Nr. M er Sietzcner Xnjetye? erscheint täglich, nutzer Sonntags. - Beilagen: ts'letzenerKamUienvlälter; NreiZdiLtt für ten Kreis «iehen. Vezugspreir: mmtatL 1 Mk.. viertel- jäbrkich 3 Mk.-. durch Mhale- n. Zweigstellen moitatl. 90 Pf.; durch drePoft Mk. 3.- oiettel- lährl. ausschl. Beslellg. ffernsprech - 'Anschlüsse: sürdieSchrlltleitung 112 Verlag,Geschäiksstetleöl AnschrütfürDrcchtnach- richten: Anzeiger tvietzen. Erster Blatt 16 r. Jahrgang Dienstag, r. August fW Postscheckkonto: Krankfurt a.M.llöSö General-Anzeiger für Ober Bankverkehr: Gewerbebank Siesten 3w!l!-ngsrunSSru Ucb der Bistritza weichen die Russen. Der Mußlanf der Neagra ist überschritten und die Höhen von Mfr. bis Mm V, Saca-Tal erreicht. Am Mgr. Casinnlui hänftn )ich die rumänischen Verluste. Me Angriffe gegen den zäh verteidigten Berg sowie gegen die Höhen nördlich des Klosters Lepsa Nmrden abgesthlagen. Bei ihrem Mickzng hat die 12. russische Kavallerien Division nordöstlich Kimpolnng eine Reihe scheußlicher Grausamkeiten verübt. Bei Frumassa wurde eine Anzahl m grauenhafter Weise ver stnmmelter Frauen- leichen gefunden. Der „treue Brudergruß des bulgarischen Heeres." c e n ' uir ein Hause ist, in dem der Tapfere für den Schutz der Feiglinge geopfert wird. Tie französische Revolution hat dies schnell gelernt, sonst würden die Preußen und Oesterreicher die französische Freiheit im Blute il rer Söhne erstickt haben. Es gibt Leute in unseren: Lande, die zersetzende Methoden in die britische Armee einsübrcn möchten und Ausschüsse einsetzen 'wollen, um den Krieg zu bestiunuen und Mi suchen. Die Nation hat ihren eigenen Arbeiter- und Soldaten- rat cr^ickstetg das ist das Unterhaus. Wenn das zn irgend einer Zeit aushört, wird sie cm anderes errichten, aber wir wollen die Autorität nicht in Verwirrung bringen, indem wir gestatten^ daß zwei rivalisierend und sich trndcrstreitendc Regierungen im Staat errichtet iverden. Wir können nicht zulassen, das; Teilorganisationen den Krieg leiten oder den Frieden diktieren. Die Natioir als Ganzes sticht den .Krieg, und die Opfer sind ziemlich gleichmäßig imter alle Klassen verteilt. Tie Natron als Gmrzes führt den Krieg, und die diation als Ganzes ntarf; den Frieden schließen . . . Ich sehe, daß die Deutschen Mit der letzten S chl acht sehr zufrieden sind. Nun, das einzige, was ich sage:: kann, ist, daß der ausgezeichnete Oberbefehlshaber unserer Artstee an^der Westfront sagte, daß er alle seine Ziele in preser Schlacht erreicht hat. 3$ spreche nicht von etwas, was er mir nach denr Kampf gesagt hat. Er war gütig genug, uns davon z'U unterrichten, was diese Ziele waren lÄ sie sind erreicht, ^lber der deutsche Bericht sagt, daß wir nur eckre Trichterlrnie besetzt lstitten. Und in Berlin wird geflaggt. Eirre Trtcksterlinie . . . Wer l?at die Trichter gemacht? .Haben sie die Trichter ausgegraben? O nein, trotz der U-Boote, die, wie Man uns vor etwa sechs Wochen erzählte, verhindern sollen, daß die britische Apniec ihre Munition erhielt, hatten wir genug Geschütze und Muni tion , eine gut aus- gebaute Linie, die sie in drei Fallen mit freiwilliger und erzwungener Arbeit errichtet haben, in