Nr. 208 «’i Äi«fc€»f«r Anzet-er erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: Atetzener^amiUenblatter: Kveisblcit für den Kreis Sietzen. vezugrpreiz: tnonoll. 1 Mk., vierteljährlich 3 Btt.' durch AohoK- w Zweigstellen nwnatl. 90 Pf.; durch diePost Bit. 3.— viertel« ,ährll ausschl. Bestellg. ,tenlsprech - Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag,Gefchäftsstellebl Anschrift für Drabtnach- nchten: Anzeiger Gietzen. Erster Blatt G ' J 67 . ZchrgMg Mittwoch, 5. Postscheckkonto: Frankfurt a.M. Ut»86 General-Anzeiger für Gberbefsen Bankverkehr: Gewerbebank Gietzen 3wiIlii!grri!Nddruck u. Verlag: vrLHI'sche Uiüo.-Buch- u. Strindruckrrei «. Langt. Schriftleitung. Geschäftsstelle u. Druckerei: Schuiftr. l. September \%l ÄNUME von f. die Tagesnummer zum Nachmittag vorher. Zeilenpreise: für örtliche Anzeigen 20 Pf., für auswärtige Anzeigen 2b Ps., b. Platzvorschrift 30 Pf., für Reklamen 75 Pf., bei Platzvorschrift 90 Pf. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt und Land, Vermischtes u.Ge- richtssaal: Fr. R.Zenz; Anzeigenteil: H. Beck; sämtlich in Gießen. wie Riga siel. Der Koitjler zu den Zuchomlinowenchüllungen. (DTD.) G r o ß e S H a u p t h u a r t i c r, 4. September. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. In Flandern war nachmittags die Kampstätigkeit der Artillerien an der Küste Zwischen Langemarck und Warne- lsu'zu großer Heftigkeit gesteigert. Fm Bogen von Ypern entspannen sich kleine Kämpfe im Vorfeld unserer Stellungen; dabei wurden einige Engländer gefangen genommen. Nachts griff der Feind nordwestlich von Lens an und drang vorübergehend in unsere Linien, aus denen er sogleich durch Gegenstotz vertrieben wurde. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. In der- Champagne streßen die Franzosen an der Straße Sourme-Pv-^Souain nach Trommelfeuer vor. Unser Gegenangriff tvarf sie ans einem von uns geräumten Graben wieder hinaus. Der F-cmrkmnpf vor Verdun nahm abends wieder grotze Stärke an. Auch die stacht hindurch lagen die Artillerien auf dem Ostufer der Maas im Wirkungsfeuer. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Westlich der Mosel wurden von getvaltsamer Erkundung be: Nemenauville französische Gefangene eingebracht. * In der Nacht vom 2. zum 3. September bewarfen unsere Flieger Calais und Dünkirchen mit Bomben. Die ent- sümdenen Brande tvaren tagsüber zu beobachten. Dover wurde gestern. Chatam, Sheerncß und Ramsgate wurden heute nacht durch unsere Flugzeuge mit Bomben angegriffen. Gestern wurden 19 feindliche Flieger und zwei Fesselballone abgeschossen. Rittmeister Freiherr von Nichthofen errang den 61. Lustsieg. Der vor kurzem wegen seiner Kampfleistn.lgen vom Vizefeldwebel zum Offizier beförderte Leutnant Müller brachte 'einen 27. Gegner zum Absturz. O e st l i ch e r Kriegsschauplatz. Hee re sgruppePrinzLeopoldvon Bayern. Nach zweitägiger Schlacht hat die 8. Armee unter Führung des Generals der Infanterie von Hutier gestern das an mchrcren Stellen brennende Riga von Westen und Osten her ge no mme n. Unsere kampsbewährLeu Truppen brachen überall den russischen Widerstand und überwanden in ungestümem Vorwärtsdringen jedes Hindernis, das Wald und Sumnf bot. Der Russe hat seinen ausgedehnten Brückenkopf westlich der Düna und Riga in grötzter Eile geräumt. Unsere Divisionen stehen vor D ü n a m ü n d e. Dichte, ungeordnete HeereMausen drängen sich in Tages- rmd Nachttnärschen auf allen Wegen von Riga nach Nvrdweften. Südlich der großen Straße nach Wenden, zu beiden Seilen des grotzen Jägel-Baches. warfen sich im verzweifelten, blutigen Angriffen starke russische Kräfte unseren Truppen entgegen, um den Abzug der geschlagenen 12. Armer zu decken. In erbittertem Kampf erlagen sie unserem Sturm. Die grotze Straße ist an mehreren Stellen von unseren Divisionen erreicht. Einige tausend Russen sind gefangen, mehr als 15 9 Geschütze und zahlreiches .Kriegsgerät erbeutet. * Die Schlacht bei Riga ist ein neues RuhmeÄilatt der deutschen Armee. Front des Generalobersten Erzherzog Josef. Südöstlich von Czernowitz entrissen österreichisch^- ungarische Regimenter den Russen eine zähe verteidigte Höhenstellung. Zwischen S e r e t h und M o l d a w a dauert die lebhafte Gefechtstütigkeit an. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Bei Munchelul. nordwestlich von Focsani, scheiterten mehrere russisch-rumänisch- Angriffe verlustreich. Mazedonische Front. Die Truppen der feindlichen Mächte wiederholten ihre Angriffe oeftcrit nicht. Der Erste Generalquartiermeister ^ Ludendorff. Die Abendberichte. Berlin. 4. Sept.. aberrds. (WTB. Amtlich.) Jur Westen auflebendc Gefechtstätigkeit. Iln Osten wurden die Russen über die livländische Aa zuruckgeworfen. Dünamünde ist vom Feinde geräumt. — - - 'MiiVKüfttÄSto a ——— Das grotze Surswm corda des ge-strigen Tages darf luns anck> heute noch erheben, denn mm erst sind die näheren Umstände unseres Sieges bekamrigeworden und ein neuer Erfolg hat fick) angereiht. Die Russen sind über die livlän- dische Aa zuruckgeworfen, Dünamünde ist vom Feinde geräumt. Ein neues Ruhmesblatt hat sich die deutsche Armee geflochten, und wir wollen es ihr danken. Wie Riga in unsere Hand fiel, ist in dem heutigen amtlichen Kommen- tar anschaulich geschildert. .. Der Fall von Riga hat aber auch seine politische Seite, schon sehen wir die Blätter dazu Stellung nehmen. Lir geben rm folgenden eine Aeußevung des brannten Majors M o r a h t rn der „Deutschen Tageszeitung^' wieder. Er schreibt: Ter Fall Maas hat mich hohe politische Bedeutung. Er wird größere Mutlosigkeit in Rußland erzeugen. Tie Bölkä: der En- tente sind immer schwerer zu täuschen über die Ungunst ihrer gesamten Kriegslage und das wird sie weickzer machen und ihren Widerstand schwächen. Seit langer Zeit schwebte unserer obersten Heeresleitung der Gedanke vor, die Bedrohung unserer Front in Kurland zu beseitigen, aber andere wichtige Aufgaben verzögertes die Ausführung. Mit eiserner Willenskraft hielten wir fest an dem Entschluß und l-atten uns im Siegeswcklen. unserer Truppen nicht verrechnet. Wieder einmal llappte alles. Es klingt fast belustigend, wenn vor wenigen Tagen der militärische Mitarbeiter der Times schtteb, Hindenburg verstände es nicht, eine gute Aussicht auszunutzen, und er verdiene den Namen. Marfchall Rückwärts. Was werden, die Engländer sagen, da Hindenburg wieder ein Marschall Vorwärts geworden ist und Ludendvrss wieder vom dankbaren deutschen Volk geehrt wird? In der „Germania" heißt ess: Bor «allem sehen hvir in dem deutschen Vormorsch über die Düna eine neue Richtlinie der Politik gegenüber dem neuen Rußbriw. Wie Rußlmld den ganzen Krieg durch seine allgemeine Mobilmachung im Juli 1914 provozierte, so hat es auch seine neuerliche VersäKrsung aus den östlichen Fronten im Juli 1917 selbst gewollt und die Verantwortung vor der Geschichte für alles dott vergossene Blut übernommen. Den Russen wird mit dem neuen Schilage von nmmi bie Erkenntnis eingehänrmert werden, daß der Kampf nutzlos ist. Man muß es abwarteir, ob es sie dazu bringen wird, sich gegen die neuen Kriegshetzer Kerenski und Ko-rnitow eberrso anfzNlehnen, tvie es diese gegen die Kriegshetzer des alten Regimes Ssasonow, Snchomlinow und JUnuschke- tvitsch taten. Deren Euthüllnrrgen werfen, wie aus neus tralen Blättersttnrmen hervorgeht, ein immer grelleres Licht auf die dunklen Machenschaften, die den Weltbrand hervorriefen. 9Lun ist es endlich auch den. llrrgläub-igshen offenbar, daß Deutschland nicht der Brandstifter lvar, zu dem es von den Eillentegenossen gesbem >ell wurde. Neuerdings hat der ReichskanFlec zu den Enthüllungen rnr Suchomlinowprv zeß Stellung g. ^mmen, und seine Aeußermtgen ergeben neues tvich.ia.es i"-uterial Sie decken die Hintermänner aus, die hinter . : ischpn BMbrechern stmtden und ihnen die Tat aufdrängren. Als diese Hinter- münrter kennzeichnet der Reichskanzler die französische Ehauviniftengruppe der Herren Poincare und Genoffen, zu denen Suchomlinow engste Fühlung hatte, und das heuchlerische England, das bereits damals den ruffffchen Kriegstteibernr seine Unterstützung zugesichert hatte. Deutschland sollte mit allen Mitteln hinters Licht geführt tv-erden. und dazu scheute man sich nicht der ehrenrü^ttasten Praktiken wie eines bewußt falsch abgegebenen S^renwortes. Als neues Moment tritt die telegraphische Erllarung des damaligen deutschen Militärattaches in Petersburg Major v. Eggeling hinzu, daß sich das Ehrenwort des russischen Generalstabschefs Januschkewiffch ausdrücklich auch darauf bezog, daß bis zum 29. Juli nachmittags noch keinerlei Aäobilmachuitgsbefehl ergangen sei. Dieses Ehrenwort gab Januschkewitsch ab, ob-gleick) er den Molülmachungsbesehl in feiner Tasche fühlen mußte. Der einen Lüge reihten sich weitere Täuschungen Und falsche Bersprechungelr an. Das Netz der dunklen Machenschaften ist aber jetzt so restlos! entwirrt, daß es selbst dem geschicktesten Wortverdreh-er nnd Tätsachenentsteller England sowie seinem neuen amerikanischen Bundesbruder rncht mehr gllingen wird, es neuerdings zu entwirren. Lansing war in der Antlvort auf die päpstliche Friedens- note etwas voreilig, als er die deutsche Regierung als „eine unverantwortliche Mgierung" kenuzeichnete, „die im Geheimen eine Weltherrschaft plante, die ihre eigene Zeit für den Krieg wählte, ihren Plan grausam und. plötzlich ausführte, sich weder an die Sck>ranken des Gesetzes noch ^an die Wahrhaftigkeit kehrte und einen großen Kontinent mit dem Blute nicht nur von Soldaten, sondern mit dem Mute unschuldiger Frauen und Kinder und hilfloser Armen über- strörrtte". Er wird seine Ansicht auf Grund des belastenden Tatsachenmaterials ändern muffen, denn wie es der Richs- kanzler am Schlüsse seiner Urtterredung ruit dem Direktor von Wolffs Telegraphen-Bureau Dr. Mantler ausspricht: „Nichts anderes als der ftevell-aste Wille feindlicher verbrecherischer Kriegstreiber lmt uns in den blutigen Verteidigungskanrps um Leben nnd Freiheit hinemge^vungen. An dieser durch Snchomlinow und Januschkewitsch jetzt erneut bestätigten geschichtlichen! Wahrheit kann keine auverikauiiche Note etwas ändern. Die vfterreichisch»«ngarischen TageSverichte. Wien, 4. Sept. (WTB. dlichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. NordwHlich von Focsani brachen zwei Angriffe der Russen mW Rmnänen zusammen. Südöstlich von Czernowitz eroberten unsere Truppen in zähem Ringen eine stark verschanzte Höhe. Deutsche Korps haben Riga in siegreichem Ansturm genommen. Italienischer Krieysfchauplatz. Der gestrige Tag verlief ohne größere Juftutteriekämpft. In der Nacht wiesen wir bei Kalo und Madoni italienische Vorstöße ab. Seit heute früh stehen wir am Nordhang des Monte San Gabriele erneut in heftigem Kampfe. Triest ist wieder voll feindlichen Fliegsm angegriffen worden. Der Chef des Generafftabes. * * * Me Riga fiel. Berlin, 4. Sept. Doch auch die Ka v a l l e r i e ist dabei ivi^er der Eigenart ihrer Waffe entsprechend verrvendet wiorden. Die Trupperi sind noch überall im Vorgehen. Bon der See her grfff die deutsche Marine wittüngsvoll in.den Kampf ein. Auf dem westlichen Tünaufer erfolgte noch am 3. September die Amläherwny an Dünamünde, dessen lrestlicher Teil alsbald des e tzt wurdeMle Bersuck>e der Russen, durch wiederholte Gegenangriffe die Kmupsesbust und den Schneid der deutschen Truppen zu lähmen, scheiterten. Der deutsche Airgriffsplau wilrde ohne Abweisung durchgeführt. Die russische Darstellung. Petersburg, 4. Sept.