Hl 2 \ er Anzeiger ciu'.L'iiii täglich, außer •:c:mion^. - Beilagen: ütc^ncr^rtmiHenWötter; Kreisbldt für öcn Kreis Gießen. Vezugspreis: •.nonatL 1 Ack.. vierteljährlich 3 Wik.- durch Abhole- u. Ziveigstellen monatl. 90 Pf.: durch dieVosi 9)tf. 3.-viertel- jäbrl. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anfchlüfse: sürdieSchriülcilung112 Verlag,Geschäftsstettebl Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen. Erstes Blatt ybl. Jahrgang Dienstag, 28 . August \%l Postscheckfant-: Frankfurt c.HI. U686 Sankverkehr: SewerbebankGietzen 3®t!Imgsnmi)örud u. Verlag: Brühl'sche Unly.-öuch- u. Stein-ruckerei R. Lange. Schriftleitung. Eeschäftz'telle u. vru-teret: Schnlstr. ?. ^rmaynre *. die Tagesnummer vis zumNachmittag vorher. Zeilenpreise: für örtliche Anzeigen 20 Pf., für auswärtige Anzeigen 25 Pf., b. Plahvorschrtft 30 Pi., für Reklanien 75 Pf., bei Platzvorschrist 90 Pf. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt und Land, Verinifchtes u.Ge- richtssaal: Fr. R.Zenz; Anzeigenteil: H. Beck: säurtlich in Gießen. m neuer Eine CI ä un (WTB.) Grohes Hauptguartier, 27. August. (Amtlich.) Westlicher Kr^gsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Kn Flandern verstärkte sich der Feuerkampf an der . Küste sowie Mischen Yftr und Lys gegen Abend erheblich; er hielt auch nachts an. Heute morgen drangen mehrfach starke englische Grkun- dungsabteilungen gegen unsere Linien vor: sie sind durchweg zurückgeschlageu worden. Vom La Bassee-Kanal bis Lens gingen starker Artil- lenmnrkung heftige englische Vorstöße voraus, die nordwestlich von Lens kurz vor Dunkelheit einsetzten; sie scheiterten verlustreich. Die Gefechte im Vorfeld unserer Stellungen östlich von Le Catelet dauerten tagsüber mit wechselndem Erfolge an. Bei den Gehöften Malakof und Eologne errang der Feind örtliche Vorteile; Versuche, den Gewinn zu erweitern, schlugen verlustteich fchl. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz Am C h e m i n des Dürnes und in der westlichen Champagne zeitweilig lebhafte Artilleriekämpft. Südlich von Allles kamen französische Teilüngrifft in unserem Abwehrfeuer Nicht Ins an unsere Hindernisse heran. Vor Verdun blieb es westlich der Maas im allgemeinen ruhig. Aus dem Ostufer wurde bis in die Nacht hinnn erbittert csekümpft. Die nach Trommelfeuer bei B e a u m o n't, am Fosses- und Chaunltivald einsetzenden Angriffe der Franzosen drängten uns anfangs aus Beaumont und den Waldstücken heraus ■3« Gegenstoß wurden Dorf und Wälder zurückgenommen und einige hundert Gefangene eingehakten. Abends brachen französische 5kräfte erneut zu Angriffen vor, die zu noch andauernden Kämpfen um Beaumont führten. Zwischen dem Maastal rmd der Straße Beaumont-Bacherauville sind alle Angriffe der Franzosen gescheitert. * Rittmeister Freiherr von Richthofen schoß seinen 59. Gegner ab. O e st l i ch e r Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldrnarichalls Prinz Leopold v o n B a y e'r n. Nordwestlich von I a k o ö st a d t gaben die Russen einige Stellungen rn;f dem Südufer der Düna auf, sic wurden von ims besetzt. Bei B a r a n o w i t f ch i und südwestlich von L u ck lebte \m Ansch uß au erfolgreiche eigene Erkundungsvorstötze das A-ratv mr.. Bei Husiatyn erstickte unsere Artilleriewirkuna einen russischen Angriffsversuch. Front des Generalobersten Erzherzog Josef. . Im Angriff entrissen deutsche Truppen den Rumänen lnlge Hohenftellungen nordwestlich von Soveja- heftige Gegenstöße des Feindes brachen verlustreich zrrsamme'n. Bei der Heeresgruppe des Geueralfeld marschalls von Mackensen und an der M a z e d o n i s ch e n Front keine Ereignisse von Belang. / Ter Erste GeriElauarriermeister Ludendorfs. Der Abendberichtt Berlin, 27. Aug.. abends. (WTB. Amtlich.) In F ländern scheiterte morgens ein starker ena- llscher Angriff östlich von Ypern. Nachmittags heftiger Ar- ttllerrekampf nordöstlich der Stadt Vor Verdun blieb bei den Frühkämpfen Beaumont ln unserer Hand. Im Osten brachte ein Angriff uns in Besitz wichtiger ^ellrmgen. östlich von Ezernowitz. Bisher sind mehr als 1000 Gefangene und 6 Geschütze als Beute gemeldet. Es ist bezeichnend, daß der frühere Demokrat unb lehrge russische Ministerpräsident Kerenski sich nach Moskau, der Hochburg des Moskowrtertiuns, wandte, um seine \ycudy terrsche S Jiostc hndgüttig falten zu lassen. Seine große Rede, ore wrr rin zweiten Blatte unserer heutigen Nummer mitten, gipfelt in den Worten: „Wir werden unversöhnlich sein." Diese Erklärung deckt sich kaum mehr mit den früheren Äußerungen diese Vertreters der ertteinen demokratischen Partei, der sich nicht genug tun konnte, in der Duma den ^mperra (i s was d er za rischen Regierung zu verdamineir, und der, ab-ihn dre Woge derRevolrrtton zum Justizminister, zum Mrogs mimst er und endlich zum Ministerpräsidenten empor- getragen hatte, am lautesten die Friedens sonnet ohne Annexionen und ohne Entschädigung" vertrat, c« ßfruxf)^ delitschen 3d)«Iägc die russische SH 1 ^ t0den I Q ^ bre ganze galizische 'Front von Brod!) bis Foeiani ins Wanken geriet und die zerrüttete mrlitarrsche Disziplin der russischsn Truppe:, sich selbstwure«, AcassenersckMßuugen nicht mehr auftichteu ließ, da lüftete der mmmehaftge Diktator Kereustt zum ersten Male, seine Maske und stellte sich neben Lloyd George und Poincarö, deren Kriegszielerklärungen er gut hieß. Zwar versuchte damals noch der Arbeiter- und Soldutenrat durch eine Erklärung einen Kompromiß mit früheren Erklärungen zu schaffen, aber es gelang ihm nicht, überzeugend zu wirke:,. Nunmehr ist die Stellung Kevensris völlig klar geworden. jEr hat die Konsegueirzen aus seiner Abhängigkeit von Eiigland als dem Drewer der Entente gezogen, und das finanziell und militärisch bankerotte Rußland verkündigt durch seinen Diktator der: Krieg bis aufs Messer. Welches die neuen oder vielmehr alten Kriegsziele unserer Feürde sind, das Aßt August Maurice de Neleffe im „Paris Midi" sehr klar zusammen. „Deutschland kann nur dann für die Zukunft als wirklich geschwächt gelten, wem: rin Friedensvertrag erreicht wird, daß es von zwei Seiten in eine Zange gefaßt iorrd, deren Arme Frankreich Und Polen sind. Polen muß bis zum Meer, Frankreich bis zum Rhein reichen, damit die 'beiden Arme und die Zange die notige Kraft haben. Solange der Zar in Rußland regierte, durften wir den Gedanken, den wir längst faßten, nicht aussprechen. Jetzt aber müssen wir lliut dafür eirttveten." Kerenskis Abfall von seiner früheren Ueberzeugung hat also urrseren Feinden