Nr. 203 Ter Lietzever Lvzei-er erscheint täglich, außer Smmtags. - Beilagen: EfttzenerFamilienblätter: Kreisblett für den Ureis Hiehen. vezngspreis: monatl. 1 Mk., vierteljährlich 3 Mk.-. durch Abhole- u. Zweigstellen monall. 99 Pf.; durch diePost DU. 3.— viertel* jährl. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: sür die Schrütleitung112 Verlag.Geschästsstelleöl Anschrist für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Erstes Matt > (67. Jahrgang Donnerstag. 39. August M? Postscheckkonto: Frankftitt a.M. 1X686 vankvettehr: Gewerbebant Sietzen ZwiMngZNlnddruü u. Verlag: Vrühl'sche Unry.Yuch u. Zteindruckerei R. Lange. Zchristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Zchulftr. 7. Annahme ovn Anzeigen k die Tagesmimmer bis zum Nachmittag vorher. Zeilenpreise: für örtliche Anzeigen 20 Pf., für auswärtige Anzeigen 25 Pf., b. Plahvorschrift 30 Pk, für Reklamen 75 Pf., bei Platzvorschrift 90 Pf. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt und Land, Verinischtes u.Ge- richtssaal: Fr. R.Zenz; Anzeigenteil: H. Beck: sämtlich in Gießen. Rußlands Schuld am Weltkrieg. Erfolge in der Moldau. (WTB.) Großes Hauptquartier, 29. August. (Arnttich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Unter oem Einfluß stürmischer, regnerischer Witterung Llieb fast durchweg die Feuertütigkeit in mäßigen Grenzen. Zahlreiche eigene Erkundungsvorstößc brachten uns Gewinn an Gefangenen und Beute. Heeresgruppe Kro nprinz Ru pp recht. An Flandern lebte am Abend der Artilteriekampf zwischen Langemarck und Hollebeke auf. Unser Gegenstoß warf die Engländer aus der irordöstlich von Frezenberg gewonnenen Einbuchttrng zurück. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Vor Verdun stärkere Kampstätigkeit der Artillerien Mur auf dem Ostufer der Maas zwischen Beaumont und Damloup. Heeresgruppe Herzog Albrccht. Zur Vergeltung fiir die Beschießung von Thiaueourt Durch dir Franzosen wurden von uns Novianlanr-PreS und Vout-A-Mouffon unter Fernfeuer gerwrmneir. O c st l i ch e r Kriegsschauplatz. HecreSgruppcPrinz Leopold von Bayern. Keine größeren Kampfhandlungen. Front des Generalobersten Erzherzog Josef. Beiderseits des Oitvz-Tales stürmten schlesische und österreichisch-,mgarische Truppen einige .Höhenstellungen und, wiesen nördlich von Grozesei ftarfr Gegrmrngriffe ab. Mehr als 6 9 ö G e f a n g e n e wurden emgeüracht. Gegen die Gebirgsfront zrvischen Easinu- und Putna- Tal stießen die Rumänen an mehreren Stellen vor. ohne emeir Erfolg zu erzielen. Heeresgruppe des Generalfcldmarschalls vo n Mackensen. Am Gebirgsrand westlich des mittleren Sereth nahmen Nach wirkmigsvoller Artillerievorbereitung preußische, bäurische. sächsische und mecklenburgische Bataillone im Häuser kämpf das Dorf Muncelul. Den geschlagenen Gegner drängten sie unaufhaltsam über mehrere Stellungen zu beiden Seiten des Sufita-Tales nach Nordwesten zurück. An dem Ungestüm der Angreifer zerschellten starke rmsisch rumänische Gegenangriffe. Der Feind büßte über 1999 Gefangene, drei Geschütze und 5)9 Maschinengewehre ein. Oeftlich der Bahn Focsani-Adjudul Non lebhafte Kampftätigkeit der Artillerien. Mazedonische Front. Die Feuertätigkeit war vielfach stärker als in letzter lZeit. besonders.zwischen Wardar und DoirawSee. Vorfeldgefechte an den Osthangeu der Nidze-Planina vertiefen für die Bulgaren erfolgreich. Der Erste Generalguartiermcister Ludendorff. * Der Abendbericht. v Berlin, 29. Aug.. abends. (WTB. Amtlich.) Keine größeren .Kampfhandlungen. Kerenski hat auf der Moskauer Konferenz begonnen, die schmutzige Wäsche Rußlands ans Tageslicht zu ziehen. Schon was dort zum Vorschein kam, war sehr schmutzig und vermochte trotz des Diktators eifrigem CNorzusatz an patriotischer Begeisterung nicht um einen Schimmer anf- gehellt zu Werder,. Was aber nun die Zeugenvernehmungen des Suchoiuliuowprozesses hervorzerren, ist schwärzer als 'schwarz, die Beihilfe der gesamten Entente wird es nicht rein zu tvaschen_ vermögen. Rußland s Schuld am Weltkriege ist einwandfrei vom russischer Seite fe st g e ste llt worden. Der Prozeß gegen den'früheren russischen Kriegsminister Snchomlinow nimmt schm, seit einigen Tagen seinen Gang. Suchomlttww ist angeklagt, durch Unterlassung wichtiger Maßnahmen die Niederlagen des russischen .Heeres in den Jahren 1914 und 1915 verschuldet zu haben. Wir chaben bisher aus Platzmangel die Nachrichten über die Pvozeßverhandlungeu unterlassen, weil sie ihr Licht nur ans innerrussische Verhältnisse warfen, die für die jetzige Kriegslage bedeutungslos sind. Mit einem Male hat sich nun ein UmschwuiH vollzogen, und die Zeugenaussagen des Stabschefs, des Höchstkommandiererchen, General Janusch- kewitsch, und Snchomlinows eigene ergänze,che Anssagen verleihen den: Prozeß plötzlich die höchste politische Bedeutsamkeit. Deutschlands Anklage, die russische Mobilnmchung habe den Anstoß zum Weltkriege gegeben, ist entgegen allen Ab- lengnungsversuchen der Entente von maßgebender russischer Stelle in vollsten: Maße gerechtfertigt worden. 'Nicht den Zaren trifft die Schuld, sonder:: seine höchsten Beamten, Januschkewitsch., Ssafonow rund Suchomlürow haben gegen seinen ausdrücklichen Will«: den bereits an: 29. Juli teilten Mobilmachnngsbefehl nicht rückgängig gemacht, sonder:: auf eigene Verantwortung d n r ch gef u h r t. Dabe i war ihnen wohl bekannt, daß D«ttschlai:d hinter dem Rücken Oesterreich-Ungarns stand, daß Kaiser Wilheln: die Be- z:ehnngen zwischen Derttschland m:d Rußland von der Aufhebung de- Mobilmachungsbefehles abhängig gemacht hatte. Die Beamten des Zaren fürchteten die Folgen, die aus ^den: Mstellen der bereits im Gange befindlichen Mobill j machung erwachsen kömtten. Suchomlinow fürchtete für seine eigene Stellung und sah den Kerker vor Augen für den Fall, daß die 400 000 bereits einberufenen Reservisten Schwierigkeiten machen sollten. Die Sorge für sein eigenes Wohl ließ ihn die grausigen Folgen des ganzen Weltkrieges aus sich nehmen, und er beschloß mit seinen Mitschuldigen, dem Zaren vorzulügen, die Mobilmachung siiche nur in den Bezirken der Südwestgebiete statt. Allerdings gelang es am anderen Tage dem Ministerpräsidenten Ssasonow, den Zaren in 1 0 M i n u t e n davon zu überzeugen, daß keine Möglichkeit vorhanden sei, die allgemeine Mobil mach- ung rückgängig zu machen und daß die Aufhebung der Mobilisation für Rußland verderbenbringend sei. Damit ist das Räukespiel der russischen .Hofintrige aber noch nicht zu Ende. General Junaschkewitsch hat weiter folgende Aussage über seine Unterredung mit dem deutschen Militärattache gemacht: „Ich gab ihm das Ehrenwort des Generalstabschefs, daß in jenem Moment, genau um 3 Uhr, am 29. Juli, die Mobilmachung nicht erklärt sei. Ich erinnere mich dieses wichtigen Moments in allen seinen Einzelheiten genau. Der Major glaubte mir nicht. Ich bot ihn: