Kr, M - er ü»ietzenrr Spzeige, ersckeint täglich, nutzer Sonntags. - Beilagen: Siehener.^amilienblätter; Kre^Ldlc'.tt für den Kreis Hießen. vezngspreis: inonatl. 1 Mk., uievtel- jährltch 3 Mk.-. durch ÄbholE- u. Zweigstellen monatl. 99 Pf - durch diePost Akt. 3.— viertel« lährl. ausschl. Besteckq. äernsprech - Anschlüsse: iür dieCchrlitleitungllJ Verlag,Geschnstsstelleol Anschrist für Drahtnach« richten: Anzeiger Sietzen. Erster Blatt 167. Jahrgang pastfcheiNanlo: Zrankfurl a.M. U686 General-Anzeiger für Gberheffen Zwillingrnlnd-ruck u. Verlag: vrühl'sche Unis.-Such. u. Stein-ruSerei R. Lauge. Schrtftleitung, Seschästrstelle «. Druckerei: Schulktt. 7. Donnerstag, 9. August 19tf Anilaün'.e vou ^nz^lgen l. die Lag«8nummer dis zumNachmittaa vorher. Zeilenprelfe: für örtliche Anzeigen 20 Pf., für auswärtige Anzeigen 25 Pf., b Platzvorfchrift 30 Pf., für Neklanien 75 Pf., bei PlatzVorfchrift 90 Pf. Hauptschriftleiter: Aug. G o e h. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Bantvertehr: Aug. Goetz; Stadt und Sewerbedank Gietzen Land, Vernnschtes mGe- rrchtssaal: Fr. R.Zenz; Anzeigenteil: H. Beck; sämtlich in Gießen. Neue englische Angriffe erfolgreich abgewiesen. Der Erfolg bei Zoesani erweitert. (MB.) Großes Hauptquartier, 8. August. (Amtlrch.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. A« der ftandrischrn Schlachtfninl hat sich der Feuer- lmnpf gestern iwend wieder zu großer Heftigkeit gesteigert. Jur Küstenabschnitt stießen die Engländer nachts nach Tvominelfeuer mit starken Kräften von Nieuport nach Norden und Nordosten vor-, sie wurden im Nahkampf zurück- geworfeu. Zwrscheit Draajbank (nordöstlich von Birschoote und Frezeirberg) führte der Feind Mlch Einbruch der Dunkelheit wiedertwlt starke Teilangriffe gegen unsere Linien , auch hier nnrrde er überall verlustreich abgewiesen. . Im Artois lebhafte Feuertätigkeit zwischen dem La Baste-Kanül und der Scarve. Englische Erkundungsvorstöße gegen mehrere Abschnitte d^ser Front scheiterten. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. In den Abendstunden lebte das Feuer längs des Chemin des Dämes aus. Auf dem Ostufer der Maas brachte ein kühner Handstreich badischer Sturmabteilungen, die in den stark verschanzten Courriöres-Wald eindrangeu, eine Anzahl Gefangene ein. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Keine größeren Karnpfhandlungen. Front des Generalobersten Erzherzog Josef. In den Wuldlarpathen setzten sich österreichisch-ungarische Regrrrnntrr mit stürmender Hand in den Besitz mehrerer zähe verteidigter- Bergkuppen. Südlich des Mgr. Casinului und nördlich des Klosters Lepstr wurden neue rumänische Angriffe abgeschlagen Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Au der Einbruchstelle in die feindlichen Linien nördlich von Focsarrp wurde erbittert gekämpft. Wir erweiterten unserer Erfolg. Russen und Rumänen führten starke, aber ergebnislose Gegenangriffe, bei denen zwölf feindliche Regimenter durch Gefangene bestätigt wurden. Mazedonische Front. Nichts Neues. Der Erste Generalguarticrmeistcr ^ Ludendorff. Der Abendbericht. Berlin. 8. Aug., abends. (WTB. Amtlich.) In Flandern wechselnd starker Feuerkampf. Vom Osten bisher' keine Meldungen. Wir stehen wieder im Zeichen der Konferenzen. Die feindlichen Staatsmänner, die in London zusammengekom- men sind, werden eine magere Mahlzeit vorfinden, um ihre Hoffnungen und alten Pläne zu füttern. Die militärische und politische Initiative ist ihnen aus der Hand genommen, das heißt, soweit sie sich in den gezogenen Bahnen vorwärts bewegen könnte. Vielleicht gilt aber die Londoner Konferenz einer Umwertung der bisherigen Kräfte und Aussichten. Eine direkte Einengung der Handelsfreiheit bedeuten ihr die Geschehnisse im Osten. Die vielberusene Einheitlichkeit der Kriegspolitik unserer Gegner wird immer schwerer wiederherzustellen sein. Französische Blätter weisen schon darauf hin, daß man sich in Zukunft nicht mehr auf Rußland, sondern nur auf die eigene Kraft verlassen könne. Aber nicht nur diese Passivität der Verbündeten im Osten machen den Herren Lloyd George und Ribot zu schassen. Rußland scheidet nicht etwa wie ein Spieler sang- und klanglos aus. Es bringt vielmehr einen Wust von Erörterungen und Forderungen mit aus die Londoner Konferenz, auf der es, was die handelnden Persönlichkeiten anlangt, zwar schwach vertreten ist, desto stärker aber durch sein nicht auszuschaltendes diplomatisches Schwergewicht. Dumpfer Druck und eine nebelhafte Ratlosigkeit — das sind die Zeichen, unter denen die ^Londoner Beratungen stehen. Die Schlachten im Westen ermuntern in London zu nichts. Neue englische Angriffe sind in Flandern restlos abgewiesen worden: auch der englische Kolonialkrieg geht nicht etwa glatt vonstatten, sondern reibt die Kräfte des Jnselreiches aus, wie ein neuer Bericht aus Ostafrika deutlich erkennen läßt. Denn wenn da von schweren Kämpfen gesprochen wird, die unentschieden geblieben seren, so handelt es sich zweifellos um eine regelrechte Schlappe der Engländer. Balfour hat bekanntlich vorsichtig angedeutet, daß, solange Frankreich an der Erwerbung Elsaß-Lothringens festzuhalten wünsche, man mit ihm fortkämpfen müsse. Man wird sich wohl herbeilassen und sich dazu verständigen, die Kriegsziele zu sichten und zu verdünnen. Dsr schwerste und schwierigste Punkt der Londoner Tagesordnung wird zweifellos der Politik gelten, die Rußland gegenüber zu befolgen sei. Bon dort her wird in der nächsten Zeit vermutlich iwch dringender nady Friedensv«rHandlungen verlangt werden als bisher. Der russische Minister des Auswärtigen ist an die Schlachtfronten gefahren, wahrscheinlich um neues Material zu sammeln, das durch seine Trostlojighert iu London endlich dorr gewütsichieu Eindruck wacher: soll. KerenSki wird dem revolutionären Rußland in kürzester Frist Klarheit schaffe:: müssen darüber, oh der Krieg nur darum länger fortdauert, daß Frankreich einen Pufferstaat auf dem linken Rhetnufer einrichter: kann. Auch, unter den Teilnehmern an der sozialistischen Stockholmer Konferenz hat es schon schiefe Gesichter gegeben, denn heute wird gemeldet, die Heroen des russischen Arbeiter- und Soldatenrates hätten die bittere Bemerkung gemacht, es lverde ihnen nicht einfallen, mitzuwrrken, daß die Stockholmer Konferenz: moralische Untersuchungen über die deutsche Schuld anstelle. Die Konferenz habe viellnehr den Zweck, politische und positive Leistungen hervvrzubrin- gen, nämlich den Frieden zu fördern. Wenn der Reichskanzler Dr. Michaelis in Gesellschaft seines neu im Amte bestätigten Stellvertreters Dr. Helsfe- rich und der leitenden Herren des Auswärtigen Amtes sich wiederum ins Hauptquartier begibt, so dürfen wir daraus nur günstige Folgerungen ableiten. Was der Enterrte zum Schaden ausgeschlagen ist, ist uns zum Erfolg und Nutzen geworden. Wir befürchten keine schwächliche Politik der Regierung mehr. Was aus Wien, Sofia, Konstantinopel in den letzten Tagen Günstiges verlautete, wird heute :wch einmal bekräftigt durch die zuversichtlichen Erklärungen des bulgarischen Ministerpräsidentei: Radoslawow, der auf die Unverbrüchlichkeit der Bündnisverträge hinweist. Das Ziel seiner Reise ins Ausland glauben wir jetzt zu kennen: er wird vermutlich nach Wien sich begeben, wo heute eine Wirtschasts- konserenz der Mistelmächte begimlt. Entbehrungen werden die Völler auch in der kommenden Zeit auf sich nehmen müssen. Wer sie werden für die Mittelmächte erträglich, da mit jeder Woche das Ziel eines günstigen und siegreichen Friedens deutlicher wird. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 8. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verkuttbart: Oestlicher Kriegsschauplatz Die nöckllich Focsauy kämpfenden deutschen Truppen erweiterten trotz starker feindlicher Gegenwirkung ihren vorgestern errungenen Erfolg. Die gegen Siebenbürgen angefetzte russisch-rumänische Entlastungsoffensive fand abermals in mehreren ergebnislosen Einzelvorstößen an der Putna, am Casinu-Bache, ihren Ausdruck. Nördlich von Gyergyo-Tölges bemächtigten sich österreichisch-ungarische Truppen mehrerer vom Feinde zähe verteidigter Höher:. In der Bukowina und in Ostgali- zicn verlief der gestrige Tag verhältnismäßig nchig. Italienischer und Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts zu melden. Der Chef des Generalstabes. * * * Die neue englische Niederlage in Flandern. Berlin, 8. Aug. (WTB.) Der feit Tagen erwartete englische Angriff an der Küste setzte in der Nacht zum 8. August bei Nieuport ein. Das'englische Artil- leriefeuer, das an Stärke seit Tagen über das'übliche Maß hrnausging, wiichs am Mchnrittag des 7. August trotz des nebligen dimstigen Wetters zu bedeutender Heftigkeit an. Bo»: ,9 Uhr abends an perstärkten die Engländer ihre Artrlle- rietätigkeit immer mehr, bis sie am 8. August nur 2 Uhr vormittags zun: Trommelfeuer übergingen. Nach dreiviertelstündigem Trommeln griffen die Engländer von Nieuport aus sowie dicht südlich des Nieuport-Kamrls in Richtung auf Rattevalle an. Der Angriff wurde überall verlustreich abgewiesen und endete mit eurer schweren englischen Niederlage. An einzelnen Stellen wurde der Feind in erbitterten Nahkämpfen mit Bajonett und .Handgranaten von unseren mit größter Tapferst fechtenden Truppe:: geworfen. Er lief; eine große Anzahl Gefallener ans den Kampfstätten zurück. Auf dem bisherigen Kampfgelände im Wernbogen versuchten die Engländer wiederum durch Teilaugriffe am späten Wend des 7. Aug. ihre Linien zu verbessern, um aus dein verschossenen und verschlammten Trichtergelände, in das sie durch den mißlungenen Angriff geraten sind, herauszukommen. Alle 2ln- griffsversuchc sclMerten jedoch wiederum, obwohl die Eug- länder starke Kräfte rücksichtslos einsetzten und dichte Kolonnen südlich der Bahn Boesinghe-Langemarck vorführten. Sämtliche Stellungen blieben unverändert in deutscher Hand. Auch südlick) des Kanals vor: Hollebeke uitb an zahlreichen Stellen der Arras- front war die Artillerie- und Patrouillentätigkeit rege. Der irn französischen Funkspruch voni 7. August 'nachmittags gemeldete Angriff zwischen den: Wald von Avo- conrt und der H ö he 304 ist frei erfunden. Bei dem deutschen Stoßtruppunternehmen östlich der Maas am 7. August 1.30 Uhr nachmittags wurden ohne eigene Verluste Gefallene und Schnelladegewehve ans den französischen Gräben geholt; anßerden: erlitten die Franzosen schwere blutige Verluste. An der galizisch-rnssifchen Grenze sowie in den: Ostzipfel der Bukvtoina ist die Lage unverändert. Die russische Karpatherffvont bröckelt unter dem Druck der Oesterreich- Ungarn weiter ab. Südlich der Biftritza wurden die Höhen Mt. Stejaru, Mt. Stege, Ptr. Sesill, La Pomarnic im Sturm genommen. 9tach starker Artillerievorbereitung griff am 7. August 9 Uhr abeiws der Feind nördlich des Casinu- Tales heftig an. Der Angriff brgch jedoch unter iÄN^rften blutigen Feindesverlusten Mammen: ebenso scheiterten starke Gegenangriffe nördlich Focsani, wo die BerbünDeten a:n westlichen Serethufer weiter vordrangen. * *_ * Der Kaiser an Dr. Helfferich. Der Kaller hat an den Staxrtsminister, Staackssekvetär Dr. Helfferich nachstehendes Allerhöchstes Harwschreiben gerichtet : Mein lieber Dr. Helfferich! Bei aller Würdigung der Gründe, aus denen Sie Mir die <5hnen anvertrnuten Aenrter zurr Verfügung gestellt haben, vermag Ich Mich nicht zu entschließen, auf Ihre Dienste zu verzichten. Werm Ich auch Ihrem Wunsche, von der Leitung des Reichsamt des Innern enthoben zu werden, willfahren will, nmß Ich dock) im Einklang mit den Vorschlägen des Reichskanzlers! Wert darauf legen, daß Sie die Ihnen durch Meinen Erlaß von: 22. Mai 1916 übertragene allgemeine Stellvertretung des Reichskanzlers beibehalten und daß L«e Mitglied Meines Staatsministeriums bleib«:. —> Befreist von den Geschäften eines einzelnen Ressorts werden Sie in der Lage sein, Ihre ganze Kraft der Vertretung des Reichskanzlers in seiruw durch den Kpieg in so außerordentlichem Umfang angewachsenen! Tätigkeit und der Erledigung von besonderen gro-, ßen Aufgaben zu widmen, deren Uebertragung Vorbehalten bleibt. _ { Bis tz-u der geplanten Umgestaltrmg des Reichsamts des Innern m:d der Bffetzung der neu zu schaffenden Stellen beauftrage Ich Sie, die Leitung dieses Amtes iroch beizubehalten. In Anerkennung Ihrer hervorragenden Verdienste um die Reichsfinar^en und die Kriegswirtschaft verleihe Ich Ihnen hiermit den Nioten Adlerorden erster Klasse, dessen Abzeichen beffolgen. Großes Hauptquartier, den 6. Augnst 1917. Ihr wohlgeneigter g^. Wilhelm I. R. Der Kaiser für die arbeitenden Franen. B e r l i n, 8. Aug. (WTB.) Der Kaiser hat auf Befürwortung der Kaiserin für die Aufgaben des nationalen Ausschusses für Frauenarbeit im Kriege beim Kriegsamt die Summe von einer Million Mark aus den ihm für die Kriegsfürsorge zur Verfügung stehenden Mittel bewilligt, um die für die arbeitenden Frauen Deutschlands erforderlichen Fürsorgemaßnahmen weiter ausgefallen zu können. Der Wunsch der Kaiserin, der bereits in einem Schreiben an den Chef des Kriegsamtes Gerwralleutnant Gröner über die Notwendigkeit der Fürsorge für die Arbeiterinnen zum Ausdruck kan:, findet hierdurch eine tatkräftige Unterstützung, Die Hoffnung ist berechtigt, daß alle Kreise, besonders die Industrie, zum verstärkten Ausbau der Frauenfürsorge auch ihrerseits weitere Mittel bereitstellen werden. * Der Reichskanzler im großen Hauptquartier. B e r l i n, 8. (Aug. (WTB. Amtl.) Reichskanzler Dr. Micha e- bembt sich heute ins Große Hauptquartier. Im Anschluß daran wird er sich in Karlsruhe dem (^roß'herzog vott Baden und in Darmstadt dem Großherzog von Hessen vorstellen .Der beabsichtigte Besuch beim König vou Württemberg wird toegen anderweiter Dispositionen des Stuttgarter Hofes auf kurze Zeit verschoben. Bei der Fahrt ins Große Hauptquartier wird der Reichskanzler vom Staatssekretär des Auswärtigen Aintes v. Kühlm ann und vom Unterstaatssekretär Freiherrn v. Stumm begleitet werden. Auch Staatssekretär Dr. Helfferich begibt sich gleichzeillg ins Große Hauptquartier. Hindenburg an Krätke. Berlin, 8.!Aug. (WTB. Nickstamtl.) Das neueste Amtsblatt des Reichspoltamtes veröffentlicht folgendes Schreiben des Chefs des Generalstabt^ des Feldheeres, Generalfeldmarschall von H: n d e u b u r g , an den bisherigen Staatssekretär des Reichspostamtes, Dr. Krätke: Großes Hauptquartier. 