Br. 195 Ter Eichener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: Eichener Familienblötter. UreisbiLtt für Len Ureis Eichen. SezogspreiL: numatl. 1 Mk.. vlertel- iäbdut) 3 Mk.; durch Aohole- u. Zweigstellen rrwnatl. 90 Pf.: durch diePost Mk. 3.— Vierteljahrs ausschl. Besteüg. Fernsprech - Anschlüsse: sür die Schrittleitung 112 Verlug,GeschäftSstelleb1 Anschrist für Drahtnachrichten: Lnzeizer Stehen. Erster Blatt 167. Jahrgang Dienstag. 21. August 1917 psstscheSkonls: Zrankfvrt a.M. 11686 General-Anzeiger sür Oberhessen vaukverke-r: Sewerdedart Sichen ZwiMngrrunddruck u. Verlag: vrühl'sch« U«is..B»ch- u. Lteindrmkerei R. Lenge. Schristleitnng. Geschäftsstelle u. Druckerei.- Lchulftr. 7 Auuagme von Anzeigen i. die Taqesrrummer ins zum Nachmittag vorher. Zeilenprelfe: sür örtliche Anzeigen 20 Ps., für ausivar- tige Anzeigen 25 Pf., b. Platzvorschrift 30 Pf., für Reklamen 75 Ps., bei Platzvorschrift 90 Pf. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich sür Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt und Land, Vermischtes u.Ge- richtssaal: Fr. R. Zenz; Anzeigenteil: H. Beck; sämtlich in Gießen. (WTB.) Mrvtzes Hauptquartier, 20. August. (Amtlich.) Weftlichrr Kriegsschauplatz. Heeresgruppe KronprinzRupprecht. Auf Dem flandrischen Schbacktfelde blieb nach dem Scheitern der englischen Frühanqnffe südlich von Langemarck der Feuerkampf an Stärke erlzeblich gegen die Vortage zurück. Fm Artois war die Artillerietatigkeit nur nordwestlich von Lens stark. Mehrfach wurden englische Erkunduuqsap- teiHmgen zurückgewiesen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Die Schlacht vor Verdun hat heule früh auf beiden MaaSuferu vom Walde von Avocourt bis zum Courrieres- walde (23 Kilometer) mit starken Angriffen der Franzosen begonnen. Der Artilleriekampf dauerte tagsüber und die Nackt hindurch ununterbrochen mit äußerster Heftigkeit an. Heute morgen ging starkes Trommelfeuer einem Angriff der Infanterie voraus. Die Franzosen besetzten kampflos den Talon-Rücken östlich der Maas, der seit März dieses Jahres als Verteidi- gungslinic aufgegeben und nur durch Posten besetzt war. Diese sind im Laufe des gestrigen Tages planmäßig rmd ohne Störung Wrückgenommen worden. An allen übrigen Stellen der breiten Schlachtfront ist der Kampf in vollem Gange. * 16 feindliche Flugzeuge und 4 Fesselballone sind gestern Lmn Absturz gebracht worden. Leutnant Gontermann schoß drei Fesselballone und ein Flugzeug ab und erhöhte damit die Zahl seiner Luftsiege auf 34. Offizierfiellvertrcter Vizefeldwebel Müller blieb zum 23. und 24. Male Sieger im Luftkampf. O e st l i ch c r Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayexn. Nichts Neues. Front des Generalobersten - ^ ^ Erzherzog Josef. Derrtsche und österreichisch-ungarische Truppen warfen in kraftvollem Änfttrnn beiderseits des Oitoz-TaleS die HÄhen Widerstand leistenden R u m ä n e n g e g e n d a s T r o- tus-Tal zurück. Ein Württemberg isches Gebirgs-Batail- bm zeichnete sich besonders ans. Mehr als 15 00 Gefangene und 30 Maschinengewehre sind ein- gebrächt worden. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Auf dem westlichen Sereth-Nfer entspannen sich am Bahnhof Marasesti heftige Kämpfe, bei denen mehr als 2000 Gefangene in unserer Hand blieben. Südlich der Rimnicmündung scheiterten starke russische Angriffe vor unseren Stellungen. Mazedonische Front. Die Lage ist unverändert. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. * Die Abendberichte. Berlin. 20. Aug., abends. (WTB. Amtlich.) Die Schlacht vor Verdun steht für uns günstig. Auf Am westlichen Maasufer drang der Feind nur am Avo- court-Walde und am Toten Mann in unsere Abmehrzone rin. Sonst wurden seine wiederholten Sttirme überall ab- Mschttlgen. Oeftlich der Maas ist der Gegner vor unserer Kamvf- Mellung durchweg abgewiesen oder im Gegenstoß znrückgc- worfen worden. Rücksichtsloser Masseneinsatz der Infanterie auf mehr als 20 Kilometer Front gegen unsere kampfkräftige Abwehr /kostete die Franzosen schwerste Verluste. Sonst im Westen und Osten keine großen Kantpfhand- lungen. Wien, 20. Aug. (WTB.) Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: 20. August, abends: Die 11. Jsonzo- fchlacht dauert mit unverminderter Heftigkeit an. Besonders !wird bei Vrh und südwesttich Eostameviea gekämpft. Bisheriger Verlauf gut. In der „Voss. Ztg." hatte Georg Bernhard bemängelt, ^aß der Reichskanzler Dr. Michaelis fernen Entschluß/ am ' Dienstag tm Reichstagsausschnß über den päpstlichen Brief zu sprechen, zu frtih angekündigt habe. Das sei nicht zweckmäßig gewese'.r, da das Ausland jetzt schweigen und sich mit feiner Presse nicht weiter festlegen, würde, bis in Berlin eift- fcheiderrde 'Worte gefallen tvären. Derttschland komme damtt Mieder in eine nachteilige Position, denn es biete den Fein- 'den wieder bequeme Zielscheiben fiir ihre kritischeu Aupriffe. 'Die „Voss. Ztg." scheint die wahren Beweggriiude des Kanzlers doch :ncht erkannt zu haben. Aus allerlei Zeitungs- nachrichteu ist zu entuehmeu, daß die bekannten Mehrheits- Parteien des Reichstags Ansätze genvachi haben, schon vor dem entscheidenden Dienstag die Politik des Hanptans- 4chusses feftzuleger:. Manchen Erzberger und Scheidemann gelüstet es eben noch, der Regierimg die auswärtige Politik aus der .Hand zu nehmen und entscheidende Schritte zu tun. noch ehe vom Regierungstrsche etwas gesagt worden ist. Dem will der Reichskanzler, getreu seinem Gelöbnis, er wolle sich die Leitung nicht aus der Hand uechneu lassen, offenbar sich entgegenstemmeu. Seme Ankündigung bedeutete also: Haltet ein, bis Ihr urich gehört habt! Solch ein Sinn bei der führenden Stelle kann uns nur gefallen. Es heißt, Dr. Michaelis habe am gestrigen Montag die Parteivertreter zu sich berufen und sich mit ihnen auseinandergesetzt. In der „Lattonallib. Äorrejp." wird darauf hingewiesen, daß der beginn der Schlacht vor Verdun. Hauptausschuß etwas „überraschend" einberufen worden sei, daß der Einberufer sich nicht mit allen Fraktionen über Anlaß und Programm der Tagung ins Einvernehmen gesetzt habe. Dann heißt es' weiter: „Wir würden es für falsch Hallen, wenn durch die Tagung des Hauptausschussts der Reichstaa sich voreilig auf eine Stellung zur päpstlichen Rote festlegen würde, oder wenn er die Reqierung zNAngen trollte, etwas' derartiges zu tim. Es ist zunächst ganz selbpver,ländlich, daß Deutschland nicht für sich allen: Stellung zu den päpMicheN Vorschlägen nehmen kann, sondern daß es unt seinen Bundesgenossen, Zusammengehen pruß. Diese notwendige Verständigung imter den Bundesgenossen wird sich aber kaum von heute agf morgen in allen Punkten erzielen lassen, eluch in sachlicher Hinsicht sehen wir keinen Grund, die Antwott auf die päpstliche s Jfabe von unserer Seite aus Hn überstürzen. Deutschland hat. an Friedenskundgebungen und Friedfertigkeits- verpchermrgen des Guten wirklich schon zu viel getan. Wir können diesmal sehr wohl darauf verzichte::, die Ersten zit sein, die das Echo der Friedensrwte zicrückgeben. Wenn die Resolutionsmehrheit klug rst, so wird sie es gerade von ihrem Standpimkt aus vermeiden, den Eindruck geschäftiger Eilfertigleit zu erwechu. Das amtliche Orgaii des Vatikans lieht sich bereits veranlaßt, angeblich deutsch-öfterreichisch Machenschaften bei der Abfassung der' ^Note m Abrede zu stellen. Wenn, den Resottttio n spatteien darcnr liegt, deni Vatikan eine zweite peiillich Rote dieser Art zu erspareli^ so mögen sie der Gegenseite eurmal mit der Antlvort auf die Frredeusnote den Vorrang lassen." Das „Berliner Tagebl." ist bereits, noch vor dem „Vorwärts", in eine scharfe Opposition gegen deal neuen Reichskanzler eingetreleu. Es hält ihm vor, daß Dr. Michaelis im Dezember Id 14 in der „Furcht', dem Organ der Deutsch-christlrchen Stzudenterrvereinigung, einen Aufsatz geschrieben habe, von dem es folgende Inhaltsangabe macht: „Der tief religiös einpfindende' Verfasser stellt dort die Frage, „ob das deuhche Volk, seine Regierung, seine Vertreter, seine Ge- iroucn" 7mstaudc sein werden, ^„dte Ausgabe der neuen Zeit zu cr- fasseil mrd zu erfüllen". Er