Nr. m M M. Zatzrgaug Aeilag. 10. August \9\Z Der &;e£*Rtr SvzetHer frjd)6int taqkich, außer Sormtags. - Beilagen: Aietzener KEllienblätter. Nrelrblatl für Un Kreis Gietzen. SczuH^'reis: möntttl. 1 Mk., merte(- löhrfid) 3 Mt. - durch Avhole- u. Zrveigstellen monack. Pf..- durch diePost Mk. 3. — viertel» tährl. ausschU Bestellg. sternfprech - Anschlüsse: üirdieSchristleituuaI12 Verlag,Gefchättsskelleöl AnfchsiilfürDrahtnach- richten: Anzeiger Gietzen. Lift« Statt Annahme von Anzeigen s. die Lagesnurnmer tns zumNachmittag vorher. Seilenpreise: für örtliche Anzeigen 20 Pf.. für auswärtige Anzeigen 25 Ps., l). Platzvorfchrift 30 Pf., für Reklamen 75 Pf., bei Platzoorfchrift 90 Ps. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: 8 e c Niederlagen besingt, i st u n st e r bl i ch. Serbien ist ein herttiches Gemälde, bedeckt init dem Schnürst von Jahrhunderten! türkisch,er Barbarei. Jetzt, da es gereinigt ist, wird es frisch und strahlend erscheinen, wie es zuerst die Hand des Meisters schuf. Tie erste Friedensbedingimg ist die völlige Wiederherstellung, ohite Vorbehalt. Wie lange der Krieg auch dauern mag, es ist eiaie Forderung der britischen Ehre, Serbien befreit ziu sehen. Serbien und Belgien sind Torwächter. Sie haben sich tapfer verteidigt. Die serbischen Truppen haben, obwohl Merwälttgt, niemals den Mut verloren. Sie bewachen noch das Tor. Die Briten hier strecken Serbien nochmals die Hand der Freundschaft entgegen. Wir wollen zusammen durch den Krieg gehen bis zum Ende. Amsterdams. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Lord Robert E e c i l schloß ferne gestrige Rede in der Serbischen Gesellschaft, wie noch ergänzend gemeldet wird, mit den Worten: Es ist ein llnsrnn, von einer Uneinigkeit zwischen Italien und Serbien zu sprechen. Ich bin überzeugt davon, daß es keinen Widerspruch zwischen den Zielen Italiens mw Serbiens gibt. Die Londoner Konferenz. Mac Samara den Haupttvn auf das Wort Schicksals Eine schwere Verletzung der schwedischen Neutralität. S t o ck h o l m, 9. Aug. (WTB. Nichtamtl.) Wie Svenska Telegrambyran -meldet, ist der deutsche Dampfer „FriedrichKarro" aus Rostock, am 8. August nordwärts gehend, außerhalb der Minrdung des Skellefter Elf versenkt worden. Nach einer weiteren Meldung bedeutet die Versenkung erne schwere Kränkung der schwedischen Neutralität. Nach Angaben des Lotsen wurde das Schiff 800 Meter innerhalb der schwedischen Hoheitsgrenzc torpediert. Das fremde U-Boot ging nach vollbrachter Tat über Wasser, doch itrug es keine Abzeichen. * Rotterdam, 9. Aug. Das deutsche U-Boot „U 30" wurde an der Stelle, wo es seinerzeit angetroffen wurde, entlasten. Die holländische Regierung erhielt vorher von der deutschen Regierung die Versicherung, daß „U 30" keine Kriegsfahrt gegen die Handelsschiffe ausführen werde, bevor es einen deutschen Hafen oder einen Hafen im besetzten Gebiet erreicht habe. Amsterdam, 10. Aug. (L.-U.) In englischen Sclftff- fahrtskreisen >nächst die Bennrnlfigwng über den schlechten Zustand, in dem sich ein großer Teil der Schiffe dadurch befindet, daß ihre Instandsetzung höchst mangelhaft ausgeführt wird. Bald werde der Zeitpunkt eintreten, wo der grüßte Teil der schiffe unbedingt einer längeren Ausbesserung bedürfe trnd ins Dock gehen müsse. Von London, 8. Aug. sWDB. Nichtamtlich.) DLeldnng des Renterschen Bureaus. Die Konferenz der Alliierten ist abends vertagt worden. Den Blättern zufolge wurde die Stockholmer Konferenz besprochen. Die Meldungen, die Regierung gebrauche ihren Einfluß bei den Äfprechnngen -'wischen den Arbeiterorganisationen bezüglich der Entsendung der Delegierten zur Stockholmer .Konferenz, sind unbegründet. Im gegenwartigelt Augenblick betrachtet man die Angelogvrchert als eine, bei der die Arbeiter mit voller Freiheit handeln müssen. Die heutige Konferenz der Alliierten begegnete im Publikum großem Interesse. In der Dow- ningstvoet war eine Menschenmenge versammelt, nm Zeuge der Abreise der Besucher zu sein. Der irische Konvent nahm seine Sitzungen in Dublin wieder auf. Nach einer Besprechung über das Vorgehen des Konventes wurde er auf m orgen vertagt. Die Stockholmer Konferenz und die Engländer. B e r l i n 10. Ang. Laut „Borwätts" erklärte Havelock W i l- ?on. der Präside»tt des Natronalbundes englischer Seeleute und Derzer. seine Vereinigung weigere sich, Abgeordnete »ns England wich Stockholm zu bringen. * Amerika und der Fviedensgedanke. Berlin. 10. Aug. Ueber amerikanische Friedenspropaganda wird verschiedenen Blättern mitgtteilt: Senator -Kone, der Vorsitzende des amerrbrnischen Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten, icnd Hearst kündigten die Aufnahme der Frce- .^enspropag-ande an. Die Reichstags Verhandlungen und die letzten Erklärungen Czermns und Michaelis' toratten die (Grundlage für erne Verständigung bieten. Präsident Wilson sei über die Friedens- ngrtation Stones besonders ungehalten. Er habe erklärt, da ßdie Briedens versuche Deutschlands nicht ernst zu nehmen seien und daß nichts beklagenswerter, nichts gefährlicher sei, als mit den mas-- lierlett Berliner Sozialisten zu unterhandeln. Graf Berchtold über den angeblichen Potsdamer Kronrat. Wien, 9.'Aug. 