1. August 1917 Die glatte E r l e d i g u n g des gewaltig gesteigerten Feld- Po st Verkehrs in den verflossenen drei Kriegsjahren ist nur dmxh weitgehende Mithilfe der Heimat möglich geworden. Fast die Hälfte der Postbeamten wurde zrml Heeresdienst einbcrufen Rur mühsam konnten die Lücken geschlossen werden. Neues Personal war auszubilden und der Betrieb den wechselnden Erfordernissen des .Krieges immer erneut anzupassen. Schwierigkeiten aller Art störteu die Arbeit. Trotzdem ist neben der Bewältigung des gesamten Hernmtverkehrs mit einer den Verhältnisse:: des Friedens fast gleichkommenden Pünktlichkeit und Ordnung die Feldpost besorgt Morden. Dazu bedurfte cs uilermüdlicher, treuester Arbeit per gesamten Post, vom höchsten Beamten bis zun: einfachen Aushelsep rn der Postsammelstelle. Auch dadurch sind 'enge Bande zwischen Feldheer und Heimat geknüpft. Allen Beteiligten in der Heimat me daz:: mitgeholsen babei: sage ich Tank und Anerkennung fütt me aufopferungsvolle Tätigkeit im Dienste der Feldpost und damit des gesancken deutschen Heeres. v. Hindenburg. Die Lage Bulgariens- ^ Sofia, 8. Aug. (WTB.) Meldung der bulgarischen L elegraphen-Agentiir. Vor seiner Abreise ins Ausland gab Ministerpräsident Radoslawow vor den Vertretern oer hiesigen Presse folgende Erklärungen über die Lage Bul- gariens ab: Unsere nationale Einheit ist durch die Verträge gewährleistet, d^ unsere Verbündete:: als geheiligte und Unverletzliche L,ache schützen. Treibereien nnverantworllickwr Personen lverden unfern Werke in keiner Weise schaden tonnen. D:e Friedensftrmel über die Annexionen bedeutet keme Beeinträchtigung der Rechte Bulgariens auf den Besitz der beswrten Gebrete^ Mrs«-e Berbündeten haben uns ent- sprechende fonrrelle Zusuherungen gegeben, da wir ja keines- wegs Krieg sichren, um eine imperialistische dlusbreitnng zu erziele::, sonder:: um die natrorrale Einheit zu verwirk- 1:cheu. Bulgarien wird demnach die bisher van: seinen: natwnalei: Erbgut abgetrmncten Teile vereinigen, und die durch den ^ertrag von Blsiareft begangene llizgerechtrgkeit dadurch BtCCtgermeife wieder gutgemacht werden. Die wirtschaftliche Lage des Landes ist selch- gut. Die Beziehungen zu den Verbündeten sind ausgezeichnet. Bulgarien leiht ichren seinen Beistand, gleichwie die Verbündeten ihm den ihren leihen. Fest und untereinander solidarisch sind die Mitglieder des Bundes der Mittelmächte stets bereit, einen ehrenvollen Frieden zu schließen. Eixe verschleierte englische Niederlage in Ostasrika. London, 7. Aug. (WTB.) Amtlicher Bericht aus £ st - afrika: Im Lindi-Bezirk begann die Vorwättsbclvegung unserer Truppen am 2. August aus der Straße, die in südwestlicher Richtung nau> Nyanga und Masassi führt, tvährend der Feind aus seinen vorgesä,obeneu Stellungen am Mihumbia-Flnß, 10 Meilen südwestlict'. Lindi, vertrieben wurde. Unsere Truwun besetzten die Farm Sch-aedcl. Der Angriff in der Front wurde t-auchsächlich von afrikanischen Truppen ausgefülul, die gewisse Fortschritte! machten. Die Bewegung, die den recksten Flügel des Feindes umfassen sollte, stieß auf eine st a r f bcfcftiqtc, i rt dichtem Busch verborgene Verteidigungsstellung. Es entspcurn. sich ein ernster schwerer Kampf. Das Ergebnis tvar u n e n t f chieden. Die Verluste sind auf beiden Seiten bedeutend. Unsere englischen und afrikanischen Truppen kämpften mit großer Tapferkeit. Unsere Truppen verschanzten sich auf dem gewonnenen Boden. Unser Borrücken soll in kurzem wieder aufge- nommen werden. Im Kilwa-Gebiet drang eine unserer W- teilungen bis zum M'aindja-Fluß, 53 Meilen südwestlich von. Kilwa vor. Die feindlichen Kräfte wurden cun 19. Juli bei Naron- gombc geschlagen und zogen sich nach Mihambia, 42 Meilen südwestlich. von Kilwa, zurück, tv-o sie Verstärkungen erhielten. Im Rufidf chi-Gebict wurden feindliche Kräfte, die sich vorher in den Bezirken von Madapa inü> Kitopo, 50 Meilen südlich von der Vereinigung des Ruffdschi und Ruscha, befanden, westwärts auf Mahanga zu den durch unsere aus bem Rufidschi-Tal vordringenden Abteilungen getriürien. Im Gebiet mm Jrinjge wurde dep Feind auf Mahanga und Fakaras Mrückgedrückt. In diesem Gebiet operierten die belgischen truppen im Vereine mit unseren Abteilungen. 53 Meilen südlich von Mahange stehen unsere Truppen mit einer starken feindlichen Truppenmacht in der Nähe von Mondas im Kamps. Diese Unternehmungen werden in sehr schwierigen^ Gelände, das mit dichten: Busch bedeckt ist, ausgeführt. In dem portugiesischen Nyass a-Land wurden in den Tälern des Luienda und Luchulingo und am Ufer des Nhassa-Sces nördlich vom Revumaflnß alle 9lbtcilungen bis auf eine fetzt dnrch unsere ans Süden vorrückenden Truppen Vertrieben. Das Kabinett Uerenski. Petersburg, 7. Aug. (WEB.) Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur. Die erste Sitzung der neuen vorläufigen Regierung hat unter dem Vorsitz des Mimsterpräsideirtenj Kerenski stattgefunden, tvelcher in der Eröffnungsrede sagte: Das neue K'abinett wird seine ganze Aufmerksamkeit auf die Fragen der Landesverteidigung und die Organisation des Laitdes Hinterj der Front, vor Mem iaus die Finanzen und auf das Wirtschaftsleben des Landes richten müssen. Kerenski forderte alle Mitglieder des Kabinetts auf, die dlnstrengungen zu verdoppeln, sowohl zur Organisation und Befestigung der Gewalt, wie zur Verstärkung der einzelnen Verwaltungszweige. Nach der Rede Kerenskis gab der Minister der auswärtigen Angelegenheiten Terestfchenko eine Darlegung über seine bevorstehende Reise in das Hauptquartier. Tie Regierung beschloß, den Posten des Oberprokurators des Synods abzuschaffen und ein Kultusministerium zu errichten, an dessen! Spitze der Oberprokurawr des Synods Kartaschew treten wird. Der russische Rückzug. i .K ö l n , 9. Aug. Die Köln. Ztg. meldet aus Stockholm, der russischen Zeitung „Rjetsch" zufolge wird die Lage an der .Karpathenfront als sehr bedroht bezeichnet. Rückblickend auf die Gründe der Niederlage der Kerenskischen, hochfliegenden Pläne ist die ganze Schuld dem russischen 1. Gardekorps beizumessen, welches die Zersetzung in die 5. Armee weiter getragen habe. Das Blatt nennt in Besprechung des Rückzuges der Russen als künftige, tatkräftig zu haltende Verteidigungslinie den Flußlauf des Mbrucz uud die Reichsgrenze. Durch die Räumung von Czernowitz sei die größte Gefahr für die nördlichen Truppen überwunden worden und der Rückzug könne nun glatt vor sich gehen. * Das Borspiel zur Stockholmer Konferenz. Bern, 8. Aug. (MTB.) Dem „Avanti" infolge erklärten die Abgeordneten des Arbeiter- und Soldatenrates, daß sie nicht' wollen, daß Stockholm zu einer Znsammen- kunft werde, die über die .Kriegsverantwortlich leiten urteile. Sie wollen in Sockholm keine Moralredten halten, sondern auf sozialistischer proletarischer Grundlage Politik machen. Berlin, 9. Aug. Die Konferenz der unabhängigen sozialistischen Arbeiterpartei nrit den Sozialisten der Verbündeten Länder, die gestern in London stattfinden sollte, wurde plötzlich, auf den 28._ und 29. Augu stverchofben, und zwar auf Antrag der französischen und italienischen Sozialisten. ' i Durch den Aufschub der Alliiertenkonferenz wrid auch die englische Gewerkschafts konform z betroffen, die heute zusammentreten sollte. Man nimmt, wie es in der ^Boss. Ztg." heißt, an, daß sie bis Zum Monatsende hinausgeschoben werden wird, bis die Alliiertenkonferenz stattgefunden \yat. Wie laut „Vorwärts" „Politiken" mitteilt, ist infolge der durch die russische Regierung veranlaßten Paßschwierigkeiten die Eröffnung der Zimmerwald-Konferenz auf den 3. September verschoben worden. Im Pariser „Pah" spricht Longuet deutlich ans, daß Minister Tl-omtas nur im Ministerium bleiben werde, wenn cs ihm gelinge, die Pässe für Stockholm durchzusetzen. Sollten seine Ministerkollegen auf dem entgegengesetzten Standpunkt verharren, so werde Thomas endgültig zur Opposition übergehen. England und die belgische Frage. London, 7. Aug. iWTB.) Mettmng des Reuterschen Bur. : m Unterhause fragte ein Abgsirdneter, ob der Staats- kretär des Aeußern annehmen zu können glaube, daß die deutsche Regierung ihr am 4. August gegebenes Versprechen, selbst im Falle eines bewaffneten Zusammenstoßes 7wit Belgien imter keinerlei kAorwand belgisches Gebiet zu annektieren, halten oder verleugnet werde. Lord Robert Cecil erwiderte: Soweit ich unterrichtet bin, ist die deutsche Regierung sorgfältig darauf bedacht gewesen, die Welt nicht daran zu erinnern, daß sie 1914 Großbritannien ausdrücklich versprochen habe, unter keinerlei Vorwand belgisch Gebiet zu annektieren. Nach Mitteilungen, die von offenbar insp> äiener Quelle ausgeheu, ist dies ein Versprechen, rvelches sie, wenn sie kann, zu verleugnen beabsichtigt. Lord Robert Eecil ist seinerseits sorgfältig daraus bedacht, Vielt nicht daran zu erinnern, daß diese Zusage die Erhaltung der Neutralität Englands bezweckt hat und zur Voraussetzung hatte. Die Londoner Konferenz. London, 7. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Konferenz d e r Alliierten hat heute bsg-onnen. (£3 wurden zwei lange Sitzungen abgehalten. An der .Ko-nferenz nahmen teil: die britischen Minister, Sonnrrro, Mbot, der französische Munitionsmiuister Thomas, der englische Botschafter in Paris, Lord Bertie. und eine Anzahl anderer Vertreter der alliierten Länder sowie hohe Militärs. Die Getreideerzerrgnng in England. London, 7. Aug. (WTB. Mchtcrmtlich.) Meldung des Reuterschen BÜreaürs. Das UrtterhauS nahm mit 108 gegen 14 Strnvnen in dritter Lesung die Getreideerzeugungsvorlage an. Lalndwrrtschaftsnriirister P r o t h e r o stellte fest, daß Heuer ungefähr eine Million Acres Land mehr mit Getreide und Kartoffeln in England bebaut worden ist. -r- Wilson über die Friedensbestrebungen. i. Köln, 9. Aug. Der Köln. Ztg. zufolge erklärt der Pariser „Matin", Präsident Wilson habe durch den Senator Cuwis bekannt geben lassen, daß gegenwärtig alle Friedensbestrebungen aussichtslos seien und daß er der erste sein werde, die erforderlichen Schritte zu unternehmen, sobald die Vorzeichen eines dauernden Friedens sich zeigen werden. Eine Wirtschaftskonferenz der Mittelmächte in Wien. Wien, 8.Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Dü Regierungen Oesterreich-Ungarns, Deutschlands, Bulgariens lund der Türkei haben beschlossen, Verhandlungen zwecks Vorbereitung wirtschaftlicher Vereinbarungen, die sich auch auf das Gebiet des Verkehrswesens in den genannten Staaten erstrecken sollen, zu pflegen. Zum Verhandknngsvrtc wurde im Einvernehmen aller Beteiligten Wien bestimmt. Zu diesen Verhandlungen, die am 9. August beginnen, werden außer Abgeordneten der k. und k. Regierung auch fachliche Vertreter aus dem Deutscheu Reich, Bulgarien und der Türkei erscheinen. * Pour le merite. Berlin, 8. Aug. (WTB.) Der „Reichsanzeiger" meldet: General der Infanterie von Franyois wurde das Eichenlaub zum Orden Pour le merite, dem Obersten von Schlechten dal, Oberstleutnant Preusker und Oberstleutnant von der Armee Schm i d der Orden Pour le mörite verliehen. Dem apostolischen Nuntius, Erzbischof Facelli in München wurde das Grvßkreuz des Roten Adlerordens verliehen. Kriegsbriefe aus dem westen. Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten .} Vom ersten Tage der Schlacht in Flandern. 9ln der flandrischen Front, 4. August. Bei einer unserer Divisionen, deren aus Schlesiern, Berliner und anderen Brandenburgern zusammeirgesietzte Regiinenter den englischen Llnsturnt in der Gegend von St. Jütten und Zonnebeke auf- gefang-en und zurückgeschlagen haben, sind nicht weniger ccks 20 eng- lffche „Tanks" neuester und größter Bauart zum> Angriff vorge- fahren. Sie kamen nicht unerwartet. In einzelnen Fällen koirnten üe sich gegen Trichterbesatzungen, welch' geg^n dre gepanzerten Ungetüme wehrlos waren, mit fühlbarem Erfolge entwickeln.. Aber sehr bald begmrnen unsere Geschütze vnb Minenwerfer die „Tanks" aufs Korn zn ntl-jmm mit dem Erfolge, daß von den 20 ihrer- 12 durch Artillerievolttreffer, 2 dnrch Minemverfer erledigt wurden. Schon vorher waren einzelne der unangreifbar dveinschanenden Stahlklötze durch MaschinengewHrfeuer beschädigt und ttn' Vorwärtskommen anfgehalteri worden. An dieser Beschießung ntit Maschinengewehren hatte sich auch ein Bataillvnsstab eigenhändig von fernem Unter- ltmide aus beteiligt. Die „Tanks," boten diesmal, in dieser Beobachtung stünmen rrrpeve Mannschaften und die englischen Gefangenen überein, das verhältnismäßig sehr schwierige, 'mit GämraWä^rh voller Grundwcffser durchsetzte Gelände überraschend leicht überwunden, bis sie rns ZiÄstuer unserer Artillerie kanten und zur Um- Myc gezwungen oder zer stö rt wurden. Daß die englisch-ftvnzösische Offensive, nachb^nl sie sich einmal restgefahven hatte, nicht wieder flott werden konnte, daran ist außer den ungeheuren Verlusten des Feindes und dem^ zähen Wider- stundenden er allenthalben fand, ein Teil auch auf Rechnung des aus-grebigen Re gens zu setzen, der in der Nacht vdmi 31. Jüli auf den tt August Imlit sturmarttgen Böen kam und das -mm Granaten zerpflügte Land Mit Sturzbächen überschüttete. So wenig sonst die Näffe dem flandrischen Kämpfer ^viMommen ist, diesmal wurde fte von allen den Unsrigen wie ern Gotteslgeschenk begrüßt, während tue Engländer nicht wenige „damued" zuur Himmel geschickt haben Mögen. Denn selbst wenn sie das iel ihZres Dlirchbruchsberfuches erreicht hätten, foärt sie so fern geblieben find, tväre es ihnen bei dem Wetter nicht möglich gewesen, ihr schweres! Geschütz vorwärts zu bringen. Im allgemeinan steht hier das Grundwasser auch bet trockenem Wetter nur 80 Zentimeter tief. Jedes frische Granatlock) rieselte nack) wenigen Minuten voll Wasser. Die Wiesen sind von unzähligen Kanälen durchtzogen, die Aecker mit Gräben umgeben die nach redem Wolkenbruch über die Ufer tveten. Schon der Jnfanterie- angriff stockte vielerorts in diesem: Wirrsah pon Wasserlänfen und Sckflam lMtüMpeLn, und viele der englischen Osesangene waren naß wie die Unken, oder, wie sie selber woMtuendei' sagen, „wie die Seelöwen", ccks nr m unsere Hand fielen. Bei alledem hatten unsere Leute überall und ausnahmslos das ziuversichlliche Gefühl, daß sie fest m der Hand der Führung tvaren Mo sich die Vortruppen befehlsgemäß zurückzogeic, um der ört- licken Ueberlegenheit aluWuweichen, wurden sie sofort von den stärkeren Abteilungen der .eigenen Verbände ausgenommen ber denen sie in so gutem ZtusttaMde \mb mit so ung^brvchenchn AngrrffsMute erntrafeir, daß sie sich sofort am Gegenstoß beteiligen konnten. Die Gegenstöße setzten so überraschend schnell ein, daß sie den Feind aus der Fassung bringe nmlußten. Aber aucki> die todesmutigen Getteuen, die unvechaigt in den vom Feinde schon übervamrten Berteidigungsinsckln ansgeharrt hatten, waren überrascht und beglückt, wie schnell ihneir die wuchttgen Gegenstöße Entlastung und Entsatz brachten. Sie hatten sich, auch oon der glänzenden Wttkurng unseres nrit unheimlicher Promtheit eftü- setzenden SperrfcMers überzeugen können, welches an mieDeit Stellen die in dicken Massen nachgmllenden Engländer gezwungen hat slnck'tarttg zurückzufluten. Jeder deutsche Kämpfer ivußte, daß es aus fedes Gewehr und ;ede .Klinge attkarn. So haben sich aus) t igenem Antriebe Versprengte JUsanttnengefunden, lleine Stoß- i rupps gebildet, den Feind zUrückgckdrängt und, wenn dies