w. m • Zweit« Matt £i1d)«nl »glich rnü Ausnahme de- Sonntags. Seilagen: „Sietzener ZamMenblStter" und „Kreüblott für 6eu Ureis Siehe«". öostfcheckfonlo: 5ranffnrt am Main w. NHKb. Vonkoerfehr: Sewerbebatt Sietzea. \bZ. Jahrgang ießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Montag, 20 . August M 7 ZwillingSrunddrutt und Verlag: Brüh l'sche Unwersttäts-Buch-u.St' mdruckere^ R. Lang e, Gießen. Lchriftlertmig. Geschäftsstelle und vrurkerel: Schulstraßc?. Geschäftsstelle u.Verlag: Schriftlettung: 112. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGtißen. vie Uartoffelversargung im Wirtschaftsjahr fynjl8. Au7 Grund der Verordnmrg vixx die Kartoffelversorguug im 1917/18 .vom 28. Juni 1917 sind mmmehr voll dem Präsidenten des Kriegsernährungsamtes die crforderlick)eti Anordnungen ergangen. Die Versorgung der Bevölkerung mit Speise- kartosfeln aus der Hcrbstiartoffelcrnte 1917 wird vorläufig dahin geregelt, daß der Wöcktenkopfsatz der versorgungsberechtig den Bevölkerung bis zu 7 Pfund Kartoffeln beträgt. Dieser Wdck)en- kopffätz ist stir die Kömmunalverbände, die mit Kartoffeln beliefert lverdeu, lediglich ein Berechnungstuaßstab. In welchem Umfange die Llbgabe in den Kommunal verbänden erfolgt, bleibt diesen überlasserr. Sie können die Ration je nach den örtlichen' Behältnissen nach Altersstufen, unter Berücksichtigung der Arbeitsleistung, oder tu anderer Wbisc Versäst edel i hoch bemessen. Die örtliche Regelung ist hierbei nur insoweit beschränkt, als der durchschnittliäie Wochenkopfsatz von 7 Pfttw Kartoffeln nicht überschritten werden darf. Um die Ernährung der Bevölkerung mit ^bartoffeln uttter allen Umständen, insbesondere auch dann zu ge- w-ährleisteu. wem: die kvmmeirde Herbstkartoffelernte wider Erlvar ten gering sein sollte, lvird ferner bestimmst, daß die gesamte Kartoffelernte für die öffentliche Bewirtschaftung sicherzustellen ist. Der Landwirt darf von seiner Kartoffelernte nur den eigenen Speifekartoffellredarf befriedigen und nur die kleinen, ein Zoll nicht erreichenden imt> die migesunden Kartoffeln an sein Vieh verfüttern. In Trocknereieu und Stärkefabriken dürfen mir die selbstgezogenen Kartoffeln verarbeitet werden. Als sclbstgezogen gelten dabei auch die Pflichtkartoffclu der Genossenschaften und Gesellschaften. Das aus dieser Verarbeitung gewonnene Trockengut ist ohne weiteres beschlagnahmt und soll eine Reserve für Frostperioden bilden, in denen Frischkartoffeln den Bedarfsbezirken nicht zugeführt werden können. Auf Spirits werden Kartoffeln nur zur Deckung der Anforderungen der Heeresverwaltung verarbeitet. Triukbrannt- wein für die Zivilbevölkerung wird aus Kartoffeln nickst hergestellt. Der durchschnittliche Wochen ko pffatz von 7 Pfiirrd ist zunächst nur vorläufig festgesetzt worden: die endgültige Regelung kann erst geschehen, weirn Ansgang November durch genaue Bestandsaufnahme ermittelt worden ist, welchen Ertrag die Herbstkarlosfelernte gebracht hat. Zu dieser Zeit kann auch erst entschieden werden, ob dem Landwirt weitere Mengen, als jetzt bestimmt, zum Verbrauch in der eigenen Wirffchaft freigegebcn Werder: können. Daß eine solche Freigabe außerdem unter allen Umständen erst dann erfolgen kann, wenn die Wiutereindeckung der Bedarfsbeziike mit Kürtoffeln völlig gSvährleistet ist und darüber hinaus genügende Mengen für die Versorgung der- Bevölkerung mit Kartoffeln im kommenden. Frühjahr vorhanden sind, ist selbstverständlich. 