Nr. M Der s letzeuer txföaint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: Slch«verFaNcklenblatter: X^rdtLir für öe« Lrris Gießen. vezsarpreis: 'nsnatl. 1 Lik., oiertel- jährlich 3 Mt.-. durch Abho!o° u. Zweigstellen nurnatl. D M.: durch die Post Mk. 3.— vierrel- jährl. auöschl. Beftellq. Herus-»rech - Anschlüsse: sürvteSchristleitung112 Verlag. Gesch ästs stell eöl Anschrist für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen. Erster Blatt M. Jahrgang Lmmtag. 25. August [9\l PsstscheSkonta: Frankfurt a.ffi. U68o Sankverkehr: Serverbebairk Stehen LwiMngrr«nddruck u. Verlag: Srüht'sche Uikip.Such- ». Steindrirckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. I. Annahme von i die TaqeSnnmmer dis zumRachmittag vorher. Sellenpreise: für örtliche Anzeigen 20 Pf., für auswärtige Anzeigen 25 Pf., b. Plastvorschrift 30 Pf., für Reklamen 75 Pf., bei Platzvorschrift 90 Pf. Hauytschriftlerter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. (Koetz; Stadt und Land, P e rm is ch t es u. Gerichtssaal: Fr. R. Zenz; Anzeigenteil: H. Beck: sämtlich in Gießen. Neue erfolgreiche Kämpfe bei Verdun. Ein neuer §iege§tag am Isonzo. wochenrülkblick. Werm die ftplzen Drohrrrrg^n und Vernichtungsplüne urrserer Gegner von den Hoffnungen auf ihre Angriffsschlachten sich herleiten, dann ist Aussicht vorhairden, daß sie, wie Argen, kurze Berne haben werden. Die Feinde haben in den letzten Tagen all ihre Kräfte eingesetzt und nichts erreicht. Es ist klar geworden, daß sic diese Angrifss- schlachten brauchten, daß sie nicht einfach die Zeit für sich wirken lassen durften, von der besonders England am Anfang annahm, daß sie den Dushungerungstod in Deutschland mnsühren werde. Wie würden Engländer und Franzosen jetzt diese enormen Opfer dransetzen, wenn sie hoffen könnten, das bloße Warten auf unsere innere Verelendung werde ihnen den Sieg bringen! Nein, damit ist's vorbei! In ihren eigenen Ladern sehen sie die Zeit sich mit der Todessichel bewaffnen. Die vielgerühmte englische Zähigkeit hat sich mit einer anfaepeitschten Tollkühnheit Kusammentun müssen. denn das britische Weltreich beginnt in seinem Fundament zu krachen. Der schärfere lEoob-Krieg hat irr seiner halbjährigen Dauer b 1 /* Millionen Tonnen ferndlichm Schiffsraunrs hinweggeschasst! Eng frmb fühlt heute auf das schmerzlichste, wie trügerisch die Kalkulation war, mit der Sir Edward Grey es in den Krieg geführt hat. Die ErrgLndec sowohl wie die Franzosen haben in dieser Woche schwere NiK>erlagen erlitten. Ihre „Ueber- materials ch lachtat" beginnen sogar die Wirkung zu versagen, die deutsche Front schrittweise znrückzudrängen. Die erneuerten Anstürme der Engländer in Flandern haben den Mrsrtgen rricht einmal die ersten Gräben ernstlich streitig machen können. Die Franzosen dagegen durften sich größerer Anfangserfolge rühmen; sie nahmen uns in der Schlacht Bei Verdun einige Hohen« und Waldsdellungen. Wenn jedoch «ni« Aeugftliche unter uns geneigt sind, darüber die besorgten Köpfe zu wiegen, so ist ihnen zu sagen, daß die Franzosen nicht gerade etwas BesrnLeres vollbracht haben. In langer Rrchezett haben sie im Angriffs gebiet von Verdun chre Vorbereitungen treffen können, während die deutschen Streitkräfte ihre Hauptaufgabe wieder einmal nach dem Osten verlegt hatten. Dort ist uns denn doch m e h r gelungen, als der französischen Offensive dieser Woche. Bald genug wird auch bei Verdun wieder der Ausgleich gefunden sein. Ist es verwunderlich, daß der Reichskanzler, bevor er den päpstlichen Friedensbries beanworten korrnte, auf die militärische Lage hinwies, die der Politik die Wege 'Lahrren muß? Wir brauchen wahrlich nicht als Friedensbettler zu erscheinen Mit größeren: Rechte als der Feind, der noch -nichts erreicht hat, dürfen wir triumphieren. Wir sehen stolze Siege und unerschütterliches Standhalten nn unseren Fronten überall, aber was der Laie nicht sehen und beurteilen form, das stellt sicher und ruhig die Oberste Heeresleitung fest: auch die Zukunft gehört uns! Nach Hindenbprgs Telegramm an Dr. Michaelis ist die militä- rische Lage Deutschlands jetzt besser als je zuvor! Ein stolzes Wort, das uns keinen schlechten Frieden einläutet! Und nach dem im .Hauptausschuß des Reichstags abgegebenen Urteil des Herrn v. Kühlmann, des neuen Staatssekretärs unseres Auswärtigen Amtes, soll das vierte .Kriegsjahr das letzte sein. Er denkt dabei nicht an den Frieden, den uns Lu>yd George auszwingen möchte. Wenn die volle Einheitlichkeit der Auffassungen besteht unter den Männern, die an der Spitze des Reiches stehen, so rechnet Kühlmann mit einem entscheidenden Sieg über unfern Hauptfeind England. Dem: der Kaiser hat in seiner Ansprache an die .Truppen in Flandern am Dienstag betont, daß es eine zwingende Notwendigkeit sei, die Engländer niederzu- wersem unsere un v e r s ö hm lich en Gegner. Er scheint sich kaum eine Wirkung des päpstlichen Briefes auf die Londoner Politik zu versprechen, sonst hätte er wohl mit größeren Zurückhaltung gesprochen. Noch energischer klang seine Ansprache als die des Reichskanzlers, der zwar auch in gehobenen: Tone erklärte, an ein Friedensangebot sei nicht zu denken, solange die Gegrrer an ihren: Vernichtungsmittel: festhalten. Welche Aussichten hat nun der päpstliche Friedensvorschlag? 97vch keines der am'Kriege beteiligtem: Länder hat bisher darauf amtlich geantwortet. Nach! der vorläufigen 'Erklärung unsere > Reichlanchers an: letzten Dienstag müßte man eigentlich annelpnen, daß er jetzt zunächst den Gegnern das Wort lassen will. Die Entente hat ans Friedensvor- schläge immer langsam und zögernd geantwortet. Sie ließ sich drei Wochen Zeit, bis sie den Vorschlag der Mittelmächte vom 12. Dezember beantwortete, und sie wartete mit ihrer Entgegnung aus die bekcnrnte Friedensnote Wilsons vom 21. Dezember ebenso lauge, nämlich bis zum 12. Januar, »nährend Deutschland seine Erklärung dazu schon am 2t). Dezember ab gab. Wir wissen nicht, ob Herr Dr. Michaelis es für zweckmäßig und bedeutsan: hält, nun so lange zu schweigen, bis die Gegner gesprochen haben. Seine Entschließungei: werden von unseren Bundesgenossen und sehr wahrscheinlich auch von der Mehrheit des Reichstags beeinflußt, die sich in dessen Hauptausschuß äußert. Unsere nächsten Bunde-.genossen stehe:: zwar unter dem Eindruck ihres neuen großen Erfolges an der Jsouzo-Fvont, wo sie Mn 22. und 23. D0. Mts. über 40 anMrmen.de italienische Divisionen zurückgeworfen haben, allein die Wiener Regierung wird sich bei ihren guten Beziehungen zum Vatikan vermutlich beeilen wollen, ihn: zustimmend zu antworten Die Zentrumspartei im Reichstag wird gleichfalls alle Zweckmäßigkeitsftagen beiseite stellen und dem Papst die schuldige Reverenz beweisen. Die Mehrheit im Hauptans- schuß 'wird in dieser Frage zweifellos fest Zusammenhalten, (ftnen Vorgeschmack an dem Kommenden haben wir in dieser Woche schon erhalten. Zentrum und Sozialdemokratie und der kleinere Anhang, der sich ihnen zugesellt, Haber: den Reichskanzler bereits fest ins Gebet genommen. Dr. Michaelis soll nichts als ihr Geschäftsführer sein. Er wurde, um mit Mephisto zu sprechen, karechisiert urrd sollte aus die bekannte Glaubensforme: der Mehrheit in Sachen der Fried ensfra ge verpflichtet werden. Wie er dabei sichtlich um Selbständigkeit und Spielraum kämpfte, sich wohl einen Rahmen anpassen, nicht aber sich auf Worte festlegen lassen wollte, das wurde ihm von der Mehrheit in der Sitzung am