an, es schriftlich zu geben, was er höflich ablehnte. Ich hielt mich sür berechtigt, ihm solche Erklärung schriftlich zu geben, weil die Mobilmachung in diesem Moment tatsächlich noch nicht erfolgt war. Den Nkas darüber hatte ich bei mir in d er T asche." Dem russsi'chen Ge:reralstabtzchef kan: es demnach nicht darauf an, durch eine ehrenwö rtlrche Erklärung eine bewußte Täuschung, hervorzurufen. Also Lüge und Täuschung Karen die Mittel, durch die um ihr eigenes Heil besorgte Schranzen des willenlosen Zaren das Unheil des Weltkrieges herausbeschworen haben. Was man jetzt von de« weiteren russischen Dokumenten zum Weltkriege zu halten hat, bedarf keiner Frage mehr. Wahrhaftig, es ist zu verstehen, warum England alles daran gesetzt hat, die Veröffentlichung der russischen Geheimakten, zu hintertreiben. Die ganzen Anschuldigungen gegen den „deutschen Mil:tar:smus" wären schon vorher damit in nichts zusarnmengebroch«:, wie sie jetzt in sich zusammenbrechen. , Interessant yt cs jetzt' nur' wie Kerenski, der sich so entschlossen an die Seite der. Hetzprediger gegen den „deutschen Militarismus^ als Urquell alles- Usbels gefielt hat, angesichts dieser neuen Enthüllirnigen seine ©tefftimg weiter rechtfertigen will. Das grelle Licht, das ans diesen dunkelsten Akten des Weltkrieges hervor leuchtet, wird ihm so unerwünscht und schmerzlich sein, wie seinen gesamten Ententebimdern. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 29. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbarl: O e st l i ch e r Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Unsere bei F o c s a n i kämpfenden Verbündeten erstürmten gestern das Dorf Muncelul und warfen den Feind über die Höhen nördlich dieses Ortes zurück. Die Beute beträgt über 1999 Gefangene, 3 Geschütze und 59 Maschinengewehre. Heeresgruppe des Generaloberst Erzherzog Josef. In den Tälern der Putna und Susita fühlten rumänische Abteilungen ergebnislos vor. Südlich von O c na entrissen österreichisch-ungarische und deutsche Truppen dem Feind eine Höhe. 699 Gefangene find eingebracht. Gegenangriffe wurden abgewlesen. H c e r e s f r o n t d e s G c n e r a l f e l d m a r s ch a l l s Prinzen Leopold v o n B a y e r n. Nichts von Belang. I t a l i c n i s ch e r K r i e g s sch a u p l a tz. Das Ringen der ! 1. Iso nzo -Sch lach t schwoll gestern zu besonderer Höhe an. Die Wucht des italienischen Angriffs war noch stärker als in den vergangenen Tagen. Der Erfolg blieb unbestritten unseren Waffen. Auf der Hoch fläche von B a i n f i z z-a — H e i l i g e g e i st richtete sich — von verschwenderisch schießenden Batterien aller Kaliber mttcrstützt — die Gewalt des feindlichen Stoßes vor allem gegen die Räume von Kal Und PodleSco. In stundenlang andauerndem schweren Kampfe gewannen unsere Tapferen vollends die Oberhand über die durch Verstärkungen ununtett brachen genährten Massen des Gegners. Spät in der Nacht wurde der letzte italienische Ansturm abgewiesep. Außerordentlich heftig brandete der Kampf wiederum um den Besitz des feit Tagen heiß umstrittenen Monte San Gabriele. Als es in den Abendstunden am Nordhnng einer italienischen Kampfgruppe gelungen war, in unsere Stellung einzudringen, wurde sie durch Abteilungen der Regimenter 29 (Neu-Sandec), 34 (Kassa) und 87 (Cilli) im Gegenstoß gefaßt und aufgerieben. Ein italienischer Stabsoffizier und 299 Mann blieben in unserer Hand. Ein weiterer Angriff kurz vor Mitternacht nordösttich des Gabriele, ohne Artil lerieeinleitung angefetzt, wurde durch unser Feuer nieder- gestreckt. Eine mächtige italienische Angriffswelle sollte östlich! von Görz und nördlich des Wippach-Tales Bahn schaffen. Nach sechsstündiger Artillerievorbereitung brach mittags die feindliche Infanterie gegen unsere Linien vor. Am Friedhof von Görz und bei Graeigna wurde der Gegner durch die hervorragende Wirkung unserer Batterien, denen überhaupt reichlicher Anteil an dem gestrigen ErftNg gebührt, zum Weichen gezwungen. Bei Sau Marco hingegen tonnte der Feind erst in ellntterlem Ringen von Mann gegen Mann zurückgeworfen werden, wobei sich namentlich die bewährten Kämpfer des nordböhmischen 2. tzäger-Bataillorrs und des kroatischen Infanterie-Regiments Nr. 98 hervortaten. In engem Kampfraum brachten wir hier Gefangene von sieben italienischen Regimentern ein. Auf der 51 a r st h o ch f l ä ch e kam es zu keinen größeren Kampfhandlungen. T r ie st wurde neuerlich von feindlichen Fliegern heimgesucht. Die in die Stadt geworfenen Bomben richteten keinen nenrwnswerten Schaden an. Der Chef des Generalstabes.' Wien. 29. Aug. (WTB.) Aus dem Kriegspreffeguar^ tier wird mittags gemeldet: Von Selo am oberen Jfonzo bis zur Wippach gestern wieder starke Kämpft. Der Feind ist überall abgeschlagen. * * * Die Kämpfe in west und Ost. Berlin, 29. Aug. (WTB.) Geschwächt durch die schweren Verluste bei den vergeblichen Angriffen der letzten Tage, war die Kampstätigkeit der Alliierten am 28. August an der gesamten Westfront gering. In Flandern tvurde den Engländern auch der geringe Gewinn ihres letzte:: großen Angriffes vom 27. und 28. August wieder entrissen. Ar erfolgreichen: Vorstoß wurden die von den Engländern noch bei Frezenberg besetzten Gräben wiedergenon:men. Die dtrtille- rietätigkeit hielt sich an der ganze:: flandrischen Front infolge des stürmische:: Regenwetters in mäßigen Grenzen. Nur von Draaibank bis Hooge lebte sie um Mitternacht auf. An der von Langemarck nach Norde:: führenden Sttaße kam es im Vorfeld zu Patrouillenzusaminenstößen, die sür die Deutschen günstig Verliesen. Auch in: Artois lebte das Artilleriefen er nur zeitweise auf. Englische Patrouillen wurden am 28. abends und an: 29. früh südlich von Hulluch abgewiesen. In der Gegend von St. Qneirtrn brachen englische Teil- Vorstöße gegen die de:rtschen Gräben östlich Malakow-Ferme und südöstlich von Colog::e-Ferme in: Ab-wehrfeuer zu- sammen. An der AisnefroM kam es lediglich zu Patrouillen^ ge fechten. Deutsche Stoßtrupps holten südlich Cernh am 28. August 9 Uhr vormittags Gefangene aus den fr iw\r ui-T so leichter möglich, als wir danmlS vtanmäßia und olp:e Emwirttma des Gegners zurückgingen Wien, 29. Aug. )lus dem KrikgSpresscrmttrtier lmrd von heilte abend imtgtterlt: Tie Kämpft rait 'brr >>ochfläcbe twr .Veillgengnp ’inrb bei Görz dauern mt. Der hatte mrerrre-, Gr>vlge. Trust ivurde beute vormittm: t) Ubr txm neuem' mÜ nnem italienischen Fliegevgeschwader bomlxntwert. Zn das Fnnei - der Ltadt fiellm etwa 20 Bomben, die nicht unbeträMlnden Sw" schaden mnnacheten. Zlvri Ettnvochier nmrden getötet. verletzt. Aus dem Große» Hauptquartier- Berlin, 29. Mg. (W. B. Mtdkl Der Kmier maim bnrtc tm Großen Hauptquattiei- -in Meldung den österreichisch. Ittuflmidjei (VnrrtrT von SSolbflätten imb beu Bfcfecrifdjesi General Salbte linb qeffcm den Flügeladjittxrnten des Kaisers von Oesterreich Oberstleuttrant Brvugier. Der Reichskanzler in Belgien. Berlin. 