'Die Kontrolle darüber. daß Landwirte und Verbraucher den Vorschriften entsprechend die Kartoffeln verwenden, wird durch Einführung der Wiirtschafts- kartc, ähnlich wie beim Brotgetreide, und durch die Kartosselkarten geregelt. Die näheren Bestimmungen treffen die Bundesstaaten. Sie haben als Aufsichtsbehörden über die zur Lieferung verpflichteten Kommunal verbände dauernde KontrvNe sowohl darüber zu führen, daß die Sicherstellung der Ernte innegehalten wird, daß der Verbrauch der Kartoffeln beim Landwirt und beim Einpfangsverbandi den Vorschriften entsprechend erfolgt, und daß die zur Lieferung von Kartoffeln verpflichteten Verbände ihre Lieferungsauflage gleichmäßig und restlos erfüllen. Von Reichs wegen wird daneben eine sckzarfe ständige Kontrolle durch Sachverständige in allen Kommunalverbänden gehandhabt werden. Aus der Kartoffelernte dieses Jalzres muß das nötige Saatgut für das Jahr 1916 beschafft werden. Die Saatgutes ctzaffwig regelt eine Bundesratsverordnutrg, die nunmehr gleichfalls erlassen tst. Danach find Verträge über saatgutliefermrg nur zulässig, ,venn cs sich unr solche an Landwirte oder Kvmmunalverbändc handelt. Sie müssen bis zum 15, November 1917 abgeschlossen sein. Soll das Saatgut ans einem Kommunalverband in einen anderen geliefert ivcrden,. so bedarf der Vertrag der Genehmigung, die erteilt werden muß, wenn es sich um Saatgutdeckung für Landwirte oder Konimunalverbände handelt, und tvenn die Richtpreise eingehalten werden, die von den landwirtschaftlichen Berufsvertrerungen (Landwirtsck>aftskammern usw.) oder von den Landeszetttralbehörden ausgestellt sind. Das aus einem Kommunalverband in einen anderen Kommunal verband gelieferte Saatgut wird beiden Verbänden an-" gerechnet. Die Lieferung der abgeschlossenen Saatguttnengen darf auch nach dem' 15. November erfolget!. Auf Kartoffeln, über die bis zuml 15. November Berrräge zur Saatgutliefertmg abgeschlossen sind, darf, wenn die Verträge die Genehmigung gefunden haben, für zopeiselartoffeltieferungen seitens der Behöben nicht zurückgegriffen werden. Anerkannte HoMuchten sollen, uni sie für Saatzwecke zu erl>alten, auch dann für Speisezwecke nicht in Anspruch genommen werden, ivenn am 15. November Verträge über sie nicht vorliegen. Der Handel ist bei dem Verkehr mit Saatkar löffeln als Vermittler zugelassen. Bei der Lieferung der Speisekartoffeln hat der Handel als Aufkäufer und Abnehmer in möglichst großem Umfange tätig zu fein, außerdem liegt ihm in den Bedarfsbezirken die Zu führung der Kartoffeln an die Verbraucher ob. Die ^Preise für die Speisekartoffeln regeln sich nach den Vorschriften der Bundesratsverordnung vom 19. Mär^ 1917. Zur Durchführung der Winter ein d^ckung wird vorübergehend ein mäßiger Zuschlag, auch für die Anfuhr an die Verladestation, festgesetzt werdet. Die Bemessung der Kleinhandelshöchstpreise ist Aufgabe der Kommunal verbände, denen in dieser Beziehung LlrenzVorschriften nicht gegeben werden, da je nackt den örtlichen Verhältnissen die Kleinlandelspreise verschieden gestaltet werden müssen. Die int Kleinbau gezogenen Kartoffeln von Flächen bis zu 200 Onad rat Metern sollen den Kleinanbauern restlos belassen wer- den. Erforderliche Ausfuhrgenehmigungen müssen erteilt werden. Den: KommuNalverband steht es frei, Sie Kartoffeln auf den Bedarfsanteil des Kartoffelerzeugers, seiner Familie und seiner sonstigen §)aushaltungsangeliörigen teilweise anzurechuen. Findet die Anrechnung statt, so sind dem Klein anbauer von seiner Ernte dc^ Saatgut und mindestens IE Pfund pro Köpf und Tag für das ganze Wirffchaftsjahr frei zu belassen. Ariegsbriefe aus dem westen. Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Das Verhältnis zwischen den belgischen und englischen Soldaten. Ist Flandern, 12. August 1917. Vor kurzem erschien über der volkreichen, arbeitsamen Stadt Gent am stellen Tage ein Flieger, senkte sich bis ans etwa 200 Mter Höhe über die Straßen., so daß jedermann sein englisches Mzcichen deullich erkermen konnte, utrd warf feine Boinbe mitten in eilten! Häufelt vlämisckter Arbeiter, die dicht gedrängt vor dem Tore ihrer Fabrik standen. Die Bombe war ein Blindgänger. Wäre sie geplatzt, so hätte der Engländer wohl ein halbes Hundert seiner belgischen Verbündeten. friedliche Zivilisten, getötet und verstümnrelt. Gleich nach dem Abwurf feuerte der Flieger mit seinem Maschinengewehr zwischen die Arbeiter, schoß aber schlecht und verletzte niemanden. Er hatte dann Mich hohe Eile nnd versuchte zu entkonrmen, lmlrde jedoch bald heruttergeholl. In Gent war die Erbitterultg über bicfen Uebersall imbe- schreiblich. Als der Engländer, von den deutschen Schvazniells vev- rolgt, verschtvindcn wollte, riefen ihm die Getter. unb^küntmert um die deutschen Zuhörer, mit geballten Fäusten laut nach: ,.Erft wemr der Teufel den letzter Engländer geholt hat, lverden die Volker wieder Frieden haben!" ,Der Engländer hatte inzwischen, da ein Schuß seinen Motor verletzt lxllte, :m Glertflug auf freiem Felde landen müssen. Nach früheren Erfaltrnngen wäre anzunehmen gewesen, daß er sofort flüchtetl und bei Landeseinwvhärern Zivilkleider erbitten würde, ^teser Flteger aber ging dem ersten deutschen Posten entgegen und gab sich gefangen. Auf Befragen erklärte er später: „Nein, ich hatte keinen Belgier um Hilft gebeten. Mit der Bande will ich nichts zu schaffen haben. Es ist schtimnr genug, daß man sie im Felde als Kameraden und Verbündete biehandeln muß." , y .Gachiffächlich in dem Frankreich gehörenden vlämischffprachigen Gebilden, sind ähnliche Maßnahmen notig geworden. Sv dilrfen z. B. selbst in größeren Städten Fränzösisck-Flanderns, so in Vlämrsck>-Caffel, dre englischen Soldaten die dort in Ruche liegen^ m-r tvfönnrote, überwachte Wrchschaften und auch diese nur mit einem beso-lderen Erlaubnis- sckeirre besuchen. Kein englischer Soldat darf den „Rapvn" der belgischen Arnree betreten, und andererseits wird jeder im Gebiete englischer Divisionen ohne dienstlichen Auftrag betroffene belgische Lvldat bestraft. Wie fft es lieblich, wenn Ententebrüder eintrÄbtig beiernander wohnen! Diese Vvrsichtsmaßregebt habet: nicht verhindern können, daß zwtscheu belgischen und encstijchen Soldaten inrmer öfter Schlägereien flattfinden, bei denen es Sckwerverwtmdete und auch schon! -vote gegeben hat. Die Belgier behaupten, ,daß die Engländer nur dann sINut hätten, anztttretetr, wenn .sie in großer Ileber- zahl seren. Außerdem seien sie berüchttgte Messerhelden, die sich der den Raufereien mit Vorliebe eines langen Taschenmessers^ bedienten, an dessen anderem Heftende ein Pfriemen sei, ruft dem sie schwere Lmtgenverwundimgen beibrächten, llebereinstim-i tuend bekunden die