den Däut gegeben, neuerdings wieder für ihr Bernichkungsprogranrnl einzutteten. Im Verlauf seiner Rede schnitt Kerenski auch die Nationcrlitätenfrcme an und versprach, daß die Demokratie RuKcuids trotz' der nicht allzu freundlichen Haltung einiger Nationalitäten gegen das Mutterland diesen alles geben werde, was ihnen durch den Muud der vorläufigen Regierung versprochen !norden sei, und was ihnen die Vxrfassnnggebende Versammlung noch bewilligen werde. Eine Grenze soll nur da gezogen werden, wo mau versuchen werde, den „freien Willm," Rußlands zu vergewaltigen. Wie eng diese Grenze sein wird, geht aus seiner Aeußerung heip-or. daß die Regierung in ö rnn lan d die Wiedereröffnung des aufgelösten Landtages mtt Gewalt verhindern werde. Ebenso radikal will der Legen jeden Versuch v>orgehen, die ursprüngllcheu Achrchten der Revolution gegen den Willen des englischen Schleppenträgers durchzusetzen. • 5 ? a ^J la( 5 Kerenski der Minister des Innern und der Minister für Handel und Industrie aus ihren Ressorts verrieten, war nicht dazu angetan, die tönenden Phrasen Ke- renskrs zu rechtfertigen. Da wurde es offenbar, wie der Krebsschaden der Desorganisation die innere Lebenskraft Rußlands zerftnßt. Die Finanzen sind bis zum äußersten zerrüttet und die Lebensmittelversorgung liegt ebenso im Argen wie zu Ende des zarischen Regimentes. Und >venn maii diese Zustände mit dem Kriegswillen Kerenskis ver- gleicht, so muß man an das Bild denken, das er selbst vom russischen Heere des zarischen Regimes gebrauchte: „Ein Körper- auf tönernen Füßen, fast ohne Kopf." Was da vom Heere gesagt wird, das gilt auch heute noch vom ganzen russischen Reiche. Und wenn sein Kopf Kerenski auch als äußerst befähigt anerkannt werden muß und sein Geist allein es ist, der die schwerfällige Masse des rusiisckien Kolosses bewegt, so darf man es doch billig in Zweifel ziehen, ob der Geist des emen Mannes dem Geiste der Sckstvere dieses mühsam aufrecht erhaltenen Kolosses auf die Dauer überlegen bleiben kann. ■ 3 ore& die Nacht zichnl 27. Wer Saftige •Ski»JöeujtiAe SDwehrfeuer tainifc zMreich« (SrtäDofiown sin tat “g* 1 ! BwtterEstmt uim: BtairtM Der Rest des nest^ der St. Juilren wurde am Abend gesäubert. Am Morgeor des w-j ^dst uisidcamen sich nuch> hefkiAünr 'Trormuelftuer GeftclUo dM Mt der .Stvatzl; Mich twit Qofttrverire. Tü von starken Abteilungen vorgetrage:ren Erkundtmgsporstöße der Engländer wurden särntlich znrückgeschlagen. An «der Arras-Front wurde am Albend des 26. zwischen der Kolonre St Äsirgnste wrd Lens ein neuer Kanadischer Angriff im ^wykamps blutig abgewiesen. Weitere Angriffsversuche erstickten im deutsckien Vernichtungsfeuer. In iden Gefecksten nördlich St. Quentin mar es lden Engläirderii am frühen Morgen des 26. gelangen, bei eiU aI^j- Ul Segen unsere Stellungen irördlich und westlich von Malakvsf-Fe. und bei Eologne-Fe. und südlich davon gesnycten Angriff in etwa 1* •> !iHLometee Breite in die deutsche Vor- ^^ 01 ^ bchzudttngQl. In erbitterten, den ganzen Tag über währenden Kämpfen wurde ein Teil der verlornren Geländestncke wieder gemonneii Dae engsischni Angriffe südlich der Cologne-Fe. nach v Uyr und 4 Uhr nachmittags scheiterten verlustreich. . An der Aisne-Front war die Gefechtstätigkeit lebhafter. Ein sranzosffcher Angriff südlich von Ailles knrz nach 2 Uhr nachmittags scheiterte. Infolge des wittiamen densichen Vernichtnngs- seuers aus die mit französischen Sturmtruppen sich Mlenden Ausgangsstellungen brachten die Franzosen nur eineii Teil der Jn- fanterie aus den Gräben heraus, deren Angriff im dmtschen Ab- bereits zusammenbrach. Das gleich? Schich'al erlitt am Abend ein französischer Angriff bei der Huttebise Fe. Seit Tagesanbruch starkes Feuer in der Gegend vor Malmaison. Bei Cerny brachte eine unserer Pattouillen mehrere Gefangene zurück. , An der Verdun-Front wurden den Franzosen Anfangserfolge ^^u^ue'i starken Angriffs, der nach stärkster Feuersteigerung W August um 5 Uhr vormittags von Beaumont bis zum Ehmime-Wald ernsetzte, rn erbitterten Kämpfen ini Gegenstoß zuni größten -best nneistr entrissen. Der (Gegner wehrte sich verzweifelt. .Unsere tapfer fechtenden Truppen drängten ihn in ungestümen Angriffen Schritt für Schritt znrück. Die ftanzösischen Verluste des smd abernmis schwer. Am Abend versuchten die Franzosen ^^ 2 i neuen Angriff, der von Saniogneux bis z^ir Höhe 344 bluttg abgeschlagen wnrde. Um das Dorf Beaumont wird noch gekämpft. . . Osten svurden ivestlich der Suczawa bei Burma und Arbora Tsi^osiche Vorstöße abgewiesen. An der Snsita wurden rumänische SbeUnngen an der Höhe 441 nördlich von Soveja erstürmt und Mgen mehrere Gegenaugriffe behauptet. Außer schweren blutigen Verlusten büßten die Rumänen über 100 Gefangene, 4 Maschinengewehre und zahlreiche Grabenwaffen ein. Ein rirmänisä^er Llngrrn gegen die Hohe nordöstlich Soveja brach verlustreich zusammen. f 2T Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Auch in den Kämp- fen rn Flandern anr 21. und 22. Augrrft hat sich die deutsche Feld- arttUerre rn hervorragendem Maße bewährt. Sie hat dem Gegner überall das Vorgehen äußerst erschwert und ihnr schwere Verluste bergebrachl. Besoiwers gegen diejenigen englischen Abteilungen, die Langemarck durchschritten, haben eiuige unserer Batterien Ms na- den Stellungen vernichtendes Feuer mtterhalten. Ein einzelnes Oeschutz befand sich, nur von einigen Maschinengewehrschützen ge- sichert, in der vorderen Lrnie. Trotzdem es von ttefgehenden feind- lictien Fliegern mit Maschinengewehren und von einer feiridlichen Batterie andauernd mit Schrapnells beschossen wurde, feuette es uubekunimert mit außerordentlichem Erfolg weiter und hielt sich von der Infanterie mit dem Ergänzen der Viumtion unterstützt' bii) zum Ende des 5banlpfes. Aus den Aussagen von Gefangenen geht hervor, daß man den Tanks immer weniger Vettrauen ent- gegenbringt. Sw wurden auch diesmal schnell und sicher durch Unsere Feldarttllerie und Maschinengewehrfeuer abgetan. * Dev Jahrestag dev Schlacht von Tannenbevg. Berlin, 27. Aug. (WTB.) Zum Jahrestag der Schlacht von ^airnenberg wird dem Moiffschen Bureau von ganz besonderer Seite gesckwieben: Die Schlacht von Tannenberg jähtt sich zum dritten dNale. Jubelruf erscholl durch das deutsche Land und Oesterreich-Ungarns ivaue Eine L.at ungeheurer Größe war gesck>chen. Bon dieser Stunde au bervegte sich die Macht Rußlands rückwärts.. Die Schlacht von Lodz brach endgülttg den russischen Angttfssgeist. Der Durch- ^ 9 ^ßE-Gorlice setzte das