Nr. M Zweites Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag«. Beilagen: „Siehener ZamilienblStter^' und „Ureisblatt für den Kreis Siehe«". -ostjchecktonto: Zrankfurl am Main Ur. UHU». Vankverkebr: Sewerbebank Stehen. Blatt wr. Jahrgang Siehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Dienstag, 2 {. August OT ZwillingSrundoruck unD Verlag: B r ü hl'sche Unioersttäts-Bnch- u.Stsmdruckerei. R. Läng e, Gießen. Lchriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstrnße?. Geschäftsstelle u. Verlag: e^5l, Schriftlettung: «LOK 112. Anschrift für Drahtnachrlchrenr Anzeigerl^ieken. Die wirtungen des U-voot-Nrieges in amtlicher Darstellung. (5. Fortsetzung.) Angesichts der Fehlschläge bei den Streckungsmaßnah- nren und der schweren Turchsührborkeit der wirtschaftlichen 'JMmsts'prcgramme hat die englische Regierung die größten Anstrengungen nnternammen, um für die lebensnotwen digen Güter Schiffsraum zu schaffen, einmal durch Einschränkung oder Verbot der Emftchr minder wichtiger Muren, und dann durch Steigerung des Schiffsbcrues selbst auf Grund eines einheitlichen Programnrs. Die englische Regierirng hatte Kur Ersparung non ^rachtranni schon mir Beginn der Seesperre eine große Äste don mehr oder weniger entbehrlichen Waren auf- gestellt, deren Einfuhr, selbst ahne Rücksicht ans das Aus- snhrrniteresse befreundeter Länder, in England verboten wurde Nach dem Beginn der Seesperre wurden jene Bc- .schvänkungsmaßnahmen erweitert, obschon für sie im wesentlichen nur noch jene Waren übrig blieben, welche für die englische Kriegs- und Volkswirtschaft eine ertsebliche Beden S haben. Dennoch glaubte die englische Regierung aus m Gebiete rücksichtslos Vorgehen zu müssen. So wurde z. B. die Einfuhr van Leder, Papier, Erz und vor allein von Hollz, einschließlich des Grubenholzes, zur Ersparnis von Frachtrannl eingeschränkt. Auf der' anderen Äite wurde aus einzelne Zlneige der Zufuhr, vor allem auf die B^r sorgung mit Getreide, Frachtraum in so starkem Maße konzentriert, dag die Einfuhr von Baumwvtle, Wolle und Oel und die Ausfuhr von Kohle und Baumwollfabrikaten trotz dereri Wichtigleit für das englische Wirtschaftsleben erheblich litten. Heute zeigen sich bereits die Wirkungen dieser Maßnahmen, die selbstverständlich darin bestehen müssen, daß einzelne Bersorgungszweige in dem gleichen Maße der Knappheit aus gesetzt werden, wie man sich bemüht, andere reichlicher mit Frachtraum zu bedeitken. So wurde nach der „Morning Post' vom 18. Juni 191? von einem Vertreter der englischen Regierung zugegeben, daß die Herausziehung von Schiffen, welche bisher der Neischversvrgung dienten, zwecks Heranschaffung von Getreide ein Grund für die verstärkte Knappheit an Fleisch und die hohen Fleischpreise sei Ebenso haben die Fachblätter des Holzha-iidels sowie die des Bergbaues und der Eisenindustrie in letzter Zeit wiederholt und nachdrücklich darauf hingewiesen, daß eine iveitere Beschränkung der Einfuhr fremden Grubenholzes den englischen Kohlenbergbau in unabsehbare Schwierigkeiten bringen würde. Ani verhängnisvollsten abet ist die Einsuhr- politik der englischen Regierung für die Bauinwollindustrie oewordeu, in welcher heure der Rückgang der Erzeugung dre Unternehmer und die Arbeiterschaft gleichzeitig' mit schweren Verlusten bedroht. Die Einmischung der Regierung