Ur. 205 Swettes Blatt W. Jahrgang Hrscheml iägltch mit AuSnshme des Lronntags. veilagen. „Sretzener Zamilienblätter" und „Breirblatt für den Breir Gietzerr". -sftfcheckkonto: Frankfurt am Main Nr. 11680- Sankverkehr: Sewerbebank Eietzen. eneral-Anzeiger für Oberhessen Donnerstag, 50. August Zunllmgs runddruck und Verlag: Brühk'ftheUniVersitäts-Buch-u.Steindrncksre:. R. Lang e, Gießen. Lchriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: bchulstratze 7. Geschäftsstelle u. Verlag: 5i, Schriftleitung: 112. Anschrift für Drahtnachnchren: AnzeigerGleßen. Neuordnung der vuiterpreise. Das Kriegsernährungsamt teilt mit: Die anhaltende Trockenheit hat 'in verschiedenen Gebieten die Füttererute so nachteilig beeinflußt, das; bei den bisherigen Preisen für Milch und Butter die Unkosten der Milchviehhaltung nicht mehr ül eratt g.->>?ckt werden. Wenn nicht eine Erhöhung insoweit -ugestauden wird, daß, den Landwirten die Selbstkosten erstattet werden, so ist ein weiteres Sinken der Milch- und Buttererzeugung» für den komnueuden Winter mit Sichlerheit zu erwarten. Es erschien daher erforderlich, die Preisregelung grundsätzlich neu zu lgestaltein. was durch! die Verordnung über die Preise für Butter vom 25. August 1917 geschehen ist. Zu einer allgemeinen Erhöhung der Buttergrundpreise, wie ftc. vielfach angeregt würde, Siegt ein Btedürsm's für manche» Teile des Reiches nicht vor. Ein höherer: Grundpreis irürdil die Butter in'Gebieten, ivo die bisherigen Presse noch ausrettben, ünnötrg verteuern. Es »mhifetc dahk'r ein Weg gesunden werden, um lediglich^ Nr dieieuigen Landesteile, in denen die Entwicklung der wirtschaftlichen Beringungen, insbesondere der Mangel an geeig reden Futtermitteln, ein Auskommen mit dem bisherigen Grundpreise ausschließen. eine Erhöhung innerhalb bestimmter Grenzen zu ermöglichen. Preisbestimmungen, die geeignet sind, die Milcherzeugung und Butterherstellnng unnötigerweise zu hemmen utiö die Milchwirtschaft unrentabel zu uiack>en. sind gegenüber den bestimmt Vvrauszusehenden erhöhten Schwierigkeiten, den Bedarf des kommenden Winters einigermaßen zu decken, nicht zu verantworten. Tie Preist.st itik muß dabei aber immer so sein, daß sie eine Frischmilchverforgung der großen Bedarfs gebiete zu angemessenen Preisen fördert. Diesen Grundgedanken folgt die neue Butterprttsverordnuug. In denr ersten der 5 Abschnitte, in die sie zerfällt, werden die bestehenden Grundprttse aufrecht erhalten, nur die Unterscheidung in 3 Klassen Handelsware ist als nichl mehr den tatsächlichen Verhältnissen entsprechend durch eine solche in 2 Klassen ersetzt worden. Die einschneidendste Neuregelung der Verordnung befindet sich im zweiten Abschnitt, in dem die Landeszentralbehörden ermächtigt werden, von den Grundpreisen abweichende Höchstpreise für die einzelnen Landesteile festzusetzekt. Diese Ermächtigung. die auf andere Stellen — 3 . B. die Oberpräsidenten — wird übertragen werden können, ist aber für den Fall einer Erhöhung über die Grundpreise hinaus begrenzt durch zwei Schranken Einmal nämlich darf der Buttercherstellervreis ein bestimmtes Verhältnis zum Milcherzeugerpreis nicht überschreiten und ferner soll er nicht über 3 Mark für 1 2 Kilogramm betragen. Das Preisverhältnis ^zwischen Milch und Butter ist so festgesetzt, daß der Butterpreis für ein Pfund nicht mehr als das ?lchtdrttviertel fache des Preises für einen. Liter Vollmilch' betragen darf. Der Butterpreis würde also z. B für Gebiete, die euren., Milcherzeugerpreis von 30 Mg. für den Liter haben, aus 2,63 Mark für Vs Kilogramm beim Verkauf durch den Hersteller -Molkerei oder Kuhhalter steigen dürren. Tiefe Anpassung an die Milchprefte erschien zweckmäßig, weil gerade die Milchpreise infolge ihrer Festsetzung in den einzelnen Wirtschaftsgebieten am besten den tatsächlichen Verhältnissen gerecht werden, weil