Nr.2P Lei »tetzraer Lqeiser erscheint tägÄch, außer Sonntags. — Dellaqen: «etzevLrZa»Menbiatter: KveMIcit sRr öeo Kreis Sietzen. Seja^reis: rnonatll 1 Mk„ vierteljährlich 3 Mt.: durch Aohvle- vl Zweigstellen monatt. 90 Pf-: durch die Post Rtt. 3.— viertel- jährll ausschb Bestell-. Ferrrsprech - Anschlüsse: sür die Schrrttleitm^g 112 Verlag,Geschäftsstelleül Anschrilt für Dradtnach- richten: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt J 6 Z. Jahrgang Freitag, Z. September M Postscheckkonto: Frankfurt a.M. U686 Bankverkehr: Sewerbebank Gießen Swillmgrrunddruck u. Verlag: Brühl'sche Unw.-Buch- u. ZteindruSerei k?. Lange. SchrSstlettüng. Geschüftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 1 . Annahme von s. die Lagesnummer vi3 zumNachmlttaq vorher. Zeilenpreise: für örtliche Anzeigen 20 Pf., für auswärtige Anzeigen 2b Pf., b. Platzvorschrift 30 Pf., für Reklamen 75 Pft bei Platzvorschrift 90 Pf. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich sür Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt und Land, Vermischtes n.Ge- richtssaal: Fr. R. Zenz; Anzeigenteil: H. Beck; sämtlich in Gießen. (WTB.) G roh es Hauptquartier, 6. Sepftlnber. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kro nprinz Ru pp recht. In Flandern blieb die Kanmftäti gleit der Artillerien stark, vor allem zwischen Houthoulste-Wald und dem Kana! Ypern— Comirics. Nach Einbruch der Dunkelheit griffen die Engländer zwischen den von Ypern auf Poelkapclle und Hollebcke führenden Straßen zweimal mit starken Knüsten unsere Linien an. Beide Angriffe brachen im Feuer und Nahkampf verlustreich und ergebnislos zusammen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Beiderseits der Straße Laon—Svissons und im östlichen Teile des Chemin des Dsmes war die Feuertätigkeit zeitweilig bedeutend gesteiEert. Abends brach nach Trommelfeuer französische Infanterie südwestliche von Pargny-Filain vor, kam aber in unserer Abwehrmirkung nicht bis an unsere Hindernisse. Bei Vauxaillon und am Winterberg verliefen eigene Erkundungen erfolgreich. Gefangene wurden eingebracht. Starkem Feuer nördlich von Reims folgte gegen Bors- Soulains ein Tcilangriff der Franzosen. Sie wurden abgeschlagen. In der Champagne war die Gefechtsiätigkeit in einigen Abschnitten lebhaft. Bor Verdun dauerte der starke Artilleriekampf besonders auf dem Ostufer der Maas an. Bisher keine Jnfan- terietätigkeit. * In der Nacht vom 4. zum 5. September griffen unsere Flieger London, Southcns und Margate an. Brandwirkung der abgeworfenen Bomben wurde erkannt. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. Neber dem Festland sind gestern 14 feindliche Flieger und ein Fesfeümllon abgeschossen worden. Leutnant Bost errang den 40. imd 41. Lustsieg. Oestlicher Kriegsschauvlatz. HeeresgrnppePrinzLeopold vonBayern. Bor der Front der 8. Armee haben die Russen ihren Rückzug nach Mrden und Nordostcn in Eile fortgesetzt. An der Düna hat der Russe seine starken Stellungen bis Friedrichstadt geräumt. Die bei unserem schnellen Vormarsch bisher nur unvollständig festzustellende Geftuigeneinnh! urd Beute beträgt 120 Offiziere, über 7500 Mann, 180 Geschütze, 2 0 0 Maschinengewehre, m e h r e r e Panzerkraftwagen und sehr zahlreiches Kriegsgerätaller Art. Front des Generalobersten Erzherzog Josef. In der nordwestlichen Moldau zeitweilig lebhafte Artil- kerietätigkeit und Vorfeldgefechte. Heeresgruppe des Generalfeldmärschalls von Mackensen. In den Bergen nordwestlich von Foesani scheiterte ein rumänischer Vorsttrß bei Mumelul vor einem eigenen Vorstoß. Es konnten Gefangene zurückgeftihrt werden. Mazedonische Front. Westlich des Prespa-Sees waren deutsche, östlich des Doiran-Sees bulgarische Erkundungsunteruehmungen von Erfolg. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. * Dev Abendbericht. Berlin, 6. Sept., abends. (WTB. Amtlich.) d^rdöstlich von Ypern und bei Lens sind starke en, ltsche Tnlangriffe gescheitert. Bei Verdun dauert der Artilleriekampf an. Im Osten wurden russische Nachhuten bei Neu Kaim und südöstlich von Nitau (70 Kilometer östlich Riga) vo unserer Kavallerie geworfen. Im Osten ist an der knrländischen Front die deutsche Kavallerie durch! Sumpf und Wald der in Richtung auf W^enden abzieheuden 12. russischen Aumee auf den Fersen, »nährend dm deutsche Flotte den Rigaischen Meerbusen beherrscht. Die stündlich steigeirde Beutezahl läßt die wachsende Bedeutung des großen deutschen Erfolges bei Rrga rnrmer deutlicher erkemren. Die Russen haben es noch ffch wieder festzusetzen und sind bei einem Versuche, dre fliehende Drupp-e Mm Stehen zu bringen, bei ^ceu-Karpen Und südöstlich von Nitau von unserer Kavallerie gÄvurfen worden. Nitau liegt etwa 20 Kilometer nordwest- trch von dem auf unserer heutigen Karte angegebenen Lmnburg, Neu-Karpeu um etrva die gleiche Kilmneterzahl Wd^stl^ von Lembuvg, beide also halbwegs der größeren Ba^statrvn Weirden^ Der „Berner Brrnd" saut in seiner letzten murtcrrrschen Betrachtung: „Erreichen die Deutschen .vrnzenLera, so ist der Brückenkopf nach Osten gesichert." Nun wohl, .Hrnzenberb umß nach dem Stand der Dinge bei Nctau urid Neu-.Kcnpen bereits von unserer Front überflügelt sein, denn es liegt etwa 20 Kilometer nordöstlich Lembuvg. Den Gewinn von Riga beurteilt Stegemann wie folgt: Moinnen eine bessere Anlehnung ihrer Nord- UMtke und kommen ans den Ticulsürnöfeu l-erauö, was angesichts öe$ merten .dwregÄo-inters von großer Bedeutung ist. Bon größerer Müegrlcher Bedeuburg wäre die Durchbrechung der Düna flanke' erst, wenn es gelänge, die russische Front auch in der Richtung' Dlünaburg aufzurollen und die Wiederherstellung der Linien in d'er Raumtiefe zu unterbinde. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge dort entwickeln, die heute noch mit einer gewissen Zurückhaltung betrachtet werden müssen. Da der Krieg als eine Fortsetzung der 'Politik erscheint und die Strategie stets in der politischen' Sphäre verankert bleiben muß, läßt sich von der Offensive des Deutschen im Raume Riga annehmen, daß sic durch die innere Entwicklung in Rußland mitbestimmt worden ist. Ueber die allgemeinen Wirkungen, die sich daraus ergeben, wird uns die Zukunft aufklären." Das eigentliche Ziel unseres Vormarsches in Livland verursacht zumal den französischen Militärkritikern viel Kopfzerbrechen. Ihre kritische Brille ist über Nacht schwarz angelaufeu. In den düstersten Farben schildern sie die Möglichkeit eines Vormarsches ans Petersburg zu, und in einem ebenso pessimistischen Lichte sehen sie den neuen Stützpunkt, den Riga fiir unsere Ostseeflotte bedeutet. Gerade diesen Punkt beleuchtet auch Gras Reventlow, .indem er aus führt: * „Dabei ist der Besitz Rigas und des Rigaischen Busens mit seinen beiden Ausgängen und in weiterer Konsegueuz der gesamten livläuwischen Küste von größter Bedeutung sür di: gesamte Ostseestellung des Deutschen Reiches und gibt der Machtverteilung im skandinavischen Norden schon jetzt ein anderes Gesicht. Durch die Ausschaltung des Rigaischen Meerbusens, seiner Ausfahrten und vorgelagerten Inseln als russischer Stütz- mW Ausfallpunkt wird ein sehr wichtiger man ne strategischer Punkt sür die deutschen Seestreitkräfte gewonnen dessen Bedeutung ebensowohl in der Richtung nach dem Finnischen Meerbusen wie nach dem Bottnischen mit den Aalandsinseln — der Verlehrsbrücke zwischen