V #7. Zahrgang Kr. *94 cr LietzLner L«zeiae» erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: Sietzener^amilienblötter: klreisdlatt für den Kreis Sietzen. Sezugrpreir: nonatl. 1 Mk., vierteljährlich 3 Mk.: durch Abhsls- u. Zweigstellen monatl. 90 Pf.: durch die Post Mk. 3.— viertel- jährl. ausfchl. Bestellq. fternsprech - Anschlüsse: sürdieSchriitleilltugllZ Verlag,Geschäitsstette51 Auschriitfür Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Erster Blatt Montag, 20. August *9*7 Postscheckkonto: «ftanksurt a.M. **68d General-Anzeiger für Oberhessen vankverkehr: Sewerbebank Gießen Zwillingrrnnddruck u. Verlag: vrühl'sche Unrs.-Such- u. Aemüruckerei R. Lange. Lchriftlettung. Seschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Annahme van Anzeiger, i. die Lagesnummer bis zumRachmittag vorher. seilenpreise: für örtliche Anzeigen 20 Pf., für ausivartige Anzeigen 25 Pf., b. Platzvorschrift 30 Pf., für Reklamen 75 Pf., bei Platzvorschrift 90 Pf. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt und Land, Vermischtes u.Ge- richtssaal: Fr. R.Zenz; Anzeigenteil: H. Beck: sämtlich in Gießen. Eine neue Schlacht am Isonzs (WTB.) Großes Hauptguartier, 18. August. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Auf dem Schlachtfeld in Flandern steigerte sich der Artilleriekampf an der Küste und nördlich von Aper h wieder zu äußerster Stärke, sonst blieb das Feuer geringer als in den letzten Tagen. Beiderseits der Bahn Boesinghe—Staden führte der Feind nachmittags einen starken überraschenden Teilangriff aus. bei dem Langemarck nach erbittertem Kampf verloren ging. Wir liegen in flachem Bogen um das Dorf. Im Artois stelltet sich unter starkem Feuerschutz nordwestlich von Lens Angriffstruppen bereit. Unser Vernichtungsfeuer ließ einen Angriff nicht zur Entwicklung kommen. Nachts erfolgende schwächere Vorstöße des Feindes wurden abgewiefen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz Am Che min des Dam es lebhafte Artillerjetätig- keit bei Eerny. in der Westchampagne besonders am Keilberg südwestlich rwn Moronvrlliers. An der Mrdfront von Verdun setzte der Feuerkamvf mittags wieder mit voller Kraft ein rmd hielt gesteigert bis tief in die Nacht an. * Durch Flieger und Abwehrgeschütze wurden 2 6 feiitb = licheFlugzeuge und vi er Fesselballo ne brennend zum Absturz gebracht. Oberleutnant Dostler errang seinen 26., Offizicrstellvertreter Vizeseldwebcl Müller seinen 22.. Leutnant Gontermann durch Abschuß des 13. und 14. Fesselballons seinen 29. rmd 39. Luftsieg. O e st l i ch e r Kriegsschauplatz. Zwischen Ostsee und Schwarzem Meer blieb bei kleinen Vorfeldgefechten und meist mäßigem Feuer die Lage unverändert. An der Front des Generalobersten Erzherzog Josef führte am 16.8. ein Angriff österreichisch-ungarischer Regimenter südlich von Grozesei zu vollem Erfolg. Der Feind wurde aus verschanzten Stellungen int Sturme geworfen und büßte neben hohen blutigen Verlusten über 1 6 9 9 Gefangene, ein Geschütz und 18 Maschinengewehre ein. * Seit Beginn der Operationen im Osten am 19. Juli sind in Ostgalizien. der Bukowina und Moldau in die Hand der verbündeten Truppen gefallen: 6 5 5 Offiziere. 41399 M a n n. 257 Geschütze. 5 4 6 Maschinengewehre, 191 Minen- w e r f c r, 5 9 9 9 9 Gewehre. An Kriegsgerät wurden erbeutet: Große Munitionsmassen. 25 999 Gasmasken. 14 Pan- zerkraflwagen. 15 Lastkraftwagen. 2 Panzerzüqe. 6 beladene Eisenbahnzüge, außerdem 26 Lokomotiven. 218 Bahnwagen, mehrere Flugzeuge, große Mengen an Fahrzeugen und erhebliche Leben smittelvorräte. * Besonders anerkennend ist hervorzuheben, daß bei den letzten Kämpfen die Mnnitionskolonnen und Trains sowie die Eisenbahn- und Krastfahrtnrpprn trotz höchster Anforderungen den für die .Kampfführung so wichtigen Verkehr von rmd zur Front glatt bewältigt haben. Durch umsichtige Anordnungen und treue Pflichterfüllung von Offizieren. Beamten und Mannschaften konnten alle Truppenverschiebungen planmäßig durchgeführt und die kämpfenden Truppen jederzeit mit dem nötigen Nachschub an Munitton. Verpflegung und sonstigem .Kriegsbedarf versorgt werden: Im Westen trotz des über mehrere Stellungen hinweg weit ins Hintergelände reichenden feindlichen Feuers, im Osten trotz aller Hindernisse, die Land und Wetter bei den umfangreichen Zerstörungen bereiteten. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. seine Bundesgenossen An ttagen haben werden, immer größer und immer erkennbarer werde, taucht jetzt überall auf und beginnt anscheinend auch in unserer Polittk wirksam zu werden. Am Geburtstag des Kaisers Karl hat der österreichisch-ungarische Botschafter in Berlin, Prinz zu Hohenlohe, in einer Ansprache u a. folgende Sätze ausgesprochen: .. ,^Je länger natürlich unsere Gegner in dem Mahne besangen sind, als Sieger mit uns nach Gutdünken verfahren zu können, um so nachdrücklicher, um so entschlossener und uni so hattnäckiger wett^n wir uns ihnen entgegeirzustellen missen. Bricht dann end- nm der ^vag, an dem die Männer, die heute Frankreich, Rußland und England zu sanatisieren verstehen, die die Söhne dieser Länder immer wieder zu neuen für sie ganz zwecklosen Schlächtereien' vorzutteiben rvissen — briäst der Tag an, wo diese Staatsmänner durch die bessere Einsicht ihrer eigenen Völler hftnoeg gefegt werden — und dieser Tag wird und muß kommen —, dann ist auch die Stunde des Friedens mcht mehr fern. Denn Sie alle, meine Herren, staben es aus dem Mjurche der leitenden Männer in Wien und Berlin mehr als einmal vernommen, daß wir nicht für ge- walirsame Eroberungen kämpfen, wem: wir auch fest entschlossen sind, die Waffe nicht um eine Sekunjde früher aus dev Hand zu legen, bevor wir nicht die Gewähr 'hüben. daß der Gegner sernerseits seinen Raubabfi cht e n auf unsere Gebiete ein für allemal entsagt hat. Diese Gewähr uns zu erkämpfen, sie uns auf glänzende Art zu erkantpfen, sind ävir aus dem besten Wege. und in der sich hieraus von selbst ergebenden Sicherheit unserer Existenz und Entwickttmgsmöglichkeit wird der Erfolg, der unbezahlbare Gewinn liegen, den uns dieser Weltkrieg bringen muß. Wer dürfte es in ZuLmft wagen, uns und unsere Bundesgenossen anzugreifen, die, zu gemeichamer Abwehr verbunden, iin Laufe dreier Jahre tatsächlich der ganzen Welt die Stirne zu bieten wußten?" Eine Beftättgnng und Fortführung dieses Geda:rke::s fttiden wir in der „Voss. Ztg.", die bekanntlich immer für kraftvolle Ziele in der deutschen auswärttgen Politik eingetreten ist. Das Blatt erklärt.' „Dias Ende dieser (englischen) Politik und die Verwirttichww des rartnrenbtgen kontinentalen europäischen Zusain- menschlusscs ist die Wichtigste Vorbedingung für den künftigen Rechtszustand, denn sie schafft ein den übrigen Weltmächten - Großbritannien tirtt leinen Besitzungen, Rordcuuettka und dem unter japanischer Herffä-aft sich bildenden vstasiattschen Weltteich — ebenbürtiges RechtssubjeLt. Mes kann danil auch im StMwe sem, in den außerhalb Europas liegendeii Fragen des Weltgleich-i gewichts seine Lebensinteressen wirksam zu vertteteli und es wird darrn auch Möglich und notwendig sein, die britischen Ansprüche auf dre pon England während des Krchges besetzten außereuropäischen Gebiete nachdrücklich und wirksam al^uwehren." Die englische Kwaftanoiertheorie ohne Handhabe, sie auch wirklich durckMsetzen, wird durch die Ereignisse denn doch mU jeden: Tage ungefährlicher gemacht. Jetzt spricht auch der' „Vorwärts" einmal „unvernrrscht :nit minder würdigen Drngen", aus, wie unrwTitaristisch Derrtschländ spricht und haiidelt gegenüber den regierenden Herren Aopd Georae. 