16?. Zahrgang Vir. 2(2 -L ci ibietzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: SietzenerFamilienblätter; Kreisblclt für den Ureis Gießen. Bezugspreis: monatl. 1 Mk., vierteljährlich 3 Mk.: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 90 Pf.; durch diePost Mk. 3.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: sürdieSchristleitung112 Verlag, Geschästsstellebl Anschriit für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Erster Aast Mittwoch, 2». August $(Z Postscheckkonto: Zranksurta.M. 11686 General-Anzeiger für Oberhessen vankverkehr: Gewerbebank Gießen Zwillingsrunddruck u. Verlag: Brühl'sche Uni».-Buch- u. Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulftr. 7. Zunahme von unzelge.i f. die Tagesnummer bis zumNachmittag vorher. Zeilenpreise: für örtliche Anzeigen 20 Pf., für auswärtige Anzeigen 25 Pf., b. Plahvorfchrist 30 Pi,, für Reklamen 75 Pi,, bei Plahvorfchrist 90 Pf. Hauptschristleiter: Aug. Goeh. Verantwortlich für Politik u.Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt und Larw,Vermischtes u.Ge- richtssaal: Fr. R. Zenz; Anzeigenteil: H. Beck: sämtlich in Gießen. Neue englische Niederlage in Mildern. Höhenstellungen bei Focsani genommen. (WTB.) Großes Hauptquartier. 28. August. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. In Flandern brach am frühen Margen an der Straße Z)pcrn—Menm ein starker englischer Angriff verlustreich zusammen. Nachmittags setzte schlagartig starkes Trommelfeuer gegen die Kampfzone zwischen Langemarck und der Bahn Roulers—Ypern ein. Unter Verwendung zahlreicher Panzerwagen und ticffliegenoer Flugzeuge lief dann die englische Infanterie auf dieser Front zum Sturm an. In zäher Verteidigung warfen unsere Kampftruppen den Feind, der seinem Angriff durch Vorführung starker Reserven dauernd Nachdruck zu geben versuchte, überall zurück. Abends setzte unter nochmaliger gewaltiger Fenersteige- rung ein zweiter geschlossener Ansturm gegen dieselben Abschnitte ein. Das Ergebnis der bis in die Nacht hinein dau- enwen Kämpfe ist. daß anher einer unbedeutenden Einbuchtung nordöstlich von Frezeuberg unsere Stellungen restlos behauptet wurden und die Engländer eine blutige Niederlage erlitten. Der Erfolg des Tages ist der ausgezeichneten Haltung der Truppen und der vernichtenden Wirkung unseres zu- sammengefahten Artilleriefeuers zu danken. Westlich von Le Catelet scheiterten neue englische Vorstöße vor unseren Linien. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Im westlichen Teil des E h c m i n d e s D a m e s suchten dre Franzosen am Wege Aliemant-Sancy in Regimeuts- breite zum Angriff vorzubrechen, sie wurden durch Feuer abgewicsen. Südlich von Courtecon und südöstlich von Ailles verliefen Stohtruppsunternchmen für uns erfolgreich. Vor Verdun herrschte gestern nur geringe Gefechtstätigkeil. nachdem die Frühkämpfe um das von uns znrück- gewonnene Braumont abgeschlagen waren. Die dort ein- gebrachten Gefangenen gehören drei französischen Divisionen an. Abends nahm auf dem Ostufer der Maas der Artillene- kampf wieder große Heftigkeit mt; bei erfolglosen Teilangriffen, die westlich der Straße Beaumont-Vacherauville vorbrachen, erlitten die Franzosen erhebliche Verluste. * In den letzten Tagen errang Leutnant Voß seinen acht- unddreitzigsten Luftsieg. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Bon der Düna bis zum Dnjestr war die Gefechtstätig- keit nur in wenigen Abschnitten lebhaft. Auf dem Nordufer des Pruth nahmen rheinische, bayrische und österreichisch- ungarische Regimenter die stark verschanzten russischen Stellungen auf der Dolzok-Höhe und das Dorf Bojan im Sturm. Hartnäckiger Widerstand der Russen wurde auch auf den Hügeln nordöstlich von Dolzok nach heftigem Kampf am Abend gebrochen. Ueber 10 0 0 Gefangene, sechs Geschütze imd zahl r e iche M a sch i n en gew ehre sielen in unsere Hand. Die Verluste des hinter den Rakitna-Abschnitt zurückgeworfenen Feindes sind schwer. Front des Generalobersten Erzherzog Josef. Nördlich von Soveja, im Susitia-Tal. wurden unsere Sicherungen von kürzlich genommenen Höhen durch über- legene feindliche Angriffe verdrängt. Heeresgruppe des Generalfcldmarschalls von Mackensen. In einigen Abschnitten rege Artillerictäligkeit. Mazedonische Front. Zwischen Prespa- und Doiran-See lebte mehrfach das Feuer auf. Westlich des Wardar bei Ljumnica angreifendc feindliche Abteilungen wurden von den bulgarischen Posten abgew lesen. Der Erste (Heneralguartiermeister Ludendorff. * Der Abcndbericht. Berlin. 28. Aug.. abends. (WTB. Amtlich.) Im Westen bei Sturm geringe GcfcchtStätigkeit. In der Moldau wurden dem Feind einige Höhen- stellungen am Rande des Gebirges nordwestlich von Foc sani entrissen. Das Theaternnternehmen von Moskau nimmt seinen Fortgang. Hatte erst Kereuski mit großer Geste alle Lappen und Verbände öout den Wunden Rußlands gerissen, die mm: 'Est dem Feinde- möglichst zu verbergen fiicfyt, und dazu mit t^rr v 1 '^ a 1* c c ^ nc ersten .Helden gerufen, gerade der Feind 'o^darauf Hinsehen, so fährt jetzt Generäl Kornckow fort, me Mangel und Wunden der Heeresorganisation ans Tages- ? u * ctrcu - vieles )uat schon, bekannt. RLa.it wußte, daß ^IttSrere ermordet wurden mid Truppenteile aus eigenem Antrieb die Front verließet, daß einzelne Armeeteile Mangel an Lebensmittellr litten und die Munitionsherstel- lung im innerpolittschen Getriebe vernachlässigt wurde Manches mochte absichtlich übertrieben und tendenziös gefärbt sein, zumal in den russischen Heeresberichten aus den Tagen unserer Gegenoffensive irr Galizien. Aus den Berichten unserer amtlichen Kommentare und den Erzählungen der Kriegsberichterstatter wußten wir zu gut, daß neben desorganisierten Truppen andere Heeresteile sich mit zäher Ausdauer und tapferem Mannesmute geschlagen haben. Was aber nun Korrrilow zusammen fas send über die Lage des russischen Heeres darlegt, läßt doch au eine tiefere Zerrüttung schließen, als man annehmen konnte und läßt es siaglich erscheinen, ob die asiatischen Zwangsmittel der Massenerschießung uisw. hier noch eine Besserung herbeiführen können. Verwunderlich ist es doch, wie trotz allem Kerenski wie ein rasender Roland die Fäuste gegen den „unversöhn-ß lichen Feind" schüttelt und daß die Erklärungen der sin Heren Dmnamitglieder, sozialistischer Verbände und anderer Körperschaften ihm dazu