eine Reihe von Trichtern zu verwandeln. Zlnd der Kaiser beglückwünschte den Armeekommmidanten zu seinen machtvollen Maßnahmen und befahl, in Berlin zu flaggen. Sie sind Mit der Sckstacht zufrieden, mrd wir lindes a u ch. Nun, solche Schlachten müssen wir haben: sie mack-en beiden Seiten Freude. Wir sind zwei Meilen weit gegangen, llns gefällt es, vorzugehen, ihnen, sich zurückzuziehen. Uns gefällt es. Gefangene zu tnachen, ihnen, sich zu ergeben. Uns gefällt es, ihre Gräben zn zerstören, und sie sind noch immer -mehr entzückt. Nun, lassen ^wir das zu unserer gegenseitigen Befriedigung so weitergehen. Jede Preisgabe von Befestigungen, deren Erbauung ihnen drei Jahre kostete,/wird des .Kaisers Herz von neuem erfreiren und wird neue Glückwünsche an den Krcmprrnzen von Bayern bringen und mehr Fahnen in Berlln. Ich glaube, der Feldmarschall hat die Llbsicht, des Kaisers Hckrz wieder und »nieder zu erfreuen. Aber lassen sie sich nickst durch diese deutschen Berichte rrresühron. Es ist die. britische Methode des Vorgehens, mit möglichst geringen Verlusten an Menschenleben, indent man die deutschen Gräben und ihre Stacheldrähte und ihre Maschinmgewehrposttn zerstört und daun sofort vorgeht, sobald die Beschießung mckhört, und dann! ivieder vorwärts drück:. Das erfordert Zeit, aber es ist sicher. Und obgleich die Deutschen ihr Entzücken ausdrücken, erzählen uns die eirlgebracksten Gefangenen eine ganz andere Geschichte. Aber wahrend die Armee so totster kämpft, solle die ?tttion rnderHei - Mat geduld: g, stark und vor allem einig sein. Die Anspannung ist groß für die Nation wie für den Einzelnen, und wenn die Männer überanstrengt werden, werden sie schwach. Kleine Beschwerden werden übertrieben, kleine Mißverständnisse und Miß- gritse wachsen zu Bergen an. Lange Kriege sind wie lange Reisen, kehr anspannend für die Stimmung. Ein weiser Manu ist aus der Öirt und Macht Zugeständnisse. Es gibt einige, die mehr darauf aus sind, der: Krieg zu beenden, als den Krieg zu gewinnen. Die Pläne, die zum Siege führen, erregen ihr Mißfallen, wenn sie den Kamps verläivgern. Die Leute, die für diese Pläne verantwortlich sind, werden von ihnen verdammt. Wtr wollen unsere Augen fest daraus richten, den Krieg zu gewinnen. Laßt uns unsere beide:: Augen daraus richten. Einige ließen ihre Augen abirren, und während das eine Auge fest auf den Sieg gerichtet ist wandert das andere nach ihre:: Zielen umher oder starrt nur :rach Lieblings- oder 'barteiprojekten. Passen Sie auf, daß sie nicht schielen. Sichten Sie beide Augen aus den Sieg, lassen Sie.^ein Auge rechts oder links schveisen. Wem: in dieser Stunde irgend jemand Mißtrauen und Uneinigkeit in -der Nation verbreit^, so hilft er dem Feinde und schadet fernem Vaterlande. Es macht dabei nichts a::s, ob er für oder gegen den .Krieg ist. Beshalten Sie alle den ctirteU Gedanken im Köpf: wenn Sie Mißtrauen intb Unzufriedenheit in die Nation säen, werden wir eine Niederlage ernten, ^lndererseits, roenn wir dm: Samen der lbeduld, des Vertrauens und der Einheit säen, werden wir den Sieg und seine Früchte ernten. Die letzten Mhänge des Aufstieges sind immer die