9 Km tön „Tie deutsche Regierung ist in der starken Lage, den: Volle sagen zu können, daß sie dm Frieden gar nicht herbeiführen kann. tr?eil Unsere Gegner nicht mit dem Kriege aushören wollen,, ehe sie uns zerschmettett haben. Lloyd George und Ribot müssen ihr Volk von Fall zu Fall überrede::, den Krieg aus freien Stücken noch f o r t z n s e tz e n , denn daß Deutschland zu einen: Frieden der Verständigung bereit ist, läßt sich den Ententevölkern uns die Tm:er nicht verheimlichen. Wie ihre Schwierigkeiten dabei wachsen müssen, pavon kann sich feiert der ein Bild machen, der sich etwa' den Fall voritellt, daß ivir in Deuffchland in der umgekehrte:: Lage lvären, daß unsere Gegner zur Verständigung bereit wären und Deutschland für Erobernngsziele den Krieg fottsetzen rovllte! Mit jedem Friedensvermittlungsversuch, den sie ablehnen, wird die Stellung der westliche:: Ettenteregierungen innerhalb ihrer eigenen Länder schwächer und dies mrt .so mehr, je weniger sie militärisch erreichen." Die deutsche Antwort auf den päpstlichen Brief )v:rd nicht schwer fern. Schon nächsten Menstag wird der Reichskanzler im Hairptcrusschuß des Reichstags seinen Standpunkt dazu darlegen. Inzwischen findet in Berlin noch eine Sitzung des Buiüresratsausschnsses für auswärttge Angelegenheiten statt, der bisher ja niemals um stürzend ein- gogriffen hat. Bemerkenswert ist, daß die „Köln. Ztg.", die oft in einem gewsssen Maße das Sprachrohr unserer Regierung gewesen ist, in einein aus Berlin datterten Leit- auffatz dartut, „daß wir, gerade wenn Europa zu dem ersehnten Fried«: konimen soll, der nicht tttigerisch, sondern von Tauer ist und wirklich wenigstens für Europa, !vie der Papst es verkü:ü>et, an die Stelle der rnatettellen Kraft der Waffen die moralische Kraft des Restes 'setzt, aus Grund der erwiesenen Msichten der Feinde Grundbedingungen stellen müssen, die uns dagegen sichern, daß wieder mit Benutzung des Grenzland»5 England auf den: Fe st lau de Fuß fa-ßt und zur Erhaltung seines Welt-Uebergewichts sein altes Spiel wiederholt, für das sich jetzt eine Reihe europäischer Völler im vietten Jahr zerfleischt. Tie Mitteln:ächte kämpfen dafür, daß Europa von der alten englischen Festlandspolitik wie von den alten europäischen Eroberungsplänen scsllärwischer Kabinette befreit werde, also ftir die Sicherheit und Ruhe Europas, die sie nie gestött haben und nie gestört hätte::. Zum Segen Europas und eines dauernden Fttedens ist unser Ka:npf aussichtsreich und unser Erfolg auch in den kommenden Cmtscheidnnge:: gewiß." Es ist zu wünschen und auch zu vermuten, daß die amtliche deutsche Antwort aus die päpstlichen Anregungen eineu geh o bene n Don anschlägt, der den Uitfnn:, als ob ltnr die Unterlegenen :md SclMächeren, die Gegner aber die Mächtigen und Anssichtsreichen lvären, endlich'einmal schärf abschüttelt! -—«CTinn'üs» (»aagt j.n i . - Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte. Wien. 18. Ang. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. Keme besonderen Ereignisse! Seit dem 19. Juli, dem Tage des Sieges von Zborow, lind von den Verbündeten an der Osffront 655 Offiziere und 41 399 Mann als Gefangene eingebracht worden. Die Beute beträgt 257 Geschütze. 546 Maschinengewehre. 17 Minen- Werfer. 59 999 Gewehre, reiche Munitionsmasfe::, 25 999 Gasmasken. 16 Panzerkraftwagen. 15 Lasttraftwagen, zwei Panzerzuge, 6 beladene Eiscnbahnzüge. 26 Lokomotiven. 218 Eisenbahnwagen, mehrere Flugzeuge und beträchtliche Le^ bensmittelvorräte. Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern mittag sind an der Iso nzo-Front schwere Artilleriekämpfc entbrannt, die sich seit heute morgen aus den ganzen Raum poischeu dem Mrzli Vrh und dem Meere erstrecken. Das Feuer der italienischen Geschütze rmd Minenwerfermassen greift w-'it über unsere Schützenlinien hinaus. Unsere Batterien antworteten und wirrten gegen die Tnchpenansammlungen hinter der italienischen Front. IN Kärnten und an der Tinfter Grenze keine brion- deren Erelgnlsse. Nichts Balkankriegsschau Neues. pla tz. ut» 19. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird W i e n ^ v^riauwart, Oestlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. ' Italienischer Kriegsschauplatz. .„Der Italiener hott am Jsonzo neuerlich zum An- K?st nt '' ntTr!r ' n,RfrtP ” Oesterreich gehörigen' der gestern nachmittag einige Erkimdnngsvorstvtzc folgten trat heute früh zwischen dem Mrzli Brh und dem Mtecr. d,c italienische Infanterie zur Schlacht an ^e, “”SWt m gröbtcr Erbitterung fast in allen Abschnitte, c r i'" 1 '" Front bei Tolmein, Nord NN.?E-Canale. zw,srl,en Descla und dem Atome San Gabriele, südlich von Gorz, und auf der .Karsthochflnche. Du bisher erngklausenrn Meldung?:: lauten durchweg g ü nstig „ - dalkamkricgsschanplatz. Unverändert. Der russische Generalissimus über den Wintersseldzui . t r 1 V r £' ^ ^U- 0 . (WTB.) Generolissnnus Ko n:losf. der ftch in Petersburg befindet, erklärte den Bo tteteri: der Blatter, daß iveitere tatkräftige Maßnahnw: drs er der Regwruug zur Betätigung unterbreiten wolle, n: ^^Eenen Wrederherstellang des Heeres sichren lvittdi" Dtttttarssche Ere:gn:sse - lveiten Ausmaßes seien voransu sehen De r Generalisstn:us hal t eine: t neuen Winter leldzug für unvermeidlich. Unsere Bombengeschwader. Berlin, 19. Aug. (WTB.) Unsere Bombengeschwader benutzten gestern das bessere Weiter zu kräftigen Angriffen gegen feindliche Anlagen hinter der flandrischen Schlachtfront. In zahlreichen Flügen warfen sie bei Nacht und bei Tage insgesamt 15 000 Kilogramm Sprengstoff aw Flughäfen, Lager und Batterienester. An der ganzen Front maßen sich die Luftstreitkräfte in zahlreichen Kämpfen. Un sere Flieger schossen zwanzig Flugzeuge und vier Fessel- balloue ab. Sechs Flugzeuge fielen unseren Abwehrgeschützen zum Opfer. Oberleutnant