Mittwoch schwer verdacht. Schon soll ihn, wie Wallenstein, der „Doppelsinn des Lebens" verklagen, schon wird, was er „im tteberfluß des Herzens" sagte, „zu künstlichem Gewebe ihm vereint". Der „Vorwärts" sprach über diese unerquickliche Sitzung des Hanptausschusses spöttisch von einen: „Tröpfchen Fegefeuer", was ja bedenklich an die Sprache der Ketzerverfolger erttrnert. Am Donnerstag wurde die Einsetzung eines Unterausschusses beschlossen, der sieben Mitglieder haben soll: zwei Sozialdemokraten, zwei Zentrumsabgeordnete, einen Konservativen, einen 9äatio- nalliberalen und eir«n Fortschrittler. Was sich daraus noch alles entwickeln mag, daran kann mm: nur mit Unbehagen denken, Hindenburg und seine Heere werden mit den Feinden schon fertig werden, Herr v. Capelle urtb unsere IMBoote auch mit der schwimmeichen.Macht Englands — aber ob Dr. Michaelis auf die Dauer mit dem Siebener- Airsschuß fertig werden kann, daS bleibt eine sinstere Frage. (WTB.) Großes Hauptquartier, 24 . August. (Amtlich.) W eftlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe K ron Prinz Ru pp recht. . In Flandern flaute die heftige Artillerietätigkeit im Kampfabschnitt zwischen Langemarck und Hollcbekc nur vorübergehend ad. Stellenweise erreichte sie wieder die Stärke von Trommelfeuer, ohne daß bisher größere Angriffe folgten. Nur bei Westhoek führten die Engländer einen Teilvorstoß, der erfolglos blieb. Heute um frühen Morgen enttisfen wir dem Feinde südlich der Straße Kpern—Menm den von ihm in den letzten Kämpfen errungenen Gewinn. Der verlorene Graben wurde zurückerobert u»d behauptet. Bei den ergebnislosen Angriffen am 22. August verloren die Engländer 21 Parrzerkraftwagen, die zerschossen vor unserer Front liegen. Ein Teil der am Leben gebliebenen Besatzung wurde gefangen genommen. Kanadische Truppen versuchten erneut in Leus und in unsere anschließenden Stellungen einzudringen. In hartnäckigen Nahkämpfen hielten wir restlos die bisherigen Linien. Auch an der Bahn Arras^-Douai scheiterte ein feindlicher Angriff. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Beiderseits der Maas steigerte sich der Artilleriekampf im Walde von Avocourt, bei der Höhe 304, bei Beaumont, in dem Fvsseswald zu einzelnen Tagesstunden wieder zu beträchtlicher Stärke. Gegen Höhe 304, die wir in der Nacht vom 21. zum 22. August planmäßig unter Zurücklassung einer schwachen Besatzung geräumt batten, führten die Franzosen heute einen starken Angriff. Sie wurden von unserem Artilleriefeuer empfangen. Nördlich von Louvemont kamen bereitgestclltc feind liche Sturmtruppen in unserem Vernichtungsfeuer nicht aus ihren Gräben heraus. Oe st licher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. An der .Mste wurde die Aa an einigen Stellen von unferm Truppen erreicht. Am Dryswjaty-See, bei Brody. am Sereth und am Zbrucz lebte die Gefechtstätigkeit zeitweise ans. Front des Generalobersten Erzherzog Josef. Unsere Stellungen bei.Soveja und am Susita-Tal waren erneut das Ziel ergebnisloser feiildlicher Vorstöße. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Westlich von Corbul am Sereth brachten uns erfolgreiche Stvßtruppen-Unternehmen Gefangene imd Bellte ein. Mazedonische Front. Bei allhaltender Hitze nur stellenweise geringes Feuer. Der Erste Generalguartlermeister Ludendorsf. * Der Abendbericht. Berlin. 24. Aug., abends. (WTB. Amtlich.) In Flandern verliefen bei St. Julien und südlich der Straße Ypern—Ateniil örtliche Kämpft für uns erfolgreich. Westlich der Maas wurden die über Höhe 304 him aus angreifenden Franzoftn unter scwveren Verlusten abgeschlagen. Vom Ofterr nichts Neues. » Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 24. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlantbart.' Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Keine besonderen Ereignisse. Heeresgruppe des Generalobersten Erzherzog Josef. Be: Soveja und nördlich der Susita griff der Feind abermals vergeblich an. In den letzten Kämpfen an der Susita und bei Okna haben sich unsere Flieger bei Führer und Truppen durch erfolgreiche Arbeit gegen einen an Zahl überlegenen Feind die grüßte Anerkennung erworben. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Nördlich des Dnjestr fühlten die Russen mir stärkeren Erkmrdmrgsablejlnngen vor. Sonst nichts von Belang. Italienischer Kriegsschauplatz. Die 11. Isonzo sch lacht dauert an. Nach einem verhältnismäßig riMgen Vonmittag brachen bald nach Mittag neuerlich hfftige Kämpfe an. Ans der Hochfläche Bam- siPa-Hciligegeist richteten die Italiener, nnunrerbrochen Verstärkungen heranziehend, wieder schwere Angriffe gegen unsere Linien südlich von Vrh. Sie vermochten nirgends Erfolge zu erringen. Unftre tapferen Truppen, unter ihnen dir seit Tagen im schwersten Kämpft stehenden Braven der 106. Landsttrrrttdiviswn und das Infanterie-Regiment Nr. 41, behaupteten sich in allen Gräben. Mit besonderer Wucht griff die italienische dritte Armee abermals zwischen der Wippach und dem Meere an. Nach mehfftün- digem Artillerieftuer ging um 4 Uhr nachmittags dft feind liche Infanterie zum eiicheitlichen Massen sturm über Während die feindlichen Kolonnen am Nordflügel stelftn- weise schon durch unsere Batterien niedergeschmettert wur den, kam es anderen Ortes, nanrentlich zwischen Costagne- viz^za rmd der Küste, fast überall zu stundenlang währendem Nahkampfe. Tank ihrer über jedes Lob erhabenen Tapfer teil m:d Ausdauer schlugen unftre Karstverteidiger alle an Kraftaufgebot vielfach überlegenen Angriffe des Gegners siegreich zurück. An unvergleichlicher Einigkeit haben Söhne der Gauen beider Staaten der Monarchie und Bosniens Anteil an den stolzen Erfolgen. Waren es gestern die Infanterie Regimenter 11, 47, 51, 52 und 63, die besonderen Ruhm ernteten, so werden inorgen andere mit dem gleichen Opfer mnt an ihre Stelle treten. Das Dorfttd unserer Karsttinie ist mit ungezählten italienischen Leichen bedeckt-- Balkan kriegsschau platz. Nichts von Belang. Der Chef des Generalstabes. Der yauptausschuß -e§ Reichstags verhandelte am Freitag über die Kohlen- und Rohstost- Frage. Er hat wegen der Abreise des Kanzlers nach dem Gwßen Hauptquartier die allgemeine politische Aussprache unterbrochen, die aber am Samstag nach der Rückk'chr des Kanzlers fortgesetzt werden soll. Sie soll getrennt weitergesührt werden imd z:oar naäi folgenden Gebieten: Neubesetzung der Regierungsämter, Lage in den besetzten Larwesteilen und Zensur- und Versammlungsrecht. Au den beiden letzteren Fragen haben die Albgg. Prinz zu Schoenaich-Carolath (na&), Erzberger (Ztr.). von Payer (Vp.), Scheidemann (Sc^.) den Autrag gestellt, die politische Zensur möge alsbald be)eitigt urerbeit. Die Sozial demokrat cn allein lxrben ifrrat bereits mehrfach abgelehnten' Antrag nach Aufhebung des Belagerungszustandes wieder ein- gebracht. Tie Aussprache über die Kohlenftage leitete Staatssekretär Tr. Helfferich mit euren: allgeniemen! lleberblrck über die Lage des Kohlenmarktes ein. Er machte ziffern mäßige Angaben über die Kohlenproduktion. Nach den: Tiefpnnki des letzten Muters hat dank der energische:: Maßnahn:e:: die För dernng der Steinkohle wieder zugenominen, von 12 Millionen Tonnen im Februar auf 14 Millionen Tormen im Juni. Gegen über diesen 14 Millionen Tonnen Förderung im Juni 1917 sind rn den Vergleiäisnronaten der beiden Vorjahre 12 b^w. 13 Millio neu Toirnen gesöttrett worden. Trotzden: wolle er, um uw glichst Ücker M gehen, nicht