siegreich begonnene Werk sott, .ttrr^durch die Schlacht von Tännenberg ist dies möglich geworden. VN Gedanken sehen wrr eine schwache deutsche Streitmacht im Osten ztvrf chen Lotzen und Königsberg vor der starken Armee Rennenkauipss zuruckgehen und sehen die ebenso starke Narew-dhr- mec über Neidenburg im Vormarsch in Richtung Hol>enstein gegen unnn vier dcutiä>e Divisionen zwiscl>en Gilgenl-eim-Hohenstein. '^y?serner Ruhe galt es, des Feindes Blöße zu erspähen und gewalttge Entschließungen zu safscn. Das erste Armeekorps, dao ^ ber Bahn von KomgSbcrg l)er nach Teutsch-Eylau herangefühtt v 1,1 Nähe des Fttndes grfführt durchbricht lner Me seiirdlrchc Linie, wirst den Feind nach Es und links zuruck und drrnat auf Neidenburg vor. Bor der Armee Rennenkainpfs werden alle Kräfte bis auf die Besatzung von Lötzen, Königsberg und.zwn Zbavallcttcbrigaden abgedreht und ebenfalls in der allgemeinen Richtung Neidenburg vorgefühtt Sv schließt sich uni dle russisäfe Narew-Armee zur Vernichtung ein Kre§. Ä berüe selbstverständlich. Es erscheürt seibistver- slandsict/, daß Remwnkampf nicht marsänett ist, um die Sckfiacht ??? Dannenberg m eine grauenerregende ilsiederläge zu vaovau. lü leiten hatten, die liattev ^Oolahreii stets klar vor Augen. Wenn sie trcstüxnn die ungelfeure Berantwortung aus sich genommen haben, so ist dies in dem Ge- w cut ftster Wille sein Ziel erreicht, auch wem: der Weg muh so dornen- uiid gefahrvoll scheint, es-gesckxch im Ä OKtt und ^eutsästands Zukunft. Dieses uuer- ^kterlühc Vertrauen sei auch am dnttcn Gedenktag der Schlad des deutschen Volkes Währzerchen. Die Schlacht am Fsonzo. ® L C U ' u 8 \ dem Krieg spres seg uart ier wird 'i u 5i U £ 7..gemeldet: Die italienischen Angriffe auf der Hochflackw von Bainsizza-Heiligengeist dauerten mir imvernnnderter Hestrgkeit an. Der Feind wurde abgcschla gen. Auch alle sekne Unternehmungen gegen den Monte San Gabriele blreben erfolglos. A'ordöstlich Czernowitz wnrdc cmc Stellurlgsverbrsftrung erfolgreich duvchgeführl. Wien, Llug. (WTB.) Aus dern Kriegspresieon^ trcr wrrd mittags gemeldet: Die Schlack)t nördri : dauert an. Dre Lage ist unverändert. Berlin. 27. Mg. (WTB. Nichtamtlich.) „Nya Dagligt Allo- ianda" nennt die Jsonzoschlacht ldie größte aller Offen,rvunter- irehmungen der Entente. Cadorna hat die größtmöglichste Kraft- anstrengung gemacht, nach Triest durchzubrechen. Die Engländer haben ihn nrit neuer fürchterlicher Artillerie und Mnnitionsmassen versehen. Der Einsatz teclmischer und zahlenmäßiger Ueberlegem- !>eit hat den Italienern einige Geländesortschritte ermöglicht, aber soweit man bisher erkennen kann, ist die Gefahr eines Durchbruchs nicht KU befürchten. Besuch König EmanuelS in Frankreich. Bern, 27. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) „Nouvelliste de Lyvrr" erfährt aus Paris, daiß der König von Italien demnächst nach Frankreich kommen und den Besuch Pv-in- arös^ envidern wird. Französische Berichte vom 26. 8., abends. In der Champagne setzte unsere Artillerie ihr Zerstörmrgsfeuer fort und sprengte Gasbeltzllter in den deutschen Linien nördlich vem dein Mvarin-Gehöft. 9luf dem rechten Maas- üser griffen -unsere Truppen vormittags zwischen denr Gehöft Mvrnvcmt tcnd dem Chaumewald kräftig an. Alle unsere Zielpunkte -.-reichten wir trotz des erbittertem Widerstandes der Deutschen und 7iähmcn ihre Verteidigungslinien aus vier Kilometer und einer Tiefe von einem Kilometer weg. Das Fasses-Gehölz und das Gehölz von Beaumont, das weiter nach Norden liegt, sind fast ganz in unserer Gewalt. Bei weiteren Borstößen erreichten, unsere Truppen den Südrand des Dorfes Beaumont. Ein heftiger Gegenangriff der Deutschen vom GchiAtz la Navrille aus wurde von uns unter Geschützfeuer genommen und mit schweren Der lüsten >- bgerviesen. Wir machten viele Gefangene, die noch nicht gezählt such. Auf dem linken Maasufer nahm der Geschützkampf zeitweise in der Gegend nördlich von der Höhe 304 große Heftigkeit ant, Bon der übrigen Front ist nichts zu melden. Orient bericht vom 25. 8. Der Tag war- auf der ganzen Front ruhig. Mehrere feindliche Abteilungen, die unsere Linien zwischen Prespa- und Ochrida-Sse zu erreichen suchten, wurden abgewiesen. Die Flieger der Alliierten bewarfen in der Umgegend v>on Temir Hiffar feindliche Lager nördlich vom Mali k-See mit Bomben. Französischer BandalismnS. Berlin, 27. Aug. (WDB.) Einen Beweis für den Band alisnrus der Franzosen gegenüber deutschen Friedhöfen liefert der erbeutete Befehl eines Kommandierenden Generals der Heeresgruppe Nord vom 24. Mai 1017. Es heißt darin: „Es ist mir mitgeteilt worden, daß in den miedereroberten Gebieten deutsche Friedhöfe durch französische Truppen verheert und verwüstet worden srnd. Derartige Handlungen, die im Widerspruch zu unserem Geist und zur Ueberlieferung stehen, dürfen nicht geduldet werden. Die Armeesührer haben entsprechende Amveisungen zu geben." Berlin, 27. Äug. (WDB.) Wie wenig die Franzosen die einfachsten Gebote der Menschlichkeit und die allgemein anerkannten Regeln der interrmtionalen Genfer Konvention trachten, ergibt sich aus einem erbeuteten französischen Befehl vom 8. Mai 1917, in welchem es heißt: „Der Divi- sivnsgeneral befiehlt, daß deutsche Verwundete erst dann aufgelesen werden dürfen, wenn unser letzter Verwundeter aufgelesen und abtransportiert worden ist. Es ist durchaus unzulässig, daß diese Banditen, die unsere Verwundeten verkommen lassen, vor unseren eigenen Soldaten anfgenom- men werden." Englische Berichte Am 26., vormittags, griffen unsere Truppen des Feindes Stellungen Mich von Hargrcourt auf einer Front von mehr als einer englisckM Metile (1600/Meter) an und drangen bis zu einer Tiefe von einer halben Meile (800 Meter) ein. Sie nahmen des Feindes/ feste Punkte, nämlich das Ockhöft Coilogne und Malakoff und richteten sich auf dem neu gewonnenen Gelände ein. Bei diefep Operation mack,den wir 136 'Gefangene. Unter deni Schutze schweren 'Geschützfeuers hat der Feind heute morgen ffr tdjetr ^Nachbar schuft bcrtJ Straße Ppern—Menin unter Vertvendung von Flammenwerfern aangegriffen. Es gelang .ihm für einen Augenlblick, die Nordwest ecke des Juveoesi-Gehöftes wieder- zu besetzen. Seine Truppen wurden durch Gegenangriff sofort wieder hinausgeworfen und unsere Stellungen wieder hergestellt. Ein Gefecht von örtlichem Charakter! hat heute morgen südöstlich von St. Jtllien .stattgefünden, ivo wir unsere Linien vorschoben. In der Nicht hat der Feind unter dem Schutze schweren Geschützfeuers den von uns