in die Verhallnisse der Textilindustrie ist gerade in letzter Zeit von den Interessenten als äußerst gefahrvoll mit dein Hinweis daraus abgelehnt worden, daß einzig und allein eine Erleichterung der Frachtraumschwierigkeiten für die Einfuhr von Rohbainnnvolle Abhilfe schasfeii könne. Gerade aber diese kann die englische Regierung nicht gewähren, wenn sie an ihrem Programm, Frachtraum für andere Zwecke.lserauszuziehen, festhalten will. Was aber die Baum- molliirdiffkrie für England bedeutet, geht daraus hervor, daß dre Ausfuhr von Bammvollgcrrn und Baumwollsabri- katen im Jahre 1914 ca. 25 Prozent des Gefamtaussuhr- verbotes des Vereinigten Königreiches betrug. Die Gefahr einer Beschränkung dieser Industrie liegt also' nicht in erster Linre in der Verringerung der Produktion für den heimischen Bedarf, sondern darin, daß gelvaltige Arbertermassen ihre Betätigung verlieren, die anerkanntermaßen nur teilweise und unter Schwierigkeiten anderweitig verwandt werden tonnen. ü*t* Stadt **nö Land. ' Gießen, 21. August 1917. .** Sichtspiel Haus , Bahnhofftraße 34, Ab heute bis ein- MneMrch 23. AüMst treten Professor Leon Rains, Kgl. Sachs. Kammersänger und seine Partnerin Martha Novell i mit hervor- ragender Darbietung in der Filmtragödie in vier Akten „Unheilbar" aus. Das Programm wird vervollständigt durch ein humorvolles Lustspiel m drei Akten „Die Firma lacht" von Charly Met- tinger und Oskar Paulsen. Ab Freitag, 24. August, wird „Die im Schatten leben" oder schuldlos geächtet, ein Kulturfilm der Gegen wart gegeben. Ihr der Hauptrolle spielt Ellen Richter. * Ll chw a r z - Weiß- Theater, Seltersweg 81. Diens-, tag, den 21., bis einschl. Freitag, den 24. August, wirkt einer der grüßten Ebarakterdarsteller Deutschlands im Film, Friedrich Zelnik vom Theater Königgrätzer Straße Berlin, in seinem ergreifenden Lebensdrama „Ter Einsiedler von Dt. Georg", ein seltsames Menschenschicksal in vier spannenden Mten. Außerdem ein reichhaltiges Beiprogramm. AL Samstag tritt Mar 7 a O r s k a , die elegante Filmtragödin, in ihrem glanzenden Lübes- !und Lebensdrama „Ter Sumpf" auf. Kreis Büdingen. 4 Ortcitberg, 21, Aug. Jer Krieg hatte auch in unserer Gemeinde schon eine sehr rege Kaninchenzucht entstehen lassen, doch ms-olge der fehlenden Juchtkenntmffe gab es viel Mißerfolg und Verdruß. Um Vo erfreulicher war es, daß gestern einmal einer der besten und erfahrensten Züchter der Umgegend, Herr V ö l - sing von Nidda, aus langjähriger Erfahrung heraus im Gasthaus zur Post einen Bortrag über „beachtenswerte Winke in der Kaninchenzucht" hielt. Redner behandelte vor allem du verschiedenen Rassen, empfahl am meisten die Silbe r- taninchen, ferner gab er Mittel bei den verschiedenen .Krankheiten au und ^Anleitung über den Bau empfehlenswerter Ställe. Zum Schluß schlossen sich die aus dem ganzen Niddertal erschienenen. Züchter zu einem „Kan inchenzuchtverein N rvde r tal" zusammen und wählten Gerichtsvollzieher Geschke z,nm Vorsitzenden des neuen Vereins. Kreis Laulerbach. = Lauterbach, 20 Aug. Ein interessanter Prozeß, der mit unserer- r-tadt bezw. der hiesigen Molkerei in engstci Beziehung steht, kam heute vor dem Frankfurter Schöffengericht zuni Austrag. Dü Molkerei stellt ihren Mitgliedern täglich ein Pfund Käse zur Verfügung. Ta diese Niengc nun nacht täglich verzehrt wird, kaufen