damit rechnen, das; das Jahr 1917 höhere Ertrage brurgerr werde als das Icchr 1916. Tie Förderung der Braunkohle se: im Kriege über die Friedensnrerrge hinaus ge stiegen. Die Junr-Fördermrg betrug 1917 rurid 8 Millionen Tön neu gegen 6,9 imd 7,2 Millionen Tonnen in den Jahren 1918 rmd 1914 Die Auftechterhaltung der Produktion in den: jetzigen Umfange habe aber zur unbedingten Voraussetzung, daß die Arbcn Ungestört und angespanut weitergehe, daß vor allem Streiks wie wrr fte lerder rm vormen Monat in Obeffchlesien erlebt Härten unterbleiben. Jeder Streik entziehe dem Frontsoldaten MUnitrmr unb her Hermat den wotwendigften Hausbrand. Meim an sich die Gestaltung der Prodicktwn unter den schwerer: Verhält:::,sen txs> bezeichnet mccöcit koimc, so nrüßten wir aiwrer chten, daß die Ausr:ütz:urg der Kohle infolge schlechterer Olualckat rocht durchaus brtriedirrrter allen Umständen der Bedarf zugeftrhrL werde. Dies müsse oberster Grundsatz sein, selbst aus die Gefahr einer Einschränkung der R?MungsiNidnstrie hin. Sollte das nicht gehen, so müsse man die Zü^annnenlogiorg der Betriebe weiter dnrchftihven, zuma> man damit noch sehr sin Rückstand sei. Natürlich dürfe das nickü vom grünen Tisch ans. sondern iimner im Einver- stär.dnis mit den beteiligten i'^iverbekrKsen gemacht toerden. Durch rechtzeitigen Ladenschluß auch der Lebensmittelgeschäfte lasse sich viel Kohle sparen. Der Redner'besprach, dann weiterhin die gänzlich Ur beftiedigende Regelnwg der Gasfrage. Auch eine rein schenra- tffche prozentnale Enrschrimkimg auf Grund des vorjähriger! Ver- broixbes führe -n argen Unbilligkeiten. Man solle bei allen Maßnahmen die Konfnmenten hören. In der fongesetzten Aussprache des Hauptausschusses über die K>hlenfvage führte der Reichs ko m m i s sa r für Kohlenversorg urtg aus. daß der Kohlenmangel erst allmählich die Schärfe angenommen lnrbe. unter der wir jetzt leiden. Im vorigen Winter hcrichelte es sich hauptsächlich um TransportfchwierigkeiteU! nicht um ein Versagen der .Kohlenerzenguug. Vielleicht hätte bei genügendem Vorhandensein von Transportmitteln die Kohlen- Iproduktron allen Ansprüchen genügen können. Später mußte man ierkemren, daß tatsächlich, ein Ml des Bedarfes durch dic Produk-' tion nicht mehr gedeckt werden konnte, und man mußte Wege linden, die kriegenurckck>aftlickmnchsigen Verbraucher möglichst wenig unter dem KoAenmangel leiden zu Gofjött, unter stärffter Einschränkung des Nr die Kriegswirtschaft weniger wi-chtijren Berbrmnhs. Diese Aufgabe übertrug nmn ein«,! besonderen Neichskomnrissar ßür .Kohlen-, versormnvg. Nel»en ihm sind mit der Kohleufvaye befaßt die Kriegs- RohstDmableilnng und das .Kriegs-Ersatz- und Arbeitsdepartement. Im Lande arbeitet der Neichskostlerffommissar mit den Kriegsantts- stellen, den Stadt vermal dm gen und Komnrunalverbänden und der Organisation des .Kohlen Handels, Im Gegensatz zu den Produzenten bcüöen die Verbraucher. twn .Kohle keinen Zusammenschluß. Sie Mrden in folgende Gruppen enrgeteill: Industrie (gewerbliche Betriebe von mehr als 10 Tonnen RMnatsbedarf); Haushaltungen^ Landwirtschaft und Kleingewerbe in Gemeind«, von mehr als 10000 Einwohnern Hanslmlttmgen. Landwirtschaft und .Kleingewerbe in Gemeinden von weniger^ als 10000 EsiMwlprer: Ostfront unb EiMlhr in beimmbete Staaten: Ausfuhr in neutrale Staaten. Die Aufgabe des ReichstohlenkommissarS war es ,rnn. Kohtenprodullion und Verbrauch miteinander in Uebereinstimmung, ! zu bringen. Zu diesem Ztveckc mußte entweder die Produktion ge- ^ steigert ode der Verbrauch eingeschränkt worden. Ideal untre eine) Steigernncc Nr Produktion bis zu einem Grade gewesen, der jeden Bedarf besi'Adigt hätte. Mau darf davon überzeugt sein, daß die Bergwerissenvassimgen schon in ihrem eigenen Interesse alles tun, i lütt die Produktion zu steigern. Einer solch«, Steigerung aber ^ wirken iet* eine ganze Reil^c von Gründen entgegen. Vor allem liegt die Arbeiterfrage ungünstig. Keinesfalls können restlos alle Bergleitle ans dem Heer entlassen werden. 'Aber nicht nur - die Zahl der Bergarbnter ist geringer, sondern auch die Leistungsfähigkeit des einzelnen Bergarbeiters. Die ungünstigere Ernährung und die stärkere Beanspruchung durch lieber- imd Nebenschichten kann nicke ohne Emfluß mff die Leiftnugsfähigkeit bleiben. Die Forderung einer Produktivnssteigernng ist also leichter gestellt als drrrchge rührt. Man wird itoT) sein Tonnen, nunu die sinkende Köpf- gfnote der Erzeugung durch Zuführung weiterw' Arbeitskräfte soweit ausgeglichen miät, kdaß die Prvduktilon sich gleich bleibt. Dm? ReichS- kohlenkommissar muß daher beit Verbrauch der Erzeugung an- passen. Je kriegswictstiger der Betrieb ist. desto kleiner muß der Msfall in der Belieferung mit Kohle sesii. Jedes Kohlenl-amstern chuß vermieden werden. Um für die Belieferung der Industrie die zahlemnäßigerr Grundlagen zu beschaffen hat am 1. Juli erstmalig eine Erhebung stattgemnden.dic am 1. September nnederholt werden soll. Für die Haushaltungen, die Landwirtschaft und das 1 Kleingewerbe findet am 1. September eine Erhebung statt Die Erhebungen erstrecken sich aus den früheren Verbrauch, den an grub lick- lichen Bestand und den zukünftigen Bedarf. Es müffen natürlich zu hohe Bedarssangaben verhütet nrerden. Nach dem Ergebnis dieser Erhebungen soll dann der Gesamtbedarf sestimstellt werden. Die kriegswichtige Betriebe sollen weniger, die umvickstigeren mehp beim .Kohlenverbrccuck» geklirzt werden. Man darf vor der Tatsache, daß tatsächlich Kohle fehlt, die Augen nicht mehr verschließen. Man muß stets daran denken daß für den kriegswichttgsten Bedarf die vollen Kohlenmengen .rellestrt werden müssen, und daß denrnach die Fehlmengen bei den übrigen Verbrauchern ieingefpart werden müssen. Je grö^r die Zahl der rnchl oder wenig einzuschränkenden Verbraucher ist. um so rücksichtsloser müssen dir übrigen Verbraucher eingeschränkt lverden. und man kann sich llar mach«t. daß es bei der Kohlenverteilung ohne Härten nicht abgehen kann.. Fedoch werden Gleichnaßigkeit und Ge-- rechtigkeit bei der Durchführung der Kohlenverteilung tveirigstens angeftrebt werden. Die Kohlenausfuhr ist eingeschränkt ward«' Einigen weniger wichtigen Verbrouchergruppen wurde l-ereits vor ber Bearbertung des statistischen ^Naterials ein TÄ ihres bisherigen .Kohlenbezugs gesperrt. Der Landobsatz der Gruben' nmrde aus ein Sechstel eingeschränkt, um zu verhindern, daß die günstig zu den Gruben liegend«, Qrtsti>aften sich zun, Nachteil der übrigen Verbraucher icbermäßtg eindecken. Der Gaskoks-Versand wurde mtt eine Entternung von 30 km beschränkt, um um die unwirtschaftlichen Dransporte zu ersparen und um den .Kaks her betreffenden Stadt als Htrusbrand zu erhalten. Für die Landwirtschaft wurden besondere Mengen für den Früh-- drusch und später für Drusch. Mlug, Molkerei- und Schmiede^ zwecke zur Verfügung gestalt. Ferner wird eure zahlenmäßige bestimmte Menge zur Hausbrandversorgung geliefert. Mas den Hausbrand anlmrgt, so ist urrmöglich, ihn von dem landwirt- schasllichen und klerngewerbllchen Kotzlenbedars scharf zu scheiden. \'T(/r.’ mußte deshalb eine Äesamtgruppc ,,Haushaltungen, Land- Wirtschaft und KleiTvgewerbe" bllden. Für diese Gnwpe übernimmt ccr R«chs kohlen ko mnri^ar nur die Oberverteilung der .Kohle und ulajafrt die lltrterVerteilung der Kommunalverwaltuttg. Der ll ' .'ck skommffsar beschÄtigt sich also mir damit, daß die vorgesehene -vhleumenge m den BeriorgwlgMMk hmevrkomnu. während