sagt, alle diejeiügen, „die schon eins Auge und ein Ohr für die Ofsenlrarung Gottes in der Weltgeschichte hrtten", sehen jetzt klar, ,paß das Geschö^rr in Per Well cnnem göttlichen Heilsplan cnp'prnrgt". Zweifellos habe Gott eine besondere Ausgabe fiir das deutsche Volk, und er könne sie dem deutschen Volle anvertrauen, da hier, trotz allem sittlichen Verfall, der Glaubensgedanke am reinsten bewahrt werde, „die .Nuft zwischen Staatsmoral und normalerem Sittlichkeitsbegriff nicht unuber- brückbatt' sei. Es sei aber die höchste Zeit gewesen, „daß die dröhnenden Schläge an die Herzenststr des deutschen Volles erklangen", dem: schon sei man dem Abgrund entgegrugeeill und „das innere politische Leben, ein Sipietball der kraß selbst- jüchttgen Mvch-tbedürftrisst der Parteien", hätte unvermeidbar zum Bürgerkriege gefühtt. Tie Schuld der alle:: Zett, die Schuld im privaten und im öffentlichen Leben müsse erkamtt werden, bemf nur so könne eilte neue Zeit erstehen. „Welcher Demokrat kann nach dem kläglichen Fiasko des Parlamentarismus in England, der republikanischen Staatsverfassung in Frankreich die Forderung nach parlamentarischer Herrschaft Zn DeUtschlmrd erheben — )vec nurd dem Kanzler die 'Schlinge eines Berantwatck!chkettsgesetzes über den Hals werfen wollen?" Auf der mcderen Seite dürsten die Patteien Vorrechte und Eürftuß nicht egoistisch festhalten^ euw irotwendige Wahlrechtsreform nicht nur am Patteimchen messen, denn die Böller wiirden nur dmrn gesegnet werden, wenn fte „Gerechtigkett regiertt". Darauf baut das Blatt eine Lektion auf, in der es die parlamentarischen Zustärrde Frankreichs und Englands lebhaft m Schutz nimmt. Die Kritik und die Wünsche des Berl. Tagebl. gipfeln in folgenden Sätzen: „Der Han ptaus schuß des Reichstags, der am' Dienstag seine Beratungen tvieder ausnimMt, wird hoffentlich einselien, daß er durch Zögern und Unentschlossenheit schon viel verschuldet hat. Nur weil er lau und uneinig die Dinge gehen ließ, wurden noch einmal, während 'das deutsche Volk kämpft und aushartt, Reichskanzler mib Minister in der wohtbelmteten Verborgenheit eines Geheimkabi net, ohne die nttndeste Beftagnng der Volksvertretung, ernannt. Auch das Zentrum wird sich sagen nrüsfen, daß der edle Friedenswunsch des Papstes sich nicht verwirklickien lassen wird, solange die innere 9ceugestaltung des Deutschen Reiches ausbleibt, die geistige Brücke zu !den anderen Nationen fehlt." Vielleicht sagt uns nun heute der Reichskanzler etwas über die „geistige Brücke zu den anderen Nationen". Das Bert. Tagebl. möge sich doch selbst einmal richtig in der Zeit und Gegenwart umsehen, dann wird es vielleicht erkennen, was die Feinde von uns wollen und was ihnen gleichgültig ist. Es scheint wirklich, daß diesem Blatte der baldige Friede lange nicht so wichtig ist wie die „vollständige Parlamerrtari- fterung". Ob gerade das Zentrum einer so religiös gerichteten Natur wie dem Reichskanzler dauernd Opposition zu bereiten gewillt sein wird, muß dahingestellt bleiben. Allzufrüh umdräugen die voreingenommenen Vertreter nackter Parteiinteressen den Wagen des Kanzlers. Auch die „Deutsche Tagesztg." glaubt Herrn Dr. Michaelis von ihrmn Standpunkte aus einen Spruch mit auf den Weg geben, zu müssen, Und sie hakt ihm vor, ob er nicht das Lntherwort sich zum Wahkspruch nehmen wolle: „Es gefällt Gott wohk, wenn man sich vor Meirschen und Teufel nicht fürchtet, muttg und steif wider sie ist, wenn sie anfangen und unrecht haben st So gut und kernhaft der Spruch kliirgt — es toare doch vielleicht schöner und besser, wenn mau dem neuen Reichsführer Licht und Raum geben wollte, selber dcrrzutun, was seines Tirn und Handelns Kerir und Inhalt sei. Der öfterreichrsck-nngarische Tagesbericht. Wien, 20. Aug. (WTB. Nichtmnttich.) Amtlich wird verlMttdatt: Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei Marisesti brachten deutsch- Truppen in heftigem Kampfe über 2200 Gefangene ein. Bei Grofesci am Oitoz und westlich von Ocnu wurden Russen und ;Rumänen durch österreichisch-ungarische,md deutsche Truppen erneut geuwr- feir. Weiter nördlich keine besonderen Ereignisse. I t a l i e n i sch c r K r i e g s sch a u p l a tz. Unsere tapfere Ist,uzo-Armee stand gestern wieder in erbittertem Ringen gvMu einen au Zahl weit überlegenen Feind. Der Erfolg des Tages war unser. Während sich der Gerpier zwischen Tolnreint und dem Krn mit einzelnen Teilvorstößen begnügte, brandeten abwärts von Auzza bis an die Meeresküste die Sturmwellen italienischer Massenangriffe gegen unsere Stellungen. Oberhalb Eanale gelangten, von stärkster Artilleriewirkung unterstützt, die Italiener bis auf die Höhe vom Vrh. Dort warfen sich dem Feinde die Eger- lander Helden entgegen und drängten ihn an den Hang zurück. Bei Desola und Wodiee, auf dem Rtonte Sanw und dem Monte Gabriele, im Hügellande östlich und südlich von Görz, überall wurde mit größter Erbitterung gerungen, ohne daß es den Italienern gelang, einen Fuß breit Boden zu gewinnen. Die Braven des Wiener Landsturms und des österreichischen Landsturm-Regiments Nr. 51 fanden hier erneut reiche Gelegenheit, von ihrer oft l>ewiesenen Miegs- tüchtigkeit Zeugnis abznlegen. Zwischen Wippach und dem Faiti Hrib zerschellten die feindlichen Angriffskolonnen an dem eisernen Widerstand bewährter aipeuländischer Schützenregimenter. .Krainer Gebirgsschützen deckten hier Heimaisboden. Auf der Karsthochflache tobte die Schlacht mit großer Heftigkeit. Wogt südwestlich von Eostanieviea nocki der Kanrps im Zwischengelände der ersten Stellung hin und her, so ist sonst überall der Feind vollends über die vorderstt Linie zu- rückgeworfen. , Der 19. August brachte uns über 3000 Gefangene em. Die blutigen Verluste der Italiener sind groß. Feindliche Nlonitore beschossen die offene Stadt Triest. Es wurden mehrere Einwohner getötet. Auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden, wo die Italiener im Juni schwere, aber ergebnislose Angriffe unternommen haben, räumte der Feind vorgestern nördlich von Asiago in 15 Kilometer Breite seine auf italienischem Boden befindlichen Stellungen. Gestern wich er lws dem Su- ganer Tal zurück. Balkankriegsschauplatz. Unverändert. Der Chef des GEralstabes. Die ttämpse in West und Oft. Berlin, 20. Aug. (WTB.) An der flandrischen Front wurde in der Nacht vom 18. zum 19. Aüau-st eine an der Bahn Dixmuiden vvrstoßvrrde starke ferwdliche Pa- ttvuille zurückgewiesen.. Die Unsrigen brachten im Nachstoß belgische Gefangene ein. Weiter südlich bereitete der Gegner in den VLvrgenstunden des 19. August im Raume zwischm Langemarck und St. Julien Angriffe vor, die jedoch dmttb nnser gut liegendes Feuer nieder gehallen wurden. Dank unserer Artilleriegegewvirttrng ernlattete das Feuer der feindlichen Batterien, das sich in einzelnen Abschnitten zu größter Heftigkeit steigerte. Auf Wurnetori. lag schwerstes. Feuer. Nördlich der Sttaße Armentieres—Lille wurden Gefangene eiugebracht. Unsere Flieger warfen in der Nacht er- bebliche Mengen ötm Bomben auf Munitionslager, Bahnhöfe und Batterien von Poperirrghe und Aspern, sowie Munitionslager bei Jsberque. Heftiges^ feindliches Feuer lag planmätzig auf Lens und auf unseren Stellungen nördlich der Stadt. Nördlich St. Quentin fanden in der Gegend von Honneeourt bei stärkerer Artill-erietättgleit noch örtlich Kümpfe um zwei in ulfferer Stellung vorn gestriger: feindlichen Morgenangriff Uverbliebenen Engländernester statt. Bei einem feindlicher: Bombenabwurf auf Bohain wirrden fünf Zivilpersonen getötet. An der Aisnefront, wo das Artilleriefeuer in der Gegend von Cernp teilweise auffrischte, schoß einer unserer Flieger drei feindliche Fesselballone ab, wodurch die übriger: feindlichen Ballone sich zum raschen Medergehen veranlaßt sahen. Ein weiterer Fesselballon wurde an der Argonnen- front qbgeschossen. Beiderseits der Ma as setzte am 19. August nach erbitterter Artlllemetätigkeit kurz nach 5 Uhr nachmittags wütendstes Trommelfeuer ein. Unsere Batterien autwortrteri aufs ^kräftigste und chit erkennbarem^ Erfolg. Dem mit großer Erbitterung auch während der Nacht fortgefiihrten Zlrttlle- mekampf, der ftch von 4 Uhr vormittags ab abermals zum Trom:uelfei:er auf der ganzen Front zwischen Avoeourt- Vaux steigerte, folgte 4,40 Uhr auf beiden Maasufern der gen:eldete starke ftanzosische Angriff. Die Jnfanterieschlacht ist in vollem Gange. An der Ostfront brachten wir westlich Luck eine größere Anzahl Gefangener aus einem Pattouillennnter- nehme:: zurück. Das rusfffche Muer verstärkte sichi hierauf an diesem Fvo-ntabschnitt und wurde ebenso apr Lbrucz und bei Tarnopol lebhafter. Wesllich Arbora im KarpatheNvor - gelande wicrde ein russischer Erkundungsvorftoß blittia znrückgewiesen. Be: dem gemeldete:! erfolgreichen Vorstoß wesllich und östlich von dem zwischen Drötns imd Sustta liegenden Gebirgs stock erlitten die Rninäneu außer große: Einbuße an Gefangenen außerordentlich schwere blnttae Verluste. Französische Berichte 33wrt 19. «ufinxft, mrchEags 3 Uhr. AEcrie-ktim!