80.Äug. Die „Nvrdd. ÄUgem. Ztg." berichtet: Dler Reichskanzler, der gestern abend eine Informationsreise nach Belgien an getreten bat. hörte am Tage die Vorträge des Chefs der politischen Abteilung beim Generalgouverneur in Belgien, FreLbmrn von der Lancken, und des Verrvaltirngschess für ?! ländern, Scheible. Während der Fahrt von Köln nach Aachen empfing der Reichskanzler ans ihren Wunsch einige Vertreter der rheinisch- westfälischen Industrie. H r ns se l, 30. Äug. Reichskanzler Dr. Michaelis empfing hier eine Abordnung des Rates von Flandern, die ihn in einer längeren Ansprache begrüßte. Der Reichskanzler nahm in seiner Erwiderung Bezug auf die Erklärungen, die dem Rat von Flandern beim Besuch in Berlin am 3. März d. Js. von seinem Amtsvorqünger gegeben Mürben, und erklärte, daß sich an dem Standpunkte der Reühsregierung nicksts geändert habe. * Rücktritt des polnischen Staatsrats. Warschau, 29. Aug. (W. B.) Ter provisorische Staatsrat bat beschlossen, sein Mandat niederzulegen. Er beschloß ferner die Bildung eines Ausschusses, dem sämtliche Verwaltung s- und Haus- baltiidngsairgelegenheiten, für die der Staatsrat zuständig ist, insbesondere betreffend die Hebern ahme des Gerichts- und Schub- Wesens, übertrage« werben sollen. Ter bischerige Zustand wird durch die BestlstWe sacksti chnicht verändert, da die Bildung des Ausschusses die Fortführung der Staatsge schäfte sichert. Enthüllungen im Zuchomlinowprozeh Stockholm, 28. Auig. (MTB. Nichtamtlich.) „Nonwje Wremsa" vom 26. August: Im Su cho m l i nowpro ze ß begann das Zeuaenverhör. Als erster Beuge sagte der frühere Stabschef des Höchfckomnmndiercndeu General Januschkenntsch aus. Verteidiger Sacharin fragt den Zeugen, ob ihm am Tage der Mobil- maclsting nicht der Exzar telephoniert habe, die Mobilmachung auf-u schieben oder einzuschränken. Zeuge antwortete, ein solches Telephon gespräch habe tatsächlich stattgefunden. Es habe sich aber nur um * Abän d e rung d e r a l l g c m c i it c n Mobil m a chuug in eine Tcilmobilmachung der vier Südwestbezirke gehandelt. Auf Antrag der Verteidigung, sein Telephongespräch mit dem Exzaren detailliert wiüierzugeben, erzählt der Zeuge Umstände, tvelchc der Kriegserklärung vorangrngen. Zu Anfang mar beschlossen worben, nur die Tcilnwbil machuna der vier Bezirke zu erklären, um Oesterreich-Ungarn zu schrecken. Dann aber mturÄe die Fnwge anderweitig entschieden. Am 30. Juli wurde nach meinem Bortrag beim Ex^aren die Gesamtmobilmachung unterzeuhnet Auf der Gefanitmobilmach, arg bestehend, sagte ich damals, es sei unbedingt erforderlich, unsere Haltung nicht nur Oesterreich, sondern auch dem hi.n t e r s ei ne m Rücken st e°> hendeu D eu tschlaud bestimmt zu zeigen — hier kurze Telegramm ver stümmelung — Wir waren uns bewußt, daß der Zar sich nicht ohne weiteres dazu ablehnend verhalten konnte, dein: er wußte, daß unser ganzes Rüstu n gspro g ra m m bis zum Jahre 1918 fertig sein werde und es deshalb nötig sei, die Zeit bis zur Durchführung dieses Programms ausznnützen. Aus Peterhof erschien ich in der Ministerratsitzunq und überbrachte den von dem Exzaren Unterzeichneten MobilmachungSukas. Aber noch arm selben Tage, etwa <*ageu 11 Uhr abends, wurde ich von: Zaren ans Telephon gerufen. Es wurde nttr die Frage gestellt, wie weit die Mobilmackmug gediehen sei, ob mau nicht um die allgemeine Mobilmachung herum käme, ob mau sic nicht durch eine Teilmobilmachung lediglich gegen Oesterreich ersetzen körrne Ich antwortete: Dos ist außerordentlich schwierig. Es drohen katastrophale Folgen Die Mobilmachung hat bereits begonnen. 400 000 Reservisten sind bereits einberufen. Dann erklärte mär der Exzar bestimmt, er habe von Kaiser Wilhelm ein Telegramm erhalten, m welchen! sich jener mit seinem Ehrenwort dafür verbürgt, daß, falls die allgemeine Mobilmachung nicht erklärt werden würde, die Beziehungen zwischcn Rußland und De-utschland wie bisher freundschaftlich bleiben würden. Nach dieser Unterredung mit dem Exzaren fuhr ich zum Minister Safanow und überzeugte ihn, daß miau jetzt eine Auf- debung der allgemeinen Mobilmachung nickst bewerkstelligen könne. Es wurde beschlossen, daß er am Dtorgrn dem Kaiser einen neuen Vortrag lialten sollte Tatsächlich hat er diesen Vortrag gelialtest und am folgender! Tage um i\ 2 Uhr fand eine Beratung im Schlosse statt, an der Sasanow, Suchomlinow und ich teilnahmen. Ist etwa 10 Minuten hatten wir beschlossen, daß keine Möglichkeit vorhanden sei, die al1g e mei nc Mobilmachun g rückgän - g i g zu machen, und daß die Aufhebung der Mobilisation für Rußland verderbenbringend fei. Nach tont Zeugen bittet Such om l in o w Ergänzungen zu der Aussage machen zu dürfen. Er spricht sehr einfach und macht weitaus lwlen de Gesten mit den Händen und schlägt sich ans die Banst: „Ist der Pacht zum 30. Juli," erklärt er, „läutete mich der E x z a r an und befahl mir, die M o b i I m a d> u n g auszu - p eben Ick> erhielt einen direkten Befehl, einen bestimmten Befehl. der keinerlei Erwiderung zuließ. Ich war ganz benommen. Die Mobilmachung war bereits erklärt und bei einer Rückgängigmachung drobte eine Katastrophe. Was sollte ich tun? Ich wußte, daß es unmöglich sei. die Mobilmachung rückgängig zu machen, daß es faktisch undurchführbar sei. WaS würde dann in Rußland Vorgehen? Weiß Gott, was da für «ein Brei hcrauSgekomMen wäre. Ich fühlte, daß ich zugrunde gehe. Eine halbe Stunde nach dem' Gespräch mit dem Exzaren läntete Ianusch k elvi t sch an. Er sagte »nfir, der Zar habe erklärt, die Mobilmachung einzn stellen. lind was laben Sie ihm' geantwortet, fragte ich. Ich antwortete ihm, daß es technisch unmöglich sei. Aber der Zar besaht trotzdem die Mobilmachung einzustellen. General I a n u s ch ke w i t s ch fragte mich nun, was jetzt geschehen solle. Ich antwortete: Tun Sic nichts! Ich fühlte, wie ein Seufzer der Erleichterung von seinen Lippen kam. Am nächsten Morgen log ich dem! Zaren vor und erklärte ihm, die M obil mach'u ng finde nur in den Bezirken der .Süd w c styeb i e t e statt. An diesem Tage kam ich um meinen Verstund. Ich wußte, daß die Mobil- mach ung in vollen!. Gange war und-daß es unmöglich sei, sic einzn- halten. Zum Glück brachte man dem Zaren an demselben Tage eine andere Ueberzeugung bei nnd ich bekam meinen Dank für die gute Durchführung der Mobilmachung. Andernfalls säße ich längst im Kerker " Der Zeuge Ianusck ke fo i t s ch wird nochmals vorgerusen und läßt fick- ük^r fein«' Unterredung mit dem deutschen Militärs attacho ans: Jcki- gab ihm das Ehrenwort des Generalstabs- ick-efs, daß, in jenem Moment, genau um 3 Uhr, am 29. Juli die Mobilmachung- nicht er k l ä r t sei. Ich erinnere mich dieses wichtigen Momentes tu allen seinen Einzelheiten gcnan. Der Major glaubte mir nickst. Ich bot ihm an, es