belgischen Gefangenen, daß bei den belgischen Loldaten keine Lpur von Haß nrehr gegen die Teutschetr vor-, Händen sei, das sei lange vorbei. RLan Wisse sehr gut, daß die belgischen Gefangenen es tbegen ihrer Ansb'lligkeft 'tmd Arbett- amreil in Deutschland gut hättet: und daß die deutsche Verwaltung Belgien nicht unnöttg bedrücke. Es hat sich schnell hernmgespvochen, i d«ß ieder gefangene Belgier, ehe er nach Tetttschland abgesührt wrrd, den Besuch seiner Llngehörigen empfangen darf, und das hat auz den bei iVlawen und .Wallonen gleich ausgeprägten Famtliensinn einen großerr Eindruck gemacht. Ebetrsv genau tveiß man rm belgischen Heere, daß die.helgisckwft Flüchtlinge in England als lchtige Mitesser behattdelt tverden. 2luck) dort tont nren fortwährend Schlägereien zwischen belgischen tmd.englischen Arbeitern vor. Die Belgier bchairptetr: Ber einzige Grund sei der größere Fleiß und die Sparsamkeit des belgischen Arbefters Der Ausgang dieser Streitigkeiten vor den englischetr Gerichten Pt immer derselbe: der Etrgländer tvird freigesprochen, der Belgier ztvangsweise in die Arrnee gesteckt, Ivo er seiner Meinung über die Eigenschaften des englisckien ^Verbündeten tmd die englische Rechtspflege freien Ausdruck gibt. Im belgischen Heere, wo man lange getmg Schulter an Schtll- 1er tnrt dem englischen Berbündetetr gestandet: hat, roeiß man ihn also allmählich richtig zu schätzen. Aber auch ffn besetzten: Gebiete, wo früher der „ettglische Befreier" mit eitvem rvnrantt.-, Ichen Glanze ttmwvben und wo man — die guten Brüsseler tatet: sich darin hervor — ftnmer von neuem enttätffcht, feinet: Entztm Woche im: Wock>e eruwrtcte, hat es längst zu taget: angefMigen Als der „Befreier" gar Mcht kotttMen UHltte, begann auch' bei den Belgiern der Glaube an die ettgllsche Alllnacht. der hiev vor dem Kriege fester gewuvzett tvar als anderSwv, allmählich ztu schvindcn. Dazu lziabet: die deutschen Unterseeboote tückstig mttgeholfetl. In den Städten Mestflanderns, lvv vor dem Miege Harke englische Kolottiet: von Mffkätcfern wrd Agetttetr des Lein-; wandhaitdelS usw. gewohnt hattet:, begamt mau sich ans eininal nüchtern darauf zu besinnen, daß diese Engländer eine allgeineft: unbelebte, hochnäsige Gesellsck-aft gewordet: warn:, die gcur tntter sich oevb'hrt unh. die übrige Gesellschaft gemieden hatten, wie ste von ihr gemieden worbet: waren. Und „ratr dachte auf eininal darüber nack>, ob nickst das Sprickuwort, welches der Belgier fniher auf ben englischen Kaufttanr: geprägt hatte: „?o.uzourk prenckre ivmais renckre," vielleicht mit detnselben Reckst für die englisckte Dolrtik gllt. Uebrigeirs toiffet: die. Belgier als hellltörige 'Leutg seit der Lvntme- und Aistte-Offensive gaM genau:, n>ie von der Gillette befreite Städte wusschen. uud sie haben daher gar keüte LuK, Albende, Brügge, Gettt, Thmrwnt, Thvelb, Teinze, Kur- tryk, Roeffelare ,/bcfveven" zu laßen. W. Scheuer mann, Ktckegsbierichtvrftatter getiten und htt zu einer beträchtlichen Einschratckuttq von Be- lEben Anlaß gegeben, um so mehr, als gleichfalls die Msftchr der Fabrfttte ^durch den Frachtraummangel auf daS stärkste ein- gemgt wtrd.^ Lw meldet „Daily Telegraph" vom 13. Juli 1917 ttls Manchester, nach Ansicht der HandelSkreise habe die dortige Bestandsauftahnie der Baunovollbestände nicht befriedigt m:d die Baumwollkottrollbehörde würde di^ Einschränkung der Erzetrgmrg empfehlen, so daß die Spimuneien tmr atr vier Tagen wöchetttli'!