«, m, dn- Atsnkgwnt, besondere rm Nordwestzen :rud :u: Osten von Reim'-- HmÄ>,ttLiche auf ^unsere Leinen Post«: rm 'Norden von Bvar>e en Lmnois, w:me m den Gependen von Bermericour: mb PourpcNes schetterlen m unserem Feuer. Auf toben Ufern der der- berderserttA: A-rtilleriekrrmpf schr lebhaft an. Im Irnperwald osttup von BlwonviUers urw nördlich von Celles für -Marne wnien wir deutsche Versuche, die auf hefttge Born solAteu, ab. Der Fcpch erlitt fühtbare Verluste :md uop. (-esangene :n unsteve:: zurück. ^Nichts zu melden von de: übrige:: Front. J 1 ^ AtttillerieLmchf steigerte sich z:r belrÄchl- lickier Lebl-crsttgteit in der Gegend von Brave und uo:: Eeruv dergleichen aus beiden Usern der Nöaas. bennwers an Lkdichnttr Bezonvaux. JnsoMerchaftwnei: erfolgten nickt. Renn>> mu>fma Granaten. Eine Zivilperson wurde verletzt. Umrr Zagdflnqdvenst qrQ miM te fm Saufe des 18. August besondere starke Tätigkeit. 11 deutsche FlNgtzouge stürzten im Verlaute von Luftkäurpffn mir mtfenen Fliegern breimend ab aber wurden gänzlich. zerstört. Außerdem mußten 6 feindliche Apparate mit schweren Beßt Legungen int ihren Linien nieder gehen. Fn der Nacht roiit 17. auf den 18. August und im Verlaufe des 18. bombardierten untere (Flugzeuge die Bahnhöfe von Cottemark, Thouront, Lichtereide. Ostendev und Comdroi. die Barackenlager im Walde von Houtbitesl, den Bahnhof von Dun an der Maas und die Mnw kionsdenotS von Bauckheoille. Am Bahnhof von Cambrai brock eine Feuersbrunst ans. * 200. Sieg der Jagdstaffel Richthofeu. Berlin, 21. Ang. (WTB. Nichtoanttlich.) Der 17. August ist zu einem Ehrentag in der Geschichte unserer Jagdflieger gc* Morden. An diesem Lage hat die ehemals von Rittmeister Freii Herrn von Richthofeu. jetzt von Leutnant Wolfs geführte Jagdstaffel Nr. 11 das 200. feindliche Flugzeug abgeschossen. Davon erbeutete sie 121 Flugzeuge und 196 Maschinengewehre. Das 197. wurde von Sartmrn^ Gr^oS als sein fünftes abgeschossen. Es war einep der vielgepriesenen englischen Dreidecker. Das 198. war das fünfte; des Leutnants M oh nicke, ein pon unseren Gegturn als bestes gegenwärttg vorhandenes Flugzeug gerühnrtes PS. Spad, das 199. Wurde wieder von Leutnant Giwos besiegt und war abermals ein Dreidecker, das 200. Flugzeug endlich, ein Sopwich-Zweisitzer, wurde von Leutnant von der Osten aus einem Gefckmader zwölf englischer Flugzeuge herausgeschossen. Seit die Jagdstaffel Är. 11 inr Herbst 1915 airfgestellt wurde, hat sie in beispiellos schneller Folge Sieg an Sieg gereiht. Ter Geist Bölckes lebt in ihrem Führer und durch ihn in iedem ihrer Angehörigen. Viele unserer Bester haben in dieser Staffel gekämpft: Mnwnröder, Schäfer, Wolfs, Frechem Sotbctr von Rickckhofen, Kreist imd Feftner gehörten m ihr. Manchen van ihnen deckt der grüne Rasen, keinen ll^ettebenden hat der Tod geschreckt. .Unauslöschlich brennt in iedem der Wille zum Siege. * Die Kämpfe am 3fonjo. Wien, 20. Aug. WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Kttegs- presseguartier im'rd gemeldet: Südwestfront: Die J!nfan- teriekämpfe dauerten gestern den ganzen Tag an. ^e waren iör uns durchgehend erfolgreich. Nach starkem Artillerieseuer griff der Italiener zweimal den Krn-?lbschnitt an. Unser Feuer warf chn schon zurück. Auf dein Mrsle Brh wurde der Feind aus einem Grabenstück der Front, wo er einzudringen vermochte, durch einen Gegenstoß wieder geworfen. Dm Tvlmeiner Brückenkopf liegt scbwe- res Artilleriefeuer. Nördlich Canale hielt den Einbruch des Gegners ein schneidiger Gegenstoß auf. Mehrere Angriffe der Italiener bei Britos. dann auf die Stellungen von Bodice bis pt Monte San Gabriele wiesen wir verlustreich für den Feind ab. Ebenso brachen wiederholte Vorstöße gegen unsere Linien südöstlich Görz in unserem Feuer zusammen. Die größten ?lnstrengungen machte der Feind, uni zwischen Wippacb-Tal und Eostaniewics dnrchzn- brechen. Die anstürmenden feindlichen Massen wurden in unserem Abwehrfeuer zerfetzt. Ungemein scknver sind die blutigen Verluste des^ Italieners. 3000 Gefangene brachten wir überdies ein. Sie gehören^'öZ^ Brigaden an. Gestern abend gaben feindliche Monitore Neben Schüsse auf Triest ab. Fünf Schüsse fielen in Privathäuser und zwei auf die Straße. Es gab sechs Tote, eilt Bttnrn, eine Frau imd vier Kinder, schwm- verwundet wurden überdies eilte Frau und ein Kind.^Ein Meisterschuß unserer Batterien zlvang einen Monitor, das Feuer einzustellen. Auch unsere Seeflugzeuge beteiligten! sich gestern hervorragend an der Schlacht. Sie belegten die seind- lichen Batterien an der ^tobbanründnng, dann die Triest beschießenden Monitore erfolgreich mit Bomben. Trotz heffiger feindlicher Geschützabwehr lehrten alle Seeffngzeuge zurück. Der italienische Bericht. Bvm 20. Angarst, 1 Uhr nschtmrttags. Die SchlacA an der fülischen Front ist im Gange. Gestern Morgen begann unsere Infanterie nach einer Borbeveittrng von 24 Kunden, währenddessen unsere dfftilteie mff immer steigender Stärke ine feindlichen Stellungen beschossen batte, das Vorrücken bk ihr gefetzten Ziele nörvkich von AniLova. In glänzender übertvand sie die Schwteri-gLeffen Und den Widerstand des Feindes. Zahlreiche Brücken wurden über den Jfonzo geschlagen, und unsere Truppen gingen auf das Unke Ufer des Flusses über. 'Die übrigen.überschritten von Plava bis an das Meer die erste feindliche Linie, die vollständig zerschossen war. und rückten dem Gegner aus den Leib, der im! .Gelände Deckung suchte und von zahlreichen Maschinengewehren unterstützt wurde. Die Artillerie setzte verzweifelten Widerstand entgegen. 2 0 8 u n s e r e r F l u g z e u g e halfen nxabrenö der Schlacht unermüdlich mff imd griffen zu wiedtw- hvtten Mcalen mit Bombeit utid Maschinengewehren die hinter den feindlichen Stellungen zusmnmengezogenen Truppen an. Die Aktton unserer Infanterie dauerte prachtvoll an, während bk Artillerie ihr vernichtendes Zerstörnngsfener unerbittlich fortsetzte. Die Verluste des Gegners sind sehr fchiver. Die bis jetzt gemachte Beute ist sehr beträchtlich. Einige (beschütze und zahlreiche Maschinengewehre fielen in unsere Hand. Bis gestern abend passierten 7 50 0 Mann unb einige hundert Offiziere die Konzenttations-- stelle für Geßarrgene. Der Hriedensvorschlag des Papstes. Aeußernngen der russischen Presse. Petersburg, 19. Aug. (WTB. Acichtmull. - Nach der Petersburger Telegraphen - Age ntur bespricht die ganze russische Presse das Rundschrechen des Papstes im gleichen Sinne. „No wo je Wremjff' wiederholt u. a die fforderungen der von Deutschland angegriffenen Völker (!) »rnd sagt, der heilige ottchl würde kr aff des moralischen Einflusses der Menschheit einen unernußlicken Dienst leisten, wenn er die an der Welt- katastrophe schuldigen kennzeichnen würde. „Riet sch" erklärt den Versuch des Papstes für ebenso wenig gangbar wie die anderen Bernrffttmtgsentwürfe und betont, daß der Papst bei dem Vorschlag auf Entwaffnung das Schiedsgericht vergesse, u,rd daß dieses Ziel erst nach dem Kriege erreichbar sei. Seine Vorschläge 'würden nur das .Archiv von Frkdensvonck lägen bereichern. Tie „B ö r se nz eitttng" kritisiert den Gedanken der Ent- 'chädrgimg der besetzten Lander durch Beistenern aller Kriegs führenden ebenso, wie den Vorschlag