Beifall klatschen. Dabei ist es Kerenski noch nicht einmal geglückt, der Welt die Ueberzew- gung beizUbringen, daß er btr einzige Mann sei, der in Rußland das .Heft in der Hcknd hatte. Konnte er es doch nicht einmal wagen, diesen russischen ,,Nattonalkonvent" in Petersburg abzuhatten. Er mußte ihn nach Moskau einberufen, und selbst dort kanr es vorher zu Gegenkundgebungen und Streiks, die sich von den Arsenalen bis auf die Kellner erstreckten. Im Theatersaale, unter der Zahl der Geladenen, die vor ihrer Zulassung auf Herz und Nieren geprüft 'waren, ffand sich frettich niemand, der zu widersprechen wagte, wenn auch die stures" mittlerweile sich zu den: Eingeständnis gezirmngen sieht, daß die Rede Kerenskis allgemein enttäuscht habe. Hat Kerenski noch nicht genug damit getan, daß er, wre der „Vorwärts"' sagt, „in Moskau nicht wie ein internationaler Sozialist, sondern wie ein Nationalist ge sprachen urck damit seine Rede auf freit Beifall der überwiegend bürgerlichen Versammlung gut eingestellt hat"? Für die „Times" ist es anscheinend nicht einmal genug, daß sich Kerenski in einem Atemzuge den Widerspruch leistete von einem „unv-erföhnlichen Feinde" und eiuenl angeblich neuen Friedensangebote der Mittelmächte zu reden, um das Ansinnen eines Sonderfriedens mit Entrüstung abzulehnen Und damit die längst erloschene Kriegsbegeisterung des russischen Volkes v!on nettem aufzupeitschen Nur die Suche nach neuen Hetzmitteln kam: Kerenski veranlaßt haben, von einem zwecken Sonderfriedensangebote Deutschlands zu faseln, das nach den Auslassungen der „Nordd. Allgem. Ztg." nur in der Phantasie des russischen Ministerpräsidenten existiert. Wollte Kerenski inr Gegensatz zu seiner Floskel vom „unversöhnlichen Feinde", vom Friedenswillen Deutschlands reden, so konnte er auf das allgemeine deutsche Friedensangebot, den Reichstagsbeschlnß vom 19. Juli, Bezug nehmen. Das tat er aber nicht, er spracht überhaupt nicht von Friedensmöglichskeiten, da er allen Anlaß hat, den Beifall seiner Verbündeten zu ernten. „Ob er auch den Beifall des eigenen Volkes finden wird," sagt die „Nordd. Allgem. Ag.", „ist eine andere Frage. Dies wird sich auf die Dauer sicherlich nicht darüber chnwegtäuschen lassen, daß Kerenski seine eigene Vergangenheit mehr und mehr verleugnet." So konttnt es denn, wie wir schon gestern sagten, nur darauf an, wre lange es dem russischen Diktator gelingt seinen zweifelhaften Theatererfolg im Moskauer Theatersaale aus die russische Masse wirken zu lassen. Wir können dazu die Worte anführen, mit der die Tägliche Rundschau ihre Betrachtungen über die Rede des Ministerpräsidenten schließt: „Seme englischen Gönner rümpfen ungnädig die Stirn. Herr Kerenski redet Blut und Eisen; aber vor seiner Tür raunt das Sttmmengewirr einer Leninschen Ueber- revolutton und einer Miljukowschen Gegenrevolution." Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 28. Aug. (WTB. Nichtamtlich) Amtlich wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei Soveja mußte vorgestern eine gewonnene Höhe vor überlegenem Angriff wieder geräumt werden. Bei der Armee des Generalobersten Kritek entrissen österreichisch-unaarische und deutsche Regimenter den Russen in heißen Kämpfen das Dorf Bojan und die Steltmrgen auf dem Dolzok. Es wurden über 1000 Gefangene, sechs Geschütze rmd zahlreiche Maschinengewehre eingebracht. I ta l i e n i sch e r K ri c g s scha n p l a tz. Durch Zuzug neuer Kräfte verstärkt, setzte der Italiener auf der Hochfläche B a n i sizc a — Hei li ge uge i st alles daran, seinen zu Beginn der 11. Json.wschlacht unter großen Opfern errungenen Raumgewinn zu erweitern. Fast in allen Teilen dieser Front stürmte der 'Feind gegen unsere Truppen au. In erbitterten Handgranaten und Baionett- kämpfcn maß sich die in zehntägiger Schlacht ungebrochen gebliebene Widerstandskraft unserer Streiter mit der italienischen uevermacht. Dre braven Verteidiger gingen auf der ganzen Linie als Sieger hervor. Der Gegner wurde überall geworfen; er flüchtete, stellenweise v ö l l i g a u f g e l ö st. Auch östlich von Görz mißglückte den Italienern ein mit beträchtlichen Kräften unternommener Vorstoß. Im Gebiet des S t i l f s e r I o ch führte ein unter bedeutenden alpinen Schwierigkeiten ins Werk gesetztes Unternehmen zum vollen Erfolg. Kaiserschützen hoben in Eis und Schnee überraschend einen feindlichen Posten aus und brachten zwei italienische Offiziere, 20 Alpinis, ein Maschinen gewehr und einen Scheinwerfer zurück. * Der Chef des Generalstabes. Die Jsonzoschlacht. Wien, 29. Aug. Aus dem Kriegspresseguartier wird vom 28. August abends geineldet: Auf der Hochfläche von Hciligengeist und östlich von Görz bei unveränderter Lage sehr heftige Kämpfe. * * * Die Nämpse in west und Gst. 28. Aug. (WTB.) Trotz aller Mi gor folge und schweren Verluste setzten die Engländer an der flandrischen Front rhre verzroeiselten Angriffsversuchc fort. Nachdem am Morgen des 27. beiderseits der Straße Apern—Menin ein starker tiesgegliederrer Angriff blutig zusammengebrochen war, setzten die Engländer rn cm granatenzerri ssenen Gelände zwischen den beiden Bahnlinien Bocsinghe—Staden und Ipern—Roulers zwei neue Turchbruchsversuche ein. Um 3 Uhr nachmittags brach auf der Front von Draaibank bis zum Kanal von Hollebeeke schlagartig ein Feuerorkan aus, denk schwere Angriffe folgten. Tiefgegsiederto englische JNsanterieinassen begleiteten Tanks, die sich einen Weg über die verschlammten Grcrnatlöcher bahnten. T?nfe Eiffelturnmieldung vom 27. August 5 Uhr nachmittags, von erheblichen deutschen Ge'- genangrrffen auf die französische Stellung en Bericht über die Rede übermittelt, die der russische Ministerpräsident Kerenski mff dem Moskauer Kongreß gehalten hat. Diese Rede ist — sagte Av^nski — nicht für Unsere Freunde, sondern besonders für unsere Fern de ^stimmt, die unsere Truppen vernichten. Die ganze Dar- stelllmg Kerenskrs ist offensichtlich zu dem Zwecke bestimmt. Deutsch- als demenigen hinzustellen, der die Armee und das russische Volk überfällt und seine Freiheiten wieder zu zertrümmern dro^. Kerenskr weiß genau, daß dies nicht der Fall ist; aber, von Machthunger erfaßt, stutzt er die alten Schlagworte der Entente neu zu, um auf das friedliche russffche Volk zu wirken, dessen Bundesgenossen aus Eroberungssucht eiiren allgemeinen Frieden weiter verhindern. Wenn sich