gegen die Ueberzahl nicht gelang, anfmhalten. Gefangene gemacht — einzelne dieser kleinen Trupps^ bis 20 Mann — und sickn dann zu den größeren Vorstoßenden Abteilungen geffttrden. Diese konnten auch eine nicht unerl-eblrche Zahl von Kameraden, ivelche sich den) Engländern schon hatten ergeben müssen, »vieder befreien. Diese Befreiten berick-ten übereinstimmend, daß. die England^' ihnen, sofort außer den Wlafferr auch die Daschennwsser und — Uhren weg genommen haben. Mancher konnte das den Engländern dann beim Gegenstoß, heimzahlen. Denn diese Befreiten haben sich ausnahmsl.os den sie aufnehmenden Stoßtruppeic - angeschlosiew Ein Gewehr und ein Bajonett, wenn es fein mußte, ein englisches, ,anden sie alle. Und diesmal hat das Bajonett gute Mb-eit getan, das sagen sie alle. Uckber seine Erlebniffe bei den Engländern berichtet ein Seiten, 'um in Berlin dringlich tatkräftige Vorstellungen zu erheben. Au» Stadt und Cant. QHtfceti, 9, August 1917. ** Keine Zersplitterung der Kräfte! Die schweren Mutopfer, die der Krieg von dem deutschen Volle gefordett hat. machen es zur Pflicht, wenifftens Leben und Gffundheit unseres Nachwuchses zu schützen, soweit dies nur miöglich ist. Vor allem gilt es . den Kampf gegen du erschreckend große SterbttchSeft der .Kinder in den ersten Lebensjochren energisch aufzunehmen. Es )vurde deshalb int vergangenen Jahre unter dem Schutze der Herzogin Viktoria Luffe von Braunschweig, der Tochter 'unseres Kaiserpaares, der Verein „Deutschlands Spende für Säugttngs- und Kternkinderschutz" gegründet. Er soll diese Zweige der fozucken Fürsorge im ganzen Reich organisieren, dort, wo solche Organisationen bereits bestehen, wie in §)esfen die Großherzogliche Zenttalie ftrr Mutter- und Säug- lingSfürsorge, sie ffnanziell unterstützen. Im §)-erbst wird eine allgemeine Sammlung zu diesem Zweck stattfinden, imd das in den einzelnen Bundesstaaten gesammelte Geld soll zu neun Zehnteln auch dott verwandt werden. Nicht zu verivechseln damit ist der „Deutsche Verein für Säuglingsfürsorge 1916", der zurzeit tu Hessen HauSsammlungen veranstaltet und Ansichtskarten vertreibt. Dieser Verein hat bis jetzt keinerlei Leistungen außerhalb Berlins aufzuweffen. Die hessischen Kreisämter haben daher bereits im Winter vor Sammlungen des Vereins öffentlich gewarnt, imd es muß dringend davon abgeraten werden, daß sie in Hessen in irgend einer Weise unterstützt lverden. ** Schwarz- Weiß - Theater, Settersweg 81. Nur noch scheute und Freitag wird das gewattige sechsakttge Filmwerk „Die letzten Tage von Pompeji", die Tragödie einer untergehenden Wplt, gegeben. Ott der Handlung ist Pompeji um 79 n. Ehr. Gewaltige Löwen- und Gladiotorenkämpfe erfüllen dies spannende Filmgemälde, das durch Künstlerkonzett sinngemäß unterstützt wird. Letzte Vorstellimg 8 9 / 4 Uhr. ** Das Kreisblatt Nr. 135 entliölt Bekanntmachungm über Höchstpreise für Seife, Verordnung über Walnüsse, Ueber- nahmepreise für Rohtabak, Gemüsefanrmelstellen, Anonyme Schreiben, Bestandserhcbung von Weiden, .Kreisabdeckereiverzeichniffe, Getreideausdrusch. Kreis Alsfeld. Up. Aus dem Ohmtal, 8.Dlüg. Die Niederschläge im Juli genügten nicht zur gründlichen Durchweichung des Bodens. Die Meefelder hinterließen keine Wagenspuren. Jetzt aber geschieht das; die Regenmenge der ersten Äugustwoche war mehr als ausreichend. Die Grummeternte, für die man bei der anfänglichen Trockenheit bangte, ist gesichert, der Stand des Ysrummetpreises sehr tzUt. Ebenso ist jetzt der zweite und dritte Klee nachgewachsen. Der Enttvickelung des Obstes ist der Regen ebenfalls förderlich, gewesen. Allein für die Ernte der Kaitoffeln, der Bohnen und Gurken hat es jetzt reichlich geregnet, si ebedürfen jetzt des Sonnenscheins. HoMntlich liat der ^.Hundettjährige" Rocht, der von heitte ab be> ständiges, gutes Wetter verheißt. up. Ob'er-Ohmen , 8. 9lug. Für bewiesene Tapferkeit wurde (Grenadier Heinriche Schmidt das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Sein Bruder wurde mit derselben AuSzeickurung schon vorher bedacht. Kreis Schotten. Up. 'Ru vpe rte nro d, 8. Aug. Dem Waldarbeiter A. Kratz von lner wideffubr im Burgwalde ein ernstes Mißgeschick. Er ivnr mit dem Schälen von Baumstämmen, beschäftigt. Beim' Dreien mit dem Schälen von Baumstämmen beschäftigt. Beim Drehen des Stammes löste sich aus dem Drehungsring der Bindebaum und schlug ihnt mit solcher Wucht ckuf den Kopf, daß 'er wie tot zu Boden schlug. Man hvlte den Arzt zur Unfallstelle, der- Gehirnerschirtternng fesfftelttc. Einenr Mitarbeiter war derselbe Bmdebnum auf die Schulter geschlagen, ohne rhu weiter zu verletzen. Kreis Friedberg. Q. Ba d-N-a u heim, 9. 2lug Das energisclu Vorgehen der diesigen Polizei gegen den Schleichhandel und hie Lehens TTutteT^rmflem ist bis iefet tnm önWilffertbeT Wirlimg gewefnr. In etnem Sünfcfairraum twm wenigen Tagen sind In er beschlaqnahntt: 1 fettes Schwnn von 2 Zentner. 2 Kälber und 1 Ziege, die in .Wütn tünchten Ijicr eingeschmuggelt lverden sollten und aus ver- vlnenen ^>cklachiungen stamnlten. Zwei Zentner Kunsthonig und nnne Nörrmelade. große Posten Üaffee, Mao, Schokolade.' Tee- m 0 M arT das Pfund verknust wurden - 'Jtebl, Dörrobst und meles aridere. Zur zahl nicke Hotels und Geschäfte. tne der drefem Schleichharrdel beteiligt waren, und ihn durch Adlung unvernünftiger Preise - das Pfund Fleisch 5—6 Mark 'orderten, wird die Sache böse Folgen baden. Dessen-Nassnu. ^ ^. ttnüU - 91-ufl. Iw benachbarten unter fränkischen Orte llrtterweihenbrmrn wurde bei «einem schweren (öewitter die sich auf dem Felde anfhallende 41jährige Frmr M-arta Malwleth vom Blitz getötet. Der sie begleitende Schwiegervater wurde vom Blrtz betäubt, erlitt aber keinen unteren Schaden. Ein 10 Fahre! altes Mädchen, das die verunglückte Aintter an der Hmrd führte blieb rrnversehrl. Vermischtes. Erfentzahnmi glück auf der Strecke Genug—Mailand. * Alessandria. 8. Aug. (WTB. Nichbamtl.) Der Schnellzug Genua—Mailand entgleist.- letzte Nacht auf dem Bahnhof Ar- r-.iata Sorivia. Drei Wagen stürzten um. drei andere wurden zer- trümmert, 34 Personen wurden getötet, etlva 100 verletzt, dar- tritter mehvev.- schwer. * * Die singende Lampe. Eine Tischlampe, die singt und spricht und sich übrrhrupt neben ihrer Leuchtkraft noch aller Fähig- knten erfreut, die einem erstklassigen Grammophon zukomwen, bildet das neueste technische Spielzeug der Amerikaner. Es handelt sich, wie das Strand N.'agazrne mitteilt. um die Erfindung esnes New do-r-er Ingenieurs. Aenßcrlich urrterscheidet sich die Lampe, die aus einem breiten, und verhältnismäßig hohen Sockel ruht, eigentlich in nichts von einer gewöhnlichen Leselampe. Wenn dact in sie ei ngebaute Granrmophon nicht benützt wlttd, läßt sich das Geheimnis auf keinerlei Weise erkennen. Der Sockel kann aber, da er in der Mitte geteilt iA. in der oberen Hälfte hochgehobei^ werden, und dann ivird die kleine Grammophonkonstruktivn in seinem Innern sichtbar. Die Schatlfortpslauzrmg, wie si»s bei gewöhn lichen Grammophonen durch den bekannten großen Metall- irichter ansgcübt wird, übernimmt bei der Münder lampe die obere schaffen Und die Aufstellung eines Grammophons auch dort zu ermö^ühen, wo sich kein überflüssiger Platz für derlei Luxus- gegenstände findet. Wie das Strand Magaziire poetisch hinzufügt, entspricht es der träumerischen Gemütsart, im gedänrpsten Schein einer TAchLampe durch Musik «erfreut zu werden, ohne daß irgendeine