in der Nacht vom' 24. zutmi 25. August genomnienen. Posten westlich des Geteide-Baäws und südwestlich Lombartzyde wiedergenommen. Die feindliche.Artillerie ist heute im LLbschnitt von Nienport lebhafter sättg.gewesen als gewölmlich. Infolge des stürmischen Wetters war die Tätigkeit in der Luft gestern gering küs zum Abend, wo wir eine erfolgreiche Artillerieaufklärmvg durch Flugzeugbeo bacbtung durchgeführt haben mb Gefechte stattgefunden haben. Drei deutsche Flugzeuge wurden abgeschossen und vier beschädigt zunt Landen gezwungen. Vermißt werden zwei unserer Flugzeuge. Die kanadischen Verluste. Berlin, 27. Aug. (WTB.) Die blutigen Verluste der Kanadier vom 15. bis 25. August bei den Angriffen ans Lens werden von der Truppe auf 8- bis 9000 Mann geschätzt. Tie Kanadier verloren rund 150 Mann an Gefangenen. Die geringe Gefangenen- 7ahl ist eine Folge der großen Erbitterung, mit welcher auf beiden Seiten gekämpft wurde. Besonders schwere Verluste erlitt am 15. August die 11. kanadisck>e Brigade. Aus Gefangenenaussagen: und auf dem Schlachtfelde gefundenen Meldungen geht hervor, daß das 75. und 87. kanadische Bataillon der 11. Brigade ziemlich als ansgerieben gelten müssen. Ebenfalls große Verluste erlitt am 23. August das 44. kanadische Bataillon. Der bulgarische Bericht Sofia, 26. Mg. (W. B.) Bericht des Generalstabes vom 26. August: Mazedonische Front: Im Cerna - Bogen und westlich des Barbar lebhaftes Artilleriefcuer. Auf der übrigen Front Störungsfeuer. Zwei englische Kompagnien, welche im Abschnitt nördlich be$_ Dvivan-Sees unsere vorgeschobenen Abteilungen anzugverfen versuchten, hvnrden durch Feuer vertrieben. Im Struma-Tal vereinzelte Kanonenschüsse und Pattviuillengefechte. Rumänische Front: Schwacher Austausch von Gewehr- und Artilleriefeuer cm einzelnen Teilen der Front. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 26. Mg. (WTB. Nichtamtlich.) Tagesbericht. An der Küste des Schwarzen Meeres landete am 24. August eine russische Räuberbande in Armvemnsorni bei Ordun. Die Räuber zerstörten in der Stadt das Arzneidepot, brachen in dre Läden und Bazare ein, überfielen die Zivilisten in den Straßen, raubten den Frauen Ohr- und Fingerringe unb vergingen sich auf offener Straße an z.oei griechischen Mädchen. 'Nach vielen Heldentaten!, die unter dam! Schutze der russischen Kriegsschiffe sifttffanden, ging die Msicherhotde wieder auf die Schiffe. 300 Griechen und Mvham^- medcmer der Einwohnerschaft gewaltsam mit sich führend. So beschützt der Russe seine SoldatLnehre, die er angeblich für Freiheit ,md K ultrrr ernsetzt Gegen Bir es Saba fand abermals ein großes Kavallerieunternrehmien des Feindes statt, 69 Eskadrons, 2 Bataillone und 6 Batterien des (Gegners ivaren beteiligt. Während starke Kräfte des Feindes vorsichtig westlich Bir es Saba vorsühtten, griffen etwa 30 Eskadrons südlich und südöstlich um den Ort hecum mi Unsere Truppen aus Brr es Saba macktrn mit einigen Ba- uff'koren, Eskadrons und Geschützen einen geschickt angelegten Vorstoß gegen die rückwärtige Verbindung der östlichen feindlichen Kava newekosonne, die 12 Eskadrons stark war. Der Gegner ging eilig ff. znrtick l^r verlor an Toten 8 Retter und 20 Pferde. 4 Pfmde und einige Gewehre wurden, erbittet. Nvchidüm! guch unsere Flieger erfolgreich ergriffen und 450 Kttogramm BomibkN aus die Gegner abgeworfen hatten, ging der Feind nachmittags. aus d«: ganz«', Linie zurück. IN der därcht zum 25. August ging er bis Teil rzaiks Zurück. Unsere Streffabtellungen fanden xu dieser Zett wett vor mrsever Front keine feindlichen Postierungen mehr. Ein Friedensvorschlag WilsouS? Berlin, 27. Aug. (Privattelegramm.) Geng-Seippel erzählt im „Journal de Genöve" in einem Artikel über dre Gesellschaft der Nationen: Eine im allgemeinen gut unterrichtete Persönlichkeit erklärte, daß, bevor die Armee der Vereinigten Staaten tatsächlich in den Krieg eingreife, Wilson einen letzten Vermittlungsversuch zu unternehmen beabsrch- tige. Wilson würde von der Entente erwirken, daß sie die Friedensbedingungen genau feststelle und gegebenenfalls berichtige, in dem' sie sie mit den von Wilson verkündeten Prinzipien in Uebereinstnnmung bringe. Dann würde Wilson den Mittelmächten Vorschlägen, diesen gerechten Frieden anzunehmen. Andernfalls würde die Entente feierlich erklären, daß den Mittelmächten 10 Jahre lang der Weltmarkt verschlossen sein solle. Teilmobilifierung in Griechenland? Amsterdam, 27. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Nacb dem „Algemeen Handelsblad" meldet „Daily Chroniclej" aus Athen, daß zwölf Reservtstenjachrgänge urtter die Waffen gerufen worden seien. ziehen kann. Heutzutage sind die nreisteu Handelsschiffe h&' * waffnet, und dadurch gegen die U-Boot-Drohung viel besser , geschützt als früher. 'Aber nichtsdestoweniger nimmt die Zahl des versenkten Schiffsraums nicht ab, mögen auch die englischen amtlichen Berichte durch die Art ihrer AisfeD- angaben gelegentlich zu anderen Rückschlüssen verletterr. Diese Veröffentlichung, die nur die Zahl der Schiffe angibt, ist nichts als eine Täuschung und ans Täuschung berechnet. Es ist an der Zeit, die Tatsachen mitzuteilen und mit dreser Täuschung aufznhören, sonst kann der Krieg überhaupt nicht gewonnen werden. ^ Bern, 27. Aug. (WTB. Nichtarittlich.) „Nouvelliste de Lyon" meldet aus Patis, daß der französische Schoner „Florentine" aus St. Malo, der französische Segler „General Boisdeffre" aus Nantes (2195 Br.-R.-T.) und der Schoner „Havanna" aus St. Sevcm überfällig sind und als verloren gelten. Bern, 27. Aug. ,-Petit Parisien" meldet: Aus dem Bericht des Kriegsgerichts in Robbefort geht hervor, daß das 'ranzösische Patrouillenschiff Anjou am 17. August 1917 auf . der Höhe von Cap Breton auf eine Mine stieß und' sank, ( wobei sieben Mann der Besatzung ums Leben kamen. Der angektagte Kommandant wurde freigesprochen. Aus dem Kelche. Erfolge unserer Zlugzeuge bei der Insel Gesel. Ein russischer Zerstörer zum Sinken gebracht. Berlin, 27.Aug. (WTB. Amtlich.) Unsere Flugzeuggeschwader der kurlündischeu Wste ftchrten in letzter Zeit zahlreiche erfolgreiche Angriffs- slüge gegen die Befestigungen, Flugstationen und militärischen Ablagen der Insel Oesel aus. Dabei wurden auch die im Gebiet des Riga-Busens gesichteten russischen Seeftreitkräfle erfolgreich nnt Bomben belegt. Bei diesen Angriffen wurde ein Z e r st ö r e r d e r N o - wik-Klasse durch einen mit hoher Stichflamme bei dem hinteren Schornstein beobachteten Bombentreffer zum Sinken gebracht. Ein