niemand in der Moskauer Nationalversammlung fand, der Kerenskis Darstellungen widersprochen hat, so deutet dies darauf hin, daß die Metchiären, die er anwendet, unt dem russischen Volke gegenüber den wahren Hergang der Ereignisse Au entstellen, bereits ihre Wirkung getan haben. Dis „freie" russische Volk wird von den jetzigen Machthabern genau so an der Nase herumgeführt, wie unter der zaristischen Herrschaft: jedem Russen der die Ereignisse ohne Voreingenommenheit verfolgt hat, nruß der Gang der Entwicklung klar sein. Kerenski hat zu einem Zeitpunkt, wo er glaubte, daß die galizische Front von Truppen entblößt ser, gegen den Rat Brussilo Ws eine Offensive unternommen, zu der er von England und Frankreich gepreßt und.von der er leichte Triumphe erwartete, um im Innern die volle Macht in die Hände zu bekommen. Herr Kerenski lvar sich darüber klar, daß die Offensive für Rußland fremde Kriegs- zrele geführt wurde, deren Inhalt erst kürzlich der Welt durch den deutschen Reichskanzler bekanntgegeben worden ist. Die Offensive hat als Verteidigungsmaßnahnre eine kraftvolle Gegenoffensive Deutschlands und Oesterreich-Ungarns hervorgerufen In dem Aßute der russischen Soldaten, die gegen ihren Willen in die Schlacht hineingetrieben worden waren, erstickte der russische An- grifs. Kerenski hat diesen Hergang der Ereignisse gefälscht, um Deutschland als Angreifer hinzustellen, der die russischen Freiheiten vern: äffen wollte. Ja mehr noch! Um seiner Rede eine Unterlage zu schaffen, ließ er wenige Tage vor der Eröffnung der Moskauer Versammlung die russischen Truppen an der Aa zurückrufen und verkündete seinem Volke eine deutsche Offensive an der russischen Nordsront, die niemals ftattgesunden hat. Ueber Deutschland hat Kerenski manches Verwunderliche gesagt und uns Bestrebungen' nnd Anerbietungen zur Herbeiführung eines Sonder- ns an gedichtet. Ten Beweis aber, daß ein solches Anerbieten jemals erfolgt ist, ist Herr Kerenski uns schuldig geblieben. Wenn in der russischen Presse teilweise die )stede des früheren Reichskanzlers von Bethmann Hollweg vom 30. März als Anerbieten eines Sonderfriedens hingestellt wurde, so entbehrt das der Unterlage. In der Rede war nur gesagt worden, daß Deutschland nichts anderes begehre, als möglichst bald wieder mit Rußland in Frieden zu leben, in einen: Frieden, der aus einer für alle Telle ehrenvollen Grundlage ausgebaut sei. Daß dies im Wege eines Sonderfriedens geschehen sollte, war mit keinem Worte angedeutet worden. JNr Gegentell wurde in unserer Zeitung seinerzeit ausdrücklich betont (an: 15. April), daß ein zweites Sondersrie- densangebot, das Bethmann Hollweg an die Verbündeten Rußlands gerichtet haben soll, nur in der Phantasie des russischen Ministerpräsidenten existiere. Warum aber sprach er nur von apogry- phen Sondersriedensangeboten und verschwieg dasallgemerne deutsche Friedensangebot ebenso wie den R«-chstagSbe- ichkuß vom 19. Juli vollkommen. Vom Frieden sprach Kerenski diesmal gar nicht. Seine Rede ist eine Kriegsrede. Damit wird er sicl/erlich den vollen Beifall der Verbündeten Rußlands ernten. Ob er auch den Beifall des eigenen Volkes finden wird, ist eine ant- dere Frage. Ties wird sich aus die Dauer sicherlich nicht darüber hmwegtäuschen lassen, daß Kerenski seine eigene Bergangenhell inehr und mehr verleugnet. Es mag erinnert sein an die Räe, die er am 21. April in der allrussischen Eisenbahnkonserenz gehalten hat. Damals rief er aus: Genossen! Indem die provisorische Re- gierung den Willen des Volkes erfüllt, hat sie ein für allemal in Ansehung des Krieges das ganze alte Ktiegsprogramm geändert und allen Eroberungs-, Bergewaltigungs- nnd annexionistischen Zielen aus immer ein Ende bereitet. Das russisch Volk lyat in- ornlchen von zweierlei Tatsachen .Kenntnis erhalten: auf der einen Seite von Enthüllungen des deutscher Reichskanzlers über die Geheim vertr äge Rußlands mit Frankreich, und auf der anderen Seite von der Friedensresolution des Deutschen stirichs- tages. rn der es heißt, daß der Reichstag einen Frieden der Ver- stSndignng und dauernden Versöhnung der Völker erstrebe, einen Frieden, mit dem errungene Gebietserwerbungen, soivic politische, wirtschaftliche oder finanzielle Vergewaltigungen unvereinbar sind. Was Deutschland um kann, um den Weg zum Frieden zu ebrun, ist geschehen. Aus Rußland, von dem dir Bewegung zum Friedm ausgegangen ist. ertönt aber nur ein Echo zurück, das von Lloyd George, Poincars und Wilson diktiert ist, und das alle Bestrebungen der russischen Demokratie, die den vierten Kriegswinter fürchtet, zunichte macht. Außerdem verlautet, daß die russische Revvlutionsreaierung ihre Blicke wieder auf Konstantinopel richtet. Das russische Voll wird darüber zu entscheiden haben, ob diese Politik Kerenskis dem Wöhle des Landes, nnd ob sie dem Willen des Volkes entspricht. Aus Stimmen, die uns täglich aus der russischen Presse entgegenhallen, glauben wir das Gegentell entnehmen zu müssen. Die Zellen sind vorbei, wo es genügt, mit schönen Worten Trugbilder hervorzuzaubern, die nach außen hin wirken sollen. Jeder kennt zu gut die Realitäten der Tatsachen. Das russische Voll wird sich gegenüber der Rede Kevenskis fragen, welche Plane seine gegenwärtige Regierung hat, um den ersehnten Frieden herbeiMführen. Oder sollte sie überhaupt keine solchen Pläne besitzen? Kornilow über die Zustände in der russtschen Armee. Moskau, 27. Aug. (WTB. Nichtamtlich) Meldung her Petersburger Delographenagerrtur. Generalissimus Kvü- rriloff ist hier eingetrossen und feierlich begrüßt worden. Er versicherte in seiner Antwort, die Parole der Armee heiße nicht Parlamentarismus, sondern das Heil des Vaterlandes und Krieg bis Arm siegreichen Ende. Petersburg, 28.,Aug. (WTB.) Meldung der Petersbur. ger TelegraphenMgentur: In seiner Rede auf der Moskauer Konferenz sagte Kornikow u. a.: „Das alte Regime hat den: freien Rußland eine Armee hinterlassen, die trotz aller Mängel ihrer Organisation wenigstens von Kampffujst beseelt war und zu Opfern bereit war. Eine ganze Reihe von Maßregeln, die von Leuten ergriffen wurden, denen der Geist der Armee und ihre Angelegenheiten vollkommen fremd waren, haben sie in eine Truppe von Menschen verwandelt, die gänzlich den Verstand verloren hatten und nur für ihr persönliches Wohl zitterten. Wenn Rußland gerettet werden will, muß die