Itußland, Schweden, England und den Vereinigten Staaten — liegt. Inzwischen sind den Russen die Enthüllungen des Suchvmliuowprozesses selbst unangenehm geworden und sie suchen sie durch Enthüllungen über einen derrtsch-rnssischen Dündnisversuch im Jahre 1904 zu paralysieren. Die hierzu herangezogenen Veröffentlichungen aus russischen Archiven sseben wir im zweiten Blatte unserer heutigen Nummer wieder. Der Grund des damaligen Telegrummwechsels zwischen Kaiser Wilhelm und d^m Zaren lug darin, daß die russische Fl-vtte auf ihrer Favtt nuch> Ostcrsien durch deutsche Schiffe mit Kvhkerl versorg 'verden sollte. England legte dieser Absicht Schwierigkeiten in den Weg. Außerdem schwebte in jener Zeit die Doggerbankfrage. Der Kaiser hat nun in jenen Wochen dem Zaren Mitteilnn-gen gemacht von dem Druck urü> den Schloierigkeiten, die Englarrd dem Uebereinkonrmen zwischen den beiden Mächten in den Weg legte. Er hat naturgemäß hierbei eine gemeinsame Steb- lungnahme angeregt. Die Antwort des Zaren auf die kaiserliche Anregung war die, daß er mit dem Borschtaq hervortrat, ein förinliches Slbfonntien zwischen Deutschland und Rußland All schließen. Bon der berufenen Stelle wird ohne weiteres zugegeben, daß der Delegrammwechsel zwischen den beiden Monarchen stattgefnllden hat und durchaus den Tatsachen errtspricht, wenngleich heute schon erklärt werden kann, daß der Verband in seinen Darstellungen die Punkte herausgelassen hat, die seinem Avecke nicht entsprechen. Es war durchw.ls richtig, wenn der Kaiser in berechtigter Abwehr gegen den eriglischen Druck uud in der Absic^, den Frieden zu erhalten, sich mit dem Zaren von Rußland verständigte. Der Telegrammwechsel hat im übrigen in Uebereinstim- mung mit dem damaligen ReichskanAer und dem damaligen Staatssekretär des Auswärtigen stattgefunden. Die Absicht der Gegner, den tatsächlich vorhandenen Telegrammwechsel für ihre Zwecke auszunutzen, ist sehr durchscheinend. Sie wollen damit offensichtlich die Aufmerksamkeit der Welt ablenken von den Feststellungen, die der Reichskanzler in den letzten Tagen gemacht hat, und von den Tatsachen, die im Zusammenhang mit dem Suchomlinowprozeß in die Oesfentlich- keit gelangt sind. Ganz klar liegt auf der Hand, daß der Kaiser dupch solche entstellte Berichte herabgewürdigt werden soll. Man will damit dem Ausland vormachen, daß Deutschland die Schuld anr Kriege trage. In der gleichen Richtung bewegen sich angebliche Enthüllungen eines früheren Spions, General Michelson, gegen die die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" Stellung nimmt. Auch diese „Enthüllungen" sind eine Folge des Suchomliuowprozesses. -Nack) ihrer Richtigstellung durch das amtliche Blatt werden sie aber ebensowenig wie die Bündnisverhandlungen den Friedenswillen des Kaisers und der deutschen Regierung verdächtigen können. Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte. Wien, 6. Sept. (WTB. Nichlauttlich.) Amtlich wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. An der HeeveSftant des Genemloberften Erzherzog Joseph vielfach lebhaftere Kanrpftäligkeit. Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern vor zwölf Tagen begannen die Italiener mit ihrem großen, planmäßigen Angriff gegen den Monte San Gabriele. Mächtige Geschütz- und Minenwerfermasfen vereinigten d:rrch viele Stunden ihr Feuer gegen unsere Höhen- stellungen. Auf engem Rarnn lief Tag und Nacht die Infanterie von mindestens acht italiemschen Brigaden Sturm. Vorgestern erreichte das Ringen seinen Höhepunkt. Der Berggipfel wechselte in hin- und herwogendrnn .Kämpft mehrinals den Besitzer, aber der Jubel des nach einer Sensation dürstenden Feindes war verfrüht. Die opferfteudige Zähigkeit unserer Truppen gewann die Oberhand. Schärft Gegenstöße faßten den Angrerftr und entrisftn ihm den vorübergehend genwnnenen Boden. Gestern mittag war der Monte San Gabriele wieder voll in unserer Hand. Wends wurde ein starker Angrrff blutig abgeschlagen. Italienische Truppenansammlungen im Tale stellen weitere Kämpft in Aussicht. Oesilich von Görz wiesen wir Teilangriffe zurück. Auf dem Südteil der Karsthochfläche dauerte die Schlacht den ganzen Tag an. Der Italiener wurde aus seinen vordersten Gräbett geworfen. Unsere brave Infanterie behauptete sich in den eroberten Linien siegreich gegen alle Versuche des Feindes, seinen Mißerfolg durch starke Gegenangriffe wett zu machen. Die Zahl der am 4. und 5. September an dieftr Kampffront eingebrachten Gefangenen ist aus T60 Offiziere und 6300 Mann gestiegen. Der Chef des Generalstabes. * * * Der Vormarsch bei Riga. Die deutsche Flotte in der Rigaer Bucht. Petersburg, 6. Sept. (WTB.) Der Petersburger Telegrapheu-Agentur wird berichtet, daß die deutsche Flotte in der Rigaer Bucht erschienen ist. Nach^ den letzten Meldungen ist die Bresche in der Rigaer Front im Berlauf der letzten zwei Tage auf 60 Werst erweitert word-en. Am 4. September setzten die Deutschen die Offensive an der Front von Riga den ganzen Tag nb^er kräftig sort und griffen besonders in der Gegend nördlich Uexknll an, um die Bahnlinie Riga—Wenden abznschneiden. Bestrafung der russischen 12. Armee. Berlin, 6. Sept. „Daily News" melden ans Petersburg: Die zurückgegangene zwölfte russische Armee wird ans Befehl der vorläufigen Regierung aufgelöst und wegen Feigheit vor dem Feinde aus den Listen der Gesamtarmes gesttichen. Die Trnppenverbände der zwölften Armee werden den nengebildeten Heeresgrupperr zngeteilt. Flucht aus Reval und Dorpat. Berlin, 6. Sept. Die „Morniirgposv^ meldet: Die bürgerlichen Behörden Revals sind in Narwa eingetrvffen. Die Universität Dorpat übersiedelte nach Nowgorod. Ferrcer erfahrt das Blatt aus Petersburg, daß sich die dorttge Besatzung infolge verbrecherischer Hetze beunruhigt. Mgesandte des Arbeiter- und Soldatenrates veranstalten in den Kasernen militärische Kundgebungen. Angst vor Luftangriffen. Berlin, 6. Sept. Die „Daily Mall" meldet ans Petersburg: Nach der Eroberung Rigas gllt Petersburg auch durch feindliche Luftschiffangriffe bedroht. Die Militärbehörde richtet die ersten Aufrufe mit Berhaltnugs- vvrschristen an die Zivilbevölkerung. Die tage in RutzlanL. -Lusschreitungen in Petersburg. Berlin, 7. Sept. In Petersburg kam es zu schroeren Ans- schveltungen,^ areil bolschewUische Wühlproklamationen durch Soldaten eines für die Front bestirnmtsü Bataillons crbgeriffen wurden. lAiuf die Nachricht von der Rigaer Niederlage zogen auf dem Newski Prospekt große Soldatsntrupps entlang, die Standarten mit der Aufschrift trugen „Bekämpft nichl -die Deutschen, sondern die Bourgeoisie! Ihr werdet dann mehr Erfolg haben!" — Am letzten Dienstag soll irr Petersburg pbermals eine-groß>e Fabrik für Kriegsbedarf in Fl-anrmen aufaegangen sein, hauptsächlich mit Drehbänke für Bombenerzeugung. Der Branddirektor sio'll erklärt haben, daß in letzter Zeit fast ausschließlich solche Fabrrlpn und Warenlager /niederbrannten, die für die L-cMdesPerteidicMrg arbeiteten. Die verhafteten Großfürsten. Berlin, 6. Sept. Das „Petit Journal" meldet ans Petersburg: Die verhafteten Großfürsten Paul Atexanbro- witsch und Michael Mexandrowitsch sind auf Befehl der. vorlänsigen Regierung in ein sibirisches Gonverrrement überführt word'm. Nach dem gleichen Pariser Blatt bewilligte die Regierung vorbehaltlich der Znsttmmnng der gesetzgebenden Versammlung an Kurland, Livland und