'WTB.'' Der Minister des 'Aienßern a. D. Leopold Gras Berchtold veröffeMlicht folgende Erklärung: Tie „Times" brachte kürzlich eine nochmals in der Entente- vresfe wiederholt abgedrnckle und auch in dem neutralen Auslande vietfvcb besprochene Meldmig, nwnach angeblich am 5. Juli 1914 in Potsdam ein Kronrat unter Beteiligung des Feldmarschalls Erzherzog Friedrich, deS Chefs des Generalstads Freiherrn v. Conrad, des ungarischen Ministerpräsidenten Grasen sowie in meiner Gegenwart stattgesunden hätte. Ich bin ch der Lage, demgegenüber festzustellen, daß diese Meldung und folglich auch alle daran geknüpften Kombinationen vollkommen aus der Luft gegriffen sind. Leopold Graf Berchtold. * Graf Ezernin in Berlin. W i e n. 9. Aug. WTB.) Graf Ezernin fährt nächste Woche nach Berlin, um dem Reichskanzler einen Gegenbesuch zu ntMn und mit ihm verschiedene Fvaaen der äußeren Politik zu deiprechcn. Seekrieg. Neue U-Boot-Erfolge. Berlin, 9. Aug. (WTB. Amtlich.) Im Aermel- K a n a l und in der N o r d s e e wurden durch unsere U-Boote wiederum vier Dampfer und zwei Segler versenkt, darunter der englische Dampfer „Glenstrae" (4718 Tonnen) mit Zinn, Mais und anderem, ferner zwei bewaffnete, tief beladene Frachtdampfer, deren Name und Ladung nicht sestgestellt werden konnten. Die Ladungen der übrigen Schiffe bestanden aus Sprengstoffen, Holz, Benzin, Benzol, Oel upd Kaffee. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Churchills Pläne. Haag, 10. Aug. „Mo-rnmg Post" vom 9. August behauptet flttf Grmch der Mitteilung des Mattnesachverständigen H-urd, daß Churchill beabsichtige, alle Flotten de r Entente mit '.usnohme der BrwiuHungsschfffe, an einem Punkte zuscrnnnenzu- -ieten und mt ihnen einen allgemeinen Angriff auf die deutsche Flotte zu unternehmen. Churchill selbst habe sich in oiejtnt Saute in der „New York Tribüne" geäußert. Die deutschen Hilfskreuzer im indischen und atlantischen Ozean. London, 9. Aug. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Unterhaus.) Auf eine Anfrage, ob die Regierung wertere Mttterlunge nmachen konnte über den deut- ' chen H i ltskreuzer „Wo lf" im Indischen Ozean und über dre deutschen Schiffe „Seeadler", „Möve", „Pu- yme und andere die vor einiger Zeit im Atlantischen r zean tätig gewesen seren, von dene nman aber seit kurzam "ichts mehr gehört habe, erwiderte der Parlamentsfekretär Aoiniralitak Mac Namara: Die Regierung ist nicht von den Bewegungen oder dem Schicksal dieser -cwffe. vmte- den Erliegenden ZLmständen wird die Beaut- rtnegsbriefe aus dem Osten. unserem zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatter. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Bon der russischen Armee. Horvdenka, den 1. August. > 5 « dem (Karten des ausgeplünderten .Herrenhauses von Zwi- nmcze liegen an 100 gefangene Russen, kochen aus gegrabene Kartoffeln und sehen still in die Mittags sonne, die das Grün der Obstbäume durchscheinend macht. Ein blauäugiger, blonder Soldat spricht, mich deutsch an; er stammt von einer derffschen Kolonie im Kaukasus Wann es demr Fttedqn gäbe^ „Wer hat denn an ge griffe zuerit? ( frage ich ihn znricck. „Ach, Herr, mir Soldaten wollen alle Mff Frieden, England und Frankreich zwingen uns zum Krieg " Ern paar Kameraden erheben sich, er übeffetzt ihnen die Worte sie mcfai eifrig. „Hinter uns stehen die .Kosaken, Herr, sie habeii melc üamend an der Grenze. Wer nicht will, wird getrieben." .Ich bib Freiheit?" Er lächelt ein überlegenes Lächeln. "Lüe haben die Patronen, es haben Regimenter gegen die Kosaken geschossen; wenn die Patronen zu Ende waren, mußten sie llein beigeben. Und dann Japan, Herr..." u i. ^ der 9frmee, die man ihr eingehämmert hat: Wenn Rußland Frieden schlösse, bekäme cs Japan und Eng- land auf den Hals. In Hunderttansenden von Flugblättern wird die Propaganda in die Armee getragen: nur >>'r Krieg kan,' Ruß land helfen. Da wird der Deuffch? Kaiser als Mitinhaber der Kruppschen Werke hingestellt, ha wird die flel>enlliche Bitte des belgischen Volkes an das russische von dein belgischen Gesandten v«brettet: '.Rettet euch, rettet uns!". Da wird cm Anariffsslug- bbatt von dem Fülfrer der revolutionären Volksarmee, des Genossen MiNlster Kerenski verbreitet: „Vvrwätts für den Fffeixm de^ ganzen Welt! Vorwärts für die Freiheit!" Es ist sicher, daß jm* russische provisorisch- Regierung augenblicklich mehr mit Flug^ blättern als mff Artillerie Unterstützung crr'beitet Aber alle roten ffiayilen mit den cmsgcnähten weißen Buchstaben: „Es lebe die provisorische Regierung!", oder dem Satz: „Wir wünsck^il nichts Frenr^s und gebm nichts Eigenes her!", alle Propaganda kann Nicht Hitwern, daß die Armee den Frieden will, und mir be- sttmnite Teile, vor allem die Tot^sbataillone und die harten fremd- stanimtgen GebirgsVölker sich in den Nack>hutkämpfen opferii. Engster Zeit — so ber den gestrigen Gefechten — konnte man an der Front beobachten, daß der Korniloivschc Befehl, mit Mjaschinengewehren und Arttllerie aus Flüchtende zu schießeck, be- solgt wurde. Der Befehl vom 21. Juli ist drakonisch: „Das