Armee um jeden Preis regeneriert werden. Man mnß sofort die von mir ausgearbeiteten Maßregeln, die der Leiter des Kriegsministeriums durchaus gebilligt Hit, ergreifen. Zu diesen Maßregeln gehört u. a.: 1. die Verstärkung der inneren Manneszucht der Armee durch Wiederherstellung der Autvrität der Offiziere und Unteroffiziere, 2. die Verbesserung der wirtschaift-- lichen Lage der Offiziere, die sich bei den jüngsten militärischen Unternehmungen so sehr bewährt haben, 3. Beschränkung der Tätigkeit der Regimentsausschüsse, dre zwar die innere wirtschaft- sichie Lage der Regimenter verwalten, sich aber nicht in die kriege- rischn Unternehmungen und in die Ernennung der Führer ern- m:scheu sollen. „Die Macht der ganzen Armee", fuhr Kornilow fort, „hängt von den: Zustand des Hinterlandes ab. Es besteht 'Gefahr, daß das Blut, das notwendigerweise während der Wiederherstellung der Ordnung an der Front stießen wird, unfruchtbar bleibt, wenn die reorganisierte und zum Kampf bereite Arn:ee ohne Verstärkung, Verpflegung,^ Munition und Ausrüstung gelassen würde. Auch halte ich es für unerläßlich daß die an der FrvM iergriffonen Alaßnahmen auch im Hinterlande angewandt wehren." Kornilow fuhr in seiner Rede fort: „In der Tat habe ich Nachrichten, daA tb-er Zustand unserer Eisenbahnen derartig ist, daß unsere Armee inr November keine Lebensmittel mehr erhalten wird." Kornilow verlas zum Betweise ein Telegramm des Oberbefehlshabers der Süd Westfront, das von Mangel an Brot und Zwieback spricht und erklärt, es herrsche fast Hungersnot an der Front. Kornilow erwähnte auch einige Ziffern über die Produktion der Betriebe, die für die Landes Verteidigung arbeiten. Diese haben sich in der ^'it vom Oktober 1916 bis Juni 1917 bei der Herstellung von schützen und Munition'um 60 uich tum 80 Prozent bei der Herstellung von Flugzeugen verringert. „Wenn also", fuhr Kornilow fort, „dieser Zustand anhält, werden sich unsere Armeen in dem gleichen Zustand befinden, wie im Frühjahr 1915 bei dem Rüchug in Polen, Galizien und den Karpathen." Der Oberbefehlshaber schloß seine Rede mit der festen Versicherung, daß die von ihn: vor- gesschlagenen Maßnahmen sofort zur Ausführung gebrach! werden würden. Er glaube an die glänzende Zukunft Rußbrnds und der russischen Armee und hege das Vertrauen, daß ihr alter Ruhm wieder hergestellt uräb. ( Kornilows Rede wurde allseitig! mit lautem, langanhaltendem Beifall ausgenomnun, nur aus der äußersten Linken bewahrten mehrere Mitglieder des Arbeiter- und Soldatenrates Schoeigen. Der Oberbefehlshaber verließ sofort die Versammlung und begab ffch in Begleitung seines Adjutanten ins Hauptquartier. Petersburg, 28. 9lug. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegraphen-fAgentur: General Kornilow sagte in seiney Rede weiter, daß die Todesstrafe, deren Wiedereinfülwung er verlangt hgbe, und andere Maßregeln die Armee von der furchtbaren Krankheit der Zuchtlosigkeit und der Gehorsamsverweigerung ein wenig geheilt habe, aber das Uebel halte die russische Armee noch in seinen Klauen. Kornilow Ährte hierzu an, daß im Monat August die entarteten Soldaten vier Regimentskommandeure und andere Offiziere getötet hätten^ und daß erst die Androhung blutiger Gewaltmoßregeln dem ein Ende gemacht hatten. Anderersells habe ganz kürzlich ein sibirffches Schützenregiment, das sich vor der Revolution sehr ruhmvoll ge- chtagen hatte, die Rigacw Front verlassen und nur der Befehl, das ganze Regiment zu vernichten, habe es dazu gebracht, in seine Stellungen zurückzukehren. „So bekämpfen wir unerbittlich die Anarchie, die zweifellos endlich unterdrückt werden wird. Aber die Gefahr neuer Lasten lastet noch immer auf dem Lande. D i e L a g e and e r F r v n t ist derarttg, daß wir ganz Galizien und die ganze Bukowina und alle Früchte irnserer jüngsten Siege verloren haben. An mehreren Stellen hat der Feind unsere Grenze überschritten! und bedroht unsere fruchtbaren südlichen Pro'vinzen. Der Gegner^ ucht die rumänische Armee zu vernichten und pocht an die Tore von Riga, und Wenn wrs^re Armee uns nicht hilft, die Küste am Golf von Riga «u halten, wird der Weg nach Petersburg bald offcnj tehen." Die Moskauer Tagung zäh-lt 2500 Abgeordnete, dar- rmter 488 Dumanritglieber, 110 Banernvertveter, 239 Sov- jetmrtglieder aus ganz, Rußland, 147 Mgeordnete von Stadtverwaltungen, 118 Vertreter des Bundes der Semst- wvs icnd der Städte, 150 ^lbgeordnete von industriellen Organisationen und Banken, 176 Mitglieder von Berufsverbänden und 313 Genossenfchaftsvertreter. Die Hauptver- 'aurmlung wird bis zum 28. August verlängert, damit die 91 Abgeordneten, die sich zum Wort gemeldet haben, Gelegenheit zum Sprechen erhalten. Dumaerklärungen. P e t e r s bu r g, 28. Aug. (WTB. Nichtamtllch.) Nteldung dep Petersburger Telegraphen-Ag-entur: Auf der Konslerenz in Moskau erklärte in der Sitzung vom 27. August der Abgeordnete der ersten Duma, Zabokow, im Namen dieser Duma, das Land wünsche eine Anstrengung außerhalb des politischen Parteigetriebes, die sich auf devwkratische Prinzipiei: gründe -und die die gesetzliche Ordnung, d:e persönliche Sicherheit und die bürgerliche Freiheit endgültig, :chern tcnrrde. Der Redner betonte, daß es durchaus notwendig «e:, das Oberkommando der Armee von diesem besoiweren Einfluß unabkwngig zu uwchen. Er schloß mit dem Hinweis darauf, daß d:e Abgeordneten der ersten Diana jeden Gedanken an einen Sonderfrieden mit Entrüstung ablveisen wrd einen ehveiwollen Frieden nur bann gutheißen könnten, wenn er nicht ein deutscher Frieoen sei, o. h. ein Ergebnis eines deutsche:: Sieges, sondern, eine Folge des Triumphes Rußlands und seiner Alliierten. Petersburg, 28. >Aug. (WTB. Nichtamtl.) Meldung der Petersburger TelegraphenALlgentur: Auf der Moskauer Konferenz erklärte das Mitglied der zweiten Duma, Alexinski, die Abgeordneten dieser Dünn: hätte:: ilpl beauftragt, nntzuteilen, sie kömckeu nur ein*' Regierung unterstützen, die sich von folgenden Grundsätzen leiten ließen: 1. Fortsetzung des Krieges in enger Verbindung mit den Alliierten bis zur volllommeweu Vertreibung der feiiwlichen, Truppen aus Rußland :md den alliierten Ländern; 2. Organi- ation der Regiermm auf der Grmullage der Zusauunenacbell der Parteien uird der Laruxs-verterdigung. — Kerenski erklärte, die Regierung habe es für notwendig erachtet, den GeneraliffimuA Kornilow auszusordern. aus der Konferenz zu erscheinen, um ihr die Lage an der Front und den Zustand im Heere auseinanderzusetzen^ Eine Erklärung demokratischer Bereinigungen. Petersburg, 28. Aug. Die Petersb. Delegr.