prosaische Maschine dabei sichtbar wird. * Die besiegten Geldschrankknacker. Die Zeit, da das Geldsckxrankknackcn noch eine sehr einträgliche Beschäftigung war, da eine Bewaffnuirg mit Bohrer. Brecheisen und Hammer genügte, ist längst vorbei. Den im Jahre 1840 .wsundenen ersten Geldschöcorken erfolgtem» gar bald die sog. fugenlosen Schränke, bei denen die Rücken- und Seitenwände aus einer einzigen gebogerten Platte bestanden. Entsprechend dieser Verbesserung der Abwehr müßten auch die Angrisfsmittel verbessert werden, Sprengstoffe wurden benützt, und als auf der Gegenseit-.' der Stahl immer widerstandsfähiger gemacht worden war, (bedienten sich die Einbrecher der Lickübogen und Schneidebrenner, als die Geldschrankbesitzer die Elektrizität zur Warnung benützten, gebrauchten die Einbrecher wiederum den «elektrischen Strom zum Betreiben ihrer Fnstümnente. Sv schwankte in diesem ewigen Kamps das ,Glück hin und her, erst jetzt, da wir über die Eisenbeton-Tresors und über dir Kontoktvorrichtungen in Verbindung mit der Selenzelle verfügen, ist den Geldschrankknackern ihre Tätigkeit so gut wie unmöglich gemacht. Die Tresors sind, ivie Siegfried Baske in der „llntfödir'" ousführt, so tief in Eisenbeton eingebaut, dass überhaupt 7.ur '.roch die Türe ernem 2lingrrff darbietet. Diese Titre aber besteht neuerdings aus fünf in Zwischenräumen hintereinander lügenden Stahlpbcckten, die tvirdermn untereinander durch kräftige Stahlbolsen verbunden sind. Die Austenplatte ist 20 Millimeter dick, die hinterste 5 Millimeter, die Zwischenräume sind mit Zement ausgefüllt. Um eine solche Schranktüre zu knacken, ivürde ein Einbrecher selbst bei modernster Llusrüstung 45 Stmrden brauchen, außerdem würde er mit dem Sauerstzoffgebläse 50 000 Liter Sauerstoff benötigen. Erstens kann -man aber jeden Geldschrank innerhalb 45 Stunden beguem mehrmals prüfen, mtb zweitens würde der Geldschrankknacker zu sehr „belastet" werden, da schon eine 3000 Liter fassende Sauerstofflasche 50 Kilogramm wiegt. Um aber auch nur eine bemerkte Annäherung an den Geldschrank unmöglich zu machen, bedient man sich heute der Selenzelle, die bekanntlich die Eigenschaft hat, falls der geringste Lichtstrahl auf sie fällt, ihren Widerstand gegenüber dem elektrischen Strom zu vermindern. Man bringt also die Selenzelle irgendwo versteckt in dem betreffenden Raume an, wenn der Einbrecher fttfj eines; Beleuchtungsmittels bedient, beginnt die Selenzelle zu »oirken !und setzt einen elektrisch-er. Klingelkoniakt in Tätigkeit. Sie ist für die kleinste Lickitguelle so empfindlich, daß die gewünschte Wirkung bereits durck. die leuchtenden^ Phosphorzeiger einer Taschenuhr hervvrgernfen werden kann. So lange die Einbrecher also näht in völligem Dunkel zu arb«eiten vermögen, ist ein so ausgerüsteter Geld schrank selbst vor ihrer Annäherung bewahrt. * Das staatsgefährliche Futu r i ste n - P 0 r t r ä t. Ein nicht ungefährliches Abenteuer, das freilich auf den Unbeteiligten Nur erheiternd wirken kann, erlebte unlängst Frau Picasso, die Gattin des bekannten Führers der futuristssären Malschule. Sie befand sichj auf der Rückfahrt aus Spanien nach Frankreich. Beim Ueberfckreiten der Grenze wurde ihr Gepäck durch die Zollbeamten Untersucht, und ein Zöllner stich dabei auf ein Porträt Fräu Picassos, ein Werk ihres Gatten. „Was stellt denn das vor?" fragte er mit einem mißtranischen Blick Frau Picasso. „Das ist"', erwiderte sie heiter, „mein Porträt." „Was'? Das soll ein Porträt sein?" meinte der Zöllner, „Sic lvollen mich wohl zum besten halten? Das ist doch die Zeichnung einer Maschine, ganz unverkennbar: hier in der Mitte sieht man doch« die Luff,ck?raube!" Daraus Frau Picasso: „Ich kann nur widerholen, was ich schon gesagt habe: es ist mein Porträt." „Das wollen wir bald Herauskriegen", sagte der Zöllner Nun, worauf er einen Sachverständigen herbeirief. Der Sachverständige sah das Porträt lange, sehr lange schweigend an: es vergingen bange Minuten, dann gab er sein Up teil dahin ab: „Es ist ganz sicher die Zeichnung einer Maschine, anscheinend einer Kriegsmaschine, vielleicht eines Flugzeuges. Es kann freilich auch ein U-Boot sffr. Auf alle Fälle ist es höchst verdächtig." Frau Picasso mußte daraufhin samt ihrem Porträt in Spanien bleiben! ^ , * Der H än ptling von Ruanda. Aus Kolonwlkreiseu wird uns geschrieben: Als in den Augusttagen 1014 die Kunde vom großen Kriege in Europa nach, Afrika kam >md in Ostafrika mobilisiert' werden mußte, weil England und seine Verbündeten den Krieg auf die Kolonien übertrugen, keirnzeich'nete ein Missionar, der Diaron l^ehr, die Stimrmrng in dem afrikanischen Lande, das noch inkmer heldenmütig kämpft, nnt folgenden Worten auf einer Karte von« Vorposten am Kilimandscharo „Allgemeine Begeisterung unter Weißen und Schwarzen!"" Seitdem haben die Schwarzen treu au der Seite der Deutschen gestanden. Mit ber Waffe tn der Hand und auf wirtschaftlichem Gebiet sichren sie unverdrossen den Krieg für die desSsckM Herrschaft. Ein beredtes^ Zeugnis für den deutschen Gefft unter den Eingeborenen legt folgender Brief ab, den der König Msinga von Ruanda au den belgischen .^Kommandanten richtete, als die Belgier in sein Land ernrücktcn. Bor eurem Einrücken habe ich> bei dem dents-chen Refidentlv! in sttUonda anftaqen lassen: Was soll ich tun? Er hat nnr geantwortet: In Europa bleiben die Leute, die nicht Krieg führen, ruhig in ihren Wohnstätten: ihnen geschieht nichts. Ferner dat n mir sagen lassen: Wenn die Belgier konrmen, erfttue nur ihre Beichte, so lange sie da sind. So denke ich auch zu handeln, gab du wirst nrtr bt&ve&n mchdS UMos üm, weil du weißt, daß och bange Jahre gut mit dar Deutschen «nAgeAlmwan bpn. Du kannst mckit verlangen, dass ich böse gegen fix handle, denn ick bin ein Mann von Ehre! Die Deutschen haben. inir übri-ens gesagt: Wir werden iviedeckkonnnen, roenn wir in Europa unsere Feinde besiegt haben und da wir weiter siegen werden. Ich »miß nicht, «ob das lvahr ist. Ich weiß mir, daß die Deutschen mir seit langem mimer die Wahrheit gesagt haben I'etzt, wenn du zu mir kommst, will ich dir gehorchen, aber ich verlange von dir, daß du mein Land nicht unnötig zerstörst, daß du mir kein Vieh werter tötest imb daß^du darüber nuadjjffc, daß den Frauen kein Heftet mehr von ftemcn Soldaten geschieht."" So schrieb der König von Ruanda auf seineni Königssitz Njansa, ein schwarzer Häuptling, der über ein Bvff von zwei Millionen gebietet. Vstchettisch. — Gu sta ve Dvre, Das heilige Rußland. Mit 477 Bildern. Verdeutscht und her'aus gegeben von Peter Sicher. Preis geheftet 4,50 Mark, gebunden 6 Mark. Verlag von Albert Langen in Müirchen. — IN den letzten Jahren macht sich in Deutschland ein steigendes Interesse ftir jene Maler aus Honors Danmiers Nähe geltend, dre um die Mitte des vorigen Iahr- hnnderts^ckk Paris iviikten und mit ihreni großzügiger neuen Giwtesk-Stil hercte als Massiker der Karikatur erkannt sind. Ter Begabtesten mner mvd zugleichst wohl der Produktivste, Gustave Dorö, interessiert in dem vorliegenden Werk, das hier zum erstcmnal deutsch erscheint, «als sehr ursprünglicher icnd tvotzdenc typischer Vertreter jener tief irionsschen Zeichenkirnst. Er zeigt sich hier als leidenschprftticher Polftcker, beißeird satirisch, oft gehässig, dennoch:« hat er in einem bei seiner dainaligen .Jugend verblüffend großen Maße fast immer die Geste des überlegenen Ironikers. Das Werk gibt, zuriichgreifenb