Dostler besiegte seinen 26., Offi- zierstellvertreter Müller seinen 22., und Oberleutnant Bethge seinen 12. und 13. Gegner. Leutnant Gvntermann schoß den 13. und 14. Fesselballon ab und erhöhte damit die Zahl seiner Siege auf 30. Luftangriff auf Freiburg i. Br. Berlin, 18. Aug. (WDB. Amtlich.) Ein feind l ich es Geschwader von sieben Flugzeugen, darunter zwei als Bedeckung dienende Kampseinsitzer, erschien gestern zwischen 12 und 1 Uhr mittags über Frei bürg i. SEk. Und warf aus großer Höhe auf die offene Stadt mehrere Bomben. Vier Personen wurden durch Glassplitter zersprungener Fenster leicht verletzt, drei Gebäude beschädigt. Militärischer Sachschaden wurde nicht verursacht. Unsere zur Verfolgung auf gestiegenen Kampfflieger schossen eins der feindlichen Flugzeuge Ms dem Geschwader heraus. Das feindliche Flugzeug zertrümmerte am Boden. Der Zriedensbrief des Papstes. Der Reichskanzler und die Kundgebung des Papstes. Berlin, 18. Aug. (WM.) Die „Nordd. Allgem. Ztg. schreibt: In der für nächsten Dienstag anberaumten Sitzung des HauptarrZschusses des Reichstags wird der Reichskanzler das Wort nehmen und sich auch, wie wir HSren, zu der Kundgebung des Papstes äußern. Werter meldet das Blatt: Der Staatssekretär v. Kühl- m ann hat seine für nächste Woche geplante Reffe nach München verschoben «errkerungen der Wiener Presse. Wien, 19. Aug. (Pffv.-Tel.) „Reicksplost" erblickt in dem Lchrrtt des Pappes eine moralische Stärkung der Stellung der Mrttelmckhte, da der allgenreine Nahmen des Papstschreibens derielbe ist, den die veramrtwvrtlichen Leiber der Politik Oester- rerch-Urrgrrrns und Teuffchlands, vor allem aber auch die Heiden .Kager der Mittelmächte zu wiederholten Malerl bezeichnet haben, lieber die «allgemeinen Grundsätze, die der Papst für die Er- stredung des Weltfriedens vorgezeichnet habe, könne es keine Memiungsverschiedenheil geben. Aber auch in den konkreten Vorlagen des Papstes glaubt das Blatt, ohne der Auffassung des Bundesgenossen vorzugreifen, dessen Sache es sei, seine besonderen ^mereßen ms Auge zu fasse»», üom österreichischne Standpunkt ^raut hmweisen zu können, daß sich hie Mittelmächte über Ersatzansprüche überhaupt nicht geäußert hätten, daß sich also der darauf bezügliche Vorschlag des Kapstes.gegen eine These rrchtee, me vorr den Gegnern ausgestellt und als Frideensbedingung errtart werde. Daß es auch gerechte Ersatzansprüche geben kan»», ore vor allem dann vorhanden sind, tvenn ein Staat dem andreen ohne icke ochektrve oder subjektive Nötigung mit Verletzung be- NelMcher feierlicher Bündnisverträge überfalle, diese Möglichkeit laße dre ^Papjtnote offen, indem sie ausdrücklich davon spreche, ^ Fällen, wo besondere Gründe und Grundsätze dem Verricht ans Rriegsentschadrgung entgegenstehen mögen, diese Gründe gleich- maspg und gerecht chMSvägen seien. Hinsichtlich^, territoriales prägen nenne der Papst, ohne überhaupt in der Aufzählung er- ^ Äffchen Italien und ^ der Ausdruck Aspirationen nicht dre Raubgleuste Italiens meinen kann, gegen solche Miß- Sen der päpstliche Stuhl gefeit, der im 'Jlamh Mefei: Mpiratronen selbst des Patrimoniums Petri beraubt wurde ckalrcmschen Aspirationen könne sich in Dalmatien u?b rm OüstMland, m> die große Mehrheit der Bevölkerung rL ^bNisch sei. Nicht gesprochen Werden, Und falls irgendwelche ftagftchcn Aütonvmürechte miter Aspirationen verstanden wurdm, w habe dre oskwveichische Regierung siebst schon die Ant- gegeben, indem fte nationale Autonomie im Rahmen Irisch gewordenen Gebilde Oesterreichs in Aussicht nehme Könne also dieser.^rsms im Papstbrief der Mvnarchienicht zn- muten, Raubermstmkte mck Geschenken zu honorieren, so idente österreichischen Standpunkt aus Äs -NEervorschlag des PaHes abgelehnt werden könne. Das M^Mbt sachlich der M sicht Ausdruck, daß die Mittelmächte alles mtternehmen werden, die Friedensbemühungen des Papstes entggeerckommend ziu urrttrstützen ^ •ii®* erführt bfe S^Mbemokratrn konnten dm Bvffchrag twllercht mrt der Aufrichtigsten Stimmung bsgrm-en, denn N-as er als notwendige Grundlagen eines gerechten und dauerhatterr Friedens verkünde, sei zuerst von ihnen ansgr- Ivrochen worden. - . „ „8eit"_pebt hervor, daß bet väpUiche Vorschlag mit ben Vpnma vbevmtftwme, btie Gras Czrrirm kürzlich als n^entlick- eGrundlagm -des zu erstrebenden Verständignngssrickens Blatt zweifelt nicht, daß die schönen Worte ver päpstlichen Kundgebung ihren Eindruck rncht verfehlen werden Und.wam auch, der unmittelbare Erfolg ausbleiben sollte, so sei dEl doch erne neue mächtige Welle ßu der großen geistigen Zertlttomimg gefo-inaner», die zum Friedere kommt. u w tt" schreibt, daß die Mittelmächte trotz aller Vorbehalt gegen einzelne Punkte des Päpstlichen Vorschlages gmergt lern dürften, sich dem Schritt des Vatikans anzuschließen, um damit neuerlich, ihre Bereitwilligkeit zu einer ehrenvollen Beeidigung des furchtbaren Krieges zu bekunden. «n-E^^Eitrr n-gt^ sagt, die Entente, welche bereits beginne, on den Worten und Handlungen des Papstes zu deuteln und zu wwdochttgeu, »verde niemals Sinn und Ziel der edel gedacksten Papstirote weder durch Kunstgriffe n-ock) durch hochmütige Ablehnung verschieben können. "D eu t sches V o l ks b la t t" verkennt nicht die Bedeutung bei dem es sich wesentlich auch wohl darum handeln durfte Gelegenheit Mm Meinungsaustauschi zu schaffen, verhält Nch ledoch zu den Einzelheiten ablehnend. Die französische Presse. Bern,19. Aug. WTB. Nichtamtlichst Die französische gfttttl wwvxfopx j&Bum up #pi]pishgm „u a l j i a d fh j 11a g." Greste setzt ihre Kritik zur Herabsetzung der Papsstnote fort römischen Korrespondenten, wonach die ^toote, den Einflüsterungen deutscher und österreichischer Prälaten und Kardinale gemäß muh einem eingehenden Schriftivechsel mit den den deittschen und österreichischen Diplomaten abgefaßt worden sein soll. Die vatikanischen Kreise seren Wer die ablehnende .Haltung der Entente überrascht. xxt österreichischen und \>eut)tiynem sie sich verständigt hätten, beantwortet wecken müsse. Wilson werde auf jeden Fall im Namen der Vereinigten Staaten antworten und erneut die Kriegs- ziele Amerikas auseinandersetzen. Lanfing hatte mit den diplomatischen Vertretern Englands, Italiens, Frankreichs, Belgiens und Brasiliens eine Besprechung Über die Papstnote und crllärte, er glaube nicht, daß die Vereinigten Staaten die in dem Schriftstück vorgeschlagenen Grund^- lagen annehmen könnem Der italienische Boffchafter crllärte. nicht im Namen der italienischen Regierung zu sprechen, und bezeichnete den status guo ante als unannehmbar. Brasiliens Boffchafter hob hervor, die Alliierten hätten schon solche Opfer gebracht, daß die Oeffentlichkeit