Nr. 2J0 Zweites Blatt Erscheint tä-tich nril Ausnahme des Sonntags. Beilagen: „Siehener ZamiNenblStter" und „rtreisdlatt für den Ureis Stehen". poftscheiüonto: Zrantfnrl am Main Sr. N486. Vankverkehr: Gewerbebank Siehen. <67. Jahrgang euer Anzeiger General-Anzeiger für Gberhejsen 5reitag. 7. September 19X7 Zwrllingsrmrddruct und Verlag: Brühl'scheUniversrläts-Bttch-n.Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schristleitung. Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstraße?. Geschäftsstelle u. Verlag: L-GAöl, Schriftleilung: 112. Anschriftfür Drahtnachrichten: AnzeigerGießen. Lin deutsch - ruUcher Sündnisoersach im Zahre *904. Haag, 4. Sept. Der „New Bork Herald" veröffentlicht in ferner Pariser Ausgabe Delegr-imnie des Kaisers und des Zaren, und zwar auf Grund von Vdittellungen, die von Burzew und Schegolow, die die kaiserlich russischen Archive verwalten, stammen. In einem Telegramm an den Zaren vom 27. Oktober 1904 äußerte sich der Kaiser in bezug auf ein mögliches Ansuchen der britischen und japanischen Regierung bei Deutschland, eventuell die Kohlenlieferung an russische Schiffe einzustellen, wie folgt: „Diese neue Gefahr ist durch Rußlands und Deutschland ge- ntem$am zu prüfen. Deutschland wollte, daß Euer Bundesgenosse Frankreich an die Verpflichtung erinnert werde, die es in seinem Zweibundvertrag mit Euch übernommen hat für den Fall eines casus foederis. Cs steht außer Frage, daß Frankreich auf ein derartiges Ersuchen seine bedingungslose Pflicht gegen seinen Bundesgenossen erfüllen wird, trotzdem Telcassö englisch gesinnt ist. Er ist vernünftig genug, einzugestehen, daß die britische Flotte vollkommen ohnmächtig ist, Paris zu retten. Aus diesen Gründen Erde ein kräftigerer Zusammenschluß der drei stärksten Mächte aus dem Festtande notwendig sein, durch die die anglosächsische (Gruppe veranlaßt würde, sich zweimal zu bedenken, bevor sie tändelt. Du darfst nicht vergessen, den Bau neuer Schiffe zu befehlen, so daß diese bereit stehen, wenn der Krieg zu Ende ist. Sie werden außerordentlich geeignet sein, die Friedensverhandlungen kräftig zu gestalten. Unsere vrivaten Firmen würden sich sehr freuen, Aufträge zu erhalten." D-er Zar antwortete am folgenden Tage. Er erinnerte an den Borsall bei der Doggerbank und äußerte seine große Entrüstung über Englands Benehmen. Er war mit dem Kaiser einig darüber, daß Deutschland, Rußland und Frankreich sich vereinigen müßten, um die Hoffahrt und Unverschämtheit, der Engländer und Japaner zu unterdrücken. Er ersuchte den .Kaiser, einen derartigen Vertrag in großen Zügen auszusetzen. Frankreich würde dafür zu gewinnen sein und sich seinem Bundesgenossen anschließen, sobald Deutschland und Rußland den Vertrag angenommen hätten. Darauf sandte der Kaiser einen Vertragsentwurf, den der Zar Frankreich zu zeigen beabsichtigte, worüber er aber später seine Ansicht Ächerte. Der Kaiser telegraphierte am 26. November 1004: Es ist meine feste Ueberzeugnng, >daß es außerordentlich gefährlich ist, Fraützreich zu informieren, bevor wir bereits den Vertrag unterzeichnet haben. Die Wirkung würde direkt gegen unsere Wünsche auslausen, aber die Erkenntnis, daß mir bereits durch Verträge gebunden sind, uns gegenseitig beizustehen, bietet eine vollständige Sicherheit. Das allein würde Frankreich veranlassen, aus England einen Druck