-AgentUL meldet über den Kongreß in Moskau vom 27. Äugnst: Im Namen der Vertreter einer Reihe demokratischer BerernD» guugen verlas Tscheidse eine Erklärung, die herworhebt, daß nur die tätige Mithilfe der revolutionären Armee die Wiedergeburt der Armee und des Landes und die Rettung Rußlands und der Revolution ermöglichen werde, daß die Demokratie nicht von dem revolutionären Lande getrennt werden könne und daß nur eine Macht, die sich' ans die ungeheure Masse des Volkes stütze, das Land aus seiner kritischeir Lage retten und die äußeren und inneren Feinde besiegen könne. Redner schloß seine Erklärung mit einem 'Appell an die vorlänsige Regierung, die mit voller Macht- Vollkommenheit ausgestcrttet werden müsse. Eine Erklärung französischer Sozialisten. Bern , 28. Aug. Die „Berner Tagwacht" erhält aus Paris eine Erklärung französischer Sozialisten, in der es heißt: Die Petersburger Ereignisse wurden von der russischen Regierungspresse wie von einem Teil der französischen Presse z!u einem schmutzigen Ueberfall der Bolschewik: und der russischen Anarchisten ausgenützt. Während man gegen dies«: Revolutionäre mit allen Kräften hetzt und sie allen Repressalien eines Diktatnrregtmes aussetzt, verbreitet man gleichzeitig über sie verdächtige Berleurndungen. Alle diese Vev- lemndungen können das französische Proletariat nicht irre- führen. Wir wissen sehr gut, wer sie sind und was sie wert sind, die Männer, die man so beleidigt. Eine Reihe von :h:wn, wie der Genosse Trotzki, lebte unter uns. Das einzige Vev- brechen dieser Männer ist die Treue zu ihren UeberzenguTd- gen und dem internationalen sozialistischen Programm. Statt sich irreführen zu lassen durch die süße Anteilnahme an der Regierung, kämpften sie gegen den neuen Zarismus, setzten jede Minute ihrer Existenz aufs Spiel für die Sache des internationalen Proletariats. Das sind die Männer, gegen die man jetzt die ungeheuerlichste Verleumdung verbreitet: „Agenten einer fremden Regierung". Wir wollen den Urhebern der jetzigen Campagne sagen: „Sie wird nicht mehr fruchten als die vorherige, sie werden die Demoralisation der Internationale dadurch rricht erreichen." Die „Times" zur Rede KerenSkis. London, 28. Aug. (WTB.) Die TimeA" meldet aus Moskau vom 27. August, .daß die Rede des M-inifterpräsidenten Kerenskr aus der Konferenz eine allgemeine Enttäuschung hervorgerufeui hat. M^>n urteilt,idaß er eine glänzende Gelegenheit verpaßt habe, einen starken Eindruck aus die, die wirllich russisch fühlen zu (maä.-ken. Die Kvnfevenz^ wurde in dem schlechten überfüllten TK- atersaal gehalten. Kerenski fand nur ab und zu Beifall, ohne viel Begeisterung. Diese äußerte sich mir einmal, als K'erenski über Finland sprach, und erklärte, er werde nicht dulden, daß dets Separatismus sich euffräße. .Vor Beginn der Konferenz erklärte sich der Arbeiter- und (Soldatenrat mit 364 gegen: 304 Stiurmen gege^ jsden idenronstrativen Streik und gegen jede Störung der KonfereuA. Die Soldaten hatten die Absicht bekundet, die Mehrheit zu unterr^- stützten. Ttrotzdem versuckjten die Extremen, die die Abhaltung der Konferenz in Petersburg unmöglich gemacht hatten, hier dasselbe zu tun. Die Straßienbahnsn, die Arsenale, die Spinnereien imd Fabriken hatten die «Arbeit eingestellt «und selbst die Kellner in bert Restaurants streikten. Nach einem späteren Bericht hörte gestern der Streik wieder auf. Internationale sozialistische Arbeiterzusammenkmrft in England. * London, 28. Aug. (WTB.) ReutermeV«N8 Die internationale sozialistische ArbeiterzusammenVunst wird heute unter dem Vorsitz Herckersons in der Central Hall in Wesh- minster eröffnet. Belgien ist auf der Konferenz durch zwei, Rußland durch vier, Frankreich durch zehn, Portugal durch zwei, Griechenland durch einen, GroWritannien durch 46 und Südafrika durch einen Abgeordneten vertreten. Es wird beantragt, daß die Konferenz in vier Abteilungen geteilt wird, um über die Hauptpunkte der Erklärung dey britischen Arbeiterpartei über die Kriegsziele zu beraten. Die vier Punkte sind: 1. die allgemein: Erklärung über den Krieg; 2. der Völkerbund; 3. die Forderung nach Wiederhev* stettung und die wirtschaftlichen Fragen und 4. die Gebiets* Veränderungen. London, 28. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des New« berschen Bureaus. Die Arbeiter- und Sozialistenzusammenkunft der alliierten Länder in Westminster begann heute vormittag. Alle Ab- georvneten waren anwesend. Heiwerson übernahm! den Vorsitz. Die Verhandlungen sind nichtöffeullich. Es dürfte aber un Laufe dkS Nachmittags ein amtlicher Bericht herausgvgeben werden. * Die russische Arbeiterpartei und die Stockholmer Konferenz. Stockholm, £7. Aug. (WTB. Nichtamtlich) P-aniu, der Delegierte des russischen Sovjets, urrd Axelvod, der Delegierte des Organisatiouskomitoes der russischen soziaL- dem-okratischen Arbeiterpartei, sMidten im Namen der russischen Ab-ordnuug des Sovjets an Henderson ein Telegramm, worin sie die feste Hofftmng aussprecheu, die KoufevenK wolle beschließen, daß alle teilnehmenden Parteien ihr möglichstes tun sollen, um alle Hindernisse zu beseitigen, dre dem Znscunmentreffen der Vertreter des Proletariats aller Länder den Weg versperren. Der Organ'isationsausschnß der Stockholmer Konferenz erhielt von den in Stockholm eingetroffenen Ab<;eyrdneten des Sovjets die offizielle Mitteilung, daß nach allen ihnen bekamtten Tatsachen die russische Regierung ihre. Haltung gegenüber Stockholm niemals geändert hat nnd daß sie sich gegen die Zusammenkunft nie in irgendwelcher Werse ausgesprochen habe. Sie sehe die Zusammenkunft als eine Parteiversannnlung des organisierten Proletariats an, die dre Sache eines gerechten nnd dauernden Friedens nur nützlich sein könne. Die Mgesarrdten fügen hinzu, daß der Sovjet nie der Meinnng gewesen sei, aus der Zusammenkunft eine Veranstaltung der Regierungen zu machen. Die Zusammenkunft sei, was sie sein sollle, und die Arbeiterklasse habe das! größte Interesse, ihr diesen Charakter zu erhallen. Seekrieg. Reue U-Boot-Ersolge. Berlin, 28. Aug. (WTB. Amtlich.) Im Mlautischttr Ozean haben unsere U-Boote rreuerdiugs 18000 