schriftlich zu geben, was er höflich, ablehnte. Ist hielt mich für berechttgt, ihm solche Erklärung schriftlich zu geben, u>eil die Mobilmachung in dies,-nt Moment tatsächlich nock> nicht erfolgt ivar Den U kas darüber hatte ich bei mir in der Ta sche. (Änmertung des WTB.): Aus dieser Darstellung geht l^ervor: 1. daß der russische General st ab ssches den, deutschen ^Militärattache in ferner bekarotten ehrenwörtlicheu Erklärung bewußt getäuscht ,hat. Er hatte den Gesa mttno bi Iura- chungsbeiehl des Tiaren ^inr 29. schon iß! der Tasche und er halt kein Wort ermähnt. das Gegenteil emphatisch betont 2. Jmruschkewitsch bestätigt, daß tue russisch' Gesamt mo- bi l machung, nicht bloß gegen Oesterreich, schon« m 29 JIu 1 i ungeordnet und durchgefübrt wurde 3 IoTruschlewrtich, zusammen mit Safonow und Suchomlinow, haben gegen den Willeu hes Zaren den Weltkrieg --ntfesfelt, dadurch, daß sie den Befehl auf Einstellung der wobilmaebung nicht Folge geleistet mrd auch den Zaren lvlogen haben Die Moskauer Uonferenz. Tscheidse. Petersburg, 28. Aug. (WTB) Die Petersburger T^e- graphen-Agentur Meldet über den Kongreß in dNvstau vom 27. August: Tscheidse, der Vertreter der Arbeiter- und Soldaten- rätc ganz Rußlands, bestieg die Rednertribüne unter dem begeisterten Beifall der Linken und miter dom Zuruf: ,,Es lebe der Führer'der russischen Revolution!". Ist! Namen der Vertreter einer Reihe demokrntiichcr Vereinigimgen verlas Tscheidse eine Erllä- rung, die hervorhebt, daß nur die tätige Mithilfe der revolutionären Demokratie die Wiedergeburt -der Armee und- des Landes und dre Rettung Rußlands und der Revolution ermöglicht! werde, daß die Demokratie nicht von dem revolutionären Lande getrennt werdet! tön.ne und daß nur eine Macht, die sich auf die ungeheuren Volrs- iuassen stütze, das Land atns ferner kritischen Lage retten und die äußeren und inneren Feinde besiegen könne. Tscheidse erklärte darauf, die geeinte revolutionäre Demdkratie erkenne, daß die Lcbens- interessen des Landes nnd die Revolution die unmittelbare Anwendung rolgcnder Maßnahmen verlange: 1. 2luf dein Gebiet der Lebensmittelversorgung muß die Regierung in Befolgung erner festen Politik das Monopol für Körnerfrüchte und feste Preise für landwirtschaftliche Erzengnisse aufrechterhialten. 2. Auf dem Gebiete des Handels, dar Industtie und der Landesverteidigung verlangt die Erzeugung und Lieferung von Munition durchgreifendere Rhaßnahmdu zur Regeluug des Transportes und zur Erhöhung der Ergiebigkeit der Industtie. 3. Die Finanzen verlangen rücksichtslose Anwendung der Gesetze bezüglich der Einkommen- und Kriegs- gewinnsteuer, ebenso eine Reform der Erbschaftssteuer sowie Einführung von Steuern hinsichtlich des Wertzuwachses und der Luxus- artikel und andere Stcuernlaßu ahmen. Bezüglich! der Anleihen imiß die Regierung kräftige Ädrßnahnien hinsichtlich ihrer Verteilung tteffen. 4. Die Agrarreform^ nruß i-ede Aneignung von Land sowohl durch einzelne als auch durch Perscmengruppen oder durch Gesellschafteu verhrndrwu. 3. Hinsichtlich der Organisation der Armee verlangt, die Erklärung Abgrenzung der^ Rechte und Pflichten der Führer imb der Armeekommissare. — Hinsichtlich der Rationali- tätenfuaqe besteht die Erklärung darans, daß die vorlänfige Regierung jeder Nationalität die Bestimmung Über ihr Schicllal überläßt, vorausgesetzt, daß die konstittnerende Versammlung ihre Einwilligung erteilt. Der Redner beendete seine Erklärung mit einein Appell an die vorläufige Regierung, die Mit voller Machtvollkoin- Menbeit auSgestattet werden müsse. Petersburg. 28. Ang. (WTB. Nichtaintlich.) In der Llbendsitzung der Moskauer Konferenz wies der Petersburger Tele- gravheii-Agentur zufolge der frühere KriegÄninister Gutfchkoiv auf die ldrolende E^efahr einer Nied-erlage des russischen Heeres Und auf die Krise iist nationalen Wirtschaftsleben hin, die die Versorgung des Heeres mit Munition und Viwvflegungsmitteln täglich schlvie- riger Mache, llnzufriedenheit und Mißstimmnng seieu allgemein iM Volke verbreitet. Die Hauptfrage sei gegenwärtig die Wiedererftar- kung der ohnmächtig g-ewor-denen Zentralgewält. Gutschkow, der bei fernen Darlegungen die für jeden Redner festgesetzte Zeit überschreitet, nruß schließlich die Rednertribüne verlassen, wogegen die der Rechten augehörenden Teilnchnver der Konferenz protestierten. Nach OMtschkow sprackf Sckmlgm, der sich gegen die L-os-lösungs- besttebungen gewisser Teile der ntrainisckren Bevöllermrg wandte. Sodann verlas KerenSki -ein B'grüßungStelegraMm Wilsons, das ihm der amerikairische Botschafter übermittelt lfiatte, rmd beauftragte unter den! Beifall der Versainmlung den Minister des Aeußern Terestsck^nko. bcm 1 Botschafter den Dank der Konferenz-' teilnetm>er ausßnsprechn!. Der Mgcordnete der vierten Duma Ma- klakoiv drückte seinen Zweifel darüber' aus. daß es der Regierung gelingen werde, ihr Programm durchzuführen. Iin Namen der Arbeiter - und Soldatenräte sprach Tsnetelli über die wahrend der Revolution liervorgetretene Peden'ttmg der dem^okrattichen Organisationen. Die dritte Tagung der StaatSkonserenz. M o s kan. 28. Äug. lWTB. Nichtamtl.) Meldung der Peters brrrqer Telegraphen-Ägentur: Die dritte Sitzung der Staats konferenz begann mit einer Bleibe des Vertreters der Semstwos^ lGruziiww, des eheinaligen Militärgouverneurs von Moskau, der erklärte, tmß seine Gnchpe sich der. Erklärung der viertel! Duma anschlöffe, welch' Rodziauk» nicht Zeit gehabt hätte zu verlesen. Die Erklärung besage, die HrirptaUsgabe des gegenwärtigen Augenblicks sei, Rußland vor einem feiüdlichsn Einfall zu retten, und zu diesen! Zweck die Manneszuckst in der Arinee durch Beseiti gimg jeglicher Polittk wieder herzustellen, das Ansehen der Führer zu verstärken, die Machtbefugnisse der^ militärischen Ausschüsse aus il/re foirtschaftlich-.ni ?lufgaben zu beschränken und dem Ober- bes-ehlsl)aber die Möglichkeit zn -geben, seine Macht ohne Ein- fchrärrkung aus zu üben. Darauf ergrifft! Vertreter der Eisenbahn das Wort, unter ihnen Froiow, der Abgeordnete des' Bundes, der Ingenieure, der auf die vollständige Zerrüttung des Verkehrs lnnwies. Ein Vertreter der Israeliten (Gruzenberg) hielt eine lange Rede, in .der er sagte, das j Di sche Volk lieüe,^ tvo-tz der unerhörten Berfvlgimgen, denen es von der alten Regierung ausgesetzt gewesen sei, gleichwohl sein größtes Vaterland, und trug mächtig 'zu seiner Befreiung nnd Verteidigimg gegen den Feind bei. Vertreter der Ukraine Und des ösllichstu Riuschands, die so- -gm an Uten Weißrußlands, erklärten, ihre Völker feien bereit, dein Wohl des Vaterlandes alles zu opfern. Ein Vertreter der Letten sagte, Bttland werde niemals mit Deutschland sein. Ein, Vertreter des allgemeinen Bundes der russische!! Muhamedaner sagte, alle muhamedanischen Bürger Rußlands unterstützten voll die vvr- läufigc