Estü- land die Selbswerwaltnng. „General Michelson". Berlin, 6. Sept. (WTB. Nichtmntl.) Die „Nvrdd. Allgem. Zeitünch" schreibt unter der Ueberschrift „General Michelson": DÄ Petersburger Telegrapheu-Agentur verbreitet folgercde Nachpücbt 4 Im Snchomlinmo-Prozeß sagte General Michelsmr, ehemaliger ruH sischer Militärattachee in Deutschland von 1906—1911 aus, er habe dem Krieasministerium die militärischen Vorbereitungen Deutschlands, und technische Einzelheiten der Bewaffnung der deutschen Arnne gemeldet. Der Kriegsminister wußte sehr wohl, daß Deutsch- bmd bereits 1909 und dMM wieder 1913 die Absicht gehabt habe, den Krieg zu erklären. Aus die Frage des Vorsitzenden des Gerichtshofes, im Bündnis mit loelchen Staaten Deutschland die Llbsicht hatte, den Krieg zu erklären, verlangte der Zeuge Ausschluß der Oefße'ntlichkell, was der Vorsitzende zubllligte. Die Behauptungen Michelsons, der von dem Berliner Posten 1910 wegen Mitwirkung in Spionage-Angelegenheiten «auf Verlangen der deutschen Regierung abberufen wurde, müssen auf das schärfste zurückgewieseU werden. Sowohl 1909 wie 1913 vag Deutschland nichts ferner, als Rußland den Z^rieg zu erklären Im Gegenteil, Deutschland war in den beüxm Jahren mit Er- fvlg Ur die Aufrvchterhaltung des europäischen Friedens bemüht 1909 unternahm Deutschland während der österreichisck^-russisclx'U. Krise infolge der Annexion Bosniens und der .Herzegowina einen fteundschaftlichnr Schritt in Petersburg, der zur Beilcgim.s der Krise führte. Aus diesem Schritte entstand die LegQide von dem un kritischen Moment in Petersburg „mit gepanzerter Faust" mrternomrnenen Druck, die oft genug mit Erfolg widerlegt worden ist. Die Airregung zu diesem Schritt, der lediglich einer ftemrdlich^t Vermittbcng diente, ging von Rußland aus. Unsiwe Regierung kam ihnr im Interesse des Friedens nach. Die Folge der Be mLhungen des Derrtschm Kaisers und der deritschen Regierung unx die Erlralttmg des Friedens war eine herzliche Begegmmg des deutschen und russisctxm Zbaisers in den filmischen Schären, die Mgerneru als Bekräftigmrg des Friedenswillens der beiden Völker auzgelaßt wurde. o H/nscnenhof /V »’f r ‘>\r?.r! vf **], [rvrzburg AffSt Jffuxt Ate" o ^5. Von Riga bis Dünaburg Hriegs&mfe aus dem Osten. N«r unserem zum Ostheer entscmdten Kriegsberichterstatter. Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Die Einnahme Rigas. Riga, % September. _ Zwei Tage nach Beginn der Operation ist die alte deutsche Riga, die HonLelsherrin der nördlichen Ostsee, die nie vergessene Lachter txm Lübeck und Bremen, von deutschen Truppen genommen worden. Tie Größe des Sieges wird nur von der SchnelllgLeit übertooffen, mit der er errungen wurde. Am 1. wurde bei UeMll die Düna überschritten und über Klcrusin, Glasneck, Maschrn in portlausendem Gefecht gegen.den kleineren Iagel vorgedrückt. Am 2. wurde nach hefügen Waldkäinpfen, bei idnren Infanterie und Minenwerfer glänzend zusammenarbeitctnr, der Jägel überschritten, und die Spitze war schon ans dem Bormarsch gegen Bahn und Straße Riga-Wenden-Welk, der einzigen, den Shiffeu noch verbliebenen Rüctzugssttaße in Richtung Petersburg. Mit dieser rasch zupacketiden Operation Mar daS Schicksal Rigas entschieden. Gleich eilig begann aur 2. von der Kokkau-Stellung der Stoß lmigs des Westufers der Düna gegen die Mitauer Borstadt Rigas, ckcach Riedertarnpfung der russischen Batterien brach diese Gruppe am Morgen des 2. vor, Teile wurden auf die Insel Dalen abgezweigt. Der Widerstand der Russen bei Wawer »rar gebrochen! Am Abend des 2. sahen die vorwärts gehenden — und 'wie freudig vorwärtsgehenden — Regimenter die Pontonbrücke von Darumb brennend dünaabwärts treiben. Zwifckien 11 mxb 12 Uhr wurde am 3.^die Mitauer Borstadt exveidyt. Tie große Eisenbahn- und die Straßenbrücke flogen bei Ammherung der ersten Partrouitlen ffr die Luft. Bon den .gesprengten Brücken sah man drüben Riga unter mächtigem Wollenhimmel liegen. Stromabwärts brannte die Holzbrücke in hellen flammen, Rauchfahnen schwangen sich aus der Stadt empor, aber der Blick.vom Ufer erkannte doch schon, daß die schmren alten Häuser der Hansastadt, die sich weithin weitete, an den Uferstraßen unbeschädigt waren. Licht uird schlank h)b sich der Turm von St. Peter in btn Himmel,, der alte Domturm hob sich leuchtend vom grauschwarzen Hintergrund, dazwischen glänzte der zierliche Rathausturm, breit floß die Düna zu unseren Füßen. Mau fühlte den gvoßeu Herzschlag der Stunde. Was drüben war, wußte niemand, noch vor einer Stunde hatten russische Patrouillen hinübergeschossen, zwei schnell ab- whrnmde russische Kreuzer hatten Granaten geschickt, und der Ein schlaf in den Holzhäusern zur Linken stammte wohl von dfntn. Ta man aber deutlich am Ufer hin und her geltende Bürger ernannte, nahmen ivir einen Kahn und fuhren hinüber. Trüben ftreckten sich uns Hände entgegen, freundliche Ruse: „Willkommen", eure rührende Freude umgab uns. Seit einer Stunde waren die ersten truppen der im Südoslen ein gedrungenen Divisionen in Riga. . Die hackten schwere Kämpfe hinter sich. Rach dem Uebergang bei ^ Aiver-Jnsel fanden sie schweren russischen Widerstand vor den rustisck'en starken Stellungen, vor dem Gerlings-Bruck). Nach dem neolick^en Vormittag des 2. September wurde um Mittag der Durchbruch ans der Linie Gut Amalieirhof-Grisenhof beschlossen, trotzdem die Russen über Tesa und Sawesch in Krafttvagentolonnen alles heranbrachten, was sie an guten Truppen zur Verfügung rn Riga hatten, um im letzten .Augenblick die Katastrophe zu werrden. Um 2 Uhr brach die Infanterie ein, aber sofort entwickelten sich heftige russische Gegenangriffe,- in dichten Massen schickten die Rußen ihee besten Bataillone in das Waldgelände vor. Tie ganze Nacht, vom 2. ’,irm 3., dauerten diese t eigegliederten Gegenangriffe, die in blutigen Nalffämpfen abgeiviesen wurden, lim 5 Uhr mor- brach der letzte Angriff zusammen, die Russen gaben das verzwerslftcke L^piel auf. Ihre Rückzugstraßen waren bedroht — am Westuser und der Olaifvont näherte man sich Riga —, sie banteu imter dem Schutze des Mrgeun' els ab. Noch gab es ein kurzes erbittertes Gefecht bei Wauer sch, aber der Marsch aus Riga war nicht mehr aufzuhalten. G Mittag drangen die entert .Datw'uftlen dicht am Oftufer der Tütia ein, und um 3 Uhr war die ^lltftadt von den Truppen der Hauptgruppe bis zur Tuna durchschritten. Sie fanden eine Stadt, die in fiebernder Freude auf den Einmarsch der weutfcheii gewariet Halle. Die lelften zrvei Jahre, in denen ln der durchaus deutschen Stadt jedes deutsche Wort verboten war, in denen man in den Straßenschildern die jahrhundertealten deutschen Namen gestrichen hatte, in denen .deutsch" gleich mit „verdächtig" galt, hatten jedem gezeigt, was Riga von Nutzland zu erivarten hatte. Das Benehmen der abziehenden Russen be- ivies dann deutlich noch: uns gilt Riga nichts! Sie liehen Marodeuren, Letten, plündernden Soldaten freies Spiel, und so wurden alle Läden ohne Aus- nahnie schamlos geplündert, die Einwohner terrorisiert. Das war Rußlands letztes Wort an Riga! Um 9 Uhr inorgens begännen die Ausschreitungen, und nur das außerordentlich schnelle Eingreifen der deutschen Truppen verhütete größeres Ni,glück. Wasserleitung, Elektrizitätswerk find erhalten. Tie Rigaische Bahn verkehrt heute. Da der Oberbefehlshaber Ost, Prinz Leopold, in die befreite Stadt zog, war Riga in einern Freudenrausch. Dian hatte das heiße Erlebnis eines Siegestages in einer deiitschen ^tadt. Baten gesierir die Rigaer, die jeden Einzelnen mit Fragen und Ausdrücken ihres übervollen Herzens überschütteten, laßt uns „Deutschland über alles" singen, so spielt^heute die deutsche Militärkapelle bei strahlender Siegessonne aui dem Theaterplatz und die Hurras wollen nicht aushören. Eden, da ich dies schreibe, steht eine tausendköpfige Menschenmenge vor dem .Hotel de Rome", um den Prinzen zu erivarten. Vom Feilster sehe ich aus hunderte glückliche Gesichter, und der Marsch „Deutschland hoch in Ehren" dröhnt zum Fenster herein Soldaten strahlend und Bürger zusammen summen mit: „Haltet aus!' Haltet ans!" Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. Die Veröffentlichung der damals entstarwenen diplomatischen Dokumente über den Schritt Ten tschlnnds zur Erholtnngdes Friedens ist später rnf russischen Wunsch unterblieben, da es Iswolski nwhl peinlich war, in der Welt zuzugeben, daß er in dem kritischen Moment, wo der Karren seiner Polftik vollkommen festgefahren war, keinen anderen Rat giewußt hatte, als den deutschen Reichskanzler um Hilfe anzurufen. Auch 1913 während der Balkankrise war Deutschland nicht nur weit davon entfernt, an den Krieg mit Rußland auch nur zu denken. Tie deutsche Regierung wirkte vielmehr, wo sie nur stormte, im Sinne einer Entspannung zwischen Oesterreich-Ungarn, und Rußland. Bekanntlich ist die Entspannung zum großen Teil -auf einen persönlichen Gedankenaustausch znrückznsühren, der damals zwischen Kaiser Franz Josef uiid dem Zaren stattsand, der in der Mission des Prinzen Hohenlohe nach Petersburg nach außen hin zum Ausdruck kam. Oesterreich-Ungarn trat mit Ruß- ltand in einen Gedankenaustausch über die beiderseftige Verminde- eung der Grenztruppen ein. der trotz der He tzere i enoes Groß für st enRikolaiNikolaje witsch und seiner Schwägerin, der Großfürstin Militza, zu dem gewünschten Ziele der.Sicherung des Friedens führte. Der damalige russische Ministerpräsident Kokowtzew betonte dem Grafen Pourtalös gegenüber besonders die Verdienste, die sich Deutschland während der ganzen Krise um die Friedenssache erworben hatte. Der Zar erkannte die Verdienste dankbar an. Erwähnenswert ist das Schreiben des Kaisers vom 24. Februar 1913 an den später ruchlos ermorde- ten Erzherzog Franz Ferdinand amt Oesterreich-Este, in dem es wörtltch heißt: Ich möchte glauben, daß Ihr die allmähliche 'Rückgängigmachmg der getroffenen Maßnahmen unbedenklich ins Auge fassen könntet, natürlich unter der Voraussetzung, daß Rußland dasselbe tut. Es würde aber nach meinen Nachrichten zweifellos auch cintreten. Vielleicht lyat die Mission von Hohenlohe in dieser Hinsicht schon die Wege geebnet. Ichivürde das sehr begrüßen. Oesterreich-Ungarn würde dadurch der Welt beweisen,; daß es nicht nervös ist, und zugleich die Synrpathie aller auf seine Seite ziehen. !Vor dem vielfach und bei jeder Gelegenheit betätigten Friedenswillen des Deutschen Kaisers und der deutschst Regierung, die offen vor aller Welt klarliegen, zerschellen alle Verleumdungen bösartiger Erfinder, zu denen Herr Michelson gehört. Die Mobilmachung Rußlands. Wien, 6. Sept. (WTB.) Anknüpfend an die Äußerungen des deutschen Reichskanzlers über die Enthüllungen nn Prozeß Suchomlinow erinnert das „Fremdenblatt" an die Tatsache, die im „Fremdenblatt" bereits veröffentlicht worden ist. Der Chefredakteur des „Fremdenblatt" besuchte arn 30. Juli 1914 8V2 Uhr früh den englischen Botschafter Bunsen, dieser erklärte im Laufe des Gespräches, daß ihm sein russischer Kollege Schebeko am 29. Juli abends mitgeteilt habe, daß er aus Petersburg die Nachricht der Mobilisierung der russischen Armee erhalten habe. Aus dieser Tatsache geht hervor, so erklärt das „Fremdenblatt", oaß auch der'damalige russische Minister des Aeußern Sasanow in der Verschwörung gegen den Frieden eitle hervorragende Rolle gespielt hat, daß auch Sasonow am 29. Juli, also am selben Tage, wo General Januschkewitsch sein Ehrenwort verpfändet hat, daß die russische Mobilmachung noch nicht erfolgt sei den russischen Botschaftern und Gesandten die Mitteilung machte von der erfolgten Mobilisierung. Diese Tatsache sei ein neuer Beweis dafür, wen die Schuld am Ausbruche des Krieges trifft. Ein bulgarischer Protest. Sofia, 5. Sept. (WTB.) Meldung der Bulgarischen Teleßraphenagenckur. Die bulgarische Regierung richtete an die ihr verbündeten und oie neutralen Regierungen eine Note, morm sie nochmals mit aller Kraft gegen die barbarische Behandlung protestiert, die den nach der Veröffentlichung des rumänischen Mobilmachungserlasses aus der Dobrudscha gewaltsam entführteti und ins Innere Rumä- ittens gebrachten bulgarischen Stammes gen offen zuteil wurde, und worin sie darauf besteht, daß den Weg ge führten die Rückkehr zu ihren Familien bewilligt werde. Sie erklärt, daß sie die Uebersendurrg der bereits wiederholt verlangten vollständigen Listen als eine Anbahnung der Lö>sung betrack)- ten würde, die sich im vorliegenden Falle ganz natürlicher- ioeise aufdränbe, nämlich die 5)eimsendnng der Weggeführten. Die Regierung erklärt schließlich, daß sie, wenn sie keine Genugtuung erhalte, gezivungen sein werde, Vergeltung zu üben und eine ensiprechende Zahl Rumänen, die m den von den königlichen Arrneen in Rumänien besetzten Gebieten festgenommen werden, in Bulgarien seschalten zu lassen. Neger gegen Franzosen. Berlin, 6. Sept. (WTB.) Französische Gefangene von der Salonikifront sagen ans: Mitte Juli weigerte sich ein Batarllotl des Infaiiterie-Regiments 372 der 57. französischen Reservedivision, in Stellung zu gehen. Darauf wurden Senegaltruppen gegen die weißen Franzosen aufge- boten, die die Meuterei tinterdrückten. So werden mit Negern und mit Waffengewalt die Franzosen durch ihre eigene Advokatenregierung in die Schützengräbleit gejagt, mit gegen die Deutschen zu kämpfen, bis sie 'den Segen der Dem-oKatte begriffen haben. Lscine Entsendung japanischer Truppen. London, 5. September. (WTB.) Das Siatlerfdye Bureau er- Tftlyrt, daß Nicht das geringste bekannt ist von einer 'angeblichen Entsendung japanischer Truppen, um Rußlatch Hilfe m briirgen. Es könne erklärt )verden, das; iftcht ein einziger japanlsck^er Soldat nach der Mandschurei gesanbt worden ist. Die betteffenden Meldungen scheinen daher auf Erfindungen zu beruhen, die einen Teil der deutschen Propaganda bilden. * Aus Oftafrika. Belgi scher Bericht, 5. Septernber. In OstafriA trateii die seffrdlickien Stteftkräfte vor dem strähietitörniigen Vormarsch der eitglischeu und belgischen ZLüvnnen deii Rückzug nach dem Südufer des Lilimborv-Flusses an Am 24. August griffen wir effte Abteilung deS Feindes an, der am Santos-Fluß eine Verteidigungsstellung innehatte, und warfen fie m südlicher Richttmg mrück. Dü: Deutsck-en büßten Zmü Europäer an Doiten tntb zwei Europäer tntb sieben farbige Soldaten mi Gesailgenm em. Ein Dfaschlnengewehr w-irde erbeiüel. Außerdem wiirden sechs von dort Deutschen gefaugengntonimene Engländer von nuferen Soldaten vefreft. Ani 28 dlugnst verelniglen Ufa von Norden hwöommende belgische Kolonnen uiid von LLesten annrarschierende englisch-belgische Kolonnen an dem Nordufer des Kilambors ^Flusses. Die Friedensaktion des Papstes. ^dt. Aus angeblich unterrichteten römischen Kreisen wird in den