der Ententestcvaten den Status guo ante nicht annehmen würde, ohne daß Deuffchland sein Verbrechen sühnte. Balfour über die PoMik im Osten. London, 17. AM. (WTB.) NöeLdung des Reuteffchen Bureaus. Zm Unterhaus lenkte ein Abgeordneter die Aufmerksamkeit auf die kürzliche Konferenz der Miierten und fragte, :oelcher Fottschtttt infolge dieser Konferenz erzielt wocken fei. Er be- chäfffgte sich dann im allgemein-eir mit der .Kriegslage und verlangte, daß, >dem Balkmr mehr AufmerffaTnkeit gttvidmet toecke. In der Erwiderung zollte Minister Balfour den Truppen an der Saloni'kfront hohes Lob. Er Wies darauf hin, daß die Operationen, unter der ^Aufsicht eines französischen Generals länden. Balfour stimmte zu, daß es von großer Wichtigkeit sei, die deuffcherr Pllm-e, sich auf den: Wege über Oesterreich auf dem Balkan und Kl-einasi-en bis zum Persischen Golf und darüber hinaus auszudehnen, zu vereiteln. Er hege das volle Vertrauen, daß der Ausgang des Krieges diesen ehrgeizigen Plänen einen Miß!erftüg bereiten wecke. ^Er könne hierüber keine Mitteilungen machen^ weil er in der gegenwättigen Zeit des Krieges nicht von dem Er- ölg diplomatische iVerhandlung-en., sondern von den Erfolgei») abhänge, die den veffchiedenen Kriegführ eichen zuteil würden, die unter anderen großen, weltpolitffchen Plänerr hierfür kämpfen. Hinsichttich Serbiens hätten die Rede»» Lloyd Georges und Lord Robert Cecils auf den» kürzlichen Frühstück yw Ehren der Serbe»» die Ansichten der Regierung wickergegebeir. Die englische Regierung stshe niemandem u-ach in der Bewunderung des Mutes und der ausg^eichneten und unvergleichliche Tapferkeit, mit der die Serben inmitten des großen Unglücks Und der fast »iber- wälffgenden Prüfungen den Ruf ihrer Rasse aufrechterlMten hätten. Er blicke in die Z»ck»mft mit der Hoffnung und den» Vertrauert auf die Wiederherstellung des serbischer» Königreiches unter Bedingungen, die seine Zukurrft ctsolgreicher, rühnrreicher und verheißungsvoller machen »oürden. als es in den Jjahren vor diesem großen Unglück der Fall gewesen s-ei. Mehr könne er nicht sag er», aber die Regierung teile diese Hoffnungen und verttaue auch darauf, daß sie schließlich eine gebührende Erfüllung ftnden würden^ Aus den Vorwurf, daß dem Balkarrkriegsschauplatz nach dem Maß- 'taüe des westlichen ringenügcrche Aufmerffamkeit gewidmet werde, erklärte Balfour: Achl würde es für eine Anmaßmig halten, über eine rnilitärische Frage eine Ansicht auszusprechen, aber die Schwierigkeiten des Charakters des Oarrdes zeigen jederrfalls beim ersten Blick klar, daß dies nich,1 eine Front sei, an der ein Hauptangriff mit der besten Hoffnung aus eine»» schsießlichen Erfolg in» Maßstabe des Westens ausgeführt werden könnte. Er hege das Vertrauen, daß; »nan an dieser Front erfolgreiche Unter»»ehlnu 7 »gen ehe»» werde, aber die Schwierigkeiten seien sehr grvßi. Die Urrter- nchrnungen hingen von den vielen großen physischen, moralischen, interationalen und materiellen Umständen ab. Er halte es für sehr unwcchrscheinlich, daß man in nächster Zukunft irgendwelche Operationen an dieser Front erwarten jkönne in den» Umfange^ wie ihn Davies m wünschen cheine, und der mit große»» Operationien zu vergleiche»» wäre, wie sie jetzt in Frankreich und »nöglicherweise anderswo im Gange eie»». Balfour schloß.: Davies ersucht mich, dem Ha»»se! M versichern daß dies «eine,Seite der Angelegenheit' ist, die der Msinerffamklüt der verbüirdete»» Regierungen nicht entgangen fft. Balfour beschäftigte ich darauf ausführlich nnt der Kritik, die an de»» diplomatischen Methoden Englands geübt wurden, und mit der Anregung, daß nach dem Muster ähnlicher AussckMe in den auswärtige»» Parlamenten ein Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten gewählt werden solle Er verteidigte die Leistungen des bestehendeir Systerns und betontes daß es zur Ausvechterhaltuug guter internatiorraler Beziehungen mit dm Freunden .EngLands und den NeuLvahsr Wirte. W habe niornals eine Zeit gegeben, wo die Unrstände nr&l Äie Bezrehungay' mit den Neutralen es so »richtig machten unü so »vünsch-ensiverL erscheinen ließen, sw freundlich und angenckn» zu geslalcen imd zu erhalten, wül der Weg der Neuttaten nicht viel »oeniger schwierig und dornenreich sei, als der Weg der Kriegführenden. Neue Minister in England. London, 17. Ang. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Folgende Ernennungen von Ministern »verden veröffentlicht: John Hodge Penswnsminister. George Roberts Arbeitsrninister, A. C. Geddes Atinister für de»» nationalen Dienst, George Wardle Parlamentssekretär im .Hanoelsaint. Der ehemalige Zar und seine Familie. Petersburg, 19. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Nach eiuer Mitteilung der einstweilige»» Regierung sind der ehe- malige Zar und die Zarin in Erwäguirg der StaLtsnot- tverckigkeit »rnter allen nötigen Vorsichtsmaßregeln »»ach Dobolsk verbracht worden, »vo sie u»»ter Bewachung fest» gehalten werden. Ihre Kinder »mö emtife Personen ihrer Umgebung hätten sie aus freien Wille»» begleitet. Die Selbstverwalt»»ng der Ukraine. Petersburg, 17. Aug. (WTB.) Meldung der Peters- burger Telegraphenagentur. Die vorläufige Regierung billigte die Einrichtung ein^ Generalsekretariats der Urrai»»e, das bis ^ur Einberufung der verfassunggebende»» Versa»»rnrlung, die über alle Fragen der Selbstver»ria5- ckng entscheiden »vird, das höchste Organ der Verwaltung Kleinrußlands bilden wird. Die Mitglieder des Sekretariats tverden vom Generalrat der Ukraine, gena»»nt Radia-, vorgeschlagen und rwn der Regier»»ng ernannt werden. Das Sekretariat »vird fünf Provinze»», nämlich Kiew, Wolhynien, Pvdvlien, Poltawa und Tscherni- gow, verwalten und noch andere, »venn ihre Semstwos dioÄ wünschen. Das Sekretariat wird sich z»ffa»nmeigetze»i auS Generalsekretären für die Finanzen, Landwirffchaft, öffeub- lrchen Unterricht, 5)andel und Industrie, Inneres, öffentliche- Arbeiten rmd »rationale Fragen. Es »vird Gesetzentwürfe, die das Leben des La»»des und seine Vettvaltung betreffen, beraten u»ck auAarbeitei» und sie der vvrläusigen Regierung zur Genehmigung unterbreiten. Zur Lösung der laufenden Fragen und Geschäfte, die die gerrawrien Berrvalkungsabteü- lange!» betreffen, sollen sich die Ortsbehörden an das Sekretariat »vercke»», das, nachdem es die vnrläusige Regieritna davon »»» Kenntlris gesetzt hat, deren Befehle und Anordnungen den ausführenoen Pvovinzstell-en Mitteilen nnrd. Seefrieg. Der Kaiser in WiLhelmshafen. Großes Hauptquartier, 18. Aug. (WTB. Amtlich.) Der Kaiser traf amt Sonnabend, den 18. August, vormittags, i»»»t dem Chef des Admiralstabes und dem Staatssekretär des Reichs- »»»anneamts zun» Besuch der