Regierung. * Finnland Kopenhagen, 29. Äug. (WTB.) „Politiken" meldet auS Sdockh'olm: „Russkaja Woljeck' erfährt Uns sicherer Quelle, daß rveitere '-Ibteilnngen russischer Kavallerie mit Panzerkraftwagei! nach Finnland entfaiidt worden sind. Bekanntlich wurde heute der finnifck)e Landtag trotz des Verbotes eröffnet. „Berlingske Didendc" inelde t ans Kristiania: Nach amtlichen Mitteilungen sind hier 1000 Familien obdachlos. Durch sttengste Handhabung des Gesetzes über die Einwanderung von Ausländern soll versucht, iverden, einer' Ver- schlrmmerniig der Wohnungsnot vorznbeugen. WilsonS Antwort ans die Papstnote. Washington, 28. ?lüg. > Privattelegrammh Reuter will wissen, die amerikanisch-? Wittvort aus die Rote des Papstes, die in die höflichste Form gekleidet ist, findet keinen Boden, auf dem mau die Erörterung des Friedens fortfetzen könnte, da eine Er-^ klärnng Deutschlands über die Bcding!m< 7 en fehlt. * Schlechte Ernte in England. R-otterdarn, 29. Ang. (WTB. Richtarntlick^.) Der gestrige '^turin fügte, tvie der „Nieuwe Rotterdarnsche Eonrantt' ans London berichtet, der Ernte großen Schaden zu. Die „Dnnes" inahnt zur Sparsmnkett in Lebensnttttelm. Der taub Wirtscha f 11 iche Mtarbei ter der „Times" schreibt: Auf eine der schlechtesten Saats-aisonen folgte eine ebenso ungünstige Ernte. Der Schaden, den die scheren Regengüsse von Arrfarrg August anrichteten, lvurde nicht ivieder gut gemackst. Der Regen hielt die gan^e Zeit im gcrnKen Lande an, so- daß die Feldfäüchte zu Boden liegen und das Mähen nnd Etirbrtngen verzögert ivird. Durch den gestrigen Stnrni ist die Lage außerordentlich verschlechtert. Die Ernte wird sehr m!guustig. Es ist ein Glück, daß die Aussichten in Amerika und Kanada besser sind. * Reue Unruhen in Spanien. Bern. 30. ?lug. Der „Temps" meldet ans Madrid: 9lus einigen Landesteilen treffcn neuerdings Rackpuchten über Unruhen und <Äävung ein. In einigen Städten, auch in Madrid, werden die Militärpatrouillen wieder- enr^efÜhrä. Seefrleg. Reue U-Boot Erfolge. Berlin, 29. Ang. (Amtlich.) Durckr unsere U-Bootk wurden in der Nordsee und im Bristolkanal neuerdings vier Dampser und drei englisch^ Fischerfahrzeuge versenkt, darunter zwei bewaffnete englische, tiefgcladcne Dampfer von mindestens 4000 Tonnen, ei n ticfgeladener französischer ' Dampfer, anscheinend mit Kohlenladung, und die englischen Fischerfahrzeitge Nr. 101, Elraza (W. B- 105), S. H. 107. Der Chef des Admiralstabcs der Marine. Rotterdam, 29. Ang. (WTB.) „Maasbode" meldet: Der englische Dampfer „Royal Transport" (4652 T.) wurde nach einem Zusammenstoß mit einem anderen Dampfer im Hafen von Quebec ans Strand gesetzt. Der amerikamsch-e Segler „Cachonn E. Roß" ist gestrandet und gllt als verloren. Der amerikanische Segler „George A. Mars!)" ist gesunken, ebenso der englische Dainpfer „Glenafton". Der ainerikanische Schoner „Liz-zie A. Williams" (189 T.) wurde verlassen aus See angetvosfen. Der englische Dampfer „Sels- vig" (971 T.) ist gesunken. Der englische Dampfer „Oriental" ist gesttandct und ivrack. Der französisck>e -Segler „Cygne" (303 D.) ist gesunken, ebenfalls das Motorschiff „Alfred Nobel" (108 D.). Der englische Segler „Clementine" (152 Tonnen) ist gesttandet und wrack: der Dampfer „Eve Marie" ist gestrandet und gllt als verloren. Der englische Dampfer „Clementts" (2162 Tonnen) ist gestrandet. Der Dampfer „Matnnga" aus Melbourne (1618 T.) ivird vermißt. Der dänische Dmnpfer „Ale)-ander Sl)nkofst^ (1652 T.) wurde versenkt. Madrid, 29. Ang. (WTB. Nichtamtlich. > Blätter- ineldnngen zufolge hat ein Unterseeboot in der Nahe der portugiesischen Küste die Portugiesischen Dainpfer „Serra de Palas" und „Serra da Marac" versenkt. Aus den« hauptausschutz des Reichstags. Berlin, 29.Äug. (WTB.l Der Haupbausschuß des Reichs^ tags beriet lieute die vorliegenden Anttäge auf Aushebung der politische!! Zensur Und Wiederherstellung der Versammlnngsfreihert. Ein fortschrittlicher Redner brachte den bekannten Fall der „Frankfurter Zeitung" zur Sprache (Entgegnung auf einen Artikel der „Kreuzzeitung"). Wälzend gegen die „Kreuzzcitung" nichts unters uommen wurde, stellte das Gencralloiumandv in Frankfurt a. M. den von dem Berliner Bureau der „Frankfurter Zeitung^' telephonisch übermittelten Attikel unter Vorzensur. Es liege also eine Ungleichmäßigkeit in der Behandlung der beiden Blätter vor, die zweifellos aut politifche Gründe zurückzuführen sei. Deshalb fei die polittsck>e Zensur den Militärbehörden aus der Hand zu nehmen. Ueberhaupt begingen die Generalko nun andos auf allen inöglichei! Gebieten Uebergriffe, die zum Teil gegen die Gesetze verstießen. Bei Behanolung der Friedensbewegung gehe die Zensur tendenziös vor. Das prenßiscknc Belagerungszustandsgesetz von 1851 iniüsse durch ein nwdernes Reichsgefetz ersetzt werden, unter Ncu- rcgelmrg des Verhältnisses der Militärbehörden zu den Zivilverwaltungen. Ein rmabhängiger Sozialist erklärte: Der 9icichskanzler sei ein Werkzeug des Ersten 0>eneralgilcirttern!eisters Lndendorff, und das Kttegsaint gebe den Ton au bei dem schroffen Vorgehen gegen die Arbeiterführer, besonders gegen die Angehörigen der unabhängigen Sozialisten. Dagegen ^verde die alldeutsche Agi- lation sogar ins Heer getragen, und Schulkinder ivürden in ihren Dienst^ gestellt. Gege>! die Partei und Gciverkschastsblätter der unabhängigen Sozialisten gelw die Zensur rigoros vor. Die Redakteure radikaler sozialistisck^er Blätter seien in Schutzhaft genommen) bzw. ins Heer eingereiht worden. Deslzalb sei der Belagerungszustand auszuheben und die Frcil>eit der Presse mrd Personen sowie des Vereins- uuld VersaunnlungSrockües wieder herzustellen.. Der Vertreter >>'S Reichskanzlers erwiderte hierauf: Nach dem Kanzlerwecküel verbreiteten die feindlichen Zeitungen die Be- 'hauptung, der neue Reichskanzler sei lediglich ein Werkzeug der angeblick>en Militärdiktatur. Der gegen unser Land gerichtete:: Zweck solcher Ausstreuungen sei für jedermann klar. Er stelle fest, daß der dlbgeordnete Dittmanu es fitt richtig gehalten habe, fin; draußen und im Lande zu verbreiteu, womit er wieder einnkal die Arbeit rmserer Feinde besorgt lxabe. Die Persönlichkeit deSi Reick>skanzlers stehe nwhl für die ganze Komniission zu hoch über sotcheu Angriffen, als daß er als Vertreter des Reichskanzlers! sie gegen Dittmann zu verteidigen brauche. Unterstaatssekretär ^öalrafs erklärte, der Antrag aus ')lushebung des Belagerungszustaudcs, der jetzt lviederholt rvird, sch schon im Mai im Reichstage gestellt nnd abgelehnt ivvrden. .Nun habe sich aber die Lage nicht geändert. Keine der kriegführenden Mächte verzichte ans.diese für ihre Lebensinteressen nottvendigei! Macht- iniltel. Daher bitte er um Mehnnng dieses Antrages. Bei den anderen Anträgen, die auf Airsihebung der politisckMN Zensur hin- zieltcn, müsse man wohl erwägen, ob auch die äilßere Polittk im vollen Umfange freigegeben werden solle. Das verbiete sich lvohl — was die Befrenmg der inneren Politik von der Zensur betreffe^ so seien auf diesen! Gebiete bereits Kriegsziele und kriegswirtschaftliche Dinge freigegeben worden. Die freie Aussprache der witt- fck>astlick)en Fragen lwbe auf den robusten Teil der Bevölkerung! günsttg gewirkt, ans den weniger widerstandsfähigen dagegen deprimierend. Ein Zcntrmnsredner erblickt in diesen Darlegungen einen: bedeutungsvollen Schritt des Entgegenkommens. Das Spionagen gesetz mit seinen scharfen Bestimmungen genüge vollkoinmen für die TLahrnng der militärischen Interessen. Die betrachttiche Hand- heibnng der ^ Zensur l>abe zu unhaltbaren Zuständen geführt. Mehrere tausend Offiziere nnd Beamte — eine größere Zahl, als es Redakteure gebt' — sei bei den Zensurstellen tätig. Aber das politisckD? und vaterländische Ergebnis ihrer Arbeit sei nur gering. Redner fragte, wer die politische Verantworttmg fitt die .Kaiserr^e trage. 