Vrullo- registertonnen vernichtet. Unter den ve'niichteten Schiffen befarck>en sich ein englischer bewafsueter Dampfer vom Aussehen de:' „Kalouo" (8019 Bruttoregistertonneu), der italie-» nisckfe vollbeladene bewafffrete Dan'ipser „Eugeme^h ferner ein bewaffneter elrglisck>er Danrpfer unbekannten iläimenS« arrschernend mit Oellaoung. Der Chef des Admrralstabes der Diarine. m i Rotterd sm, 28. Anq. (WTB.) „MaoLbode" meldet: Wer japanische Dampfer „Kotchira Mcrrw' (3479 Tonnen) ist gestrandet und gilt als verlo-ren. Vermißt werden die englischen Dampfer „Benarig" (3921 Donoren) und „High- bury" (4831 Tonnen). Die französische Bark „General de Boisdeffre" (2195 Donnen), der Segler „Ethel" (111 Tonnen), der französische Segler „Florentirre" (153 Tonnen), der französische Segler „Havanna^ (139 Tonnen), der niederländische Segler „Heikina" (157 Tonnen), die dänischen Segler „Caroline Köck" (316 Donnen) und „Mbertina" (170 Donnen), der französische Dampftrawler „Esperauce" und der schwedische Dampfer „Eika 2" (1268 Donrien) sind gesunken. Kopenhagen. 28. Aug. (WTB.) Das Mänisterrum des Aenßern teilt mit, daß der dänische Dampfer „Normcr" auf der Reise von Frankreich nach England versenkt worden ist. Bern, 28. Aug. (WDB. Nichtamtlich.) „Progres de Lyon^ meldet aus Cherbourg: Das Zivilgericht erklärte 771 Soldaten des 3. Kolonial-Regimentes, die bei der Versenkung des Hilfskveu.zers „Provence" verschwundene waren, für tot. Am 27. Februar 1917 wurden bereits 139 Personen »on der „Provence^ für tot erklärt. Aus dem yauptausichutz des Reichstags. Berlin, 28. Aug. (WDB.) Der Hanptausfchnß des Reichstages setzte heute die streng vertrauliche Aussprache über die VerwaltungsmatznahMen in den besetzten Gebieten fort. Nachdem gestern die Anssprache über Polen abgeschlossen war, w and Le sich heute die Beratung der Verwaltung iu Litauen und Kurland zu. Als Vertreter der Regierung waren erschienen die Staatssekretäre Helfferich!, von Kühlmann nnd Wallvafs, sowie Kriegsminister v. Stein, von den Abgeordneten außer den Mitgliederrr des Ausschusses der Präsident des Reichstages und eine Reihe Abgeordneter als Zuhörer. Die Verhandlungen über die besetzter Gebiete sollen mit Rücksicht auf die am Spätnachmittag stattsin- dende erste Sitzung des „Sonderausschusses beim Reichs- kanKler" bis 2 Uhr beendet werden. Morgen sollen die Anträge betreffend Aufhebung der politischen Zensur und des Belagerungszustandes folgern LNsdairn gedenkt der Hauptausschuß eine Pause bis September eintreten zu lassen. Ans Hessen. Parlamentarisches. Der Erweiterte Erste Ausschuß der Zweiten Kammer tritt Dienstag, den 4. Sept. vormi tags 10 Uhr, zu seiner 46. Sitzung zusammen. Au' der Tagesordnung stehen. Antrag Köhler, Mgabe vor Brennholz betr.; Antrag Köhler, Bereitstellung von Hol? aus staatlichen Forsten betr.; Dringl. Antrag Dorsch, Aus porstung usw.: Dringl. Antrag Dorsch. Freilassung vor Gerste: Antrag Körell-Jngelheün, Mainzer UmversitäLs- fonds; Eilige Anfrage Korell-Jngelheim, Dreschen der Ernte: Eilige Anfrage von Brentano und Dr. Schmitt Höchstpreise für Heu betr.; Antrag Korell-Jngelheini hierzu Antrag Korell-Jnaelheim, Einlagerung der Kartoffeln und anderer leicht verderblicher Nahrungsmittel betr.: Antrcm Ursdrdt, Obstversorgrmg betr.; Dringl. 2kitrag Wiegand Mahrwerfahren betr.; Dringl. Antrag Henrich, Obstversoi> gung betr.; Anfrage Dr. Osann, Besteuerung der Teuerungs- Magen der Reichsbeamten betr.; Eilige Anfrage Lang. Verwertung geschlachteter Pferde betr.; Vorstellung des deutschen Vereins für Don-, Zement- und Kal^Jnduftrie. Stillegung der Zregeleibetriebe betr. Ans Stadt „nd Land. Gießen, 29. August 1917. Lebensmittel. Morgen, Donnerstag, kommen bei de sradtrschen Obstvertnlnngsstelle, Brandpl-atz 3, Aepfel mtb Birne kmÄoeise, Bronibeeren und Hvlluuoerboeren pfundweise zum Ver kauf. MU stdachmittag, von 2 Uhr ab, werden im Hofe der Bürau merfter« Falläpfel, das Pfund zu 10 Pfennig, verkauft ** Zuckermarken. Wir machen unsere Leser daran aufmerksam, daß die Zuckermarken Nr. 30 bis 32 nur nvö bis 31. August gültig sind. ** Amtliche Personaknachrichten ^ Ter Großherzog hat «nt 22. August ds. Js. den Oberförster der Ober- fürsterei Worms, Forstmeister Hugo Schaub zu Worms, in gleicher Drensteigenschaft in die Oberförsters Kirtorf versetzt. ** Jung we h r. Mittwoch, den 29. August, Antveteu: 8 Uhr Ecke Marburger Straße—Wiesecker Weg. Abmarsch: 8.10 Ulw- Rückkehr: 9.45 Uhr. ** Sammelt Pilze! So hört und liest man jetzt täglich überall und viele folgen gern der Aussorderung. Oft bedenkt nian aber nicht die Gefahren, die damit für die Gesundheit und das Leben der Menschen verbunden sind. Schon liest man auch dieses Jahr wieder von Vergiftungen und Todesfällen durch den Genuß giftiger oder verdorbener Pilze. s Jdmr ein genauer Kenner der Pilze sollte sie essen. In den.Handel gekwackfle Pilze sollten, eurer Kontrolle unterliegen. Wie wir hören, wird vielfach auch! verlangt, die Obstverteclungsstelle des Städtischen Lebensmittelamtes sollte den Verkauf der gesammelten, eßbaren Pilze übernehmen : dort habe matt dies aber abgelelMt. weil man die Ver- anttvvrtung nicht, übernehmen könne. Wer Pilze essen will, der sammle sic sich selber, oder kaufe sie sich bei einem zuverlässigen Sammler. Größte Vorsicht ist jedenfalls geboten. b. Pilz gang. Morgen, Donnerstag, den 30. d. Mts., soll wieder ein Pilzgang stattsirrden. Galt es am letzten Samstage, die Pilzflora des Schiffe über ger Waldes, soweit sie für die Volksernährung in Betracht kommt, etwas kennen zu lernen, so soll diesmal der B e r g w e r k s w a l d unser Ziel sein. Treffpunkt: Gummifabrik, Abmarsch: 2 1 /* Uhr pünktlich, Führung: Herr Blank. ** Milit ärkonzert. Mir weisen an dieser Stelle nochmals besonders auf das morgen im Hotel Fürstenhos ftattfini>eni>e Konzert unserer Kapelle des aktiven Jnf.