Flotte in Wilhelmsliave»» .ein, schritt unter Fiihrung des Flottenchefs die Front oer Besatzu»»gen der im Hafen liegenden Hochseeslreitkräste ab und schiffte sich dann aus dem Flottennaggschifs ein zur Besichttgung der »»» See befindlichen Flottenttlle »rnd der Insel Helgolmrd. Auf den» Ackrsche »»ach Helgoland und vo»r dort »»ach der Bäbe bildeten große u»»d lleine Kreuzer- Torpedos lotillen, Luftschiffe »rnd Flieger das nmlitärffche Geleit, ^n ochseestteitkräftrn zu Waffer, unter Wasser und trt Iber Lntft und der Feste Helgoland mehre warme Anerkerrnunaj ans, ftkr die rastlose, entsaguirgsvMe und erfolgreiche Arbeit, mF der fte dieses Ziel fest im Auge behalten und erreicht l-aben. Möge d»e ^Flotte ftch weiterhin benmßt bleiben, daß wei»» »rnd des Vaterlandes Vertrauen fest auf ihr ruht. Zum Ausdruck meines Ber- ttauens verleihe ich, dem Vorschlag des Flottenchefs gemäß, die hrermit zugehenden Eisernen Krnrzhe. Gez. : Wilhelm I. R. Reue N-Boot-Erfolge. Berlin, 19. Aug. (WTB. Amtlich.) Neue U-BvvtK- Erffolge im Atlantischen O^ean und in der Nord-- s e e: 23 000 Bruttovegisterüvrrnen. Unter den verserrkten Schiffen befanden sich der englffche Dampfer „Capo Soto" (3082 Donnen), Ladmrg anscheinend Honf; ferner ein bewaffneter englffcher Dampfer von 55M Donnen mit Kohlen Vvn Errgland nach Port Said, ein bewaffneter französischer Dampfer und ein großer, durch Bewacher geleiteter Dampfer von mindestens 10 000 Donnen. Der Chef des ?ldmiralstabes der Marine. Berlin, 18. Aug. (WTB. Amtlich) Durch zwei unserer' U-Boote wurden im Sperrgebiet um England wiederum acht Dampfer, z»vei Segler, ein Fischerfahr-^ zeug versenkt, darunter der italren.ische Dampfer „Q ue fta" (2674 Do.) »nit Kohlen, von Englarck »rach Genua unterwegs, die französischen Segler „Mfred de Courcp' und „Mama Jesus Pvotsgez-Nous", beide mit Kohlen von Newcastle nach Gravelines, und das englffche MschersahrAeug „L. T. 454". Fünf Dampfer w-urden aus (PeleitzugM herausgeschosserr, je zwei davon nn Doppelschuß aus je einem Geleitzug. Am 8. August wurde eine, englische U-Boots- Falle »n Gestalt eines Dampfers der Blue Funnel Linie von einem unserer U-Boote im Artilleriegesecht durch. Treffer m dre Maschine bewegungsunfähig geschossen. Durch wertere Artrllerietreffer wurde Munition auf dem Dampfer zur Explosron gebracht, wodurch das Unterschiff brs zur Wasferlrme aufgerollt »vurde und völlig ausbranntt. Nach ernem Torpedo tteffer in der Vtaschine sank die U-Boot- Falle hinten erheblich tiefer »rnd wurde darauf durch zelm weitere Artillerietreffer völlig wrack geschossen Der Chef des Admiralftabes der Marine. Aus dem Kelche. Eine Sitzung des Bundesratsausschnffes für auswärtige Angelegenheiten. München 19. Aug. (MDB. Nichta»»ttlich.) De»- König hat hvute vormittag de»» Minffterpräsidmten Grasen Herürng und am Nachanittag den bayerischen Gesunden i.» Berlin Graf Lerchenfeld zum Vortrag ernpfangen. Ministerpräsideitt Graf Herlling begibt ftch. heute abend nach Berlin, nw Morgen unter seinem Vorsitz mt NxstchislarMer Palais eine Sitzung des Bundesratsaussämsses füv> auswärtige AugelegercheitÄ» stattftnde. m Berlin, 18 Aug. (WTB.) Die heutige Ausgabe der „Boss. Ztg." enthält eine Erklärung des Verlages Ullstein u. (So-., tu der es heißt: In letzter Zeit ist das Gerücht verbreitet worden, daß die „Voss. Ztg." an die Schwerindustrie verkauft worden sei, oder daß ihr Verkauf bevorstehe. Dieses Gerücht ist in jeder Hinsicht unbegründet. Die „Boss. Ztg." ist iveder verkauft worden, noch hat irgend jemand die Beteiligung an ihr erworben. Es haben auch keinerlei Verhandlungen über den Verkauf oder über die Beteiligung dritter stnttgefuüden. Ebensowenig ist irgendwie eine Veränderung in der Teilhaberschaft unserer Firnra eingetreten. Aur Stadt und Land. Lieben, 20. August 1917 . ** Auszeichnungen. Unteroffizier Ludwig Pitz erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. — Musketier Willy Le s ch erhielt für bewiesene Tapftrkeit bei der Frühj ahrsoffensive bei Reims das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. ** Stadt. Obst verkau f. Bei der städt. Obswerteiluugs- stelle B r a u d p l a tz 3 werden von heute mittag an und die s»lgenden Tage, solange der Vorrat reicht. Aepfel, Birnen, Pfirsiche und Zwetscheu von 30 Pfund an und mehr, sowie Brombeeren pfundweise verkauft ** Bestandsaufnahme v«on Brenn- und Heizstoffen. Der Reichst ommissar für die Koblerrvertei- lung hat eine Erhebung über den Bestand am 1. September 1917 und den Bedarf an Heiz- imd Brennstoffen für die Zeit vom 1. September bis zum 31. März 1918 angeordnet. Es wird schon heute darauf hrngewiesen, daß j e d e r Kohlen- verbrancher verpflichtet ist, seinen Bestand und seinen Bedarf an Brenn- und Heizstoffen fristzeitig anzu- melden. Die näheren Bekanntmachungen erfolgen in Kürze. Der hiesigen Stadt sind von dem Reichstommissar für die Kohlenverteiluny vorläufig 46 700 Zentner Brenn- und Herz- erftgülttge Regelung erst nach dem Ergebnis der Bestandsaufnahme am 1. k. M. erfolgen kanu. Die zuaesagten.Hausbrandkohlen werden, sobald die Landwirtschaft genügend mit Drusch kohlen versorgt ist, angeliefert. ** Der Un terricht hat in den hiesigen Schulen mit heute Morgen wieder begonnen. Allzuviel schöne Feriendage loaren den mhvlnngsbedürftigen Stadtkindern nicht beschreiben. Als unvollkommene Entschädigung wurde ihnen gestern noch ein herrlicher Sonnen-Sountog geboten, der zu zahlreuhen Ausflügen in die Umgebung Anlaß gab. Die hessische Lazarett^eitung Nr. 50 enthält folgende Beiträge: Wie ich Galizien fand von Heinrich Jvst; Der siebenten Kriegsa:ckeihe entgegen von Christian Seitz; ZVekche Unrerslützung steh! meiner Familie zu: Der Einfluß des U-Boot- krioges aus den Landkrieg: Englands Schiffsverlust und Neubau; Lazavett-Bevatmrg: Dom deutschen Geist; Scherz und Rätsel. Die Gießen er Beila ge brftigt als Beiträge: Schwere Zeiten von Walter Bloem; Ansiedlung Kriegsbeschädigter; NachzaMmg von Invalidenrenten: ^Arbeitsmarkt; Derwundetenunterricht. ** Das Kreisblatt Nr. 143 enthält: Fristung im Sinne des 8 49 Ms- 8 der Gewerbeordnmw, Bekanntmachung der Reichs- bekleidungsfdellc, Einkauf von Flachs, Feldbereinigung Kesselbach. Landkreis Gießen. -m Hungen, 19. Aug. Seit Wochen sitzt mm die Frucht noch größtenteils auf Haufen im Felde und konnte infolge der ungünstigen Witterung nicht eingefahren werden. Sowohl der Kern als das Stroh haben durch die Nässe großen Schaden gelitten. Der Hafer ist teilweise handlang aus den Garben herausgewachsen, auch die übrigen Fruchtarten fangen an zu keimen. Seit vorgestern ist besseres Wetter eingetreten und gestern und heute waren wieder recht warnte Sommertage lieber all im Felde