es Sache der ^Gemeinde ist, erne zweckncäßige und gerechte Unterverteiluug xu weffen. Das Ergebiris der Erhebung vom 1. September wifrd die Unterlagen dafür geben, welche Niengen die einzelnen Gemeinden und Kommunal verbände erl>alten sollen. Nun ist aber nicht angängig, bis in den Oktober hinein lebe Regelung der Hausbrandfrage zu verschieben. Es ist dacher durch,vorläufige Vöaßnahmen wenigstens eine gewisse Regelung herbeigesührt worden. Die auf dw Zbopf der Bevölkerung entfallende Menge wurde nach der Größe der Städte abgestuft. Ängerechnet werden auf diese vorläufigen Liesermengen alle für .Haushaltungen, Landwirtfcktztft und Kleingewerbe vom 1. August den Geuteindeverband lsinein- gelangendcn Kohlen. Es handelt sich bei der vorlänsigen Lieferung innner nur nur ein Berspreckstm des K'vhlenkomnrissars, das er zu einem bestimmten, noch tricht festsf^genden Termin für eine Belieferung zunächst der am ungünstigsten stehenden Gemeinden sorgen wird. Es irst: Mzingeben, daß dies Versprechen nicht viel bedeutet, aber immerhin hat der Kommiffar Anweisung gegeben, im Laufe des August 46 Millionen Zentner Hausbrandkohle zu liefern. Eine ähnliche Anordnung wird für den September ergehen. Wieviel Prozent des Hansbraudbi'darfs für den Winter zugesagt lverHep kaim, ist noch ungewiß. Erst müssen die Ergebnisse der Statistik vom 1. September vorliegen, und es muß. feststtehen. rvieviel Kohle durch Einschränkung der Industrie freigemacht werden ka,m. Ohne eine scharfe Einschränkung des industriellen Verbrauchs läßt sich detz Hculsbrandbedarf nicht decken. Wenn also die iNaßnahmr deA Rcichskohlenkoncmissars gegen weniger kriegswichtige industriell^' Betrielx' rücksichtslos erscheint, so muß darin gedacht werden, vcksj Mir auf ibiefc Weise die nötige Hausbratchkohle sieigemacht werden kann. Die Gemeinden müssen ebenfalls jeden Ueberflnß vern^iden, utn die Nchrisdiglvrg des notwendigen Bedarfs zu sichern. Ohne den Kohlenhandel ist di-e ganze Kohlenverteilung nicht möglich. Man hat gesagt, daß seine Interessen mft den Interessen der Allgemeinheit sich nicht decbän, piell-eicht sogar ihnen entgegen stehen. Bis zu einem gewissen Grade mckg das richtig sein. Aber man mützLei sonst ein neues Organ schaffen, dessen Arbeft ein Experiment sein toürde. zu dessen Durchführung jetzt mcht mehr die nötige Zeit zur Verfügung steht. Tie Kohlenverteilung wird deshalb zweckmäßig mit dem Handel und durch den Handel ausgeführt, aber unter einer .Kontrolle des Handels, die sicher stark verbefsernngsi-- bedürstig ist, an deren Berbesskwung aber dauernd gearbeitet wird. Ein unabhängiger Sozialdemokrat führte die Leistungsfähigkeit des ernzelnen Bergarbeiters auf die mangelhafte Ernährung zurück und trat für ausreichende Belieferung der Bergarbeiter mit Brot und Fett ein. Vielfach läßt die Behandlung noch zu wünschen übrig, und die Löhne fiirb keineswegs tm Verhältnis zur Teuerung gestiegen. Soweit es inilitärische Interessen irgendwie gestatten, muß eine noch wcitergehende Einschränkung der Verkokung als nur bis zu 6 Prozem erfolgen. Ein ausreichender Hausbrand ist heute viel wichtiger als im Frieden. Der Vorschlag, Lüftungsernrichtungen zu sperren, ist. wie jeder Sachkenner weiß, töricht. Ohne Bäder kann man nicht auskommen. Die ärmeren Schickten können sich nicht weiter einschränken, die Einschränkungen bei den Reichen aber schlagen nicht zu Buch. Die geplanten Gaseinschränkungen würden zu ungeheuren Schwierigkeiten führen. Ohne die Gemeinden und die Hausfrauen zu ftagen, hat n,an eine ganz unerträgliche Regelung vorgenommen. Nur eine Produktions^- steigerung kann wirklick)e Abhilfe schaffen. Ein fortschrittlicher Abgeordneter schloß sich den Gründen des Vertreters der Heeresvenualttmg an, daß Bergleute in noch größerem Umfange ans dem Heerestrcrband nicht entlassen werden können, so daß auf eine Steigerung der Förderung nicht zu reckinen ist. Der Ern stder Lage muß -daher rüchtig eingeschätzt und alles vermieden werden, was zü Mbeitsstörnngen führen, kann. Der Rücktritt Groencrs hat viel Beunrnhigung in Arbeiterkreisen und auch bei einem Dell der Arbeitgeber hervorgerufen. Die Schwerindustrie hat Gwener von Anfang an bekämpft. Was ist an den Gerüchten über seinen Rücktritt wahr? Möge der neue Chef des Kriegsamts in den Llrbeiterfragen beu Spuren seines Vorgängers folgen? Nicht alle Kricgsgewinne sind mryerechtfcrtigt, aber in der öffentlichen Meinung t>erskimmt das Auftreten der Schwerindustrie. Das sei in ihren, eigenen Interesse gesagt. Das einzige Mittel, das uns helfen kamt, ist Sparsamkeit. Tie Zu- scrmntenlegunq von Betrieben ist eine bittere Niottoendigkert. Bei dev Ueberaangswirtsckmft muß zuerst den stlllgelegten Betriebctt geholfen werden. Der Verbrauch des Jahres 1916 ist als Maßstab für den gegenwärtigen Bedarf ganz unbrauchbar, denn die Bedürftriffe sind andere und größer gewogen. Ein lljroßindustrieller hat gesagt, am besten wäre es, die ganze süddentsck>e Industrie stillzulegen,^ denn die Industrie gehöre dahin. >vo sich bi je Kohle beftnbe. Diese Aeußerungen l>aben viel Beunruhigung hervorgernfen, hoffentlich werden sie von der Regienmg abgelelmt. Die geplante Elektrizitäts- einschränkungi L ^ Undurchführbar. Iiede kbernstc Wasserkraft muß ausgetmht werdeit. Ist uütcc diesem Gesichtspimkt die Anhäufung der Kriegsindustrien in Berlin wirklich zweckmäßig, oder liegt darin vielmehr eine Gefahr? Wir müffen alles daransetzen, unt die Schwierigkeiten zu übernünden, die uns der kommende Winter bringen wird. Ein nationalliberaler 2lbgeordneter hielt ein gutes Verhältnis zwischen den ^Arbeitgebern und den Arbeitern im Bergbau für selbstverständlich In dieser Beziehung hat sich General Groener ein großes Verdienst eNvvrben. Wir werden auch künftig noch mit Tvansportschtoierigkeiten zu kämpfen haben. Die Folge der unbedingt iwtwendig-en Ersparnis muß sein, daß nicht alle Betriebe gesichert arbeiten können. Für die Rbemschiffahrt muß das notwendige Heizer-, Maschinisten- und EntladnngS- perwnal zur Verfügung gestellt toerden. Wenn es nicht zu ver m^iderr ist. sollte man vor einer Aenderrmg des BinnenfchiftahrtS-j gefetzeS nicht zurücksckurcrkrnt. Unter dem neuen Reick-skohlcn- tommifsar sind die Verhältniffe zweifellos besser geworden. Für den Hausbrand muß auSreickxnd gesorgt werden. Auch ftir den fBedarf an Schmiedekohlen. Wie steht es mit einer Einfchränktmg der KinoS und Theater? Wie ist die Zuständigkeit für die Still- legnngsfrage geregelt? .Kommt für sie allein der Reichskommissar in Bctrackft oder fcmbelt er im Einverständnis mit dem Hilfsdicnst- ausschlch ? Die BeleucktnngSeinschränkung muß gleichmäßig gehand- habt iverdeu. Es ist ein rickstiger Grundsatz des Kobtenkommisiars. daß ohrre den Kohletrhandel keine Berteiliurg möglich ist. Ministerialdirektor Müller erklärte, daß. die Regierung die Sksiwierigkeiten in der Berliner Gas- ,md Elektrizitätsversorgung nicht verkemre. Eine neue Verordnung sei in Bearbeitung, die alle benirchteten Uebelstände beseitigen werde. Ohne Einschränkung iverde es frellich tveder beim Hausbrand, noch bei der Gasversorgung abgeben. Dagegen werde den wechselnden Berhältniss«, von Fall zu Fall Reckmnng getragen tverden. Ein zweiter fortschrittlicher Redner regte zum Zweck der Kohlenerspartris die Zufaunnenlegimg verschiedener Haushaltungen an. Ohne Zwang werde es nicht gehen Ein konservativer Abgeordneter nxirnte davor, dieEin- schränbmtgen im .Hausbrand zu