^(WTB.) Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur: Die Offensive der Deutschen an der Front bei Asiga begann am 1. September um 7 Uhr rnorgens mit einem Angriff auf die Stellungen bei Uexküll. Nach rnehrstündiger Bor- bereitting durch Artilleriefeuer gingen die russischen Truppen, welche die Düna verteidigten, zurück. Den Deutschen gelang es. bei Uexküll aus Brücken auf das rechte Düna-Ufer überzngehen. Die russische Infanterie komlte ttotz glänzender Wirkung der Artillerie, welche eine der Brücken zerstörte, den Vorstoß der Deutscher nicht anshalten. Der Feind zieht daraus Mltzen rmd erweitett seineir Erfolg schnell. Er begann, nach Norden vorzudrnrgen; Gegenangriffe der Russen sind erfolglos gewesen. Amsterdam, 4. Sept. (WTB.) Nichtamtlich.) Der Korrespondent des „Allgemen Handelsblad" erfährt von russischer Seite, daß es an der Front von Riga zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen einem russischen Batacklon und einem lettischen Schacs- schützenbataillon kam. Biele Soldaten wurden getötet oder erstundet. Eine Untersuchung ist eingeleitet jovrdeii. — Demselben Korrespondenten zufolge plünderte am Tage vor der Eröchumg der Moskauer Konferenz der Pöbel einen Laden mit Methylalkohol Urid bettank sich fnrchtbai'. In Dloskau starben infolgedessen Über 100 Personen an Tllkoholvergifrung. Auch in der Umgebung der Stadt sollen Menschen an Methylalkoholvergisttmg zugrunde gegmrgen sein. Stockholm, 3. Septenrber. (W. B.) „Svenska Tagbladet" erfährt aus .Haparanda: Da einige russisch' TriMpenabLeilmigen eigenmächtig ihre Stellungen an der rumänischeir Front verließen, ersuchte der Oberbefehlshaber .Kvririlolv telegmphisch den Ministerpräsidenten KerenÄkl, schleimigst die Maßirähnven chrrchzusühren, die auf der Konferenz in Nios'kau vvrgeschlagen nwrden seien. vir Uämpfr in west und Gst. B e r l i n, 4. Sept. (WTB. 9ttchtatutlich.) Die neue Artillerieschlacht in Flandern niulutt ihren Fortgang. Am 3. September war das beiderseitige Feuer besonders stark an der Küste und im Dpernbogen. Die derrtsche Artillerie führte zahlreiches Zerstorungsschießen gegen englische Batterien und Unterftände mit beobachtetenl guten Erfolge durckn Die Kämpfe, die sich im Anschluß an stärkste Feuersteigerung in der Umgegend von St. Julien entwickelten, führten zu einer englffchen Niederlage. Die mehrfachen britischen Att- ttürm' wurden grdfetertteifö berefts durch Mwehrseuer ab- gewi?! ': Was bis an die deutschen Gräben herankam, wurde im Nahkampf zuruckgeworfen und zum größten Teile gefangen genommen. Die FliegertäLigkeit blieb rege. Deutsche Flieger griffen erneut das von.dem letzten Angriff noch brennerrde Calais an. Ferner wurden zahlreiche Bahnhöfe, Flugplätze und andere militärische Anlagen mit Bomben beworfen. Ententeflieger töteten bei Bombenabwürfen auf das Stadt- innere von Brügge mehrere Frauen und Kinder. Im Artois griffen die Engländer wieder einmal zwischen der Kolonie St. Auguste und Lens am 4. September um 1 Uhr 30 morgens an und wurden wiederum zurück- geworsen. In Gegend von St. Quentin war das Artillerie- feuer lebhaft. Südwestlich der Stadt machten die Deutschen einen erfolgreichen Vorstoß. Von der Aisnefront ist außer erfolgreicher deutscher Flie- gertälrgkeil nichts Besonderes zu melden. Nördlich Reims wurde bei La Neuville ein französischer Vorstoß nach kurzem Handgran atenkampf abgeschlagen. In der Champagne haben die Franzosen beiderseits der Straße Somme-Py-Souain seit mehreren Tagen ihr Artilleriefcuer gesteigert. Am 3. wuchs es zum Trommelfeuer an. Um 7 Uhr abends begannen die Franzosen starke Truppen in den vordersten Gräben bereitzustellen. Diese Ansammlungen wurden deutscherseits rechtzeitig erkannt und unter zusammengefaßtes Vernichtungsfeuer genommen. Schlverste Verluste unter den in den engen GrLben dichtgedrängten Massen waren die Folge. Nur eirren Bruchteil der bereitgestellten Sturmtruppen brachten die Franzosen zum Angriff vor. Ein ungebrochenes Feuer empfing die schon erschütterten Angriffsmassen. Auch die deutschen Infanterieflieger griffen aus geringer Höhe mit ihren Maschinengewehren wirkungsvoll in den Kampf ein. Nur etwa 150 Mann gelangten bis in die deutschen Stellungen, sie durch Gegenstoß wieder zurückgeworfen wurden. Au der Verdun-Front hielt das Artilleriefeuer an. Deutsche Stoßlruppmrternehmen brachten an: Caurieres- Weldr und westlich von Pont-a-Mousson Gefangene ein. Deutsche Flieger griffen mit Bomben und Maschinengewehre aus geringer Höhe französische Unterkünfte und Waldlager an. Zahlreiche Brände und Explosionen wurden beobachtet. Im Osten nchmen die Operationen nach der Einnahme von Riga ihren planmäßigen Fortgang. Von der übrigen Front ist außer Patrouillentätigkeit am Zbrucz und Dnjestr und ernem deutschen Vorstoß südlich des Pruth in Gegend des Czardaki nichts zu melden. An der Moldau erlitten die Russo-Rumänen am Moncel durch mehrere erfolglose Angriffe weitere schwere Verluste. An der Rimnic-Mündung brachte ein deutscher