der gegenseitigen Zurückgabe der besctzltw Gebiete. Die Wiederherstellung des ^tatu8 qvo sei ausschließlich ein deutscher Grundsatz. In der Llsaß-lothrinap schen Frage beffiedige die 9Lote des Papstes nicht nur Scheidemann sondern sogar Erzberger und Attchaelis. Der „Courier" sieht die Vorschläge des Papstes geradezu als solche der Mittelmächte an, als die .Hand, die der Feind durch den Vatikan hindurch nach Rußland ausstrecke. Nach der „R u fkafa Wolfa^ sind die nebelhaften Ausdrücke des Papstes für greffbcrre Vorschläge durchaus^ unangebracht. DaS Blatt wirff dem Vatikan auch zu gr^ßc Zunickhaltun^ gegenüber der Frage der Wiedervereinigung Polens vor, nährend er betreffend die vollständige Zurückgabe der deutschen Kolonien, durchaus bestimmt spreche. „Nowoja Shin" meint, der Papst hätte niemals ein Rundschreiben zu veröffentlichen geimvgt, ivenn er bic Umstände nicht tut günnrg gestatten hätte. Der Katholizismus habe immer davon geträumt, der Meirschhieit den Oelzwevg zir bringeir Der Papst hätte diese (Gelegenheit nickst den Sozialisten, den schlimmsten Feinden des Barrkans, überlassen körmen. Der heilige Stuhl sei überzeugt, daß die Regkrwngen, ivenn sie die Wahl statten« mffrr ffrr den Vatikan als für Stockholm sein würden. Der englische Bergarbeiterverband gegen die Deilnahme an der Stockholmer Konferenz. London, 20. Arrq. >WTB. Nichttrmtlich.) Reutermeldung: In her Konferenz des Bergarbeiterverbandes von GwHbritonnien, die heute unter AUsfckfuß der Oeffentlichkeff abge- haltm wvt er, wurde mit 170 gegen 854 StimMen beschlossen, den ]rrfpr.imqlw1-<'i Befchtuß der Vergorbechu, Vertreter nach Stock- k»stm M itfwfrtt, rückq-Snmp zu machen. Mn Ausftand Ser Lokomotivführer in Lonoon. London, 1,9. Aug. >WTB.) Meldmrg des Reuterschen Bureaus: Der Präsident des Haudelsamts empfing die Vertreter der Veremigung der Lokomo 1i v führe r, .die in den Aus- itand zu treten drohen. Der Minister sagte, die .Leute könnten ihre Forderungen nach Verkürzung der Arbeffszeff iracki Bcendigmrg. der Feindseligkeiten wiederholen. Damr würde sie die Rsgkrnng> wohlro-ollend in Erwägung ziehön. 'Nach der lttiterredung inr .Handelsantt äirßerte sich der ©dfretär der Lokomotivführerve«ini-> gung, die Lage sei unverändert. Er glaube, daß der Ausftand sicher sei. ?LnderersLffs vertraut der ^lbgeordnote Thomas noch, immer darauf, daß eS der nationale Eisenbahnerverband ablehnen werde, den Streik .zu .nnterstützen. Die in London abgehattene! Versammlung, auf der 300 000 Mitglieder des nationalen Eisenbahn er verbarrdes vertreterr waren., beschloß, jedes Vorgehen ihrer Exekutive M unterstützen, welches die Teilnahme der Abgesandtem der ArbeiteTkoufere^ wn 'der Stockholmer Konferenz beivirken, toerde Andeverieits^ sprach sich die Vereinigung per Bergleute! von "l'vtttngham, die sernecheff einen Vertteter zur Reise nach P^ttrsburg ernannt hat, mff Raursdn Macdvnald mit überunegender Mehrheit gegen die Teiluähme an der Stockholmer Konferenz aus. Eine Friedensbervegung unter den englischen Frauen. Bern, 20.Aug. WTB.) Auf einer Versammttmg in Lei- eesterr am 12. August sprach die Gattin des Parlamentariers 'Stiow- d«r energisch für einen Fried enskreuzzug ber jvraiieii. Tie Rednerin beton::, die englische Presse täusche das Volk über die ^trnmrung der .IlnieriLruiw bezüglich des Krieges. Kürzlich stabe eine große Friedensversammluug in Madisougarden in New- Port ftattgesunden, der 15000 Person?n beiwohnten, während Tausende fernen Pl-ch mch'e ümben. Tie Pazifisten mehrerer Staaten feien eutichlvssen, sich der EnM-ehung zuur Milffärdienste gs- w-altfam zu unü-erseyen. Der Grund für die Teilnahme Anrerikas am >kriege liege in der Befürchtung, dre Mrleihen ferner Fmarrziers vm die UMiertcai zu v-erlieven, tvogegeu diesen den Beittitt Amerikas^ gewünscht hätten, jdanrit die amerikanffchen Truppen die ffanzöfipchelr ersetzten, die jetzt fast erschöpft feien. Die Amerikaner wären hierüber getäuscht word^i, hätten dies aber erst nach dem Kriegseintritt erfahren. Wenn Amerika erst voll ausgerüstet wr. würden ferne Militaristen den Frieden nicht vor einer akttoen Beteiligung der Achnee zulaffen. Die englifcheir Paziffsten, insbesondere die Frauen, müssen daher alles daran setzen, den .Krieg bmcher zu beenden. Der Beschluß der Arbeiterpartei bezüglich Stockholms gäbe ihnerr .'Hoffnung und Mutt. Eine bulgarische Festrede in Berlin. Berlin, 20. Aug. (WTB.) Bei einem Festmahl im Äotel Wlon antwortete auf eine Ansprache des Cheffedcrkteurs R i p p l e r namens der bulgarischen Gäste Dimo Koertscheff, Mitglied der L7obranje, mit folgender Rede: .Hockfgeehrte Herren! 2ln der schwelle des vierten K'riegsjahres sind wir nach Deutschland ge- koncmen mit der Hoffnung, dieselbe Kraft und den gleichen Mut vorzufrnden. wie^ wir ihn bei dem Ausbüuch des großen Krieges erlebt haben. Mit Bewunderung und Stolz können wir von hier noch innerer Heimat und weithin in Feindesland himrusrufen: >paS i«u'"Le Volk und die deutsche 'Kraff hat vom Kriege viel gelernt, von verstanden und nicht verloren. lLebhaster Beifall.) So groß auch die Opfer des Weltkrieges sein mögen, der (gewinn vom Ktrege für alle Verbündete ist doch unendlich groß: Das deutsckfe Volk^hllt es in diesem Kriege in allen seinen Schichten erkannt, daß die -Stellung DeutsctstaudS in der Welt, die sogeTiannte äußere Politik, stets von den: Grurrdzuge der Ehrlichkeit und Gereckstigkeit beftlmmt war. Die Türken durchleben jetzt die letzten Prüfungen ihres langen Kampfes. Oesterreich-Ungarn hat das stoallick>e Dasein seiner Monarchie befestigt. Bulgarien Hai für sich die Schicksalsfrage: Sein oder Nichtsein gelöst. (Lebhafter Beifall.) Die lange Dauer desffurchtÄMn Krieges liat allen den Beweis geliefert, daß die Weltstellung unseres Bündnisses so strerrg determiniert fft, daß Srmd-erbe)ttebungen völlig ausgeschloffen erscheinen. Die große Kfrrsc, die wir alle heute durchleben, erlaubt niemandem einen! wesentlichen Schritt zu tun, ohne sein Geschick dein geschichtlichen Gesetz zu unterwerfen, das uns alle bis jetzt geleitet hat. Tie Ereig- uisse vor dem SErietj und währerch des .Krieges haberr allen^ Verbündeten die Mögttchkett tiefer geschichtticher Einsicht gewährt. Ta witt> uns zuerst klar, daß unsere verbündeten Völker nur eine und dieselbe Zukunft hoben können. Einig in Kampfestagen mÄffen wir Einig blechen in allen Friedenstagen! Der Friede wird einen! schwierigen langen Prozeß durchleben müssen und die Schwierigkeiten des Prozesses sind wir gezwungen gemeinsam zu überwinden. 9kur von diesem Standpmrtt aus ist der Stoizismus gegenüber den Entbehrungen und Sorgen im heuttgen Kriege zu verstehen und ist ent Sinn der gemeinsamen Zukurrff, die nur vorbereiten. Mein Vaterlaicd als Verbündeter der Zelttralmächte ist im heutigen Riuigen nicht allein der Kämpfer für die eigerren Ziele, sondern hat den Berus auch ein starker Wächter des Weges Berlin—K'onstan- tinopel auf dem Balkan yn werden. Mt dieser richttgen Lösung der Balkanfrage wird der Herd des europäischen Zwfftes ausgeschaltet. TaS deutsche Volk wird der Führer der europäisckfen Friedens- politik. — Diesen Gedanken zum Gemeingut aller lverden zu lassen ist die Aufgabe der verbüirdeten Presse im jetzigen 2lugenblick. Ich bitte Sie, nnt mff das Glas zu erhebeir und einzusttmmen in den Ruf: „Das edle deutsche Volt und seirre Presse, sie leben hoch, hoch, hoch \ J ‘ Diese eindrucksvolle Rede wurde mit sttffmischern Beifall aufgenommeu. Berlin, 20. Aug. iWTB.) Tic bulgarischen Tagesschriftsteller sind mittags nach Dresden abgereist, nachdem sie vormittags das Reichstagsgebär;di' besichtigt nutz einer, Pressesitzung beigewohnt ffötten. Zur Verabschiedung hatten sick) am Bahnhof die Mitglieder der Gesandtschaff, Vertreter des^ Auswärtigen 'Amtes und der 'hiesigen Prejsevereiniguugen ein- geffmden. Tff herzlichen Gniße, die dabei aüsgetauscht wurden, ivgren ein beredtes Zeichen der ffniigen Beziehungen, die der viertägige Aufentlfatt der verehrten bu^arffchen Gäste zwischen ihnen >nrd ihren deutsckren BcMfsffeiinden geschaffen haben. KabinettSwechfel in Ungarn. B u d a pe st, 20. Aug. Alexander W c ck e r. I e ist vom König zum Ministerpräsidenten ernannt worden. Er hat heute nack>mittag in der Ofener Hofburg den Erd geleistet. Budapest, 20. Aug. lWTB. Nichtamtlich.! Mekdüng des ungarischen Korres poudenz b irre aus. Der neue Ministerpräsident Wekerle wffd es als seine erste Aufgabe bettachten, dem Abgeordnetenhaus gleich bei Begirrn der Herbsttagung eine freisinnige Wa hl rechts vo rlag e zu unterbreiten. Bei der großen Bolks- tüNrlichkeit, die Wekerle der allen Parteien genießt, hofft man, daß ein Tell !der Tisza-Parter die friiheren Bedenken gegen die freisinnige Wahlreckstsresorm fallen lassen und ffff 'die Vorlage Wekerles stimmen wird, so daß -es nrög'lich fern wird, noch in denr gegenwärtigen AbgeordnLtenlAru.se ohne Anordnung von Neuwahlen die Wa hlrechtsvorlage einzubringen. 