austzuüben, sich ruhig zu halten, und aus Furcht den Frieden Lu bewahren, da Frankreichs Lage gefährdet ist. Falls Frankreich wüßte, daß der Vertrag zwischen Rußland und Deutschland nur entworfen, aber noch nicht unterzeichnet fei, würde es seinen Freund, wenn nicht seinen geheimen Bundesgenossen England, an den es durch die entente cordiale! gebunden ist, augenblicklich darüber informieren. Die Konsequenz wäre ohne Zweifel der sofortige Angriff der Zweibundm ächte England und Japan auf Deutschland sowohl in Europa wie in Mion. Ihre furchtbare Uebermacht zur See würde mit meiner kleinen Flotte kurzerr Prozeß machen und Deutschland wäre daun i chort flügellahm. Dies!würde das bisher bestehende Gleichgewicht in der Wett verschieben, denn Du wärest bei den Friedens Verhandlungen alsdann allein aus die Gnade Japans angewiesen. Am folgenden Tage telegraphierte der Kaiser: ES darf Peine Zeit verloren gehen, keine dritte Macht darf auch nur das geringste flüstern hören über unsere Absicht be- .ü glich der KoGerckiesevung. Die Folgen werden sonst äußerst gefährlich. Der Zar antwortete: Ich bin vollständig mit Dir darüber einig. Unsere beiden Regierungen müssen jetzt zu einem dauernden Vergleich kommen. Du kanafft vollkommen auf meine Treue bauen und auf meinen Wwffch, in dieser wichtiger Frage zu einem schnellen Entschluß zu kommen." ^ Haa g, 5. Sept. (Priv.-Telä Der „Times"-Kdrrespondent in ParrS gibt noch vor Erscheinen im „New York Herald" die weitere ,5ortsetzung des Telegramnrweichsels zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren. Kaiser Wilhelm telegraphierte ajn den Zaren am 29 Juli 1005 folgendes: „Die ReUter-Telegramme melden heute früh, daß> eine eng- wche Flotte in der Ostssee kreuze., in unserem Hafen anlege (?), »h ne Höflichkeitsbesuche zu machen. Entweder England fürchtet unsere Zusammenkunft oder es will mir Firrcht einjagen. Diesl würde Trainer Unterredung in Kopenhagen noch mehr Gewicht oetbecheu." Der Zar antwortete schnell aus Petersburg: „Auch ich hörte, daß die englische Flotte die W sicht habe^ rn der^ Ostsee zu erscheinen. Dein Besuch in Kopenhagen kommt iir einem sehr günstigen Augenblick. Ich ettvarte einen kurzen Berrcht von Dir betreffs Deines Besuches mit Ungeduld. Herzliche Gruße an Viktoria. Ich wünsche Dir Erfolg." Der :Kaffer gab daraus weitere Nachricht über seinen Besuch m eurem Telegramm, das am 2. August, 1 Uhr morgens, abging: ,JvJcem Besuch," so heißt es darin, „verlies gut, die ganze Fa- müie, a doch losort nach London mitgeteilt worden wäre. Tres! dyrrfte nicht lein, da. ja alle Verträge im AugeiMick geheim “P® 1 muff e n. ^113 einem längeren Gespräch mit Jswotski konnte ich aber die ^ckstußsolgerung ziehen, daß der heutige Minister des Äußeren, Graf Raven, und eine Anzahl einslnßreicher 'Personen schon znr tteberzeuguikg gekommen sind, daß im Falle eines Krieges und ber einem Angriff auf die Ostsee durch eine der fremden Mächte, dre Dänen daurit rechnen, daß sie machtlos wären und nicht imstande auch nur den Schein der Neutralität bei einer .Invasion aufrecht zu erhalten. , rnK nämlich als selbstverständlich airgesehen, daß Rußland und Deutschland sofort schritte unternehmen würden, um chre Jrttm:effen dadurch zu schützen, daß sie Hand auf Tänenrark legen und es während der .Kriegsdauer besetzt halten, da dies' Mnso ihr Reich wie die