anstrengendsten für Nerven und Herz, aber die wahre Probe, für die Ausdauer und den Mut des Bergsteigers sind die letzten paar hundert Fuß beim Klimmen nack: oben. Nientand hat eine Idee, niemand in England, Frankreich, Italien, Rußland, Deutschland oder Oesterreich, wie inrtze am Gipfel wir sein mögen. Nur ein Vorsprung verbirgt ihn vielleicht unseren Blic^n. Es gibt auch Unfälle: Rußland mäg für einen Augenblick in einen Spalt gestürzt sein, aber es hängt :roch am Seil uich rvird ivieder hinan skttmmen mit starken Gliedern und dem festen Entschluß, und zusammen werden wir den Gipfel unserer Hoffnungen erreichen. ( * Eine Anfrage im englische» Unterhaus über die französischen Kriegsziele. Bern, 6.Clug. lWTB.) Der Abgeordnete Lees Smith befragte im Unterhauseam 1. August den Staatssekretär des Aeußern, ob das Ministerium amtlich oder nicht amllich von der zwischen Frankreich und Rußland bestehenden Abmachung oder Verständigung Kenntnis habe, nach der Deutschland im Falte des Sieges der Ententemächte, abgesehen von Elsaß-« Lothringen, irgendwelcher Gebietsteile auf dem Westufer des Rheins beraubt werden solle. Balfour antwortete: Ich habe keine Nachricht von dem, was in der Presse erschienen ist. Lees Smith fragte werter: Die Richtigkeit der von Mibot gestern in der Deputiertenkammer abgegebenen Erklärun- gen angenommen, würde das trickst bedeuten, daß die Absicht besteht, Gebietsteile zü nthmen, die durch Generationen hindurch von Leuten bewohnt wurden, welche. . . Der R^mer wurde hier von dem Vorsitzenden mit der Bemerkung unterbrochen, daß das Sache der französischen Kammer sei. Die NrlaubSdauer im französischen Heer. P a r: s, 5. Aug. sWTBh Meldung der Agence HavaS. Kricgs- mllstster Parnleve ^tzte die Dauer deS Urlaubs vom 1. Oktober an auf zehn Tage für vier Monate fest. Äerensti als Diktator. Petersburg, 6. Aug. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegcaphen-Agentur. KerenSki hat folgende Erklärung veröffentlicht: Angesichts der offenbaren.llnmöglichteil mittels einer gegenseitige:: Verständigung zwischen den verschiedener: politischen Strb- mirmren, sowohl den )ozstilistischen wie den nichtsoziälistischen, eine f^rr.-olte revolutionäre Macht ^u sckwffm, wie sie der gegenwärtige Au gl u blick erfordert, sah ich mich gezwungen, znrückzutreten. Eine fl on .nenz von Vertretern der hauptsächlichen, sozialistischen, demv- f" i öym und liberalen Parteien E 3. August hatte nach langen / eternnge» das Ergebnis, daß in dieser Konferenz die Vertreter der Parteien beschlossen havün. m)ir di« Btßgpbe der llmSöldung des Kabinetts zu übertragen. Da ich es für unmöglich Halle, unter den gegenwärtigen Umständen, wo äußere Niederlage :md innerer Zer- ftrll das Lcmd bedrohe::, mich der mir cmpertvauten, schweren Pslickck zu entziehen, betrachte ich diese Pflicht als anÄmucklichen.Befehl des Landes, in nröglichst kurzer Frist und alle:: etwa sich erhebenden Hirrdernissen zuM Trotz eine kraft volle revolutionäre Macht z u s ch a f f e n. Ich gedenke die Lösuirg dieser Ausgabe aus meine unabänderliche Ueberzeugung zu stützen, daß das Wohl des Vaterlandes und der Republik den Verzicht aus