Blättern verbreitet, der Papst werde bei nur geringer Möblichkeit von Verhandlungen, die die VerbandSantwort zulaffe, formell den Vorschlag einer Friedenskonferenz machen, nach, deren Zusammentritt oder- grundsätzlicher Annahme er einen Waffenstillstand borschla- S.m werde, r— In der Germania heißt es: Eine eigentümliche Tatsache ist, daß noch jedesmal, wenn das zum Frieden bereite Deutschland eine päpstliche FriedenSkundgebuna freundlich ausnahm und das feindliche Ausland sie verwarf gleich ein großer militärischer Erfolg der deutschen Waffen sich ernstellte wie jetzt bei Riga und Dünaburg. Ein ntnev Krieg-Vorschuß Amerika». Washington, 6. Sept. (WTB. Richtumtlich.) Reuter» Meldung^ aäz Regierung leiht England und Frankreich re 100 Mb- lionen Dollars. China. L 0 nd 0 n, 5. Sept. (WTB.) Das Reulersche Bureau erfährt: In Eanünl wurde währeiid der Wiederherstellung der Bersaffuug erne vorlauftge Regierung unter Sunyatsen gÄildet. Ruhestö^ rungen werden nicht gemeldet Es ist bestimmt, daß die neue Re- grerung Deuffchland utid Oesterreich-Ungarn den KÄeg erklätt hat. Amsterdam, 6. Sept. Nach htesigeir Blättern wird der „Lrmes" aus Peking gemeldet, daß die Mlriertcn sich erboten vaben, dre beschlagiiahmten deutschen und österreichischen Schiffe ( U r ^ ürfniffe der Alliierten an >r>ck)issSraum zu beachten, mir ausländischen und chi- neiffchen Gefellschaften über die weitere Vermietung der Schiffe. Seekrieg. U-Boot-Angriff aus Scarborough. Berlin-, 6. Sept. (WTB. Amtlich.) In der Nacht vom 4. 9. zum 5. 9. griffen Marineflugzeuge militärische Anlagen von Tünkirchen mw St.Pol mit insgrsamt 2300 Kilogramm Bomben an. Brande und Detonationen wurden beobachtet. — Eines unserer Unterseeboote beschoß am 4.9. abends den befestigten Haftnplatz von Scar- borough an der englischen Osttüfte mit Granaten. Zahlreiche Treffer rmd Vrandwirkung wurden einwandfrei beobachtet. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Lond on, 5. Sept. (WTB.) Amtliche britische Meldung. Ein feindliches Unterseeboot ist gestern abeiid 6.45 Uhr auf der Höhe von Scarborough ersck)äenen und hat dreißig Lagen abgefeuert, von denen die 5Mfte crn Land einschlug. Drei Personen wurden getötet, fünf ve-rwundet; der Sachschaden ist gering. Zum Luftangriff aus London. London, 5. Sept. (WTB) Preßburecrn. Bei dem Luftangriff auf London in der letzten Nacht wurden elf Personeii getötet und 62 verletzt. Neue N-Boot-Ersolge. Be rlin, 6. Sept. (Amtlich.) Fm Atlantischen Ozean, Llermelkanat und in der Nordsee haben unsere Untäffee- boote wiederum sieben Dampfer mit 19 500 BRT. verachtet, darunter die englische U-Boot-Falle Q.8 (früher eiigl. Dampfer Vala), ein unbekannter Daurpfer von «ftnxi 4000 Donnen, der nach Aussehen, nach der Art der Bewaffnung und SchemWerfer sowie nach dem gleichmäßigen Anzug der Besatzung als Hilfskreuzer angesprochen wurde, und. ein englischer bewaffneter gesicherter ttefgeladeirer Dampfer. Der Chef des Admiralstabes der Marine. London, 5. Sevk. (WTB) Wie die dldtniralität be- kanrttgibt, sind in der letzten Woche zwattzig Schiffe über und drei unter 1600 Donnen versenkt worden. Neun Schiffe wurden erfolglos angegriffen. Rotterdam, 6. Sept. (WTB.) Der „Maasbode" meldet folgende Schiffsunfälle: Das englische Scksiff „Mar- mion", 4066 Bruttoregistertonuen groß, ist gestrandet. Der Schotter „Conistvn" ist am 2. September bei Sturm aus den Strand gelaufen und wird vermutlich wrack werden. Der Schuner „Willis and Gut", 200 Bruttoregistertormett groß, ist geftrandet und wird vermutlich wrack werden. Das sianzösische Schiff „Alma" ist gestrandet und wrack geworden. Der Fünfmaster „City of Houstoti", der erste kürzlich von einer V^rft in Orange in Texas abgelieferl wurde, ist in Mobile durch einen Brand vernichtet worden. Das Schiff hatte eine Ladung für eine Fahrt nach Italien. Der Schuner „Winnie Spettcer", der in Ballast von St Johns nach Sydney fuhr, hal drei Meiien westlich von Langley Point derl Mast verloren tmd ist von der Mannschaft verlasseii worden. Der Taiupfer „Cässiar", ein Schiff von 597 Brirttoregistertonnen, ist gestrandet und gesunken Das Schiff „Jennie Duff", 99 Nettotmrnen groß,' das am 2^. Januar von Lissabon nach St. Johns gefahren war, ivBrd vermißt. Äu§ dem Reiche. Kaiser und Kanzler an Lübecks Kaufmannschaft. Lübeck, 6. Sept. (WTB.) Auf die Glückwunschtelegramme zrrr Einnahme Rigas, die von der Lübecker Kauf. Mannschaft an den Kaiser und den Reichskanzler gerichtet worden sind, gingen folgende Antworten ein: Der Lübeckischen Kaufmannschaft meinen wärmsten Dank für den kraftvollen Ausdruck ihrer freudigen Anteilnahme an der Einnahme von Riga, der von' dem alten Hanseateirgeist gegründeten Stätte deutscher Kultur am Dünasttande. Der bedeutungsvolle Erfolg unserer helden- mütigeu Truppen bezeugt der Welt Und'unsereii Feinden von neuem, daß Deutschlands Heer nud Volk bei aller Bereitschaft zur Beendigung der Kriegsqreuel mit ungebrochener Kraft lind unerschütterlichein Siegeswillen entschlossen sind, den uns aufgezwungenen )Zerteidigungs- kampf bis zti einem glücklichen Ausgang für das Vaterland durchzuhalten. ' Wilhelm I. R. Der Handelskammer in Lübeck danke ich aufrichtig für die Worte, mit derren sie im Bewußtsein der Jahrhunderte alten Bande, die Riga mit der Hansa verknüpftert, angesichts des iieuen großen Erfolges unserer Waffen dem deutschen Siegesbewilßtsein Ausdruck verliehen hat. Der Reichskanzler. Der Reichskanzler. Berlin, 6. Sept. (WTB) Die „Nordd. Allgem. Ztq" meldet: Reichskanzler Dr. Michaelis begibt sich fjeute abend nach Stuttgart, um sich den: Könige vorzustellen. Morgen abend ivrrd er die Rückreise antreten. * Berlin, 6. Sept. (WTB) Der „Rcichsanzeigett' ver- ofsentlicht eine Verordnirng über die Abänderung der Preffe für künstliche Düngernittel und eine Mschung'voii Kunstdünger, eine Bekanntmachuna über die .Herstellung von Pflaumenmus, Dörrobst und Obstkraut, eine Bekaurtt- machung über Höclfftpreise für Gemüse, sowie eine Verordnung betreffend den Erwerb von Reichskrregsanlerhe für Stiftungen, standesherrliche Hcmsgüter, Familienfideikommisse, Lehen und Stammgüter. Berlin, 6. Sept. (WTB.) Der Bundesrat hat cm- geordnet, daß die Bekannttnachung über die Beranstaltunq von Lictztspieleii vom 3. 8. 17 nicht am 1. 9. 17, sondern am 1. 11. 1/ in Kraft tritt. Dadurch ist dem Reichstag, wie der Hauptausschuß gewünscht hat, die Möglick)keit gegeben, zu der Bundesratsverordimng vont 3. 