lk.201 Zweites Statt Erfchstnl tt-llch mit DtlSnahme de« Sonntag«. veilasten: „Siehener Zamiltenolatte^ und .Freirblatt für den Kreis Sietzen". -O-fch«llonr«: Krankfurt am Main Nr. 11*86. Vankvertehr: Gewerbebanf Sietzen. 16 T. Jahrgang . r LsrZe. General-Anzeiger für Gberhejjen vienstag. 28 . August fyir ZwillingSrundoruck und Verlag: Brühl'scheUnlversitäts-Bllch-u.Steindrucrerel. R. Lange, Gießen. Lchristteitung, Geschäftsstelle und Druckerei: bchulstraße?. Geschäftsstellen.Verlag: Schriftleilung: L--E 112. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGießen. Die Moskauer Konferenz. Kt dsml lAujang der Rede Kerenskis in unserem gestriger Watte ist nach nachLrÄraMu: KeoensQ suchr fort: Der Staat durchschreitet eine Stande tödlicher Gefahr. Ich will nicht weiter davon sprechen,'denn jeder von Illtzren ist sich dessen hewusil, aber Sie tvissen auch alle, daß die Ausgabe, die Mn>en zufältt, besonders der KaUipf gegellt einen Mächtigen, unversöhnlichen, orgaiüfterteit Feittd, große Opfer, SÄbstvetbeuUnuttg, tiefe Vaterlandsliebe und Vergessen unserer inneren Stvettigkeiten verlangt. Unglücklicheriveise > vollen nicht alle, die es können-, alles dies ans den Aftgr des durch den Kbieg zer- störten Vaterlandes niederlegen und tnckchen so die krttisck-e Lage des Landes Mit jedem Tage noch kritischer. In: politischen Leben ist dvejier Prozeß der Dr'sorgamsatiolr noch lebhafter Md treibt sogar Hawiffe Rußland dewolMmde Nationalitäten dazu, ihr.veil nickst sil enger Vereinigung Mit dem Mutterlande zu suchen, sondern in sepauafistffchen Bestrebungen. Endlich wurde das Emanze gefrönt dulvch die große Schmack- an der Front, )m russische Truppen, ihre 'Wicht gegen das Vaterland vergessend, ohne Widerstand vor dem Drängen des Feindes wichen und so für ihr Volk neue Zcketten des Despotismus schmiedeten. Wir sind so tief gesaltetr, weil lvir uns noch nicht twit der verhängnisvolle: r Erbschaft des alten Regimes fretmckchen können, das wir ^hassen, aber dem wir gehorchen., denn wtr Mchben es. Jetzt, wo die.Macht sich aus die Freiheit, reicht ans BckzorvÄte stützt, übertragen >,vir kvotzdeM aus diese neue Macht daS erbliche Mißtrauen. Nun !m!arschieren diejerrigcn, die vorher vor emm autokratischen Regierung z-itterterr, kühn gegen die Macht, die Wauen in der Hand, aber Mögen sie wissen, daß unsere Geduld ihre Grenzen, hat, und daß die, die sie überschreiten werden, auf eme Macht flößen wenden, die sie die Zeiten des ZariSntus zurück- rnfen lassen wird. Wir werden unvetfföhnllch sein, iveil wir überzeugt sind, daß die höchste Gen-alt allein das Heil des Vaterlandes sichern wird. Deshalb werde ich tatkräftig jeden Versuch verhindern, aus tan nationalen Unglück Rußlands Nutzett zu ziehen. KMenski sprach dann von dem rusiischen Heer, dos während des alten Regimes ein Körper auf tönernen Füßen, fast ohne Kopf, war. Er wies auf die Opfer und die Selbst Verleugnung der Offiziere hin, die nach Möglichkeit gegen die Anarchie und die Des- orgmnsation des Heeres ankämpftm, weül-e die Aufgabe des russischen Volkes und seiner Regierung, Freiheit und Vaterland zu retten, so schwierig machen. Der Redner sagte darin, das; die Zeit geLmrmen sei, die Eroberungen der Revolution und den Staat selbst U «mte wllieren. Er fuhr fort: Vor einiger Zeit haben wir mit Finanzministeriums, Professor Birnnatzch, aus dern Kongreß der kternen und mittleren Industrien Rußlands bezüglich der finanziellen und wirtschaftlichen Lage Rußlands bekannt- gegeben, daß der Staatsbaushalt für 1916 einen Ausfall von 15 VMiarden Rubel errvarten lasse. Der Ausfall sei fiir Rußland wenig bedeutend, denn isengt die gesamte Einwohnerschaft des Lartdes mit der durch die ernste Lage bedingten Energie und Gelviffenhaftigkeit arbeite, könne der Ausfall von 12 bis 15 Milliarden leicht' gedeckt werden. Ein Unglück für Rußland fei es, daß 14 Milliardeit Rubel Banknoten auf den Markt geworfen worden seien, da dieses Geld keinen materiellen Wert darstellt, aus dem die Bevölkerung stÄchen ziehen könne. Es sei unbedingt notwendig, mit dein Höchstmaß aller Kräfte zu arbeiten. Rirßland sei für das sozialistische Regime noch nicht reif, nur ern kapitalistisches wirtschaftliches Sy,stem könne es retten. Die Regierung werde die indirekten Steuern erhöhen, weil es in Rußland mcht genügend reiche Leute gebe, um dw StaatsÄrffen zju füllen. Der Finanzminister Mekrasen erklärte, daß das gewöhnliche Budget für 1917 5 NMiarden Rubel und das für 1918 7i/ 2 Milliarden besagen werde. Die militärischen Ausgaben sollten durch Atlleiheit, die gewöhnlichen durch Steuern und Zollerträa- nisse gedeckt werden. Die indirekten Steuern würden nrerk- lich erhöht und gewisse Erzeugnisse, wie Streichhölzer und Zucker, vom Staate monopolisiert werden. Ein Anschlag auf Kornilow. § aa &'- ^ug. (L.A.) Die „Dimes^ melden aus Moskau: Die Extremisten verfuckften am Freitag den Eisenbahnzug, m dem der Oberbefehlshaber Kornilow reiste, zum Entgleisert zu bringen. Sie bereiteten einen Ausrtchr vor zu dem Zwecke, ihre verhafteten Führer M befreien Aus Stadt und Land. Gießen. 