Ul. 222 £fi eichener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: Üfftentr FamtiZe n blätter; Kreist» lall fflr den Kreis Siehen. vezugrpreir: monatl. 1 Mk., viertel- iähritch 3 Mt.-, durch AbhoLe- u. Zweigstellen monail 90 Pf.: durch dtePost Mk. 3.— viertel» jLhrl. ausschl. Bestellg. Fentsprech - Anschlüsse: sür die Schrütl ei tung 112 Verlag, Geschästss!elle51 Anschrilt für Tradtnach- richten: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt lbr. Jahrgang Freitag, 2 \. September 19)7 Postscheckkonto: Frankfurt a.M. U686 Bankverkehr: Gewerbebank Gießen awillingrrunddruck u. Verlag: Srühl'sche Unio.-Buch- u. Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung. Seschästsstelle u.Druckerei- Schulstr. 1 . itlluUijiitC UüU f. die Tagesnummer u • zumNochmittag vorhe» seilenpreise: sür örtliche Anzeiger 20 Pf.. für auswärtige Anzeigen 25 Ps., b. Platworschrist 30 Ps., für Reklamen 75 P?., bei Piagvorschrist 90 Pf. Hauvtschriitleiter: Aug. Go eg. Verantwortlich für Politik u. Fettilleton: Aug. Goetz; Stadt und Land, Vermischtes u.Ge- richtssaal: Fr. R. Zenz; Anzeigenteil: p. Beck: sämtlich in Gießen. (WTV.) Grobes Hauptquartier, 20. Sept. (Amtlich.) W e st l i ch e r Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht. Zu Flandern dauerte der Artilleriekamps tagsüber zwischen Hortthorrlfter-Wald und Lys unvermindert an. Feuerstöße größter Heftigkeit lagen wechselnd auf einzelnen Abschnitten unserer Abwehrzone. Die Nacht unterbrach die gesteigerte Kmnpftätigkeil der Artillerremassen nicht. Gewaltigem Trommelfeuer am früh n Morgen folgten bei Hellwerden nach den bisherigen Meldungen starke englische Angriffe auf breiter Front. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Vor Verdun griffen die Franzosen gestern morgen und abend bei der Höhe 344 östlich von Samogneux, wo sie sich tagszawor schon eine blutige Schlappe geholt hatten, wiederum ohne jeden Erfolg an. * 20 feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. Vizefeld- webel Thom brachte auch gestern zwei Gegner im Luftkampf zum Absturz. O e st l i ch e r Kriegsschauplatz. Heeresfront des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopo ld von Bayern. Bei Dünaburg, amStochod, bei Brody und Tarno- pol war die Artillerietätigkeit lebhaft. Front des Generalober st en Erzherzog Josef. In der Bukowina griffen die Russen westlich von Ar- bora an -, sie wurden durch unser Abwehrfeuer in ihre Gräben zunickgetrieben. aus denen M-aschinengewehrfeuer sie erneut vorzutreibrn suchte. Mazedonische Front. ^ Nur im Cernabogen lebhafte Gcfechtstätigkeit. Der Erste Generalguartiermrister Ludendorff. Der Rbendbericht. Berlin, 20.Scpt.. abends. (WTB. Amtlich.) Die Schlacht i n Flandern ist auf der Angriffs- fronr der Engländer von Langemarck bis Hollebeke noch im vollen Gange. Im vordersten Teil unserer Abwchr-zonc wird ftit dem Morgen erbittert und wechselvoll gekämpft. - <■»•umi.li « MM BB—I» -- Am 19. Septernber ist uns die siebente Kriegsanleihe aufgelegt worden, und das ruft zur Selbstbesinnung, ruft die Geister in Deutschland von unfruchtbarem Streit im Innern zurück zur Tat. Hindeuburgs Wort:' „Schließen wir Burgfrieden!" erhält eine neue Bekräftigung. Denn bei diesen: Aufruf zur finanziellen Wehr ist nichts mehr unklar oder umstritten. Hier gibt es keine Verschiedenheit der Auffassung bei der Reichstagsmehrheit und der Mitrder- heit; hier sind alle gleich stark erfüllt von der Notwendigkeit des Geldbedarfs für das Reich, vom Geiste des Wetteiferns in den Beiträgen. Es handelt sich nm etwas ganz anderes als etwa die früheren Werberufe für Heeresvorlagen, für die Stärkung unserer Wehrmacht. Da konnten vor den: Kriege die Parteien sich über das M a ß des Notwendigen unterhalten, da konnte der Gedanke aufkommen,' daß es bei einer bestimmten Grenze in den Aufwendungen sein Bewenden haben müsse. Heute aber ist es Ernst geworden. Das Geld wird zwar für rauhe Kriegszwecke verwendet, alleirr es ist doch zugleich, so wahr urch zutreffend, daß die Kriegsanleihe die große Sparkasse des Volkes darstellt. Denu unser ganzes Fortkommen, wirtschaftlich Und kulturell, hängt an: Erfolge der finairziellen Ausrüstung, mit der das Reich jetzt im Kriege anftritt. Gut und Blut ist in diesen drei Jahren für das Höchste, das ^teuerste der Bande", eingesetzt worden, das uns allen gemeinsam ist, und wie die Jahrgänge der Wehrpflichtigen nacheinander hinausgezogen sind an die Front, wie die Nachmusterungen immer wieder den Nachschub ordneten, so ist die siebente Kriegsanleihe auch eine Nachmusterung, die keinem Bedenken und keiner Einwendung begegnen kann. Der Präsident der Reichsbank, Havenstein, hat gestern in der Frankftlrter Handelskammer ausführlich über die neue Kriegsanleihe gesprochen, und der Vortrag war für das Ohr des ganzen deutschen Volkes bestimmt. Wir geben d.'.rum die' Hauptstellen daraus hier wieder. Havenstein glaubt an die feste Verwurzelung des deutschen Staatsgedankens und er glaubt darum an den vollen und starken Erfolg auch der siebenten Kriegsanleihe. Wenn wir es mehr und mehr aus den französischen und englischen Stimmungen herauslesen, daß die Gegner heute weniger auf die Gewalt- Mittel der Angriffe ihre letzte Hoffnung setze:: — diese sind ja ohne jeden Erfolg geblieben und haben im Gegenteil die dauernde deutsche Ueberlegenheit klar erwiesen —, als vielmehr auf die Blockade, der wir doch schließlich erliegen müß- . ten, so wollen /oh uns die folgenden Ausführungen des Neichsbankpräswenten zum starken Tröste nehmen: ,,Aus der Berechnung. daß der Wall unserer wirtschaftlichen Arbeit und finanziellen Kraft noch schwach und sturmreif werden wime, steht ihre letzte Hoffnung; auch sie, schon oft und stark erschüttert. muß zerbrechen, wem: auch diese siebente Anleihe den WenvältiILttden Erfolg erbringt, den ich erhoffe, und der unseren ! - «einden stammend in die Augen schlägt uttd ihnen die Erkenntnis bringt: Auch die deutsche Fmanzt- und Wirtschaftskraft ertahmt mcht, sie wächst nur, je länger der Krieg dauert, und auch die letzte Milliarde, mtt der Lloyd George einst prahlte und mit der er un rettbar den Krieg gewinnen wollte, sie ruht in deutscher Hand." „Ungebrochen und unerschüttert steht die deut- ^uf)c Wirtschafls kraft und schafft die deutscf>e Arbeit am Dlug wie am Schraubstock mrd unter der lohenden Esse immer neue Werte und neues Kapital; die Sparkrast des deutschen Volkes ist lmvermindert, imd die Steuer ttcranfaginig zeigt immer ivachsendcs Hhmnqt und —; e Die Einlagen bet den Banken baden sich gegen das letzte Friedens ja yr verdoppelt. Die Einlagen bei den Sparkasse und Genossenschaften^sind so hoch wie noch niemals. Ähre Zunahme bei den deutschen Sparkassen allein hat in beit ersten 7 Monaten dieses Jahres nicht weniger als 2160 Mill. gegen 1830 und 1425 in der entsprecherrden Zeit der beiden Vorjahre betragen, und.auch nach Schatzawoeistmgen, die die Reichsbank unter der Bedingung, daß sic auf Kriegsanleihe wieder eingezahlt werden, in den.Verkehr gegeben hat, ist der Begehr noch größer gewesen als bei den letzten Anleihen. Nur ans den Willen kommt es an, darauf, das; die Ueberzeugung Gemeingut aller Schichten und Kreise