- arbeitet: kvürden. AuS der Wollindustrie berichtet der „Econvmist" 14. Juli 1917, daß viele Verbraucher von Wolle sich dein: englischen KrisgSamt darüber beklagt hätten, daß sie bei den ihnet^ gemachten Zuweisungen ihre Betriebe nur bis Ende Atrgust aus- recksterhalten köntten. c- ^ ^oiä)e Attzeichen für die Knappheft der Vorräte in England )rnd hette mcht nur auf den hier genatrtten, sondern auch guf zahl- ^rchett atwerett Gebieten vorhanden. Welche Versuche ,'iiid mm i't, Englaatü) geniacht worden, um die Katastrophe der dauernden Vorratsvermmderung abzuwenden? r ^^^^bcholt htt die englische Rogierutig tmd ztvar schon sehr vaw nach dem Begitm der Sreiperre erklärt, daß sie eine Ratio- nrerung der Lebensniittel vornehmen müsse, tvenn das enchttckn ^ fteiwlllig seinen Verbrauch erheblich beschränke.. 7lbec mche Warnung hat trotz eiftigster Propaganda so ivenig gefruckstet, dafl m ferner Rede am 16. Jun: 1917 Eaptain Bathurst als Ver- tteter des Ernährungsamtes erklären mußte, die Verringerung de-^ Bvotverb^ruchs habe jm letzten Mv-nat im Vergleich zu bm ^Iconat Mm 1916 mir 1 Prvzett betraget:, tvährend das ganze imtsette ^ahr, verglichen mit dem Vorjahre, bis zum llRonat Mai eu:e Weigerung des Brotverbrauchs ergäbe. Trotzdem, und obscbot: der Rur nach einer Rationierung in . Eirgland von den ver- lchtedeniten Leiten laut erhoben worden ist, htt die Regierung von der Durchführung einer solchen Maßnahme ?lbstonü genommen. W es ttm müisen, weil sie sich nicht zuzutrauen scheint, die tectznrschet: Lchwterrg'kettet: eines solchen Verteiltrcrgsfystems zu metstern. Deuffchland htt ntat: die Verteiluttg der LcoenS- mtttel Und Ntohflvffc ttp Grutck) einer Kriegserfahrung von meh- rern: Zähren mt kriegstvirtschaftllchen Organisationen ans- und ausbauen können. In England müßte man das Rativniertmas- ft'^m m kürzester Zeft für alle Nahrutigsmittel durchführen, tvenn ttiü,^ die zwangstveise Eitischränkntig ftteS Verbrauches einzelner ^Nahrungsmittel sofort zu einer entsprechenden schärfet: PreiS- fteigcrtmg und Hamsterei hltern trnd ^anGettverschemungeii hervmgerufet:: doch hat die da- Awere Beunruhigung die Regicning nrcht zu vernvockst' Fbh'ckw in Aussicht ztl stellen: der Grtind ^ ÄfLlrcLr Lg. ' ^Emdfwi-n ^ die amriieft' Regi«imq ^fr -'cahcung-.tnrttelsovgen Herr zu werden: durck' Steigeruna der Erzeummg un etpoi ßmtbc. Sic htt zu diesem Zwecke am, . d - t lau Agrarprvgramni entwickelt, dessen Siel Vorläufig htt die Bertvnklichung dieses Prvgrmmnes tvvbl ^ikderttistcktüsse. Versa tu ml ungen und Reden, dagegen tveing greifbare Resultate und sehr >ch>vere Bedenken gezerttgt. Die Wirkungen des U-Voot-Urieges in amtlicher Darstellung. (4. Fortsetzung. « , Was die, migcht. io ift atre bisb« ntxh wcht dagewesene Tswenmg von RoybaulUwove in Engtzrnd ekn- die Vertreter englrsckter Agrarkreise, an der ^..