-Regt. „Kaiser Will>elm" hin. Näheres siehe Inserat. ** Die Schuhflickstube des Gießener Hans- fr an envereitls befindet sich nicht, tvie in dem Artikel am Sämsta-g irrtümlich mitgeteilt nmrde, im Realgymnasium, sondern in einenl Raume der Oberrealschübe, den Direktor Dr. Schnell in liebenswürdiger Weise zur Verfügung stellte. ** Das Kreisblatt, dtt. 149, enthält: Verordnung über Saatkartoffeln; Verordnung über Kartoffeln; Verteilung von Ge- flügelftttber: Höchstpreisbesftmmung für Seife; Verkehr mit Brotgetreide und Mehl; Inanspruchnahme von Säcken: Meldepflicht für gewerbliche Verbraucher von Kohle usw.; Vortrag von. Pros. Dr. D. Diehl: Zulassung zuM Handel; Feldberebrigung Londorf. Landkreis Gießen. ' —m. Hungen, 28. Aug. Wieder hat das Völkercingcn ein Opfer auS unserer Gemeinde gefordert. Gestern traf hier die Nachrichtein, daß der seit etwa dreiviertel Jahren in einem Artillerie- Regiment an der Westftont stehende Heinrich Fritz, ein braver lallseitig beliebter Mann, an den Folgen seiner erlittenen schweren Verwundung in einem Lazarett verstorben ist. Er hinterläßt eine Frau und drei unmündige Kinder, denen sich allgemeine Teilnahme zuwendet. ' Kreis Büdingen. . . ** Büdingen, 29. Aug. Das Kreisamt verbot das vorzeitige Abernten von Herbst- und Wintergemüse bei Androhung empfindlicher Strafen. sc. Niedersellers, 29. Aug. In der vergangenen Nacht wurde bei Sturm und Regen dem Lanwvirt Franz K u n d e r-, mann, dahier, ein Pferd aus denr Stalle gestohlen. Als in der beacht gegen ein Uhr zwei Bahnwärter aus Oberselters sich auf dem Heinrweg befanden, nahmen vor ihnen drei Personen Reißaus unter Zurücklassung eines Pferdes. Es war das in Rieder- seuers gestohlene, das die Bahnwärter in Venvahr nahmen. Die Diebe enttarnen uncrkMMt. sc. Ortend erg, 29. Aug. Eine hier abgehaltene Versammlung beschloß einen Kanin chensucht v e r ein N id d e r t ha l denif Me Orte Ortenbarg, Bargheim, Eckartsborn, L>elters und .Wippenbach angehöran, zu gründen. Gerichtsvollzieher Gaschke von hier wurde zrcm Vorsitzenden gewählt. Kreis Schotten. sc. schotten, 29. Aug. Infolge dar reichen Kartoffelernte Üvird im 'hiesigen Kreis an die Verbrausi.uer eine TagesGpsi menge von einem Pfund abgegeben und den Erzeugern dar Verbrauch von IV 2 Pfnnd Kartoffeln täglich gestattet. Kreis Friedberg. W-. Friedberg, 29. Aug. Kriegsnotgeld, 50- und 25 Pfennig scheine, wurde auch hier nunmehr ausgegeben. — Kirch-Göns, 26 Aug. Bor einigen Tagen ereignete sich auf de^ Bahnstrecke zwischen hier und Butzbach folgender Unfall: Ein Schulmädchen aus Butzbach fuhr mit dem durchgehenden Personenzug von Butzbach nach Gießen. Im (Nrmbacher Wald merkte es, daß es seine Fahrkarte verloren hatte. Rasch sah es nach, fand sie nicht, und ohne fid> lange zu besinnen, öffnete es die Wägentür und sprang ans dem in voller Fahrt sich befindenden, Zuge hinaus. Glücklicherweise kam es mit stärkeren .Hautabschnr- ffingen davon. Vilbel, 29. August. In einer Grube an der Frankfurter Straße wurde der 13jährige Schüler Kauchler von abstürzenden Sandnraffen verschüttet. Auf die Hflferufe eines anderen. Knaben grub der Landsturmmann Br ade n das schon dem Tode nahe Stint, mit den Härchen, da eine Schaufel nicht zur Stelle war, aus den Sandmassen heraus. Starkenburg und Rheinhessen. Mainz, 29. Aug. Gestern jälirt zum zehnten Male der Tag, da Wilhelm Ho l zam er dem deutschen Volke entrissen ward.. Jtt der Blüte seiner Jahre wurde dieser feinsinnige Dichter dahin- gerafft, dessen Herz für alles lÜute und Große und Edle schlug. Hessen-Nassau. = Frankfurt a. M., 29. Äug. Der Magistrat hat es abgelehnt, das Gesuch der Äpfelweinproduzenten nach Berlin um Freigabe von 250 Doppelzentnern für die Herstellung von Apfel- wein beftirwortend weiterzugeben. Die (örimde der Weigerung sind nickst bekannt. Ein Frankfurter Großlstindler will es nun unternehmen, die Lieferungen von Kellerobst an die einzelnen Wirte zu regeln. UniVerfitats-Nachrrchten« — Marburg, 27.Aügust. Professor Dr. Rudolf Otto rn Breslau wurde als Nachfolger von Prvif. Herrmann zjum Ordinarius für systematische Theologie a»n 'die hiesige Universität berufen. Professor Otto, der iift 48. Lebensjahr steht, >md seit 1910 Ehrendokwr der theologischen Fakultät der Universität Großen ist, übernahm 1906 eine Lmßerordentti-che Professur an dev Göttinger theologischen Fakultät. Bor zwei Jahren erst folgte er einem Rufe als Ordinarius nach! Breslau. vermischtes. Der Brmw in Saloniki. * Bern, 28. Aug. (WTB. NichtamUich.) Der ,^Secolo" erfährt aus Athen, daß man den Schaden der FeuerÄämnst in Saloniki aus zwei Milliarden einschätzt. Das verwüstete Gebiet ist über einen Quadratkilometer groß. Tie Versicherungen stellten den Geschädigten 20 Millionen Franks zur Verfügung. Der jüngste Soldat des deutschen Heeres ch. B e r l i n, 28. August. Der senierzeit jüngste Soldat des deutschen .Heeres, Vizewachtnreister Streit mrs Rastenburg, Üt dem L. A. zuslolge 17jÜhrig gefallen. Er war bei Kriegsausbruch kaum vierzehujährig fteiwilsig in dje Airmlüe eingetreten. * Petersburg, 28. Aug. iWTB. Nichtamtlich/! Reuter-Mebi düng: Einbrecher plünderten das historische Museum des ttüherew Großfürsten Nsichael iltttolajewitsch. Sie raubten .Knnstgegenstände intz Werte von 5 Millionen Rubeln, darunter einen Correggio, her auf eine halbe Million geschätzt wird. 150 Häuser wurden sofort durchsucht, aber erfolglos. Witterungsbericht. (O c f f e n t l i ch e r W e t t e r ö i e n st.) Vorwiegeird bedeckt, zeitweise Niederschläge, Temperatur werri^ geändert. Letzte Nachrichten» Hmdenburg. Berlin, 29.^lug. Der „LokGAnz/' schreibt zur Erinnerung! an den Tag, an dem vor einem Jahre Feldmarschall v. Hindenburg zum Chef des Generalstabes des Feldheeres ernannt wurde, u. a.: Seitdem wir die Waffe des uneingeschräntten U-Boot-Krieges g«en England gebrauchen, hat er uns keinen Zweifel daran gelassen- daß er unfern Endsieg als verbürgt ansieht. Um die Aufrechterhai-< tun g der Siegeszuversicht hat er sich kem geringeres Verdienst erworben als um die Ausgestaltung der militärischen Lage an den Fronten, stcicht nur^ Deutschlands gerrialster Feldherr, sondern accch Deutschlands bester und größter Sohn. In seirrem Läger ist Teuffchiland. Entente und Papst. Zürich, 28. Aug. Nach Pariser Blättern wird der Vatikan von der Entente die erste Antwort auf seine Friedensinterventiotl aus Washington erhalten. Die allgemeine Antwort der Entente werde nach Angaben von Ribot, Lloyd George und Sonnino abgesaßt. Man rechnet darauf, sie anfangs September durch Vermittlung des englischen Gesandten beim Vatikan dem Papst überreichen zu können. Amerikanische KriegSnötc. Gen s, 28. Ang. Wilson hat mit dem Vorsitzenden des amcrt- kanischen Geiverksckmftsbundes, Gvmpers, eine Besprechung in der Angelegenheit der Stteiks in der Kriegsindustrie gehabt. Gvmpers' versprach, seinen, ganzen Einfluß aufzubieten, uni Ärbeitseinstellun- gen ftr der Industrie zu verhiudern. Die amerikanische Geheimpolizei verhaftete angeblich zwei Deuffche als Führer der Streikbewegung in den Werken der 9Nvrse.Company. — Wilson beantragte einen Uuterausschuß des Landes Verteidigungsrats m eins Untersuchung über den „Verband der Jndusttiearbeiter", der bv- schuldigt wird, die Strei kbewe.hsrau flci'iuit «SIL ©IciWtWjW. v. Tüchtiger Schlosser und Heizer fofort gesucht bei dauernder Beschäftigung. Mitteldeutsche Gerberei nnd Kiemenfabrik. Aktiengesellschaft, Wetzlar. 