unseres Volkes werde, daß jeder einzelne hier nötig ist, jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau sich auch hier in die Reihe der Heimatkämpfer stellen muß wie draußen an den Fronten alle Söhne des Vaterlandes." Mit prächtigen Worten hat Havenstein die Einflüsterungen von Pessimisten abgetan: Sie kennen nicht die Kraft unseres herrlichen Vaterlandes. „Ob und wie weit und in welcher Form der Friede, der starke und gute Friede, aus den wir alle hoffen, uns auch eine Schadlos Haltung bringen wird, die!uns .dann auch< einen Test der Kriegslasten abnimmt, das hängt von dem Siege ab, um den wir noch känrpfen, und es wird gut sein, jenen Pessimisten gegenüber diesen unsicheren Posten zunächst einmal aus dem Spiel zu lassen und nur unsere eigene Kraft zu trennen. Der Sieg und Frieden wird und inUß uns idas erhalten, was uns unsere Feinde neiden und was sie fürchten, weil sie es nicht nachmachen können: die deutsche Arbeit 'und deutsche Tüchtigkeit daheim und draußen. Das ist aber auch der wertvollste Teil unserer Finanz- und Wirtschaftskrast und auch der stärkste Faktor unserer Tragfähigkeit für neue Lasten. Diese Wirtschaftskraft ist unerschütterlich und selbst durch den Krieg nur wenig öermtnbert Von den Milliarden unserer Kriegskosten ist doch nur ein kleiner Teil als Verlust zu bückten. Und auch dieser Teil, der wirklich vernichtet und verloren ist, hat durch neue Ärbeits^veige, die der Krieg hervor gebt acht (man denke nur an Stickstoff, an Mn minium) in großen Stücken wett gemach t werden können. Ausgehalten sind wir durch diese drei Jahre in der gewaltigen Zunahme unseres Wohlstandes, zurnck- geworfcn sind wir nicht." Die finanzielle Lage unserer Gegner ist, so führte Havenstein weiter, aus, weit ungünstiger als die unsrige. Von den gesamten Kosten des Krieges, die bis jetzt etwa 450 Milliarden betragen, fällt auf Deutschland und seine Verbündeten nur etwa ein Drittel, auf unsere Gegner zwei Drittel und davon auf England der Löwenanteil. England hat bisher nur zwei Fünftel seiner Kriegskosten in fester Anleihe aufbringen können — wir selbst werden, wie zu erhoffen ist, mit der neuen Anleihe sieben oder acht Neuntel in fester Anleihe gedeckt haben. Die aus dem Kriege hervorgegangene Schwächung Englands hat die Stellung dieses Landes in der Weltwirtschaft stark beeinträchtigt. Wir brauchen seine Konkurrenz nach dem Kriege wahrlich nicht zu fürchten. Deutschland hat vor dem Kriege alljährlich acht bis zehn Milliarden an Ueberschüssen zurückgelegt, es hat fiir Tabak und Spirituosen allein jährlich 5 Milliarden aus- gegeben — da braucht man bei 7 Milliarden Zinsen, die das Reich etwa zu tragen haben wird, nicht seinen Ruin zu befürchten. Schwer wird die Last sein, aber erdrücken wird sie uns nicht. Wir hoffen, daß diese ermutigenden Feststellungen den Siegeswillen des Volkes härten und seine Bereitschaft für die Zeichnung der Kriegsanleihe erhöhen werden. Der Krieg hat länger gedauert als man angenommen hatte, abet mit dieser langen Zeit kann der Pessimismus in deutschen Landen nicht die Oberhand gewinnen. Wir haben siegreich, durchgehalten und Unsere Lage ist militärisch besser denn je, wirtschaftlich aber ungebrochen und durchaus aussichtsvoll. MM———» - -■■■ Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 20. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Oeftlicher Kriegsschauplatz. Bei A r b o r a ui der Bukowina versuchten die Russen nach stärkerer Artillerievorbereitung vorzustoßen. Unser Feuer zersprengte die Angriffstruppen u?tb zwang sie zur Rückkehr in ihre Ausgangsgräben. I t a l i e n i s ch e r Kriegsschauplatz. Ein gegen den M onteSa n Gabriele ohne Fener- vorbereitung an gesetzter italienischer Angriff kam in unserem Feuer zum Stehen. Am Colbricon versuchte der Feind nach einer Minenspt engung anzugreifen, wurde aber schon in der Bereitstellung wirksam gefaßt. Die Zahl der bei Earcano eingebrachten Gefangenen ist auf 11 Offiziere und 516 Mann gestiegen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine Ereignisse. Der Chef des Generalstabes. Neue englische Anqriffe. Berlin, 20. Sept. (WTB.) In Flandern hat sich die steigerte Kampftätigkeit der letzten Tage zu einem neuen eng- s ch e n A n g r i f f verdichtet. Tas Feuer lag den ganzen 19. Ap- nfrer über mit außerordentlicher Heftigkeit auf den deutschen Wellungen. Dreimal am fti'chen Morgen, um 11 Uhr vormittags -d um 5 Uhr nachmittags steigerte es sich zum Trommelfeuer. ?m morgendlichen Trommelfeuer in Gegend St. Julien folgte r zweimalige Angriff mehrerer Bataillone, die betdemale avgc- esen wurden. Eilt in der Gegend von Langemarck bereckgestellter ggrisf kam in dem deutschen Vernichtungsfeuer nicht zur Entwtck- ng Am nachmittag wurden starke engltsche Stoßtruppen, die mtt rem Tank hart südlich der Straße Ypern—Montn vorgmgen, rck, Abwehrfeuer abqewiescn. Ter Tank wurde durch Volltreffer rftört Ant Abend sah man sie wieder auf der Straße Ypern— wnin mit Tanks Vorgehen, die unter Feuer genommen wurden, lei ch zeitig nebelten die Engländer die detttschen Stellungen von t Julien bis Langemarck ein. Tas starke Feuer hielt dte ganze srfit hindurch an. Um 5-/- Uhr früh steigerte es sich von Lange- «ct bis zum Samt! von Ypern-Douthoulst zum stärksten Trum- eltcucr. siixi darauf Urach «itaülsöe Jjnjauterre auf breiter Front zum Angriff vor. Der Kampf ist im vollen Gange. Auch an der übrigen englischen Front fteigerte sich das Feuer teilweise zu größter Stärke. Im Artois wurde ein englischer Fesselballon heruntergeschossen. Bei St. Quentin wurden mehrfach feindliche Patrouillen abgewiesen. An der A i s n e f r o n t, nördlich von Reims und in der Champagne kam es trotz des lebhafteren Feuers lediglich zu Gefechten mit starken feindlichen Patrouillen, die abgewiesert wurden. In der Gegend von Braye brachte eine deutsche Patrouille elf Gefangene ein. Auch zwischen Aisne und Bermericvurt wurden Gefangene gemacht. An der Verdun-Frvnt griffen die Franzosen wiederum trotz der am 18. September erlittenen furchtbaren Verluste mit starken Kräften l ä n g s d e r Höhe 344 an. Ter Angriff wurde frühzeitig erkannt und unter vernichtendes Abwehrfeuer genommen. Tie französischen Sturmwellen brachen überall zusammen. An keiner Stelle erreichten sie die deutschen Linien. Um 8 Uhr abends erneuerten die Franzosen den Angriff mit dem gleichen Mißerfolge. Auch im Chaume-Walde wurde ein ftanzösi- scher Stoßtrttpp abgetviesen. Ter L u f t k a m p f war rege. Außer den im Heeresbericht als abgeschossen gemeldeten feindlichen Flugzeugen wurde ein feindlicher Fesselballon zum Absturz gebracht. Die Zustände in Rußland. Amsterdam, 19. Sept. (Privattel.) Der Stockholmer Korrespondent des „Algemeen Handelsblad" erfährt vor einem russischen Delegierten, der aus Rußland nach> Stockholm zurückgekehrt ist, daß die vorläufige Regierung die vierte Duma au fl äsen werde und eine Vertretung aus Mitgliedern der Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte bilden wolle. Diese Volksvertretung werde als Abgeordnetenhaus anerkannt werden. Dies würde einen entschiedenett Schritt nach links bedeuten. Der Delegierte erklärte ferner, das russische Volk und die russische Armee seien des Krieges mehr als müde. Er glaube deshalb, daß Iiußland binrreu drei oder vier Monaten den Mittelmächten einen Sonderfrieden Vorschlägen werde. Die Tage Kerenskis seien gezählt, nicht nur, weil sein Gesund" heitszustand schlecht sei, sondern auch, weil in ganz Rußland wieder der Wunsch nach Fristen cmftebe. Petersburg, 19. Sept. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegrapheu-Abentur. Der Mfttister des Aeußern Tereschstschen ko ist zum Vizepräsidenten des Ministerrats ernannt worden. Petersburg, 19. Sept. (WTB.) Petersburger Tele- grapheTt-Agentur. Der Hauptausschuß der Kadettenpartei nahm eine Entschließung an, die die Mitglieder der Partei auffordert, sich jeder Teilnahme an der vom Arbeiter- und Soldatenrat nach Petersburg ernberufenen demokratischen Konferenz zu enthalten. Als Grund für die Enthaltung wird angegeben, daß die Konferenz nur eine einzige polttische Strömnnb des Landes vertrete und infolgüiessen weder ein polittsches Organ von Einfluß bilden, noch die schwierige Lage, in der sich das Land befinde, mildern könne. Petersburg, 20. Sept. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentnr. Die Regierrrng hat das Entlassungsgesuch des Ministers des Innern Avksentiew und des Arbeitsministers Skobeleff angenommen. Petersburg, 20. Sept. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegraphen-Ageutur. Stachowitsch, der Geue- ralgouverneur von Finnland, hat aus Gesundheitsrück- sichten seinen Rücktritt genommen. Der frühere Vizepräsident des Ministerrats Nekrasew ist zum Generalgouverneut von Finnland ernannt worden. Ein Kongreß der Kosaken. Petersburg, 20. Sept. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur. In N o w o t s ch e r k a f k wurde der übliche Militärkongreß der Abgeord-- neten der Kosakentruppen eröffnet. Es nahmen daran u. a. Vertreter der Arbeiter- und Soldatenräte und der Gemeinderäte Moskaus und der anderen Städte Zentralrußlands teil. Auch der Arbeiter- und Soldatenrat von Petersburg wird erwartet. General Kaledin wurde zum Ehrenpräsidenten gewählt. Er lehnte die Wahl ab mit dem Hinweis auf eine früher ergangene Entschließung, die ihn seines Amtes enthob. Vizehetman Bo g a j e w s k y hielt die Eröffnungsrede. Er äußerte sich über die Vorkommnisse der letzten Zeit, ferner über die Beweggründe, die die Kaledin- Rundreise rm Dongebiet und den Verhaftungsbefehl gegen ihn veranlaßt hätten. Bogajeivsky erklärte, die Kosaken hätten der Regierung treue Gefolgschaft geleistet utrd beabsichtigten, mit ihr zusammetrzuarbeitcn. Der Vizehetman bedauerte, daß man einen Feldzug gegen die Bestrebungen der Kosaken nach einer demokratiscl-en Gewalt ins Werk gesetzt habe mrd daß die maßgebenden Stellen über alles, was am Don geschehe, schlecht unterrichtet feien. Dunkle Mächte, häufig vtellercht deutsche Agenten, hätten den Nutzen davon für thre Ausstreuungen. Bogajewskh verlas hierauf den Tättgkertsbericht der örtlichen Verwaltung der Kosaken und wies energisch alle Beschuldigungen gegenrevolutio- narer Bestrebungen zurück, wie sie gegen die Kosaken erhoben worden seren. Hierauf besneg Hetman Kaledin die Tribüne. ^ -? a d e l' .20- Aept- (Privattel.) Havas meldet aus Parts: Nach einer Petersburger Meldung des „Herald" erklärte Kerenski, Kornilow habe aus rein patriotischeir Beweggründen gehandelt, so daß die Regierung den gegen Kornilolo untertwnnneuen gerichtlichen Maßnahmen keine Folge geben werde. Mart rechnet sogar iitil der Möglichkeit emex* Uuss p h n uug zwischen Kornilow und Kerenski. _ P^ersburg, 20. Sept. (WTB) Re-utermeldüng. Es yt Mt beschlossen lvorden, daß Kornilow vor ein Kriegscl^^lcht gebracht wird, dem eine Jury beiaeaeben wrrd. Gleichzeitig beschloß die Regierung auf Verlangen des Arbeiter- und Soldatenrates, daß der Prozeß nicht in Petersburg, sondern in der Frontzone stallfinden soll Eine demokratische Konferenz. # -Metersbürg 20 Sept. (WTB.) Meldung der Pe- ^^^9taphen-Agentur. Die vom Arbeiter- und Soldatenrat aus den 25. September nach Petersburg berufene d e m o k r a L i s ch e K o u f e r e n z , welche die Frage -o.lbdung einer^fest gegründeten starken Staatsgewalt enlK^iben soll, lvird in der Presse und politischen Kreisen lebhast besprochen. Die Meinungen gehen weit auseinander und sind haung ziemlich ablehnend. Amtliche Kreise lassen merken, daß die demokratische Konferenz in keiner Weise un- Gesichtspunkt angesehen werden oder dieselbe ^Dichtigkeit haben könne, wie die neuliche große Staatskon- serenz von Moskau, die durch die Regierung berufen und Abulatz ihrem Programm gehalten worden sei; deshalb habe dav Ministerium an ihr teilgenommen und geglaubt, sich ?° = r „bn -Vertretern aller lebendigen Kräfte des russischen Volkes über die Zage des -Landes und die Politik der Negierung aussprechen zu sollen. Dagegen die demokratische Konferenz in Petersburg sei von dem Arbeiter- und Soldatenrat berufen worden. Die Regierung sei daran nicht be - teiligt und somit nicht verpflichtet, an ihr teilzunehmen. Die Besprechungen in der bürgerlichen Presse sind na- turuch ziemlich ungünstig, aber auch die sozialistischen Zeitungen scheinen von dem Gedanken dieser Konferenz nicht gar zu sehr entzückt sein. „Rabutschaja Gazetta", das Blatt der sozialdemokratischen Arbeiterparteien, meint, die .Konferenz dürfe keine ängstlich vertrauliche Versammlung bleiben, sondern müsse das ganze Land aufrufen und alle die- lenigen zu gemeinsamer Arbeit aufsordern, die bereit seien, die Gegenrevolution tätig zu bekämpfen und das Land gegen den äußeren Feind zu verteidigen. „Narodnoje Slowo" (sozialistische Zeitung) schreibt: „Wenn die Konferenz sich aus denselben Teilen der Gesellschaft zusammensetze, welche den un ^ Soldatenrat bildeten, würden offenbar ihre Beschlüsse nur für diejenigen verbindliche sein, die sie gefaßt hätten. „Djen", das Blatt der unabhängigen Sozialisten, ist der Meinung, wenn die Konferenz das Monopol betreffend die Bildung einer Staatsgewalt in Anspruch nehme, würde ne das Land möglicherweise wieder iiwden Abgrund eines Bürgerkrieges stoßen und vielleicht einem neuen Kornilow den Weg bahnen, der diesmal glücklicher sein könnte, als sein Vorgänger. „Wolja Marova", das Blatt der Popular- soziaüsten, und andere Blätter, schreiben ähnlich. Petersburg, 20. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegraphenagentur. Die Gruppe der revolutionären sozialistischen Minimaliften und die den Anli- zimmerwaldern angehörigen Mitglieder des Hauptvollzugsausschusses des Arbeiter- und Soldatenrates haben einen Aufruf veröffentlicht, in dem es heißt: Der Grundsatz der revolutionären Demokratie, der die Regierungsgewalt auf der inneren Koalition begründet, ist verletzt. Ein letzter Versuch, eine Koalition zu bilden, begegnet dem Widerstand der vermitwortlichen Organe der Demokratie. Die Verleugnung der 5walitwn hat erne tiefe Erschütterung hervorgerusen. Ein rem sozialistisches oder ein rein bürgerliches Kadinett wird außerstande sem, die Verteidigung zu organisieren und eine wirtschaftliche Zerrüttung zu vermeiden. Falls die demo- kratische Konferenz ein rein sozialistisches Kabinett schaffen wurde, so würde das Ergebnis die Mobilmachung aller gegenrevolutionären Kräfte sein. Der Aufruf schließt mit der Aufforderung, sich auf der demokratischen Konferenz zm emem Block zusammenzuschließen, um Rußland einen Bürgerkrieg zu ersparen. Renaudel legte die Zurückhaltung der Sozialisten dar und e Regierung sich bewährt haben WUM, werde sie erklärte, sobald die Regierung sich ihr günstige Kundgebungen der Sozialisten imet^rfinoen 1 -- ~ llat " er i tü _P__ M ^ __^.flärongen i f 1 i“m*/ Kammer vertraue bctrmrf, daß die Regiermrg die Durchführung günstige Kundgebungen der Lwzraii,ren _ Am Schluß der Interpellation über dre allgemeine Politik der Regierung rrahm die Kammer die Tagesordnung des Radikal-So- zialisten Paul Las so nt mit 378 gegen eine stimme an. Die Tagesordnung billigt die Erklärunaen de'- Reoiernngwnd sagt, die oiuinuiti. oerrraue oaraus, ouß iw- w ihres Kriegsprograninies tatkrästig sortjetzen werde. Fronzöfischc Presscstimme». Bern, 21. Sept. Die Haltung der franMsKe« Presse gegen- über Painlevos Ercklärungen ist im allgemeinen kühl zurückhaltend und kennzückmet sich mit dem Wort ,,Abiwarten-^as ganze ^.and verlange eine energisck^e Regiermrg. Die meisten Blatter teilen gleichzeitig nnt, daß die Aiisführungen Painlevös auch m der .Kammer kühl ausgenommen wurden. Viel angegriffen wird der Satz Parn- levos, daß Frankreich der: Krieg nicht einen Tag zu lange oder zil kurz führen dürfe. „Action Francaisc'h „Libelle" und andere Blätter zweifeln, daß Parnleve der rechte Mann str. M'S eure ver- - 1 ..._ — j.l ptitpiif mp H Parmev6 oer renne L-uu."" rz.. weigert dem neuen Kabinett das Vertrauen. Mau müsse erneut mc Machtlosigkeit der französischen Exekutivgewalt feststellen, die die Lage nicht verstehe, und das Parlanient auffordern, das Werk der niuji w.T|iege, um» ütto ipauuiiu-ju uunvi^u öffentlichen Wohlfahrt selber in die Wege zu leiten. Ern Eingeständnis des „Echo de Paris". Bern, 19. Sept. (WTB. Nichtamtlich,) „Echo de Paris" erklärt bei der Betrachtung der a l l g e m e i n e n K r i e g s l a g c , ernarr ver oer ^eiracyrung Der aiigemauti .ivucysiuyi., die Entente müsse eineii neuen Kriegsplan aufstellen, dem die Tatsache zu Grunde liege, daß der deutsche Plan in Rußland erfolgreich gewesen sei. Deutschland werde deshalb künftig über größere Kräfte an der Westfront verfügen, so daß die Entente das Gleichgewicht erst wieder brechen könne, wenn die Vereinigten Staaten die zahlenmäßige Ucbermacht wiederhergestellt hätten. Was die Blockende anbelange, so brauchten.die Mittelmächte heute wemger besorgt zu sein. Das Anwachsen der Llusdehnung der Kriegskartc setze die Mittelmächte in den Stand, aus alle Elemente, die für den Frieden arbeiten, z. B. die Neutralen, einen größeren Truck auszuü-ben als je. Alles in allem, es sei sicher die Aktiven der *■ ^ch-österreichischen Kriegsbilanz zunähmen, ix nicht bedei'.te, daß die Mittelmächte auf den Sieg rechnen ie. deuts was aber.. —__ ..... — könnten. Bei den interalliierten Besprechungen, die demnächst arbeiten, z. B. die Neutralen, einen größeren Druck anszuüben als je. Alles in allem!, es sei sicher, daß die Aktiven der Monopols aus dem Weltmarkt bestehen müsse. Dadurch könnte die völlige Entwertung der heuttgen Kriegsfälle für die Mittelmächte herbeigesührt und diese auch fernerhin wirtschaftlich gefangen gehalten werden. Frankreichs Kriegsausgaberr. B e r n, 19. Sepl. (WTB.) (Laut „Temps" betragen die Kredite für das letzte Vierteljahr 191? für das allgemeine Budget 11203 000 000 Franken, zu denen noch 94572 Millionen für LL v/wvy \J\JW 5'U 1A.UUI .J r-J , .Vt tll ILMltll I U.V dtebenbudgets kommen. Die Kred it e r h ö hu n g gegenüber dem vorhergehenden Vierteljahr beträgt einet Milliarde und 330 oictitiiuyi. ytuu^L tiiuu U'JLUliiuuit: lUllü' >)o\j Millionen, von denen 855 Miföionen auf rein militärische Ans- ftabea imb 475 RdiOlchrr-en ans die Zivilvenoalttl-Ug rcnd Schulden- Eine Bertrauenserklärung der französischen Kammer für das Zlabinett Painlev^. verwattung entfallen. Das Kriegs Ministerium alleftr erhöhte seine Ausgaben um <>80, das i s Dhinitioitsminifbcriinn um 70, das Marineministerium um 157 Millionen. Die G e s a m t k r e d i t e ab 1. August 1914 betragen mit diesen Krediten bi^t ztum 3-1. Dezember 1917 102 642 036 907 Franken. Der monatliche Durchschnitt für die Ausgaben stieg von 1318 000 000 in den ersten fünf Kriegsmonaten auf 3 306 000000 im Jahre 1917. Der Finanzminister fügte hinzu, dajß er noch, vor dem 31. Dezember von dem Parlament neue Kredite zur Bestreitung unvorhergesehener Ausgaben verlangen müsse. Paris, 19. Sept. (WTB.) Meldung der Agence H-avas Kammer. Brunnet tadelte den Papst, iveil er nicht zirischen Ver brechen und Recht unterschieden habe. G r o u s s e a u (liberal) unterbrach rhu und tagte: „DrejenigM, die erklären, daß die 'Note des Etes deut'chem Emsluß erttsprungen sei, sind im Irrtum. Tie v dachte- verurteüt dre deittschen Ansprüche und bestätigc ^bchtes- Das ist eine Huldigung für Fraitt- fSz' v r ^ nter ^ r . e ^^^ r .settens der Sozialisten.) R e n a u b e I 1^.) sagte: „Die sozialistische Note zur internationalen Konferenz war unzweideutiger, aber man verfehlte nicht, von deutschem Ein- sprechen. Jetzt nt bie Reihe an den Katholiken, sich in ihrem religiösen Bewußtsein verletzt zu fühlen." ' 1 ' Painlevs antwortete dem Fragesteller und sagte: „Aufgabe fox Recherung ftt einen Plan zu haben, sich darwi zu halten und chn au^utuhren. Dre ^twide heißt Handeln." Der Ministerpräsident erklärte weiter er bedauere, die Mitwirkung der Sozichisten nicht erlangt zu haben und bestätigte seine Entschlossenheit, mft äußerster Energie alle An,chläge gewisser fremder Agenten zu ver- ^ m Gerechtigkeit tverde thren Lauf nehmen bis zu Ende Pmnleve machte dann eme Anspielung auf die Gemeinschaft d e r N ahonen und die Bot.chatt Wilsons. Painlev^ erklärte bgß Frankreichan solchen Gnin-sätzen sesthalte. Es biete die größten aufrichtiger moral ,, cher Größe und Selbstv er^ 25 ?Ä\■ ^üle Uebereinstimmung mit Le- men, » äjtlid, der Spreche die Frankreich den Alliierten seqm- nl^ gebrauchen konnc^ irr rilhr fort: „Die Scelenariitc Drank. reichg zngt ttch deiitlich vor aller Angen. und dg cs den Ntundsätzh bn Bereinigten Staaten sch anschlieht, gibt es ein arochz mh f,^ e Ä rUn i- rb - fi * bernükni. der Nation Mräg ,u fcn, nnd sich destrebrn, lneienigen, die mit uiis käinv'en m, ^ gclviesenen Weg mit sortznreifien. Es ist sicher datz die Politik LeniervS trlumphicre» wird und das; wir (BralbSufl. Me Frankreich d-ic Mijglchkeit geben, allen SH-me n£ntm die Stirn zn bieien/- Painleve schloß mit der Bittern die Kammer, der Regierung ihr tmltoS Bettrauen m ch-nken . , Pn Abgeordneter fordert Ribot auf, sich ilbcr die »wischen den Alliierten getro'taucn Abmachungen zu ankern di! tat gemachte,! Versprechungen zuwider „och nicht veröffentlicht worden knch N , b o t -mtn^rtete: Ich erinnere an das, >oa- ich schon7esa7, lsata Frankreich hat feine gelzeime Diplomatie. Es ist tate t di! ziinichen den Alliierten getroffenen Abmachungen zn verössentli'cken JJ n w! ^ ^ n ® a ' u f Jufc^iebe n. Wir sind in den K-rien Eroberungsabsichten. Wir fordern das Recht ohne das es weder einen dauerhaften Frieden inirK rLl li ’ ^sellschaft der Nationen möglich '%% ix fkrd r n E li a ß! 46 Jahren >auf der Welt gelastet hat. Wir berlwrgen ^S!