung des geologisckM Instituts übernchmm urrd. D Ruderklub „Ha s sia". Air der am vergangenerc Sonntag von dem Niannheimer Wasfersportverein „Vorwärts" veranstal- tetcu Wanderfahrt über 80 Kilometer von Eber b a ch bis M a n n - heim betelligbe sich „§)assia" mit 4 Vierer-MmtnsckMten. In mcht ganz 8 Sllmdert wurde die Facht, an der sich vom-„Vorvoarts!" mxl) ! dichter, 1 Vierer und I Zweier beteiligten, bet schon,tent Wetter und herrlicher dlussicht vollfücht, mit einer Rast in tem schönen Heidelberg, wo in Neuenhenn, gegcmüber dern Sckstoß, Em- kech gehalten wurde.__ Das ZranWrler Regerftst. Das vom '10. bis 12. September in Frankfurt a. M sich ab- ietende Reger - Fest rmhm einen alle Teile voll befriedig enöen erlauf. Einige der besten Reger-Juterpveten waren erschienen ü> verhalfen den Werkelt des verstorbenen Meisters zu einem rrchschlagenden Erfolg. Tie geistige Höhe und Reffe aller Bor- chrungen rechtfertigteil durchaus die Bezeichnung „Neger-,fest^ . Der Auftakt des Festes begann am Sonntag nachmittag m u Villa eines Reger-Freundes vor geladenen Gästeii. Der be- ihinte Wiener Cellist, Professor Grümmer, Frau Erler- >chn audt und Frau Kwast- Hod a pp (letztere mit den großen lack>-VoNationen'' versetzten durch ihre Darbietungen il-re Zuhörer t die denkbar auftiahmesähigste uiid musikfreudigste ^ttmnmng ttb bereiteten so den Boden ftir die wlgenven drei gros.cn Konzerte.. Der Montagabend brachte das „Trio in E-Moll Op. 102 ' uno rs lludeutenderc Streick-atiartett ffi „Es-Dilr Op. 109 , dessen arghetto eines der herrlichsten Sätze ist, die Reger geschrieben. He Werte funirben von dem Stuttgarter „W e n d l i n g - Quartetl , n Trio im Verein mit Frau Kwast-Hodapp vollendet Meder- egeben Fvaic Erler - Schn au d t, wohl die beste Lted-Juter- retin Negers, sang mehrere Lieder, von denen sie einige auf stür-, tischev Verlangen wiederholen mußte. Herr Pros. Grümmer ab mit „Präludium und Gavotte aus Op. 131 c für Eello Hederum den Beweis höchster Künstlerfchaft. . ^ - Der zweite Abend (Dienstag), wohl der Höhepunkt oes Festev, brachte das Herrn Professor Wendlmg gewidmete Kchrtnetten^ Qtäntett, eine ter letzten Schöpstlng-vn Mgers. ,ern Werk voll wundervoller Weichheit der Lrnieii uud herrttch ur seiner harmoiii- fchen und kontrapu7i?tischert Fülle, die sich nrrgmds stöwnd auf- brämt, dirrch baä „W«ndling-Q-«tett" imd £>«rn bach (fftorinette) mit Mötzter Warme mit, Hwsa^ru GK-r, und verhalfen dem Werke zu ernem gwhm, vollen Erfiolg. Frau Erler-Schnaudl fang wiederiun Lr^er «is Schaffen^'eiten, unter steigender Anteilnahme, und mußte das dra- Ä ^slust^°stu" ffe mtt Leidenschaft gesungen, wiederholen. Ten größten Erfolg de^ llbeno^ erreichte Frau Kwast-Hodapp Mit deii TeLmann-Varta- tioiten Op 139", erncni Werke, dessen poetische Emllndungen. des Themas in zarte lyrische Stimmungen sich zum Schluß zu monumentaler Größe tu Höndelschem Sinne erheberu woraus el'te zarte Ueberleittmg die humorvolle, meisterhafte Fuge erführt. Das Werk wurde von Frau Ho dapp mrt emem hrnretßm d^ii Schwang und einer Kraft gespiell, die mit Heller Begeisterung und unzähligen Hervorrufen