russisches Werkstattschiff wurde so schwer beschädigt, daß sein Sinken ebenfalls mit Sicherheit angenommen werden kann. Trotz stärkster feindlicher Gegenwirkung durch! Land- und Schiffsabwehrgeschütze und verschiedener Luftgefechte mit russischen Flugbooten und französischen Kampfeinsitzern, wobei ein feindliches Flugboot bei der Insel Abro im Rigaischen Meerbusen zum Landen gezwungen und so schwer beschädigt wurde, daß die Besatzung über Bord sprang, kehrten unsere Flugzeuge sämtlich ohne Verluste oder Beschüdigmrgen zu ihren Stationen zurück. Der Chef des Admiralftabs der Marine. Zeppelinwirkung« Ko peu Hagen, 27. Mg. (WTB.) Beim letzten Zeppelin- Angriff wurde die beim Spurnpoint-Leuchtturm befindliche Ab- w-Llwbntterie von sechs Geschützen neuesten fvairzösischen Systems dnvch einen Volltreffer total vernichtet. Die Besatzung wurde größtenteils getötet. Ein bei Hüll liegender Dampfer wurde so beschädigt, daß er sofort ins Dock geschleppt werden mußte. Die Eisenbahnstation Paragon bei Hüll und ein angrenzender Häuserblock wurden vernichtet. Mf der Reede von Grimsby wurde ein Werkstatt-Leichter mit vier kleinen Schleppern durch einen Volltreffäs versenkt. Bomben auf Holland. Äl m st e r d a m, 27. Aug. (WTB.) Die Neederlärchsch Telegraf- Agentschap meldet aus Vlissiu^en: Samstag um II 72 Uhr sind von einem Flugzeug unbekannter Nationalität einige Bomben dicht bei der Grenze auf den Boden der Gemeinde Cadzand geworfen! worden. Sie fielen auf offenes Feld und richteten keinen Schaden an. iHa a.g, 27. Mg. (WTB.) Eine Mitteilung des Ministeriums stes Aeußetn legt die Tatsachen der wiederholten Verletzung holländischen Gebietes am 18.'August durch deutsche und Eittenteflugzeuge dar, bei denen Bomben auf holländisches Gebiet fielen. Die deutsch^ Regierung habe bereits ihr Bedauern ausgesprockxen. Die 'holländische Regierung habe in Berlin Einspruch gegen die Verletzung erhoben und um weitere Aufklärungen ersucht. Die l-ollän-- dischen Gesandten in London, Havre und Paris seien beauftragt, den betreffenden Regierungen die Frage vorzulegen, ob Flugzeuge ihrer Luftflotten an deni Luftgefecht über holländischem Gebiet teilgenomm-en und Bomben ab geworfen hätten. Die gefundenen Bombenscherben werden durch militärische stellen auf ihre Herkunft untersucht. Seekrieg. Reue N-Boot-Erfolge. Berlin, 27. Aug. (Amtlich.) Durch unsere U-Boote wurden rm Sperrgebiet um England wiederum 24 500 ART. versenkt. Unter den versenkten Schiffen befanden sich ein englischer b-ewussireter Tankdarnpfer vom Aussehen der Hur- cania (5227 Donnen), der aus Sicherung heraitsgeschossen wurde, der bewaffnete italienische Dampfer Trento mit 4800 Donnen Kohlen von Cardiff nach Genua, dessen Geschütz heruntergeho-lt, dessen .Kapitän gefangengenommen wurde, und ferner ein großer unbekannter Darnpfer, der an der Spitze eines starken Geleitzuges fuhr. Der Chef des Admiratstabes der Marine. Berlin, 28. Aug Die Schlacht tobt aus dem Lande, schreibt Leon Bailby im „Jutransigenffff aber ihre Entscheidung fällt auf dem Wasser. Auf dem Lande wird Amerika früher oder später seine Millionerr Menschen in den Kamp' werfen, mn die deutsche Macht zu brechen, aber unter der Bedingung, daß es uns nicht vorher an Schissen fehlt, Um unser Heer und Unsere Bevölkermrg mit Lebensmitteln uni) Rohstoffen zu versehen. Da liegt das Problem. Deutschland richtet seine ganze Anstrengung auf die Seerä'uberei. Wenn unsere Anstrengung der senrigen nicht entgegenwirkt, kann unsere Lage sehr ernst werden. Ueber diese Frage wurde die öffentliche Meirrung in Frarrkreich sehr schlecht unterrichtet. Seit der kritischen Peric^e im Marz inti> April wiegt man uns im Optimismus. Nachdem' ich die Zahl der versenkten Schisfstonnen zu Rate zog, bin ich verpflichtet, zu sagen, daß dieser Optimismus nicht begründet ist. Die Gefahr der Ab- .nutzungsseeräub-erei besteht und ihre Wirkungen steigern sich. Mit denk Einfluß der Fahrtgeschlvindigkeit der .Handelsschiffe auf die Erfolg aus frästen der U-Boote beschäftigte sich laut „Journal os Commercs^ die New' Parker .Handels- kamrner in einer besonderen Sitzung, 'und zog aus der Tatsache, daß die Berseirkungsziffemr bei wachsen^der Geschwindigkeit abnehmen, die nachstehenden Folgerungen: Die Mottenbehörden stimmen darin überein, daß es vollkommen undurchführbar ist, genug Zerstörer zu bauen, um twrsende langsani fahrender Handelsschiffe, die Nahrungsmittel, Mw- rritiorl sowie sonstiges Kriegsmaterial über derr Atlantischen Ozean schafferr, geleiten zu lasset!.. Es gibt daher mir einen eirizigen gangbaretl Weg, dem Unhell zu entgehen. Jedes in Amerika, England, Frankreich und Italien gebaute Schis' nnöß künftig so gebaut werden, daß es durch, seine eigene Fghrtgeschwmdig^it auch oljnc Geleit sich dem U-Boot ent- Aus dem hauptausschutz des Reichstags. Berlin, 27. Aug. (WTB.) Im .Hauptausschuß des Reichstags teilte vor Eintritt in die Tagesordnung der Vor- itzende Fehrenbach ein Schreiben des Geheimrats Dursberg nit. Darin werrdel sich Duisberg gegen die in der Freitag- itzung ausgestellte Behauptung, als hätte er zur Abberufung Nröners beigetragen; es sei ihm wie in den Sinn gekommen, )en verdienstvollen Leiter des Kriegsamts zu bekämpfen, vielmehr sei er mit diesem gut ausgekommen. Er müsse ent- chieden zurückweisen, daß er hinter dem RüÄn Gröners gegen ihn gearbeitet hätte. — Die Angelegenheit wird zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgegrifsen. — Nach dem Eintritt i-n die Tagesordnung wurden Verwaltungssragen in den besetzten Gebieten beraten. Die Verhandlungen wurden als streng vertraulich erklärt. Berlin, 27. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Der Haupt- ausschuß des Reichstags setzte in der Nachmittagssitzung die 'treng vertrauliche Llussprache über die Berwaltungsfragen der besetzten Gebiete, namentlich Polens, fort. Die Redner aller Parteien nahmen das Wort. Von der Regierung griffen wiederholt der Vizekanzler Dr. Helfferich und der Staats- efretär des Auswärtigen in die Erörrerung ein. Weiter- uratung Dienstag vormittag. Außerdem ein Antrag sämtlicher Parteien auf Beseitigung der politischen Zensur und der sozialdemokratische Antrag auf Aufhebung des Belagerungszustandes. (Siehe auch 2. Blatt unserer heutigen Nummer.) Der Siebenerauöschuß. Berlin, 28. Ang. Der nenernannte Si ebenerausschuH, Ter sich ans je sieben Mitgliedern des Reichstages und dÄ Bnndesrates zasamm-ensetzt, hat nach der „Freist Zig." offiziell den Titel „Sonderansschnß beim Reichskanzl«ff^ erhalten. Der Präsident des Reichstags hat das Recht, an den Berhandlmigen mit beratender Stimme teilznnehntcn. Dschemal Pascha in Berlin. Berlin, 27. Mg. (WTB. Nichtrrmtl.) In einenr längerem Arttkel zur Begrüßung Dschemal Paschas in Berlin schreibt dir Nordd. Allg. Ztg. u. a.: Als Gast des Deutschen Kaisers trifft heute abend der türkische Marineminifter mrd OberkonnnondievelÄc, der vierten türkischen Armee (Syrien) Dschemal Pascha, in Berlin ein. In unserem Gaste, den wir von Herzen willkommen heißen, ehen wir die Vereniigung der besten Eigenschaften der jungen Türkei, Energie, Entschlossenheit und Zähigkeit im Durchhalten- Geschick in den schwierigsten Verhältnissen, eine von Herzen kom- mende Toleranz. Dschemal Pascha wird von -dem Deutschen Kaffer im Hauptguarrier empfangen, er wird die rWerftat und Häfen besuch- ttgen, auf Einladung des Herrn von Krupp und Bohlen-Halbach urid diejenigen Werkstätten kennen lernen, in denen immer neue Waffen gegen den geineinsamen Feind geschmiedet werden, utfct einem Wort: Der türkische Riarrnemimster wird alles in Angrn^ chein üehnren, was dem Endzweck seines Besuches dienlich ist. der Reorganisation und dem Ausbau der türkischen Motte. Zur Bewältigung der großen und sästnen Mfgabe des Msbaues der türkis chen Flotte bedarf es vor allem der Gabe der Organisation.' Hierin ist Dschemal Pascha ein unbestrittener Meister. Was Dschemal Pascha in Syrien geleistet hat, kann nicht mit wenigen Zellen gesagt werden. Tausende von Kilometern an Bahn- und Delegvaphenlinien, Straßen und Wegen aller Art wurden gelegt. Hat derart die Türkei in Dschemal Pascha eine ihrer wertvollsten Energien, so hat das deutsch-türkische Bündnis in ihm eirren seiner treuesten Bekenner. * Berlin, 28. Aug. Reichstagsabg. Dr. Werner hat ffach eigener Mitteilung dem Reichskanzler sechs weitere Anfragen unterbreitet, die sich mit den Drusch Prämien, der Kohlenversorgung, dem Entweichen von Kriegsgefangenen, der Bevorzugung jüdischer Gefangener, der Verschärfung der Zensur urrd einem Kriegswuchergesetz befassen. Ber'lin, 27. Aug. (WDB.) Der „Reichsanzchger" erct> hält eine Verordnung zur Abänderung der Verordnung über die Verarbeitung von Obst und eine Ausführirngsbefsim- nlung zu der Verordnung über Se-etank und Seegras. Aus Stadt und Lund. Gießen, 28. August 1917. Einweihung eines Kriegsgefangenen - Denkmals aus dem Friedhof. Sonntag, den 26.!ds. Mts., 91/2 Uhr dorm., wurde auf dem städtischen Friedhof ein Monument eingeweiht welches die Kriegsgefangenen des Lagers Gießen ihren hier verstorbenen Kameraden ivach erfolgter Genehustgung durch die städtffchen und mllitärischen Behörden errichtet haben. Das schlichte Denkmial stellt eine trauernde, vor einew Sarkophag knieende Mauengestalt dar. Die 'Künstler des Deirkmials sind die Kriegsgefangenen Architekt Depondt und Bildhauer Druavdt. An der Feier, zu welcher dir Kriegsgefangenen Manzosen, Bel> grer und Engländer des Lagers Mordmrngen von je 15 Mann entsandt l-atten, inahlinien Deutsche Offiziere teil. Die Feier wurde durch StreichmUsrk der Franzosen begleitet. Ein Mllglldd des Denkmaö mrsschusses ^md em Kriegsgefangenen-Geistlicher Kelten kurze M- spvachen. . Die Feier, von welcher 14e Kriegsgefangenen in ihren Briefen ■ui der Hei mat erzählen werden, kann nur aufklarend.wirken und w!tt dazu bettragen, daß auch Unfern in Feindesland sterbenden Kriegern em chrenvolles Begräbnis zutell wird. * ** ^en-Kon zert. Am Mittwoch nachmittag 4 Uhr ivrrd die Reginrentsinusik des aktivlen Infanterie- Regmumts „Kaiser Wilhelm" (im Felde) mit nachfolgende: Musikfolge in der Süd-Anlage konzertieren Mffiffolge: 1. Deutsche Wacht! Marsch von W. (Ganzer. 2. OinDertüre zur Oper ,-Oberoitt^ von C. M. v. Weber. 3. Melodien a d. Opt^r^ „DamchäuLer" pan R. Wagner. 4. AngeLochte .StALe « .d. Oper „Der Kuhreigen" vmi W. 5. Bor Verdteu.! Marsch von W. Lober. — Am Donnerstag findet rm Saale des Hotels Fürsten Hof ein Wohltätig- keitskonzert für die Hinterbliebenen der in diesem Kr iegegefallenenKrieger des Regiments 116 statt. ** Ein Einigungsnlm.it znr Bermrttlmrg ftr Miets- ti n i> Hypotheken st reitigkeiten wird vom 15. Dezem'berl an irt Giesen errichtet. Das MietsÄniigwngsamt ist befugt, cnff Mi rufen eines Mieters über die ÄriJfairtfe eine r nach dem 1. Juni verfolgteil Kündigung des Vermieters, /über die Fortsetzung des gekündigt Qi Mietverhältlnsßes und ihre Dauer, söwilc über echc! Erhvhullg des Mivtziinses im FaLe der Fortsetzwtg zu bestimmen, aus Anrufen eures Bevirfteters einen mit einem neuen Mieter abgeschlossenen Adirtvertrag mit rückwirkerrder Kraft auszuheben. Näheres siehe BeLanntrnxuchung. ** Kohlen Versorgung. Der Reichskommissar für die Kohlienverteiftmg hat eine Bestands- und Bedarfsermittlung von Brenn- und Herzstos'an. am 1. September d. Js. angevrdnet. Die zur Ermittlung nötigen Vordrucke sind in den Markenausgabe-i stellen am 30. d. Mts., morgens von 8 bis 12 Uhr und nach- mittags von 2 bis 6 Uhr erhälllich. — Die ausgefüllten Vordrucke sind am 3. und 4. September d. Js.. morgens von 8 bis 10 Uhr. der zuständigen MccrkermusgabesteÜe etnMreüchen. Nicht vollständig ftusgcsüllte und verspätet eingegmrgene Vordrucke werden als nicht Angegangen betvachtct. Die Säumigen 'werden von der Belieferung von Brenn- und HeizstosscN künftig mlsgeschjlvssen. Gewerbetreibende und LaMvirte haben den Verbrauch für ihrell Haushalt, ihr Gewerbe bzw. ihre Landwirtschaft getrennt mrzugeben. Sämtliche Kohlerrverbraucher sind verpflichtet, die nötigen Arrgnben zu n4üche>n. Auwiderhondlungen können mit Gefängnis bis zu einem Lahre und mit Geldstvase bis zu 10 000 Mart oder mit einer dieser Schafen bestraft werden. Ferner kairn auf Einziehung der Brennstoffe erkannt werden, auf die sich! die Zwmderhandlung bezieht, ohne Unterschied, ob sie dem Täter gehören oder Nicht. Näheres siche ^Büanntmachung in -unsevem heutigen Blatt. ** Die Aus-Lhlun g der Familienunterftützun- gen an die Angehörigen d ’im Heeresdienst Einberufenen für 1. bis 15. September 191. ,:o. für August 1917 findet vom 31. August bis 7. September statt. Nälwres siehe Bekanntmachaing. Lichtspielhaus (Bahnhofstrabe 34). Ab heute bis einschließlich Freitag sind vier gpotze Lustspieltage eingelegt. Zuerst wird das pikante Lustspiel in drei Akten.