28. August 1917. Zur Obftverforguug. Bon besonderer Seite wird uns gescknieben: Tie Ernte des Frühobstes ist in vollem Gange und die An- Ucrerung befriedigend. Bei der Ernte macht man ckver leider keinen Unterschied Mischen Frü^h- und Herhstobst. Während vor dem Kriege der Verkauf unreifen Obstes verboten und strafbar war kommt jetzt zmn Teil noch ganz mrreifes Obst auf den Markt Es mag wohl die Angst vor der Beschlagnahme öder vor Diebstahl feint, was die Landwirte zu der allzuftühen Ernte veranlag: auch die hohen Preise mögen dazu reizen. Im Interesse der VoWgesuudheit Die neue Front vor Riga Der russische Rückzug bei Riga. Die Russen haben vor Riga ihre Stellung lvestlich der Aa geräumt. Tamft sind die ^Orte Bigann und Oüing in unsere Hand gekommen Der erstgenannte Ort liegt am Rigaischen Meerbusen und M durch Chaussee über Schlock mit Riga verbunden. Das ganze Gelände ijt aber so sumpfig, daß ein Operieren hier >außer auf der Chaussee nur int Winker bei hartem Frost möglich ist. Derselbe Uebelitend gilt auch , für das übrige Gelände bis Oding. das Ichon im Bereiche des Tirul-Sumpfes liegt, dieses natürlichem Bollwerks fiir Riga, das bisher alle Amtäherungsversuche schetterst ließ. aber müßte doch von berufener Seite darauf hingetvirlt werden, daß unreifes Obst vom Verkaitfe ausgeschlossen wird. Tie Obft- vertvertungsaenossenschaft Gießen fordert in einem Rundschreiben an ihre Auffäufer diese oris, trur gutes Obst zu kaufen, und darauf htnzuwirken, daß alle Wintersorten von dem Erzeuger nicht zu fiühe geerntet werden, damit die Früchte am Baunre richtig aus- reifen. Das ist sehr verständig, denn nur solches Obst ist haltbar. Aber über die Festsetzung der Höchstpreise miißte doch von berufener Sette aus ernstlich Widerspruch erhoben werden. Und dazti berufeti ist die Konsnmentenveremigung, die sich aber wenig darmn zu bekümmern scheint. Es gibt, auch im Kreise Gießen, io viel Aepfel, daß es durchaus nicht gerechtfertigt erscheint, den Preis auf 25-40 Pfg. fiir Aepfel und 20—35 Psg. für Birnen fiir das Pfimd je nach der Sorte und QuMtät festznsetzen. Wer kann sich denn das leisten, für Aepfel pro Zenttter 40 Mk. z-n l^zahicn? Selbst tat Bauern ist der Preis zu hoch, und sie würden es gerne direkt in die Stadt verkaufen, wenn die Landesobstsrelle nicht alles Obst restlos zu erfassen suchte. Da die 10 Pfennig Gebühr für das Pfimd, das der Erzeuger auf dent Markt verkauft, auf den Antrag dos Landtagsabgeordneten Urstadt hin mm weggefalleit ist, so ist es den Landwirten jetzt tirögllck), thr Obst in die Stadt und auf den Markt Kn bringen: aber es fehlen ihnen die Leute und die Fuhrwerke dazu. Sie müssen also ihr Obst durch die 9luftäufer der Obst- verwerttmgsgenossenschäften „efiafsen" lassen, und dadurch kostet der Zentner Edeläpfel die Stadt jetzt wegen der verschiedenen Gebühren je nach Sorte 36,— bis 47,50 Mk., Birnen 34,— bis 42,50 Mk. Diese so der Stadt gelieferten Früchte werden nach mit dem Porto belastet und den Händlern zugestellt, die sie mit einem Aufschlag vott 10 bis 20 Prozent an die Cimvohner der Stadt verkaufen. Das srnd denn doch wirllich gmtz unerhörte Zustände, denen raschestens ein Ende gemacht wertat miißte. Der Abgeordnete Urstadt hat deshalb bei der Zrveiten Kammer beantragt, daß für das -Obst, das eine Stadt sich selW beschafft, iegliche Gebnbr aufzuheben sei. Dazu müßten aber auch die Höchstpreise noch bedeutend heruntergesetzt und wirklich eingebolten ioerden, was in der Tat nicht ük'rall der Fall ist. Aehnlich wie mit den Preisen für Aepfel und Mrtten ist es auch mit den Preisen fiir alle anderen Obstarien. Llbhilfe tut dringend trvt. m Eine Sitzung der Obstverwertun gsg esell •< sch-ast. .Gestern fand im Hotel Schütz ait für tat Kreis Gießen oinberufen war, um den Mfkäufern des Obstes die ttätigen Instruktionen erteilen. Das Referat hatte Herr Latrdesobstbcnünspekwr Grode aus Darmstadt, der Geschäfts- ühror der Vertoaltungsabteiluug der Landesobststelle. Nach seinen Asirsfuhrungen muß Hessen 330 000 Zentner Obst zur Herstellung von Miarmelode an das Reich liefern. Gelirtgt dies, so sei eine Beschlagtuilstne des Obstes nicht z'u befürchten, im anderen Falle werde jedoch nnt der Beschlagnahme eine weitere Erhöhung der Höcbistpreffe fiir Obft' emtreten. Zur Eindeckung des Wimerbedarfes an Obst ilfimt sich jede HmtAhalttmg pro Kopf 1 / 2 Zentner Kernobst (Aepfel und Birnen^ und Zentner Ziveffchrn direkt vom X; 1 . %vw r M,tv vimw.ii | «yfuiuivi l; .1 w II Utllll i'UIll Erzeuger gegen eilten grünen BefördermtgSschein kaufen In 6^- meintat über 60M EinwohUer stellt die Bürgermeisterei die Be^ Die Ausgrabungen eines altegypiischen Sadeorles. Kanopus, das Ostende der alten Aeghpber, die Stadt der Wunderbaven .Heilungen und der ausgelassensten BerMügungen. ff! nach jahrhundertelangem SchAf unter dem Leichentuch des! teandes wieder aufgefunden worden, und die ersten Ergeb-niffe der Ausgrabungeit lassen hoffen, daß shier eine eigenartige .Kulturstätte wieder auferstchcn imrd von dem Leben im Altertum erzählen, wird, wie Pompeji und Herkulairnm. Die alte Küstenstadl, nach der die eine Nilmündung geitannt Wurde, lag 120 Stadieit östlich vonl Alexandria, tn der Nähe des heutigen Abukir. Iluen Namen sollte fie von Kcmopos. dent Steuermann des hierher' verschlagenen! Mcnelavs, erhalten haben. Bis zur ^gründang von Alexandria ^w^fie der Handelsmitlelpunkt von llirterägpptiekt und eine