eigen-- mächtige Entfernen aus der Stellung erachte ich als gleich- bw-eutend mit Verrat daher verlange ich kategorisch, daß alle Be fehlsbaber in solchen ,Fällen ohne Schwanken gegetr die Verräter Maschnr-engewchrfeuer und Artillerie amvenden. Me Verantwortung lvegen solcher Opfer nehme ich auf mich." Ein llnter- schted gegen die Äöethoden des (^nerals des Zaren ist in diesem Befehl kaum zu finden. Man weiß das in der nissischen Armee- ttitung mich ganz gut, mtb sucht die Gewissen zu binium. In bot Kompagnien wird eben der nette Bürgcreid für die proviforisck>e RMenrng durch Namensunterschrist unter lange Listen bekräftigt' „Ich sjchwore bei der Ehre als Offizier, Soldat und Bürger, mrd verspreche vor Gott nnd meinen! Gewissen, dem russischen Reich als meinem Vaterland tten tind unverbrüchlic,' ergeben zu sein Ick schwöre, Mich bis Mm letzten Blntsttopfen dem Ruhm und Gedeihen Rußlands zn weihen, und verpflichte mich der provisorischen Re- gterung geyorsam zn sein. (Bis zur ErrickMng der Regierung gematz dem Bolkswillen durch die gesetzgebende Versammlung' unr auserlechen Dienstpslichteu werde ich ails allen .Kräften ^^chkm ich nur das Wohl des Vaterlandes im Auge habe tverde ich mein Leben für das Vaterland nicht sclwnen. Ickf schwöre' ^5* Befehlshabern gehorsam zu sein und ihnen volle Gefolgschaft zu leisten, wenn dies meine Offiziers- Sol- daren-, Burgerehre verlangt. Ich verspreche ein anständiger.' ernsthafter, tapsfercr Ofsizrer Soldat, Bürger zu sein und mw'nen Eid nickst: aus Gründen der Geburt (Nattonalität), Freundsckmft oder Mmugung zu brechen. Des zum Zeichen schlage ich das Kreuz irnd unterzeichne mal) also.-" Es folgen dann auf der Liste die Spalten von Namen und auf der letzten Seite UMerschrteb der Kompagnieftihrer summarisch fftr das letzte Drittel ^omvagme: die Analpl)abettn. Belichtend in der Formel st die ^Sendung „mrs Gründen der Geburt", sic soll die Fremd- tammigen bmden, sind doch allein voir den Polen in letzter Keit •^ 1 ™r. rtc uns gekommen, weil sie nicht mehr aus Seiten Rußlands kanrpfen wollten, nnd nkramische PolkS l>aben den An griff verweigert. Eine ebenso große Sorge wie das Festhalten der Armee am '^?^S!iedanlen macht der russischen Armeeleitting der Offiziers- Sr^V' a ?' 0 tn den. letzten Tagen einen Oberleirtnmtt als Batailloiisfuhrer gefangen. Der nun ge Offizier war noch 1914 als .Kriegsfreiwilltger ^ausgerückt. Fbanzösifchc und enqlisch Osfiziercl kontmiandieren in der Artillerie. Fremde, ausgedrnngene Hilfe und Iw>ang der Alliierten aus dre Regierung, und Zwang der Regierung auf .die Gewi sen, Kosaken und Tod von russischeii Kugeln hält diese sich täglich nach altem Muster zuri'lckz ich ende Armee zusammen. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. Aus dem Reiche. König Ferdinand in Friedrichshafen. Friedrichshafen, 8. 9lug. (WTB. Nrchtamtl.) Nach dem Morschollssrühstück nErnahnl der König mit serneii Gästen und Gefolge ans einem geschmückten Bodensee- danrpfer eine Rundfahrt um den See. An der Insel Mainau legte der Danrpser au. Die Majestctten statteten der (^ß- herzoginmutter von Baden einen kurzen Besucl) ab. Geqerl 7 Uhr abends landete das Ächsff dir Gäste wieder an der Schloßbrücke. Um 8 Uhr abends fand im Sommerscral des Schlosses große Tafel statt. Der König von Bulgarien führte dm iKönigittiznr lTafel, 'bei der König Fierdmand ^wrscheri dem Königspaar Platz nahm. Zur RechtM des Königs s^ß ' prffrz Boris, zur Linken des .Königs Prinz Cyrill. Während der Tafel wurden Trrnksprüche gewechselt. .König Wilhelm' verlieh dern König von Bulgarien das Großkreuz des Ordens der württeinbergischerr Krone sowie das Großkreuz des Mili-, tärverdienstordens, dem Kronprffizeii u.iid deni Prinzen ^ Cyrill verlieh der König je das Großtteuz des Ordens der Württembergisckfen Krone und das Ritteikreuz des Militär- verdiensdordens. König Ferdinand verlieh dem König Wib-l Helm das Großkreuz des bulgarischen Mititärverdienst- 1 ordens. Auch das Gefolge des Königs von Bulgarien erhieltl Auszeichnungen, und zwar der bulgarische Ministerpräsident Radoslawow das Großtteuz des Kronenordens, mit Schwer- Wirkt. Geh. Rat v. Fleischmann das Großkreuz des> .Krouenordeus und General Stojanow das ttttoßkreuz beg‘ ^^ch^vrdens mit Schwertern. i e d r i ch s h a f e n , 9. Ang. (WTB.) .Heute vormittag \ jl 1 nlhr beffchtigten der König von Bulgarien nnd^ seine beiden Söhne in Begleitung des Königs Wilhelm die Werften des Luftsch-iffbanes Zeppelin, woran sich dvr Ausstieg e i n e s L u f t k r e n z e r s anschloß. Sowohl der König von Bulgarien und seine Söhne wie auch der König von Württemberg nahmen an einer halbstündigen Fahrt über die Stadt mrd dem Seeufer enttang teil, lim 12 Uhr landete das Luftschiff mit serneu Gasten wieder, die sich nach dein schlosse zurückbegaben. Der König von Bulgarien war von der Fahrt und ihren Eindrücken entzückt. * r 9 -. %ll &- (WTB.) Die „Gernrania" sckTreM, ste !