8. vor deren Inkrafttreten seinerseits Stellung zu nehmen. Xm Stadt «nd Land. Gießen, 7. September 1917. Der Popirr spart. rmterftüHl Feldherr mW Anegs- tvirtschaft m der Heimrtt. An alle jugendlichen Wanderer! Die deutschen Jugend-Wanderbünde erlassen nachfolgenden Aufruf: Schüft unsere deutsche Heimat! Schont Wiesen und Felder, Wald und Strauch! Nehmt Rücksicht ans den Ernst der Zeit in Benehmen nnd ^Kleidrmg! Unnützer Schmuck gehört nichts auf die Wanderung! Singt anständige Lieder und tragt den Schmutz der Großstadt nicht hinaus aufs Land! Auf Bahnhöfen, in der Bahn und auf dem Marsch durch Stadt und Dorf unterlaßt jeglick>en Gesang! Betragt Euch so, daß man Euch achtet und gern sieht! Meidet Alkohol icnd Nikotin auf der Wanderung, dann habt Ihr rechten Genuß von den Schönheiten der Natur! * Lebensmittel. ** Obstverka u f. Morgen kommen bei der ObAvrteilungs- söetle, Brmrbplatz 3, Aepfcl, Birnen, Zwetschcn korb weise und Falläpfel pfundweise zürn Verkauf. Anmeldung zum Petroleum-Bezug. Tie der Stadt für die kommendeu Wintermonate zur Verfügung siebende Petroleummeirge wird'auf Grund von Marken zur Verteilung kommen. Anmeldebogen zum Bezug von Petroleum sind von Montag, den 10. September ab in der Zeit von 8—10 Uhr vormittag in den Ausgabestellen für Lebensmittelmarken erhältlich und spä testcns am 13. September ausgefüllt zurückzuliesern. Näheres übty die Berechttgnng zum Bezug siehe Bekanntmachung. ** Empfänger vv n Ko hlen haben sofort nach Ankunft des Eisenbahnwagells Anzeige unter Vorlage der Frachtbriefe an! die Ortsköhlenstelle der Stadt Gießen (Gartensirasie 3) zu erstatten. (Siehe Bekamttmach:uirg.) ** Ernennung. Ter KreisbauinspeLior des Kreises Offenbach, Bcmrat Karl Cellorius, ist mit Wirrung vom Tage seines Dienstantritts an zum KreisbauinspÄt-or des Kreises Gießen und zum Provinzial-Daubeantten der Provinz Oberhessen ernannt worden. ** Ober hessischer Künstler ein. Die im Juli ttnb- zuvor im hiesigen Kmrstverein von Olga Vassetmanu-Kurz-Wies- baden ausgestellten Pastelle „Tppen" aus dem hiesigen Gefangenenlager wurden vorige Woche v'vn dem Kaiser für das Hohevzollern- museum angeLauft. ** Hessisches P r e i s p r ü f u n g s w e s e n. Aus Emla düng der Tarmstädter städtischen Preisprüsungsstellc haben sich die hessischen Provinzial-, Komirrnnalverb-ands- und städtischen Preisprüfnngsstellen am Mittwoch erstmalig zu einer Besprechung im hiesigen Rathause vereinigt, um Wer grundsätzliche und organisatorische Fragen und Ausgaben zu beraten. Auf Vorschlag des Bürgermeisters Mueller. der die Teilnehmer im Namen der Stadt und^ der städtischen Stelle begrüßte, übernahm Prof. Kle- berger-Gießen die Leitung der Verhandlungen, die gegen vier Stunden in Anspruch nahmen. Tie einmütig gefaßten Beschlüsse, die auch die Zustimmung der anwesenden Vertreter hessischer »andelskanrmerti fanden, werden in Eingaben niedergelegt werden, die der Grvßh. Regierung mrterbreitet werden sollen. Ter Zusammenschluß der 'hessischen Preisprüfungsstellen zu gemeinschaftlicher Arbeit in allen Fragen, die in ihrer Bedeutung über einen örtlich begrenzten Bezirk, hinausgehen, kann im allgemeinen Interesse nur begrüßt werden. ** Gesuche um Gewährung von Schulgeldbei- bilien für hiesige ^acki-ulen besuchende Kinder (bis zu 14 Jahren) von zum HeereÄwenste ernberuienen Familienvärern sind vmi jetzt ab der Kassenverivalttrng des 1. Ersatz-Bataillons Jnf.-Regts. 116 - Neue Kaserne I — ernzur eichen. ** Ocffentliche Bü cherhalle. Im August wurden 2271 Bände ausgeliehem Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1403, Zettschriften 137, Jugendschriftcir 242, Literaturgeschichte 10, Gedichte und Dramen 30, Länder- nnd Völkerkunde 43, Xlülrurgescküchtc 33, Geschichte und Biographien 111, Kunstge- scknchte 18, Naturwissenschaft und Technologie 115, Heer- und Seeivesen 17, HauA- trnd Landwirtschaft 14. Gesundheitslehre 15, Religion und Philosophie 30, Staatswissensckmft 27, Sprachwissenschaft 16, Fremdsprachliches 10 Bände. Nach auswärts ka- nien 22 Bände zur Ausgabe. ** Eine Versteigerung von Mobiliar, Haushalttlngs- '.genstäriden urid vörschievenen Küchmgcraten durch das Städtische Armenamt findet am 12. Sept. statt. Näheres siehe Anzeige. ** Ruderregatta. Am Sonntag, den 9. September, nachmittags, nndet am Bootshaus des Vereins „Rudersport" die interne Regatta nrtt Konzert statt. ** Das Kr eis blatt Nr. 156 enthält: Verordnung über '.Aohtabak, Beschlagnahme von Bett-, Haus- und Tischwäsche, Höchstpreise für Rüben, KartoffelVersorgung im Wirtschaftsjahr 1917, Einsendung der Abdeckereiverzcick nisse, Aufstellung von Ben- zolmotoriN!, Verarbeitung von Grubenholz, Feldbereftrigung Lang- Göns, Feldpolizeiliche Anordnung. Landkreis Gießen. = G rünberg, 7. Sept. Tie Frankfurter Strafkammer verurteilte den 20j ädrigen Ausläufer Georg Stein von hiey zn drei Jabreti Gefängnis. Stern 'hatte in Genveinschjaft mtt einem inzwischen ein gezogenen Barschen in Frankfurt 10—12 schwere Einbrüche ttr*Wirtschaften und ZigarrenlWen verübt. u. Henchelheim, 7. Sept. Leutnant d. R. Paul Gräber, Oberlehrer an der Oberrealschule in Alsfeld, dessen Eltern als trübere Inhaber der WirtjchafL „Heuchelheimer Müylchen" vielen Besuchern begannt sein tverden, rvurde, nachdem! er schon früher die Hessische Tapferkettsinedaille rrnd das Eiserne Kreuz erhallen chrtte, kürzlick) für ganz besonders bewiesene Tapferkeit mit dem Eisernen .Kren.', 1. Klasse ausgezeichnet. — Xent Pionier Aug. Kreiling, Sollt 'mffeves Beigeordneten F. Wtth. Kreiling, wurde die Hessische Tapferkettsmedait'le verliehen. — In große Sorge und Aufregung wurde die Familie des SÄTuttmachers I. Hahn durch die ihr zu- gegairgene Nachricht versetzt, daß ihr einziger Sohn Otto seit derr letzten Kämpfen an der Westfront vermißt iverde. 4t Heuchelheim, 7. Sept. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielten die Landsiurmmänner St oll mrd Kölsch im Landsttrrm-Bataillon Friedberg. H. Weiters Hain, 7. Sept. Hermann Müller der kn einem Jägerbataillon stand, urrd erst 20 Jahre alt ist, hat den Heldentod erlitten. Außerdem ist unser hiesiger Metzgermeister Karl Peter, der als Santtatsmann in einem Infanterie-Regiment stand, vermißt. __ Kreis Büdingen. . ^7 Büdingen, 7. Sept. Tas Kreisamt ist in der Lage, allen Kreisinsassen walxreno zweier Wochen außer der sestgLetzten Menge von sieben Pfund Kartoffeln tvöcherttlich noch einen besonderen Zujchuß von 15 Pfund zuweiserr zu können. ^ Kreis Schotten. O Gedern, 7. Sept. Die seit gestern herrschende herrliche Witterzing läßt eineir schönen Herbst erhoffen. Das warme Wetter ist für die Grummeternte, deren Wachstum durch die Regen- fällc der letzten Zeit erheblich gefördert wurde, sehr günstig. Emsigste Tätigkeit herrscht auf den Wiesen und Feldern. — Seit den letzten schweren Kämpfen im Westen werden drei wackere Krieger aus unserer Gemeinde als vermißt gemeldet: .Hermann Deckenbach, Heinrich E m r i ch. Hermmrn Schreiner. O Glashütten, 7. Sept. Am vergangenen Sonntag fand hier unter zahlreicher Betettigung die kirchliche Gedächtnisfeier ftir den auf dem Felde der Ehre gefallenen Ersatz-Reservisten Heinrich Füll er von hier statt. Der derzeitige Ortsgeistliche, Hor- prediger Widmann von Gedern, hielt die Gedächttnsrede. ^ Herchenhain, 7. Sept. Die seit vier Wochen hier herrschende Ruhr ittz sowett wieder behoben. Noch diese Woche wttd, tvie verlautet, die Gemarlungssperre amtkick-erseits aufgehoben Werden. Gestorben sind ttt dieser Zett 14 Personen (4 Frauen und 10 Kinder) up. Aus dem vorderen Vogelsberg, 5. Sept. Die rin m meternte, wolchie bk regnerische vorige Woche um 8x^Tage verspätete, setzt jetzt bei dem unbewölktetr Herbsihinimel von naumn ein mrd bringt treffliche Qualität. Da no-ch der größer^ Teil des Grummets zu machen ist. so dürfte die Gnlmmeternte recht Aufriedenstellende Ergebnisse liefern. — Unsere Blätterliefieranten! santtnoln nur Brombeer- und Hinrbeerblätter. Wie sehr aber auch anLare wildwachsende Pflanzen l ist an den Folgen eines Gehirnschlagcs verschieden. Er widmete sich ursprünglich dem Studium der Rassischen Philologie, ging dann jiir Journalistik über und war jahrelang erfolgreich an einer Reihe von Zeitungen 'tärig. Sein leidender Zustand zwang ihrl seit Jahren, sich auf die Mitarbeiterschaft zu üeschränken: er siedelte dann vor etnxr 15 Jahren nach Tarncstadt über und betätigte sich hauptsächlich auf pvlttischnn Gebiet. Auch> der „Gießener Zbnzeiger" verliert in dem ^Verstorbenen einen treuen Mi rarbeiter. -- D a r m st a d t , 7. Sept. Zur Bewältigung der stets umfangreicher werdenden kriegswirtschattlick-en Anigaben der Stadt weichen vom 1. Oktober ab zwei besondere Mteilungen geschaffen. — Die Molkerei des Kommunalverlmndes wird vorausjichtlich auch in ftädtisck-en Betrieb übergehen. = M a in z, 7. Sept. Bei denr Spttr- und Kreditverein des Stadtteils Gonsenheim nmrden größere Unterschlagungen festgestellt, die dem früheren Kas feit peru-alter begangen sind. Deckung für die Fehlsumme ist zum größten Teil vorhanden. Dcssku-Nassau. = Frankfurta. M., 7. Sept. In einer der letzten Nächte wurden aus einem hiesigen Uhren- und Goldwarengeschäft durch Einbruch etiva 140 silberrre Herren- und Tamenuhren, mehrere goldene Uhren, 16 golderie und silberne Bloscheu. 