Par Leistreitigkeiten und die volle Selbstverleugnung aller russischen Bürger verlangt unter Bedingurrgen und Verhältnissen, die durch die harte Not- :veudigkeit, Krieg zu führe::, dre Kcttnpffähigkeit des Heeres zu er- lLlten mrd die wirtschaftliche Stärke des Staats wtederheczustellen, gebieterisch vorgeschriebe:: siud. Da ich zrrr der Regierung gehöre von der ersten Stunde an, wo die Fülle der Macht in die .Hände des Volkes übergegangen ist, IxtLte ich es für unerläßlich, bet der Umbildung der Regierung inich guf die nach irnd nach von ihr alirSgearbeiteten, in ihren Erklärungen ausgesprochenen Grundsätze zu stütze,:. Gleickizeitig halte ich es in n:einer Eigensckmst als Ober- hmrpt der Regierurrg für unvernwidlich eine Aenderung in der Ordnung und Verteilung der Regierungsarbeit e i n z n f ü h r e n , da ich es nicht für am Platze haltch mich durch Erwägungen hinden: zu lassen, daß diese dlendermigen meine Vermrlw-ovtlichieit lpnsichtlicb der höchsten Ausgabe:: des Staates erhöhen wnben. # * Die Konferenz in Stockholm S t o ck h o l m , 6. Aug. (WTB.) Soe:wka Telegrambyran :nel- det, daß die internationale S o z: a l i st e n k o n f e r e n z endgültig aus den 9. September festgesetzt ist. beekrieg. Neur- U-Boot-Erfolge. Bcrlrn, 6. Aug. (WTB. Amtlich.) 1. Ftn nördlichen Sperrgebiet wurden durch die Tätigkeit unserer U-Boote neuerdings 2 2 OOOBruttoregistertonnen vernichtet. Unter den versenkten Schiffen befanden sich ein großer Pa s sagte rdampfer, allem Anscheine nach der englische Hilfskreuzer „Otway" (12 077 Tonnen), ferner ein großer, schtver beladener Frachtdanrpfer, der aus Sicherung herausgeschossen wurde. In letzter Zeit sind die Verluste der neutralen Handelsschisfahrt, die in 'früheren Monaten des uneingeschränkten U-Boot-Krieges etwa 7& der Gcsamt- verluste betrugen, erfreulicherweise hinter diesem Durchschnitt zurückgeblieben. — 2. Unsere Flugzeuggeschwader an der kurländ ischen Küste belegten in der letzten Woche militärische Fabrikanlagen bei Dünamünde, sowiä befestigte Hasenplätze an der Südküste der Insel Oesel mik Spreng- und Brandbomben. Guter Erfolg wurde beobachtet. Tro'tz Parker Gegenwehr sind alle Flugzeuge ohne Verluste und ohne Beschädigungen zurückgekehrt. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Aus dem Nekche. Ein Telegramm des Reichskanzlers. ck- Friedberg. 6. Ang. Auf eine Drahttrug der band es an den Reichskunzler Dr. Michaelis hat dieser Ortsgruppe Friedberg des Alldentschen Ver- mit folgendem Telegrannn geantwortet: „Euer Hochwohlgeboren danke ich für die Mitteilmig der Kundgebung vorn gestrigen Tage. vertraue fest darauf, daß die glänzende Kriegslage uns zu einen: Frieden verhelfen wird, der die Lebensbedingungen des Deutsche:: Reick-es ans dem Kontinenl und über L»ee dauernd gewährleistet. Michaelis, Reichskanzler." * Berlin, 6. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Reichsanzeiger"' rrreldet: Dem Reichskanzler Dr. Michaelis wurde das Großtreuz des Roten Adlerordens, dem Staatssekretär des Innern Dr. Hekfferich und dem Staatssekretär des Reichsschatzamts (strafen Rödern der Rote Adlerorden 1. Klasse verliehen. Konzessivnspflicht und Aufsicht über den privaten, gewerb lichen und kaufmännischen Fachunterricht. Berlin, 5. Aug. Ber Binchesrat hat in seiner Sitzm:g vom 2. August eine reichSrechtlichc Regelung der Konzessions- Pflicht mtb der lleberwachung des privaten, gewerbliche:: und kaufmännischen Fachunterrichts verordnet. Aus dem Gebiete des gewerblichen und kaufmännischen Unterrichts waren auch schon vor dem Kriege erhebliche Mißstände zallage getreten, und eS war aus den Kreisen Beteiligter, namentlich des Kaufmannsstandes, wiederholt angeregt worden, diese Mißstände durch einheitliche gesetzgeberische Maßnahme deS Reiches zu bekämpfen. Tie Kriegsverhältnisse haben ein Bedürfnis zu solchen: Vorgehen in besonders verstärktem Maße hervortreten lassen. Privat- schulen und Privallehrer haben ihre Tätigkeit in 9ürsnntznna der tmrch den Krieg geschaffenen Verhältnisse weit über den früheren Umfang hinaus ausgedehnt, ohne däb^i ans das wirklich vorhandene Bedürfnis nach gewerblichen und kaufmännischen Hilfskräften Rücksicht zu nehmen. Als reine Erwerbsuutev- nehmen stellen solche privaten Unterrichtsanstalten vielfach hinsichtlich) der Vorkenntnifse und Fälligkeiten sowohl ihrer Lehrer, als auch insbesondere ihrer Schüler nicht die sachlich gebotenen Anforderungen. Tic AuÄnldtMg wird nicht selten m sogenanntest „Schnellkursen" betrieben uro in Räumen erteilt, die für entert Schulbetrieb nicht geeignet sind. Dementsprechend ist auch oft das Maß der vermittelten Klenntnisse so gering, daß die Aus-gebildeten, selbst vämn fte unter den jetzigen BerhLlttrissen eine Stellung! finde::, auf eine dauernde, einigermaßen lohnende Beschäftigung nicht :oerdei: rechnen können. Dabei sind die NnterrichtShonorare oft unverhältnismäßig hoch. Von diesen Nachteilen werden auch zahlreiche Kriegsbeschädigte und .Kriegerwitwen bedroht, die oft durch eine marktschreiende Reklame angelockt, sich solchem Unterricht in der Erwartung anvertrauen, dadurch für Stellungen befähigt zn werden, die ihnen mindestens auskömnllichen Unterhalt gewähren. Un: diese Uebelstände während der Kriegszeit zu beseitigen, ist nunmehr Folgendes verordnet. Wer künftig eine private Fach- oder Fortbildungsschule betreiben oder leiten will, in der Unterricht in gewerbliche:: oder kaufmännischen Fächern erteilt werden sott, oder wer in einer solchen Schule unterrichten will, bedarf oazu der Erlaubnis der von der Lande^entralbehorde dazu bestimmten Behörde. Wer in den genannten Fächern Privatunterricht zu erteile:: beabsichtigt, bedarf dieser ErlaubmS ebenfalls, wem: den Umständen nach anzunehmen ist, daß der Unterricht gewerbsmäßig an Persone:: erteilt werden soll, die ihre Kchrntnisse als gewerbliche oder kaufmännisch«: Angestellte verwerten wollen. Die Erlaubnis ist *u versagen, wem: die sittliche Zuverlässigkeit des Nachsuchenden Bedenken berechtigt erscheinen läßt, oder we:m die erforderliche Befähigung nicht nachgewiesen iveöden kann, und schließlich, wem: dm Besitz der zu::: eirstvandsreien Betriebe der Schule ersorderlickM Mittel oder Räumlichkeiten nicht Vorhände:: ist. Die Erlaubnis kann mich versagt :verden, lvenn kein Bedürfnis für die