£,&{. Mitteilung autorisiert, daß Dr. Spahn für den 'lketch^tag nicht wieder kandidieren werde. ^Erlin, 9. Aug. (WTB.) In der heuttgen Bund es- L e u i- gelangten zur Annahme: Der Entwurf einer Beiarrntmachniig bett. das Zahl ungs verbot gegeir die Bereinigten Staaten voii Amerika, der Enttvurf erner Bekatintniachnng bett. eine Zollerleichterung für elek- tttsche Erzeugnisse aus deu besetzteu Gebieteii, der Entwurf rH eV Mr (jrmeitenmg der vierteljähr- Ua>cu Viehzählungen und der EntNiirrs einer Bekannd« macching über das Verfahren bei der Todeserklärung Kriegs- verscholleuer. '* ö Stabt ttttb Cand. 10. Ülugust 1917. Merkblatt bei Ruhr-Erkrankungen. Ivi Anschluß an die gestern von uns berichteten Erkrankung^ DSENgen m yerchenhain Meis Schotten) teilt uns H^tt K.msarz^Med i zr na l ra t D r. Walger in Gießen mit, N. -/ rwm KreiSgcsundhntsamt schotten die Bestätigung er- ^ lich um Rnhr-Erkrankungen hastdeltt keme Rede sein, ivas nochmals zur Bernlst- c^r Bevollcrung nachdttcklich ausgesprochen werden soll. Dos Ktelsgesundbertsamt Gießen teilt noch folgendes mit: aY^ cmc lro . u Elwlera völlig verschiedene, wenn auch gUichfal.^. durchaus ernste Krankheit, und entneh durch Ansteckung' sw wird durch bestimmte Krankbeitskeime Ruhrbazillen. Ruhv- Auobe,:.. liervorgernfen, und in unfern Gegenden meistens iw vWiriMitmer alter Soerbft beobachtet. Die .stralrkl>eirserschemungeu vesieaeu stau^ptwchlich in Leibschmerzen, beitigem und schmerzhaftem ^rang zu -Llu'stentleerimgen. sowie lwungen wässerigen, mit schlei- mrgeii Iwckeir und Blut gemischten Ausleerungen, nach deren Ab- 3 avg der stuhldrang nicht aufhört. ' Man versäume ja nicht, rechtzeittg den Rat eines Arz- ^^"Oolcn. Eiiier sorgsamen Pflege nach näherer Anweisung S-* tc 0 ? ?erdanken selbst Schwerfranke oft ihre Genesung. g^schie^-n^'H^E'^keune werden nrit den Tarmentleernngen aus- lleöcttragung der Krankhttt genügen selbst Spuren der von .mldrrranren lferruhrenden Ausscheidimgen. Gclaugen diese ans die Lnb- nnd Bettwäsche, die Kleider, den Fußboden, aus Eß- und Trinkgeschirre, in Milch, aus Gemüse, Obst, Salat n. dal., so onuen sie leicht von anderen Personen ausgenommen tverden und bei diesen du Krankheit her Vorbringen. Auch kann der strankheiw- tciin durch Wasser, ivelches beim 9tb-spUen von Eß^ und Trink- geschrrren, von Obst, Gemüse u. dgl. mit Nnhrkciinen vernnreinigL wird^weitcr verbi-ertel sverden. dagegen ist die Befürchtting. die sich mancher Kreise bemächttgt zii Iraben ichemt. als ob feindliche Kriegsgefangene durch! BrunnenVergiftung ir. dgl. ttlnsttich eine Ruhr-Epidemie zu er- ^s^äen uustaiide seien, gaiiz gruudlos. Epidemien lassen sich Nicht künstlich her Vorbringen, weil zu ihrem Zustandekommen noch andere Bedingungen gehören, außer den Kraucheitserregern. Tw Pflege eines Ruhttranken ist zu Hause wegen der damit verbundenen Ansteckiingsgefahr meistens nur mit Schwierigkeiten ■i v- [t r - Solange es sich also irur nm einzelne Fälle handelt, llc die Ucberfuhrung m ein Kranft-nhaus zu empfehlen. Wo dies nicht möglich ist, muß der Kranke in ein von den übri- geir Wvhnräumen getrenntes Zinnner gebracht und jeder mmötigc - chrn ge halten werden. Niemand, den nicht seine Pflicht dahrn sühtt. besuche einen Ruhrkranken. Nanientlich sollen! Kinder mcmals z,i Riihrkraiiken zugelassen werden. Im Kranken- zrrmner soll man Speisen nnd Gettänke niemals zn sich nehmen, mrd sver einen Ruhrkranken oder dessen Wäsche oder Bett berührt hat, reinige unmittelbar nachher die Hände .Tründlich mit einev desmftzrerenden Flüssigkeit. Selbstverständlich müssen die Lliisleerungen der Rnhrkranken dura, Desinfektion (Kälkmilch, Chlorkalk) unschädlich gemacht wer- den. Ebenso bedüffen Wäsche, Kleider und alle Gebrauckfsgegen- stände,^ besonders auch das Eßgeschirr, sorgsälttgster svttlausender Tesinfektton nach Amveisung des Arztes. .Zeiten von Rnhrepidemien ist der Genuß vmr Milch. Obst und Gemüse m rohem Zustand dringend zu nnderraten Direkt gefährlich kann der Genuß von uu reifem Obst werden desgleichen soll man sich vor Erkältungen des Leibes hüt-n VÄ keine Wasserleitting ist imd das PLasser aus Brunnen cittnommen! ^werden must, ist sorgfältig ans Reinhaltung der Brmvien zu sehen, stnd zii Epidem,ezeiten soll am besten das Wasser erst naelf üor« herigem Abwckieii genossen werden. Lebensmittel. *T äd t i sch er O bstverkaiif. Morgen kommen woch-« mals rm Hofe der Obstvarleilungsstelle, Brandplatz 3, größere Rden^ gm Fallobst ,Pffrnd 14 Psst.< Aepfel Pftrnd 30 mrd 32 Pbz imd Hrmbeeren Pnrnd 40 Pfg. zuin Verkauf. ** ^i c-Verteilun g Von heute ab ivird in dm Klein- handttsgesck ästen der ^tadt Giesfen der auf den Bazugs.ibschnitt Nr.. ttv Lebensntittelkatte entsallenide Holländer Käse verteil Anf iede Marke werden 75 Gramm ausgBgeöen. Der Preis für dos Pfund bettagt 2,40 Mark. * ** Auszeichnung. Dem aus Gießen stamineuden Ober- lchrer Georg Hehler in Bremen wurde für seine Teilnahme mr Dampfen im Westeir das Bremer Hanseaten-Kreuz- und die .Hess N che Tapferkertsdenkmünze verliehen, nachdenl er bereits früher Mit dem Eisernen Kreuz auSg^eichnet war. ** Sammelt Brennessttu. Wenn man durch- die Fluren geht, so beinertt man überall zahlreiche Brenuesseln, die zum größten -.eil mff ^am-eir behängen sind. Die jungen Blätter wirken infolge des Gehalts an Nährsalzen knochenbikdmd