ivickttigej Kuf^itätte. Stralo, der die Stadt besuchte, erzählt besonders von dem Serapistcmpcl als tan lotchtigsteit Heiligtum, das int die zu den Feststen von Aüuaichria ans dem .Kattal, der die beidenl stabte verband, herbeistcönite. Tag uitd Nacht n>ar dieser Kanal mit lwoteit beoeckt, aus denen Mjüimlsr und Fraum beim Klang der Instrumente ohim Rast und Ruhe sich au tat übermüligsteu Tänzen ergötztett. während in KanopuS selbst die Gasthäuser die Stätten uitgezügelten Vergnügens wurden. Die llngebuUvenheit des Lebens« tn diesem alten Badeort roar geradezu sprichwörtlich geivorden. Sie wurde aber auck^ der Anlaß zum Untergairg der Stadt Deirn im Altsang des 5. Zuhrhnnders n. Ehr. beleate sie der Pattiarch Eyril- lus weg.» ihres üb Ru es mtt tan Baitirftuch, und zwei Jahrhunderte später, als die Mcaber m das Land ainbrachen, wußte man! anscheinend nicht einmal ntehjr ihre StÄtte. da sie von keinem dev arabischen Schriftsteller erwähnt lorte. Die Nachforschungen, die in neuerer Zeit zu ^hrer Anfsindurrg angestellt wnrtat, führten lange zu keinem Ergebnis infolge des Mißverständtnsses einer 9hnge der Bai voit ''Ilbtukir liegt. Die Ausgrabungen, die Daninos unternahm, haben NUN gu der Enüdeckung^ eiines! öffentlichen Badehauses von 26 Meter Breite utrd 24 Meter Tiefe geführt, das heute unterminier Sandschickst Port 8 Meter Dicke bt'graben liegt. Das Bad aus.ber Ptolomäerreit ist aus schtönem Kalkstein, der sorgfälfig behauen und mtt lebhaft beinaltem Gips «tachmtückt! ist, erbaut mrd umfaßt etwa 20 Räum«, tjkm taten der größte 8 Meter und der lleinste 3 Meter im Geviert miU. Die Dren- itlmgSmanern haben etwa l Vteter Dicke. Ein Schavimntbecken ist sehr schön erhalten: man stipg züt ihm hinab über dvei Stttsen, uitd das Wasser floß aus einem Behälter tritt drei Wasserspeient aus Stein. Daneben hat irant* * ganze Badewannen und Sitzbäder in Zement gefmtdcn, die so gut erhaltekk sind, als wäneu sie erst ganz kürzlich! hergestellt. Gin Zimmer war mtt Haufett von Ml- schilamm gefüllt, der wahrsck)cinkich ztu Schlarmnliädertt gebrauch wurde. Ein Saal von 7,90 zu 7 Meter tonst eine gemauerte Platte fiir die Mdstsage au!f, und danebnt wurden zwei Preffeit für aro- Wafische Oeke, die Au tat Wo-nblungen gebvottcht tourtat, und eilt anderer Fettstoff, der augenscheinlich als Sseife diettte. gefunden. In tan eintaroen Mnmen lagen auch BkouzcutüitzcU mit tau Bildern Ptvbvniüus Svter, Ptolomäus Energetes tmd tat Königin- von Beronice utrd Kleopatea, fermer einige Statuetten datmMer eine „chinesische", die auf Handelsbezielmngett des alten Äegvptew' mtt,dem äußersten Ostett himoeist. In der Umgebung dos Bade- Hauses fand mfiu die Spitrett vou Splitursockeln in rosa und grauem Granit und mit Hier^llivhen-'Znschfiftett. Die An ^- abtrn- gen tverdett mit Eifer fortgesetzt, und inan envartet die '"(Ylvr*af>I ber Bauten auS tar alten Stadt wieder ausztrsinden, die gerade der über sie a^tSgesprvchene >Batriffliub> vor tan Sckncksal tawahrt hat, von Menschenhänden vollständig zerstört zu wertat da ntentand sich), ihtrett zu «nahen lvagte. Noirt» dieser Stedt ist 'amb das „Dekret von Kanopus" auSgegangen, das im Ialne 256 v iS ln tic ägyptischen Prtester zu Ehreii taS Ptolomäus Euergete'- Inero glyphtsch. dcmtotisch Und griechisch erlassen tmd in allen 'enu'elu aufgestellt hatteu. Die Gntdecknug eines Exemplars Vieser drei- sprachigen Inschrift durch Lepsttrs hat für die Etttfffsernng der Hteroglypherr eine große Betattimg getrvtrnen * ^ in alten Gräbern. Ein interessanter Fund winBe bet der Herstellung von Gr.ita-rit aus tat, Ehrensrisd- Wß Jjtt ^vankettthal itt tarr baw'rtsch^n 'Wtfi .tewacht M.rn e^tttackte Nlwtltck> tn ettvem albm Grab eine 26 ZeMtmelw boW u «Sr ul itadxi lieft Reste von 'Miffcktenkiwchen. eine 'kteonze-. lncta, eute Münze Und — 2 »Dorier befanden, die durch 2 kieffte Oefftttntgen am sprtzfin .Ende etttlaert nwrdetl waren. Me der „PtDmecheuS zu dresevt nverivürdigiw Eterfmtd ltemevll, war ertre ähnluhe Eu^eckung rn dem nickst itat Mttt FgtrnGnttta! oim regelten bc-rettS vor 20 Iahtttt gentacht >norden Damal - fatid lta: Forschet Kohl ttt Grätatt der ri^tnschien >tasetget! dte ungefähr aus der Zeck 300 n. Ehr. svamtmn .nochten, in tan föcdeautigsWevte aus, in den jtteineceat das Kreisamt. In der Versammlung wurde faul uvie jetzt ttxgen tapferen Berhalteits zum Vizefeld- wckel befördert. ^Beförderung. Zum Leutnant befördert wurde Wllhelm K opp. vom.Regiment 116, zurzeit im Felde, Sohn des Friedrich :stopp, Bismarckstraße. ** Ihre Sil berne Hochzeit begehen am heutigen Dienstag die Eheleute Hermann Lubkinski und Frau Julie gck. .Sawück. ^ L. U Bort der Landesttniversität. Derordent- liche Professor an der Universität Gießen Dr. jrrr. Rickolf Hübner hat den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Halle zmn 1. April 1918 angenommen. Im lonr- menden Wintersemester wird er somit noch an unserer Universität lesen. ** Ans dem Stadtthea terbureau. Der nächste Sonntag bringt die letzten Vorstellungen dieses Sommers und zwar sind es zwei Werke musikalischen Charakters, die zur Mrffühvrrng gelangen. Sonntag abend 7 % Uhr wird zum letzten Male das so liebenswürdige und beliebte Singspiel „Das Dre im äderlhaus" (Hdas Neueste vost deii