gÄohitt wmLe. Der dritte Tag (Mittwoch- gehörte dem Krrchenkonzett. Der Orgcl galten Negers erste Schäpftmgen und ziveiWerke aus früher Zeit brachte der ^»»ckMete Ormmtt ^arl Straube, nämlich du erste die dreiteilige Fantafte über den Ehoval „Wi e ich ön leuchtet dm Moraensterli" D'" Sonate besamt mit rmrhttg amwallenoen Harmonien, ihren Vffchlsß bildec cot PasiaLagüu. von Hafter, in jeder Beziehung aber freier .Kontrapwiktttmst getragen. Einfacivn gibt sich die Fantasie über dm Choral. Nach einer, wohl das Dunkel der Wett vor dem Erscheinen des Sterns der Christeir' heit antönendm Einleitung von echt Regerscher külmer .Harmonik setzt die Eittwicklimg des Choralm Halts ein, der weich und ftc udig fick, zu ftvblockender Begeisterung erhebt und m der verlMttns- mäßig einfachm Fuge seine Klärung erhält. Professor Grümmer gab das ungemein schwierige „Präludiuui m A-Moll Op. 131 v Mit herrlichster Auffassung und krafwoll-schönem Tone .vvder. J,i der Stimmuilg verwandte Texte Novalis und Falkos, Lted.-r voll üeffter religiöser Andacht, sang Frau Erler-Schönandt, besonders innig in der sphäronhaftm Jmpressunc des Falkeschn Trost". Adolf Rebner vermittelte z»vei Stücke für Biottne all'.mi, bas „Andante semplice m G-Dur M 3" und bas „A-Molb Adagio coii grmc espresswne Op. 42 Nr. 1". Beides Werke voll zarter Sttmmung und warmem Empftnden, deren temperamentvolle Wiedergabe von vorzüglicher Wirkung waren Die aufs liarmonffchste verlaufenen Kdnzerte haben den lerber zu früh verstorbenen Komponisten in einer Reihe seffrer beften Werve gezeigt, die eine KÄnstlerpersönlichkeff von außerordentlicher Bo- qabung wiederspiegelii, die in ihrer erstaunlichen Schallenskrafv auch einen unstlllbaren Bestätigungsdrang besaß und mit emer Leichtigkeit des Gestaltungsvermögens arbeitete, une sie eben nur dos Genie befttzt. Amtlicher Teil. —-iW Hcimche LandeSgcmiiieiteke Mainz vekanntmachmlg. Betr.: Hö«ttvreise für Gemöie: m in*n°mix C in®S}fft2SP Unn ÖCr stelle fßt Gemüse und ' ^nber 1017 für 3«i«bclu ta/SÄ“!* 4 " 1 * """ Erzeuger Höchstpreise das Pfund 0.11 0.11,5 0.12 0.13 0.15 0.E Großhuudels- Höchstpteise das Pfund 0.15,5 0.16 0.16,5 0.17,5 0.19,5 0.21,5 Zwiebel« lose b. 31. 10. 17. v. 1.11. b. 30. 11.17. „ 1.12. b. 31.12.17. " 1.1.18.6.31.1.18. - 1-2. „ b. 28.2.1& « 1.3.18 ab berichtigen wir einen Druckfehler '>war: * Unfl oom 10 * September 17. bttx.: Punkt iö Wirsing und Dauerwirsingkobl 0.09,5 0.11,5 O.14 Mat uz, Io. September 1917. Der Vorsitzende der Preiskommission für das Großherzogtum Hessen ---(flca.) Dr. Schreiber. Kleinhandels Höchstpreise das Pfund 0.20 0.21 0.22 0.23 0.25 0.27 in unserer Be- Bckarrntmachung. e t r.: Brnlnftoffversorgung der &mi2fyithmqtn, btv Landwirt- j n>tX| l und des Kleingewerbes. Gemäß ^ 9 und 10 der Bekamrtmachunq des Reichsbom- '^"ars lur ore Sohlen Verteilung vom 19. Juli 1917 iKreisblatt "iLl- ! 