war der Lcmdmann daher auch heute, am Sonntag, eifrig tättg, mrd da man Gewitter befürchtete, ist viel Frucht eingefahren worden. Falls die gute Witterung anhält, dürsten die Fruchtfelder in den nächsten Tagen leer stehen und die Dreschmaschine kann, ihr Werk beginnen. h. Londorf, 19. Aug. Ein für unser Tors seltenes Schauspiel ward den Einwohnern Lorrdorfs am Abend des 18. d. Mts geboten. Gegen 9 Uhr hörte man in der ünft das Geratter eines Flugzeugs. Bald wurde die Jugend in den Straßen auf den in ziemlicher Höhe schwebenden Flieger aufmerksam. Nach mehreren Kreisen, die er über dem Dorfe zog, verringerte er immer mehr seine Höhe. Man mertte, daß er zu landen beabsichtigte. Bald ging er denn.auch im Felde zwischen Londorf und Nordeck nieder Vom 'Dorfe aus hatte man dieses von vielen Einwohnern noch nie gesehene Schauspiel gut beobachten können. Deshalb strömte nun alt und jung zur Landungsstelle, um sich das Flugzeug von nahem zu betrachten. Der Jugend war es eine Befriedigung. als sie feststellen konnte,, daß. es ein deutscher Flieger sei. Es bandelte sich um einen Doppeldecker, der die Fluarichtungj verloren hatte. Ter Flieger übernachtete in Londorf, um am nächsten Morgen seinen.Flug fortzusetzen. Unsere Londörfer aber hatten ein interessantes Erlchnis, über das noch lange gesprockstn werden wird. W. Londorfinder Rabenau, 20. Aug. Seit einigen Tagen ist die hiesige Gendarmerie durch 4 Hilfskräfte fl Bizefeldlvckbel und 3 Mann) verstärkt, um den Ertrag der diesjährigen Ernte festzustellen. Kreis Büdingen. -stBergheim, 20. Alug- Das Ritterkreuz 2. Kl. mit Schwertern des Grosch. Badischen Zähringer Lowenordens erhielt der hiesige Lehrer Heinrich Krau sch, Oberleutnant und Kompagnie- s schrei-. 4 Ortenberg, 20. Aug .Gefreiter Der sch von hier, Gerichtsschreiber in Homberg a. d. Ohn:, wurde zum Unteroffizier befördert. Er befinbet sich seit Kriegsbegimi unter den Waffen. — Oberamtsrichtcr Dr. P :: s ch erhielt für seine rege Vortragstätigkeit. die er für die Kriegsanleihen entfaltet hat, das preußische Verdienstkreuz für KriegshÜfe. Kreis Lauterbach. a. Wa l l e n r a b , 20. Aug. Hiesige Kinder hantierten um das Fuhrwerk des Jtths. Lämrelz von Mmenrod herum und stachen mst Strohhalmen nach dem Pferd. Hierbei schlug das Pferd aus und traf das eine der Kinder an den Kopf, so daß es ins Krankenhaus verbracht werdet: mußte. — Im benachbarten Hergersdorf wurde am Montag abend ein Pferd des sicheren Bürgermeisters durch Blitzschlag getötet. Kreis Schotten. 4 Gedern, 20. Aüg. Hofprediger und Pfarrer W i d m a n n von hier erhielt vom Kaiser in Anerkennung seiner besonderen Verdienste um die Werbetätigkeit für die Kriegsanleihe das preußische Verdienstkveuz für Kriegshilfe. KreiS Friedderg. — Fried b e r g, 19. Aug. Unter besonderem Hinweis aus die in Bad-Nauheim ausgedeckten großen Lebensmittelschuiugge- leien und Geheimschlächtereien erläßt -der Kreisrat des Kreises Faied- berg eine besonders scharse Verwarnung an die Bevölkerimg. Jeder Ankauf von Lebensmitteln im steien Verkehr von Händlern und Agenten wird verboten. Me Gasthäuser und Geschäfte, deren Inhaber Schleichhandel oder Geheimschlächtereien betreiben, werden nnnachs: östlich geschlossen, die Inhaber außerdem bestraft. Die Behörden und Sicherbeitsorgane sr'rG an Swie eit worden, verdächtige Fulwwerke zu durchsuche:: ui:d auch das Gepäck von verdächtigen Reisenden ohne Rücksicht auf die Person nachzuseben. Von dem Recht der Gepäckdurchsuchung auf Bahnhöfen, im Fuhr- und Eisenbahnverkehr, auf den Landstraße:: und imS Postversand wurden den Polizeibeantteu außerordentlich evoeiterte Vollmachten gegeben. Jeder Einwohner des Kreises wird ersucht, alle ihm geschäftlich begegnenden LebenSmfttelhäntster usw. sofort zur Anzeige zu bringen. Bei der Untersuchung des Tatbestandes wird der Anzeigende nicht genannt. Die Warrumg des Kftäsrates ist fest heute früh an allen verkehrsreichen Punkten im! ganzen Kreisgebiet in leuchtend roten Plakaten angeschlagen. Hessen-Nassau. Kongreß der Zentralheizungs-Industrie. = Wiesbaden, 19. Aug. In Erwartung einer ansgiebrgen Besprechung und Klärung der vont Reichsstmrmissar erlassenen Verordnung für den Verbrauch von Gas und Elektrizität fand der am Samstag hier abgehaltene Kongreß der Zenttalheizungs-Jndusttie eine außerordentlich starke Beteiliguug aus ganz Deutschland. /Professor K ü b l e r - Berlin, der Vertreter des Reichskommissars, leitete die Verhandlungen Mit inner Ansprache ein, in der er die.scharfe und überall auf Widerstcnrd stoßende Verordnung über die Ersparung von Heizmaterial als eine drttvgende Maßnahme hinstellte, die nur dem verschwenderischen Kohlenverbrauch steuern solle. Es solle mit der Verordnung Leu: Unfug getrieben rverden, aber sie würde durch- geführt, um das Ziel der Kohlenersparnis von 60 o. H. zu erreichen. Mit dem staatlichen Einschreiten durfte nicht länger gSvarttt werden, tvenn die Verhättnisse nicht auf die Spitze getrieben wettren sollten. - Direktor Dietrich-Berlin sprach über Einrichtung, Bau und Betrieb von Zentralheizungen vom kriegswirtschaftlichen Standpunkt aus. In der Gas Verordnung solle kein Zeichen wirtschaftlicher Schwäche zu erblicken sein. Man lmtüsse mit 50—60 v. H. des bisherigen Verbrauchs aus kommen, da Mit einer Mehrlieferung von Kühlen für die Privatw-irtschaft nicht zu rechnen sei. Die bisher bekannt gegebenen Beschränkungswiaßnahmen seien nur als R ichtlinienaufzufassen. Der Redner botdann Erläuterungen zu den bekannten behördlichen Maßnahmen zur Beschränkung der Herzanlaaen. — lieber die Verminderung des. Brennstoffverbrauchs bei Zentralheiz:rngen berichtete Geh. Oberbaurat Uber- Berlin: der die Ernschränftmg bis zu dem Maße bezw. dem Tan- pevattrrgrade fordert, als für die Gesundheit es nur unbedingt nötig itft. Von Interesse waren, die Ausführungen des Stadttals Dr. La ndmann - Frankfurt a. M., der als Vertreter des .Deutsche:: Städtetages sich mit dem Hinweis des Reichskommissars, daß die Verordnung mir Rrchttrmewentbalte, die den örtlichen Verhältnissen jeweils angepaßt werden dürfen, zufrieden erklärte, der aber nckmschde, daß dieses Zugeständnis auch auf die Warmwasserfrage ausgedehnt würde und dann auch in !der Vervrdrrung zunt Ausdruck käme. ^ Den Vorschlag, die Pvlkzewrgane mit dem Amt der Heiz- kommissionen niit zu bettauen, bekämpfte Dr. Landmann scharf. In diese Ausschüsse gehörten nur Vertreter der Gemeinde. Eine Anfrage über die Kokshelieserrmg wurde von Prvf. Kü ble r dahin beantwortet, daß er es ablehne, bestimmte Ziffern für die Lieferung zu nennen, deni Hausbrand würden jedoch möglichst große Mengen geliefert. Zn Schluß der ausgedetznte.n Tagung wurde Prof. Kübler die VoMmcht