>^llchen Landimrffchaft, Lord EI?aplln, er- S ^.Durchnrhrung des PrograurmeS, etwa 1', Millionen Hektar Weideland in Äckerlatid ttnzuivmrdeln, nur unter ganz be- Boraussetzutigen möglich fit. Schot: ff^«dlichet: Verhcllttnsjeti. in tvelchen für eine derartige lim- der eng1t,chen Landivirtsck-ast eine lttige Zeitspaum an **** «s a«vagt erscheLn, die E tt» zur übernnegenden Weftewirffchtft durch itaatliche Emgrrffe pllotzltch ruckgatigrg zu macl>eti. Fn jetziger Jen ^KerS an landwirtschaftliche', Arbeitskräften «nchrlesaLpeter, an Maschinen, (träten unr. (rn do: Plan itei Regierung als utopisch ersstieineu Jli der ^ornrng Post" vour 29. Mai 1917 schrrilst Lord ^ndlip den morsten Tellen Englands, \wnn tnckst in allen, ift da-> ^and mfr mix der ^>vobnllchen. sondern .ruch der gekernte!i Arbeitet beratilst worden. Die Pfle.ge lx» Ackerlandes ist inftl ge dessen in Wms> ;restttken uud die produzieren den Kräfte X- BcHetrS fiabeii itisolgede,teii etwnn abgenomucen. Es maq vergleich-> werte letckst se^n, g roße Fläck>eti von Weidetzrnd unter Hin uczielLuig Dampfmaschinen mnJtll^chm aber ^ ll^^gltch obdcr etitsprvchetide Zttwachs an lvimischen Zerealieu firr det: Herbst 1918 m rrge,Weiner We.se den An-gaben at. M.t ' I**' 11 n l£iL ie $ cn uh'Wk von anderen Quellen abgeleitet »verden müßten." s^^kzhs. allmählich entstandene bis dahin nur kleinen Kreisen des Voses und der obersten Behörden zugängliche Sammlung zur allgemeinen Benutzung freigegeben hat. Die Bibliothek plant seiner durch eine Ausstellung von kostbaren Handschriften mit Rdiniaturen, alten Drucken und bemerkenswerten Einbänden zu gedenken. Landkreis Gießen. ** Klein-Linden, 20. Aug. Dem Musketier Wilhelm Weller, Sohn des Bahnarbeiters Karl Weller, wurde wegen Tapferkett bei einer Sturmabteilung im Westen die Hessische Tapfer- kettsmedaille yerliehen. ** Münster, 20. Aug. Zum Unteroffizier befördert wurde der Gefrette Heinrich Sieg, der sich zurzeit in eurer Unterführer- schule befindet. ** Watzenborn, 20. Aug. Pionier Carl Pitz erhielt die Hessische TapHerkettÄnedaille. Kreis Büdingen. * B o r sdor s, 18. Aug. Der Reservist Gefveiter Otto Doll, der einem Oldenburgrschen Infanterie-Regiment zugeteilt ist. wurde mtt dem Oldenburgifchen Fanedrich-August-Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet. Doll ist bereits Inhaber des.EHrrnen Kreuzes zweiter Klafft wrd der HefKÄen äTTT® vulltv lirUUf. e. LauzenHain, 18 . Aüg. Schulverwaller Raus ch erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. — Deüi Lehrer H. Meckel pon hier wurde die Hessische TwserkettSMedaille verliehen. rr. Schlitz, 20. Äug. Trotz der bisherigen ungünsttgen Witterung ist die gesamte Kornernte sowie der größte Tell der Wlerzen- und Gerstenernte im Schlitzerland bereits geborgen. Nur die Verwaltung des hiesigen gräflichen Gutes, das etwa ein Drittel der Gesamtgemarkung ausmacht, ist noch im Rückstände. Wenn auch hier und da etwas Frucht ausgewachsen ist, so ist doch dieser Schaden gegenüber der reichen Kornerernte ganz verschwindend. Auch der Hafer steht zum Teil schon auf Haufen, während man mtt dem Schneiden des Restes noch beschäfttgt ist. Kamen die fortwährenden Regengüsse für die Ernte unerwünscht, so waren sie anderseits dem Wachstum der Hackfrüchte, besonders auch der Kartoffeln, recht zuträglich und förderlich. Auch die Wiesen, die noch vor we- nigen Wochen infolge der Dürre teilweise braun gebrannt wann, zeigen sich jetzt in frischem, üppigem Grün, und es kann infolgedessen, entgegen allen früheren Befürchtungen, mtt einer recht guten Grummeternte gerechnet weiden. Kreis Schotten. B. Burkhards, 20. Aug. Lehrer Ludwig von hier erhielt in Anerkennung seiner fleißigen Mitarbeit bei den mancherlei Ausgaben des Krieges das! Vevdienstkveuz für Krirgshilse. O Gedern, 17. Aug. Unserem lOrtsgeisttichen