- l6lt dre.<üle menschlich^. Rechte verletz, haben, d^^völk^mnÄ^^r' nmlteten Länder Wiedergulmachunae n w-„ c* ihnen schuldig sind. Es sind auch Bürgschaften E? Wi! unterzeichnen keuum Friede.., der unsere Kinder nötigt emmnt bte Surren zu ergrernm. Wir faben die Note des Papste? nchM'? DEd mi, EnLnd.Jtalta. und Petersburg Was'könn^wta aüf"7tte ds^AuftardrLng'tt anttmarten? Wir Seite sagt man nichts. Wir Men rkchstr ch^P^.süaen^ "Nt ^ r Versicherung, er werde sich mit Lm'LV gäbe wchmen, Frankrnch toürdig zu vertreten V * JllTi Ter Fall Luxbnrsi. Stockholm, 20. Sept. (WTB.) Meldung des Svenska Telegrambyran. Amtlich. Die Mitterlung über die von dem amerikanischen Staatsdepartement veröffentlichtem Telegramme Luxburgs hat die Regierirng veranlaßt, am 10. September durch den schlvedischeit Gesanbtei-l in Berlin anzufragen, ob es richtig sei, daß die veröffentlichten Telegramme von dem deutschen Geschäftsträger in Buenos Aires abgesandt und von dem Ausmärtigen Amt in Berlin empfangen worden seien. Nachdem die Antwort eingegangen ist, wurde der schwedische Gesandte in Berlin- am'l5. September beauftragt, uitter dem Hervor heben, daß als sest- gestellt angesehen werden müsse, daß eine deutsche Behörde m besonders ernster Weise das schwedischerseits erwiesene Vertrauen mißbraucht Hobe, einen bestimmten Protest der schwedischen Negierung anläßlich des Vorfalles zu erheben. Die am 17. September von dem deutschen Gesandten in Stockholm dem Minister des Aeußern gegenüber gemachte Mitteilung steht mit dem schwedischen Protest nicht in Zusammenhang. (Notiz: Wie hieraus ersichtlich, hat die deutsck-e Regierung der schwedischen ihr Bedauern aus eigener Initiative ausgesprochen, ohne erst der: schwedischen Protest abM- warten.^ ^ Tie Politik des Papstes. Berlin, 21. Sept. Der Heilige Stuhl will, wie sich verschiedene Blätter belichten lasseir, demnächst ern Gelbbuch herausgeben, das Me Schriftstücke enthalten foll, oie der Papst während ves Krieges au die verschiedenen Staaten abgescmdt hat, und die Antworten, die er erhrelt. Außer Spanien soll auch die holländische Regierung die Friedensbestrelmngen des Papstes unterstützen wollen. Tie belgische Frage. S-F' MTB.) Den „Miinchmcr Neueste» NcichriMen wird ntar oie belnischL Frage vvn iprem Berliner Vertreter unter dem 19. Septenrber gedrahtet: In tan letzten Tagen ,md über die Stellung Deutschlands zur Frage der bel- g r s ch e n Zukunft so viel durcheinanderlaufende Behauptungen upd .Vermutungen verbreitet worden, daß es nützlich erscheint, diesem Wirrwarr enr m festen Strichen gezeichnetes Bild von dem bishengen Stand der Auffassungen gegcnüberzustellen. Fr'ir uns ist die eme, alles beherrschende Tatsache, von der wir ansgehen die daß wir Belgien fest m der Hand haben, und daß es den, Gegner veriagt geblieben ist trotz der ungek-euerlichsten Anstremsungen und Opfer uns aus dieser festen Stellung zu vertreiben oder uns in ihr zu erschüttern. Das ijt der Ausgangspunkt für jede deutsche Erwägung und für fede Verhandlung mit dem heutigen Gegner Dre -^rage der Zukunft Belgiens ist aber, wie sich das von selbst versteht. Nicht isoliert zu betrachten und zu lösen. Auch sie muß im Eßt^ und "mtschieden^ samten Kriegs-und Friedensfragen n- ST-- £-z;rr: Für das Gcsamtgebikt aller dieser Frager, aoer hat sowohl die deutsche Regierung wie die deutsche ^^"Kbtung alv Rlckstichnur anerkannt, daß nicht Eroberungen sondern Verst ändigung und Ausgleich für uns das Ziel seien, unter .selbstverständlichen Voraussetzung, daß auch unsere Gegner ebenso rückhaltlos ans Eroberungen verzichten und Verständigung und Ausgleich suchen. Das gilt für die Gesamtheit tat Fragen u„t> es gilt im Rahmen dieser Gesamtheit auch sstr die talqffche Gegner bereit sind, aus ihre territoriale wlrt,chastlich- Ervberungspolitik und aus die während dieses K^>> ges bereits gemachten Eroberungen gege.iilber Deutschlaä» und se.nen Verbündeten zu verzichteil, so sind auch >vir tazu farit unb ms insbesondere die belgische Frage aiigehl für diwrn B^nE ioortuwg man ftrfe m ©ngta* tasvi-tais irrterefftact, sv sind Är unter tat aenaimten Bornussetznng zweisellos bereit die Hang,gleit Belgiens Ivietartarzus.eltai- unt^r Sich^rP des L seinsrechtes der verschiederr^n in Belgien wohnenden Natümalisten und unter Garantien für die wirkliche Neutralität Belgiens, über die nach zu veden sein wird. Bis ftnr Wttsch»eidnwg> der Gesamtheit der Friedensfragen dient uns Belgien, wie jedes crirdere besetzte Gebiet, selbstverständlich unverkürzt als Pfand. Es ist anzunehmen, daß der Reichskanzler am Donnerstag den 27. September im Reichstag über diese Fragen sprechen wird. ReichStaqHabgeordnete im Osten. Berlin, 20. Sept. (WfDB.) Die auf einer Fahrt durch das Generalgouvernement seit 16. September in Wa r scha u weilendem Reichst agsbege ordneten ^wurden von dem Generalgou- verueur von Beseler, dem .Gouverneur «Von Etzdorfs, dem Ehef der Zivilverwaltung von Kries sowie dem Polizeipräsidenten vou; Glasenapp empfangen. Sie nahnren zahlreiche Vorträge entgegen, in denen, sie sich, über poÄittschi? und wirtschaftlichie Fragen sowie über die verschiedensten Zweige der Verwaltung unterrichteten. 'Eingehende Besichllgungen anrtticher Stetten, Schulen und Wohl-c sahrtseinrichitimgeir folgten. Auch der Festtmg Nowo-Georgiewsk, dem jetzigen Madlin, Mt beten sie einen Besuch ab und ließjen sich Innrer sachkundiger Fahrung alle Einzelheiten der Eroberung der Festung erläutern. Am 18. September weilten sie beim Fürsten Lubomirski, wo sie mit einer großen Anzchhl von Vertretern best verschiedenen polnischen politischen Parbeirichtungen rmd Wirt- schaftsgruppen zusammentrafen und eftrgehende Aussprache pslegtew Am 20. September besuchten sie Lodz. Eine Fahrt auf der Weichsel nach, Ploek und Wloclawek wird den Abschluß Her vielseitiges Orieutierungsveise bilden. §ee?r!eg. Neue U-Boot-Erfolge. Berlin, 20. Sept. (Amtlich.) Im Atlantischen Ozean wurden durch Unsere U-Bvote wiederum 20 000 Bruttoregistertonnen versenkt. Unter den versenkten Schiffen befanden sich zwei bewaffnete Dampfer sowie ein tiefbeladener Frachtdampfer, wahrscheinlich mit Muuitionsladnng, der aus starker Sicherung heraus- geschosseu wurde. ^ Der Chef des Admiralstabes der Marine. B e r l i n , 20. Sept. (Priv.