5eektteg. Fm Juli 811000 Tonnen versenkt! Berlin, 20. Aug. (WTB. Amtlich.) Fm Monat Juli sind an Handelssch iffsraum insgesamt HU 000 Brutto- registertonnen durch kriegerifchc Maßnahmen der Mittelmächte versenkt worden. Damit und unter Hinzurechnung der nachträglich bekannt gewordenen Knegsverluste in Höhe von 1 000 Bruttoregiftertonnen sind im ersten .Halbfahr des uneingeschränkten N-Boot-.Krieges jnsgestrmt 5 495 000 Bruttoregistertoimen des von unseren Feinden imtzbaren Handelsschiffsraums vernichtet Nwrden. Der Chef des ADmiralstabs der Marine. Reue U-Boot-Erfolge. Berlin, 20. Aug. ^Amtlich.) Dirrch unsere ll-Boo-te wurden rm Atlantischep Ozean Und in der Nord- se e wiederum fünf Dampfer, zwei Segler versenkt, darunter der englische bewaffnete Danrpser „Rosem-oirnd" (3044 Do.). mit Holz dion Archangelsk nach Ecrrdiff. Die übrigen Dumpfer wnrdeirvns starker Sicherung oder ans jG e teils zu g en heraus- geschossen. Einer der versenkten Segler, eine Viermastbark. war mit vier Geschützen bewaffnet. Der Chef des Admffalstabes der Mari:re AU5 dem Reichrtag. Berlin, 21. Aug. Im Reichstage herrschte beretts am gesttrgen Montag reges Leben. Biele Abgeordnete sind jchon eingetroffen und besprecherc mff Parteifreunden die politische Luge. Als erste Fraktion hackte das Zentrum fflr 9 llhr vormrttags eine Sitzung anbercrumt, die bis in den 9(.achmittag hinein dauerte. Dann ttat eine kur.ze Unterbrechung ettr, urrd Mn 5 Uhr nahm die Sitzung lvieder ihren Fortgang. Wahrend in der Vormittagssitznng die Friedens Note des Papstes ausführlich besprochen wurde, nahin die Fraktion am Nachmittag die Wahl eines neuen Vorstandes vor. Der bisherige Vorsitzende Dr. ^ hat durch seine Erirennurrg zunr preußischen Justiz- mcnrster sem Mandat verloren und ist damit auch aus der Frartvmr ausgeschieden. Da der bisherige zweite Vorsitzeridc Abg. Gröber erkrankt ist, leitete Abg. M a y e r-Kauf b e ur en die Verhandlungen. Zmn ersten Vorsitzer,- d en der Fraktion rvurde der Abg. Gröber g ew ä h lt, zu fernem Stellvertreter der ?tbg. Trimborn. Zum Vo r- l l ^ eit A e1 !' Haushaltnngsansschufses, ein Amt, das brsher der Abg. Dr. Spahn bekleidete, wird drc Fraktron den Mg. Fehrend ach präsentieren, an dessen Lvahl nicht zu zweifeln ist. Abg. Fehrenbach ist nicht mir emer der besten Redner des Reichstags, sondern er besitzt J} L LP l f Leitung parlmnentarischer Körperschaften besondere ffah,gierten, die er sich als langjähriger und, wie von allen Par taten zugegeben wffd, ausgezeichneter Präsident der Zweiten Badischen Kammer erworben hat. Am heutigen Dienstag halten die Na ti on a ll ibe- r a l e n und Konservativen Fraktionssitzungen ab. Dte tin Verlatrfe der Julikrisis rleugeschaffenen in ter- fr ar trone l l e n Besprechungen der Vtehrheffs- parteten wnrdeli heute wieder ausgenommen. Me Par- teien, die sich damals zu diesen Besprechungen zusammen- gesirndei, hatten, waren lviederum ersucht worden, Ber- trete zn entsenden, auch die Nationalliberalen, die sich in ernein spateren Zeitpunkt wegen ihrer Gegnerschaft gegen die rredenserktsch'lteßnng abgesondert hatten. Man war ge-. fparlnt, ob die Nationalliberalen sich an den weiteren Ber^ Handlnirgen beteiligen würden. Das ist geschehen. Zu der gesttigen Besprechung waren die Nattonalliberaten erschie- nen und rverden — im Reichstage sagte man: „gmiz selbst- verstandttch" — auch weiterhin an diesen Bespreckinliqen teffnehmen. Berlin, 21. Aug. Der Reichskanzler hat die P artet fuhr er heitte, Dienstag, 9 Uhr zu sich gebete Man mmmt an, daß er sie von deit wesentlichen Teilen fernes ,m Bundesratsaus schuß erstatteten Berichtes in stenirtnrs setzen loffd. Ter Kanzler beabsichtigt nach Schluß der noch tut Laufe der Woche zu eNvartenden Ausschußsttzun- gen eim Reise nach Belgien airznttecken, um sich persönti,lp 7 Emdrucke über Belgien zu verschaffen. Aur bm Reiche. Der Kaiser in Hamburg. Hamburg, 20. 9lug. (W-TW.- Im 'Anschluß an dte Be- ftchttgung der Flotte ffaf der Kaiser heute vormttLag in L>amburg ein. Der Kaiser wurde von dem Präsidenten'des Senats Bürgermeister Dr. Predoehl und dem Bürge-rmListcr Dr. v. Jnelsle aus dem Danimtorbahnhof begrüßt. Er begab sich, von beiden Bürgermeistern geleitet, von dort in die St. Michaelskffche, wo er dern Gottesdienst beiwohnte. Alsdann fuhr der Kaiser zur Besichtigung der Werft von Blohn, u. Voß und von dort zur Bulkanwerst. Line größere Anzahl von Meistert, und Arbeitern, die sich durch ihre Pflicht, erfülluug in der .Kriegsarbeit besonders hervorgetan hcttten. wurde durch die Verleihung des Verdienstkreuzes fttt Kriegshilfe ausgezeichnet. Im Rathause hatte der Senat ein nn- faches Frühstück veranstaltet, wo außer den Mitgliedern des Senats der Reichskommissar für die Uebergangswirt- schaft Dr. Stahmer, die Präsideitten der Mffgerfchaft, der preußffche Gesa,ffte Gras Quadt, Generaloberst v. Heeringen, der stellverttetende kommandierende General v. Fallt sowie eine Reihe hervorragender Vertrete des Hamburger Handels und der Schiffahrt zi,gegen waren. Aufgestellt war in, Bürgerineistersaale effre Radierung des Bildes des Kaisers von Richard B. Adam, die der Kaffer heute dem Präsidenten des Senats zun, Geschenk machte. , Bvm Rathause aus begab sich der Kaffer, der den Wunsch äußerte, eine der Kriegswohlfal)rckseffirichtnnge,, von Hamburg in Mgenschein zu nehtnen, nach der Krieg skü che in der Blumenhalle. Nachdem der .Kaffer in der preußischen Gesandffchast den T^ee efftgeno-mnren hatte, ffat er um 5V2 Uhr die Rückt eise an. Der Kaiser, der allenthalben von der Bevölkerung lebhaft begrüßt worden war, ersuchte bei settur Verabschiedung den Bürgermeister Dr. Predvehs, der Bevölkerung .Hanrburgs feinen Gruß auszudrülken. ' * B er tin, 21. Aug. Einer Nachrichtenstelle zufolge entspricht die von einem Berliner Blatt verbreitete Nachricht, daß 5serr v. Bethmann Hollweg nach München übersiedeln solle, nicht den Taffackien. Es ist natürlich möglich, daß er seine in München verheiratete Tochter besuchen Wird, doch ist eine dauernde Niederlassung dort nicht beabsichtigt. S a a r b r ü ck e n , 19. Aug. Die Vertraue nsmätnrer des nat,onalliberalen Wwhlvereins stellten heute nachmittag den Landtagsabgeordneten Ghmnasialproffssor Herwig zur Ersatzwahl für unseren durch den Tod Basser- manns verwaisten Reichstagswahllreis als Kmtdidaten auf. Seine Wahl ist gesichert, da das Zenttum keinen Kandidattn aufftellen wird. Arir und Land. Tieße n. 21. August 1S17. Wirtschaftliche Bereinigung Kriegsbeschädigter Gießen. An, Sonntag nachmittag 4 llhr fmrd eine öffentliche Versammlung der Krtegsbeschädigten statt. Der Vorsitzende Herr Eigert cr- öffnete die Versau,mlung uird begrüßt,' die erschienenen Kameraden jimne die Herren Reichstagsabg eord neten Dr. Warner, Kommer- zienrat Hcichelhein, und Medizirralrat Dr. Oßwald. Der Vorsitzende bedauerte, daß die (tzießener Kriegsbeschädigten eim große In- teresselvsigkett zutage legten. Pon auswärts waren die Teilnehmer zahlreicher vertreten. Wie wichtig die Bersanrmlung mar, zeigte sich dar an daß die Mehrzahl der Anwesenden nicht wußte, daß laut emer Verfügung vom 16. Januar 191t! die Familien- llnteiftütznngm Mvnctte^imchi der Entladung wetterzuzahlen sind. Ferner war den, größten Teck der Amoesenden unbekannt, daß laut Verfügung