6319D Zwei tüchtige Ohrmachergebilfeü (wenn auch kriegSbeschädigt) verlangt 0^337 Gg. Koch, Mühlstraße 2. Tücht. Mädchen oder Kran tagsüber gesucht. 05359 F. Wandler, Großer Steinmeg 15. Unabhäng. Krau od. Mädchen für halbe Tage gesucht. (Ml ttcvlcrstratzc 111. Tüchtiges Mädchen od. nnabbängiac 5lriegcrs- srau für sofort gesucht. Näh. Wett-Sln lagc 60, vt . 16361 Sackuäheriu sofort gesucht. 05339 M. Ch. Mühlstein, Selrersivea 83. Zwei stärkere Mullitiüilsiirbeitkriilltejl für Drehbänke gesucht. 6374 18. ftehün & Co ZuverlässigeS. sauberes Mädchen erfahren in Küche u. Hans, zum 1. Okt. od. früher gesucht. 6283 Wilhelm,trabe 30. 0 für sofort od. 1. Sevtember gesucht. Frau E.Bnumattn, Neueniveg 7. 6203 Eine brave, jüngere & © c h i mit bescheidenen Ansprüchen wird zürn 1.9. oder 1.10.1917 gesucht. Hauvtbabnboss- Wirtschaft Gustav Lobl, Marburg. 6304 Auf 15. Sept. oder 1. 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Ist der Titel eines soeben- erschienenen ganz besonders f netten n. brauchbaren Blich' leinS von Jobs. Jüblina, Preis 1 Mark 0194 iteforinhnus Kreuzplatz 5. Im Kampfe für das Vaterland fielen unsere lieben Korpsbrüder 6378 D cand. med. Adolf Keller Unterarzt Referendar Werner Huchting Leutnant in einem Ueld-A.rt.-]Regt. Der C. C. der Starkenburgia. Statt besonderer Meldung. Gestern wurde uns unerwartet durch einen sanften Tod unsere liebe, herzensgute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Gross- mutter Frau Bertha Opitz geb. Wagner im 66. Lebensjahre entrissen. Namens der Hinterbliebenen: Prof. Dr. Erich Opitz und Frau Selma geb. gehörst. Gießen, 27. August 1917. 6364 Es wird gebeten, von Beileidsbezeugungen und Blumenspenden absehen zu wollen. Für sein Vaterland fiel am 20. August unser lieber Amtsgenosse Herr Lehramtsreferendar Dr. Friedrich Malzan Leutnantd.R. u. Führer einer Maschinengewehr-Komp. Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Kl. und der Hessischen Tapferkeitsmedaille. Die vortrefflichen Eigenschaften des Geistes und Charakters, die wir an ihm schon während seiner Schulzeit beobachten konnten, haben wir in seiner nur kurzen Wirksamkeit als Lehrer an unserer Anstalt in erhöhtem Maße kennen und schätzen gelernt. Ein reger wissenschaftlicher Sinn, ein auf unbedingter Wahrheitsliebe festgegründeter Charakter und ein feines Gefühl für alles Schöne und Gute machten ihn in hervorragender Weise zum Erzieher und Lehrer geeignet. Nun ist er zu unserem tiefen Schmerze allzufrüh seinem Berufe entrissen worden. Der Direktor und das Lehrerkollegium des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums. Gießen, den 28. August 1917. 6375 D Auf dem Felde der Ehre starb infolge schwerer Verwundung am 16. d. Mts. unser lieber, unvergeßlicher Sohn und Bruder Gefreiter Karl Schäfer in einem bayr. Infanterie-Regiment Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille. Die plötzliche Nachricht trifft uns gar zu schmerzlich, da wir ihn am Tage dieser traurigen Mitteilung erwarteten, und ihm nach einem Jahre treuer Pflichterfüllung sein Urlaub bevorstand, worauf er sich schon lange freute und hoffte, seinen 20. Geburtstag, den 25. August, im Elternhause verleben zu können. Die trauernden Eltern und Geschwister: Familie Heinrich Schäfer 11. Reiskirchen, den 29. August 1917. 05344 Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Louis Bauer. Leihgestern, den 28. August 1917. Handarbeitsschule und Pensionat von Fri. Landmann, Giessen Süd-Anlage 7 [6261J Süd-Anlage 7 Unterricht in allen weiblichen Handarbeiten: Weiß- und Maschinenähen, Stickereien jeder Art, Klöppeln, Occhi, Aenderungcn von Wäsche, einfachen Kleidern und Blusen, ferner Kunsthandarbeiten in allen Techniken. «lick Milieus in allen Zweigen des Halls. Beginn desUnterrichts Montag,den 3. September. Achtung! Verkaufe TounerStaa früh auf dem Brandvlatz, innmifl -um Botanischen Garten eine grobe Sendung Weißkraut. Rotkraut, Wirsina. Gelbe Rüben und Kürbis zu billigen Preisen. 6368 Frau Frosch. Cafe Amend Heute Mittwoch, 8 Uhr: Familien-Konzert Hotel Fürstenhof Donnerstag, den 30, August, abends 8 Uhr im grossen Saale 6367 Militärkonzert der Kapelle des aktiven Infanterie- Regiments „Kaiser Wilhelm“ Nr. 116, für die Hinterbliebenen der im Kriege gefallenen Angehörigen des Regiments Anfang 8 Uhr Eintritt 1 Mark Vorverkauf beim Portier des Hotels Darmstadter Pädagogium (M. Ellas) Privatschule mit den Klassen Sexta bis Oberprima, Vorbereitung zur Einjährigen-, Primaner-, Fähnrichs* und Reifeprüfung: (auch für Damen). Seit Kriegsansbrncli bestanden 157 Schüler ihre Prüfungen, darunter wiederholt ehemalige Volhsschülor die Einjährigenprüfung naah fünfmonatiger Vorbereitung, sitsengebllefeene Obertertianer nach vier Monaten. In den Jahren 1913,1914,1915, 1916 und 1917 bestanden sämtliche Kandidaten die Abitnrientenprälnng. 6372 D z- Los- 33 riefe ä 1 Mk., Porto 15 Pf., Nachn. teurer. Sofortiger Gewinneutscheid und Gewinn-Auszahlung. "ff"' 33501 m Sehr günstige Gewinn-Aussichten. Jedes 20. Los gewinnt. Frledrichshalener Geld- fnon 9 Porto u. Liste 30Pf. LUöö fl lil. ^ Nachnahme teurer. Ziehung 3. Oktober. Zusammen 2029 Gewinne BÖ000 Mark Hauptgewinn 6333 30 000 Mark. Diese Lose empfiehlt Bnchacker, Gießen, Neuen Bäus 11. Trinkt €itab©so! denn es wirkt bakterientöteud und verhütet Darmkrankheiten Chabesosabrik Seltersweg 70 Telephon 1017. 6300 6 Zimmer | Gießen. Donnerstag, den 3V. August 19K abends 8 Uhr in der Neuen Aula Vortrag Nr. 1 Herr Schriftsteller Max Nentwich aus Berlin: vie Adria und der terr. - italienische Kri< (mit Lichtbildern). «- ntrittspreis: 1 Mk., für Militär (r dwebel abwärts) 20 Pf., Kinder m 14 Jahren haben keinen Zutritt. r Max Menzinger Rentmeister Margarete Menzinger geb. 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