-Tel.) Die Weizenladung des heute als versenkt gemeldeten englischen Dampfers „Rp- don Hall wurde hinreichen, um die Großherzogtümer Baden und Hessen für eine Woche mit Brotgetreide zu versorgen. London, 20. Sept. (WTB.) Rcutermeldung. Man erwartet demnächst eine bedeutende Erhöhung -der Frachtpreise nach I n d i e it und Australien. Vor- lausig wird der Frachtpreis nach> Indien um ein Drittel erhöht- Aus dsm Aekche. Pour le merite. m 11 ' ?0- Sept. (WTB.) Der „Reichsanz." meldet dre Verleihung des Pour le mörite an den Generalleutnant Frhrn. v. Stein. Berlin, 20. Sept. (WTB.) In der heutigen Bun- o.E^ratSsrtznng gelangten znr Annahme der Entwurf eines Gesetzes betr. Feststellung eines zweiten Nachtrages zum Reichshaushaltsetat für das Rechnungsjahr 1917, der einer Merten Ergänzung des Besoldungsgesetzes, der Entwurf erner Bekarmtmachung über die Gelterrd- machung von Ansprüchen von Personen, die im Ausland ihren Wohnsitz haben, der Entwurf einer Bekanntmachuna betr. Fristen des Wechsel- und Sckseckrechts für Elsaß-Loth- rrngen imd der Entwurf von Bestimmungen über die Verwendung von Reichsmittetn zum Zwecke der sozialen Krieqs- irwalidenfursorge. ö . f ’^ etI oJ 1 ' c 20 ' 0ept ^ßer den bereits von uns mit-- Anfragen hat Reichstagsabgeordneter Dr. Werner noch einige andere an den Reichskanzler gerichtet. Er bemängelt angesichts des Kohlenmangels die Bevorzug n n g d er D a m p f m ü h l e n; desgleichen die von Er- wre Verbrauchern als übermäßig empfundene Höhe der O d st preis e. Erne wertere Anfrage betrifft den Schutz der kleinen Se i f en h e r st e tl e re i e n bei der Zusammenlegung von Betrieben, eine andere den A n b a n v o n O el- faaten, dessen droherrder Rückgang verhütet werden Ans Aus dem Kriegsausschuß der Zweiten Kammer. «ts. rr. .. . l D armstadt, heu 21. September. , ' ff Erweitertc Frnanz-Mriegs-)Ausschuß der Zweiten Kanim« Aba ° Kor 11 1 ^ei Antrügeuta «bg. Kvrell-Jnnelheim, d«° sich mit ^W ünscheu nnf Be r aii b 11 &)en Bevölkerung befaßten ur schwerden de.^. tvu anneiniom zur Beratung gestallt wurden. Der eine Änträa uv N « hrun gsmittelversorgungiinf tan, Lande'weist dara K»-'daß d« geringbennttelten N i ch t s e l b st v e r s o r g e r ach ta Lai.ta jchlechtar Mitallt seien als in tan Städten und iche .uibultrielten Orten. Tenn Eier, Butter und Feit von dm Erzmae sich zu be,ä>a>,en, werde ihnen durch die bamfterci der Stataer u MV glich gemacht, und die Verteilung dieser Lebensmittel tas» a wie gar nicht geregelt: ebenso gäbe es vielfach aA ta^ Lau uu U nmual Fleischkarteiu Auch für die Beliefermig des Ä otaem scwrgt rcicrta». — Ein mcitet t»r*ert tac Rückgabe der.LingezogeLen En '«fc* und Biittermafchinen, ein taitter .Mchcht ei 11,10 derEierlieferungSvflicht fi 1918. Di^e Regierung nrreö dcrraus hin. daß die Maßnahmen a belferen griulhmg der Milchliefei-ungSpflichl Erfolg gehabt hätte stets sofort wifgetaben, sobald sie ihren Zweck „fü Im,,™ E^^tanubchi- wurde der Wunsch ansg.lorocheiu nicht i Ivntan, ininier nur die saumigm Milchliefer mit Entzug der Bntterniaschmei! ,u bestraf«,. Gegen säunttae Li serer nrnssc mtt aller Strenge vorgegangen werden. Von einer 3c- ^ säumiger Milchlieferer rti^ch a Scklackitvieh zn >erll°rm ,md wegznnehinen. Das jetzt tan i solche^alle i»rgc'sehene Enteignung verfahren sei m nm stän d, Ler Antrag Novell und Genossen ilber Nahrun-smittelverform nni> der Antrag über Enwabliesernng, hex sich nach einer Rec runaseicklaeiini? inii- , L, 111 mit »sichtan tef'sMSa^ät' 5 SSbS? —en. Antrag ütar Buttermaschinen roird an. , Bg 1 . S'pyt>er for gltitg lagen ebenfalls drei Antti Ad e lLna^ütal '(ta&Trn brtr ttohlcnkiiappheit, Antti iT , m n ß U r Kvplen Versorgung und Herabsetzn 1 ^5 e ®L?J a ^^ * >er Aussprache wird die Mang hastigkett der Kohlen verso rgnng liervorgelwben. Die Regierung klart, fte ttabe alle ochrttke «pttan, um eine größere An liefern ^^^ken, fre lmbe auch t>mi den Reichs stellen di, bezikgllche Zusagen erhalten. Eine Besserung sei bereits benrnkb Der Antrag Breittano wird znrückgestelll: der erste Anttrrq Ahelu zurückgezogen der zweite für erledigt erklärt ^ Eme Anfrage K o r e l l - Zügel I*nn betr. Dreschen d Ernte ^rd nach tnrz>er Aussprache sür erledigt betracht - 35crein -' Deutscher Tom. Zement- u JMfinbniftrxc soll der Regrerlmg als Material überwiese,i iverr, Aus Stadt rrnd Land. Gießen, 21. September 1917. Aufruf. Das Rirrg-en um Deutschlands Ankunft, utn unseres Volkes Bestand, Freiheit nnd Aufstieg, muß nach dem Willen verbissener Feinde weitergehen. Sv lange noch, bis auch verblendeten Angen endlich offenbar wird, daß allen Anstürmen, Krieg sbeschwerden und Gelderfordernissen nn- beugsam stand zu halten das deutsche Volk bereit und fähig ist. Die herausfordernden Zweifel in unsere heimische Uw- erschütterlichkeit sind es, und sie sind es ganz allein, die den Krieg verlängern. Ja, mit einem Aufflammen unerbittlicher feindlicher Vernichtung samt, mit teurem Blut und Gut, mit einer Gefährdung des opfervoll bisher Erreichten hätten wir es alle schmerzlich und unersetzbar zu büßen. wir jetzt in der geldwirtschaftlichen Kraftanspannung glaubten Nachlassen zu dürfen. Je widerstandsfähiger aber wir des Reiches Geldwesen erhalten, um so stärkeren Widerhall wird dereinst das deutsche Wort bei den Friedeusver- handlungen wecken, um so rascher werden wir in der Zeit friedlichen Wiederaufbaus den deutschen Geldwert in: Ausland auf seine alte Höhe bringen — zu Unser aller Vorteil. Das Denffche Reick) bietet Gewahr für die Sicherheit Eurer unentziehbaren Ansprüche mit allen Vermögenswerten, mit den: Eintommeri und allen schafferlden Kräften der Gesamtheit seiner Bürger. Uub machtvoll wie durch drei lange Jahre hindurch wird auch ferrrerhin zu Wasser und zu Land die Abwehr und Schwächung der Feinde sein. Hinzutreten muß aber als mit kämpfen de Streitnmcht das lückenlose Aufgebot aller freien Gelder. So ergeht in schicksal- schwerer Zeit an die sämtlichen Volksgenossen mit großem, kleinem und kleinstem Geldbesitz in Stadt und Land der Ruf des schuWos bedrohten Vaterlandes: Helft mit Eurem Gerde zn einem neuen stolzen, achttrnggebietenden Zeichnungserfolg, zu einem ehernen Kraftbeweis, der uns den: ehrenvollen Frieden näherbrirmt! Zeichnet die 7. Kriegsanleihe! N ** Ob st verkauf. Bei der städtischen Obstverteilungsstelle, Vrandplatz 3, kommen Aepfel, Birnen., Zmetschen, Kürbisse uitd anderes Obst zum Verkauf. ** Höchstpreise für Kartoffeln. Auf die Bekanntmachung des Kreisamtes, die Höchstpreise für Kartoffeln beweisend, im amtlichen Teil der heutigen Nummer, wird hingcwiesen. ** Das Großh. H es si sche R eg i erung s b l a t t, Beilage Nr. 15, vom 19. September 1917, enthält: 1. Uebersicht über die in den Landgemeinden des Kreises Offenbach zu erhebenden Gemeindcumlagen .für das Rechnungsjahr 1917. — 2. Uebersicht der für das Rechmmgsjahr 1917 genehmigten Umlagen zur Be- ftreitiuipi der Bedürfnisse der israelitisä-en Religiorisgemeinden des Kreises Darmstadt. — 3. Uebersicht über die in den Gemeinden des Kreises Gvoß-Gevan zu erhebenden Gemeindeumlagen für das Rechnnngsjahr 1917. — 4. Ra mens Veränderungen. — 5. Ordensverleihungen. — b. Eharaktererteilungen. — 7. Tienstmachp- richten. — 6. Tiensteutlassrmgen. — 9. Rtlhesüandsversetzungen. Kreis Büdingen. — Büdin gen, 21. Sept. Das Kreisamt läßt in diese;: Ta- .ycn die Obsternte an den Kreissttaßen öffentlich versteigern. Insgesamt kommen etioa 4 5 0 0 Z e n tne r Tafel- und Wirtschaffsvbst zum Ausgebot. Diese Obstmenge wird eine Einnahme von rund IM (XX) Mark bringen, wenn man den Wert eines Zentners mit 20— 22 Mark veranschlagt. Die Einnahme dürfte demnach die gewöhnlich nur mit mehreren bansend Mark eingesetzte Borrrnschlags- snmme des Kreishaushaltsplcmes unc.ein Vielfaches übersteigen. Kreis Lauterbach. --Lanierbach, 21. Sept. Bei dem Versuche, Benzol am Herd zu enoärmen, explodierte im nal)en Qrue ck der