lx>nt 17. Jul, 1917. Kriegsbeschädigte mit über 50 RkMerMunsühigkett rpctftt mehr -ium Heeresdienst ein gezogen werden dürfen. In SVsstündiyem Vortrag fflhrte der Verbandsvorsitzende Äans Adorf-Essen die Ziele unL Bestrebnngcu der Organisation aus. Dm Weg zur Bes Erring der Lage und der ivirtfchafttiche'l Zn^ Lrnft der Ktiegsbefchädi gleit kömie imr durch Zusammenschluß aller Kriegsbeschädigten in einer starken, festgest'ichen Organisation er reicht werden. Der Redner rührte ferner ans, daß die heute de i stehende Kriegsfürsorge rein amttich ist, trotzdem die an die Spitze gestellten Perionen ba* Allerbeste für die Krieg sbeschädigten rvollten und auch entsprechende Mnsrmgen ihren amtlichen Unterorganen; geben, scheiterte die Fürsorge bis heute vielfach an den ausübenden Organen. In richtiger Erkeimtnis dessen wollten die Kriegsbeschädigten sich frei anesspreckwn, wo Ue Hel stände zn beseitigen iind bestehende Härten auszu merzen seien. Die KttegÄbeschäissgten wüß- ten in erster Linie, ivie eine wirksame Kriegsbefchädigten-F-ürsorge ansznbauen sei. weil sie selbst als Haupweteiligte in Frage kommen. Darum wollten sie kurzerhand selbst Mitarbeiten und Helsen, die bestehende Fürsorge so z-n gestalten, daß sie in jeder Beziehung ersprießlich zu erbeiten vernröge. Die Kriegsbefchädigten-Fürsorge sei Geiueingut des deutschen Volkes geworden, und daher dürfe keine besondere Gruppe das Recht für sich in Anspruch nehmen, allein maßgelxnrd und hestinnnend zu sein. In sechs Punkten legte nun der Redner die Bestrebungen auseinander. Zuerst nahm er ätellnng zur Berufsberatung. Die Mehrzahl der zivilämtlichen Beratungsaalsschüsse' kranken stack) Ansicht dev Redners cm der unsack^enräßen Besetzung. Es fehleu in den meisten Fällen die Prakttker der einzelnen ^rnfs^ arten. Um den Fürsorgrausfckssrfsen den streng amtlichen El^arakter zu nehnien und um das Vertrauen zu ihnen bei den .ürlegsbesctüb- d-iigterl wachzn rissen, müsie inan darauf driitgeit, daß neben der amt- lrcl>en Vcrtretnrng, dein Arzt uni> den beratenden Praktikern, auch bie. Bertr»ruie:l--! erj rtc ans den .Kriegsbeschädi gtenkrei sen Sitz imd Stimme in allen wlttttchen Fürsorge-Ausschüssen erlxrlten. Der SteUienrdachlocch sei Ins heute fftr viele äußerst schwierig. Viele ick-merzlickw und peinliche Wege nttcßten gemacht »oerden, ehe es ibu«l nach langem BenriLhen gelänge, irnterznkommLN. Deshalb müsse amtlicherseits unverzüglich in all«: Orten ein amtlicher StellÄmachsrieis für Kriegsbefchädrgte errichtet werden. Hierbei sei vor allem daraus m nehmen, 'daß ständig eine ausgedehnte Liste freier Stellten für alle Berufe aüfliegt. Den Arbettgeberoer- bänden limch es zur mumehmstim Pflicht gemacht werden, hierin rn iweitgehendster Weife wohl) vollendes Entgegenkommen zu Leigen. Ebenso folben alle Berufsverbän.de entsprechenHeVorkehrnngen treffen. Zu Punkt 2 sprach der Redner Wer Lohn- und GeHa'tsftagen amtliche B-estimuumg sage: ,,Twe Rente darf ntctft gnf das Entkomuren verre-lmet rver-dcn" Gerade tit bezug auf ihr Ern tcnrtmen hätten die Kriegsbeschädigten viel trübe Erfahrungen ge- Mlcvcht. Werl der K riegsbeschiSn-gte eben knegsbeschädigt sei, müßten die Arbeitgeber insgesamt dis grbßinuögttche Rücksichtttcchme üben innb zu Opfern bereit sein. Das gelte auch für die KomrnnnaL- und St-acrtsangestellttn Desgleichen iväre zu wünschen, daß das Einkommen der Kriegsbestk-ädigven. ivelches oft großen Schwankungen uMerroorfOi kej, ittdjt als Uutedxrge bei sHeuten.festfetzunqen benutzt imfce. Ganz beseitigt könnten diese .Härten nur dnrrl) gesetzliche StegdiMKr luecberi. Nerven und ümerltcb Kranke zählten ohne Frage mit zu den Schwerstbeschädigteii N?«cm müsse frer mit aller Besttmnttbeit erwarten, daß auf sie die größte Rücksicht genommen. werde. 1. Seitens der antklicheu Svellegr bei der Festlegung der Rente imd.Gewährung vo« ErholLrirgslüren. 2. Seitens der gesamten Arbeitgeber bei der Lckkm- uud Gehattsrrage. 3. Seit ms der Arbeitskollegen. 4. Sei itens der Krankenkassen, welch' erioagen sollen, cch gerade fi'kr die erwälmt Beschädigten durch eine Neuregelung chr Satzungen, die drei Karren Zage nicht in Fortfall kommen können. Mit den Nerven kranken gleicßzustellen seien die schwer Herz-, Lungen- und Ittcren M$ro. KtomLai . Tche Ueberwcrchung der lvittschaftüchen Lage der arbeitsunfähigen «ad büvÄeu Kamevapen werde der Vorstand mit aller Macht mr die Hand nehmen. Was die linterstützungs- und Sterbevasse angehe, so stehe der Verband aus dem StandvluiMe, daß der Staat roohl sorgen müsse, aber allein den immer größer werdenden Anforderungen nicht genügen könne. Ein Recht aas Unterstützung lsabe der Kriegsbeschädigte, cvemr auch tatsächliches BÄuirsuis vorliege, bis heute nicht. '<§3 wäre zu wünschen, wenn die verantwortlichen amtlichen Stellen lMr eine Aenderwng zum Bessern herbei führten. Man müsse ver- bnrgeu, daß die Kriegsbeschädigten unter allen Umständen pi amMchen Bureaus mit der ihnen gebührenden Achtung behmwelt ^mirdeu, auch »vemc sie als Unterstützungsfrlchende kommen. Der Verband selbst wolle aber, so bald wie möglich, eine eigene mib dauernde Uuterstützuugs- mch Sterbekasse gründen mit seftgelegten Statuterc, auf Grund deren dem Kameraden für den gegebenen Fall die entspveckrmlde Unterstützung rechtlich zustehe. Dann sprach der Redner über die (Vesundleitsvilege. Die Stra pazeu des Krieges, Bernmnidung und Lazarettzeit mir den mehr ober weniger schloeren Operationen haben den Körper und die Ge- . fmtdheit fast aller Kmneraden stark geschiwächr. Die Widerstands-' kraft ist Mehr oder weniger geschwunden, der Körper ist empffndlich geworben. Al'er, so sagte der Rednm, wir wollen inieder die alten stein, wir stehen noch alle im besten Mmuesalter, haben hoffentlich alle noch etn langes Lebetn vor uns, und das wollen wir freudig leben und nicht kränkelnd verbringen. Urrsere ganze Energie wollen wir anwendeu, um unscrn Körper dahiri ZU bringen, daß er gllen an «hn gestellter Anforderungen genügt. Dcyu gehört, daß wir jetzt Md immer unsere Gesundheit und unfern Körper pflegen. Wir falb das nicht nur uns selbst, sondern auch unserer Fcmnkie und der Mgemeinheit schuldig. Mit der Gesundtzeitspslege soll auch wieder die Leben snrude, die Freude an allem Schönen und Großen einkelren JU Kürze werde ein seit eirriger Zeit gefaßter Entschluß die Gesundbeitspflege obligatorisch für: das ganze Gleich emsÄhven. Uebevall, wo Kriegsbeschädigte binwvllten, werde ihnen hre Segnung der Gesundheitspslege kostenlos zugänglich gemocht und der Verband hoffe, daß Staat und Komcmnre im Interesse der KrisgsbeschäDigten und des BolkswoAs dies Bestreben.weitgehend isnterstützten. Die Einrichtung der GesundheitsMlege solle nach dem Kriege auch allen aus dem' Felde zurückvelirrenden Kameradeic znr Dermguug gesteM werden. Ferner soll eine dlrbütsgenmssenschaft gebildet lynchen zur Beschaffung von Rohmaterialien imd 9luf- tragen für solche KaUteraden, die nur noch Heimarbeit oernchten können. ). Als letzten Punkt berührte der Redner das dNamischastsversor- gungsgesetz. Wre er ausführte, sind die ällgenreinen Kriegsbeschä- digteu-Fürsorgagesetze im Frieden entstanden. Als Unterlagen dienten die in ideu vergangenen Kriegen geUrachtecr Erfahrungmi. Da der Weltkrieg aber alle Vorl^erechnnugen und 4iormdn zu schänden ge^ ^ Marlst hat, konnte es auch nicht ausblerben, daß diese (Z^esetze in " vielem utnzüLäicglich sind, namentlich in der Festsetzung der Hohe der Renten stnd der VerstümmebrngsÄulagmr. tz^anz besonders aber ist zu erwähnen, daß -der Unterschied zwischen Munnschastsversor- VrngS- und O ffizrersversorgungsgefetz unberechtigt gwß ist. Die ^chimr, Lungen-, Herz- imd Nerven- ufw. Krmiken kommen bei der Rente am schlechtesten weg und dock) sind sie ganz entscksteden mit den Sckpuerverstüinui-elten gleichzustellen. Nach den heutigen Ge- ,etzen jtelst ihnen nur eine überraschend kleine Rente zu. Ein neues N^nil.,ck)aftsversorgu 2 lgsgesetz ll>mme, und warmherzige und groß deirkmrde Mariner seien >an der Ausarbeitung tätig. 