Stoßtrupp wieder Gefangene und Beute ein. * dem Großen Hauptquartier. Großes Hauptquartier, 4. ®ept. (WTB. Amtl.) Serne Majestät der Kaiser haben dem General Luden- dorsf anläßlich der Einnahme Rigas das Groß kreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub und Schwertern verliehen. oeme Majestät der Kaiser empfing heute den Erzherz og Karl Albrecht nach ferner Reise an die West- fvont. >owie den türkischen MarinemiTnster Djemal st" ich a. Seme Majestät verliehen dem letzteren den Orden Pour le merite. * Ferner nähmen Seine Majestät die Meldung des svell- vertreteriden Militärattachss Major v. Schweinitz im Haag entgegen. ' " Eine Ehrung Hindenbnrgö. Rudolstadt, 4. Sept. (WDB. Nichtamtlich.) Der 3 hvrru^er Ätädtetag hat beschlossen, dem Gener alfetdmar- uchall o. Hindenburg anläßlich, seines 70. Geburtstages Oktober das Echrenbürgerrecht sämtlicher Thüringer- L>tadte als Geburtstagsgabe anMtragen. RichthofeuS 60tcr. Berlin, 4. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Rittmeiste Freiherr v. Richthofen hat seinen 60. Gegner im Luftkamp oesiegt. D^e zehnte feindliche Fliegerabveilung liegt zer Ichmettert am Boden, überwunden von dem einen Mann Uchere Feinde haben ihm kernen gleichen gegenüb erznstetlev Wrr aber haben viele, die ihm gleich sind an Schneid uni überlegener Ruhe, denen gegenüber für unsere Feinde er hohter Einsatz au Zahl gleichbedeutend ist mit erhöhter Zah ^^Derlustes. Diese Gewißheit kann uns ruhig in die^Zu kunft sehen lassen. Mögen England, Frankreich und de neu l ^5?^. ^Erika auch den Himmel schwarz werden lasse: von Flugzeugen, ein Mann hat genügt, un runs Dutzend von ihnen jfri fben jStaUb zju streiken, und hunder “ er c ftnb gleich ihm. (Inzwischen hat Freiherr voi ^.rchthosen, tme aus dem gestrigen Tagesbericht hervor geht, seinen 61. Lufisieg errungen.) Bomben auf Lahr. k^«rlsruhe 4 .%*!!.) State mittag &etwtrfei tetuWiaie ^■icger die offene &tabt Lahr ntit Bomben, durch di zwei Personen getötet mrd drei schwer verletzt wurden. Der an gerichtete Sachschaden rst gering. Der Kassier über Sttchomlmow. .'WTB ) Der Reichskanzler empfing de ^rekwr am Wvlf^> welegraphstchnn Bureau Dr Mantler Hebt seme Ntermmg M den Enthüll imgeu aus dem SLuhotnlinMv-Pre zepe benagt, äußette sich der Kanzler wie folgt- Oberen russischen .Kriegsmmisters un Wcnm lstEchefs sind von der größten Bedatttimg. Sie sind goeigne dre feindliche Legende von der deutschen Schul mn >ttregc vollends zu zerstören, und sie werden die europäische un die außereirropänche Oeffentffct/kett, soweit ihr überhaupt du B< rrchtr Mganstw) gemacht weüdm, znnngen, ihr Urteil zu bericht gew Der Zeitpunkt, zu dem die Enchüllungen erfolgen, ist um s KrstiMr, als wrr soeben von der amerikanischen Antwort ar d« zum Friesen rnahnende päpstliche Note Kenntnis erhalte haben, jn oer Note Lansrngs wird die deutsche Regierung als ein ^^^5^ -^ ^ewerungst gekennzeickMt, ,chie im 'Geheime ^Wellherr.c^fr plante, die ihre eigene Zeit für den Krie dl< m grausam und plötzlich ausführte, sich wede im du Lchvanken des (Gesetzes noch an die Wahrhaftigkeü kchtt Emnen Kosten ^ntarent mtt dem Blute nicht mir von Soldater sondern nrtt dem Bürte toffchuldiger .Frauen und .Kinder und hilf loser Armen uberströmte". } Offenbar hatte die amerikanische Regierung, als sie sich dies A.nitLWrn aus der Berleumdungswerkstatt der Entente KEnrUnis von dem Verlaufe de 54 “* J?# doch mn Ende antgrn rü Ä'" Kriege gewählt hat. steht wok W E^erlegllch fest. Nicht Deutschland ist es gewesen, sonder etne Jhlitarpaxt n b te den nhmchen Zaren unrgab und sich ii l«n Frantte^ mw Errgland befunden hat. Ter Deutsch * t;ar J*J n n^^'Eich auch Rußland gegenüber, lx 'Ewem mgenen Friidenswülen un vern des deuttrlxm Bollvs Ausdruck gegeben hat. i,t von den Ereia Aeallgemern bekanw auf ferner Erholungsreise nLc »eu rwrbrscheu Landern uüerrajcht worden. Bis zum letzten Augen bück har er in seinem TelegranrmWecUel 7tät dem! Zaren und dem englbchpl König die ernstesten und eindringlichsten Versuche ge- nurcht, int Sinne des Friedens zu wirken. Der Schwetwuntt der neuen Enthüllungen liegt darin, daß der Zar, der über Krieg und Frieden zti entscheiden hatte, durch die Bemühungen des Deutschen Kaisers auck» in der Tat zu der Ueberzeugung gelangt war, daß Teittschland. den Krieg nicht wollte. Die Folge seiner Ueberzeugung war sein bindender Befehl, die russische Mobilisierung rückgängig zu machen, aber ein paar Verbrecher, die den Zaren belogen haben sich über den Befehl hinweggesetzt und leine Ausführung dirrchkreuzt. Tie Folgen der Bemühungen des Deutschen Kaisers war weiter die Weisung des Zaren an den General Januschke- witsch, dem deutsckien Blstschaster Grafen spourtalss Versicherungen über den Friedenswillen Rußlands abzugeben. Auch die Ausführung dieses Befehles ist hintettrieben worden, und zwar ditrch Herrn Sasonow, der offenbar befürchtete, daß der um die Erl-al- tung des Friedens verdiente deutsche Botschafter daraufhin noch weitere wirksame Schritte für die Vermeidung des drohenden Krieges tun könttte. Wer steckte hinter all dieserr Leuten, die es doch wohl nicht aus srch selbst allein unternehmen konnten, die russische Großmacht und damit Europa und schließlich die ganze Welt in einen Krieg ? cm Z^mals dagewesener Furchtbarkeit hirreinziutveiben? Ich orauche nicht an die Bsziehmtgen SuchonUtnows zu her französischen Chauvinistengruppe der Herren Vorn ca re und Genossen zu erinnern. Bekannt ist, daß schon die Wahl von Poineare