Zukunft der Dynastie und des Landcsi sichern würde. Die Dänen beginnen beveits lansam sich an diesen möglichen Fall zu gewöhnen und das ist gerade das, ivas Du immer gewünscht und gehofft hast. Ich erachte es aber für besser, diesen Gegenstand im Gespräche mit den Dänen nickt zu berühren, und vermied selbst jede Anspielung darauf. Es ist besser, den Gedanken in ihnen selbst reisen und sich entwickeln zu lassen, so daß sie selbst die Schlußfolgerung ziehen mögen, d. h. zu wählen, ob sie sich! «aus eigener Initiative aus! uns stürzen oder sich an unsere Sette scharen wollen. Tont vient a gui satt attendre. Die Frage von Karls Reise nach Norwegen ist bis in die kleinsten Einzelheiten geregelt. Es braucht nichts mehr in der Sache getan zu werden. Ich sprach mtt Karl über seine Ansicht, aber er sagte nicht viel darüber und machte sich nicht die geringste Illusion über seine Aufgabe. Und was sagst Du wohl zu dem Programm wegen der Festlichkeiten Deiner Bundesgenoffen in Cowes? Alle Krim Veteranen! werden eingeladen, mtt ihren früheren Waffenbrüdern zusammen- Nttreffen, die mtt ihnen gegen Rußland gekämpft haben. In der Tat, sehr taktvoll! W bittvefft, daß ich recht hatte, als ich Dich vor zwei Jahren vor der Wiedererweckung der alten' Krimkombi- uation warnte. Das Wetter war prächtig. Ueberbringe meine herzlichsten Grüße an Alice. Wilhelm." Am 20. Juli 1005 telegraphierte Wilhelm II. aus Danzig an Nikolaus II.: „Mtt Rücksicht auf den jetzt in Rußland herrschenden Geist würde die unzufriedene Volksmasse trachten, die ganze Verantwortung für die nachteiligen Folgen auf Deine Schultern zu wälzen, und Deine Erfolge würden als ein Resultat von Wittes persönlichem Auftreten betrachtet werden. Es würde als erste Äüf-s gäbe für die Duma-,Abgeordneten ausgezeichnet sein, wenn Du sie über einen Friedens vertrag, der bereits entworfen ist, abstttnmeu ließest, um in dieser Weise das Odium der Entscheidung dem Lande zuzuschieben und dem russischen Volk in dieser Angelegenheit eine Stimme zu geberr. Das Resultat würde dann das eigene Werk der Duma sein und für die Opposition der Maulkorb werden." - In einem späteren Telegramm aus Berlin, datiert vom 20. August 1905, wiederholt der Kaiser den Rat, die Frage eines Friedensschlusses mit Japan der Duma vorzulegen, um dre Verantwortung >auf diese abwerfen zu können. Am 29. September erwähnt Wilhelm II. in einem Telegramm nochmals den in großen Linien umschriebenen 'Vorschlag zu einem Sonder vertrag mtt Rußland unter Llusschließmrg Frankreichs. Es heißt da: Ein Vertrag ich« der, worüber wtt in Björkö eitrig wurden^ steht nicht im Widerspruch mit einem französisch russischen Bunde, natürlich! nur insoweit, ahs der letztere nicht direkt gegen mein! Land gerichtet ist. Ajuf der anderen Seite können die Verpflicht tungen Rußlands Frankreich gegenüber nur so weit reichen, als Frankreich sich durch seinen Vertrag verdient. Dein Bundesgenosse hat Dich während des ganzen Krieges.schmählich im Stiche gelassen, während Deutschland Dir in jeder Hinsicht hals, insoweit es dies tun konnte, ohne die Gesetze der Neutralität zu verletzen. Dieses nötigt Rußland moralisch, auch zu Verpflichtungen uns gegenüber. Tue Dein Bestes, um den FriHen zu scktt'kßjen wach den Vorschlägen Deines Gesandten in Washington ;imö, wenn Rußland m'cmt, daß seine Ehre nicht angetastet ist, kannst