weit zu treiben, so daß Fanlllicn frieren müssen. Die zentrale Bewirtschaftung der Kohle habe trotz k er Hermtziehung des Handels die Situation nicht gebessert. An einer Stelle erfolgten Doppelliefenmgen, an der anderen herrsche: Mangel. Staatssekretär Dr. Helsferich betonte wiederholt, daß, wenn auch kein Grund zum Optimismus vorliege, so in der Frage dt>r Kohlenversorgung auch rein Anlaß zun, Pessimismus vorlwndeiH sei. Bei HMlSbrarch- und Gaöbeliejerung sind nur sehr geringe Einschränllmgen nötig und beabsichtigt. Wichti,; sei neben den: Zirsang der Verordnungen vor allem die freiwillige Beschränkung die sich jeder cmferlegen müsse. Jede Ersparnis an Ärhle. und sei sie noch so gering, komme imseven Truppen an der Front und damit auch den. Durchhalten in der Hemmt zugute. .Kriegsminjster von Stein schloß sich den von verschiedenen Redner,! geäußerten Worten der Anerkennung für General Groener -ait und erklärte, daß ein Wechsel in den Grundsätzen für die Leitung des .Kriegsamtes nicht eintreten werde. Ein Sozialdemokrat sScheibemann) erwähnledas Gerücht, daß die Sllpverindustrte ffir eine Aenderung des Hilfsdtenst- gesetzes eingctteten sei und daß daraufhin das KAl'egsamt eine Begrenzung der Unternehmergewinne verlangt habe. S-taatsfekretär Hclffcrich erwiderte, daß ihm von einer Eu'sabe des GemmaLS Groener Mt den RLtchskMizLer mit dem vorn Abgeordneter SchvdeMmrt dvxa£baxfiat&i ^dfaLt tmb um ta angeblich bannt 'zusammenyängenden Dovgän^en nichts beÜoack ftL Ein Zentrum sabgeor du et er Ährte ru llederrintzrm-- mung mit dem sozialdOnokvatischen Redner aus, es seien unter bei Arbellern lebhafte Befovgnisse darüber entstanden, dcch Man ihnen ihre Rechte ans dem Hllfsdienstgesetz nehmen wcklL. Gervervl Groener habe großes Vertrauen bei den Arbeitern genoffen und über seinen Rücktritt müsse volle Aufklärung gegeben werden Abg. Sch ei de mann erkannte gleichsaLls an, daß V&enaxA Groener trotz einzelner Mißgriffe bei den Arbeitern großes Ber- traneu genossen hat und fragte, ob eine Aeußerung Groeners an ,rgendeine hohe Stelle gelangt sei. Warnnt ist GMcral Gwener „gegangen worden?" x Ein fortschrittlicher Abgeordneter b^ichncte bk Antwort des Kisiegsurmisters als nicht genügend. Warm das Krir^- anrt nach roste vor nach den gleichen Grundsätzen geleitet werden soll, warum hat dann General Groener seinen Posten verfassen, der dock, ein gearbeitet war? Es mttß davor gewarnt werden, daß mif diesem Gebiet Experimente gemacht werden. Ern polnischer Abgeordneter ergänzte die Ausführungen des sozialdemokratischen Redners dahin, daß mirf, die stcllvertr^ tenben GeneralkomMa ndos bet der Beseitigung des Generals Groener ihre 5)and mit im Spiel hatten. Was sage dazu der Kriegs- Minister? Ktregsmimifter von Stein: General Groener ftftLte sich in seiner Stellung nicht wötzl. Er iehnte sich nach einer anderen Be schäftigung. Niemand aus der Schwerinchrstrie ist an mich fjeran getreten. Das mehrfach genannte sozialdemokratische Aus- schußmitglied hrett anckr idese Antwort noch für ungenügend. Grvkner sei incht freiwillig gegangen, simdern sei weggeschickt worden. Staatssekretär Dr. Helsferich: Das Persönliche scheidet vollftärtdig aus. Ich kann in Ue&emnflmnrantg mit dem Kriegs mimster erllären. daß auch von der Reichsleitmrg an eine gründe sätzliche Blenderung des Hllfsdienstgesetzes nicht gedacht wird. ES könnten höchstens solche Aenderungen a t Einzelheiten in Frage kommen v erie bereits im Hllfsdienstausschuß noch unter der Äegide des Generals Groener erörtert worden sind. Die Recht« der Ar beiter bleiben ,mberührt. > Ein konservativer Redner wandte eni, daß die Ber Wendung eines OMziers nicht der Kritik des Reichstages unter liege. Der .Kriegsminister habe klar ausgesprochen, daß es tm Kriegs.-'" bei den bisherigen Grundsätzen bleiben solle. Ein fortschrittli cher Abgeordneter betonte demgegenüber, daß General Groener auch das Vertrauen des Reichstags besaß, jund daß der Reichstag ein Jnterepe dorM, habe, daß me AuS sülnnngen des Hllfsdienstgesetzes nicht durch einen Personenwechsel geändert wird. Darauf ging der Ädrsschuß über zur Befprechrmg der Nohstoffragr. Die einleitenden Ausführungelr des Le-ters der Roh- stoffabteilung im Kriegsminist?rlnln . - ^ ' ftlr oertraulich erklärt. ** Ein Zentrum sabgevrdne t i » a GeTrugturrng das vielfach günstige Mld hervor, daß diese A.,sführungen geboten hätten, und wandte sich wegen des zunehmenden Mangels au Leder gegen die übertriebenen hohen Preise für Holzsohlen. Ein Regierungs Vertreter erwiderte, daß Höchstpreise für .Holzsohlen sich nicht durchführen ließen. In Mf'ntchen werde eine GesellsckMft ins Leben gerufen rverden die sich mit der Her fiel lung von Holzwhlen im Oiroßen beiatzl. Staatssekretär Dr. Helsferich wies darauf hin. wir es bei unterem Feinde aussieht, und brachte einen Bericht über die dortige Fußbekleidung zum Vortrag. Ein Fortschrittler fragte nach der Petrvkmngewrmrmtg in Rumänien, ein Konservativer verlangte eine gesund« Spannung z-wuchen 5)öute- und Lederpreisen. Der Stichivst müsse der Landwirtschaft rechtzeitig zugeführt werden und nicht so spät wie im letzten Winter. Hievmff vertagte sich der Ausschuß auf Samstag vor- ürittag. Aus der Tagesordturng stehen die Verändernngen in der Regierung. Das Erscheinen des Reichska«z lers zn dieser Sitzung wird erwartet. Die Kämpfe im westen. Berlin, 24. Aug. (WDB. Mchkttrmtlich.) Die General- offensive der Entente flaute tim 23. ?kuAnft ou Front ab; nur an der italienischen Front tobte die Scftlacht mit der Heftigkeit der Vortafle. In Flandern tourde die Kanrpftätigkeit teilweise durch schlechte Sicht und Staubwirbel beeinträchtigt. Das feindliche Feuer steigerte sich erst in den Nachmittagsund Albend stunden z»u größter Heftigkeit und tag zeitweise mir aller Wucht auf den Mschnitteit an der Küste uttd auf '.tnsereni Stellungsbogen um Ypern. Der Teilvorftoß, der v-on den Engländern bis nördlich der Straße Ypern-Menin vorgetragen wurde, brach blutig in unserem Feuer nieder Drei Panzerwagen, die den Angriff itnterstützen sollten, nmrden in kürzester Zeit außer Gefecht gesetzt^ Bewegungen der feindlichen Infanterie in der sagend von Ipern lvurdett tnehrfach mit erkennbarem Erfolg bekämpft. Versuche des Gegners, den Kartenbeck nördlich von Langemarck zu überschreiten, nmrden durch unser j \isanrntengesaßtes Feuer erstickt. 7 Nhr abends nmrdeit bei St. Iulieit erkannte feindliche Bereitstellungen durch unsere Feuerw-irbel zerschlagen. Durch unfern am Morgen ^des 24. durchgeführten erfolgreichen Vorstoß südlich der Straße Hpern—-Menin wurde das Errgländernest sin Hererttliage-Wald von uns gesäubert. Somit verbleibt den Enal ändern van dem mit schweren Verlusten erkauften örtlichen Erfolg nichts als das kleine Nest süd- östlich von St. Julien Aus den .zerschossenen 21 Panzerwagen komrten im ganzen nur 2 Offiziere und zjehn Mann lebend eingebracht tverden Auch aint 23 .Llugust wurden die kanadisckKM Truppen wiederum ohne jede Schonwtg gegen unsere Stellungen im Artois oorgewvrfen. 6 Uhr vormittags verbluteten starke Deilangriffe der Kanadier gegen unsere Stellimgen von nördlich Lens bis zum Süd- Westrand der Stadt in unseren! Abtvehrfeuer. Einzelne Gruf)- pen wrrrden unter schweren kanadisä^en Berütsteit im Nab' kampf zurückgeworfem Kurz nach 8 Uhr- vormittags griffen die Kanadier abernrals mit starkert .Kräften in der Gegend bes>; Souchez-Baches an. In erbitterten Nahkämpfen um unsere vordere Linie wurde der mit so großer Tapferkeit sümpfende «Z^egner au chdiesmal abgenüesen. Wir behaupteten unsere Stellungen und brachten aus den schiveren Kämpfen einen Offizier imd gegen 100 Mann gefangen ein. Die Kanadier erfttten abermals schwere Verluste. Ein . 