in die sacpmhafte VergMrgenheit, eckw Karikatur des gefaulten ruffischen Absolutismus bis an die Zeit des Krinckrieges, zu der es entstand. Diese Rückschau auf Jahrhunderte gibt dem Buch dauernden Wert: aber daneben war ihm, bei ims Derctschen wenigstens, in seineni ?lugeüblick größere Beachüing scher als gerade jetzt. Wäre es schon während der ganzen Dauer des rufsich-ftanzösischen Bülldnisses beluftigeird genug gewesen, die in der Karikatur sch verblüffend offen gebende Mcimmg eines repräsentativen Franzosen über den russischen Absolutismus kennen 741 lernen, so ist jetzt, da die russo-ftärikisch^ Seelenfreirndschaft schon nkaNkbell Stoß bekomnien hat, die Mtualitäl auf ihrem Höhepunkt angelangt. Tie Russen selbst würden heute nach« dem Sturz des Zarismus ait den Spottbildern der Iwan und Alexall- der sicher rmncre Freude evleben als die Franzosen. Wir Deutsche jedenfalls haben beim Lesen dieser Geschichte des heiligen Ütuß- larrd beilralie so etwas wie die angenehnic Rolle des tertius gaudens. Das Buch hat jedem ettvas zu geben: dem Politiker rnag der Treppenwitz der Weltgeschichte zum Bewußffein kommen, der Kunstfreund wird seine Freude an der sicheren Hand des inrnrer geistrech,en Zeichners haben, jedermarrn aber ist eine vergnügte Sttmde scher, nicht pm mindesten bartf der vorzüglichen Ueber= setzung von Peter Scher. wöchenü. Seberflcht derToderfSIIe i. d.^tadt S!etzen. 30. Woche. Vom 22. Juli bis 28. Juli 1917. Eillwoh,l«rzahl: angeuommen 511 33100. Sterblichkeitsziffer: 23,56'/,,. Nach Abzllg von 12 Ortssreinden: 4,71 °/g,. Kifider Es starben an Zus. im 1.Lebens- vom2. bi» wachlene l5 9afer 2 ( 2 ) Altersschwäche 4 (2) 4 (2) — Diphtherie 2 (2) — — klrankh. d. Kreislaufsorgane 2 (2) 2 (2) — - anderen Krallkheiten des NervensysteinS 1 (1) 1 (1) — — anderen Krankheiten der Verdauungsorgane 1 (1) 1 (1) — — Krebs 1 l — — Selbstmord 1 (1) 1 (1) — — and. benannten Tod esurs ache n 3 (3) _ 3 (3) — _ - Summa: 15(12) 18(10) — 2(2) Lnm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Verüfsentlcchung des Großh. Kreisgesundheitsamts Gießen. I. V.: Dr. Bötticher. Metkorologische Beobachtungen der Station Giehen. August 1917 "2 • ^ i s 2*3 ücv M ^ j £ 5 ci .2 01 |f t» 1 » 01 3 ■e c JO s i •c JO s Ä ewei ■S® “ 1 2ß b B jm «. Wetter 8.1 3" 23,2 12,1 57 _ 2 Sonnenschein 8. i 10** — 18,4 14,2 90 — — 0 Klarer Himmel 9. 8 JI 16,8 13,2 ( 92 10 Nebel Höchste Temperatur am 7. bi» 8. August 1917 = -f- 23,4' C. Niedrigste * * 7. „ b. , 1917 =-f 13,8'C, Niederschlag: 0,0 mm. Witterungsbcricht^ (Oeffentlicher Wetterdienst.) Wechselnd bewölkt, vonvicgend trocken, keine Temperatur- änderung. ' €c$c riaet richten. Der englische Mißerfiiig in Flandern. H aag, 8. Aug. „Daily News"" urteilt: In dem großen .Kriegsjahr ging auch >die große Offensive, zu der gewaltige Truppenmassen der Engländer uird Franzosen nach imgchnirm- artiUenstischn' Vorbereitung mit den modernsten technischen Hilfsvkitteln, Panzerwagen, Danks, ja glühendes Oel ins Feuer gefilhrt wurden, vor- läuftg zu Ende. Der Gegner l>at einen Widerstand geleistet, der nur dad-urcki lüöglich war. daß cr den Wchsteir Msprüchen an mora- lffckpn .Kraft mrd hinsichtlich technischer- Hilfsmittel genügen konnte. Wie denr auch sei. vorläufig ist imser Vordringen an der flairdrischen Front zuw Stillstaitd gekonrmeir. — „Daily Clnonicle"" nreint, man werde «mit iroch größeren Mitteln neue Versuche unternehmen müssen oder es werde nur errr großzügiger Einsatz von geeigneten Ein leiten der großen Flotte übrig bleiben. Englische Aussichten üver das Kriegsende. Nord-Flandern, 8. Aug. Aus englischen Gefangenenaussagen berichtet der Korrespondent des „Berl. Tageblatts"" die überraschend gleichmäßige Redensart, daß dieser Krieg nicht mehr lange dauern könne und daß man in einem Vierteljahr Verhandlungen erwarte. Die Kriegskunst sei zu Ende. England könne die Deutsck-en nicht zurückwerfen und man müsse den Fall also diplomatisch lösen. Wenn nun auch diesen ^Aussagen kein besonderer Wert beizumessen ist, so wiederholen wir sie als bezeichnend für die Anschauungen an der englischen Front. Es wäre noch beizufügen, daß die Kanadier, die man als die ausdauerndsten und härtesten Truppen kennt, den Gedanken an einen vierten Winterfeldzug als unmöglich ablehnen. Es sei einfach körperlich nichts mehr zu machen. Der Schiffsraunrmlmgel. Haag, 9. Älug. (L.-A.) Nach einer Meldung aus Batavia beginne der Mangel an SckMsvaum eine eriffte Gefahr zu werben. IOOOOO Ballen Tabak seien bereits als unverkäuflich aufgestapelt, weitere 360000 Ballen würden von der neuen Eritte angchäuft lperden, falls keine VerschissuicgSgelegcnheit geboten würde. Es fei kaum zu Hostien, daß die Fvachtenfvagie gelöst foertert würde. Höchstpreise für Wohnungsmieten. Haag, 8. ?lug. Aus London wird berichtet, daß dart jetzt Höchstpreise firr Wohnungsmieten nach der Zimmer zahl festgesetzt tvorden sind. Schon im Jahre 1015 war eine gesetzliche :Reg^lung der Mi-eten erfolgt. Die .Hauswirte, loelche zrt holn' Mieten genommen haben, können nach der jetzigen Verordnung ftiu* -ftrrüctzahttrng des (Neides ge zwungen werden. Die Ernährungsfruge tn RußlmÄ. Haag, 9. Aug. (L.-A.) Wie die „Times"" aus Petersburg nveldcn, tyabv bet Leben snrittelminister gemeldet, daß die Ernte recht ungermgend sei. Da infolge des Fehlens einer Zentralgewalr Über die ländlichen Ottsvenvvlttmgen die Heranschaffung des Fe treides sehr erschwett iverde, ferner auch mck die Eisenbahn nicht mehr zuverlässig gerechnet werden könne und die Benutzung der Wasserwege durch den Eintritt des Winters begrenzt werde, so bleibe die Lösimg der Ernährungssragen während des WiMett sehr lmsicher. Uebersiedlung nach Moskau. S t 0 ck ho l m , 9. Aug. (B. T.) Die finnische Zeitiing „Kansan Dahto^" erführt aus der Kanzlei des finnischen Genera lgionverneurs, daß die provisorisck>e tftegierimg beschlossen habe, aus Petersburg nach Moskau überzusiedeln Das ewberungsfüchtige Belgien. Haag, 8. Aug. Der belgische Abgeordnete Destree ist zmn Gesandten in Petersburg ernannt worden, ein erneuter Beweis für den Sie^ der annexionistifchen groß-belgischen Richtung im Kabinetts Deftree wird in Petersburg als Verfechter des Zerschmetterungskrieges und der Annexion deutschen Gebietes bis zum Rhein nicht sehr willkommen sein. Die Armer der Vereinigtrn Staaten. Bern, 9. Ang. „Progres de Lyon" meldet aus New Nork: Nach Washingtoner Meldungen sind in den Vereinig ten Staaten augenblicklich 809 743 Mann eingezogen. Ferner sind 40000 Mann im Lager von Plattsburgh zur Offiziers- ausbilduirg. Am 1. September werden weitere 687 000 Mann eingezogen tverden und einige Monate später nochmals 500 000 Mann, so daß die Armee der Verettrigten bauten am I. Januar 1918 zwei Millionen Kämpfer betragen werde. Hitze in Amerika. Zürich, 8. ?lug. Die „Neue Züricher Zeitung"" meldet aus den östlichen Gebieten der Vereinigten Staaten: Die ungewöhnliche Hitze sordett zahlreiche Opfer. Der Tempevaturexzeß erreicht fast denjenigen vom Juli 1902 Das Warmem arinumi im Schatten zeigt an einzelner Orten bis 39 Grad Celsius: im Jahre 190^ betrug es 40 Grad Celsius. Die Todesfälle infolge der großen Hitze mehren sich stündlich. Die öffentlichen Verkehrsmittel swcken. Die Fabriken schließen zpm^ Teil, da die Arbeiter gänzlich erschöpft sind. Die Leute schlafen auf den Dächern, in den Sttaßen und Parks Ruhr - Erkrankungen im Kreise Schotten. ** .H e r ch e n h a i n , 9. Aug. Wie bereits gemeldet, haben in unserem Orte plötzliche Krankheitsfälle den Tod mehrerer Einwohner herbeigeführt. Bis gestern abend waren sieben Todesfälle zu verzeichnen. Um einer we^ teren Verbreitung der Krankheit vorzubeugen, sind Absperr maßregeln ergriffen ivorden. Dies hatte in den Dörfern de. Nachbarschaft die schlimmsten Gerüchte zur Folge. Aengst liche Gemüter verbreiten, es handele sich um Cholera, pnd zwar sollen französische Kriegsgefangene einen bestimmten Brunnen verseuckft haben. Infolgedessen sollen 60 Ortsein wohner an Cholera erkrankt sein. Diese Gerüchte sind natürlich weitaus übertrieben. Nach den bisherigen Festste! lungen handelt es sich um einige Fälle von Ruhrerkran- knng, gegen die schon alle Maßnahmen ergriffen sind. Hier hin gehört auch die Absperrung. Der Verdacht, daß die Krank heit durch Kriegsgefangene hervvrgerufen sei, hat sich als grundlos erwiesen. Tüchtige Schlosser, Schmiede Former und Maurer für unser Stahlwerk sofort gesucht. Buderus'sche Eisenwerke. Wetzlar. 