und dienen! sveida« für unsere Soldaten hevgxstrllt, da die Bamw. woüedchchr wlLhvond des Zkrioges wrtteckLmden ist. Schneidet daher die Nebeln sorgfältig, streift Äe Blätter in trockenem Zustande ab und liefert die getrockneten Steirgel an die Vertrauensleute ver Nefselsaserverwertungs-Gesellschaft gegen Bezahlung von 7 Pfg. Pfund. Laßt keine Sdelugel unnütz verkonmten. ** Bildertafeln unbe kannter Verstarb euer. Das Stellvertretende Generalkommando des 18. Armeekorps ireist erneut daraus hin, daß sowohl bei den L >a nd r a ts - bz>w. Kreis- iimtCTn des Korpsbeziröes, als auck;> bei allen inilitarischen/ .Konrnrunalbehörden, Garnison- und Be zirks ko m maudos, Ersatztruppenteilen, Lazaretten usw., die deir Verlu-ftlisten voit Zeit zu Zeit beigegebnen Bildertafeln nnl>ekannt Verstorbener cin- g e s e tye t: werden könuLll. ** Zur Devisen-Verordpung. 9cack> § 3 Abs. 2 der Bekanntmachung über den Zahlungsverkehr mit dem Auslände Dom 8. Februar 1917 bedarf es nicht nur zu Zahlcmgen ins Ausland, sondern auch zur Eingelnmg von Berbindlichteiten zum Zudecke des Erwerbs von Waren, also zarr Bestellung von Waren int Auslände, der Genehmägnng der Reichsbank. Da eine Beförderung von Briefen ^ind TelegramNlen, die derartige Bestellungen enthalten., nicht statt- ündet, sofern die Genehmigung der Reickisbank nicht nachgewiesen ist, ist es unbedingt erforderlich, diese Genehmigung ini Original oder beglaubigter Wschrist den. betreffenden. Schriftstücken beizu- ügen, bzw. bei Ausgabe des Telegrantms vorzulegen. Beglaubigung durch die Palizei oder die zuständige HandefMrmmer genügt. ** Lichtspielhaus, Bahnhofftr. 34. Nur nock) heute spielt .Heuny Porten in ihrem imtKÜckenderl Intrigenspiel iat 3 Litten „Der Liebesbrief 'der Königiin." und in ihrem köstlichen Lustspiel „Der Schirm mit dem bdßötoi'. ** Das Kreisblatt. Nr. 136, enthält Bekanntmacki-ungen über: Verkehr mit Getreide, Mlsenfrüchten, Buchweizen und Hirse: Fleischversorgung: Verbrauchsregelung im Erntejal^r 1917; Milt- tarische Ueberwachmrg: EnLgrannen der Gerste; Speckablieferung; Feststellung der Versorgungsberechtigten: Verbot der §>erstellung ron PapiermUirchtüchern nsw. Line eiserne Zeit bedarf keines Goldschmuües! Sie Goldmkgusftelle in den Räumen der Vezirkssparkajse Gießen ist morgen von JO bis \ 2 % Uhr geöffnet! Landkreis Gießen. ** Garbenteich, 9. Aug. Bon den drei Söhnen unseres Bürgermeisters Kissel wurde der längste Sohn, Untrrofsizier Wilhelm Kissel, wegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde zum Vize- Wachtmeister befördert, mit dem Eisernen Kreuz rvurde er schon Weihnachten vorigen Jahres ausgezeichnet, er hat sckwn auf dem östlichen und westlichen .Kriegs!ckxuchlatz gekämpft. Kreis Büdingen. 4t Büdingen, 9. Aug. Das Eiserne .Kreuz erster Klasse erhielt der Forstmeister Hof mann, Hauptm-ann. Das Eiserne Kreutz zweiter Klasse erhielt Wilhelm Hügel. A Unter-Schmitten, 9. Aug. Das Eiserne Kreuz-, bereits früher die Hessische Tapferleitsinvdaille, erhielt der Gefreite Becker. Dieselbe Auszeichnung erhielt der Landsturtmnann Friedrich Zimmer. Kreis Alsfeld. Fc. Alfeld, 8. Aug. Das von der hiesigen Stadt lwprägle KleincM), 5- und t 0-Pfenrtigstücke, hat nicht iurr in der hiesigen ' ladt, sondern im g-anMl .Kreise Gültigkeit, kann also im ganzen reis zur Zahlung verwendet^ werden. Ki rtors, 9. Ang. Schwere Unwetter gingen am 6. r_v Mts. und in verflossener Nacht über rcnfere Gegend nieder. I u rch Hagel wurde in einigen Getreidefeldern grptzer Schaden an gerichtet. Kr^is Schotten. 44 Sch otten, 9. Wlig. Das Eiserne Kreuz erhielt der Unteroffizier Karl Fritz. 44 Busenborn, 9. Äug Die Hessische TapserkeitsrnedatUe, !' uerts früher das Eiserne Kreutz, errett der Grenadier .Heinrich S ch u ch a r d. 44 H e l pe r s h a i n, 9. Aug. Die Hessische Tapserkeitsmedaille -r dielten die. Bruder Karl und Ludwig Hohwiann, Söhne des Heärrich HolMann. 44 He rchenhain, 9. Aug. Das Eiserne Kreuz erhiÄt der ^tusketier Ernst Nies. 44 O ber-Seiberte^rrod. 9. Aug. Die Hessische Tapfer- keitsmiedaille erhielt der Musketier- August Zimmermann. 44 Nßdlda, 9.. Aug. Das Hessische KÄegsehrenzeichen, srühch' Eisernes Kreuz und Hessische Tapseickeltsmedaille, erhielt der Unteroffizier Heinrich Rapp, irr einem Feldart.-Regt. 44 Bleichenbach, 9. Aug. Durch Verschüttung starb auf dem Felde der Ehre der ztveite Sohn des Schrniedemeisters Waigand NauMann, Musketter Naumann. 44 Himbach, 9. Aug. Das Sanitätskreuz am Bande der Hessischen Drpferkeitsnredailbe erhielt der Gefreite Gustav Fuld. Starkenburg und Nheinhessen. 