erteilt, sich wegen der Errichtung vor: Heizberatungsstellen mit den Gemeinden in Verbindung zu setzen. it ra. Biedenkopf, 20. Aug. Der Landrat fordett wie folgt zur Sa m mlnng des Fallobstes auf: „Fallobst bildet einen erheblichen Teil unserer Gesamternte an Aepfeln und Birnen und darf in diesern Jahre unter keinen Nlnständen dem Verderben an- heimfallen oder in: Wege des Schleichhandels der Mlgemeinheit entzogen werden. Für den Kreis Biedenkopf sind 6 Sammelstellen eingerichtet, woselbst die Ablieferung des Fallobstes erfolgen kann. Der Erzeugerhöchstpreis ist für Acpfel auf 10 Mk. und für Birrien auf 8 Mk. pro Zentner festgesetzt. An alle Erzeuger ergeht daher die dringende Bitte: Gä»t alles Fallobst an d-ie Sammelstellen und helft so mit zur Versorgung unseres Heeres und der Zivilbevölkerung." = Frankfurt a. M., 18. Aug. Die Krimrnalpolrzei hob in der vergangenen Nacht in eütem 1 Hnung gebracht. Von dem überschießeitden errechneten Erttag wird für jedes Hanshaltungsmftglied aus den Kopf 1 Pfund zum Verbrcu:ch zugelassen. --- H öchst a. M., 19. Aug. Während einer Vorstellung brach heute nachmittag im Lichtspieltheater der Kleinen Tarrmrs- stvaße ein Brand aus, der den Operationsraum und die hier por- htandenen Apparate und Films vernichtete. Die Besucher konnten sich durch die Haupt- und Nvtausgange rechtzeitig in Sicherheit brmgm, so daß niemand zu Schaden kam: nur der Filmvorführer erlitt leichte Brandwunden. Die Feuerwehr verhütete eine Weiterausdehnung des Brandes auf den Zluschmierraum. Die Brandursache ist Kurzschluß. K a s s e l, 20. Aug. Auf dem Ersenbahnwege von Neuß a.Rh. nach hier verschwanden Anfang August aus einem Güterwage:: mehr als 200 Säcke Kaffee im Werte von 250 000 Mk. Alle Nachforschungen nach dem Verbleib der tvertvollen Ladung blieben ergebnislos. Jetzt steM es sich heraus, daß der Kaffee schon in Ne::ß ,,umgeladertt" und anstE nach Kassel nach Bergisch-Gladbach geschickt wurde, wo ihn Hehler in Empfang nahmen und sofort weiter verkauften. Eine Anzahl Pettonen wurde bereits verhaftet Ul. L i m b u r g , 18. Llüg. Der Kreisch^schuß hat mft Wirkung vom 20. Mgust die Ausfuhr von Obst aus dem Kreise Limburg strengstens untersagt. Gleichzeitig wirrde verboten, unreifes Obst zu ernten uird in den Verkehr zu bringen. = Büdesheim. 19. Aug. Der Kanonendonner, der von der Westfront her seit Anfang Mai verstummt war, ist in den letzten Tage:: ans den Rheinhöhen wieder deutlich hörbar. Un^Versitäts-Nacbviebten. Tübingen, 18. Aug. lWTB.) Der Vorstand der hiesigen Frauenllinik Professor Sellheim bat einen Ruf nach Halle angenommen. Berlin, 17. Aug. Der L. A. zufolge ist Dr. Erwin Henning von der Berlimr Itt:iversität als Professor für Geologie und Paläontologie an die Umversität Tübingen berufen iüor6en. Briefkasten der Redaktion. tAnouhme Anfragen bleiben unberücksichtist.» h. m. J 00 . Auch Wehrpflichtige, unterstehen, so lange sie nicht zum Heeresdienst einberufen sind, dem Hilfsdienstgesetz. Ein Rekla- mi^erter. der in einen: Hüssdienstbettiebe tätig ist, muß, wenn er seine Beschäftigung wechseln tvill, ebenso wie ein anderer Hilfs- dienstpslichttger dem neuen Arbeitgeber en:e Besck^inigung seines letzten Arbeitgebers vorlegen, aus der hervvrgeht. daß er die Beschäftigung mit dessen Zustin:mung ausgegeben hat, denn memand darf einen Hilfsdienstpflichtigen in Beschäftigung nehmen, der in einen: Hitssdienstbettieb tätig oder in den letzten zwei Wochen beschäftigt gewesen ist. Weigert sich der Arbeitgeber, die von dem Hilssdienstpflicküigen beanttagtc Bescheinigung auszustellen, so steht diesen: die Beschwerde au den Schlichtungsausschuß zu. Erkennt der Ausschuß nach Untersuchung des Falles an, daß ein berechtigter 'Grund für das Ausscheiden vorliegt, so stellt er eine Bescheinigung ans, die in ihrer Wirkm:g die Bescheinigung des Arbeitgebers ersetzt. Als berechtigter Grund soll insbesondere eine angemessene Verbesserung der Arbeitsbedingungen im vaterländischen Hilfst dienst gelte::. Matrose Th. K. Wenden Sie sich mit einem entsprechend begründeten Gesuch an die Kompagnie. Für den Sanftätsdienst beim Roten Kreuz sollen nach> ivcöglichkeit Hilfsdienstpflichtisü verwendet werde::. Buchstabe A bedeutet geringe körperliche Fehler und Gebrechen, die die Fähigkeit zun: Dienst mit der Waffe nicht aus schließen. Ziffer 45: Rücken. xyz. Das Losungszeichen bedeutet: Allgemeine Körperschwäche, Blutarmut, Tlbgestumpftheit oder Mißgestalttmg, die den Dienst im stehenden .Heere u:tb in der Ersatzreserve ausq'chließen, aber die Tauglichkeit zum Landsturm vorhanden sein lassen. Meteorologische Seobachtungen öer Station Sichen! August 1917 s. r: i-> 3 ^ C ^ Lä is * Q> O* "3 .05 'S ~ Zs e© o> S S O) — -5 Zs 0 . T V JO s i X* -a JO c 1 ttwtd c«« 2 ß = J «1t«, 19. 2” _ 22.3 8,2 41 _ 4 Sonenfchein u 19. 9“ — 16,7 11,6 82 — — 9 20. 7" 14,1 9,7 80 — 3 Sonnenschein )öchste Temperatur am 18. bi» 19. August 1917 = ft 23.2' C. Niederschlag: 0,0 mm. 18. * 19. 1917 --ft 13.6'6. Witteruugsbericht. (Oeffentlicher Wetterdienst.) Ziemlich heiter, ttocke::, ivorm. Cctfctc ftacbricfctcti. Der Wechsel in den Reichsünttern. Berlin, 20. Aug. ^lach einer Mitteilung dse „Bett. Tghl." aus Königsberg i. Pr. scheinen sich die Gea'jchte über den bä«r- stehenden Rücktritt des^ Chefs des Zivitkabintets v. Balentini zu bestätigen. An erster Stelle 'wird als sein ^Lachfolger der Oberpräsident von Ostpreußen, v. Berg, in Betracht kommen. Dessen ^iachftlger im Amte des Oberpräside:tten würde der vishenge! Präsident des Kriegsernährungsamts von Batocki lverden. Der englische Bericht. Vom 18. August. Außer dem erfolglosen feindlichen Angriff nordwestlich Lens, der heute morgen wieder eröffnet wurde, !u:rternahm der Feind in der Frühe zwei tveitere Gegenangriffe an dieser Front, den einen östlich von Loos. Bei diesen: wnrden die Angriffstruppen des Feindes öou unterem Sperr- und Maschinengewehrfeuer auf kurze Entfernung gefaßt und n:it schweren Verlusten in Unordnung. Mrückgetrieben. Auch kein: zweiten Angriff in der Nachbarschaft des Waldes Huge gelang es dem Feinde, obwohl er von Flammenwerfern unterstützt rourde, nicht, unsere Gräbei: zu erreichen, dl:: !der Schlachtftont von Ppern verhielt sich die feindliche Artilbme tagsüber ruhiger. -Ltarker Westwind war unseren Flugzeugen! gestern lvieder hinderlich, und gab deu im Kampfe befchädigtew Maschinen östlich Richtung und wenig Aussicht, die Flugplätze zu erreichen. Die Flüge der Bombenflugzeuge und das Verfahren, die feindliche Jnswttcrie durch Maschinengewehrfeuer zu belästigen,^ wurden von luns lebhaft fortgesetzt. Beobachtungen für unsere Mtillerie lvu rden den ganzen Tag über airs ge führt und emet ungewöhnlich große Zahl von Lichtbildern aiffgenommen. Im! Luftkcrmpse wurden zwölf deutsche Flug-zmge heruntergeholt. 