1904 sei dafür die volle Verantwottlichkeit des Reichs-1 kanzlers zngesagt worden. Die öffentlich. pnbliz!erten Reden des Kaisers müßten mit der amtlichen Politik konsorni gehen, da andernteits diese im Anslande nicht als zuverlässig angesehen werden. ' Der Staatssekretär des Aeußeru erwiderte zu den Bemerkun-. gen des Vorredners über die Frage, inwieroeit die Veröffent-l lich-ung von Aeußernngen S. M. des Kaisers von den verantwortlichen Dien Mellen gedeckt ivüriX', er weise darauf hin. daß daS Auswärtige Amt einen ständigen Vertteter im Hauptauartier habe, so daß die Verantivortlichkeit des Reichskauzlcrs gesickert sei. Der Staatssekretär betonte ferner die Notwendigkeit, gewisse Zensur^ befugnissc mit Rücksicht auf die Bedürfnisse der auswärtigen Politik aufvockü zu erhalten. Es l>andle sich dabei um die ins Auslandt geliendei! Nachrichten. Major Grau vom Kriegsnlinisterium ging ans einige der vor- gebrachten Beschw'?ttwn ein. Das Verbot, die Oberste Heeresleitungi in die politischen Erörterungen hineinznziehen, sei aus einen .ausdrücklichen Wunsch des Generalfeldmarsckialls von ^Hindcnburgi rnrückzuführen. Dieser Wunsch l>abe bei der Presse auch volles Verständnis gefnndim. Als Ende Juli dieses Jahres einige Berliner Blätter gegen das Verbot verstteßen, sei es !wchmals nach- driicklich in Erinnerung gebracht nwrden. Trotzdem sei in der „Fwankfurter Zeitung" ein politischer Artikel erschienen, der die Oberste Heerosleittnig nicht uneNoahnt ließ. Daraufhin seien die Berliner Telephonate dieser Zeitung unter tellweise Präventiv- zensur gestellt nwrden. Einer Beschwerde der Redaktion ülxw diese Maßnahme lwbe der Obermilitärbefehlshaber ftattgc;wben, »t^eÜ er die Zensurbestimmungen ihrem (Riste nach ausgelegk nässen tvollte. — Das"Verbot der „Zukunft" sei erfolgt allein aus milllärisckien Rücksichten. Harden schreibe so, daß er oft mißverstanden nvrden müsse. Das habe das fcindlickie Ausland sich zunutze gemacht, in^ deni eS seine Artikel zur Wiederbelebung der gesunkeueu Kriegs-« begeisterung ausgefchlackstet habe. Das fei sotveit gegangen, daß der „Figaro" vom 5. Mar d Js. gefordert habe, der letzte HardcnckÄrttkel möge zur Belebimg der VolkSstimmung !N Frank- reick» öffentlich mrgestplageii toerden Eine Zusammenlegimg von lBeituirgsbetrieben in Nordhansen sei auf Veranlassung her Militär ibehörden nicht erfolgt. Zwei dortige Druckereibetriebe seien selbst der Verordnung Grvßh. Kreisamts vom 21. August d. Js., Beide Aufnahmen werden durch Zähler vorgenommen. ** Wettnrnen^ An dieser Stelle sei nochmals ans das am Sonntag, £. Sept., auf der Rennbahn bei der Hardt ftattfindende Wetturnen hingewiesen. Näheres siehe Anzeige. ** Das Ü reicht att, ,JRr% 150, enthält Bekamillnachungei: über: Beschlagnahme von Fässern; Ausführung des Jägdstrasge- setzes; Versorgung der in der Landivirtschast arbeitenden Pferde. Einsendung der Kirchenrechmmgen: Einsendung der Gemeinderech mmgen; Maul- und Klauenseuche; Behörden-Petroleum. Kreis Schotten. ** II l r i ch ft ein, 30. Ang. Vom 1. September ab uetfelyrt Die Personenpo ft Ulri ch st ein — M ü ck e nur noch einmal tiig l:ch. Abfahrt von lllrichftein 4,25 vormittags, Ankunft in Aäücke 6,35. Tic Rückfahrt erfolgt ab Mücke 1,40 nachmitlags^in Ulrich- stein 4,20. Die P e r s o r: e n v o st E n g c t r o d Schotten fährt vom gleichen Tage ab Engelrod 1,10 nachm.,' in lllrichftein 2,05, in Schotten 4,30. Rückfahrt von Schollen andern Vormittags 8,00, in lllrichftein 11,00, in Engelrod 12,10 mittags. Hessen-Nassau. = Franks u r t a. M., 28. Aug. Der heutigen Stadtverordnetensitzung wurde eine Vorlage des Magistrats unterbreitet, die znm Beitritt Franftnrts znm Bildbühueubwrde Deuttcher Städte anssordert. Die Beitragskoften betragen aus den Kops fürs Jahr 1-/s Pfennig, für Frankfurt etwa 6600 Rtark. Der Zusammei, schlnß erfolgt zu dem Zweck, um der einwandfreien Film-Industri- einen dauernden Absatz zu s:ä>eri:. Tie Stadt plant die Errichtung einer eigenen Lichtspiel-Bühne, die breitesten Volksbildungs-- beftrebnngen dienen und mit den hier bestehende:, Kinos in Wett bewerb treten soll. Die bedeutungsvolle Vorlage fand allseitige wohlwollende Ausnahme u:.k> stmrdc dem Sck.nl und Finanzausschuß überwiesen. Gegen die Vorlage über Erhöhung der Tarife Bahn nnd Elektrizitäts-Amtes cclwbeu die. Sozialdemokraten. Einspruch, da das Amt doch mit erheblichen lleberschüssen ab schließe. Eine Steigerung der Tarife sei deslmlb unangebracht. Die Redner der anderen Fraktionen sprach-,: sich für die Tarifs erhöhungen ans nnd überwiesen die Vorlage dem Finanzausschuß, wobei betont wurde, daß die Fra,lkfnrter Straßenbahn hinsichtlich ihrer Organisation die beste in: Deutschi-n Reiche sei. Die Schreibstube für stellenlose Kausleutc wurde in städtische Ver:val tnng übernommen. Auch stimmte man der Erhöhung der Arbeits- gebührensätze des Lagertarifes zu. Eine Eingabe des Vereins der städtischen Beamten um Gewährung von weiteren Teuerungszulagen nnd Durchführung von 1914 beschlossenen Gehaltsrefornv überwies man dem Eingabenausschnß. Ein Antrag ans der Mitte der Veffammlnng, der Magistrat möge nochmals in schärfster Dcise in Berlin um Beseitigung der Kohlennot und der Härten bei der Gasverorduung vorstellig werden, wurde der nächsten Stadt^ verordnetenftynng zur Beratung überwiesen. vermischter. * Essen, 30. Ang. Wie dnn „B. T." aus Essen gemeldet nürb, ist tu Buer (Wests.) Frau Elisabeth Balita, die älteste Einwohnerin Westfalens, im Alter von 103 Jahren gestorben. Wittcrungsbericht. (O c s f c n t! i ch e r Wetterdienst.) Wechseltw bewölkt, meist trocken, etwas wärmer. Cctzec 77»ich richten. Aus Rußland Petersburg, 29. August. WTB. 