Benzolbehälter mrt wlchcr Gewalt, daß der den „Versuch" ausfnhren.de junge Mann am ganzen Körper schwer verbrannt wurde. Durch die umher- fllegenden Stücke >wurde auch das Haus erheblich beschädigt. Hessen-Nassau. ** Frankfurt a. M., .20. Sept. (MTB.) Ans Anlaß der xui Zuge befindlichen siebenten Kriegsanleihe hat heicke im Sitzungssäle der Handelskammer Reichsbankpräsident Havenstein erneu etwa einstündigen Aorttag gehalten, in den: er in kurzen Umrissen das Programm für die hoffentlich letzte Kriegsanleihe entwickelte. Er schloß seine interessanten Ausführungen mit beit Worten, daß an diesem Kampfe der Heimarmee jeder in seinen: großen oder kleinen Wirkungskreise teitnehmcn müsse, es dürfe keiner fehlen. Tann werde man des glänzenden Erfolges sicher fern. Ans den Kreisen der Bankwelt wurde versichert, daß die Stadt Frankfurt auch diesmal, wie bei den vorhergehenden An- leihem bei denen sie mehr geleistet habe, als erwartet wurde, ihre Schuldigkeit tim werde. Wrtterrrngsbericht. (0 c f f c n 11 i dj e c Wetterdienst.! Keine wesentliche Aenderung der bestehenden Witterung. Ikotzn ZXad'yru -'*♦ tci®. Eine Entschließrmg der Stadtverordneten Breslaus. B r e s l a u , 21. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die Stadtverordnetenversammlung nahm mit Zustimmung des Magistrats folgende Entschließung an: Die Stadtverordnetenversammlung^ weist entschieden in Ucbereinstimmung mit dem deutschen Städtetag den Versuch Wilsons zurück, sich in innerdeutsche Angelegenheiten zu mischen. Das deutsche Volk ist fähig und gewillt, seine eigenen Angelegenheiten selbst zu ordnen. Die Versammlung fordert die Breslauer Bürgerschaft auf, als beste Antwort sich mit aller Kraft an der 7. Kriegsanleihe zu beteiligen. Harderr über Belgien. Berlin, 20. Sept. Maximilian Harden sprach am Donnerstag in der Philharmonie über die belgische Frage. Er erklärte n. a.: Belgien ist eine Lebensfrage für England. Deshalb hat England die Vereinigten Niederlande und Belgien geschaffen. Die Feinde werden nach einem solchen Opfer nicht nach Hause gehen, ohne daß die amerikanische Hilfe wenigstens eingesetzt und ervrobt worden ist. Die Entscheidung über Belgien mnß schnell und klar fallen. Jede Halbheit oder „Bethmannei" ist vom Uebel. Wenn wir es haben wollen, so müssen wir es wirklich einstecken oder wir müssen erklären, wir hätten niemals daran gedacht. Ein Ohmnachtsansall zwang Harden, den Bortrag vorzeitig abzubrechen. Das „nüchterne" Rußland. Petersburg, 21. Sept. (P. T. A.) Der Mäßigkeit im Trinken dauernd Geltung zU verschaffen, hat die vorläufige Regierung eine Verfügung erlassen, wonach nacheinander alle Vorräte an Alkohol und Spirituosen in den Brauereien und Ausschankstellen in Essig Umgewandelt oder kohlen- saurenr Wasser beigemengt werden sollen, das mir I 1/2 Proz. Alkohol enthalten darf. Explosion und Grobfeuer in Ost-London. London, 20. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Im Ostlondon hat gestern früh ein Feuer, das durch eine Explosion Nicker aufgestapelten Chemikalien ver- ursackst !war, eine ganze Fabrik, die sich über ein Gebiet von einem halben Acre ausbreitete, zerstört. Benachbarte F-abriken und Hunderte von Häusern wurden beschädigt. Wegen her frühen Ntorgen- stünde sind 'keine Menschen vverunglückt. Zunehmender Mangel in Australien. Amsterdam, 20. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Tie „Times" meldet aus Sydney: In Australien schrumpfen die Vorräte wegen des Mangels an Schisfraum rasch zusammen. Die australische Industrie kann wegen des Mangels an Maschinen die Artikel, die früher eingcführt wurden, nicht selbst Herstellen. Dies hat zur Folge, daß der japanische Handel ständig an Boden gewinnt. Argentinien. Buenos Aires, 21. Sept. (Reuter.) Der Senat beschloß fast einstimmig den Abbruch der Beziehungen zu Deutschland. Die Entschließung wird jetzt der Deputierten- kammer vorgelegt werden. Die öffentliche Meinung ist stark zugunsten ihrer endgültigen Annahme. (Anmerkung: (Aue Bestätigung dieser Rente rineldnng liegt amtlicherseits nicht vor.) Amtlicher Teil. Bekanntmachung den Höchstpreis für Kartoffeln betreffend. Vom 13. September 1917. Auf lGrund der §§ 2, 8 und 9 der .Bundesratsv'.u 0 rdnunp über die Preise der landwirtschaftlichen Erz-eirgnisse aus der Ernte 1917 und für Schlachtvieh vom 19. Marz 1917, sowie der hierzu' erlassenen Aussührungsbekanntmachung Großl). Ministeriums des' Innern vom 26. März 1917 wird hierdurch bestimmt: Der Erz eugerhöch st preis für Winterspcisekartofseln wird aujf 6 Mark für den Zentner, einschließlich Schnellig- keits- und Anfuhrprämie festgesetzt. Der Höchstpreis gilt für die Lieferung ohne Sack und für Barzahlung bei Empfang. Er schließt die Kosten der Beförderung bis zur Verladestelle des Ofrbes, an dem die Ware m!ßö tb-er Bahn oder zu Wasser versandt wird, sowie die Kosten des Einladens daselbst ein. Bei Lieferung gesackter Kartoffeln, ausschließlich Sack frei Keller des Bestellers kann höchstens ein Zuschlag von! 8 0 Pfennig zu dem Höchstpreis von 6 Mark für den Zentner» Kartoffeln gefordert werden. Bei Lieferung der Kartoffeln vom Lager eines Kommunal Verbands, einer Gemeinde oder eines Händlers erhöht sich der Zuschlag von 80 Pfennig auf h ö ch ft e n st 1,25 MarkfürdenZentner. Bei Lieferung durchs den Erzeuger innerhalb seines Wohnortes frei Keller oder an einen Ort im Umkrleis von nufn mehr als 3 Kilometern frei Keller darf der Aufschlag Flöhstens die Hälfte ,der im vorhergehenden Absatz genannten Sätze? betragen. Der Kleinhandel sHöchstpreis beim Erzeuger und Händler, das ist der Preis beim Verkauf von untrr einem Zentner- wird lgb Lager auf 9 Pfennig für das' Pfund festgesetzt. Darmstadt, den 13. September 1917. Landes kart 0 ffelstelle. Hechler. An den Oberbürgermeister zu Gießen, die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises, Großh. Polizeiamt Gießen und Großh. Gendarmerie des Kreises. Vorstehende Preisfestsetzung ist ortsüblich bekanntzumachen; Preisüberschreitungen sind Mr Anzeige zn bringen. .Gießen, den 21. September 1917. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Usinger. 7. deutsche Zeichnungen auf die 4: l / 2 0 / 0 ReichSschatzanweisu.gen, 5°/ 0 Reichs- anlcihen nehme ich zu den amtlichen Bedingungen bis zum 18. Oktober ds. IS., mittags 1 Uhr entgegen. Gleichzeitig empfehle ich zur Aufbewahrung von Kriegsanleihe die in meinem feuer- und diebessicheren Gewölbe eingebauten eisernen Schrankfächer gegen mäßige Vergütung Pfa. Jockel» Bankgescifoäf f 8 Grünberg i. H. Vinterkartoffeln Bestellungen werden enigegengenommen. W. Hantel, Üinie Aue 7, Tel. 612. I ii pnnis 042 sowie 1 Wagpon i eingetroffen und empfehle billigst eolanse Vorrat reicht Telefon 012 IV. Eiunkel Kone Käac 7 Die besten 7022 ss SSS Ersatz- en liefert gr. Posten prompt F. Bob», in 1 1. Hsnmarkt BB.Feruspr.B 3737 Grossabnehmer auf allen Plötzen gesucht evtl. Vertrat. .©•-»Üw Verlangen Sie Offerte. , Einzclinuster per Post- nachnahme. h'vrav 3 • Z’iauiür • Wohünug int Hinterhaus z. verin., evtl. Unterstellen von Möbeln. 7020_cbig str. 5H p . 