sie schon im eigenen Interesse der Landwirt schüft an bestimmte Höchstpreisgrenzen gebunden sind und weil damit dem bisherigen Zustand der- Abwälzung aller Unkosten- steigerung allem auf die Milch ein Ende gemacht wird. Der dritte Abschnitt sielst die Festsetzung von Einheitspreisen für den Buttcr- verkaus in den Bedarisgebicten vor, so daß dort im Verkehr nickt mehrere Butterpreise nebeneinander Vorkommen können. Ter vierte Abschnitt setzt die Zuschläge, die sich notgedrungen auf dem Wege von dem Butterherlteller zum Verbraucher ergeben, in der bereits bestehenden Höhe fest. Sie ergeben einx Gesamtbelastung von 30 Mk für den Zentner Butter. Für größere Städte wird eine weitere beschränkte Erhöhung des Verdienstes für den Groß- und Kleinhandel vielfach nicht zu vermeiden sein. Dar sünitc Abschnitt enthält außer stleberganqsbestimmnngen als wickftigste Vorschrift die Erniächttgung für die Neichsstelle für Speisefette, besonderen Verhältnissen in einzelnen Landesteilen durch Erweiterung der in der Verordnung festgesetzten Grenzen Rechnung zu tragen. Hand in Hand nrit dieser Neugestaltung der Preise wird der weitere Ausbau der Bewirtschaftung von Milch und Butter durch eine zweckinäßige, den örtlichen MrtschastsVerhältnissen angcpaßte Organisation zur Erfassung dieser Nahrungsnttttcl in den Erzeugungsgebieten, durch Ueberwachung ihres Verbrauchs in den Be- darssgebieten und vor allem durch Bekämpfung des Schleichhandels gehen müssen. Ohne eine angemessene Preisgestaltung können aber gerade btt Milch und Butter auch die straffste Organisation, die umfassendste Regetturg durch Vorschriften und die schärfste .Kontrolle auf die Tauer keinen Erfolg haben. Ausreichende Preise sind vielmehr eine unerläßliche Vorbedingung für die Wirksamkett der aus die Versorgung der Bevölkerung gerichteten behördlichen Tätig- kttt aui diesem Gebiete. Tie Versorgung mit Speisefetten und Mild wird im kommenden Winter nur unter erheblich vermehrten ^chwierigteilcn vor sich gehen können. Es steht zu Höften, daß die neue Butterpreis- verordnung mit dazu beitragen wird, diese Schwierigkeiten zu beheben. Ans Stadt und Land. Gießen. 30. August 1917. ** Auszeichnun g. Der Reservist Fritz Drescher aus Gießen wurde mit dem Eiserneir Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet und glttchzeitig zum Unteroffizier befördert. ** Zur 7. Kriegsanleihe wird uns geschrieben: Es besteht die Asbssicht. K r i e g s s p a r t a r t e n auszugeben, die bei Sparkassen oder Genossenschaften bestellt werden können. Ten Erfahrungen btt der letzten Kriegsanleihe entsprechend werden Karten zu l, 5. 10 und 20 Mk. zur Ausgabe gelangen. Die Karten sind diesmal nach tünstlerischeni Entwurf der technischen Lehranstalten in Osfenbach hergestellt und so eingerichtet, daß sie dauernd im Bttitz des Zeichners bleiben. Sie eignen sich deshalb besonders als Weihnachts-Paten- oder Geburtstagsgeschenk. ** Berichte über die Erlebnisse der Ausländsdeutschen bei Kriegsausbruch sammelt das Deutsche A u s l a n d s Ni u s c u m , S t u t t g a r t, Königsstr. 15. Ter Geschichtsschreibung unserer Zeit wurde ttn RuhmeMatt fehlen, wenn alles der Vergessenheit anheim fallen sollte, was unsere Brüder im Ausland, von dem heiligen Drang zur Verteidigung des Vaterlandes in die Hermal zurückqetrieben, keine Gefahr und kein Opfer scheuend, auf der Heimreise gewagt und erduldet baden. Jede, auch die kleinste Mitteilung ist nnllkommen. Landkreis Gießen. G. A. G r ü n b e r g . 