Unterrichtsertelluna besteht. Außerdem kann die Erlaubnis unter Bedingungen und aus Widerruf erteilt :verde,u Als Bedingung kam: insbesondere die Überlassung des gleichzeitige:: Betriebs des Gewerbes eines Stellenvernrittters austrlcgt werden. Tic Erlaubilis gilt nur für den Nachsuchenden und für den bestimmt zu bezeichnenden Ort oder Bezirk. Inwieweit der Bescheid, d:rrch den die Erlaubnis versagt oder unter Bedingungen erteilt oder zurückgenommen ivird, durch Rechtsmittel angesochten werden kann, bestimmt die Landeszentralbehörde. Auch die bestehe:ü)en Schulen bedürfen nach dem Inkrafttreten der Verordnung zu: Fortsetzung des Betriebes über den 31. Dezember 1917 hinaus der Erlaubnis. Das Gleiche gilt von der Fortsetzung eines kon> zessionsps l i ch Ligen Pri vat Unterrichts. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen der Verordnung sind mit Gefängnis bis zu seck^ Monaten und mit Gellwafei: bis zehntausend Mark bedroht. Daneben können im Verwaltungswege Zwaugsstraseu angeordnet werden. Die Verordnung tritt mit der Verkündung in Kraft. Sie ist aber nur eine Kriegs-Maßnahme und deshalb ist dem Reichskanzler die Befugnis Vorbehalten, den ZeitMnkt ihres Außerkrafttretens zn bestimmen. Wesentlich an der neuen Verordnung ist, daß die ErluubniSerteiluug auck von der Bedürftiissrage abhängig gemacht werden ka::n, und daß sich auck die bestehenden Schulen um Erlaubmserleilung zu bemühen haben. Au» Stadt r»nd Land. Gießen. 7. August 1917. Landesobftsiekle und Rotes Kreuz. Die Hessische Landesobststelle schreibt uns: Durch die Obstpreise, die in den benachbarten Städten Frankfurt und Wiesbaden behördlich festgesetzt worden sind, und die auch in diesem Jahre die hessischen Preise übersteigen, wird viel Obst aus Hessen abgezogen. Die höheren Obstpreise gefährden die Ver sorgung der hessischen Städte. Um dem Anreiz zu begegnen, den der höhere Gewinn in Frankfurt und Wiesbaden dem hessischen Erzeuger bietet, erhebt die Landesobstftelle eine Abgabe von 10 Psg. vom Pfnrrd desjenigen Obstes, das der Erzeuger auf die Märkte bringt. Die Abgabe, abzüglich einer geringen Schreibgebühr für den Kommissionär, fließt der Verwaltungsabteilung der Landesvb st stelle zu. Die eingehende SuTwme soll zur Förderung des hessischen O b st b a u e s Verwerft)ung sinden. Die durch verschiedene Zeitungen gegangene Nachricht, die Gebühr fließe an das Rote Kreuz, ist nicht richtig. Die Landes- obststellc hat niemals dem ^Roten Kreuz eine Zuwendung aus diesen Mitteln:wch sonstwie in Aussicht gestellt. Bei dieser Gelegenheit darf erwähnt werden, daß der bis jetzt aus obiger ''Abgabe eingegangene Betrag verschwindend gering ist. Wie wir hören, haben einige Abgeordnete sich vorgenommen, die wichtige Angelegenheit in der nächsten Kammer- sitzung zur Sprache zu bringen. Dann wird hoffentlich end lich Klarheit geschaffen werden, die in dieser merkwürdigen R^htfertigung der 'Landesobststelle in keiner Weise zu sinden ist. Lebensmittel. ** N ährmittel-A'USgabe. Die bei den Kleinhändlern der Stadt Gießen bestellte:: Waren können von dm Bestellern vor: Mittwoch, den 8. b». MtS. ab in Empfang genommen iverde::. Es cnrfallm