Du das Schwert wieder in die Scheide stecken mit den Worten des Königs Franz I.:, „tont 63t perdfu excepte Thonneur." Wlknn die Duma mteänt, daß! der Vorschlag unannehmbar ist, und wenn Japan sich, weigert, auf lejner ^anderen Bffffs zu unterhandeln, dann wird' Otußland Dijchi, seinen Kaffer, durch die Duma ersuchen, den Strett fortzusetzen, und sie nimint dann selbst die ganze Verantwortung für die Folgen ans sich. Jnzroisckien haben die Indiskretionen Delcassös ans Licht gebracht, daß Frankreich, obwohl es Dein Bundesgenosse ist, eine Uebereiükunft mtt England ga- troffen hat, gerade als England im Begriffe stand, Deutschland in vollem Frieden zu überraschen, als sch mein Bestes für Dich und Dein Land tat. Dies ist ettr Experiment, das sich nicht wiederholen darf und vor dessen Wiederholung ich Dir raten muß. Dich zu Hüten. .Ich bin mit Ttt völlig darüber einig', daß es äußerste Arbeit und^ Geduld kosten wird, Frankreich so weit zu bringen, sich auf unsere Seite zu stellen, aber ein verständiges Volk wird 'wohl zur Einsicht kommen, wie am besten seinem Wohle gedient ist. Unsere Marokko-Angelegenheit ist jetzt zu unserer allgemeinen Zusriedenhett geregelt. Unser Vertrag ist eine sehr gute Basis, woraus wir weiterbauen kömren. Wir haben uns die Hand gereicht Und vor Gott, der unser Versprechen hört, den Vertrag bch'iegelt. ^ch denke also, daß dieser unser Vertrag jetzt geschlossen werden kann. Was Unterzeichnet ist, ist unterzeichnet. Gott ist unser Willensleuker." Berlin, 6. Sept. (Priv.-Tel.) Ein Telegraminwechsel zwilchen dem Kaiser und dem Zaren von Rußland wird seit einigen Tagen vom „New Yorker Herald'" veröffentlicht, und zwar auf Grund vmr Mitteilungen der Russen Burzew^ und Schegolow, die diese Telegramme beim Durchsuchen der Archive des früheren Zaren gefunden haben Der Telegrammwechsel spielt während des russssch-japanffchen Krieges und behandelt die Frage eines 9lb- kommens zwischen Deutschland und Rußland. Die amerikanischen und englischen Zeitungen nehmen diese Veröffentlichungen anscheinend nur vor, um von den peinlichen Enthüllungen über die Ursache des Krieges im Smhomünow-Prvzeß abzulenken und umdiePerson des Deutschen Kaisers erneut zu verdächtigen und zu diskreditieren. Während aber die Zeitungen der Entente noch immer die Enthüllungen, des Suchomliuowprozeffes totfchweigen, haben die deutschen Zeitungen von diesem Telegrammwechsel in aller Ausführlichkeit Notiz genommen. Ter Telegrammwechsel hat taffächlich zwischen dem Kaiser und dem Zaren stattgesunden. Er nahm seinen Llusgang von den Kohl er ckie ferungen an russische Scksiffe während ihrer Fahrt nach Ostasieu. England suchte diese Kohlenlieferungen nicht nur zu erschweren, sondern unmöglich zu machen. Und der Deutsche Kaiser hat damals dem Zaren Mitteilung gemacht von dem starken Truck, den England seinerzeit gegen die deutschen Kohlenlieferungen an die russische Kriegsmarine aufwandte. Der Zar hat auf diesen g.anz allgemein gehaltenen Vorschlag geantwortet und ein formelles Abkommen zwischen Rußland und Deutschland angeregt. Das ist auch aus den bisher erfolgten Veröffentlichungen zu ersehen, wenn auch diese VeröffenttrchuTigen stark tendenziös aufgemacht waren und manches wegließen, was zum ^allgemeinen Verständnis und zrc einer richtigen Beurteilung der Sachlage iwttoendig gewesen wäre. Die