Kriegsschauplätzen gezeigt. Beginn der letzten Vorstellung ist 9 Uhr. (Näheres siehe Anzeige.) Landkreis Gießen. )( Mainzlar, 28. Aug. Das Eiserne Kckuz erhielten die Brüder Wilhelm und Ludwig Vogel. — Ein Feldgrauer sandte aus Ma^ckonien seinen Eltern 2 lebende Schildkröten. Die Tiere kamen hier wohlbehalten an und haben sich an ihre neue» Ümgckmrg schon gewöhnt. Starkenburg und Rheinhessen. — Bir stein, 27. Aug. Fürstin Luise von Jsenbnrg-Bir- stein, die Gattin des Fürsten Karl von Isenhurg-Birstein, ist iiach längerem Leiden in Hanau verstorben. Tie Verschickene, eine Prinzessin von Oesterreich, stand im 72. Lebensjahre und war seit 1865 vermählt. Tie Leiche wick in der hiesigen Kirche beigesetzt. Kreis Lauterback. rr. Schlitz, 28. Aug. Schulverwalter Wähl. Offtziersaspi rant in einem Insanterie-Regt. in Rumänien erhielt das Eiserne Kreuz. — Dank des außerordentlich günstigen Erntewetters der letzten Woche sind die Fntchtfelder durchweg geräumt, slsirr wenig Hafer ist noch hier und da zu sehen. Schon brummen die Dreschmaschinen hier und auf den Dörfern, um die reiche Mrnerernte ftir Stadt und Laiid nutzbar zu machen. Auch die Grummeternte ist im Schlitzerland im vollen Gange und fällt wenigstens in den feuchten Flußtälern ausgezeichnet aus. Hessen-Nassau. mr. Frankfurt a. M., 28. August. Ter von Frankfurts Bürgern gestiftete Lazarettzug P I. ist Freitag nachnsittag von seiner 200. Fahrt und feinem 100. Transport in die.Stifterstadt zurückgekehrt. Er ist fest dem 17. ^üo-vember 1914 in Tätigkeit. Er hat in 200 Fahrten 122 329 Kilometer zurückgelegt uird in 100 Transporten 16 702 Verwundete mit 43 441 Berpfleguns- tageu befördert. U. a. wurde der Zug am 6. Juli 1916 in Vslu von Fliegern mit^öornben beworfen, dabei wurden sechs Insassen getötet. In Pevonne mußte das Einladen der Verwundeten unter schwerstem Trommelfeuer erftlgen. Zfveirnal war der Zug im Osten, während er im Westen bei fünf verschiedenen Armeen tätig war. In der Hauptsache war er aber der II. Armee von der! Marwitz zugeteilt, für die er 62 Transporte ausführte. Aus Anlaß der 200. Fahrt veranstaltete der hiesige Verein vom Roten Kreirz in Beckindung utfcfc her Stadt am Samstag vormittag in der Geschlechterstube des Rathauses eine kleine Gedenkfeier, an der auf Befehl der obersten Heevesleitung der Obergeneralarzt der II. Armee Herr Tr. Scheibe teilnahin. Jin Wärmen der Stadt beglückwünschte Bürgermeister Tr. Luppe das Personal des Zuges zu seiner segensreichen Tätigkeit und überreichte dem Transport-- füHrer Rittmeister von der Marwitz, der an allen Fahrten tellnahm, dem leitendest Arzt Tr. Werthinvcmn, dem Rechnungsführer Dr. Frey, slvwie den Schwestern Vckrgarete Dietrich, Jda Holz und Marie Doktor die von der Stadt Frankfurt gestiftete Denkmünze für Kriegsfürsorge. mr. Frankfurt a. M.. 28. August. Der Magistrat hat eine KarrenvermittlUngsstelle eingerichtet, um so den tninderbemittelten Klasseit für eine geringe Leihgebühr die Möglichkeit zu geben, ihre Kohlen wtd das Brennmaterial nach Hause zu schaffen. Ickern Karren Wecken gleichzeitig eine Kohlenschaufel, sowie zwei große Eimer oder mehrere Säcke leilyveise nritgegeben. ^ Wiesbaden, 27. 9lug. Mit sofortiger Wirkung hat die Bezirksstelle für Obst Und Gemüse für das Gebiet des Regierungsbezirks Wiesbaden angeocknet, daß der Absatz von Aepfeln, Birnen, Pflaumen und Zwetschen nur an die Bezirksstelle erftlgen darf. Tiefe bestimmt, wohin der Versand geschieht. Edelobst kann von der VerkanfSverpftichtung an die Bezirksstelle ansgeschlossen und für den Frischverkehr freigegeben weckeir. Der Versand der fteigestellten Obstmengen darf nur nach Stationen des Regierungsbezirks Wiesbaden geschel-en. Der Antrag aus Pftaumen und Zwetschen ist vorerst nicht zulässig. Jede Obstausfuhr aus einem Ort unterliegt der Genehmigung der Ortsbo- höcke. Die Eisenbahnstatdonen des Bezirks sind angewiesen, Versendungen nur dann vorzunehmen, weirn auf dem Frachtbrief der Vermerk steht: „Versand genehmigt" und der Stempel der Orts- behörde vorhanden ist. Tie Versimdgenehmigung durch die Be-- zirksstelle an die Ortsbehörde geschieht stets telegraphisch. Ne»»npchter. Gnnordet. * In >deni .Kirchdorf« Ku se y bei Gardelegcn wurde die siebzigjährige Fvau des Gutsbesitzers Lene cke von zwei sechzehnjährigen Burschen erstochen und ihre 31 jährige Tochter ersck-osi^ft, Rckr- der lwaren beim! Betteln von Nahrungsmitteln abgennesen worden. Die Täter sind slüch.tig. Grubenunglück. * Breslau, 27. Aug. (Priv.