„Der Sekretär der Königin" gegeben. Die Hauptrollen hegen in den Händen von Käthe Dorsch vom Berliner Lustspieltbealer, Resel Orla vom Deutsche Theater Berlin. Es sokft ein entzückender Filmschwank in vier Llkten „Der standhafte Benjamin". In her Hauptrolle A. R i e ck. Beide Films sind verfaßt von dem bekannten Regisseur Robert Wie ne. Auf vielseitigen Wunsch wird Rente zuM letztenmal als l>esandere Einlage von 8—9 Uhr die Vorführung des Kulturfilms „Die im Schatten leben. Schuldlos geächtet" geboten. Diese beiden ^Ronopol-Lustspielschlager sind das Beste, was je im Gießener Liüüspielhmrs zur Vorführmrg gelangte. Die Direktion bittet, nach Möglichkeit die NachrnittagsvorsteUnngcn besuchen M wölben. Anfang 4 Uhr, Ende 11 Uhr. Landkreis Gießen. ** Beltershain, 28. Mg. Der Gefreite Karl Launs- v a ch, der seit ^üovember 1915 bei einer Masch.-Gewehr-Komp. des Garde-Füs.-Regiments im Felde steht, wurde vor kurzem zum Untevofsizier befördert. Mft dem Eft erneu Kreuz war er bereits im Sommer vorigen Jahres ausgezeichnet. Kreis Schotten. 8 Herchenhain, 28.Mug. Ein neuer Todesfall ist durch die Ruin eingetreten. Das 2^2jährige Bühlein der Witwe Marie Appel ist ihr erlegen. Sein Vater fiel voriges Jahr bei den Kämpfen vor Verdun. Sport. Gießener Ruder-Regatta. Auch in diesem Jahre vermochte der Gießener Ruder- Klub ,,H a s s ia" dem Sportleben im Gießener Publikum --ich die Abhaltung einer Regatta einige genußreiche Stunden zu bereiten. In Scharen jvog es bei dem schönen Witter am Sonntag hinaus auf die „Bleiche", um sein Interesse an dem schönen deutschen. Rudersport zu bekunden. Wenn es auch eine Enttäuschung insofern erfuhr, als der Lahn-Vierer durch unvorhergesehenen Zufall fast eine Einzelfahrt für die Gießener „Hassia" wirrde, so kam es bei den anderen Rennen, besonders in dem Vorrennen für den Anfänger-Vierer der Achter, voll und ganz aus seine Kosten. Alle Mannschaften zeigten ein schönes Können. Ter Verlaus der Regatta gestaltete sich wie folgt: Begrüßungs-Vierer: 1. Frankfurter R.-Sp. Amici- tia: 5:27. 2. Mannheimer Wasserspvrt-V. Vorwärts: 5:34%. Doppelte Fahrt: Offenbacher R.-K1. Germania wegen Behinderung ausgeschlossen. Die sich tapfer vetteidigcnde Mannheimer Mannschaft verlor gegen Ämicitia mit 2 guten Längen. Anfänger-Vierer: - 1. Fechenheimer R.G. 1910 (Schlag Schack) 6:19*/*. 2. Gießener R.Kl. Hassia 6:30 3 / 5 . 3. Offenbarer R.Kl. Germania: anfänglich Bord an Bord; bei .500 Meter zog sich das Feld allmählich. Während Osfenbach ins Hintertreffen geriet, heftete sich Gießen fest in das führende Fechenheim, das sich den Sieg nicht entwinden ließ. In den drei Vorvennen, die heiß mnsttitten waren, schieden Frankfurter R.SP.V. Ämicitia, Undine, forme Fechenheimer R.G. 1910 aus. Lahn-Vierer: 1. Gießener R.Kl. Hassia 5:50*/a. Franks. R.Sp.V. Ämicitia bei 200 Meter wegen RuderdesettH »rufgegeben. Mannheimer Wassersport-V. Vorwärts nicht gestartet. Verlosungs-Achter: 1. Mannschaft Wisker, Haus (iGießen), Dörr, Hck^ Müller (Ämicitia), Weber (Gießen), Vogel (Ämicitia), Heilmann (Mannheim), Rupp (Gießen), Steuer: Heß (Heppenheim). 4:41*/s. 2. Mannschaft Scherer (Ämicitia), Bernhardt (Mannheim), Heinrich Rupp, L. Rupp (Ämicitia), Hauch Spamann (Mannheim)/ Stein, Diebcrt (Undine), Steuer: H. Müller /Ämicitia) 4:54 3 L. Durch Los wurden die gemeldeten 27 Rüderer in drei Boote verlost. Zwei $jter tollen ins Vorrenneu, während der dritte sich srei- loste.' Allie drei Achter leisteten vorzügliche Arbeit. Der sreigeloste Achter bezwang den int Vorrennen siegreich gewesenen Achter nach heftigem Kamps mit zwei Längen. Abschieds-Vierer: 1. Fechenheimer R.-G. 1910. (Schlag Becker) 5:16. 2. Gießener R.-Kl. Hassia 5:19V§. Ein schönes fast durchiveg geschlossenes Rennen, das FechLnheim im End- sport mit 1 Länge gewann. Die Preisverteilung wurde durch den Leiter der Regatta, Karl Benning, Vorsitzender des Vereins Uferbrücke, Frankfurt, vpr- genommen, der ein dreifaches Hoch ans die Sieger wie aus die Besiegten ausbrachte. Ö. Wittcruugsbericht. (O e f f e n t l i ch e r W e t t e r d i e n ft.J Bedeckt, Regenfälle, k ühl. _ . Letzte Nachrichten. Gegen die Reichstagsmehrheit. Dessau, 28. August. Der recküsnationalliberale Mgsordnete Tr. Töhning griff als Lcmdtagspräsideitt bei der Eröffnung des crnlhalttsclien Landtags die Reichstagsmehrheft cm, indem er es als die Meinung des größten Teiles des Deutschen Volkes be- zeichnete, daß dft Friedensresollttwn ein Zeichen von Schwäche: gewesen sei. Er fügte als seine Meinung hinzu, daß auch die Feinde sie so verstanden hätten. Ter fortschrittliche Abgeordnete Dr. Eoihu, Dessau, wies diese Kritik als unwahr und unrichtig scharf zurück. Die Entente und die Papstnote. Glkns, 27. August. Der „Matin" berichtet aus Rew-Vork. Wilfvn werde, wie halbamtlich verlautet, gleichzeitig mit der Antwort auf die Papstnote eine neue, auf die Friedensftagr bezüg^ liche Botschaft an den KDngre^ richten. Wilson wird erklären, der Friede könne erst in Betracht gezogen werden, wenn Deutschland zuvor seine Kriegsziete klar bezeichnet habe. Die Lnge in Rußland. Stockholm, 17. Mg. (WTB. Nichtamll.) Zu der Erörterung der Moskauer Konferenz veröffentlicht „Nowoje Wremja" eine überaus düstere Schilderung über die Lage. Nachdem, so schreibt das Blatt, die südlichen Regimenter ihre Waffen niedev- geworsen haben und sckion geflohen sind, haben die Deutschen neue Stützpunkte an der Küste besetzt. Finnland ist in Aufruhr. Im Hinblick aus den trostlosen Zustand der Garnison und den klaren Wunsch der ftnnischen Sozialisten, mit Rußland zu brechen, müffeit lvir uns auf die schlimmsten Dinge vorbereiten. Freunde der Deutschen gibt es nicht nur in der ukrainischen Rade, sondern mich im ftnnischen Landtag und im allrussischen Arbeiter- und Soldatenrat. Sie ftnden cs nicht einmal für nötig, ihre Verräterei mit der Fahne deS Internationalismus zu verbergen. Auf einer Versammlung, die zuriVerhandlimg von Wahlfragen einberufen worden war, erklärten diese Deutschenfreunde offen, daß sie Anhänger eines unmittelbaren erniedrigenden Friedens mit ihren so herzlich geliebten Deutschen seien. Einem solchen Bild abbröckelnden Verfalls gegenüber sieht sich die Moskauer Konferenz. Diese Zeilen, die sich deutlich! gegen die Bo-lschenM richten, dürsten ihre Erklärung darin finden, daß man. wie „Stockholms Tidnina" aus Petersburg erfährt, bei der Eröffnung der Konferenz Bolschewicki-Un-- ruhen befürchtete. Der Minister des Innern fertigte eine Prvkba- mation aus, in der er erklärte, jeder Versuch, die Ordnung zu stören, werde mit allen zu Gebote stehenden Mitteln unterdrückt wierden, und der Bürgermeister von Petersburg erinnerte die Miliz ernstlich an ihre Pflichten. Außerdem forderte das Komftee der Sozial-Revolutionären zur Selbstbeherrschung auf. Amsterdam, 27. Mg. Die russische Regierung veröffenö- licht eine EMjärung .