Hofprediger Widmann umrde vom iKaiser in Anerkennung seiner beson-, deren Verdienste Um die WerbetätigSett für die Kriegsanleihen das Königl. Preuß. Verdienstckveuz für Krie-gshilse verliehen. — Die bisher anhaltende feuchte Witterung mtt ihren alltäglicl)en Regen fällen hat der zum Dell noch äricht eingebrachten Frucht nicht unerheblich geschadet. Das geschnittene Getreide fängt vielfach an zu wachsen. Ter Dtrohertrag ist auch ziemlich gering da die Frucht infolge des Auswinter ns dünn steht: der Mrnerertrag ist jedoch gut. Ter Stand der Hackfrüchte sowie der Kartoffeln ist günstig. Heute scheint sich ein W-ttterungsumschlag vorzubereiten, der den Landwirten sehr ernmnscht und unbedingt notwendig ist Kreis Friedberg. e. GaMbach, 19. Aug. Lehrer Gö bel von hier, gebürtig aus Hartershcmsen. wurde dos Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen. Er steht jals Leutnant bei dem Heere und ist bereits Inhaber des Eisernen Kreuzes zweiter Kliasse und der Hessischen Tapftrketts- inÄaille. e. Bergheim, 18. Aug. Der Oberleutnant Lehrer Krausch von hier, erhielt das Ritterkreuz zweiter Klasse mtt Schwertern des Großh. Badischen Zähringer Löwenordens. Starkenburg und Meinhessen. ch. Aus Rh ein Hessen, 17. Aug. Tie Regengüsse in der letzten Zeit waren den Trauben nicht besonders günstig. Sie haben besonders dem Sauerwurm Vorschub geleistet, der unter diesen Verhältnissen Raum gewinnen kvmtte. Es wäre gut, wenn warme Witterung von Tauer die Reife der Trauben fördern würde. Die Reife ist übrigens sehr vorangegangen. Die Aussichten auf eine gute Ernte sind nach fvie vor vorhanden. Geschäftlich war nicht viel Leben. Bei den letzten Umsätzen brachte das stück 1916er 4000 — 4600 M. ^ Vom Rhein, 18. Aug. Infolge des andauernd günstigen Wässerstandes hat die Schiffahrt eine außerordentliche Belebung erfahren, die sich in immer stärkerem Maße bemerkbar macht. In erster Linre hat die Kohlenförderung ihren Nutzen davon. Große Schleppdampfer mtt.6—8 tiefbeladen.err Kähnen fahren täglich in großer Zahl zu Berg; in erster Linie dm oberrheinischen Bezirken zu. 9tur wenige Schlepper biegen in den Main ein. Aieistens l)aben die Kähne Koks verfrachtet. Der günstige Wasserstand gestattet volle Ladungen, die auch aus den oberen Plätzen nicht geleichtert werden brauchen, eine um diese Jahreszeit sehr seltene Erscheinung, dis rückwrrkend dem Eisenbahngüterverkehr erhebliche Erleichterungen verschafft. Kreis Wetzlar. txl Wetzl ar, 17. Aug. Die hiesige landwirtschaftliche Winterschule blieb auch im Winter l-albjabre 1916/17 geschlossen. Wie aber aus dem jetzt versandten 25. Jahresbericht hervorgeht, hofft man ttn komWeickeu Herbste trotz aller SöfmmgJtüm den u y t n ca dft wieder aufnehmen zu können. Gerade der Krieg mtt seinen fitefc gesteigerten Ansprüchen an die landnnrtsckwftliche Erzeugung hcwe bewiesen, wie notwendig eirre gründliche theoretische und praktische Durchbildung des landwirtschaftlichen Nachwuchses ist. dem Berichte geht noch) hervor, daß für den ausfallenden Unterricht Tt- rektor und Lehrer eine verstärkte Wandettättgkeit ausübten. Insgesamt fanden 26 Versammlungen über landwirtschaftliche Zettfragen statt, ferner Lehrgänge für Frauen und Mädchen über Früh- jahrsbestellung, ObstverwerMng usw., ein Lehrgang für Geistliche und Lehrer im Obstbau. Ter Verwundetensürsvrge waren zwölf NachMittage gewidmet