unter dem Zeici/en ^ eines russisch-fran^öfisck-en Angriffskrieges gegen Deutschland fkattsand, und daß 'Luchomlinow damals nach Paris entboten wurde, um Poinarre die Leitung der französischen Republik in die Härrde zu spielen. Damals gab Suchomlinow in Paris eine Erklärung über die Angriffskrast des russisä)en Hoeres utrb die Umändewmg der russischen Mobilmachungspläne ab, die er kurz^ vor^ deur Kriege in dem bekarmten Aussätze der russischen' Börsenzeituna über die .Kriegsbereitsd>aft 'Kußlands in l-eraus- forderndem Sinne wiederholt. Die Angriffspläne gegen Deutschland waren sckwn lange von einer einflußreichen politischen Gruppe in Frankreich, England und Rußland vorbereitet. Was den englischen Einfluß in Petersburg während der kritischsten Tage des 29. und 30. Juli bettifft, so brauche ich nur auf die Depeschen des Petersburger Renterkorrespvndenten und aus den bekannten Bericht des belgischen Geschäststtägers De L'Escaille zu verweffen, ans denen klar hervorgeht, daß die Gewißheitder englischen Unter ft ü tz u n g die leitenden Männer Rußlands in ihrem Entschluß zum Kttege bestärkt hat. Während Rußland so den Angriffskrieg in die Wege leitete und insgeheim nicht nur gegen Oesterreich-Ungarn, sondern auch gegen Deutschland mobil machte, versuchte man, Deutschland hinzuhalten und zu betrügen, um Zeit zu gewinnen und die eigenen Truppen an die Grenze vorziel-en zu können. Das Ehrenwott des Ianuschkewitsch wird in der Geschichte fortleben! Wie^ der damalige Militärattachee in Petersburg, Major v. Eggeling, soeben telegraphisch mitterlt, bezog sich das Ehrenwort des russischen Generalstabschefs ausdrücklich auch darauf, daß bis zum 29. Juli nackMittags noch keinerlei Mobiltnachungsbefehl ergangen sei. Ianuschkewitsch versicherte dem deutsck-eir Militär- attachee, dach die berulßgenden Eröffnungen Suchomlinows vom 27. über etwaige MobilmachurrgÄtbsichten Rußlands nach wie vor vollständig zuträfen. Und dabei hatte Herr Januschkewitfch den russischen Mobilmachungsbefehl in der Tasche. Nun sollte Deutschland durch Vorschläge mit dem Haager Schiedsgericht hinters Licht gefühtt werden, während Rußüutb eifrig daran weilerarbeitete, seine Armeen für den geplartten 2lm- griff 'auf den Kriegsfuß zu bringen. Welche Bederttimg gewinnt ffr diesem^ Zusammenhang das Telegrantm des Zaren an den Deutschen ^Kaiser, das am 30. 7., nachmittags Q20 llhr, äbgeschickt wurde und über die allgemeine Mobilmachung Rußlands, die nach dem bekannten Ukas von 1912^üen Krieg gegen Deutschland bedeutele, nach wie vor die Täuschmg aufrvcht erhaben sollte, daß diese in Kraft tretenden mllitäiischeu^ Rälstnahtnen lediglich aus Gründen der Verteidigung gegen Vorbereitungen Oesterveich^Ungarns ge* troffen worden seien? "tt der Depesche des Zaren war ferner auch die Entsendung des ^epls Tatifchtfcheff mit einem Brief zum Deutschen Kaiser in Ausffcpt gestellt. Wo blieb Herr Tatischtschess? Aon feiner Reise hat mtnt nichts tnehc gehört. Sollten Sirchvkw- lirww, JännMMpitsch und ihre Mitverschworenen^n an der Abreise verhindett haben, oder war >auch die Ankünoigung seiner Miffton mtr dazu bestimmt, DeutsichSand betrügerisch in Sicherheit Kn wsgen? Drutschiatä)> mußte in den schweriben Berterdigungs^ kampr um fein Dasein «intveten, wlsll es von seinen beute- mrd machtgierigen Nachbarn Frankreich vnd Rußl«nd, die es zerstören wollten bedwbt war, und iveil Pas Inselreich jenseits des Kanals der Ansicht war, daß es.ben Kampf um die Hogemmrie Europas, wie Sir Eduard Gvcp sich ^einmal Mrsgiedrückt hat, führen wollte. Diese Hegemonie Europas!, die es gesahndet glatchte, wollte sich England rächt streitig machen lassen. Deshalb unterstützte es Deutschlands feindliche Nachbarn lund ihre -auf den Krieg gerichtete Politik. Weder die deutsche Regierung noch das deutsche Soff, das seinem Reich^vberhaupt in unverbrüchlicher-Treue ergeben ist, war damals oder zu irgendeiner anderen Zeit von dem ihr angedichteten Macht- und Ervberungsgelüste beseht. Wäre das Gegenteil tvahr, so hätte Deutschland sich in den 43 Jahren, die zwischen dem Eiche des letzten Krieges mit Frankreich und dem AuÄbrnch oos heutt- gett Weltkrieges lagen, aenftß Nicht die mehr als einmal gebotene Gelegenhett entgehen lassen, den Kampf Hinter weniger schsvierigenj Umständen zu beginnen. Es hat,in jenem Abschnitt i>cr Geschichte! Zeiten gegeben, \vo Frankreich so gut wie olhnmiächtig war. W hat auch Zetten gegeben, >wv Englandflmch wv Rußiländ durch kriegerische BerwiMmgen außerhalb Erwopas gelcchmt waren. Trotzdem hat unsere Hand nicht znrN Schwerte gegriffen, das Deutschlands bedrohte Lage im HerMn Guwpas — wie. Lloyd George einst selber zugestand — uns scharf zu erhalten zwang.' Nickis anderes als der frevelhafte Wille feindlicher verbrecherischer Kriegstreiber hat mt£ in den blutigen Berbeidigungskampf Nm Leben und Freiheit hineingÄzwungen. An dieser durchs Suckwnt-- linvw und JmmschkÄvitsch jetzt erneut l^stätigdsn geschichllichest Wahrheit kann keine amerikanische Note etwas ändern, und ebenso wenig wird eine solche Note.auch,unseren festen Willen erschüttern, in treuer Gemeinfch>aft 'zwischen Kdvne, Regierung und Volk das Kriegsziel zu erkämpfen, für das unsere Helden nun schon mehr als drei Jahre lmrg ringen und bluten: die Wiahrüng unseres heiligen Rechtes >auf Deu.rW'an!ds! Anversthrcheit und die Freiheit seiner gesicherten friedlichen Weiterent-.vicklung. Die tage in Rutzlantz. Stürmer Petersburg, 3. Sevt. 