-Tel.) Ein schweres Grubenunglück ereignete sich anr 24. August im Bergwerk der Westböhtnt- schen Bergbau-Aktiengesellschaft in Klein-Gorschütz (Oberschlesien). Es erfolgte eine Schlagmetterexplosion, bei der mehrere Bergleute vermtglücktmr. Bej denr Versuch, die Verunglückten zu retten, fanden der Betriebsführer Huisgen, fax Maschinensteiger Ludwig und der S-teigerstellvertreter Gappok den Tod. B e r l i n , 27. Aug. Der neue Eisenbahntarif, der dem preußischen Landtage zugehen wick, sieht eine wesentliche Erhöhung sän tlicher Tarife für die Berliner Stadt- und Ringbahn und nrr die Borortsbahnen vor. Auch die Preise für die Ackeitermonatskarten und die Schüler- und Nebenkarten sind höher clls bisher. * Ratibor, 27. Aug. (WTB.) Die Gesamtzahl der bei dem Grubemrnglück in Klerir-Gmftchrtz getöteten Peri>onen beträgt 10. Davon sin 7 Bergleute. Geborgen sind bisher nur drei der als tot gemeldeten Beamten. Tie Bencyingsarbeiten werden fortgesetzt. * Die Liebe auf den ersten Blick. Daß die „Liebe «ck den ersten Blick" keineswegs zu den unwirllichen Idealen gehört, läßt sich in biographischen Wecken, besonders in den Schicksalen berühmter Künstler, auf Schritt und Tritt seststellen. Liebe auf den ersten Blick rvar es z. B., wie K. Altwallstädt im nächsten Heft der bei der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart erschesnelv- den Zeftschrift „Ueber Land und ?Reer" bemerkt, die den Dichter Justinus Kerner und sein „Rickele" zusammensuhrte. Als Kerner im April des Jahres 1807 mtt Bettvandten und Freunden in die Gegend von Reutlingen einen Ausflug tmternhm, erblickte«- ein junges Mädchen, das abseits stand und traurig in die Ferne schaute. Er sprach sie mitdenr goethischen Versau, der beginnt: ,F8ie kommts, daß du ft traurig bist? . .", sie erwiderte mit dem zweiten. Vers, und damit war über das Schicksal dieser beibett Menschen bereits entschieden. Eine Licke aus den ersten Blick hat auch die Eltern der Toni Adamberger, der Körneckraut, zusammengeführt, und dieselbe Liebe verband Dhäo-dor .Körner mit der jutrgen Toni, die bereits vor der Zeit ihrer Bekanntschaft eine hoffnungsvolle Größe des Wietter §>oftheaters tvar. Man weiß, daß diese Licke ebenso tragisch' endete, wie sie glücklich begonnen hatte, da nach der 1 Jahr währendeir Brautschast der Dichter als Opfer des Vaterlandes siel. IN den Kreis dieser Bettachttmgen gehört auch die Liebesgefchsichte des atts dem Kriege 1870/71 berühmten Kriegsministers von Rvvn. Als damals große Truppenübungen in der Nähe des Ortes Grosztinz stattfanden, nahm König Friedrich Wilhelm III. im Hause des dorttgen Pfarrers Rogge eine Mahlzett ein. So kam es, daß auch Roon die Schwelle des Pfarrhauses überschritt, wo er ftftrt die Tochter des^ Pfarrers erblickte. Bereits ber seinem zwecken Besuche in der darauffolgenden Woche fand dann die Verlobung statt. Für die psychologisch interessante Tatsache, daß auch der Anblick eines Bildes das tiefste Interesse, hervorzurnfen vermag, findet sich ein Beispiel im Leben Goethes. Als der Schriftsteller Georg Zimmermann Goethe unter IM Silhouetten auch die der Charlotte von Stein zeigte, ivar Goethe sofort begeistert, daß -er darüber die Worte schrieb: „Es wäre ein herrliches Schauspiel, zu sehen, wie die Welt sich m dieser «Decke piegelt. Sie sieht die Welt, wie sie ist, Nnd d-och durchs Mckium der Liebe." 3JrIef?afictt dev CfüHoumme Anfeagen bteiben U. 60. Erlittene Bestrafungen, auch Zuchthäusstrasen mit Ab» erkennuttg der bürgerlichen Ehrenrechte, befreien nicht von der Verpflichtung zttt Uebernahme einer Tätigkeit im ^vaterländischen Hilfsdienst. Ein Zwang >der Arbeitgcker zur Einstellung besteht jedoch nicht. 5.8.60. Mit der Vollendung des 60. Lebetcsjahres sind Sic von der Berpllichtutrg zur Uebertiabme bzw. Ausübung einer Tätigkeil im vaterländischen Hilfsdienst entbunden. L. Sch. Anträge wegen Gewährung von Witwen- und Waisen- gckd, sowie Kriogsverft-rgung sind bei der Ortspolizeibehörde desj Wohnorts oder des während des Krieges gewählten UusenthaltSi-. ortes unter Vorlage der erftckerlichen llntestLagen ltz^burtsmLmde, Heirats-, Sterbeuckunde tisw.) zu stellen. Die Eittscheidung über die Ansprüche steht der obersten Milckärverwaltungsbehörde ,'KriegS- Ministerium, Reichsmarinvamt) zu. Der Antrag auf Rente kann jederzeck gestellt werden, doch Muß die Kriogsdienstbeschädigung, die den Tod des betreffenden .Kriegsteilnehmers verursacht hat (sofern es sich nicht um Verwundung handelt), bis zum Ablauf von 10 Jahren nach dem Friedensschluß sestgestellt sein. VSchenü. Aedrrficht der ToderfMe i. d. Stabt Sietzen. 33. Woche. Vom 12. August bis 18. August 1917. Einwohnerzahl: angenommen zu 33100. Sterblichkeitsziffer: 18,85 C / M . Nach Abzug von 8 Ortsfremden: 6,29°/,,. Kinder Lebens- vom 2 btß 1 ( 1 ) ES starben an Zus. erwachsene Altersschwäche 1 (1) 1(1) Scharlach 1(1) Tuberkulose der Lungen 1 1 Ruhr 1.(1) 1(1) Krankh. d. KreiSlausSorgane anderen Krankheiten des 1(1) 1 (1) Nervensystem» Krebs 1 ( 1 ) 3 and. benannten Todesursachen 3 (3) 3 1 ( 1 ) 1 ( 1 ) ( 2 ) - 8(4) 3 (3) 2 (L) Summa: 12(8) Aum.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie vick der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärt- nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Veröffentlichung des Großh. Kreisgesundheitsamts Gießen. Dr. Walger, Med-Nat. teilweise bereits beraubtere Steinsarge eines Mädchens 2. sorgfältig ansgcktasene und verschiedentlich bemalte Eierschalen. Tie Er- llärungen solcher stzmde sind ziemlich strcktig, doch scheint es sich bei dem E-recku ud in Ideen Frankenthaler Grabe um eine Versinnlft ächmg des sttstnigungs --und Sühnungskultes mit der Beigabe von Opfern zu hairdeln. Die Schutzmaßnahmen .gegen die Kinder^ tuberkulöse im Kriege. Nachdem in den letzten Friedens^ -jähre^r eine dauernde.Abnahmse der Tuberkulose-Sterbeziffer hatte sesigesrcklt werden können, !hat seil 1914 die Duberkulosemorbidität -und -mvrtalckät nftcker eine Zinnahmle lerfahren, die ztoeiselloA auf