589b Sebreiier anch Kriessinvalide für Kriegslieserungen (Munitionskisten) gesucht. F leichteBlircanarbeit. Angeb. an A. Ernst, BiSmarckstr.611. Wmdgere^ner Jäger sucht ÜiittM-il.RchivilSjaB zu pachten. Schriftliche An geböte unter 5891 an den Gietzener Anzeiger erbeten. Leitung: Hofrat Hermann Sleingoetter Sonntag. 12 . Aug. 1917, nachmittags Ubr Singspiel in 8 Allen von Franz Schubert. Für die Bubne be»nbcuet von Hetnr. BeE Heute nacht entschlief sanft nach mit grosser Geduld ertragenem Leiden Herr Baurat Heinrich Diehm Im Namen der Hinterbliebenen: Johanna Diehm geb. Sandmann Franz Diehm Elisabeth Diehm Geschwister Diehm. Lauterbach, den 8. August 1917. Die Beerdigung findet Freitag, den 10. August 1917, um 4 Uhr in Lauterbach statt 6920 Gestern mittag um 3 Uhr entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit unser lieber, einziger Sohn und Bruder Karl im 12. Lebensjahre. Die trauernden Eltern: Ansaat Klemmratlt und Frau und Geschwister. Giessen (Kaiser-Allee 10), den 9. August 1917. Die Beerdigung findet Samstag, den 11. August, nachmittags 1 IA Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 04880 Verwandten, -Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, dass mein lieber, guter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater und Grossvater Herr Kar! Wäjner, Maschinenmeister Dienstag abend nach längerem Leiden sanft entschlafen ist. In tiefer Trauer: 5919 Familie Wagner. Lieh, Leihgestern, Stuttgart, den 9. August 1917. Die Beerdigung findet Freitag 4 1 /, Uhr in Giessen auf dem Neuen Friedhof statt. Von Blumenspenden bittet man absehen zu wollen. (Höhere Privatschule Sexta — Oberprima) Aufnahme neuer Schüler jederzeit Gute Erfolge. Einjährigen-, Priniaresfe-, Abiturienten- Prüfung. Durch den Besuch der Unterstufe genügen Kinder unt. 14 Jahren der gesetzlichen Schulpflicht (Minist. Verfügung vom 13. V. 14). Näheres durch Direktor Brackemann, Ludwigstr.70.Femr. 633 ____ >' Wn erteilt LMlcrNsch- htffe in Latein, Französisch und Englisch? Sehr. Angebote unter 5856 an die Geschäftsstelle des Gietzener Anzeigers erbeten. in- Md Mii non Antiauitäten, Möbeln, ganzen Einrichtungen, Alteisen, sowie allen von mir geführten Artikeln. 2241 Louis Rothenberger. Kcgenrolir- und Ilof- Siiiltkästcn werden gereinigt. 01813 Hünermund, Installateur, Wolkengasse 17. Auf dem Felde der Ehre fiel am 1. August nach 3rmvnariger treuer Pflichterfüllung im 24. Lebensjahre unser lieber Tnrnbruder Musketier Otto Bausch Ein ehrendes Andenken wird ihm allezeit bewahren 5911 Ter Turnverein Langsdorf. LangSdorf, den 7. August 1917. Danksagung. Für die herzliche Teilnahnie bei dem Hinscheiden meines lieben Mannes, unseres lieben VaterS, Sohnes, Schwiegersohnes. Bruders. Schwagers linb besten Herr» Rudolf Pfaff wie für die ausovferungöoolle Pflege des Arztes und der Schwestern «Hautklinik» Gietzen und die trostreiche Rede des Herrn Pfarrers Bingel sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Luise Pfaff Ww.. und Kinder Familie Hch. Pfasf nebst Angehörigen. Launsbach, den 0. August 1917. 5916 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres teuren Entschlafenen, sowie die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden und besonders dem .Herrn Dekan Gußmann für seine trostreichen Worte an dem Grabe sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der Trauernden: Heinrich Moos VI. Lollar, den 8. August 1917. Für die vielen Beweise wohltuender Teilnahme, die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden, dem Neservelazarett II für die unserem lieben Entschlafenen erwiesene liebevolle Pflege und Güte hiermit unseren herzlichsten Dank. JmNamendertrauerndcn.HinterbliebeneA Johanna Hofmann. Gießen, den 9. August 1917. 5318 Schwarz-Weiss» Theater ZlTZT ]Vnr noch heute und morgen. Dis letzten Tape von Pompeji Die Tragödie einer untergehenden Welt, in 1 Vorspiel und 6 gewaltigen Akten. Herrliche Plastische Aufnahmen. Spieldauer 2'/, Stunde. Ort der Handlung: Pompeji nm 79 n. Chr. Spannende Löwen- und Gladiatorenkämpfe. ]B©r Ausbruch, des 1Fosuws begrub mit einem furchtbaren Lava- und Feuerstrom die Stadt. Beginn der Vorstellung nachm, »b: 4, 6Vs» 8'/z bis 11 Uhr abends. Erstklassiges Künstlerkonzert begleitet sinngemäß die Vorführung. Plätze im Vorverkauf an der Kasse. 5917 a FBITl NOWiCK Ersti i ngsk! eidchen Germanenkitie! 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Fichtenstämme 2. „ 7 „ --15,50 „ 15,50Fstm. LoslH.Kiefernstammel. 1 „ --0,70 „ „ 2. „ 2 „ -- 1,90 „ 2,78 Fstm. Das Gebot geht auf den Festmeter und ist für jedes Los besonders anzugeben. Gegen ausreichende Sicher heit wird Zahlungsfrist bis 15. November 1917 gewährt. Angebote sind verschlossen und mit der Aufschrift „Sub- missionsholzoerkauf der Stadt Gienen" bis spätestens 10. August, vormittags 11 Uhr, an de»l Oberbürgermeister der Stadt Gietzen einzuretchen, woselbst um die angegebene Zeit die Eröffnung der Angebote in Anwesen heit etwa erschienener Bieter erfolgt. Wegen vorheriger Besichtigung des Holzes wende man sich an die Forstwarte Geisel-Gietzen, Brück»Rödgen b. Gietzen, Arft-Hochwarte b. Gietzen und Lotz-Wieseck. Gietzen, den 31. Juli 1917. Ter Oberbürgermeister. I. V.: Grünewald. Hotel Fürstenhof • Gießen Heute Donnerstag, den 9. ds. Mts. KONZERT Vorletzter Abschied des Humoristen H. Hüller Vermietungen \ Verschiedene | Kl. Wohg. <2Z., Küche) 1. S^v' z. vm. Sedtllerstr. 23. >'4805 ii- E. Q. m. b. H. Kontrollabschnitte zum Kartoffel-Bestfklaus- weis für 33.—35. Woche bitten wir sofort in den Verkaufsstellen Liebigstraße 23 und Frankfurter Straße 134 abzugeben. Je früher die Ablieferung desto rascher die Versorgung! Der Borstand. Kl. Wohlig, a. ruh. Leute z. vm. Hinter d. West-Anlage 15. Kleine Wohnung zu verm. 04865 Rittergasse 23. E!. Wohn, billig zu vermieten. An den BahnhöSen LS. 104864 Kleine Wohnung soj. z. verm. 04882 Lindengassc 10. 5918 Großer Posten Danksagung. /> £ Für die anläßlich ♦ y unserer Silhoruaa Eocli- J v aoit erwiesenen Auf- J merksamkeiten sagen a innigsten Dank w8,# B. Wagner und Frau. £ Ihn me wäre gerne bereit, allcinstebendc Dame oder Kind in Pension zu nehmen. Schriftl. Angebote unter 04884 a. d. Gietz . Anz. Gestern abend im Wurstladen Ludwigsvlatz 4-eld» brtrwe mit Inhalt ucr* loren. Wiederbringer gute Belohn. Abzugcben Sedlfrs»- bsrg vr Vvß 1 0, II. 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