'A'icluamtlich Meldung der Petersburger Telegraphenageuttrr Ter Tumapräsivent Rvd- ziawk.) erklärte cs für ein Unglück Rußlands, daß die revolutionäre Macht, .geschaffen durch die Dim:a im Einverständuis mit dem Arbeiter- unb Soldaten rat, welcher sich damals gerade gebildet Tratte, nicht Seite au Seite mit der natronaken Vertretung ginge, sondern sie beiseite schob und ihre Mitarbeit ablehnte. Daher sei diese Macht sogleich unter den Einfluß der sozialistischen Körper- schäften geraten, welche nach Angabe der Ministerien selbst .vieder holt die völlige llnterwersnng der nationale» Interessen unter die Klafseniitteressanten gefordert hatte. Der Kadttttensührer Mil- jutow stellte fest, daß unglücklicherweise selbst die Regierung zwei Monate lediglich durch zfrei starke Kapitulationen vor den Mvpisti- schp: Forderuugeil der Arbeiterklassen und den übertriebenen natio- nalistischon Ansprüchen der Völker Rußlands gekenuuüchnetz wurde. Tie Sitzung endigte abends. Rußlands kriegerische Mißerfolge. ^ M o s t n ii, 29. Aug. (WTB. Nichtamtlich. Der elx-malige Oberbesthlshaber Alexejew gab für die Staats!onserenz in längerer Rede einen lleberblick über die kriegerischen Mißerfolge Rußlands und ihre - Ursachen, und vergleicht die alle technischen Hilfsmittel entblößte, aber durch ihren kriegerischen Geist starke Armee unter der alten Regierung mit der jetzigen gut ausgerüsteten und gut verpflegten, aber durch faljch ausgelegte, unzweckmäßig und ungeschickt angefvandte Lehijp vollständig verweiclnickw- Armee und Wiks besonders aus bcu bekannten Tagesbefehl Nr. k hin. der das Heer in zkrei feindliche, bisher unversöhnlich.- Lager, das der Oft, ziere und der Soldaten, gespalten habe. Er tingle über die Soldaten ausscbüssc, welche dem Heere wohl ivirtschaillickie Dienste leisteten, aber die Manneszucht sehr schädigten, ja töteten, und über den die Armee untergrabenden Einfluß der Regiernngslommeiärc. Narb der Erklärung der Rechte der Soldaten durch die Regierung feien die Achtung und alle Rücksicht auf die Truppensührer vollständig verschwinchcn. Die' Offiziere seien wahrhaft Märnirer geirordeu und hätten die Osfensive vom k. Juli und den letzten Rückzug teuer bezahlt. Alepcjew führte i:,«erhörte Tatsack en'an. z B. eine Trirppc, aus 28 Offizieren, 20 llnterosftziepen und 2 Mann be ftehend, ging zum Angriff vor. während die andere» dem, Untergang dieser Helden taltblütig zusaheu. Diese Zunaui>. schloß Alexejew, sind kein Mittel, den Krieg sorlzusepeu oder gar vom <-:ege zu träumen. Vielmehr müßte das Heer selbst und die einst wellige Regierung sofort das Aeußerste tun, um das .vven aufzufrischen und mit neuem Geiste zu erfüllen. Die Sozialistenkonffrenz der Alliienrn. London, 29. Aug. (WTB. Nücktamtlich. Meldung deS Reuterfckcu Bureaus. Auf der SoTialistenkonferenz der Allirerlen sagte Henderson, er glaube, daß mir ivenige die Erklärung der Londoner Sozlalistenfonserenz vom 2. Februar l9l5 aufgebeii ode, wesentlich abändern wollten. Was in dem Wettkamps g„i den, Spiele stehe, sei für die Zukunft der mensch.liel-.-ii Rasse um w ,i rclchender vitaler Bedeutung, daß es d,e jotgsältigste Prü'nug der Melnlwlts- nnd Minderheitsparteien in allen vertretenen Länder, erfordere. iS : )ct kein sehr befriedigendes Ergebnis erreichbar wenn die Mehrlwitspgrteken die Minderl^itsvarleien einfas' ,jh.-. ft immer: iH-vfiiclüeii. Es sei besser, die Meinungsverlmiedenin-uen a>:znerkennen und durch gegenseitige llebereinstimmung eine Grund läge ,ür die Kriefwziele zu ickvafst-ir, die geeignet sei. einen ehre» vollen, deinokrattsclwn Frieden ,u.sichern. Wenn die Emsckx-rdniig der Konferenz auch nicht bindeno für die Regierungen sei u> wurde fte dock: in der ganzen Welt als nwlrliil^rlegtes Urteil'd» arbeitenden Proletariats der vertretenen Länder betrachtet - Du- rnsftschen Vertreter erklärten, daß sie an der .üvnwreuz u -ohi teitnehmen würden. Die Kcmserenz wurde um 6 Uhr ans 10 Ubr früh vertagt. Heute nacht entschlief sanft meine liebe, treusorgende Mutter und Schwiegermutter Frau Wilhelmine Gross geb. Mulch im Alter von 73 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Gross, z. Z. in russ. Gefangenschaft Anna Müller. Die Beerdigung findet Freitag, den 31. August, nachmittags 4 Uhr, in Lieh statt. 6S92 , Die AusgubcdeirBrvt-und Fleischkarten erfolgt diesmal Freitag, den 31. August, und Samstag, den 1. September 1917, zrnd zwar fiir die Bezugsberechtigten mit dem Zunamen A—K Freitag und von L—Z Samstag. 6389B Gießen, den 29. Auglust 1917. Der Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Tüchtiges Mädchen lwr Küche und Hausarbeit zum 1. Oktober gesucht. 6338 Frau Prof. Watzinger, Grober Steinweg 23 I. Junges brav. Mädchen gesucht 05370 Frankfurter Str. 7. II. Nährmittel Verteilung. Für den Monat August kommen folgende Nährmittel zur Ausgabe: 1. Nährmittelkarte A (gelbe Karte): auf Abschnitt 4: Suppearfabrikate: 2. Nährmittelkarte B (rote Karte): auf (Abschnitt 13: Grieß, „ „ 14: Haferslocken, „ „ 15: (Vrwrpen; 3. Mchrmittietkarte 0 (blaue Karte): aus AlLsthnitt 17 : Teigwaren, „ „ 18: Haferflocken, , 19: Graupen. „ „ 20: Suppenmbrikate. 4. Wer die auf ihn entfaltetlderr Waren — die abMgeberrde Menge wird später bekannt gegeben — zu beyiehen ivünfch-t, har unter Vorlage der Nährmittelkarle l>ci ^einem Kleinhändler der Stadt Gießen bis zum 6. September 1917 eine Bestellung aufzugeben. Die .Meinhmrdelsgeschäfte haben die aufgerufenen ^Ästell- niarken abzurrennen und auf der gleichtzlsferigen Quit- rangs- und Bezugsmarke die Bestellung durch Ein- roagnn-g ihrer Firma zu bestätigen. WA' die besnmmte Frist mchr einhall, verliert den Anspruch auf die in diesem Monat ihm zustehende Ware. 5. Die KleinhandelsgeschüTte haben die Bestellmarten aus die in Betracht kommenden Bestellbogen auszukleben nrrd spätestens am 8. September 1917 dem Lebensmittelamt zur Prüfung emzureichen. Auf Grund der eingereichteil Marken erhalten die Kleinhandels- grschäfte Bezugsscheine für den Bezug der Waren. Nichteinhaltung dieser Frist zieht den Ausschluß des betteffenF den Meinhandelsgeschäches von der Beteiligmrg an dein Vertrieb nrit Nährmitteln nach sich. 6. Die Bestellbo^n können gegen Erstattung der Selbstkosten auf dem Stadt. Lebensmlltelamt in Empfang genommen werden. 6391B Gießen, den 29. August 1917. Der Oberbürgermeister ^Lebensinittelamt). (i-^lmmer-Wohnnug m. Zubeh., Eckhaus, z. verm. 6381 Bahnbofstraße 45. Möbl. Zimmer] Paasicu Erandl Nenon Sans 22 lNellevuejZim. m.u.ohneBer- psleg. f. jede Zeitdauer. Mittag- u. Abendtisch. Elektrisch Licht, Bad. Tel. 10^. [1087 Möbl. Zmr. in. eleklr. Licht z. verm. §eb?ALv»Lir. 16 H, r. Sch. möbl. ZißKter zu vermieten. Kaiser-Alle« 58 12. Gut möbl. Zimmer zu verm. 05367 Cr e dnerstr. 18,11. Schönes eins, möbl Zinnser. Dammstraße 31,1. 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Nach dem Turnen geselliges Zusammensein mit Familien auf der Hardtterrasse. *»? Die Vorstände des Turnvereins v. 1846 des Männer-Turnwereins. 