10 Uhr abends angesetzter sbardw Teilangriff bei Lens-Mer, eourr wurde in unserem Feuer erstickt, ein weiterer 11.30 Uhr nach schiversten Feuenvellen erfolgender feindlickier Bor stoß nördlich der^ Scarpe wurde abgewies^n. Die Stadt S t. Q u e n t i n wurde abermals beschosscu. In der Ehampagne gingen abend nach erheblicher Feuer steigerung inehrere stärkere feindliche Stoßtrupps gegen unsere Stellungen nördlich und nordwestliche Souain vor. Teils blieben sie in unserem Abwehrfeuer liegen, teils wurden sie tm Gegenstoß geworfen. Auch am 23. dlugust vernwchte der Franzose seine zusannnengeschossenen Divisionen im Raume von Verdun zu wuchtigen Angriffen nick)t vorzuiverfen. Der stärkste "Angriff dieses Tages, den die Franzosen gegen den Abschnitt der Höhe 304 ricksteten, brach in unserem Artil- . lene und Maschtnengewehrfeuer unter schweren französischen Verlusten zusammen. Auf dem Ostufer der Mmvh. wo sich dao feindliche Fener von Mittag an i mm e r heftiger steigerte, liest unser zusammengefaßtes Vernichtungsfeuer feindliche Älngriffe nicht zur Entwicklung kommen. Kurz vor 6 Uhr Morgens setzte am 24. August schwerstes Feuer auf unsere (Stellungen im Walde von Avocourt bis in die Gegend Toter Mann ein. An der Ostfront wurden verschiedene Vorstöße der Nüssen unb Rumänen ab gewiesen. Der bulgarische Ministerpräsident über die Lage. B u d a p e sl, 24 -Aug. (WTB.) Ndinisterpräsident R a - doslawow machte gegenüber dem Vertreter des ©ft" u. a. folgende Aentzerungen: Vielfach wird geglaubt, da. tzder P a p st mit den Rr- igiermrgeir der kriegführenden Staaten Fühlung genommen habe, Er habe v'on vornherein Nüssen lü-ollett, ob diese tm allgen: eilten geneigt seien, seine Initiative in Erwägung zu ziehen. Was mich betrifft, so glaube ich nicht, duß der heilige Vater eine solche Fühlungnahme nötig gehabt litten sollte, beim er war der Zustimmung der Nationen, die imter den Gefahren dieses WeltenbvanL-es leiden, vollkommen sicher. Das Herz aller Völker sbeht auf der Seite des Papstes. Auch wandte der- heilige Vater sich rnehr als an einzelne Regierungen. Allerdings wird von der Entente alles aufgeboten, um die ofserrtliche Mettvwng auf eine schroff abnreisende Antwort vorzubereiten. Die neutraler: Staaten hingegen zeigen wirkliches Wohlwollen. Die Mittelmächte werden auf den konkreten Vorschlag des Papstes eine würdige Airtworl geben, zwar jeder Staat gesondert, ich kaim Ihnen jedoch schon im voraus sagen, daß keiner der Staaten der Mittelmächte sich in Gegensatz ;zu dem Standvirrrkte der Bundesgenossen stellen wird. Die Türkei Nttrd ebenfalls ihrer: Standprrnkt vertreten und diesen werden sämtliche Verbündete sich zu eigen n:achen. Was Bulgarien betrifft, so ist die Note des Papstes uns gegenübei' in keiner Richtung :rngevecht. Der Vorschlag des Papstes wünscht einfach die Balkansrage nach Recht und Gerechttgbett zu lösen. Wir Bulgaren haben unsere längs .des Aegäischen Ufers nwhirenden in Serres, Drama und Kavalla seit langer- Zeit unter einen: frenrden Joch schmach- tenden Brüder, wir t-aben die Hälfte unserer Seele, wir haben rmsere Brüder in Mazedonien befragt, die wir rutter ungeheuren Opsen: befreit habe::. Jetzt können auch schon die durch die werben in der Moravagegend unterdrückten Bulgaren frei armen. Von der Dob r u ds ch vie wir diese dem mächtige:: Rußland entrissen haben. Wir haben rasch nacl> innen und außen gesiegt. Wer ivagt es, in Zweifel zu ziehe::, und wer könnte uns unserer Erfolge berauben? Was den Bund der Mittelmächte betrifft, bilde:: die Staaten aller Bundesgenossen .gewissermaßen eine kolossale Einheit. Von Tag zu Tag 'lernen wir einander mehr kennen und schätzen. Die Agenten der Entente, die hier und da öerfiicfW, einzuschieichen und Unruhen zu stiften, köirnen der Festigkeit des Bündnisses nichts anhaben. Wir i'chen größte Wachsamkeit, um chre Manöver zu vereiteln. Was den Frieden be- I trifft, so ist es sicher, daß nicht bloß wir, .sondern auch unsere Gegner der: Frieden »vünschen. Wir werden es sehr bedauern, wem: er nicht so bald eintrifft, wie lvir möchten. Wir sehen sehen mit ruhiger Zuversicht dem Tage entgegen. an dem die Entente den Vermittler suchen wird, um den Frieden anMbieten. Der Tag kam: ittcht mehr inert sein, denn wir sind über die Zustände, die in den Ententesta atrm herrschen, genau unterrichtet. Die Lage in Rußland. Die Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung. Veto r b u r g, 23. Aiug. WTB. Nichtamtlich .) Meldung der Petersburger Telegraphmagentur. In den: Wunsche, die v erfass u u g ge b e ir d e Bersammlirrng so früh u>te möglich ein> wiberufen, setzte hie vorläufige Regierung die Wahlen daiu auf den 30. Septturber fest. Da jedoch« der größte Teil der Av* £»eireii für die Aufsiel Krug der Wählerlisten de:: Stadtbehörden und Senrstwvs znfällt, die selbst erst durch, allgemeine Wahlen gewählt werden sollen, Iwt sich die Regierung gemäß dem Aufschub der Wahlen diese Kürperschafte:: genötigt gesehen, die 2öahlen *ur vanassunggebanden Versammlung auf den 25. November und ihre Einl>ernfuirg aus den 11. Dezember zu vertagen. Der Moskauer Kongreß. Rotterdam, 24. A:w. (WTB. Nichtamtlich.) dem ,.Niemve Rotterdamfchen Courant^' wird den: „Daily Telegraph" aus Petersburg gemeldet: Ter Zweck des am 25. August in M os- lau MsoMMmtoebendan Kongresses ist dem Publikum nicht ganz klar. Die Sozialisten sind geneigt, ihn als eine Veranstaltung der Mittelklassen anzusehen, die Mittelklassen verdächtigen ihn als Sozialisten Versammlung. Es gehen Gerüchte um über die Möglichkeit eines Konfliktes. Vielleicht wird es der bereitK tagenden vorbereitenden .Konferenz gelingen, eine:: Mittelweg zuj finden, der für beide Parteien annehmbar ist. Der „Daily News" wird aus Petersbarrg gemeldet: Dve äußerste Linke wird den Kongreß in Moskau wahrscheinlich boykottieren >mrd dadurch in die Karten der äußersten Rechten spielen. Diese letztere setzt große Hoffnungen aus den .Kongreß. Er sollte die Koalition bei ihrem Versuch, das Land zu rette,:, stärke::. Jetzt droht er eine allgemeine Verschärfung des Vafsenkampfcs mit sich zu bringen. Das unsprimgliche Ziel war größere Einigkeit. Jetzt wird bereits von einem Ultimatum der bürgerlichen Gruppe an die .Koalition gesprochen. Der frühere Zar von einem Eifeubahnunfatt betroffen. Bern , .24. Aug. (W!TW. dtichtamtlich .) „Jourmrl" meldet ans Petersburg: Der Zug, in dein der Zar und seine, Familie nach Sibirien verbracht wurden, stieß mit einem G üt e rzug zusammen. ES :vurde niemand verletzt, sondern nur der Tranport um 24 Stunden verzögert. * Ein neuer Brand in Saloniki. Athen, 24. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Reu.ternreldu.ng. In Saloniki ist von neuem ein Brand auSge- brachen. Zur Zeit der Abfendmvg des Telegranrms waren über 1CKX) Häuser zerstört. Seekrieg. Reue U-Boot-Erfolge. Berlin, 24. Aug. (Amtlich.) Neue U-Boots-Erfolge im Sperrgebiet um England: 20000 Brutto-Re- gister-Tpnnen. Unter den versenkten Schiffen befanden sich der englische bewaffnete Dampfer Adalia (3847 Br.-R.-T.), mit Holz für England, ein unbekannter, bewaffneter Dampfer vvn mindestens 4000 Br.-R.