'Slber, weil sie bei der Fülle der an sie gestellten Llüsorderungen iiich>t lvissen körrnMn, )uo tatsächliche Härten in der (Rsetzgelmug bestehen, wolle der Verband mit bezüglichen Eingaben an die maßgebenden Stellen hermrtveterr uead uni Mhi lfc bitten. Ter Redner erntete reichen Beifall für seine Ausführungen. Hieraus mgriff Reichstagsabgeordneter Dr. Werner das Wort. Er stimmte den ?lusführungeu des Redners zu imi> erklärte, daß nur eiue jtarke gesckstossene Organisatwu zürn Ziele gelangeii könne Er versprach weiter, alles, was m seinen Kräften steht, zu tun um das Los^ der Kriegsbeschädigten zil erleichtern und die Verbands rnteresien zu fördern. Um 7 Uhr )uhat am 1 18. August beit Schreibgehilfen bei der .Zentral stells für die Landesstatt stik Balth. Lauten sch tag er zu Darni- ftadt zum Bureaubeaniten bei dieser Behörde ernannt. ** uszeichn u n g. Der Musketier Max Lorenz A.me n t Sohn des Hitttnacheizs Lorenz Ament, erhiett bei den Kämpfen in Flandern das Eiserne Kreuz. ** Schoko lade-Berteillun g. Von Mittwoch, den 22. d. Mts. ab, gelangt die auf den Bezugsabsckmttt 13' der Nährmittelkarte 8 * rote Karte tmtfaUenbe Schokolade zur Ausgabe. Auf jeden Abschnitt wird ein Viertelpsund zunt Preise von l,40 Mk. verttill. ** Eine T r a n s p'v r t a u s g l e i ch ste l l e ist auch hier in Gießen auf Anordnung des stellvertretenden Gene- ralkmunrcmdos itnter dem Vorsitz von Stadlbaumeister Braubach errichtet worden. Die Stelle ist dem Bureau des Stadt bauamtes angegliedert. Aufgabe der neuerrichteten Stelle ist, wie schon ihr Name besagt, bei der Knappheit der Transportmittel einen Ausgleich zwischen Angebot urtd Nachfrage zu schaffen. Vor allem sollen Fuhrwerke, die bisher nur ftnn )en- oder halbtageweise benutzt wurden, voll ausgenützt und verhindert werden, daß etwa ein Fnhnverk beladen zur Bahn und ler zurück fährt. Um dies zu verhindern, wurde in einer für gestern nachmittag 4 Uhr im Stadtverordneten-Sitznngs- 'aale anberaumten Sitzung beschlossen, daß jeder Fuhrunter nehmer zwischen 3 und 5 Uhr nachmittags der Transport- ausgleichstelle mitzuleilen hat, zu welchen Stunden am näch- 'ten Tage sein Fuhrwerk nicht beschäftigt ist. In der gleichen Zeit kann sich jeder, der Bedarf an einem Fuhrwerk hat, an die Transportausgleichstelle wenden. Diese verschafft sich so eme Uebersicht, auf Grund deren sie den Fuhrwerksbesitzern bis 7 Uhr nächsten Morgen mitteilen kann, welche Fahrten sie auszuführen haben. Die Bezahlung der Fuhren soll durch die Transportausgleichstelle geschehen und zwar lxat der Besteller den Tarifpreis für die Fahrt zu hinterlegen. Die Abrechnung mit den Fuhrwerksbesitzern erfolgt wöchenl- ! ich. Der Preistarif soll von einer Kommission von Ver- trauensntännern festgesetzt werden, die auch bei Streitigkeiten ausgleichend einzugreifen haben. In diese .Kommission wurden durch Vorschlag und Zuruf aus der Versammlung heraus gewählt die Herren: Abermann, Bender, Löber jun., Lyn- ker imd Schwan. ** Regelung der Kohlen abgabe. Gentäß der Verordnung über die Regelung ber Kvhlcmabgabe vom 5. Päri 1917 sind alle Kohlenhändler, Gewerbetreibende und Geschiftsi-uhnber, oivie andere Personen und Anstalten, die Brenn- und Heizstoffe ür den eigenen Bedarf >oder zur entgelllichen oder unentgelllichest Abgabe an andere Verbraucher von auswärts beziehen, oerpfttckrtet, die KMenmeugen bei der Ortskohlenstelle ,'Gartenstraße 3', anzumelden. Die Frachtbriefe sind von Heute ab bei der Annreldung vorznlegen. Wer die Anmeldungen nicht fristzeitt-g wririmntt, macht sich strafbar. Ferner sind alle Häniü-er, die Brenn- und Heizstoffe in die Stadt Gießen eiiMhven, vecpflühtrl. ein Drittel der bei ihnen lagernden und eingehenden Brennstoff zur Verfügung der Ortskohlenstelle dar Stadt Gießen M halten und den von dieser bezeichneteir Personen zu überlassen sowie d« Mir Uebergabe erforderlichen Handlungen vorzunehmeu. tiüheves ist aus den Bellrnnttnachuugen im ^lnzeigenteil ^u ersehen. ** Hiolzv ersteigerung der Stadt Gießen. Montag, den 27. August, vormittags 9 Uhr. -verdcn in den Waldrrn- cii der Stadt Gießen, im Betzirk des Forstwarts Arft, 4730 en Fichtenreisig versteigert, l'täheres siehe BeSauntturchung. ** Das Kreisblatt M. 144 enthält BekanntmackMngai über: Sicherstellung des BetrftSs der Gasanitatveri. Iagdsttas- gesetz. Verkehr mit Obst. Petroleum, dlusdrusch von ^Ktteidc Höchitvreiie für Bier. Warirung. Wolle. Veranstaltung von Licht- 1 prelen. Gefechtsschießen. .Hilselefftjung in der Landwirttchaft. Ein- brrngung der Ernte. Feldbereinigimq Londo-rf. Bie^vage zu Annerod. Gefunden: Verloren. Landkreis Gießen. ** Bellersheim, 21. Auy. Adolf Adathes, Inhaber des Etstrnen .Kreirzes 2. und 1. .Kl., der Hessischen Dtpferkettsmedaille und etnes österrcickstschen Ordens, wurde in Runtäuien schwer verwundet und hat am 9. d. ^7fts. in einein dvrttgen Feldlazarett den Tod mrs Vaterland gesunden. Ueber drei Jahre liat er die lck'werften Kämpfe im Osten und Westen mttgemacht. > ^ Kreis Friedderg. . Pohl-GöNs, 20. Aug._ Eine Mittftiöderverfmnmlung ber,hrejigert c^par- und Darlehnskafse beschloß die Umwairdlung der Kasse mit unbejchränkter Haftung in eine solche mit beschränkter Hatttrng. Hessen-Nassau. Fuldaer Bifch^fskonferenz. . ^ Fulda, 20. Aug. Mit Ausuahnie der baperisck>eu Biickwse Aal^n 'heute sämtltche deittschen Bischöfe - 18 au der Zahl zur Teilnahme an der diesjährigen BischoMoustrenz hier ein. Die Kon streng beginnt Dienst,ag früh in frer Bou ifcrttusgruft mit einer von, or a v Ed Erzbischof von H ar tm an n - Köln abgetalteneu Aitt^Ht An diese schließeit sich in der Aula des Priestm'eminars dre Berl^andlungen, bereu Vorsitz Kardinal yvu Hartmaun führt ^,-^auer^ der Konferenz ist noch unbestimmt. Die Thrifoier vsskvnferenzlkm blicken jetzt gerade aus ein ballihllNlderttähriges Vef tehen zurück imd wurden aus Veranlassung des damali^wn Vrschoss Don Mainz, Frei Herrn von Ketteler, eingenihrt. * ^ Ft- Frankfurt a. M., 20. Aug. Die Marmelade- und L>chot0ladenlabrik Spieß L Go. in Bad-.Hombnrg v. d. H hatte vor einigen Monaten eine Marntelade unter dm- Bezeichnung „Aprifofcnmarmelcbe" hergestellt und hier durch ihren Gelchaftsn'ihrer Iungblut vertreiben fassen, der 19 720 Pfund davon absetzte, die höchstens 15 .Prozent ^Lprikosen enthielten. Tte Firma Spieß ließ sich pro Zentner 82 Mark für diese Marme- lade zahlen, während der Höchstpreis für derlei Marmelade mir ^ -Nt.^ beträgt. Das SckOffengerichl verurteilte den Geschäfts- ftrhrer >mngblut rvegen Vergehens gegen das ^ alrrungsmittel - Höchstpreisüberschreitung Au einer (Geldstrafe von 10300 Mark. Das Gericht nahm hinsichtlich der .Höchstpretsiiberschreitung mildernde llmstänbc an,, sonst Hätte auf mindestens das Dovvelre errannt NTerdeu müssen. ^ ^_assei, 21. Aug Der Oberpräsident der Provinz .Hessen^ loassau, Exzellenz H e n g ft e u b e r g , hat sein Abschiedsgesuch ein- gereicht, dln s-eine Stelle tritt der bisherige Kuttusminifter v v n ^.rolt zu Solz. Herr von Trott zu Solz ist ein Sohn unserer Provmz Er begann seine Verwalttmgslausbahn 1886 als erster Landrat des Kreises .Höchst a. M., dann war er Landrat in Merburg. von 1899—1905 Regiernngspräsident in Kassel. ^- .L imb ur g, 20. Aug, Das Verdienstkreuz für vaterlaudi- vbe Krtegshilse wurde verliehen dein stellverttetenpm Landrat dc^s Kreffes Limburg v. Borcke und denr Krersiparfassenrendanten Grammel dahier. Vevrnischte-. Explofionelt in Quedec. .. M o n t r ea l, 20. Aug. iReuter. Die zur .Herstellung von Explosivstoffen dienenden W^rke in Mgaud (Quebec sind in dre Luft geflogen. Rach den ersten Berichten werden dreihundett Per sonen vermißt. IM benachbarten Dorfe (^vagon wurden durch die gemÄdete Explosion vierzig Häuser zerstört. Die ganze Stadt ist von dichtem Rauch erfüllt. Ein Sanderz-ug mit Aerz'ten imd Pflege- rinnen ist von Montteal nach der Unfchlstelle almeiahren Letzte Nachrichten. WUson. Genf, 21. LLuH. (L. A.) Aus WaPHirtflpon wrrd berichtet, daß Wilson sich auf Anraten der Aerzte an Bord der Jagd K^ayflvwer begeben habe, um die Antwort auf die päpstliche Note in der nervenstärkenden Seeluft a.nsznarbeiten. Die Lage in FimUmrd. Berlin, 21. Äug. Me der L. A ans dem .Haag be- ■ricfiitet, sei der Zustand irr Finriland so ernstz, daß ein schwerer Kampf mit der Regierung in Petersburg zu befürchten sei. falls diese nicht ttn letzten Angen blick iiachgebe, so »oie sie auch in der Bewegnrtg der Ukraine eingelerrrtt hat .Kümpfe in Mawtto. Bern, 20. Aug. „Temps" nveldet aus Tanger: An- gesichts der zunehmenden Gährung bei den unter dem Ein- flitß dlbdel Maleks stehender! Stämmen marschierte an 4. Angnst die mobile Trnppe von Taza gegen die Aufstandi -chen, die über ungefähr 300 (^elvehre verfügten. Nackt zwei^ stt'lndigem Kampfe ivrcrden die Marokka'ner bei Belkacen- zurückgeworfen. Die Franzosen hatten 7 Tote, 23 Verwun dete, die Marokkaner 34 Tote und eine große Lknzahl Ver wundete. Am tt.