'WTB.) Der ehemalige Mirnster- präsident Sturmer ist im Mter von 77 Jahren an Unvmie gestorben. Aus Finnland. Kopenhagen, 4. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Berlingske Tidende" wird über Hnparanda ans Helsingfo-rs aenreldet, daß das von Petersburg ans verbreitäe Gerücht, der Landtag solle am 1. September znsamnrentreten, nicht richtig ist. Die Mitglieder des Landtags h-atten bereits am Mittwoch abend nach der ersten Sitzung im alten Landtagsgebäude die Heimreise anöetreten. Der ganze Mitttooch^ verlief voltöomtTrerl rnhig. Der Generalgvnverneur richtete eineit öffentlichen Dartt an die Bevötkernng für ihr ruhiges Verhalten. Es sind umfassende Maßregeln getroffen, um den Schmuggeleien an der finnisch-schwedischen Grenze ein Ende zu bereiten. Die Vrandkatsstrophe bei Kasan. Kopenhagen, 4. Sept. (WTB. Nichtamttich.) Die hier eingetroffenen russischen Zeitungen enthalten auMhttiche Em- zelhetten über die furchtbare Brcntdkatasttovhe. von der Kasan trat 28. August heimgesucht nmrbc. Mindestens 1000 Personen sind umgekommen. Vier Vorstädte wurden gänzlich ein geäschert. Während des Brandes erfolgte.eine Reihe Explosionen, die cm Stärke Zunahmen und eine ganze Anzahl Gebäude in die Luft sprengten, und zwar mit solcher Kraft, daß die Erde Risse aufwies, wie bei einem Erdbeben. Später stellte es sich heraus, daß noch mehrere Mullitionssabriken in die Luft geflogen sind. Ein englischer Gewerkschaftskongreß. London, 3. Sept. (WTB. Nichtamtl.) Reuter-Meldung k Der Gewerkschaftskongreß, der in Blackpool eröffnet wurde, ist von 695 Delegierten besucht urorben. Hill sagte in der Eröffnungsansprache, aus dem Bericht der Jndusttiekommission gehe hervor^ daß die Unruhen der Arbeiterschaft dem Wortbruch der Regierungt über die industrielle Dienstpflicht zuzuschreiben sei, da die Arbeiter aus Furcht vor der Einstellung in die Armee gezwungen wären- Immtrcbige Bedingungen anzunehmen. Ein anderer lbrund sei, daß die Arbeiter wüßten, daß die hohen Lebensmittelpreise eine Folge Kmgezügelt-er Preistreiberei durch die Zwisck^enhändler seien. Uebeü «den Krieg sagte Hill, daß alle Arbeiter darin einig seien, daß Belgien vollständig wiederhergestellt werden müßte. Polen, Elsaß und das Trentino wurde noch der übereinstimmenden Ansickft aller Verbündeten volles Recht zage sagt. Aber könne dies mit den Waffen! erreicht werden, wo beretts 9 Millionen Mann gefallen seien? Ter Redner verurteilte es, daß der Denwkratte der Berbündetenl das Recht abgesprochen worden sei, Vertteterrt aller Länder zn begegnen, um die Demokratie der Wett zu propagieren und zu befestigen. Ueber die inneren Reformen sagte er, dazu sei mehr nöttg, als Anträge zu stellen. Er meine aber nicht, daß eine Revolutionj dazu nötig fei, da diese mir eine Gruppe von Autokraten durch eine aridere efictze. Nöttg sei vielmehr die Agitation, Ausllärungt und Orgarttsatton. Hill schloß mit der Erklärung, daß die (^rverk- schaften die verlautbatte Absicht der Verbündeten unterstützten. Eine Kommission wurde ernannt, um über die Stockholmer Frage zu beraten. Sie bettchtete, daß die Stockholmer Konferenz äugend blicklich keinen Erfolg haben würde und schlug vor, sich darum zu bemühen, eine Uebereinlünft zwischen den arbeiteirden Klassen in den verbündeten Ländern zustande zu bringen, da dies die wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche internationale ^vonfererrzl sei. Die Erötterung über die Stockl>olmer Wnfecenz imnfce aut ixm nächsten Tag verschoben. Der Kongreß beschloß, gegen die Ver- j Weigerung von Pässen nach Stockholm zu protestieren, da nach der allgemeinen Auffassung leine irtternationale Konferenz dem Abschluß eines dmierhaften demokratischen Friedens notwendig vorausgeheik müsse. London, 4. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu- tefichen Bureaus. Der Gewerkschaftskongreß in Blackpool entschied mit 2 849 000 gegen 91 000 Stimmen, daß unter den gegerrwär- ttgen Umständen die Stockholmer Konferenz keinen Erfolg versprechen würde. Die Vertagung der Stockholmer Konferenz. Kopenhagen, 4. Sept. (WTB. Nichtanttlich.) .^Berlingske Tidende" meldet aus Stockholm: Die Stockholmer .Konierenz wird um mindestens zwei Monate vertagt werden. Der holläudisch-skm- dinavische Ausschuß hält unerschütterlich an der Ueberzeugung fest, daß die Konferenz trotz aller Schwierigkeiten abgehalten werden muß. 5eekrieg. Neue U-Boot-Erfolge. Berlin, 4. Sept. (Anttlüch) U-Boote der Mittelmüchte haben im Mrttelnreer rvieder erfolgreich! gearbeitet und 16 Dampfer mit einem Gesanttraumgehalt von fast 65000 -vonrren versenkt. Unter diesen befanden sich die bemaffnetzerr englischen Dampfer „Hachor" (3823 Donnen), „Kilwrnmu<^ (3071 Domren), „Nairn" (3627), „Mlatmt" (3270 DoirnM). jD^te meisten versenkten Dampfer waren tief geladen, mehrere nnt Lebensmitteln, einer mit 4000 Donnen .Kohle, BrennSt m Fässern und Flugzeugbestandteilen. Fünf »oertvolle Dampfer hat ein osterreichssck^lngarisches U-Boot, Kvrw Mandant Lrniech chiffsleutnant Ritter v. Trapp, in sieben ^agen aus gesichertem GeleitFuge heraus geschossen. ^ Deutsche Marineflugzeuge haben am 3. September Hafenairlagen von Sulina (Donaumündung) erfolgreich mit Bomben angegriffen. Drei starke Brände tm Hafeuaebiet konnten beobachtet werden. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Kriegspressegnartter wird gemeldet: Eines unserer llnterfee- voote, Kommandant Linienschiffsleutnant Ritter von Trapp, der aus emer mehrtägigen Unternehmung im Mittelmeer zurnckgekehrt ist, versenkte in dieser Zeit * . 