Händler dü überschüssige Ware auf und liefern fre an Käsehändler in den Gvoßstädten. Auch der Frank-, Kaufmann Ho fl er b^zog solchen Käse, das Pfund für 1,90 Mi. Er verkcprfte die Ware für 2,20 Mk. weiter-. Trotz dieses^ nicht übermäßigen Gewinnes mußte Höslcr sich wegen! Ueberschreituug des Höchstpreises verantnwrten, weil sich bei der llntersuchung aus dem Frankhirter ahrungsmittelamte herans- stellte, daß der- hiesige Käse nur geivöhnlicher Magermilchkäse ist, für den ein H ö ch st p r ei s v o n 6 l) P f g. fest gesetzt ist. Die Molkerei läßt sich für das Pfuiu, jedoch 1,10 Mk. bezahlen und ver- nchert, daß der Käse zehn Pchotzent Fett eitthalte, ivovvn inan p'ranksstrt bei der Untersuchuitg nicksts gesuitden haben verurteilte Frau Berg in von hier, die den Verkauf nach Frankfurt vermittelt hatte, wegen Kettenhandels und Höchstpreisüberschreitung zu 100 M. Geldstrafe, den Kaufmann Höfter in Frankfurt zu 50 Mk. Kreis Friedberg. -- Friedberg, 20. Aug. In der Zuckerfabrik Wetterau wurde der drer Zentner schwere Treibriemen, der den ganzen Betrieb m Bewegung setzt, von unbekannten Dieben gestohlen. Kreis Wetzlar. ^ ™ lzböden, 20. Aug. Zu Gefreiten wurden befördert der Wehrnianit und ^-ahrer Ludwig Schwarz, bei einer Muni- tionsk'olionne, und .der Pionier Ehristian Bepperling, bei einer Etsenbahnbaükompagnie im Felde, beide sind im Besitze de^ Eisernen .Kreuzes 2. Kl. Adusketier Ferdinand Gilbert wird seit emtgien Wochen als verinißt gemeldet. Hrssm-Nassau. Nied a. M , 30. Llug. Wrgermeister Franz Simon ist heute vormittag plötzlich einem Schlaganfall erlegen. Ter Verstorbene, der ini 63. Lebensjahre stand, hat länger als 26 Jahre hk (vememde mit kluger Umsicht und reichem Enfolge geleitet ^?ben-Stolzenberg, 20. Aug. Auf dem Heimweg von der Weide imirdc der 15jährige ^studols R u p p e l vom Blitz erschlagen. s.er tödliche v 2 trghl drang in die Spitze eines anfgespamiten Regenschirncs und durchfuhr'dann den Körper 'vom Kopf brs zu den Fußspitzen. ra. Viom W estc rwald , 20. 3tug. Im Frühjahr 1915 wurden m verschiedenen Gemeinden des Kreises Westerburg die vorhaudeneu Viehweiden geebnet. Die Steine, die einen großen Teil der Weiden bedeckten, wurden verstmt, mw dü sumpfigen- Stellen ' trocken gelegt, per Erfolg dieser Arbeiten Hai sich bald gezeigt po verkaufte ictzt die Gemeinde Elsoff das Gras von einem kleinen Teil der Viehweide und löste daMr nobezu 3000 Mark inoaegen sickf die Gemeinde vor der Ebnmig der Weide mit einigen hundert Mart begnügen mutzte. Mag,die hohe Einnahme auch zum Teil den hohen Kriegspreisen zuzuschreiben sein, sicher ist, datz die Ge- meinden durch dre Meliorationsarbeiten eine große 'öcehrein- nahme haben, zumal dex Staat dü größte Last des Koslenaus- wandes getragen hat. Mngessrndt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik fteheiiden Artikel übernimmt me Redattion dem Publikum gegenüber keinerle Verantwortung.) Gießen, den 20. August 1917. Als Bewohnm- der Ludwigstraße kann man fast läglict sehen, wie unsere jdeutsche Schuljugend mit großem Vergnügen den Kriegsgefangenen das sGepäck von und zur Bahn fährt. Die Landsturmmänner dulden düs ohne Weiteres. Ob unsere arinen kriegsgefangenen Soldaten von der feindlichlen, insbesondere der französischen Jugerrd auch so Mt behandelt werden, dürft- sehr fragliche sein!! —