Tendenz ist von den uns feindlichen Zeitungen gewählt worden, um dem Telegramm' des Deich ckwn .Kaisers eine aggreffrve Spitze gegen England zu geben. Tarmn hat es sich damals nicht gchandelt, sondern cs war ein rern defensiver Vorschlag gegenüber dem englischen Truck, dessen Richtung dahin ging, die gegen Deutschland durch das Abkommen über Marokko offensichttich gewordene Einkveisungspvlrtik zu durchkreuzen. Der Deutsche Kaffer hat die Telegramme an den Zaren gesandt im Einverrahmen und in. lleberamslim mu ng mit den für die auswärtige Politik verantwortlichen Faktoren, dem Reichskanzler und dem Staatssekretär 'des Auswärtigen. Die Schritte, die t*on Deutschland urrternominjen worden ffiüd, aihes' liegen in der ^Richtung dey Politik, die auch, später voll der deurühen ReichSregierung noch verfolgt worden ist, nämlich, zu versuchen, auf friedlichem Weg^ die gegen Deutschland amwachsende aggressive Eiukreisungspolittt unschädlich zu machen. Hätten die ffn Jahre 1ll04 vom .Unser rm GlNverst.ändimS mtt dem Kanzler ,wrd dem Staatssekvetär des Aeußern unternommenen Schritte Erfolg gehabt, dann wäre uns wahrschettckich dieser furchtbare Weltkrieg erspart geblieben. 2lber die Machthaber der Euteitte wollten das nicht, sondern bereiteten/ von langer Hand her die Einschnüruno Deuffchlands vor, die schließlich zum Kriege geführt hat. Deshalb ist auch vonj französischer Seite der Versuch des deutschen Kaisers verhindert worden. Damals wäre eine Verständigung zwischen Deutschland und Rußland möglich geivesen, und auch der russische Ministerpräsident Gras Witte arbeitete in diesem. Sinne. Es sind aber Kräfte am Werke gewesen, die einen friedlichen Ausgleich! in Europa zu verhindern verstanden haben. Aus Stadt und Land. Gießen, 7. September 1917. Pilze im Marktverkehr. Die durch den Krieg veranlaßt Teuerung Hut auch m Deutschland wohl überall die Aufmerksamkeit auf die bisher fast völlig unbeachtet gebliebenen, in anderen Landern dagegen als Nahrungsmittel sehr geschätzten Pilze gelenkt, und Tausende, die vor dem Kriege von einer Verwendung hmr Pilzen in der Küche nichts wissen wollten, lassen sich jetzt das Sammeln von Pilzen angelegen sein. Namentlich in den Großstädten werden Pilze als Nahrungsmittel in immer steigendem Maße zur Verwendung gelangen und infolgedessen in erheblichem Umfang allmählich> auch im Marktverkehr erscheinen. Es erhebt sich, da die Frage, ob sämtliche, überhaupt eßbaren Pilzarten unbedenklich, zum' Marktverkehr zugelassen werden können. Diese Frage muß verneint werden ttn Hinblick darauf, daß eine große Zahl v-on eßbaren Pilzen so wenig haltbar ist, daß sie unbedingt in den nächsten Sttrnden beretts zubereitet werden müssen. Zu Marktpilzen eignen sich nur Arten, die einigermaßen fest und daher mindestens 12—24 Stunden nach dem Sammeln noch verwendbar sind. Es kann nicht dringend genug davor gewarnt werden, an das Scmttnelu der Pilze heranzugehen, ohne daß man vorher von sachkundiger Seite die notwendigsten Belehrungen über die Unterscheidunb der eßbaren Pitzarten von schädlichen empfangen hat. Drese Belehrung sollten in gegenwärtiger Zeit möglichst viele suchen. Gelegenheit dazu ist hier in Gießen durch Pilzwauderungen, Pitzausstellung usw. genugsam geboten. * ** Auszeichnung: Der Kaffer hat das König!. Preutzi-, sche Verdienpkreuz fftt Kriegshilse verliehen den Herren: ReicE- bcmkdirektor Müller, Vorsitzendem der Reichsdarlehenskasse zu Gießen, Oberstacttsawvcckt Hosmann als Reichsbevollmächtigtenr' und Kommerzienrat N«oll als kausinännischem Mitglied des Bor-, stzandes dieser Kasse, sowie dem Herrn Bankassessor Otto bei der hiesigen Rerchsbauk. ** Zk der vom Kriegsamt jm Januar 1017 heraus- gegebenen .Zusammenstellung von Gesetzen, Bekanntmachungen und Verfügungen betreffend Kriegsrohstoffe nebst deren Nachträgen!, Austührungsbesttmmungeir und Erläuterungen fft das dritte Er-, gänzuTvgsblatt nach dem Stande vom 1. Juli 1017 erschienen. Dwscs.Ergänzungsblatt wttd auf dlniorderung kostenlos durch b« Ä welche die Zusammenstellung Bst. 1000/1, li K. R. A. bezogen worden fft. Macht das tote goldene Kapital lebendig und nutzbar für unsere vottswirtschast! Oie GoldayZausftelle in den Räumen der Rezirkzsparkasse Gietzen ist morgen von P dir \ 2 % Uhr geöffnet! Landkreis Gießen. m. Allertshausen, 6. Sept. Dem Musketier Mm«, Löhn von Jvh. Römer Wttwtz in Mertshansen, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Derselbe ist bereits Inhaber der Tapfer-, kettsmcbaille. ** Alte n-Buseck, 5. Sept. Feldimterarzt Julius Klip- stein m eurem Reserve-Jmaitterie-Regimeirt wurde zum Feld- hilssarzt befördert und mtt dem Eischnen .Kreirz II.' Kl. aus-; gezeichnet. -t- Gr o ßen-Lindcn, 6. Sept. Dem Grenadier Hans ^Mernpslug m einem Garde-Regiuient wurde das Eiserne St\m 2. Klasse verliehen. Scheinflug stammt aus Sachsen und ^ch^now ferner Schulzeit Müllcrbursche in der hiesigen Univer- sttatsmuhle, bis er un Oktober 1916 ins Feld rückte. Er verdiente sich seme Auszeichnung in den letzten Kämpfen an der Wesffront. Zbenrwrt erhielt dieselbe Auszeichnung der Ersatzreseroist August E i chch o r n m eurer Maschinengewchr-Kompagnic. Eichhorii ist ernSchwregeriohn des Arbeitsinvaliden und Kvrbhändlers JohS und arbeitete m der Heil- und Pfegeanstalr zu Gießen: im Mvencker 1914 ruckte er aus und kämpfte in Rußland, Serbien! imb MEdo-nren. w. Londorf in der Rabenau, 6. Sept. Seit einigen E. auch dem hiesigen Postamt, dem Zug der Zeit folgend, eure weibliche Kraft als Briefträgerin eingestellt. Kreis Lauterbach. r- ,.** >7. ^>äpt. Ter Vizewachtmeister Richard Schba u z wurde zum Leutnant d. R. der Fuß Artillerie befördert, Kreis Schotten. • "^dkupperrenrod, 5. Sept. Die bisher zwischen Ulriche stern—Ruppertenrod—R/ücke täglich zweimal verkehrende P o ft geht seit dem 1. Septenrber täglich! nur einmal. Sie fährt in Ulrichsteiü ab. früh morgens 4.25 und kommt .hierher 5.50. Auf Brücke! trifft N-e ein 6.35 schließt also an den Zug, der um 6.53 Uiachi Gießen fahrt. Von Mücke aus fährt mm die Post arst uni 1.40 nachmittags, ninmii also Anschluß an den Zug der uni 1.26 von tGießen auf Mücke eintrisst. Gegen ^ .3 Uhr kommt die Post hier und gegen * >5 in Ulrichstzein an. Für die morgens aus5 fallende PvN bringt der Postillion nm 10 Ubr die Briessaä.m Hw o Uhr liachnitttags trägt der Briefbote die Briefe nach Mücke nachmittags nach wcucke, was sehr wünschenswert wäre Die Bei tanbrontgen in der Post sind in den Umständen, welche der Krie verursacht, begründet. Kreis Friedberg. ^ ^ d^^bach 5 S^vt. Die ftädtischen Körperschaften h 1*5. den, MMirtz des Gemeilche-Elettrczitätswerkes an di ooerheffffche Ueberland-Zewtrale. Auch die Zellenstrafanswlt wtt der Zentrale mrgegliebert.