29. Aug. Die Hessische Tapserkettsmedattle erhielt .August! tHagele, seit Beginn des Feldzuges bei ttnent Fuß-Artillerie-Regiment im Dienst. — Lang-Göns, 26. Aug. Wegen mehrfach bewiesener hervorragender Tapferkeit bei gefährlichen^ Unternehmungen gegen die fttndlichen Stellungen wurde dem Sturm-Grenadier Albert Kromp. Sohn des Bernhard Kroinp, die hessische Tapferkettsmedaille verliehen. Er befindet sich btt einem Sturmbataillon im Westen und wurde erst vor kurzer Zeit init dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet, gelegentlich eines geglückten Sturmes aus die feindlichen Gräben. - Dein Schreinermttster Heinrich Brücket III., Unteroffizier in einem LandsturnmBataillon im Westen, wurde die Hessische TapferktttsMedaille verliehen. Kreis Büdingen. * Bad Salzhaufen, 29. Aug. Konzert der aktiven Kapelle des Infanterie-Regiments „Kaiser Wilhelm" Nr. 116. Wie vorausWsehcn war, hat das von der Kurverwaltung veranstaltete .Konzert der aktiven Kapelle des In- saitterie-^stegimen ts „Kaftjßr Wilhelni" Nr. 116 eine ganz besondere Wirkung ausgeübt. Schon das Vormittags-Konzert hatte außer den Kurgästen eine große Zahl von auswärtigen Besuchern herbeiyellockt und durch die vielen .Extraeinlagen ivar die Pause bis znni Nachmittags-Konzert nur äußerst kurz. Mit militärischer Pünktlichkeit begann die Kapelle nachmittags ihr Spiel und bald war der Kirrgarten bis auf den letzten Matz besetzt. Der schöne Llvmuievtag trug zur Hebung der Stimmung besonders bei. sc. Aus de m Kreis Büdingen, 29. Aug. Dv Bürger- mttstertten des Kreises entziehen mrnmehr unnachsichtlick den Ge« slügelhaltenn ihrer Gemeinden, die die Eierablieferungspflicht böswillig nicht erfüllen, kurzer Hand die Zuckerkarten und geben Bezugsscheine aus Einmachzucker diesen eiücht ab, Kreis Friedberg. Bz. Bub b a ch, 29. Aug. Dein Muskuttcr Georg Reitz von hier, in einein Jnfanterie-Rögt.. wurde die Httfische Tapferkeits-- medaille verliehen. Außer ihr besitzt er noch das Ersehne Kreutz und die Oesterreickische Goldene Töpferktttsmedaille. fc. Butzbach, 29. Aug. Im 3. Kriegsfahi vom 1. August 1916 bis 1. August 1917 hatte das Rote Kreuz und der Alice- Fr.au env crein dahier eine Geldeinnahme von 26 742,13 Mark, der eine Ausgabe von 23 141,78 Mark gegenüber steht. An fünf verschiedenen Terminen wurden bis ietzt von 177 Einlieferern für 4393 Mark Schmucksackzen und Edelsteinen abgeliefert. Ter Geldwert, der rn Natur gespendeten Liebesgaben, wie Aepsel, Wein, Zigarren, Butter usw. betrug 3200 Mk. Hessen-Nassau. Frankfurt a. M., 29. Aug. Mit der Emsührung der ungeteilten Arbeitszeit in den Wdttschen Aemtertr usw. ch-ährend der kommenden Wintermonate hat sich der Magistrat in sttner gestrigen Sitzung beschäftigt. Auch an die Stadtverordneten-- Versammlung ist er bereits mit der Anfrage herangetteten. ob es möglich ist, daß die Ausschuß- und Fraktionssitzungen schon mit Eintritt der Dunkelheit beendet ^werden können. Voraussichtlich dürfte in aller Kittze ?nit der ungettttten Arbeitszeit zur Ersparnis von Licht und Heizung der Anfang gemacht werden. ra. F r a n k e n b a ch a. Dünsberg, 29. Aug. Bürgermeister Schneider ist vom Bürgermeisteramt znrückgetretcn, und mit der Versetzung desselben W der Schöffe Johannes St roher be- auftragt worden. ra. Mandeln. 'Dill. 29.jAug. Infolge eines Herzschlags starb hier der Lehrer Re eh im Alter von 66 Jahren Derselbe wirkte 46 Jahre im Schulamt, die längste Zeit davon in Niederneisen. H M arburg, 28. Aug. Die hirsigc Polizttverwaltung gibt wieder die Namen von vierzehn Personen bekannt, die in der letzten Zttt wetzen E n t n du n g von Garten -und F e l d« frückten rechtskrästtg bestraft wurden. Fc/ Aus Kn r he s s e n . 29. Aug. Die süniiöhrige Tochter des Steinbrucharbeiters 5)einrich Biedebach in Dörnberg, die mit ihrer Mutter im dorttgen Walde Beeren suchte, aß die Beere ttner ToMirsche. Unter schweren Vergiftungserscheinungeul starb das Kind, ttotz ärztlicher Hilfe. ][ Aus dem Kreise Kirchhain, 28. Aug. In dem Törtchen Schisfelbach sammelten an zwei Nachmittagen die Schulkinder unter Führung des Lehrers die in den Ackeitturchsn liegen gebliebenen abgebrochenen Weizen ähren. Das Ergebnis betrug vier Zentner Körner.