13 Email- Bvosck?en, 30 andere Bvosck>cnn silberne Zigarettentaschen, Ohrringe, goldene Ringe, B rillen, 111 sttoerne Ringe, Manschetten knöpfe nnd dgl. gestohlen. Der Wert der gestohlenen Sachen beläuft sich auf 6500—7000 Marl. Bon den Dieben und dem Verbleib des Diebsgu-tes fehlt bis jetzt jede Spur. mr. Frankfurt a. M., 7. Sept. In den städtischen höheren Lehranstalten werden zu Mick-aelis keine Zeugnisse vertettt, da die Schüler und Schülerttmen vielfach bei landwirtschafttichen Arbeiten beschäftigt waren und die Schularbeiten öfter vernachlässigt werden mußten. mr. Frankfurt a. M., 7. Sept. In diesen Tagen ist ein Vierteliahrhmrdert versbossen, seit die erste Lirirgenheilstätte in lliassau eröffnet tvurde. Es war dies die Slnstalt des Sanitätsrates Tr. Tettwetter in Falkenstein. 1894 folgte die große Heilstätte zu Ruppertshain im Taumis. ^iach dem Ruvpertshaincr dNuster wurden dann gleickffalls Heilstätten in vtaurod inrd Oberhöchstadt gegründet, die heute aber vielfach nicht mehr 'dien Anfordcrung«m gem'igen. Nach dem .Kriege sollen umfangreiche Neu- und Umbauten vorgenommen werden. = Frankfurt a. M., 5. Sept. Ter heirtige rberts- Pferde markt war van guten Pferden stark beschickt und von! Käufern und Pferdeliebhabern ausgezeickinet besucht. Dknnent- sprechxnid gestaltete sich das Geschäft von vornherein sehr lebhaft. Besondere Nachfrage lwrrschte nach Arbeits- und Laue- pferden, sitt die hohe Preise angelegt wurden. Bestes Material erziÄtze 6000 Mark, in einigen Fällen noch etlick-e hundert Mar? mehr. Unter 2500 Mk.^ ging fast kein Pferd weg. Schlachtpferdo kamen nicht zum Verkauf. Die Aufsicht der Veterinarpvlizei ivar, da die Pfeüderäude nock? viel sack; haust, sehr .streng. = Frankfurt a. M., 5. (ÄAt. Der Magistrat hat gegen die von der R eichskar t o f fc l stelle eingesetzte Schnelligkeit s- und A n f u h r p r ä m i e von 50 Pfg. für jeden vom Erzeuger bis 15. Dezember geliesartkn Zentner Zdcrrtvffeln schärfste Verwahrung bei der Provinzial-Kartoffelstelle in Kaffel eingelegt. Durch derartige Maßnahnven würden die Kartoffeln lediglich auf Kosten der städttschen Verbraucher ver^uert und sämtliche bisher getroffenen Preisberechnungen der Städte über den Hausen gv^ worfen. Der Magistrat beantragt yubem, eine Herabsetzung des Er ze u ge r h ö chstp r ei s es von 6 auf 5 Mark, um dßt Teuerung in den StädttNl zu einem einigermaßen erträglichen. Ausgleich bringen zu können. X. Schlüchtern Meg.-Bez KasfeO, 5. Sept. A.ngffichts der reichen Obsternte und die hierfür ffftgesetzten, reichlich l^emes- jenen Höchstpreise erläßt der Landrat des Kreises Sckstüchtern, v. Trott zu Sot-z. eine von sozialem Empfe:nden getragene Bekannte machung an die Kreisl>ewvhner, die verdient, in lveitere Kreffe getragen zu werden. Sie lautet: Es .kann nicht oft genug wieder^ holt und von allen einsichtigen Manschen weiterverbreitet werden, daß die leider aus Notwendigkeit für so viele Gegenstände des Lebensbedarfs festgesetzten Höchstpreise nur die äußerste Grenze der Prejsforderuugen für d-ie Mchpe bezeichnen sollen, die, wenn ffvk überschritten wird, strafbar macht. Das gleiche Ziel ivirv bei der Festsetzung von Richtpreisen verfolgt. Ueberncäßige Höherforde- rungen werden als wucherisch bestraft. Es ist ab.w niemand verwehrt, ein.' Ware mtter dem HöckK- und Rickttpreis abzugeben, vielmehr zunr allgemettien Besten nur erwürrscht uird kann auch zrnneist olMe Schädigung für »den Besitzer geschel-en, cvenn er besonders an minderbemittelte Ä^ttmenschrm von seinem Ueberffuß zu mäßigen Preisen abgibt. Ich denke jetzt besonders daran, daß in vielen Gemeindeir des Kreises eine reiche Obsternte -^Birnen, Aepfel und Zwetschen^ heran reift, die es stichst gerechtfertigt erscheinen läßt, daß sie den Eimvo'lMrn des Kreises nur zu den hohen Preisen abgegeben wird, die !nach> Bekanntmachungen der Reichsstellc ftir Gemüse urrd Obst zu Berlin nickt überschritten^ tpctten dürfen. Wenn es auch-, nicht strafbar ist, diese hohen Preise hier im Kreise zu fordern, und ich nickü in der Lage bin, niedrigere Preise ses'.zusetzen, so hoffe ick, doch. idaß. die Erzeuger im Interesse der einheimischen minder kauskräsrig.-n Bevötkecrmg Obst beim Berkauf im Kreise zu billigen Preisen abgeben werden. Ich glaube, daß ich aus die Einsicht der Kreisettrwohner vertrauen darf, erwarte aber auch! von den Verivaltungen der Gemeiriden, die selbst Obstbe- sitzec sttttr, daß sie verstchm werden, im geeignerer Weise dter geringbEitteltcn Einwohnerschaft des -Kreises den billigen Bezug des Obstes^ zu gewährleisten. Die Gele gen heiterc dazu bieten dir Versteigerungen, bei d^'nen von vornherein ein Teil des Obstes zu bestinrmteu niedrigen Preisen unter Verzicht auf ungerechtfertigten! Gewimr an die ärnrere Bevölkerimg abgegeben werden könnte. Nür^crftkcits-rLocbricbten. ^ W ü r z b u r g , 5. Sept. Tie goldene A m t s k ' e 11 c des Rektors der Universitär wird der Go ldsammelstZle zu gerührt und durch, eine Nachbildung ersetzt. Der Erlös für die Kette wird verzinslich, angelegt. Spä^U soll aus dieser Summe wieder ein«' goldene Kette beschafft werden. Witterungsbericht. M e f s e n t! i ck, e r W e t t e r d i e n st.)' Ziemlich heiter, trocken. Temperatur wenig geändert. Gewitter- neigung. Letzte 21 nrci>riebten. Folgen von Rigas F-all. Bern, 6. Sept. „Morilingpost" berichtet: Die Gou vernements Livlaard imd Estland w-erden aus rnilttärischerk Gründen oort den bürgerlichen Behörden und Banken ge räumt. Tie KDnsulate in Reval trafen Anstalten zur lieber siedelung nach Petersburg. Die französische Presse zum Falle Rigas. Berlin. 