6399 Mist Neustadt 78. Dovvclspanniger Kastenwagen und 1 grostesPsubl- faß zu verkaufen. Zu erfahren in der Geschästsstelle d. Gießener Anzeigers. c5se6 Oekonomiewagen zu verkaufen. 05364 Melior Becker Erben, Alten-Buferk. 1 gebrauchte, noch gute 2 kl. Wohnungen, auch zus., z. verm. An den Bahnhöfen 20. Nährmittel-Ausgabe. Bon Montag, den 3. September d. Js. ab werden in den Kleinhanbetsgeschaften aus den bereits dort abgelieferten Bezugsabschnitt Nr. 12 der Nährmittelkarte B (rote. Kar te anstatt Sago H a f erst o ck e n ausgegeben. * Es entfallen: auf Abschnitt 12: 2 50 Gramm Haferflocken oder Haferfahri kate. Mit dem 8. September 1917 verlieren biefer Marken ihre Gültigkeit. Wer die Ware bis zu diesen! Zeitpunkt nicht abgeholt hat, verliert den Anspruch darauf. Die Klein Handelsgeschäfte haben die betreffenden Quittungs- und Bezugsmarken abzutrennen und an das Lebensmittelamt abznliesern. Die nach dem 8. S e p t e m b e r d. I s. nicht abgeholten Warenmengen sind den: Lebensmittelamt bis'zumi 10. September 1917 schriftlich anzuzeigen. Nichteinhaltung dieser Frist hat den Ausschluß von dem Vertrieb mit Nährmitteln zur Folge. 6390B Gießen, den 29. August 1917. Der Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Fräulein sucht per 15. Sept. elcg. möbliertes Zimmer mit eletlrischemLicht. Schrift- Angebote unter Nr. 05369 an den Gießener Anzeiger. Zwei Wärter (davon 1 gelernter Gärtner) für die Gärtnerei unten be- zeichneter Anstalt z. 1. Okt. gesucht. Kriegsbesch, bevorzugt. Prov. - Siechenanetalt, Gießon. 62411) zu verkaufen, der Geschst. d. su erfragen in ließ. Anz. °^ 7 - zu automat. Dosen vorrät. 0519:3 Kroll, Blockstraße. liirawßtSilfe neue Ernte bat abzngeben 6373 > Heinrich Hahn, Samenhandlung, Neustadt 8. Telephon 403. SitmtoWnen versch. 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Gemäß Verordnung des Bundesrats vom 9. August ° - '?• 2^ diese Lrcher auf Pferde, R i n d - v i e h, Schafe und Schwe i n e erstmalig auch aus Ziegen und Federvieh erstrecken. Zn Verbindung mit dieser Viehzählung soll zwecks Vervollständignnq der. kreisamtlichen Wirtfcksaftskarteni gleichzeitig eine lleinere Aufnahme über die vorhandenen Pferde, 'Rindvieh, Schafe, Schweine nnd Z i e g-e n vorgenommen werden Zu diesem Zweck haben die einzelnen Viehbesiher den' a m 1. L-eptember 1917 vorhandenen Viehbestand in die ihnen zugestellten Viehlisten für rr.c Wirtschastskarte einzuttagen, entsprechend best Verordnung Grvßh. Krersantts vom 21. August d Js Beide nommen. Aiffnalimen werden durch Zähler vorge- 63886 Gießen, den 27. August 1917. Ter Oberbürgermeister: Keller. Bekanntmachung Vom Freitag, den 31. ds. Mts., bis einschließlich Montag, den 3. September, wrrd Qbst und Gemüse >irm Trocknen nicht angenommen. Elektrizitätstverkc u. Straßenbahn der Stadt Gießen. S 1 o l t c. 6390 B Lauffrau fowrt sucht. Goethestraße 65, 1. ge- [05303 St. Jäng. fer. Laafmäöchen ges. v. 8-10. Sonnt, frei. Borzust.8-10 od. 2-5 Wetzlarer Weg 17III. Ordentl. saub. Laufmaschen ob. Laaffran sofort gesucht. 6400 Schulstraße 1 # II. St. Dame flott in Stenographie und Maschinenschreiben, sowie allen Kontorarbeiten, f. sofort gesucht. Schristl. Angebote unter 0384 an den Gieß. Llnz. Znverläspges Mädchen oder unabhängige Frau findet dauernde Stellung 05356 Liebigstr. 63. 8 «Suche für sofort od. später ein in Küche und Hausarbeit durchaus erfahrenes (6331 Mädchen zu zwei Personen. Frau Marie Brüel, Goethestr.18. Kaufe Einzelmöbel, vollständige Haushaltungen, Wertgegenstände und Schmucksache« aller Art zu ange- meffenen Preisen. 03839 Kratz, Suche mehrere ekktrWe Miu, zu kaufen. Angeb. mitPreis unter 05353 a. d. Gieß. Anz. zu kaufen gesucht. evtl, gegen Barzahl. Wagner, Franklart a. IS., gubtmaÜT. 41. 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Freiheitspferde, Kamele und Büffel. Außerdem großer Wildwest-TyMt Es ladet ergebenst ein Die Direktion: 05368 Wittmann. Leitung: Hofrat Hermann Steingoetter. Sonntag, 2. Sevt. 1617, nachmittags 3'/r Uhr: Neuheit! Neuheit! der LI Operetten-Posse mit Gesang und Tanz von Reimann nnd Schwarh. 6324 Abends 7 1 /, Uhr: Neubeit! Neuheit! Das DreimlHans Singspiel in 3 Akten nach Franz Schn den von Heinrich Berlc. der Kapelle des hiesigen aktiven Regiments IVr. 116, znm Resten der Hinterbliebenen von den Gefallenen. 637 “ Im Konzert Sm Kaffee Kaffee unter Mitwirkung des ~KP sondl^n»toln Humoristen Herrn Cafe Ernst Ludwig == jeden Donnerstag - KONZERT Liebigshöhe* ÄmtU. Id 2. Sept. 1917 (Sektitag) Grosses Militär-Extra-Ksazert ausgeführt °5s«s von der gesamten Rcgimentsmufik des aktiven Jnfant.-RegimentS„KaiserWilhelm" (im Felde). Leitung: Obermusikmeister W. Lvber. Anfang 4 Uhr. Eintritt 70 Pfg. Darmstädter Pädagogium (I fe) Privatschule mit den Klassen Sexta bis Oberprima, Vorbereitung: zur Einjährigen-, Primaner-. Fähnrichs- und Reifeprüfung (auch für Damen). Seit Kriegsausbruch bestanden 157 Schüler ihre Prüfungen, darunter wiederholt ehemalige Vclhsschüler die Einjährigenprüfung nach fünfmonatiger Vorbereitung, sHzcagebliebene Obertertianer nach vier fflonaien. In den Jahren 1913. 1914, 1915, 1916 und 1917 bestanden sämtliche Kandidaten die Abitnrientenprüfnng. 6372D Alfceschnle. Das Winterhalbjahr beginnt für alle Kurse (Koch-, Weißzeug-, Handarbetts-, Schneider- und BügelkurS), sowie für die Hauöbaltuugsschule und für die Vorberei- tungSkurse zum Eintritt in die Seminare für Hand- arbeits- und Hauswirtschaftslehrerinnen (Abgangszeug- nisse auch für Preußen gültig) am Dienstag, den 25. September. Anmeldungen werden van jetzt an im SchulhauS. Sleinstr. 10, entgegengenommen. Auswärtige Schülerinnen wohnen im Internat der Schule. Prospekte gratis. 6038 Der Vorstand des Aliceschnl-Bcrcins, E. B. Gießener Hausfrauen-Verein. Der Verein will eine größere Ausstellung von Schube» veranstalten, die in den Lehrkursen angefertigt wurden. Daher werden alle Teilnehmerinnen an diesen Kursen zu einer Besprechung auf Freitag, den 31. Äuguit. abends 8 Ubr in der Oberrealschnle, Zinimer Nr. 12, gebeten. Eingang: Stephanstraße. 6329v Die Vorsitzende. Falläpfel u.Honigfiimen große Sendung eingetrofsen und empfehle, solange Vorrat reicht 05373 Tel. 612. HV. Hanke!, Neuen Baue 7. Bekanntmachung. In unser Genossenschaftsregister wurde heu bezüglich der Zigarrengenossenschaftsfabrik Gießer eingetragenen Genossenschast mit beschränkter Haf Pflicht zu Gießen, eingetragen: An Stelle des zu, Heeresdienst einberufenen Richard Andrea vo Gießen ist Alfred Kiel in Gießen in den Vorstar und zum Stellvertreter des Ersteren berufen. Gießen, den 24. August 1917. GrvßherAogliches Amtsffcrrcht. 0385 Bekanntmachung. I» unser Handelsregister. Abt. A, wurde heul eingetragen die Firma Gustav Geisse/ Gießen^ Ir Haber: Kaufmann Gustav Geisse in Gießen. D- Luise Geisse in Gießen ist Prokura erteilt. Gießen, den 25. August 1917. ^ Großherzogliches Amtsgericht.