39 000 Brutto-Registertounerr ferndttcher Handelsschiffe. Der fianzösiche bewaffnete Dampfer „Constanca" (2469 Br.-Reg.-Ton.), mit Stückgut beladen, wurde aus emem von U-Boot-Jägern gesicherten Ge- lertzug nnt Torpedo herausgeschossen, ebenso der engliche, bttvaffnete Dampfer „Kitwinus" (3071 Br.-Reg.-T.), mit Murntton an Bord; ein weiterer, etwa 6000 Tonnen großer, an)chernend engttcher Dampfer und der bewaffnete englische »SS? ,^airut^ (8700 Br.-R.-T.) wurde aus einem durch Frjchdampfer gescherten Konvoi, ncchdem diese durch Bor- fefecht vertrieben waren mit Torpedoschuß in die Tiefe gesandt. Als letzte Beute fiel dem Unterseeboot ein unbekannter, bewaffneter Dampfer von 10—12 000 Tonnen zum Opfer, der trotz der Beschießung der Untersee-Boote durch zwei im Konvol entfahrende Dampfer, die durch zwei Torpedofahr- zeuge der Englove-Klasse gesichert waren, durch zwei Tor- pedotreffer uch Arttlleriebechießung in den Grund gebohrt wurde. Zum Borpostengefecht bei Jütland. K o p e n h a g e n , 4. Sept. (WTB. Nichtamtlich) Aus Bierregaaro wird berichtet, daß drei gestrandete deulühe Minensucher bereits derart versandet sind, daß nur noch der obere Teil des Mastes aus dem Wasser hervorragl. Nur das Achrsf des Wmirals Schröder lieg: unverändert auf den ^men ^nseln im Süd.teil von Ringköbing-Fjord. Etwa englsiche Geschosse wurden gefunden, die nicht explodiert find. Die Leiche des ertrunkenen Oberheizers Kleber wird auf dem Kirchhof Haurriig beerdigt. Der englische Konsul in Fredericia war aestern in Bjerregaard, nm den Schaden zu besichtigen, der durch die englischen OZeschffse anqerichlel worden ist. Rrtzmi meldet: Aus Anlaß der während des Seegefechts vm Bierregard am 1. September von ktttisther Seite verübten Verätzung des neutralen dänischen Hoheitsgebietes, erfjtelt der dänische gesandte in London Anweisung, bei der englischen Regi.-rung be> sttmmten Protest emzulegen. Es wird unteffucht, ob bei der ge> »nannten Gelegenheit eme Verletzung des dänischen Hoheitsgebiets auch von deutscher Sette durch Fvttsetzung des Kampfes auf däni. schem Seegebtet stattgesunden hat. Sämtliche Geborgmen im Timsti oer deutschen Marine stehenden Personen werden interniett Kapstadt, 4. Sept. (WTB.) Reutermelbuna. Der Linrendampfer „City of Athene" ist auf der Höhe von Kapstadt auf der Fahrt von 9reupork am 10. August mit voller Ladung gesunken. Bon 97 Passagieren sind 17 ertrunken. Das llntersuchungsgericht stellte als Ursache das Aufläufen auf eine Mine fest. Dem Kapitän wurde der Fahrterlaubnrssck)ein auf sechs Monate entzogen. Ar»» Stadt «nd Land. Gießen, 5 . September 1917 . Lebensmittel. ^ Kartoffel-Versorgung. Wie rmS v-omLebears- Errrtdelamt mügetaift wird, weroen auf die KurLoffelmurkei i \ önseld. Mit ihm ist ein Berwaltungs- beautter ins Grab gefunken, der sich in der Prvvin- weil und breit einer unaewöhnlichen Verehrung irttb Anhchrglichkeit erfreute und dessen Andanken bis m ferne Zeiten im Segen ksteiben wird. Schönfeld wirkte als Kreis-Asseffoc in Gründers und Bübingen und später als Kreisvat in Lauterbach und von Dezember 1887 bis Oktober 1911 als Kreis rat in Schotten. Von der Natur mft reichen Geistesgabeu liebe coil ausgestattet, stellt sich der Ver- walttmgsbscmtte Schönfeld in seiner langjährigen, reichgesegneten Wirksamkeit als eine besonders glückliche Vereinigung einer älteren, mehr patriarchalischen Periode mit der des modernen und rasch pulsierenden, großzügigen StaatÄebens unserer Zeit dar. Die große Zahl von Beamten, die mit und unter ihm gearbeitet haben, erkennen ihn, den mit praktischem Blick Begabten, dessen Menschenkenntnis nur selten versagte, den Kenntnisreichen, juristisst Tnrchgebildeten, der Mann von sttengstem Nechtsgefühl, den gewissenhaften und sorgfältigen Arbeiter stets und gern als ihren verdienstvollen Lehrer an. Die Gemeinden werden ihn nie vergessen, wieviel sie seinen vorzüglichen ftnanztechnischcn Grundsätzen und seiner Mensck)enfteundlichkeit zu verdanken haben, und wie er, der mit Glücksgütern gesegnete, aus eigenen Mitteln edel-' fftmig und opferwillig dazu half, manche von ihnen auf eine solide ftnanzielle Grundlage empvrzuheben. Der Politiker und Patriot wird das Andenken des kerndeutschen, reicl-s treuen Mannes, des gMhendcm Bismarckverehrers in Ehren halten und dem tatkräftigen, zielbewußten und bededten Fördeer der Krieg ervereinK- sache unauÄöschlichen Dank Nüssen. Der große Kreis^ derjenigen endlich, die ihnr 'im persönlichen Verkehr menschlich naher ttaten, wird sich gerne des gastfreundlichen, heiteren, liebenswürdigen Rheirchessen aus dem Pfarrhause in Wöllstein erinnern, dessen heiterer Sinn und goldener Humor und dessen tiefes, edles Gemüt und reick>e Literaturkermtnis der Geselligkett einen anmutigen, behaglichen Zauber verlieh. Friede seiner Asche. --- Schotten, 5. Sept. Tie Verehrung für den verstorbenen Geheimrat'S ch ön seid kam bei seinem heute auf dem hiesigen Friedhof erfolgten Begräbnis zu beredtem Ausdruck. Hunderte von Personen aller Stände gaben dem Toten das letzte Geleit. Jede Gemeinde des Kreises war vertreten, die Kriegervereine, deren besonderer Freund Schöuseld gewesen war, hatten sich vollzählig am Grabe eingesuuden. Dazu kamen die Vertreter der zahlreichen VehtstHen und Mrverschaften. Die Dvauerrett am Grab» hielt Dekan Münch-Schotten. Ferner sprachen Kretsdcvektor Muhl- Schotten für den Kreis Schotten und die Staatsregtermrg, Provinzialdirektor Geh.