auf die Nährnnittelkart A (gelbe Karte) auf Mschjnitt 4 100 Gramm Suppensabrikate. Auf die Nährmittelkart B Trat Karte > aus Abschnitt 9 750 Gramm Gries, auf Abschnitt 10 125 Gramm Haferslocken, auf Absckmitt 11 125 Gramm Graupen. Aus die Nährinittelftrrre 6 blaue Karte) auf Abschnitt 13 200 Gramn: Teigwaren, aus Lllsichnitt 14 250 Gramm Graupen, auf Abschnitt 15 250 Gramm Haferslocken, aus Abschnitt 16 250 Gramm Zuppenfabrikate. Mit de::: l ; e. August ds^ IS. verlierm diese Marken ihre Gültigkeit. Die Ausgabe von Sago aus dm Abschnitt 12 der Nätz: nrittelkarte B (rote Karte) kam: nicht erfolgen, da die War enoch nicht eingetvo ftm ist . Näheres siehe Bekanntmachung. ** Kartosselverbraiuchsregelung. Mit den .Kar- toffelmarken für die 33., 34. und 35. Woche kommen gleichzeitig, besondere Kartoffel-Bestellausweise zur Ausgabe: jeder Verbraucher, den: Kartofselmarken zustehen, erhält auch einen Kartoffelbestell^ answeis. Der Verbraucher bat auf dem Bestellansweis seinetz Namen und seine Wohnung ernzutrage:: und den Scher:: bei der Kartosseloerlaussstelle, bei der er in der 33., 34. und 35. Wvchc feine Kartoffel:: zu beziehen beabsichtigt, vorziulegm. Die Kar- :osselverkaufsstelle ttägt ihre Firma auf dem Bestellausweis ein und gibt ihn dem Verbraucher als Ausweis über die erfolgte Bestellurw zurtick, während sie den dazugehörigen Konttwllabschnrtt aftarcnl und zurückbehält. Der Verbraucher ist verpflichtet, in dm Wochen, für die der- Bestcklausweis gültig ist, feine Kartoffeln von der ü artofsc lv er kau fsstelle zu beziehen, bei der die Bestellung erßolgt ist. Die Kartoffel-B e ste l l a u s w e i s e für die 33., 34. und 35. Woche sind in der Zeit vom 7. bis 10 . AUgust 191^7 bei einet der im Anzeigenteil verzeicknretm Kartoffelverkaufsstellen zur Bestellung vorzu legen. * ** Amtliche Personalnachrichten. In den Ruhestand versetzt wi:rde am 28. Juli der Hauptlehrer Hermann Weyl an der Vollsschule zu Wickseck, im Kteise Öftesten, auf sein Nach- sucheu unter Anerkmnung seiner langjährigen trmen Dimste von: 1. Oktober 1917 an. A:^ Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand ttnrrbe ihm der Titel „Rektor" verliehen. ** Be förd erung. Schlltzmamr H o sm an n, der a.1s Kvmpagnie-Aeldwebel an der Westfront steht, wurde zum Offizier-Stellvertreter ernanart. L. II. Vo n d er La n d e sn n iv ersi tä t Der außerordentliche Professor Dr. Fritz Vigener in Freiburg B. hat einen Ruf als Ordinarius für das Fach der Geschichte erhalten mrd angenonnnen. ** Aus dem Stadttheater-Bureau. Auf vielseitiges Verlmrgen, und um allen denen Gelegenheit zu geben, die keine Zeit für eine Abendvorstellung haben, wird das reizende Singspiel „D a s D r e i m ä d e r l h a u s" am nächsten Sonntag, den 1.2August, in einer Nachmittagsvorstellung gegeben. Da der Andrang zu den bisherigen Vorstellungen außerordentlich war, so ist allen denjenigen, die auf einen Platz rechnen, anz:rraten, eine Vorbestellung zu machen. Postkarte au die Theaterkasse oder Einwurf eines Zettels in den Thealerbrieflasten genügt. Die Theaterkasse wird für diese Vorstellrnrg am Freitag vormittag geöffnet. ** Dieb stähle. In der