-T. sowie ein deutscher, beladener Dampfer mit Kurs aus England, der aus Sicherung herausgeschossen wurde. _Der Che f des Admi ral stabes der Marine. Aus Stadt und Land. Gießen. 25. August 1917. Lebensmittelmarken. Für die Zeit vorn 27. August bis 2. September 1917 haben nachstehende Lebensmittelmarken Gültigkeit: Brotmarken der 35. Woche, gültig vom 27. 8. - 2. 9. 1917 Buttermarken, „ 35. „ „ * 27. 8. — 2. 9. „ Fletichn,arten , 35. .. „ „ 27. 8. - 2. 9. Kartoffelmarken w 35. „ „ „ 27. 8. - 2. 9. Eiermarken Nr. 14 Zuckermarken Nr. 30 — 92 giiltig bis 31. August 1917. Seisen'.narken für den Monat Aug- gültig bis 31. Aug. vom 1. September ob für den Monn: September. Ein Umtausch verfallener Marken findet nicht mehr statt: ebenso wird für verloren gegangene Marken kein Ersatz gewährt. Rennnmclduugen und Anmeldung von Neugeborenen haben nunmehr unter Vorlage der nötige« Ausweise auf dem LebeuSmittclamt zu erfolgen. Umzüge innerhalb der Stadt und Wegzüge von Gießen find in den zuständigen Bezirken anzumelden. Gefchäftüstunden dcS Stadt. LebensmtttelamteS von 0—12 Uhr vorm., 2—4 Uhr nachm. Markenansgabe für Urlauber: Sonntags von 10—12 Uhr vormittags. ** Die Mehlpreise des Kommunalverbandes. Während im Wirtschaftsjahr 1916 der Kvmmunalver- band Gießen für den Doppelzentner Roggen 23 Mk., für den Doppelzentner Weiten 27 Mk. als Einkaufspreis zahlen mußte, sind diese Einkaufspreise von Reichs wegen für das Wirtschaftsjahr 1917 auf 28 Mk. und 30 Mk. für den Doppelzentner erlchht worden. Es bedeutet dies für den Roggen eine Preiserhöhung um rund 22 Prozent, für den Weizen eine solche um rund 11 Prozent, Erhöhungen, die naturgemäß in den Preisen, zu denen der Kommunalverband von jetz^ab das Mehl an die Kreisgemeinden abgeben kann, zum Ausdruck kommen müssen. Da der Mehlpreis in diesem Jahre weiter noch durch die den Landwirten zu zahlende Drusch- Prämie, durch eine nach den Verhältnissen nicht zu umgehende Erhöhung des Mahllohns, sowie durch die sehr erheblich weiter gestiegener: Sackpreise belastet wird, war es, wie auch die Bekanntmachung im gestrigen Kreisblatt gezeigt hat, nicht zu umgehen, den Mehlpreis entsprechend den seit Beginn des neuen Wirtschaftsjahres tatsächlich erwach »ende:: Mehrkosten zu erhöhen. **L ichi spiel Haus Bahn Hof st ra ße Der (pDße Klm der ^Deutschen Gesellschaft für Mutter- und Krndesrcchl, „Die im Schatten leben" ,Schuldlos Geäckßete ist gestern im Lickftfpiei Haus zur Uraufführung gekommen. Die Handlung des Frlms ist nadt bei: Akten des Vereins von .Adele Schreiber verfaßt, von Carl Schneider bearbeitet, :md von )fficharb Eichbery inseeniert. Sie behandelt das ScißcLsal eines, einem herzl-oien Verführer puu Opfer gefallenen Aiädcliens, das mit ihrem Kinde dadurch, daß c im Heim der Gesellschaft .Aufnahme findet, der Verzweiflung entrisse:: und einem geregelten Lehen iviedergegebeu wird Daneben ist das Geschick der schuldlos Geächteten, der uuehelicl' Geborenen, m die Handlung erngifflochteu. Die Darstellung ist überaus spannend >md soll der Hoffnung Ausdruck geben, daß in neuen, Deutschland, dem wir ;vach harten Kämpfen entgegen gehen, auch denen, die bisher im Sclxrtren gelebt haben, alle Rechte erblühen, nach dem« Grundsätze, jedes Kindesleberr ein Stück vor: Deutschlaii > Zukunft, jede Mutter ein Stück von Deutschlands Volkskran Die Hauptrolle der Hamm Mertens, ward von Ellen Richter in packender Form und überzeugender Treue dargestellt Ti. Vorführung fand lebhaften und woplverdienten Beifall. Kreis Schotten. je. Schotten, 24. Aug. Das .Kreisamt macht daran: auf' meiksam, daß im Interesse der Ueberwochuug des Verkehrs mi> Gegenständen des täglichen Bedarfs jeder V.ueÄufer den crui- fiordernden Behörden einen einwandfreien Nachweis erbringen muß. vvn wem er die Ware bezogen und zu welchem Preis er sie erwvrlx ^ hat.^ Dies gili sowohl für den Zwischenhandel wie für den Verkauf ml die Verbraucher. Ter Nach.r is nruß durch schristlia Belege^ erbracht werden können. Jeder Verkäufer güt als unzuverlässig und macht sich strafbar, der diese Bnoeise nicht erbringeii kann Witterungsberrcht. lOeffentlicher Wetterdienst.) Ziemlich herber und trocken, wieder ettvas wärmer. Letzte Hadridicen. Der Reichskanzler beim Kaiser im Hauptquartier. Berlin, 24. Aug. (Amtlich., Se. Maj. der Kaiser nahm vormittags im Großen .Haß nach den vorliegenden Meldungen die BropzetteideenttL voraussichtlich ausreichend sein lverdo, die Kartoffelernte gctt, dagegen hätten wir nur einst sehr geringe Futtermittelerme. Die bisherige Brotration lwffe man aufrecht zu erhalten, ebenso airnaherird die Fettration und die Fleischration, die vielleicht zeitweilig sogar erhöh: werden könne. Die Bevölkerung werde voraussichtlich auch genügend mit Kartoffeln versorgt werden können, vorausgesetzt, daß alle Schweinebestüude entsprechend der knappen Futtermittelvorrate herabgesetzt werden Maßnahmen in dieser Richtung find bereits getroffen unb werden nach weiter getroffen werden. .Sollten diese nickst genügen, so sei eine Atasfenabschlagung kaum zu vermeiden, venu in erster Linie müsse der Futtermittelbevarf der Milchkühe und Zuckt- imd ArbeirS tiere gedeckt werden. Die Ernte in Süddentt'chland. Karlsruhe, 25. ?lug. (L. A.) Nack übereinstimmenden Berichten aus Baden. Württemberg, dem Elsaß ffel die Ernte ausgezeichnet aus^ und wurde überall gut erngebracht. Der GetreÄe- drusch übertrisft an Körnerertvag alle Erwartungen. Die Obft- ernte füllt infolge reichlicher Niederschläge sehr ergiebig aus. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Bet r.: Höchstpreis für Kartoffeln vom 25 August 1917. In illbänderimg uuserer früheren Bekanntmackumgen wird der ErzeugerHöchstpreis für Kartoffeln twm 26. August >917 ab bis auf weiteres auf 7.50 Mark für den Zentner :md der Klein ha nd e l s b öch stpreis für Kartoffeln vom 1. Septem der 1917 ab bis aus lveiterrs all! 10 Pfg. für das Pfund festgesetzt Im übrigen bleiben unsere Be kam tttn ackuu bgen :wm 21. Jmii :md 21. Frlli 1917 (Darmstädter (^eittmgen 144 und 169 aufrecht erhalten. Darm stad t. den 25. August 1917 Üandeska rtvffel ftell e. Hechler. An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Vorsleheirde Preisfestsetzung ist ortsüblich lwtännt zu mack-en. Gi e ßen . den 25. August 1917 Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Usinger. Todes-Anzeige. Am 23. Aufruf vej^chied nach kurzem aber schwerem Krankenlager mein inuigstjreliebter, unvergesslicher Mann, unser lieber Vater, Sch wiegorvator, Orossvator, Bruder, Schwager und Onkel Louis Opper, Gastwirt im 66. Lebensjahre Die trauernden Hinterbliebenen: Christine Opper geb. Becker Familie Ludwif; Opper, z. Z. im Felde Familie Wilhelm Opper, z. Z. im Felde Familie Heinrich Opper, z. Z. im Felde Cndwifir Cielssler, z. Z. im Felde. Alten-Buseck. Ruttershausen, den 24. August 1917. Die Beerdigung findet Sonntag, den 26 August, nachmittags 3 Uhr statt. 05233 Absatz-Ferkel von bester Zuckst sckitlellwüchsige 3iaffc. lang' gestreckte, breit- buckelige Tiere, die besten zur lucht und Schnellmast. Sebr gute Fresser, kerngesund, ea. 6 — 8 wöchige 8—10 wöcbzge 10—12 wöchige 12—14 wöchige 14—16 wöchige 21—32 Ai f. 33—40 Mk. 41-48 Mk. •19—58 Mt. 59—68 Mk. 16-18 wöchige. 69—80 Mk. Für In Schweine lebende Ankunft Garantie. Nach- uahineversnnd. Bahnstation genau angebeu. 