-Rat Dr. llsinger-Gießen für die Provinz Oberhessen, Geineinderat S chlit t-Schotten für die Statt Schotten, deren Ehrenbürger der Verstorbene war, und Bürgermeister Ritter-Lanbach für den Mttgermeistev-Verband dies Kreises Schotten. Schließlich legten noch die Vertreter zahlreicher Vereine und Körperschaften, denen der Geheimrat zeitlebens nahe gestanden hatte, Blumenspenden am Grabe nieder. Kreis Friedberg. ** Bad-Nauheim. Donnerstag, 6. Sept., abends 8y 4 Uhr, im Konzerthaus: Richard-Wagner-Abend der Kurkapekve. Solistin: Frau Kammersängerin Lauer-Kottlar. Leitung: Hofrrll Professor Hans Winderstem. Zum ersten Male sett ihrer Wirksamkeit an der Frankfurter Oper singt die gefeierte Sängerin iw unserem Korrzertl-aus und zwar die Arie der Elisabeth „Dich teuze Halle grüß ich wieder"' aus Tannhäuser, „Schme^en" und ^Drämne" ans den fünf Wefendvnit^edvch^en und ,^Isoldens Liebestod" aus Tristan und Isolde. Das Orchester spielt: Ouv. und Bach anale (nachkomponierte Szene- aus Tonnhäuser, das Meistersinger-Vorspiel, Siegfrieds Trauernrusik aus Götterdämmerung und das Vorspiel aus Tristan und Isolde. vermischtes. Waldbründe bei Tüulo«. * Bern, 4. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der ^emM" meldet : Trotz des Eingreifens zahlreick>er Tneppen war es infolge des starken Nordweststurmes unmöglich, der Aiksbrettnng des Feuers, das gegenwärtig die schönsten Waldbestände des TepartemruV Var verwüstet, Einhalt zu tun. Der Brand nähert sich Toulon. Er dauert rinn schon den dritten Tay an. Ein neuer Waldbrand ist zwischen dem Fort Peyras und dem Semaphor Gans ausgebrochw. Ter Festungsgürtel von Toulon ist nunmehr vom Feuer umgeben. WitterungsHerrcht. (Oesfentlicher Wetterdienst.) Zieinlich Hefter, meist trocken. Temperatur unverändert. Letzte 2 Iad?ridf?tcir, Deutsche Fliegercrsvlge in der Rrg-aer Bucht Kopenhagen, 3. 'Sept. Ans Petersburg wird halbamtlich gemeldet: Tie deutschen. Flieger Ovaren in den letzten Wochen an der Ostseeküste sehr tätig. 40 Bombenfüyger und M.gdsliescr unternahmen Flüge über der Ostfeeküste, der Rigaer ML dem finnischen Moerbufen und warfen 90 Bomben ab auf Schiffe, Seebatterien, Fliegerstationen, Hasenaulagen usw. Es fanden eine Anzahl Luftkämpfe statt, bei denen die russischen Flieger keinen Verlust zu verzeichnen li»cttten. Deutsche Kriegsschiffe, ZerstÄver, U-Boote, Torpedoboote -und größere Schiffe waren am Eingang des Rigaischen Meerbusens tätig, wo sick> auch deutsche Minenschiffe zeigten. Ein .russischer Osffeedampwr wurde van den Deutschen verserttt. .Ein russischer Trawler flog bernr MineNlegen in die Luft, ^wbei 11 Meirschen untkamen. Keine zweite Papstnote. Lugano, 4. Sept. (Voss. Ztg.) Wie von kirchlicher Seite erklärt wird, ist die Nachricht, der Papst bereite eine zweite Friedensnvte vor, völlig erfunden. Ebenso erfurchen ist die Nachricht des „Journal de Geneve", daß der Papst die jetzige Note ohne Verständigung mit den Kardinalen verfaßt mrd abgesandt hat. Die gasgefulUe Wotan-Lampe Eine Wotan „G" Lampe ersetzt vielfach Beim Kauf beachte man die bekannte Die Edel gas - F ulhing schützt mehrere der gewöhnlichen Drahtlampeu. Schutzmarke auf der Glasglocke. den Leuchtdraht. Ein Stohwagen zu verk. Lindeutzlatz 4 05502 Licfoi-5piel-Haiis,Bahi]f?ofstrasse34 a®" Hervorragende Künstler-Konzerte! ~ZBZ 2 Elm©ii Bomhen-Erfolg erzielt oder Des® der 1 Lieöje Es ist die Sensation der Saison. Nur noch bis Inkl. Freitag, den 7. September. 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September 1917. ^iz Von Beileidsbesuchen wird gebeten Abstand zu nehmen. Für die herzliche Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Vaters, Schwiegervaters und Grossvaters Herrn Adam Guldan unseren aufrichtigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Josef Herbert. Giessen, den 3. September 1917. Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Helene Weiß Eduard Windecker Holzheim Lieh J “\ Nur auf diesem Wege. Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Professor Dr. med. Albert Fromme U. Frau Fenka, verw.Loeb.geb.Söker Göttingen, den 5. September 1917. 6581 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heim' gang unserer lieben Entschlafenen Frau Karl Groß Ww. sagen herzlichen Dank Karl Gross, z. Z. in russ. Gefangenschaft. Anna Müller. Lieh, 3. September 1917. 6537 St att Karten. Rechtsanwalt z. Z. Oberleutnant d. R. BARTMANN und FRAU beehren sich die Geburt eines KRÄFTIGEN JUNGEN anzuzeigen. ues - Hannover-Kirchrode, Föhrenstr. 18, den 3.Sept. 1917. J sum sofortigen Eintritt. ~ C5SJ Meldung bei Schweikard <&, Flicfeinger, Tiefbaoseschäft, Zweibrttcken, Pfalz. BuderrE f che Eisenwerk c Abt. Mainweserhütte, Lollar stellt eine aröbere Nnrnkis «nn Für die mir bewiesene herzliche Anteilnahme an dem mich betroffenen Verluste sage meinen innigsten Dank. Weine sehr preiswert: A3sterweiler pr. FL 3,75 05161 Christian Rühl Gießen, 3. September 1917. Oppenheimer 1911er Itfieretainer 1913er Brieileiier Sshäferloy 1912er Graaeher Kosenbern 1911er Cascler 4,00 4,50 4,25 4.50 4.50 von Ge- 6325 Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bet unserem schweren Verluste sagen wir innigsten Dank. Besonders der Krankenschwester für die liebevolle Pflege, den Vertretern des Betr.-Amts I und des Verkehrsamts Gießen, beni Lotterieverein Lumda, dem Eisenbahnverein Londorf für die Teilnahme und Kranzniederlegung, sowie Herrn Pfarrer Grünling für die trostreichen Worte am Grabe. Familie Bötz. Lumda, den 2. September 1917. 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