18 steuerlos zur Landung gezwrmgen. Bon unseren Flugzeugen werden zwölf vermißt, von dene:: zwei ,die lvähvend des Kampfes zu- snmmenstießen, in die feindliche Linie sielen. Von der Jsonzofront. Wien, 19. Aug. An der Jsonzofront. 7var aitch bis achtern nacht schweres Artillerie- und Mrrenwerferfeuer am 'Monte Santoi und ft «nn nördlich an schließ!enden Täte der österr. Front 78 ei Vodiee und Desola wurde °es schon an: l^achurittag zum Trommelfeuer. Nach Mitternacht schwoll es besonders stark an. An deo Kärntner Und Tiroler Front stellenweise lebhaftes Artillericheuer^ Türkische Erfolge in Persien. Im türkischen Bericht vom 18. Aupust heißt es: Persien. Unsere in Richtt:ng Bane im Vorgehen befindkuhe gemischte Abteilung ivarf die Russen aus ihre:: Stellungur Bei Scheh Han' nordwestlich Rawanduz wiesen unsere Grenzwachen de:: Angriffs russischer Infanterie bei Gelischin üb. An der kleinasiattschen Mste wrwde durch bas im Bericht vom 15. d. Mts. berefts erwähnte Boot wieder ein feindlicher Kütter versenkt. Bier Mann der Besatzung wurden gefangen genommen. Smynra wurde erneut von feindlichen Fliegern angegriffen. Zwei Zivilisten tot, sechs verwimdtt. Sinaifront: In der Nacht zum 16. AuMft wurden zwei gegen die Gaza front vorstoßende englische Kompagnien abgewiesen. Am 16. August wurde ein feinoliches Flugzeug im Luftkampfe zunv Niedergehen gezwungen. Die Landung konnte jedoch hinter den! fenrdlickien Linien erfolgen. Am 17. August Pattouillenkämvfe an mehreren Stellen der Front. Vier französische Fliege:' warfen am 17. August Bomben auf den Hafen von Beirut. Ein Einwvb-' ner wurde verwundet. Neuer Bombenangriff aus Kortsyk. Berlin, 19. 2lug. (WTB. Nichtamtlich.) Die Stadt .Kortsyk wurde von '.englischen Fliegern erneut mit Bomben bewarf«.. Acht Zivilpersonen, darunter einige Kilcher :md ein holländischer Pater wurden getötet. Soldaten wurden nicht getroffen. Die Abgesandten der Kronstadter Flotte verhaftet. .Haag, 20. Mg. Wie hie „Tmres^ aus Petersburg: berickften, wurde:: die Mgesandter: der Kroustädter Flotte, die auA Kristiania in Petersburg angekvnrmen loaten, sofort verhaftet und ins Gefängnis gelvorsen. Ter Arbeiter- und SolLoatemot in Helsingsors hat dagegen protestiert, svjvrttge Freilassung ver* langt und gefordert, daß künftig derartige Verhaftungen nicht v-oiko m men dürften. Die Altstadt von Saloniki niederqebrannt. U e s k n e b , 9. Aug., mittags. (WTB. Nicbtamtl.) Heute nacht brannte die ganze Altstadt von Saloniki nieder. Heute noch sind von derr Front aus schloere Rauchwolken über Saloniki sichtbar. 2 Lmtlicher Teil. Bekanntmachung > ibetteffend Höchstpreise für Kartoffeln. Vom 16. August 1917 IN Abänderung unserer früheren .Betannttrmchungen wird' der Erzeugerhöchstvre:s für Kartoffeln bis auf weiteres auf 8 Atark für deu Zentner und der- ^einhmwelshöchstpreis für Kartoffeln von: 20. Mgust 1917 ab bis auf weiteres aw 11 Pfg. für das Pfund festgesetzt. Im übrige:: bleiben unsere Bekamwimchungen vom 21 T-uni und 21. Juli 1917 („Darmst. Ztg." Nr. 144 und Nr 169) recht erhalten. Darmstadt, den 16. August 1917. Lmcheskartoffelstelle. Hechler. An den Oberbüraermeift^ zu Gießen und an die Großh. Burgcrmelftereicn der Landgemeinden des Kreises. Voritehende Preisfejtsetzung ist ortsüblich bekannt zu machen. Großen, den 17.9lugust 1917. GroßherzoglnN^s gceisinut Gießen. Or. U f i n g er. Lotir sngsnvkin von Geschmack, zugleich Appetit befördernd- Ueberall erhältlich, auch in Tablettenform bequem auf Remen. halten LEC1FERRIM stets vorrätig, um bei Schwächezuständen, nervöser Abspannung anzuwenden. Todes-Anzeige. Gestei n vormittag um 10 Uhr verschied nach kurzem, mit Geduld ertragenem Leiden meine geliebte Frau, unsere herzlich gute, unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwägerin Frau iarie Schomber geb. Peter im Alter von 77 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: lleinricli§chomber nebst Kindern Angehörigen. Reiskirchen, den 20. August 1917. 05129 Die Beerdigung findet Dienstag, nachmittags 3 Uhr statt. Am 15. ds. Mts. verschied an einem im Gebirgskrieg gegen Italien verschlimmerten Herzleiden unser Vater bezw. Großvater, der k. u. k. österr. General Hans von Jaschke im 62. Lebensjahre. Ritter hoher Orden Im Namen der Familie: Professor Dr. Rudolf von Jaschke, Gießen, den 18. August 1917. 6148D Von Beileidskundgebungen aller Art bitten wir abzusehen. Danksagung. Flir die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem Heimgange unseres Mannes und Vaters sagen wir unseren aufrichtigen Dank. 61S2J) Familie Mylius. Danksagung. Für die treuen Beweise inniger, herzlicher Liebe und Freundschaft, die meiner teuren Mutter während ihrer schweren Krankheit entgegengebracht wurden, sowie für die uns allen nach ihrem Tode bezeugte Anteilnahme und für die tief empfundenen, von Herzen zu Herzen gehenden Worte, die am Grabe gesprochen wurden, drücke ich hiermit unseren aufrichtigen Dank aus. 6145 D Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Geh. Schulrat Dr. Pitz. Darmstadt (Heinrichstrasse 103), den 19. August 1917. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teil« nähme, sowie die zahlreichen Blumenspenden bei dem Hinscheiden unseres teueren Entschlafenen sagen wir herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Marie Krombach nebst Kindern. Giehen, den 20. August 1917. 6153 Hotei Fiirsienhof - Gießen Samstag und Sonntag KONZERT im Kaffee unter Mitwirkung des Humoristen H. Eggmeier. Dienstag, den 21. August, abends 8 Uhr: Künstler-Konzert Großer Saal Großer Saal die Herren: A. Fengler, Fr. Seitrecht, 0. Kühmstädt, O. Stolze und des berühmten Piston- u. Trompeten- Virtuosen Herrn Ewald Dietzel. ßo98 __ Vortragsfolge siehe Plakate. ~ Vorverkauf der Karten beim Portier des Hotels. Birnen-Versteigerrrng. Mittwoch, den 22. August, vormittags 1©7 2 Uhr anfaugend, kommen zirka 100 Bäume Birnen an Ort und Stelle zur Bersteigerung. Bahnstation Bleichenbach der O. H. E. 6104 Aulendiebach, den 16. August 1917.* Großherzogliche Bürgermeisterei Aulendiebach. B o l i t s ch. Am Freitag, den 24. August ds. FS., nachmittags 2 Ubr, wird fit der Wohnung des Herrn Vorstehers zu Torubolzbauicu die Ausübung des Fifchereirechls in den öffentlichen Gewässern der Gemeinde Dornholzhausen öffentlich vergeben. Ö136B Grotz-Rechienbach, den 16. August 1917. Das Bürgermeisteramt. W»s aiar a.d. Ostsee j k. Hasch.-Elektr.- I J&Ld Iug.,Baningenienrw., Ißö n. Architekt. 6319 Spez.-Earse f.Elson- betoa’jac, SshiffsmascbLnen Antomobil-a.Luftschiff-Hot. 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