6/mätz der Bekanntnrachung des Reichs Lw.imissars voontvolle der Lxmsbrandlieferungen vom 16. August 1917 >i7reisblatt Nr. 151) wird für die Landgemeinden des ■h reifes Egendes angeordnet: 1 Kohle, sür Hanshaltmrgen dürfen nur gegen Bezugsscheine avgeaedtnc werdan. Tie Bezugsscheine i»erden von der Bürger» nrnlieret des ^hinortes des Bez-ttgsberechftgtm ausgestellt, und ****** *552: aus Antrag des Bezugsberechtigten. jür landwtrtsckEiche imb lleingewerbliche Betriebe ™ Icur 9 ew dr^ugssclreinc abgegeben, welche auf untt^g ves Bezugsberechtigten nach entsprechender Bescheinigung ucr Burgcrm-rirerei des Wohnorten des Bezugsberechtigten von dem Kommurcalperband ausgestellt werden. S. BeMgsschecne für Haushaltungen dürfen vorläufig auf nicht mehr als 20 Zentner unter Anrechnung des Bestandes lauten. Gs ist nur eine einmalige Ausstellung eines Bezugsscheins zulässig. Bestand oder BeMg an Brennholz wird voll ausgerechnet. Aus Bezugsscheine für Landwirtschaft und Kleingewerbe kann der Kommunal verband eine grössere Menge gewähren. 3. Durch die Bezugsscheine wird kein Anspruch auf Belieferung erworben. Die Bezugsberechtigten haben die Bezugsscheine ihrem seitherigen .Kohlenlieferanten einzureichen. Ter Kohlenhändler ist verpflichtet, über den Eingang der Bezugsscheine eine genaue Liste zu sichren und die Belieferung nach Reihen folge des Einlaufs der Bezugsscheine Vvrzunehmen. Im Notfälle ist der Whlenhändler berechtigt, den Bezugsschein durch Teillieferungen zu erledigen. Eine Bevorzugung nach Menge und Zeit der Belieferung darf bei Strafe der Schließung des Geschäfts nicht stattfindcn. Ist ein Kohlenhändler nicht in der Lage, sämtliche ihm cingereichten Bezugsscheine zu beld .ru, so hat er unter füguug der Nachweise dem Kommunal oc and sofort Mitteilung zu machen. Ter Kohlenhändler hat auch Bezugsscheine, die ihm zur Belieferung vom Kommunalverband zugewicsen werden, zu erledigen. 4. AUttsräume der Reichs- imb Staatsbehörden, sowie Schulen, Kirchen und andere öffentliche Anstalten werden auf Grund von BeMgsscheinen, die bei dem Kommunal verband zu beantragen find Und von diesem ausgestellt werden, beliefert. Derartige Bezugscheine sind von den Kohlenhändlern vorzugsweise zu beliefern. Ter Komnrunalverband hat das Recht, eine Zusammenlegung von Betrieben M veranlassen. 5. Zuwiderhandlungen iverdeu gemäß, 17 und 18 der Bekanntmachung des Reichs Vom m i ffars für die Ko hlenv erteil u ng vom 19. Juli 1917 (Kreisblatt Rr. 138) bestraft. Gieße», den 11. September 1917. Großherzoglictus Kreisamt Gießen, vr. Usinger. Betr.: wie oben. An die Großh. Vürgermciftereien der Landgemeinden des Kreises. Vorstehendes ist sofort ortsüblich bekanntzuniachen und sind die angegebenen Bestimmungen von Ihnen zu beachten. Die nötige Anzahl von Bezugsscheinen wollen <Äe von der Bruhl'schen Univer- täts-Buch u. Steindruckerei, Gießen, beziehen. 100 Stück kosten 1 Mark. Tic angegebene Menge von 20 Zentnern ist eine üödtft* menge, und es ist Ihnen üherlassen, auf Grund des bei der Erhebung vom 1. September festgestellten Beslaicdes von Brermftoffen, so! auf Grund Ihrer Kenntnis der örtlichen Verhältnisse die vorläu . zuzuterlenden Mengen festznsetzen. (Ä empfiehlt sich, da vorer.. mit einer Knappheit der Ko hlenvorrate zu rechnen ist, eine möglich^ geringe Menge für den Bezug festzusetzen. Zur Belieferung von landwirtsclurftlüben und klein gewerblichen