59551) Fr. Jom. Ilochntinrui, Bbtrstadl k. D. ,.Schweizer- lians". Perurni Wr. rr»z. mmmamammmmmm Biciienstllliterverkiit kikßeil uni Ilinmeili Versammlung Sonntag, den 26. d. M., nachmittags 3 Uhr, bei Mitglied Kr a ft in Gießen, Franks. Stt. 81. Tagesordnung siehe „Biene". Frühbirnvevfteigerung. Dienstag, den 28. August sollen an der Kreisstraße Lich - Eberstadt - Oberhdrgern etwa 15 Bäume Frühbirnen (ca. 66 Ztr.) versteigert werden. Anfang vorm. 9 l , Uhr am Hof 6-ill. An demfelben Tage, nachm. 3 Nhr, etwa 6 Bäume mit Frühbirnen an der Kreisstraße Lich' Steinbach. Zusammenkunft an der Turnhalle Lich. Der Großh. Kreisbaninfpektor des Kreifes Gießen. m*# Winterschafweide. ic Gemeinde Inheiden beabsichtigt, ihre Winterschafweide für den kommenden Winter zu verpachten. Da die Feldgemarknng Feldheim mit gehütet werden darf, bietet die zu behütende Flache, bei normaler Witterung, vollständige Nahrung für eine Schafherde. Pächtliebhaber wollen sich an die Bürgermeisterei wenden. 6290 Eber-Versteigerung. Montag,den27.August, vormittags 16Nhr, wird auf der Unterzeichneten Bürgermeisterei ein Oemcinde-Sber, Raffe veredeltes Landschwein (Hannoveraner), welcher wegen Vermeidung von Inzucht abgeschaffl werden muß, versteigert werden. Qneckborn. am 24. August 1917. Großh. Bürgermeisterei Qneckborn. Schmid.t. «2« Aus der Landrichter Dr. Miillerscher Stiftung zu Darmstadt sind durch die unter, zeichnete Behörde 1. Fünf Unterstützungslegate von je 500 Mk. jähr lich an bedürftige elternlose Studierende der Rechtswiffenschaft aus den Provin en Starken bürg und Oberheffen, 2. ein Unterstützungslegat von jährlich 5)00 Ml. an eine bedürftige, nicht kinderlose Witwe eines richterlichen Mitgliedes bei einem der Amtsgerichte oder Landgerichte der Provinzen Starkenburg oder Oberheffen, vorzugsweise als Beihilfe zur Erziehung minderjähriger Kinder zu vergeben. Bewerbungen um diese Legate sind Vinnen vier Wochen bei der Unterzeichneter' Behörde einznreicheu. Darmstadt, den 21. August 1917. Großherzogliches Ministerium der Finanzen. Abteilung für Finanzwirtschaft und Eisenbahnwesen. _ In Erledigung : Dr. Roh d e. ,. D Holzversteigerung 'cvUftflevt werden: Donnerstag, bett 30. l. Mts. >u de» Domouialwalddislriktcn Fucksbm, ^ und 9 und Stemvelschlag 3 der ^orsiwartci (Oroücn«Linden Scheiter Rm.: 4 Eicde. A3 Mieter, i /stritte, Knnvvel Rm. « «kW,. >.' Birke. > Vindc. r>!Ui UNeirr :«ris„,,»eürn 1480 Eickie. 1440 tfierev, 60 Fichte «türte Rm \>ictcv Bepinn der Versietsenma vorm. 9 Ubr im Diuriki Fuchsbau. Weitere Auskunft erteilt («irofib. Aorttuuni MengcS, Forstbaus Bamnganen. Gießen, den 24. August 1917. Großh. Obersörsterei Schifienberg. _ Trautwein. tüjtöR Holzversteigerung. 'erden versteigert: Mittwoch. 29. i. 35., ES mevoen neruemert: wnttwoch. 29.1. M . aus de Doznauialwalddistrikt Bnckwald 14, \: K is* : adtritci .hm.: 8 Buche, 1 piche Knitvvel Rm. Buche. 9dickte Mefer. 31 Fichte Reisig Rm.: 74 Bückte. 26 Eiche 4t-> .9:efer. 246 Fichte, 98 desgl in Schidttdanien: Stöcke Rm 6 Buche. 1,1, Mieter. 20 Fichte. 'Beginn bet r'ret'teigernn vormittags 10 Ubv im Distrikt Buchwaid ','nüevc 21,:«. ennft evtctlt Grogb Forstwart Räuber zu r reto n b vtu Wietzen, «4 August 1917. «roftu Ob er f ü r ste rei Tret^ 0 V T ran: wein xm ft Nachruf. Don Heldentod für da* Vaterland starb am 9. de. Mt« mfbige emor Verwundung unser Beamter Herr Adolf Mathes Leutnarrt d. R. ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz II. und I. Klasse, der Hessischen Tapferkeitsmedaille und einem östsrr. Orden nach ununterbrochener dreijähriger treuer Pflichterfüllung im Felde. Der Verlust dieses noch jungen durchaus tüchtigen und gewissenhaften Beamten und treuen Kollegen erfüllt uns mit aufrichtiger Traner. Ein dauerndes und treues Angedenken werden wir ihm bewahren. Direktion und Beamten der Mitteldeutschen Credrtbank K2!»D " - . Filiale Giessen. Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, dass unser heissgeliebter Sohn, unser lieber Bruder, Enkel, Schwager, Pate und Neffe Unteroffizier' Hermann Philipp Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Hessischen Tapferkeitsmedaille nach 2 jähriger Pflichterfüllung im Alter von noch nicht 22 Jahrenim Glauben an seinen Heiland den Heldentod starb. Er war unter unseren sechs Söhnen, welche fürs Vaterland kämpfen, der viertälteste und der erste, der fiel. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Balthasar Philipp VIII., Wagner. Watzenborn, Lützel-Linden und im Felde, den 23. August 1917. Wiedersehen ist unsere Hoffnung. Was Gott tut, das ist wohlgetan. Unsere Seele ist stille zu Gott, der uns hilft. Ps. 62,2. - ■jntägni Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom Liebsten, was man hat, muß scheiden. Wiedersehen war und bleibt unsere Hoffnung. Den Heldentod fürs Vaterland starb nach Gottes unerforschlichem Ratschluss am 31. Juli im Feldlazarett an seiner schweren Verwundung infolge Kopfschusses mein treuer, herzensguter Mann, seiner beiden Kinder liebevoller Vater, unser unvergesslicher Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Enkel, Onkel und Neffe, der Kanonier Karl Jung im 29. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Wwe. Luise Jung geb. Faber und Rinder Familie Karl Jung II. Familie Joh. Faber II Hochelheim, Hörnsheim, Reiskirchen, Weidenhansen, Münchholzhausen und im Felde, den 25. August 1917. 05215 Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtigster Teilnahme an dem unersetzlichen Verluste unseres herzensguten Mannes und Vaters Herrn Wilh. Jacob Rau und für die zahlreichen Kranzspenden, der Firma A. Euler, des Kaufmännischen Vereins und seiner vielen Freunde und Kollegen sagen ihren tiefgefühltesten Dank Albertine Rau geb. Loos Georg Rau, Bankbeamter. Oiessen, den 24. August 1917. m K I ' ■ 15g ■ L 8 In d« r Nacht vom I& auf den 19. lfd. Mts. verstarb Im Dienste de* Vaterlandes unser lieber A. H. Grossh. Amtsrichter Emil Hoffmann Leutnant d. L.. Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse und des Allgemeinen Ehrenzeichens für Kriegsverdienste am Kriegsbande. denken Wir werden diese-, treuen Brrodeabrnder* »tets n Ehren Die Landsmannschaft Darmstadtia. Statt besonderer Anzeige. Nach Gottes Ratsch!usa fiel vor 14 Tagen mein mnigstgeliebter ältester Sohn Oberlehrer Dr. Fritz Schonebohm Leutnant d. L. in einem Inf.-Regiment tiefbetrauert von mir, seiner jungen Frau und seinen Geschwistern. Im Namen aller Angehörigen: Frau Pfarrer Schonebohm Witwe. Dörrenbach bei St. Wendel, Oppeln, Alafeld, Zaragoza. Friedberg, Hildesheim, am 23. August 1917. Unser einziger, lieber Sohn, der cand. med. und Kriegsfreiwillige Arthur Wunderlich Feldunterarzt in einem Res.-Inft.Regt. Inhaber des Eisernen Kreuzes ist für sein Vaterland gefallen. Karl Wunderlich und Frau. Giessen (Kaiser-Allee 75), den 24. August 1917. Von Beileidsbezeugungen jeder Art bitten wir freundlichste abzusehen. 05331 Wiederum hat der Krieg ein hartes Opfer gefordert Unser langjähriger Mitarbeiter, der Vorarbeiter Heinrich Frickel ist in einem Feldlazarett seinen bei den letzten Kämpfen erlittenen schweren Verwundungen erlegen. Sein lauterer, biederer Charakter sichert ihm ein dauernd ehrendes Gedenken. Gießener Gummifabrik 629 ip Poppe & Co. ..ÄtÄ“SÄ£'i"äa; Frau Babette Wagner *efolgt m ist° r H TA * en heirafre ^ an * enen Vater in die Ewigkeit In tiefem Schmerz: Lina flall geb. Wagner Rosa Althaiis geh. Wagner Anna Peter geb. Wagner Simon Wagner August Wagner Franz Hall Karl Althaus Karl Peter. Lieh, Leihgestern, Stuttgart, den 24. August ISN. Die den August, nachm. 4 Uhr. in eßen auf dem Neuen Friedhof statt. 4277