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DoS Doch ffir (Üarlenfrr'.nfr- Oorl Arbeit, erl-öht den v)cqrn Smsenbnnq von pv j. ;V'crtqt — Samcnprcisliflc kostenlos Afeferögo/Oitorf — Leicht sei dir die fremde Erde, Schmuck und Hoffnung sind nun entschwunden, Vorbei der Traum von künftigem Glück, Geblieben nur herbe unheilbare Wunden, Kein Klagen und Weinen gibt dich uns zurück. Nun ruhe sanft, mit Helden Seite an Seite, Die Liebe zu dir bleibt unseres Lebensgeleite. Du braver Sohn, lebst nun nicht mehr, Dein Platz in unserm Kreis ist leer. Du reichst uns nicht mehr deine Hand. Du starbst so früh im Feindesland, Warst noch so jung und starbst x zu früh. Vergessen werden wir dich nie. Du sankstdahin, wie Rosen sinken, Wenn sie in voller Blüte steh’n, Und heiße, bittre Tränen fließen. Weil du so schwer mußt’von uns gehn. Tieferschüttert und ganz unerwartet erhielten wir die schmerzliche Nachricht, daß unser guter, braver, unvergeßlicher Lohn, unser treuer Bruder, Vetter und Neffe Gefreiter Heinrich Luh bei einem Pionier-Bataillon Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille nach lßmonatiger treuer Pflichterfüllung am 29. August 1917 sein junges, blühendes Leben im Alter von 21 Jahren zum Opfer geben mußte. In tiefem Schmerze: Heinrich Luh I. und Frau Katharine Luh Albert Luh Katharine geb. Wagner Lina Volk Friedrich Luh, z.Z. in Garnison und alle Angehörige. Allendork a» d. Lahn, den 20. September 1917. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung. 7026 m Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß mein lieber, unvergeßlicher Mann, unser guter, treusorgender Vater Herr Johannes Laub im 49. Lebensjahr Donnerstag vormittags ll l / 2 Uhr nach kurzem Krankenlager sanft und unerwartet entschlafen ist. Die tieftrauernden Hinterbliebenen; Frau Emma Laub geb. Bingel Georg Laub Marie Laub. Gießen (Kirchenplatz 10), den 20. September 1917. 7027 Die Beerdigung findet Sonntag den 23. September, nachmittags 37* Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Todes-Anzeige. Heute entschlief sanft meine liebe Schwester Luise Jockei im 84. Lebensjahre. Jockei, Geh. Justizrat. Friedberg, den 21. September 1917. Die Beerdigung findet in der Stille statt. 7 o 3 7D m Danksagung. Für die vielen Beweise innigster Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen herzl. Dank die trauernden Hinterbliebenen: I. d. N.: Wilhelm Bender. Rodheim a. d. Bieber, den 21. September 1917. 05829 sS "" .. 1 J Ein Fabrikkantine Tee-Er$alZ Mi tiichtiB W-M jh nx^tkt DaS Werk liegt auf dem Lande und wird die Kantine bei der Beschaffung von Lebensmitteln von der Werksleitung unterstützt. Angebote unter F. E. E. 788 an Rudolf .71os.se, Frankfurt a. M. 6f ** 4 ss sind wieder eingetroffen bei Brüder Schmidt, Seltersweg 83 darf nicht schmecken lvie Heiltee, sondern muff dem aus- lnndischen Tee im Geschmack ganz nahe kommen. Einen solchen Ersatz für russischen oder chinesischen Tee erhalten Sie im 6072 LLetor'inSirrus, Kreuzplatr 6. S chutztaschen,,^ uittelkarton in den verschiedenen, äußerst prakt. Aufmachungen, sind wieder eingetroffen L Weinert, Neuenweg 9, Brillen und Zwicker mit prima Glasern, iiutzerst biill. UhrnincheroiKoch Mühl straffe 2. 0Ö87G Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass unser innigstgeliebter Sohn, unser lieber, unvergesslicher Bruder, Schwager, Onkel, Enkel und Neffe Schütze Viktor Galinski in einem Reserve-Infanterie-Regiment an einer Krankheit, die er sich im Felde zugezogen hat, am Mittwoch früh um 10 Uhr im Res.-Lazarett II (Alte Klinik) den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist Die tiefgebeugten Eltern und Geschwister. Giessen (Frankfurter Strasse 150), Lollar, Messel, Därmstadt, Gostyn, Neuyork, den 21. September 1917. Die Beerdigung findet Sonntag, den 23. September, nachm. 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 06892 m A4- ’M 1 H tz. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daff meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante 7029 grnn Dorothea Wagver geb. Schneider im Alter von 36 Jahren nach langem, schwerem, mit grotzer Geduld ertragenem Leiden am 20- dö. Mts. sanft in dem Herrn entschlafen ist. In tiefer Trauer im Namen der Hinterbliebenen: Hch. Wagner und Kinder. Gieffen (Frankfurter Str.140), 21. September 1917. Die Beerdigung findet am Sonntag, nachmittag »m 5 Uhr, vom Neuen Friedhof ans. statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Vaters, Schwiegervaters und Großvaters Sem Philip gmniittl IV. sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Groth sagen wir herzlichen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Familien Hammel und Schäfer. Annerod, den 20. September 1917. 7028 Achtung! Achtung! Saaisiay und Sonntag den 22. u. 23. Sept im grossen Saale Mio! Gastspiel der weltberühmten türkischen Gaukler, Fakire und Illusionisten B&m Abdul und Seümsa* Sie sahen hier in fliesen Verstellungen ctts an* glaublichsten Wunder ans dem Orient. Unerreicht dastehend: der weibliche Fakir Sei im a in ihrem Tanz auf Glasscherben und Feuer, barfuß. Auftreten des arkomlsehen Zauberers Willis. Sperrsitz Mk. 1.50. I. Platz Mk. 1-. II. Platz Mk. 0,60, Galerie Mk. 0,40. Militär ohne Charge die Hälfte. AaSang: 05835 Samstag abends 8 Uhr, Sonntan naehm. 4 Uhr und abends 8 Uhr. in Zahlungsraten von 1-20 Jahren! Mk. 3.65 jährl. Beitrag für Mk. 100-Zeichn., Mk. 36.15 jährl. Beitrag für Mk. 100 000-Zeichn. „Janus** Hambnrßor Versicherungs-Akt.-öes. Näheres durch 7P28 ss Franz ixöres BahahoSstraBe 40. Angesehene Blitarbelter für alle Plätze Besucht. 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Umänderungen Zu haben im Qj/etfcbßus \afomon ff kr ßtosseh SchulilralSe 6987 V V $ v t v a $ tT r. o HerrPrivatdoz. Dr. hansSpethmann. Berlin: Ser Nana! und die GMste England;, der Uampfplatz unserer Zielte, m. Lichtbildern Vortrag Nr. 4 findet am 15. Oktober statt. Eintrittspreis 1 M., für Militär (vom Feldwebel abwärts) 0.20 M. Kinder unter 14 Jahren haben keinen Zutritt. Sonntag d. 23. Sept. findet in Metzen, Li) berste. 14 das Mnkinl icr StidtHlsiies statt. Beginn nachm. 2 1 /, Uhr. abends 8>/ 4 Uhr. Eintritt frei für jedermann. Nur noch 3 Tage! | •••••••••—— ßen, Oswalds P, asthafff Freiiae:, 21. Sept., abends 8 Uhr: mit fjanz neuem Programm, bestehend aus 16 auserwählten Nummern auf allen künstlerischen Gebieten. Samstag : 2 große Vorstellungen 2 nacbm. 4 n. abds. 8 Uhr. \nchm. 4 Uhr: Kinder- und Mieo- Vorsteliong mit eigens für Familienpublikum eingerichtetem vorzüglichem Programm. Kinder unter 12 Jahren bezahlen anf allen Plätzen nur halbe Eintrittspreise. Das Programm dieser Vorst, ist genau so reichhaltig wie das der Abend-V orstellung. Abends 8 Uhr: Gala-Vorstellung mit Sroöstadt- Rie30’j-Programnj. Bei beiden Vorst: Andrsten des Corps de Kfailett ln neccnNatlonaltänzan. Vorvorkanf von Billetts im Zigarrengeschäft von Hans P. Petersen, Marktpl. 15, und abds. an der Zirkuskasse. Vttr die ftachmlttags- Vorst. Sindot der Vor- verkant nnr an der Zirknskaase statt. nach Gabelsderaer. beginnt Anfang Oktober im „Postkeller^' lAbcndkurfnS). Honorar 6.00 Dtk. Anmeldungen bis 3«. Sept. an den Vorsitzenden Herrn R. llnsenkrng, Kaiser- Allee 22, erbeten. 7033 Gabelsberger Slenograph.-Ve von 1861 und Damen-Vereiu