^iirtd 9. August griffen die Marokkaner abermals an. Die Franzosen sollen ihre Stellungen belwuvter mrd den Marokkanern starke Verluste zugefügt haben. Aus Spanien. Bern, 20. ?lug. ,WTB. Mchtmnttich. „Pettl Pariften" na>tet aus Barcelona: Sett gestern berrsckn hier stiuhe. Die (Ye chchtt srnd tweder geöffnet. Der Straßenbahn verkehr ist wiÄwr anfgenvnrmen worden. ,Kcho de Paris" meldet aus San Sebasttan: Man kann nun- st'^,rfagen. dap die Regierung die Lage beherrscht. Ihr größter E^olg ist qeiveiew den Eisenbahnverkehr beinah vollständig aur- recht. echallen zu können. Eine Erllärung über den Umiang der revMutwncrren Bewegung läßt sich Mr Ltunde nocki nicht abgebe,, Datfache Ot.chatz die Bewegmrg zahlreiche Industrien lahnrlegt wa^ den Jntereiien der Alliierten keineswegs eittspricht „NouveUiste de.Lyon" zilfolge l>at die ^lkegierungwvrläuftg die verboten. Man hofft, die Agitatoren fassen zn Ausnmnderimg können. .MTB Mchtauitliw „Temps" meldet am> Der König ist an emein Gelcnllvafserergnß im Knie er- krautc. Dre Erkrankimg ist imgefährlich. Sewandte Seschästsdame von guten Umgangs formen, mit flotter Hand- ichriftund guten Kenntnissen in Buchnchrung, Kurz- und Mafchlnenschrift. sucht zum 1 . Sept. oder später geeigneten Wirkungskreis in einem Fabrik- oder BerkanfSgeschäft. Schrift liche An gebote unter 616V an den Gieß. Anz. erbe ten. ^ Ferkel, zirka 18—20 Pfd. schwer, zu kaufen gesucht. 05146 Selt orfiwcg 40. WeMmise , Maftrasse, zu kamen gesucht- fWilbelmftraße 1«. 6090 Gut erhalt. Piano zu kaufen gesucht. Schriftl- Angebote m. Preisangabe u- 05163a. d. Gteßener Anzeiger- Gebr., ».aantecfe» Wand oder Portlire zu kaufet! gesucht. Schr. Angeb. in. Preisangabe unl. 6146 a. d. Gieß. Anz. erb. Gebr. Hügel od. Piano zu kaufen gesucht gegett sofortige Kassa. Schriftliche Angebote mit Preis unter 6113 an den Gteßener Sllrz. Xri6g883mmier! Wer tauscht Feldzeitungen, Rotsold ' und anderes. Bitte um Angebot. Arth. Thorn, Schweinfnrt a. M. lBayern.l 6071 Ein gut erhalt., brauchbares Wafserkisfen alsbald zu kaufen gesucht. 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Lebensjahre durch Kopfschuß den Tod fürs Vaterland erlitten. E. Stein bach Wwe. Oießen (Bahnhofstr. 41), am 20. August 1917. «aHf©§ss Ssegafeg* Seltern- vreg 81 Programm vom Dienstag, 21.. bis in kl. Freitag, 24. August. Der Einsiedler von Sankt Georg! Eine seltsame Lebeustragödie in 4 Akten. In der Titelrolle: Friedrich ZeSraik 6173a Deutschlands größter Charakterdarsteller im Film. Herrliche ozenenbilder aus dem Alpengletschermeer, u. a. gewaltige Bergwerkskatastrophe und Schneelawinen. Außerdem: Fräulein Nitusche E Köstliches Lustspiel in 3 Akten. Neuestes von den Kriegsschauplätzen. Todes-Anzeige. Gestern abend um 9 Uhr wurde unser geliebter Mann und treusorgender Vater Herr Willi. Jacob Rau Prokurist der Firma Andreas Euler plötzlich und unerwartet in ein besseres Jenseits abgerufen. In tiefer Trauer: Albertine Rau geh. Loos Georg Rau, Bankbeamter. Giessen (Steinstrasse 13), den 21. August 1917. Die Beerdigung findet statt am Donnerstag, den 23. August nachmittags 3 l / 2 Uhr. Von Blumenspenden und Beileidsbesuchen bitten wir absehenzu wollen. 7v'v VNöS&y-.v-' v Lichtspiel - Haus - Bahnhofstrasse 34. Tom 21. bis 23. August 6171a ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ Unheilbar Eine Filmtragödie in 4 Akten mit den bestbekannten Schauspielern aus Kismet K. Sächs. Kammersänger Professor Leon Rains als Rolf Berndt Käthe, seine Frau .... BXartha Novelll Oie Firma iaohl Humorvolles Lustspiel in 3 Akten von Chkrly Met tinger und Oskar Paulsen. WT Toranzeige! Ab Freitag, den 24. August 1917 Oie im Schatten leben oder Schuldlos Geächtete Die glückliche Geburt eines kräftigen JUNGEN freuen sich anzuzeigen 05161 Hans und Anny Nabholz geb. Bichler. Schloß Pfeffingen (b. Basel), 20. August 1917. Amtliche Bckamrtmachttnge» Stadt Gießen. Schokolade-Verteilung. Von Mittwoch, den 22. b. M. ab, Klangt die Knir den Bezngsudschmtt 13 der Nührmittrlkarle B '^otc Karte) entfallende Schokolade zur Ausgabe. Ätuf jtibtn Abschnitt wird ein V i c r t c l p f u n b zum greife vou 1.40 Mk. yerteill ließen, den 20. August 1917. 6177B Der Oberbürgermeister lLebensmittelamt-. Regelung der Ko hlenabgo be. Ich nmck-e loiederhott darauf auimerksam, daß gemäß «8 2 meiner Berordnimg über die Regelung der Kohlen [er Anmeldung vvrznlegeu. Wer die Aumeldunqen nicht fristzeitig vornimmt macht sich strafbar Gießen, den 20. Angoift 1917. 01756 Der OberbürgermersterKeller. Betr.: Brennstoffe. Gemäß Ziff. 1 der Bekanntmachung über die livr- ^lMslge Regelung der Brennstoffversorgung vom 20. Juli ^ .'^^edruckt im Kreisblatt vom 14. August 1917 Rr. 138. be)tim ine ich hiermit, daß alle Händler, die und Herzstoffe in die Stadt Gießen einführen. Verpflichtet sind, ein Drittel der bei ihnen lagernden Und eingehenden Brennstoffe zur Verfügung der Orts- tohlenstelle der Stadt Gießen zu halten imd den von dreier bezeichnete» Personen zu überlassen sowie die zuü uebergabe erforderlichen Handlungen vorzunehmen. j .Drese Vorschrift bezieht sich nicht auf Brennswffe. wetthe vou den Händlern nachweislich zur Lieferung an solche gewerblrch;e Berbvanci>er bezogen werden. die unter dre Bekanntmachung de s Reichs ko mmissars ftrr die Koh- lenverteilung vom 17. Juni 1917 fallen Gießen, den 20. August 1917. 6176B Der Oberbürgermeister: Keller. B e t r.: B r e n n st o f f e. . . Die Bekarmtmachung des Herrn Rcichskommissars für die Kohlenverterlung vom 19. Juli 1917 betr.: Brenn- N'oNversorgrmg der Haushaltungen. der Landwirtschaft »ud des Kleingewerbes nebst der Bekanntinachung über vorläufige Regelung der Bremlstoffversvrguna vom 20. ^uli 1917. .abgedrnckt im Kreisblatt des .Kreises Gießen vom 14. August 1917 Nr. 138. wird mit den: ünfugen zur Kenntnis gebracht, daß am 1. September d. Js. eine Erhebung des Bestandes und des Bedarfes an Heiz- und Brennstoffen stattfindet. Gieße n. den 20. >Aumrst 1917. 6176B Der Oberbürgermeister: Keller. Ho l z verfteige rnn g der Stadt Gießen. M o n t ag. b t n 2 7. A n gu st, vormittags y ll I) r werden in den Waldungen der Stadt Meßen nn Bezirk des Forstwarts Arft Lrcher Straße. .Holzhändler sind vom Mitbieten ans- gelchloften. Jeder Steigerer darf nur seinen EiqeiEe- darr ltergern. Gießen, den 20..August 1917. 6174B Der Oberbürgernnister: Keller. ZusammengelegLe Kisten mit Kopfleisten Zrrka 1200 Stück 56 3 /o Putzgeschäft, 6168 Gr. Steinweg 15. Ordcntl. Mädchen oder Lauffran gesucht. 05152 Lndwigsvlatz 3. Gebr.,gut crbalt.eis.Kindcr' bett zu verkaufeit. Schriftl. Slngebote unt. 05156 a. d. Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. erb. Mehr.Lürdenva^eu (Teller), ztl verkaufen, 14 Mk. Schr. Angeb. ttnk. 05157 a. d. Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. erb. ^nsammenlvkstiaeer Sport- vags» z.vkf. Schlotzgaffe 9,11. 2 vollständige L-sMshsttep. Hleidersehraak, 3 Stühle, 2 kl. Wascliiißche, Haräiee z. verkaufen. Keylerstr. 5 pari. os,; ' 1 (Höhere Privatschule Sexta — Oberprima) Aufnahme neuer Schüler jederzeit Gute Erfolge. Einjährigen-, Primareife-, AbUnrilenten< Prüfung;. Durch den Besuch der Untevstufe genügen Kinder unt. 14 Jahren der gesetzlichen Schulpflicht. (Minist. Verfügung vom 13. V. 14). Näheres durch Direktor Brackemann, Ludwigstr.70,Ferar 633 /cn nud Klanienabtellnng. Mittwoch, den 22. August Hotel Fürstcnboi.