4 Ortenberg, 10. Aug. In Darmstadt, wohin er sich nach 34 jähriger Wirksamkeit in unserer Genreinde zurückgezogen hatte, starb in vergangener Woche der Ehrenbürger unserer Stadt, Kirchen- rcrt Eilender ger, ehemaliger langjähriger Landtagsabgeord'- neter. Zur Beisetzung wurde eine Abordnung der Gemeind eent- sandt, welche einen Kranz rriederleglte. Vesjerr-Raffarr. ra. Blessenbach (Oberlahn), 9. Aug. Bei dem jüngsten Gewitter wurde die Farm des Burm-rmsffters Becker, die mit Bvhnenbrechen beschäftigt war, vom Blitz erschlagen. Höchst a. M., 9. Aug. Die Farbwerke lassen gegenwärtig auf ihrem neuen Fabrikgelände bei Sindlingen einen Schornstein erbauen, der nach Fertigstellung die respektable Höhe von 120 Metern laben wird. Der Durchmesser betragt 9 LNeter. Der Schornstein torrd später daS Wahrzeüheu der Stadt, den 60 Meter hohen Scklvßturm, um das Doppelte überragen. Der Höhe nach ist er der >drittgrößte Deutschlands: ,140 Mpter hoch ist eilt Kamin bei Freiberg i S., 131 Meter misch der Schowstern der Machcr- nicher Bleitverke bei Köln, rrnd dieser wird sich mit 120 Metern der Farbwerksschornstein anreiheit. Idstein i.T., 9. Aug. (Prir.-Delegr.) Die Hundertjahrfeier der nassauischeu Union wurde heute unter sehr starker Beteiligung der staatlichen und kirchlichst Behörden in der hiesigen Stadt begangen. D^er Kaiser, der für die neu zu erbauende llniougxdächtniskirche 10 000 Mark gespendet hatte, uxn- durch das Priitzertpaar Friedrich Karl von Hessen, das ehemalige nassauifche Herzogspaar dtlrch Vas badische Gvostherzogs- paar vertreten. Aus Lln last der Feier ernannte die theologische Fakultät der Universität Marburg den Konsistorialpräsidenten Dr. Ernst in Wiesbaden und, den Präsidenten der Nassauifcheir Bezirkssynvde Dekan 'Sch^mitt in Höckstt a. M. zU Ehrendokwren. hl. Marburg, 9. Aug. Unserem Kreise ist die Lieferung von 12 000 Zentner Heu für das Heer anserlegt worden. Turnerisches. Gießen, 10. Aug. Bei dem am 29. Juli d. Js. aus dem Feldberg abgehaltenen Turnfeste wurden folgende Punktzahlen von Niitgliedern des Männerturnvereins Gießen errungen: Oberstufe: Will). Schwarz 46, Kurt Noll 38, Kürl Jockel 37 Punkte: Untersttrfc: Hch. Bouteiller 68, Walter Cramer 64, Wl Fischer 54. Karl R u st 50, Willy B e ch t o 1 b 39 Punkte. * Ein Telegramm rund UM den Erdball. Die iMckordfuckt, die den Amerikanern im Blute zu stecken scheint, hat neuerdings zu einer interessanten Feststellrmg geführt. Die Frage war, in tvelcher kürzest-en C iS =-! *l|I 5-4: Wetter 21,4 12,4 65 10 Bed. Himmel mm 17,0 13,6 94 — — 10 „ „ 14,2 11,3 94 10 Regen Höchste Temperatur am 8. bis 9. August 191? -----21,8' 0. Niedrigste „ » 8. „ 9. r 1917 -----Z- 14,5'C, Niederschlag: 20,2 mm. Wittenrrrgsbericht. ^ (Oeffentlicher Wetterdienst.! Wechselnd bewölkt, zeitweise Niederschläge, Temperatur wenig geändert. GeeLehtssaal. Dresden, 10. Aug. (B. T.) Der Strafsenat des sächsischen Ob-erlandesgerichts zu Dresden verwarf die Revision der radikal-sozialistischen Schriftstellerin Dr. Rosa Luxemburg in Berlin gegen einen smvohl vom Schöffengericht als Mich vonl Anttsgericht Leipzig bestätigten Strafbefehl lvegen Vergehens gegen die Verfügung der Kominattdierenden Generale des' 12. und des 19. Armeekorps betreffend die polizeiliche Anmeldung von Vorträgen in politischen Versammlungen. Damit bleibt die über Rosa Luxemburg verhängte sechsmonatige Ge s an gnis strafe auf rechterha 1 ten. Vermischte». *Tie Erneuerung der Glockenschö rr hei t. Jetzt, da die Glocken zun: größter Teile m den. .„Kriegsdienst^ übernommen werden mußten, liegt der Gedanke an ihre Wiederauferstehung bereits vieleir Leuten sehr ltahe. Tiefe Wiede^user- stehlMF soll aber nicht nur hinsiebtlich der Zahl und Gröfe der Glocken erfreulich sein, souderir es gilt, wie I. P. von Llrdeschah sich in einem Ausruf in der Zeitschrcft „Niedersack>sen" ausdriickt, dabei.auch die Glockenschönheit zu erneuern. Seil der Renaissance hat sowohl äusterlick^ wie hinsichtlich des Klanges die Glockcn- schönheit viel eingebüßt, und bei der Erneuerung sollte dararr ge- dackt werden, daß die Schönheit der gottsck?en Glocken, an der besonders der niederveutsche Ltvrden mitarbeitete, vmsikali'ch sprack'tich Und bildnerisch niemals überboten werden konnte. Die Renaissance hat die kernigen, denkmaltiaftm Gbockensprüche durch m>anck:.erlei Schwulst verdrängt, und anstatt für musckaüschett Reicki- tum des Glockentvns und eine mit künstlerischer Absicht herbei- gerührte Fülle des Geläntts zn sorgen, ging man immer ivillhür- licher und .gleichgültiger vor. Die Freunde der idealen Glvcken- schönheit konnten also die Einziehung mancher moderner Glocken geradest begrüßen, rmd nach dem Krieg wird die beste Gelegenheit gegeben sein, die deutsche Glockenkimsr erneut aufleberr zu lassen. Wichtig ist in diesem ^Rahmen die Bodcutung der niederdeutschen Glockenrippe, dunch die eine hervorragende musckcktische Schönheit erreicht weiden kamt. Es ist im Gegensatz zu den .cheutschew' Und „französisches' GlockenripPen eine Dveiklangsrippe, deren Kenntnis m der RemrÄoncezeiL verloren ging und erst neuerdings wieder entdeckt wurde. Um wirklich schön abgestimmte Dreiklangs- glvcken zu schaffen, wird iram am besten an die Ueberlieserirngen der alten, wederLduLschen Glocken anknüpfew Man steht ccker vor einer ebenso großen, wie schönen und .dankbaren Aufgabe, an der die verschiedensten Kräfte, besonders aber die Geistlichkeit und Lehrerschrrst mitwickksn. könnte. Dorum empfiehlt Ardeschah schion jetzt. die 'Organisierung einer enEprechenden Mtfklarungs- arbeit, in dererr Dienst sich die Heimatsvereine und der .Heinmt- schutz stellen soUttir. Der Krieg wird genug Anlässe zur Mlvung neuer