Kriegsumstiände zurückgeführt,werden muß. Im Rahmar dieser Frage ist wiederum von besonderer Bedeutung die Kindertubev- kulose, die übrigens auch vtor demf Kckeg-e keine neimenslvert^ -allgemeine Abnahme erfuhr, was durch ihren anfangs meist schleichenden und nicht leicht festzustcklenden Verlauf zu erklären ist. Da bei Behandlung in einem späten Studium, -auch, wem: nentnensivertef Fortschritte aus dem Gebiete der Tuberkulosetherapie erzielt iverd'cn sollten, die Heckung sehr sck^.ver ist^ gilt es vor altem, der jetzt geweigerten stinortu berkul ose durch. Schutzmaßnahme n im Sinne der Verhütung entgegenzuarbecken. Zu diesein Zwecke sind zuerst die btfinfaxen sckmldtt->zent Dr. fo. Klicknschnndt sich im itoteftien Heft deck Dci'schMn rbredizmiyckien Wochenschrift aussprich Ein wichtiger Fabwr für Enttvicllmrg und Verlauf der (si:krankmtg ist die Art der sßr irLhrung. (Es> 'tiwnr nicht geleugnet wecken, daß die ein- fntim- '.-chtehydraternälniing ein.m ungi'lnstigen Esiffluh auf die Tuderkulosc ausübt, doch'wäre es grundfalsch, dieftnr Umstand allein schuld «uzufchreit-en Denn J>irl • bet fraglichen Tuber kn tose- (rfrcmiu'figen ergreifen die Kttckei lrerecks im.' SäuglingSalterin ivetchien idtie Grnährnngsftrm auch> durch den Krieg nicht wesentlich! geäckert wurde, ^und auch ältere Kinder haben in vielen! Fällen wertiger unter der errffcktrgen Ernährung zu leiden, als Er- lvachsene, da zn ihren Gunsten auf mancherlei Verzicht geleistet wird. Eine -der wichtigsten SckM tzmaßnahwen liegt auf diätetischem Gebiete, es ist -kurz gesagt die Warrrung vor dem Genüsse roher Milckt,. Durch die Untersuchungen von Radi nowitsch nnd Hart wucke bestätigt, daß die augenblickliche Vermehrung der Kinder- tuberkulosefälle zu einem nicht geringen Teil durch die Zunähm^ boviner Infektftnen vernrsachit wurde. Di>e Wgrnung vor bem Genüsse utigeköckter Milch ist um so dringender, als nach immer häufig au^^^! ärztlichersecks die Darreichung ilo-her Milch an Kinder empföhlen wirld. (Asus diese Weife bildete sich, in manchen Volkskreisen die Ansch.auung, lbaß> den Kindern durch Verabreichimg roher Milch, eine besnderoe Wohltat .erwiesen werde. Nach Ansicht Dr. Klein schm idts -aber entspricht keine ärzlliche Verordnung von roher Milch dem gegenwärttgen Stand der modernen Wiffenjchaft. Schon längst habetc die Unterfuchiungen von Finkckstein, Czerny usw. den Beweis dafür erbracht, daß, auch bei Ernährungsstörungen rohe Milch, keine größeretr Borteibe bringt als -die gekochte. Auch, die! Otachitis läßt sich entgegen anders lautenden überlieferten Anichau- ungeir nicht durch rohe Milch verhütet oder Hellen, llnbedmgt. sollte in jedem Fäll das Grundgesetz befolgt wecken, daß Kinder von hustcntden Phthisikern fernzuhalten sind, vor allenr Mrder per ersten Lebensjahr.'. Darum ffk es ein Unding, daß auch heute nach in Wahllosen Fällen den erwachsenen Tuberkulösen die Art ihrer .Krankheit vom Arzte ^verschwielen ,oder umschrieben -und die Ansteckimgs Möglichkeit nickt auseinandergefttzt nnrd. In! solchen Fällen unrschreibende Bezeichnungen, wie Lungenkatarrh, Lungenschwäche, .Lungensprtzenkatarrh ustv. zu gebrauchen, statt die eintvandfrei festgestellte Tuberkulose als solche bekanntzngckien, bedeutet einen Vorscknblckstiung der Kinder tuberkulöse gegenüb^r^ Die An ßecknngsmögl ick kecken durch nr-enschliche Tuöerkelbazillenj ivurden in allen vom Kchege heimgesuchten Ländern gleichermaßen! vermehrt. Durch- die ftzialen .Kriegsverhältnisse wecken die Eltern vielfach geztvnngen, die Kinder in fremde Pflege zn geben, wick! dann die Gelegeitheit zur Jstftktton mit Duberkulose sich! leübiteck bietet. Schil>ieß5ich sdllte jeder ^lrzt bei jckem einzelnen Fall vonj Kindertttberkulose die ursprünglich'e Infektionsgnelle aufzuspilrenj suchen, tlm ihrer weck-eren schädlichen Wirkung Einhalt zu tun. - — Eine Wil hel m - vo n - S cholz - Uraüff ü h ru n g ö n f der PnVVenbü h n e. Ans M ü n ch, e n wird uns geschrieben : Die Sollner Pnppenbühne der Damen Jänsscn hat einen! Einakter von Wilhelm von Scholz, den Miagda Janssen, die literarische der drei künstlerischen Schwestern, fick die Marionetten- bühne bearbeitet hat, zur Uraufführung gebracht. Es ist d-as mystische Spiel ,„Der Besiegte", die alte Sage von einem jRitter, der ckdistle Frauen freit, sie in der Liebesnacht aber sterben läßt. Diese Geschichte dient zur Grundlage des Stückes, das in Szenen von mancher lyrischen Schönheit den Zuschauer eines^ der Liebesabenteuer des Ritters miterlebeu läßt. ?lber. menu auch die Puppenbühne gerade geeignet ersckieint, wirklichkeitsferne Stofft glaubhaft zu mack>en, in diesem Falle blick denr Zuschauer die letzte GebairTckheck des lleberzeitgtseins feru. Das Mißverhältnis zwischen der Puppe und dem vollen Organ des Sprechers wirkte fremdlich. Vielleicht sollte matt Kinder für die Marionetten sprechen lassen, männliche Vollstimnten sind jckenfallö nicht atu Platze, wenn auch so attsgezeichnete Sprecher am Werke feilt können, wie Herr .Kttpfer von den Münchener .Karntnersprelen, der die Mämtrrrollen des Stückes, unsichtbar, vertrat. Posten 6323 Schwarze Velvets und Seidensammete in allen Preislagen sind eingetroffen Kaufhaus Katzjiiistafi 14 in- und Mas! | T „ rln& * ® habeso! nn oenn es wirkt battereentötend und verhütet Darmkrankheiten Chabesofabrik Seltersweg 70 von Antiguitälen. Möbeln, ganzen Einrichtungen, Alteisen, sowie allen von mir geführten Artikeln. 