über die dlptwendigkeit außergewöhnlicher Maßnahmen, um die aufrührerischen Elemente zu fassen, die das öffentliche Leben stören könnten. Dem Kriegs- und Minister des Innern werden außerordentliche Vollmachten gegel'en mit deU Berechtigung, alle die eine Gefahr für den Staat bilden .gefangen! zu setzen oder!crus Rußland auszuweisen. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass unsere gute, unvergessliche Schwester, Schwägerin und Tante Frl. Mathilde Fischer nach kurzer Krankheit verschieden ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen (Kleine Mühlgasse Nr. 2), Offenbach, 28. Aug. 1917. Die Beerdigung^findet Donnerstag, den 30. August, 3y 2 Uhr nachmittags von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres teuren Entschlafenen sagen wir allen, besonders Herrn Pfarrer Hartmann für die trostreichen Worte, der Krankenschwester für die aufopfernde Pflege, dem Kriegerverein für das ehrenvolle Geleite, sowie für die vielen Kranzspenden unseren aufrichtigsten Dank. 05284 Familie Opper. Familie Geissler. Alten-Buseck, Ruttershausen, den 26. August 1917. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres teueren Entschlasenen Peter Jvmfhtcr Kgl. Eisenbahn-Zugführers sowie für die überaus zahlreichen Blumen^ spenden sprechen wir allen hiermit unseren innigen Dank aus. Insbesondere danken wir den Vereinen für ihre Beteiligung Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Gießen, 26. August 1917. mJ Gießener Hairsfrauen-DrM Der Verein will eine gröbere Ausstellung von Schulten veranualleii, dte in den Vcövfurfcn angeferligt wurden Daher werden alle Teilnehmerinnen an diesen Kursen zu 'Fn-rechima aui Freitag, den:ri. Angusl, abends 8 Üb- in bet Lbecrcalichule, Zimmer Nr. 12, gebeten temaiwfl; L-iephanstrabe. (Ö29v Die BorLbeude. ToüettenNtiicke! Vom K. A. genehm., in Faltschachteln gepackt, gut schäumend. svars. i.Gebr., i^ahlr. Anerkennungen resp. Nachbestellungen. 100 Stück Mk. 18, inkl. Kiste, 10St. zur Probe Mk. 2M inkl. Bern, ab hier. - Hanslialtnngs- stfecke! 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August 1917. 6357 Den Heldentod für sein Vaterland fand gestern, als er in selbstloser, aufopfernder Weise Verwundeten seinen Beistand leistete, unser allseitig beliebter Sanitäts-Unteroffizier Kriegs-Freiwilliger Willy Zutt aus Giessen Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse eingereicht zum Hessischen Sanitäts-Kreuz im blühenden Alter von noch nicht ganz 21 Jahren. Mit der Kompagnie im Oktober 1914 ins Feld gerückt, scheidet er nunmehr nach bald 3jähriger ununterbrochener treuester Pflichterfüllung als einer der Besten von uns aus dem Leben. Sein Andenken stets in Ehren zu halten, wird uns eine heilige Pflicht sein. 4. Kompagnie eines Reserve-Inf.-Regiments. Im Felde, den 21. August 1917. 0ß285 Plötzlich erhielten wir die schmerzliche Nachricht, dass unser einziger, braver, hoffnungsvoller Sohn, Bruder, Schwager, Enkel und Neffe Musketier Karl Herzberger früher Infanterie-Regiment 117, 3. Kompagnie am 25. d. Mts. in einem Kriegslazarett an' schwerer Krankheit" im blühenden Alter von 19 Jahren gestorben ist. In tiefem Schmerz: Familie Heinrich Herzberger. Giessen (Riegelpfad 24), den 28. August 1917. 6359 Nachruf. In einem Feldlazarett erlitt am 26. ds. Mts., infolge einer Lungenentzündung unser Beamter Herr Karl Herzberger Musketier in einem Infanterie-Regiment im Alter von 19 Jahren den Tod für das Vaterland. Wir verlieren in dem Verstorbenen einen jungen, pflichttreuen und tüchtigen Beamten und Kollegen, den wir stets in gutem Andenken behalten werden. Direktion und Beamten der Mitteldeutschen Creditbank Filiale Giessen. Unser lieber Sohn, der Feldhilfsarzt Ludwig Dahmer ist für sein Vaterland gefallen. Friedrich Dahmer und Angehörige. Giessen (Marburger Strasse 38), den 27. August 1917. Von Beileidsbezeugungen jeder Art bitten wir freundlichst abzusehen. 06295 ■ MM ■ "il _ Den Heldentod fürs Vaterland starb infolge schwerer Verwundung in einem Feldlazarett mein treuer, herzensguter Mann, unser unvergesslicher Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel und Pate Heinrich Frickel In tiefem Schmerz: Eleonore Frickel nebst allen Angehörigen. Giessen,Lieblos,Gelnhausen,Frankfurt a.M ,27. August 1917. Die Ueberführung findet in aller Stille statt. Drum schlumm’re sanft, du stilles Herz, Du hast den Frieden, wir den Schmerz. Wenn Liebe könnte Wunder tun Und Tränen To!e wecken, So würde dich in fremdem Land Nicht fremde Erde decken. Aber Gottes Wille ist geschehen, Wir hoffen auf ein Wiederseh’n. die tiefschmerzliche Mitteilung, sguter Mann, unser treubesorgter, 1 n Feindes Erde ruht unser Glück, Du treuer Gatte und Vater kehrst nimmermehr zurück. Wiehastdu wohl in letzter Stunde Gesehnt dich nach denLiebenDeiq, All unser Glück, all unser Hoffen, Es schwand dahin, als wie ein Traum. Wir konnten dich nicht sterben seh’n, Und nicht an deiner Seite steh n, Freunden und Bekannten daß mein innigstgeliebter, herzen unvergeßlicher Vater, der Flieger Georg Roth nach Mitteilung des Ivriegslazaretts am 10. August im Alter von 46 Jahren an den Folgen einer Erkrankung gestorben ist. Die tief trauernd Hinterbliebenen: Margaret© Roth. geb. Koller Käthe Roth Lina Roth. Bollnbach, den 25. August 1917. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung. 05276 Ich habe dich ziehen lassen mit Trauern und Weinen Gott aber wird dich mir wiedergeben mit Wonne und Freude ewiglich. Bar. 4. 23. Es war Gottes unerforschlicher Ratschluß, daß mein lieber, treubesorgter Mann, unser herzensguter Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Landsturmmann Wilhelm Steinmüller Inhaber des Eisernen Kreuzes am 2L August 1917, nach 2 jähriger treuer Pflichterfüllung infolge Granatsplitterverletzuug, den Heldentod sterben sollte. Im Namen aller Angehörigen: Wvve. Elisabethe Steinmüller geb. Reinschmidt 6380 und 3 Kinder. Großen-Buseck, Rödgen, Alten-Buseck und Gießen, 27. August 1917. Wiedersehn bleibt unsere Hoffnung. 1. Thess. 4, 13—14. Mein lieber Mann, unser guter Vater Herr Christian Schwalb ist am Samstag abend nach längerem Leiden plötzlich sanft verschieden. Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Marie Schwalb geb. Trapp und Kinder. Giessen (Asterweg 40), den 28. August 1917. Die Beerdigung findet, dem Wunsche des Verstorbenen entsprechend, in aller Stille statt.. 6335