Glockensprüche geben, die Neübelebung des bildnerischem Älusdrucks aus dem GbockeumiantÄ soll vor allem dirrch näheren Zusammenschluß der Glockengießerkunst und mrferer bildenden Künstler erreich! werden. * Fund eines neuen Wi k ingerschi f f es? Irr einem Parke ganz in der Nähe des alten irorwvgischen .Herrenjitzest Jarlsberg ist, wie ans Kristiania berichtet werd, ein Mtertmnsiund gemacht worden, der möglicherweise vmr unge>oöhnlicher Bedeutung ist. Man ist nänrlich dort auf Reste eines Bootes oder eines Schiffes gestoßen, und so erhebt sich natürlich die Frage, ob die beiden berübnttert Schiffsfunde von Ostberg und Gokstad hier vielleicht einen Nachfolger erl>alten sollen. Noch lassen sich die AlnnLssungcn nicht angeben, da die von Pros. A. W. Brögger ge- lciteteu Aufdeckungsarbeiten erst im Gange find.' Bon Einzelstücken nmrden bereits ein altes Schvert, eine Axt sowie verschiedenes' andere gesunden. Letzte NZim.m.u.ohneBer- pfleg. s. jede Zeitdauer. Mittags u. Abendtisch. Elektrisch Licht, Bad. Tel. 1085. [1687 5- od. li-Zimmcr-Wobnnng zu mieten od. Einsamilien- baus in od. in d. Nähe von Giehen in freier Lage mit grobem Nutzgarten zu raufen gesucht. Schrisli. Angeb. mit Preisangabe unter 04892 an den Giehener Anzeiger. 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Verschiedenes svtehrere starke Schneider Nähmaschinen für einige Monate zu mieten gesucht. Aug. Kilbingcr, Gieffen. Telephon 2022. 592? Fshlkn-Btrßeijierung. Dienstag, den 141 August 1917, vormittags li ttbr, versteigereich auf freiwilliges Anslehen, zum Zwecke der Auseinandersetzung, im Nebe'scheu Befftztumc zu Gienen, Nodbcimer Str. 6 3 schöne Fohlen öffentlich meistbietend gegen bar. Versteigerung sicher. SaintongeS, stellvcrtr. Gerichtsvollzieher, Gießen. 5937 Todes-Anzeige. Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unser lieber Vater, Schwiegervater, Groß' vater, Bruder und Schwager akob Jung, gestern mittag 2 Uhr von seinem langen Leiden im 70. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Lieh, den 9. August 1917. Die trauernde Familie: Wilhelm Stein. Die Beerdigung findet Samstag, den 11. August, nachmittags 4 Uhr statt. 5923 Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß heute nacht nach kurzem Kranksein unsere liebe, brave, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Frau Jette Löwenstein Wwe. geh. Roth im Alter von 74 Jahren sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Samuel Löwenstein. Lollar, Gießen, Frankfurt a. M., Somborn, den 10. August 1917. Die Beerdigung findet Sonntag, den 12. August, nachmittags 4 Uhr statt. m Giessen. Wir erfüllen die traurige Pflicht, unsere Mitglieder non dem Ablebdu des Kameraden Herrn Karl Wagner Maschinenmeister hiermit in Kenntnis zu setzen. Beerdigung Freitag 4'/, Uhr auf dein Neuen Friedhof. .7930 Ter Vorstand. Nachruf. 18«2—1912* Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, von dem Hinscheiden unseres Altersgenossen JohannesStehlmg geziemend Mitteilung zu machen. mm Ter Vorstand. Mliiljc i'ftfliiiiliiiiiiliiilip öff Stillt ßiefjcii. Käse Verteilung. i Von Freitag, den IN. ds. MtS. 'ab wird in den Kleinbandelsgefchäfteu der Stadt Gießen der ans den Be- Ulgoabichnili Nr. 17 der Lebensmittelkarte entfallende Holländer Kaie verteilt. Auf jede Marke werden 75 (tirautut ausgegeben. Der Breis für das Pfund betragt 2,40 Mk. Gießen, den 9. August 1917. 5933B _ Der _ Cbeibi irgermc i Mer < Lebensmittelantt). _ Bekattntmachttng^ .Zwecks Born ab me von Reparaturen ist die Strom- lieierung im Ueberlaudgebiet mit Ausuah>ue der Gemeinden .Krvfdori Gleiberg. Heuchelheim. Klein-Linden . uild Alleudorf Lahn am Smnuag. den 13. ds. '.Ms., von Vormittage 10 bis mittags 12 Uhr nnterbrochen. S!m (Elektrizitätswerk und Straßendabn der Stadt Gießen. _ Stolte. _ Käufliche Abgabe von B r e n n h o 1 z a tt b i e B fi r ger f cf) a f t. Es ui die Absicht der Stadtverwaltung. soweit nötig mb mö-lrch. Vorkelrrnngen zur Deckung des Bedarfs der Bürgerschaft an Brennholz für den Haushalt zu treffen. Es soll von der Versteigerung von Buchen-, Eichen- und Nadeln-Scheit- und -.Knüppelholz vorerst abgesehen werden: diese 5)olzarten iverden vielmehr seitens der Stadt nach einem städtischen Holzmagazin, gefahren, dort geschnitten und später verkauft. Die Abgabe erfolgt nach Gewicht. Erläuternd sei bemerkt, daß 1 rra Eichen- und Buchenscheit etwa 13 Ztr., 1 rm Eichen- uud Bnchenknfjppel etwa 12 Ztr., 1 rm Nadel-Scheit und -Knüppel etwa 0 Ztr. wiegt. Der Verkaufspreis wird später festgesetzt und richtet sich nach den erzielten durch- schnittliclien Vcrkcntfspreisen des letzten Jahres, dem der »och erwachsende Fuhr und Sägelohn zugeschlageu wird. Um einen Uebcrblick über den Bedarf der Bürgerschaft an Brennholz zu erlangen, ivird die Bürgerschaft hiermit aufgesordert, bis spätestens 11. August anzumelden, welche Holzart und -menge sie für den bevorstehenden Winter zu erhalten wünscht. Die Änmeldimg soll in der Woche vom 6. bis 11. August 1917 vormittags von 8 bis 10 Uhr, in den Geschäftszimmern der einzelnen Brotmarkenbezirk e erfolgen. Eine Verbindlichkeit zur Lieferung der an