Betrieben kann der Kommunal verband eine höhere Menge als 20 Zentner auf begründete» Antrag gewähren. Tie Bürgermeistereien sind berechtigt, von jedem Bezugsberechltigten eine neue Angabe seines Bestandes an Brennstoffert zu verlangen und sich von der Wahrheit der Angaben durch Nachprüfung zn überzeugen. Wenn sämtliche Bezugsscheine innerhalb des Landbezirks oes Kommunalverbandes in der Höhe der vorläufig festgesetzten Menge beliefert sein sollten, werden wir durch besondere Verfügung die Ausgabe neuer Bc^ugsscheine anordnen. Tie Bürgermeistereien haben wöchentlich die Gesamt«, mengen, über die von ihnen Bezugsscheine ausgestellt worden, sind, nach Brennstoffen getrennt uns zu berichten. Ein.Vordruck für diese Berichterstattrmg wird Ihnen zngehtm. Anträge auf Bezugsscheine für landwirtschaftliche und kleingewerbliche Betriebe sind durch Sie nach genauer Prüfung nnd Beglaubigung der darin enthaltenen Angaben und mit Angabe der Mindestuüsnge bei uns einzureichen. Dabei ist auch anzugeben, une lange der Betreffende mit der Mindestmenge versorgt ist. Bon der Notwendigkeit der sofortigen Antragstellung auf Bezugsscheine für Behörden, Anstalten, usw., wie sie oben aufgeführt sind, wotlei, Sie die betreffenden Vorstände alsbald in Kenntnis setzten. Wir machen noch darauf aufmerksam, baß eine Zusammenlegung bom gewerblichen Betrieben sowohl als auch von Schulen stattfinden kann. Gießen, den 11. September 1917. Grvßherzogliches Kre-samt Gießel»- vr. Usinger. e t r.: Behörden-Petroleum. An die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Unsere Verfügung vom 28. August 1917, Kreisblatt Nr. 150, wird hiermit zum erstcmmal in Erinnerung gebracht. Es ivird nochmals darauf hingewiesen, daß nur 20 Liter, (oder Vielfache hiervon angefordert werden dürfen. „ Feh t bericht erforderlich. Gießen, den 15. September 1917. Großberzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: v. Grolman. H s äk WWWlm m 17. «8k jg allen XI IrsgraM M die Dipektion, JfefikanfraOe 3. Zahn Ateiierin Butzbach feinen werten Patienten zur gell. Kenntnis, irma Johann Odorico, Wehrbaustelle Dietesheim a. M. Ein ftlterep Hera* sucht schriftliche Arbeit. Svrackenkundig, englisch u französisch. Näheres ob ' m _ Braudsasse 5, HI. St Früaleln, flott im Rechnen u. 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Gic ßen , den 15. September 1917. 68958 Der Oberchrrgermeister (Lebensmittelamt). Nührmitteluusgabe. Die bei d«n Klenrhändlcrn ix-r Stadt ®e&en befWItot Waren formen von den Bestellern von Mittwoch, den 19. d. Mts. ab Mg-en Barzahlung und Vorlage der Nährtnittelkarte nr ^mchang genommen werde-t. 3cährmitft'li1arten ohne die ^/uitAm-gs- uns Bezugsmorken berechtigen rrich^ zmn abgetrennte Quittungs- und Bezug--, marken sind wertlos. Es entfallen: l.auf die Rährrnittelchrte A (gelbe Karte): a '^!.^urtt 5: 250 g S uv pen sab ri kate? d. ans bic Nalirnuttellarte B (rote Ka rte)- a) eI ~ rTe ^ äftl ' babert die betreffenden und Bezngsmarken abztrtvennett und ge- mitt-l^bzMe" Mthe " baS &ta *' Di- nach dem 2 7. d. M t4. nicht aWtoltaT Waren- 5Tfc‘ Sft Stich.. StaS.S !n ?Z Mrifr i L Mchlstlrch