2241 \ Louis Rothenberger. Achtung! liefert sofort in jeder Größe und Menge in Ens; n. Stahlblech, emailliert u.inorydiert, äußerst billig. Einige hundert Kessel am Lager. Größtes Spezialgeschäft am Platze. Großes Lager in Sfliiöi)fen,#cröc!i, Scücl= Wskk!, Wsßcleisen llilh Wilh. DiirbeckNachf. Piogstrafie 6. Teleph. 283 Hühuersutter^ Kückenfutter Vogelfutter empfiehlt 4544 ld, JPiack. Neue« BLne. Tel. SSS Telephon 1017. 6300 Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Bekanntmachung. .. Dem nach der Verordnung, betreffend Einignugs- ainter. vom 15. Dezember 1915 im Bezirk der Stadt Ele,;en errichteten EinigungSantt zur Vermittlung in Mlcts- und Hvvothckenstreitigkeitcn ist die Ermächtigung nach 81 Absatz 1 Ziffer 1 und 2 der Bekanntmachung zum Schutze der Mieter iBundesratsverord- uung vom 26. Juli 1917) durch Verfügung Großh. Mlnlfferlums des Innern vom 10. August 1917 zu Nr. M. d. J. III 19389 erteilt. Das Mietseinigungsamt ist hiernach befugt, 1) auf Anrufen eines Mieters über die Wirksamkeit einer nach dem 1. Juni 1917 erfolgten Kündigung des Vermieters, über die Fortsetzung des gekündigten Mied ^ichalttilsses und ihre Dauer, sowie über eine Erhöhung des Mietzinses im Falle der Fortsetzung zu bestimmen,- 2) auf Anrufen eines Vermieters einen mit einem neuen Mieter abgeschlossenen Mietvertrag, deffen Erfüllung von einer Entscheidung gemäff Nr. 1 betroffen wlrd, mit rückwirkender Kraft aufzuheben. Mieters (Ziffer 1) ist unverzüglich, nachdem die Kündigung lhm zugegangen ist, oder soweit sie bisher mach dem 1. Juni 1917) erfolgt ist, nach der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung zu stellen. Der Antrag kann nicht mehr gestellt werden, wenn die Mietzeit abgelaufen ist oder die Parteien die Fortsetzung des - I -- r ■*— r - - —r —^-ä'rbältniffes vereinbart haben. Gleßeu, den 22. August 1917. Der Oberbürgermeister: A«Ner, 6332 Kohlenversorguug. Der Reichskommissar für die Kohlenvertellung Hit m der B^mmtmachlmg vom 19. Juli 1917. betr.: die Brermstoftversorgnng der Haushaltungen, der Landwirt- > schaft und des Kleingewerbes eine Bestands- und Bedarfsermittlung von Brenn-und .Heiz- stoffen am 1. September d. )§. angeordnet. Die zur Ermittlung notigen Bordrucke sind in den Marienaus gabestellen am 30. d Mts. morgens von 8 brs 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 6 Uhr erhältlich — Die ausgefülltenVordrucke sind am 3. u nd 4 September d. Js. morgens von 8 bis 10 Uhr der zuständigen Markenausgabe st elle ein- zu reichen. Nicht vollständig ausgefüllte und verspätet ein gegangene Vordrucke werden als nicht eingegangen betrachtet Die Säumigen werden von der Belieferungl von Brenn- und Heizstoffen künftig ausgeschlossen. Tie Kohlenhändler haben ihre Bestände an Brenn- und Herzstoffen anzugeben, dagegen ihren Bedarf nicht. Gewerbetreibende und Landwirte haben den Verbrauch für ihren Haushalt, ihr Gewerbe bezw. ihre Landwirtschaft getremrt anzu geben „ Sämtliche Ko hl en verbrau cher. einschl. der Behörden und Anstalten. Schulen, Kirchen und dergl. — mit Ausnahme der durch die Intendanturen (Garnisonverwaltungen) versorgten militärischen Behörden und. Anstalten sowie der gewerblichen Verbraucher, die unter dre Bekanntmachung des Neichskommissars für die Kohlenverterlung vom 17. Juni 1917. abgedruckt im Kreisblatt vom 6. Juli 1917. Nr 112, fallen — sind verpflichtet, die nötigen Angaben zu machen. _. Bekanntmachung des Reichskommissars für die Kohlenverteilimg über die Brennstoffversorgung det Haushaltungen, der Landwirtschaft und des Kleingewerbes vom 19. Juli 1917. abgedruckt im .Kreisblatt vom 14 2lugu)t 1917, Nr 138, insbesondere auf den 817 dieser Bekanntmachung. wonach auch die Auskunfts- Verweigerung unter Strafe gestellt ist. wird n a chd rü ck- licbst hingewiesen und bemerkt, daß Zuwiderhandlung gegen die Bestimmung dieser Bekanntmachung nnt Gefängnis bis zu einem Jahre und mit Geldstrafe bis zu 10000 Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft werden kann. Ferner kann auf Einziehung der Brenn- stoffe erkannt werden, auf die sich die Zuwiderhandlung, bezieht, ohne Unterschied, ob sie dem Täter gehören oder mcht. 63423 Gießen, den 25. August 1917 _ Der Oberbürg ermeister: Keller. .. Die Auszahlung der Familienunter- Nutzungen an die Angehörigen der zum Heeresoienst Einberufenen für 1. bis 15 September 1917 bzw für August 1917 findet statt: a) Reichsunterstützung: lAn Diejenigen, deren Namen beginnen mit A-^H Freitag, den 31. August, ll—R Samstag, den 1. September, S—Z Montag, den 3. September ttr e J t er c Unterstützung Mietszuschuß): ^Xn diejenigen, deren Namen begiuneu mit A—H Dienstag, den 4. September, J—R Mittwoch, den 5. September, S—Z Donnerstag, den 6. September, e) An Vermieter, die Mi et betrage ab holen: Freitag, den 7. September. Die Auszahlungen finden von 8 bis 1 Uhr im Stadthaus, Zimmer 7, statt. Die Unteritützungen dürfen nur an den vorgenannten Tagen abgcholt werden 6345B Kieken, den 21. August 1917. Der Oberbürgermeister: Kelter.- I Bekanntmachung lieber den Absatz von Petroleum zu Leuchtzwecken. 