gemeldeten:' .Holzmengen wird nicht übernommen. ~5769 Gießen, den 31. Juli 1917. Ter Oberbürgermeister. I. V.: G r ü n e w a l d. Bekanntmachung. Betr.: Getverbliche Betriebszählung am 15. August 1917. Auf Grund des H 17 des Hilfsdieustgesetzes hat das Kriegsministeriimr (Kriegsanrt) die Vornahme einer ge- wer-blühen Betriebszählung ungeordnet. Die Zählung soll den Stand des deutschen 0>ewerbes um die Zeit des 15. August 1917, in einigen Punkten vergliclien mit dein Stand vor Kriegsausbruch, erfassen. Die Zählung erfolg! durch Zählbögen, loelch-e den G-ewerbetreibenden durch die beauftragten Zählpersonen zugestellt werden. Die angeordnete Zählung dient kriegswirtschaftlichen Zwecken von höchster Wichtigkeit. Es ist daher vater- ländiscl>e Pflicht, jedes Entgegenkommen zu zeigen und vor allem den Zählbogen aus das sorgfältigste auszu- süllen. Stenerzwecken dient die Zählimg nicht. Widerwillige und Säumige werden nach 8 18 des Hilssdienst- gesetzcs streng besttaft. Für die Ausfüllung der Zählbogen gilt nachstehende Anleitung. Wer den Zählbogen nicht selbständig auszufüllen vermag, ziehe den mit der Zählung in dem betreffenden Bezirk Beauftragten zu Rate. Der Zählbogen ist bis z n m 15. A u g u st auszu- süllen, da die Abholung bereits am 16. August beginnt. Gießen, den 7. August 1917. Der Oberbürgermeister. I. B.: E m m e l i n s. Anleitung. 1. Jeder, auch der kleinste gewerbliche Betrieb, l)at einen Fragebogen anszuflillen, auch wenn der Betticbs- inbaber allein, ohne irgendwelche Gehilfen oder Motoren arbeitet, ebenso jeder Heintarbeiter oder Haus- gcwerbetreibende. Desgleichen sind auch die Leiter öffentlicher gewerblicher Betriebe iReichs . Staats-, Kom- munalbetriebc' zm Ausfüllung von Fragebogen verpflichtet, mit alleiniger Ausnahsne der Eisenbahn-, Post , Telegraphen- Und Fernsprechbetriebe: es sind aber die Werkstättenbetriebe dieser Verkehrsanstalten als Gewerbebetrieb zu zählen. 2. Da es sich nur um eine Aufnahme des Gelverb es handelt, bleibt die Landwirtschaft völlig unberücksichtigt. Selbstverständlich) sind aber die der Landwirtschaft häufig angegliederten gewerblichen Unternehmungen wie Brennerei, Brauerei Znckerfavrik, Stärkefabrik, Bäckerei usw. als das, was sie sind, also als Gewerbebetriebe, zu zählen. t 3. Der Begriff „G e w erb e" ist im weitesten Sinne zu verstehen, insbesondere gehört dahin Handwerk Industrie, Baugewerbe, .Handel jeder Art, Bergbau, Hütten, Salinen, Gast- und Schankwirtschost, auch Hotels und Pensionen, Sanatorien und ähnliche Einrichtungen, soweit sie vorwiegend Ern>erbszwecken des Inhabers dienen, nicht aber Krankenhäuser, Lazarette und ähnliche, ganz oder überwiegend Wohlfahrtszwecken dienende Einricki- tttngen, weiter Versichcrnngsgewerbc, einschl. der Krankenkassen und Bernfsgenossenschaften, Verkehrs- und Transport - Unternehmungen, Theater-, Musik- und Schaustellnngsgewerbe. Fischerei. Gärtnerei, ebenso alle militärischen Gewerbebetriebe. Auch solckre Betriebe oder Unternehmungen, wenn auch kleinsten Umfanges, sind mrfzunehmen, die nicht genau in eine der vorstehend auf-» geführten Gruppen passen. 1 4. F i l i a 1 b e t r i e b e sind stets als besondere Betriebe zu zählen, jede Filiale füllt also einen besonderen Fragebogen ails, genau ivic das Hauptgeschäft, das die Angaben über Personal usw. wiederum nur für seinen Bereich, nicht etwa noch für die Filialen zu machen hat. Dementsprechend sind z. B. bei Großbanken die Zentrale einerseits und die einzelnen Depositenkassen andererseits, stets als getrennte Betriebe zu behandeln. Dagegen füllt beispielsweise ein Warenhaus nur einen Bogen für seine sämtlichen Abteilungen (nt£; hat es dagegen noch ein Zweiggeschäft in derselben Stadt oder in einer anderen, so stellt das Hauptgeschäft einen Fragebogen aus und jedes Zweiggeschäft ebenso. 5. Kombinierte Betriebe sz. B. Eisengießerei und Maschinenfabrik. Schlächterei tmd Bäckerei. Kolonial- ivarenhandel und Aussch)ank u. a. m.) stellen stets für den gesamten Betrieb mir einen Fragebogen aus. 6. Alle Angaben sind grundsätzlich für den 1 5. A n g n st 1 9 1 7 zu machen. Liegen jedoch für diesen Tag ungewöhnliche Verhältnisse vor iz. B. Streik, Aussperrung, Betriebsunfall), so soll der Betriebsinhaber die Angaben für' eine naheliegende normale Zeit (also etwa Durchschnitt der ziveitcn oder vierten Augnftwoche) machen. F ü r die Angaben, die s i ch auf die Zeit vor dem Kriege beziehen, ist dagegen grundsätzlich niemals der 1. August 1914, sondern der Durchschiritt der letzten Juniwvche 1914 zu wählen, da bei Kriegsausbruch die Verhältnisse fast überall anormal ivaren. Gießen, den 7. August 1917. Der Oberbürgermeister. I. V.: E m m e l i u s. \f \ ■ ' 1 2 Einlegeschweme zu verkaufen. 04888 Rccbmiible bei Bieber. Hühner und 1 Hahn | zu verkaufen Marktvl. 17. Grone Partien 1. Qualität Einmach- unö Salat- gurteil, Karotten werden beute Freitag mittag von 2 Uhr ab im Hotel Felsenkcller zum Verkauf kommen. 5928 Zu kaufe» gesucht: 1— 2 junge Rinder für Zucht. Nicht über % Jahr alt. Sehr. Angebote unter 5929 an den Gießener Anzeiger erbeten. 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