7. Sept. Die Besorgnis der Pariser Presse über die Lage in Rußlcnrd grenzt an Hoffnungslosigkeit. Ein französisches Blatt sagt zum Falle Rigas: Das Werk Peters des Großen fällt in Trümmer. Vor zwei Jahren hätte Ruß- laitd das Erbe Peters mit dem letzten Blutstropfen verteidigt; heute bleibt die Nation gleichgültig. Die italienische Wei^nrrnte. Bern, 6. Sept. (WTB. Nichtamtlich.' Aus Rom wird gemeldet, daß die Weizcnernte aus 17,5 Millionen Quarter gegen 22 Millionen Quarter im Vorjahre geschätzt wird. (Ein Quarter sind 217,7 Kilogr.) Italienische Besorgnisse um Rußland. Bern, 6. Sept. • WTB. Nichtamtl.) Die „Tribuua" schäftigt sich in einem Leitartikel mit der Lage in Rußland. Nach Betrachtung der politischen Lage bespricht das Blatt den Fall Rigas und schreibt, solche Tatsachen seien begreiflich gewesen, solange die russische Armee scküecht mit Waffen und Munition ans gerüstet tvar. Nunmehr aber, wo die Russen reichlich mit allem versehen seien, wie aus völlig zuverlässigen Berichten bervor-- gehe, sei der russische Rückzug völlig unverständlich. Ter Artikel schließt: Wir verzn-eifeln an Rußland und bedauern, dttses Wort schreiben zu müssen. Wir wissen, daß Rußland weder .Hilfsguelleü noch die moralisck>e Einheit fehlet!. Die inneren Zwistigtetten liaben sie jedvck) erstickt nnd bedrostn sic imnier mehr. Nur eine eiserne Diktatur kann Rußland retten. Neuk Großfüpdknvkt'hastn'.lgen. Lugano, 6. Sept. „Stesani" meldet aus Petersbrvrg: Die Zeitungen „Djen" uird „Nawaja Shin" versickwmt, daß außer dem verhafteten Großfürsten Väichael Mexandrovfftsch imd seiner Gattin auch Großsürsl Dimitri Paulowitsch rrnd Großfürst Paul Alexmtdroivitsch wegen eine:- gcgenrevoln- tionären Komplotts ffr Haft gehalten werden. Die nrglischen Verluste. Haag 6. Sept. Der „Ntt'rnve Rotterd-imsck>e Eourarch" bringt eine Zusammenstellung der englischen Vc'rülstlisten. Danach betrugen die Verluste der Englärrder im ^lpril aic Offizieren 4389, an Mmrnfck)aiten 31 619, im Mai 5991 bzw. 107 001, im Juni 3601 bzw. 84 667, im Juli 2490 bzw. 68 856 und im 2lnguft 5264 bzw. 53 404, zusammen also 21735 Offiziere und 345 617 Atanu. (KolmnalVölker farbige Hilssvölker sind bei dieser Aufstel- llmg vermutlich nicht rnttgerechnel. D. R.) Hiesiae Fabrik sucht per 1. Oktober oder früher jMp Slaufmann oder Fränlc n für Bnrean und Lager. Schrifkl. Angeb. m. 6>ehatts- nnsprüchen unter 6615 an den Gießener Anzeiger erbeten L.ebe» 83 te!!uncj. Alte Krankenkasse s. überall verkebrsgew. Personen, a. Damen, s.Mitgl.-Annahme, Krankenkontrolle u. Einkas- sierer. Bernch.-Agent. bevorzugt. Off. unter „Krankenkasse an Rudolf Mossc, Frankfurt a./M. 66238^ I«ei Wärter davon ein gelernter Gärtner, gesucht. 6456 Prov.» SiecheiuuMtaU. Wir juchen zum sofortigen Eintritt. Meldung bei Schwell*»,-«! & Flickfn&er, Tiefbarageschlift, Zweibrflcken, Pfah. 6584 Iset&x-lin.s' zur Erlernung des Schlaffer-, Schmiede-, Forrner-, Kernmacher- und Modellschretnerhandiverkes werden eingestellt. Für gute, sacygemätze Ausbildung wird seitens der Firnia Sorge getragen. <**8 Stahl- und Eisenwerke Aßlar. Aßlar. 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Katalog frei. &*HftB8fpark • Aierhacb iS tHetz9 441 Gestern entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwägerin und Tante 3* Frau Marie Schimmel geh. Weigel im Alter von 76 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Lenz Friedrich Schimmel, z. Z. im Felde u. Familie Karl Schimmel, z. Z. im Felde und Familie Familie Georg Schimmel, Holten (Rheinland) Familie Heinrich Schimmel Familie Ludwig Schimmel. Klein-Linden, den 6. September 1917. 05560 Die Beerdigung findet Samstag, den 8. Sept., nachm. 3 Uhr, vom Sterbehaus Frankfurter Strasse 98 aus statt. IP Gewerkschaft Gießen» SnnjMikriatrfe mmls Feme" in ■ & Für die beim Hinscheiden meines lieben Mannes, unseres unvergesslichen Vaters, des Kullurtechmkers 6- k, Schmidt uns erwiesenen Teilnahmebezeugungen sprechen wir hiermit unseren herzlichsten Dank aus. Frau M. Schmidt nebst Töchtern Elisabeth und Margarete- Giessen, 6. September 1917. 6611 Bei der heute vor Notar H. R e h aus Alsfeld stattgefundenen Auslosung unserer l.stelligen 4<>/oigen Teilschuldverschreibungen sind folgende 181 Nummern gezogen worden: 22 33 47 64 98 112 126 130 157 187 197 202 207 213 220 221 229 259 330 348 358 390 393 491 510 512 543 550 558 570 580 601 614 643 648 660 704 722 730 732 766 770 808 842 860 870 890 903 910 918 925 933 940 961 972 1018 1070 1084 1098 1142 1146 Danksagung. j Für die wohltuende Teilnahme bei dem Ableben unseres lieben Onkels, des Herrn § in Schotten 8 t IW sagen herzlichsten Dank Die trauernden Hinterbliebenen. Wiesbaden, Mainz und Darmstadt, im September 1917. (6621D 1156 1202 1217 1223 1255 1263 1278 1281 1300 1362 1373 1383 1391 1418 1426 1490 1506 1519 1521 1554 1583 1592 1615 1621 1626 1644 1651 1655 1691 1735 1805 1825 1827 1835 1851 1869 1930 1951 1955 1973 1984 2036 2047 2071 2109 2110 2148 2149 2160 2174 2199 2210 2235 2241 2251 2308 2352 2369 2388 2404 2417 2426 2446 2447 2452 2493 2496 2512 2553 2574 2595 2604 2605 2662 2676 2681 2700 2716 2728 2731 2733 2734 2754 2765 2824 2835 2841 2884 2902 2912 2919 2996 3000 3110 3122 3129 3134 3142 3162 3171 3174 3177 3185 3192 3210 3241 3242 3244 3272 3284 3297 3325 3400 3405 3422 3444 3463 3469 3477 3487 Von unseren 2.stelligen 4 ^ 0/0 igen Teilschuld- Verschreibungen sind folgende 144 Nummern ge- zogen worden: 3523 3526 3536 3556 3577 3588 3596 3600 3601 3613 3627 3640 3641 3681 3684 3704 3715 3726 3738 3747 3753 3754 3770 3779 3788 3792 3798 3811 3852 3856 3857 3862 3870 3871 3872 3873 3884 3891 3914 3925 3935 3936 3954 3971 3991 3994 4002 4005 4008 4012 4015 4020 4028 4069 4099 4102 4111 4126 4130 4140 4149 4155 4172 4181 4196 4223 4232 4245 4276 4287 4304 4309 4512 4327 4330 4346 4348 4363 4373 4375 4406 4430 4431 4438 4439 4440 4441 4452 4459 4465 4479 4480 4482 4501 4504 4508 4516 4522 4533 4541 4546 4569 4571 4581 4587 4589 4599 4606 4625 4645 4647 4652 4669 4672 4674 4679 4681 4708 4721 4740 4746 4758 4766 4768 4778 4803 4806 4814 4828 4830 4846 4850 4859 4867 4890 4902 4941 4948 4950 4958 4959 4972 5067 5119 Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir innigsten Dank, besonders Herrn Dekan Gussmann für seine trostreichen Worte, dem Veteranen- und Kriegerverein Ludwig zur Treue, sowie allen Kranzspendern. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabethe Bierau geb. Siemon und Kinder. Lollar, Wissmar, Giessen, den 6. September 1917. Ferner sind ausgelost, aber noch nicht eingelöst von Anleihe I die Nummern: 776 1792 2196 fällig per 2. Januar 1916, 1633 1648 „ „ 2. Januar 1917, von Anleihe II die Nummern: 3897 4258 4487 4651 per 2. Januar 1917. Die Auszahlung der ausgelosten Teilschuld' Verschreibungen zuzüglich des Aufgeldes von 5 0 / 0 erfolgt vom 2. Januar 1918 ab mit 1050.— Mk. bezw. 525.— Mk. pro Stück, bei der Gewerkschaftskasse in Gießen, bei dem Bankhause Jacob Grünewald in Gießen, pei dem Bankhause Sal. Oppenheim jr. & Co. in Cöln, bei dem Bankhause Louis David in Bonn. Gießen, den 1. September 1917. Im Aufträge: \ Justizrat Grünewald. Heute erhielten wir die traurige Mitteilung, daß unser lieber Kamerad, der Msketier MM Schl Frrf.-Regt. 186, 5. Komp. aus Gießen ganz plötzlich in einem Feldlazarett verschieden ist. Noch vor wenigen Tagen weilte er in unserer Mitte und niemand ahnte, daß seine Tage gezählt waren. Wir verlieren in ihm einen lieben, treuen Gefährten, und werden sein Andenken stets hoch in Ehren halten. Die 1. Korpvralschaft 5/186. Im Felde, den 4. September 1917. 6628 D Eine Ziese zu verkaufen 6622 Bleichstrafte 0. Einige Gas- u. elektr. Lüster, Gas-Lvra abzugeben. 0570 Schloftgaffe 16 im Laden. 3u berfnitrcn einige schlachtreife Stallhasen. Schr.Ang. mit Preis unter 6631 an den (- Hi’ften e r Anzeiger erbeten. Verschiedene Möbel?zu ver- kaufen. Anzusehen Sanrstag u. Sonntag mittag v.LUhr an 05569 Land mannst raue 3. ff. Straftburger Sauerkraut eingetroffen. 6632 J. m. Schulhof, Marktstr. 4. Telephon 119. Zuchtschafe Am 16. ds. 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