'Auf die Bekanntmachung des Stellvertreters des Reichskanzlers vom 11. August 1917 Kreisbl. Nr. 144 vom 21. August 1917), wonach der Absatz von Petroleum zu Leuchtzwecken bis einschließlich 16. September d. Js. verboten ist, mache ich hierdurch aufmerksam. Gießen, den 21. August 1917. 63436 _ , Der O berbürgermeister: Keller. zftädt. Jfrbeitsnaehideis giessen. West-Anlage 31. Es können eingestellt werden: a) bei hiesige n Ar b eitge b ern: 1 landwirtschastl. Arbeiter 1 Drescher, 3 Eisendreher, 50 Bergleiite. 6 Schlosser, 2 Werkzeugschlosser. 3 Former, 10 Maschinen form er, 1 Schmied als Zuschläger, 6 Former und 6 Brenner für Dampfziegelei, 1 Spengler, 4 Installateure, 1 Gerbermeiste". l Lederzurichter, 5 Sckaeiner, 1 Sattler. 2 Polsterer.»2 Heizer (1 verheirateter Kriegsbeschädigter bevorzugt), 1 Schneider. 10 Kohlenschipper, 6 kräftige Arbeiter, 10 Hilfsarbeiter für Eisenbahn imb •o-rtbuftrie, 2 Vorarbeiter für Granaten bezw. Riodell- magazin (Kriegsbeschädigte bevorzugt), 1 Bicrfahrer, 1 Pferdepfleger, 2 Krankenwärter. 1 Hausbursche, 1 Buch-) binder. 1 Buchhalter. 2 Schneider-, 2 Bäcker- und 2 Buchbinderlehrlinge ; b) bei auswärtigen Ar beitgebern: 20 Schlosser, 5 Kesselschmiede, 1 Apotheker oder Drogist, 3 Schweißer für Metall 3 Heizer, 1 Maschinist, 3 Speng- ler. 15 Mechaniker, 3 Uhrmacher, 3 Maurer. 5 Schreiner, 1 Webmeister. 2 Kassenrechner, 70 gesunde Arbeiter, 15 Streckenarbeiter, 25 Bauarbeiter. Es suchen Arbeit: 1 Zimmermeister, 3 Buchhalter, 2 Verwalter für Landwirtschaft, 1 Verkäufer und Dekorateur für Kvnsekrion nach Norddeutschland, 1 Niann ftir halbtägige Beschäftig gung, 2 Kriegsbeschädigte für Beschäftigung, die im Sitzen aus geübt 'werden kann. Weibliche Abteilung: Es können eingestellt werden: a)bei hiesigen Arbeitgebern: 2 Munttwnsarbeiterinnen, 1 Frau für Zünderkontrollc^ 6 Dienstmädchen, 1 Küchenmädckjen. 1 Stütze, 7 Laufkranen, 1 Waschfrau: b) bei auswärtigen Arbeitgebern: 15 Arbeiterinnen. Es suchen Arbeit: 1 Frau zur Leitung einer Kantine, 1 Frau für halbtägige Beschäftigung. 4 Mädchen für Buroan, 3 Mädchen für Botendienste. Für das besetzte Gebier werden gesucht: perjette Stenotypistinnen, Maschinen- und Hand^- jchreiberinnen, '18 Schneiderinnen, 30 Frauen für Küchendienst, 6 Frauen für Wäsckjerei, 6 Frauen für Vieh. Haltung. 6344 Stadt. Wohnungsnachweis Gießen, Weft-Anl .31 Es sind zu vermieten: 2 herrschaftl. Wohnungen von 7 Zimmeni. 3 herrschaftl Wvhirungeil von 6 Zimmern. 1 Wohwing von 5Zim- mern, 1 Wohnung von 3 Zimmern, 1 Wohnung von 3 Zimmern mit oder, ohne Laden, 3Wo-hnungen von 2 Zimmern, 3 Wohnungen von 1 Zimmer, 3 LadenräuMe mit je 1 Zimmer, 3 Lagerräume mit 1 Arbeitszimmer 1 größeres Fabrikgebäude, 24 möblierte Zirmner, 2 davon nebeneinonderliegend, 8 leere Zimmer. 2 Srallräume mtti Bimchenznnmer, 1 Wohnung von 2—3 Zimmern in Bellersheim. Zu mieten gesucht: 20 Wohnungen von Zimmern. 6346 BahnhofSfrafje 34 ===== Vom 28. bis 31. August 4 gros se Lustspieltage 2. LiastsBiieSschfeagers fciditfpleSkaais Erstklass. Künstlerkapelle •# feinpikantes Lustspiel in 3 Akten, Kino-Schwank in 4 Akten verfaßt von Robert Wiene. Auf vielseitigen Wunsch heute zum letztenmal als vertagt von Ködert wiene. Extra-Einlage von 8-9 Uhr Vorführung des ge- In den Hauptrollen: waltigen Kulturfilms S!TJÄ“dÄ Sr'SS: Sie im Schild leben :: Molos ijticiiel. Diese beiden Monopol- Lustspielschlager sind das Beste, was je im Gießener Lichtspielhaus zur Vorführung gelangte. Es ist das vollendete Programm. Das titl Publikum wird höflichst gebeten, wegen des zu erwartenden Andranges in den Abend-Vorstellungen nach Möglichkeit die Nachmittags-Vorstellungen besuchen zu wollen Anfang 4 Uhr. Ende 11 Uhr. Hotel Fürstenhof Donnerstag, den 30. August, abends 8 Uhr a im grossen Saale |KONZERT für die Hinterbliebenen der im Kriege gefallenen Angehörigen des Infanterie- 6360 Regiments „Kaiser Wilhelm“ Anfang 8 1 /* Uhr Eintritt 1 Mark sind in großer Auswahl eingetroffen. Srätler Schmidt, Gießen, Seltersweg 83. 6191 5chwarz-Weiss-Theater \Versohiedene\ vreuzeitlick eingerichtete Von einem großen nehmen wird in Gießen industriellen Unter- Selterswee Sr. 81 Selterswes Xr. 81 Von Dienstag, 28. Angast bis inkl. Freitag, 31. Ansaat Sctapißls t 4 Großes See- und Wildwest-Abenteuer des holländischen Kapitäns Oliver Feer,Kommandanten des Ozeanriesen „Rotterdam“, inG gewaltigen Akten. In den Hauptrollen: der berühmte Wildwest-Darsteller und nordische Schauspieler „IA ogens Eisger“ vom Neuen Theater, Kopenhagen, und „ras a r* t h a laweHf vom Lustspielhaus, Berlin. Ort der Handlung: anf hoher See, Europa, Amerika, (Wildwest), Bndien. Hochinteressante Kaubtier-Jagden and Dressuren. Beginn der letzten Abendvorstellung 9—11 iöhr. 6340 zu vermieten. 4896 Bleichstraßo 27. LH perl. Okt. Bleichstraße 2 verm. Näheres Landgraf- PH i Upp-Plav^^^^333 Stallungen mit Heuboden, auch als Lagerraum geeignet, zu vermieten. Näheres auf dem Stadthaus, Zimmer 6198B Nr. 15. "Zimmer u. StiHie z. ver»n. 053 j 2 Nittergafsc 5. ein Einfamilienhaus für Direktorwohnuna für die Dauer von ein paar Jahren mit Vorkaufsrecht zu mieten gesucht. Schriftliche Angebote unter Nr. 6247D an den Gießener Anzeiger erbeten. Kinder!. 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