mtt landwirtschaftlichen Vorträgen,, Vorführungen im Obstgarten und Besichtigung landwirtschaftlicher Betriebe. Hessen-Nassau. = Frankfurt a_ M., 16. Aug. Die Beisetzung der vier Opfer des letzten Fliegerangriffes gestaltete sich heute zu einer erhebenden Trauerkundgebung. Zunächst wurden auf dem Bornheimer Friedhof der 18jährige Richard Schellenberg und der 14jährigc Schüler Otto Kohlberge r bestattet. Ter junge Schellenberg war. nachdem sein älterer Bruder vor 14 Tagen im Westen dert Heldentod erlitten hatte, das letzte Kind seiner Eltern. Auch über Kohlbergers Tod waltete eine besondere Tragik. Ter Junge hatte am Sonntag nachmittag gerade einen Klassenaufsatz geschrieben: „Wie schütze ich mich oor Fliegerge- fahr?", als ihn wenige ?lugenblicke später das Sprengstück einer IBombe tötete. — Unter großen militärischen Ehren fand sodann aus dem Hauptfriedhos die Beerdigung des Wehrmannes und Fa- mttien Vaters Jakob H elf manu statt. Diesem feierlichen Akte schloß sich die Bestattung des Fräuleins Bode Damen als Reisende anzuwerben versuchte, die für die Gesellschaft Kunden gewinnen sollten. Jeder Kunde sollte Mitglied der Gesellschaft werden und ein Eintrittsgeld von 3,50 Mk. zahlen. Als Mitglied sollte er Lebensmittel, wie Butter, (Äer, Käse usw., zu den jeweiligen Tagespreisen erhalten. Daß es dem Schwindler nur darum zu tun war, Eintrittsgelder zu erhaltetr, braucht nicht besonders betont zu werden. Die angegebene Eiykaussgesellschaft in Berlin existiert nicht. [1 Marburg, 17. Aug. Wjie das Landratsamt bekannt macht, werdetr jetzt zum Schutze gegen die Ueberhand nehmenden Feldidiebereien Jägerpatrouillen in den Feldgemarkungen der Umgebung Streifen veranstalten und jede bei solchem Treiben bettoftene Person ohne vorherige Warnung und! ohne iefce Rücksichtnahme sestnehmen. --Neue n h a i u i. T , 18. Aug. Auf Anordnung der Bürgermeisterei wurde sämtliches K^ernobst in der Gemarkung beschlagnahmt und jede Ausfuhr von Aepfeln und Birnen unter Androhung un- nachsichtlicher Bestrafung verboten. Das Verbot trifft zahlreiche Einwohner hart, da diese sich vorwiegend vom 'Obsthandel und von der Obstzucht nähren. Neuenhain ist bekanntlich einer der bedeutendsten Obsto.rte Nassaus. Weilburg, 17. ?Augl. Tie am 12. August in Weil^trg abgehattene Bezirksversanrmlung des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung war außerordentlich stark besucht. Aus dem ganzen Kreise und besonders aus der Stadt Weilburg selbst fanden sich Teilnehmer und Tettnehmerinnen ein. Darunter viele Lehrer, Pfarrer und Bürgermeister. Professor Dr. R. Strecker aus Gießen hielt den eriren Vortrag über das Thema „Heilige Als zweiter Redner sprach Pfarrer Erwin Gros aus Esch i. T. über „Stadt und Land". Aus historischer Grmrdlage führte er die EntwttklUng des Bauernstatrdes und die Entstehung der Städte in klaren Zügen vor Augen. Er zeigte wie allmählich.der Gegensatz znnschen denen auf dem Lande und denen in den Städten sich herausgebildet habe, und ging alsdann mrf die wähvend des Weltkrieges zu Tage getretene Kluft zwischen Stadt und Land ein. Den Arsführungen des Vortragenden wurde reicher Beffall gezollt. Den Vorträgen schloß sich eine oussührlichc Aussprache an. Aus Einladung des Herrn Beigeordneten Hiepe wird die Trächste Bezirks» Versammlung Rhnn^Mcnnffcheu Verbandes füx VolLsbttdw«! Anfoug OSMbcx m Wetzlar ftaäftnbe«.