Nacht zum 4. August sind aus einer außerhalb der Stadt gelegenen verschloffenear Schauer zwei Sack Roggen im Gewickft von 4 Zentnern entwendet worden. Zu dem gestern gemeldeten Zi- garren-Dieb stahl sei noch mitgeteilt, daß die Zigarren aus folgenden Marken bestellen: Markgraf mit Ring, Markgraf ohne Ring, Idyll, von Falkenhagen, Liebelei, Rheingold, Rosilta, Feierabend, Mephisto mtb Sieger. Sachdienliche Mitteilungen über die Täter mtb das gestohlene Gut nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen. ** Oeffentli che Bücherhalle. Fm Juli ivurden 2196 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1312, Zeitschriften 147, Jugendschriften 281, Literaturgeschichte 15, Gedichte und Dramen 27, Länder- und Völkerkunde 40, Kulturgeschichte 27, Geschichte und Biogra> phien 111, Kunstgeschichte 11, Naturwissenschaft Und Äch- uologie 103, Heer- und Seewesen 22, Haus- und Landwirt schaft 17, Gesundheitslehre 13, Relichou und Philosophie 34. Staatswissenschaft 7, Sprachwissenschaft 13, Fremdsprach liches 16 Bände. Nach answäcts kamen 27 Bä:ft>e. ** Staatliche Leimversorgung Am Sonntag fand im Gewerbelwnse dahier die Organisation für die Leirn- Versorgung des Bezi rksv erba udes Gießen statt Es wurden zunächst 4 Fachgruppen (Maler-, Wagner- und Stell- nmcherBuchbinder- uitö Holzgeiverbe) gegründet und beschlossen. Ijbä He Fachgruppe eme MWsGMÄbrng erri&§ttf. Als Dfc mHamtx imrcben gewählt: Für das Maler gewrtÄe WÄMmdeo- merster Christoph Schmidt II.--Gieren (Stellvertreter Weißbiudev- meister H. Larmspad^fi^sießen.), für das WwgnergÄverbe: Wagrrer- nurster Karl-Lrudeustruth-Meßen (Stellvertreter $aM' Reusch- mtg V• ;p‘ c V l r c ^ c i ^> n ni), für _ das Buchbindergewcrbd: Brrclchnchev-' r rgeois-Greßen (Stellvertreter Buchbinder meister Paul Rrchter-Gießen)' für das HolzgÄverbe: Schreinerineister Gg. Vaickach-Greßen (Stellvertreter Schreürermeister Karl Hahn-- l^even). Als Vertrauensmmru-er wurden besonders bestimmt: Für das Glafergewerbe Glasermeister Balthasar Bürau-Gießen, für .^.^ö-^rqewerbe Tapeziermeister Adolf Noll-Gießen. Die Gv- Ichästssuhrwrg wurde dem Ortsgewerbe verein Gieren übertragen. AlZ Geschäftsführer wurde bestimmt: Prof. Dr. Krausmilllcr (Stellvertreter Schreinermeister Georg Haübach imd Weißbiuder- meifter Christoph Schnidt II.). Mit der Leitung des Bureaus wurde der Leiter der HarchWerkerberatungsstelle H. Kirchner (Woh- nmrg: Schrssenberger Wieg 16 III) beauftragt. Da der Leim vom 1. August ab sclwn beschlagnahmt, ist die Durchführung der Or- gam-satimi sehr dringlich. Anmeldungen für Leimbedarf (auch für Holz.) müssen, deshalb bis spätestens Mittwoch, den 9. August, nachmittags 2 Uhr, erfolgt sein Auskunft in diesen Fragen werden in dieser Woche täglich im Gewerbehaus (Mrchstraße 161) von V/ 2 — 2 1 / 3 Uhr erteilt imb Anmeldungen entgegen genommen. ** Einz-iehung der Zweimarkstücke durch die P o st. Gemäß der vorn Bnndesrat beschlossenen Einziehung und Außerkurssetzung der Zweimarkstücke mit Ausnahme der in Form von Dcnkmüuzen geprägten Stinke hat das Reichspostamt alle Postämter angewiesen, die bei den Postkassen eingezahttcn oder eingelösten Stücke mit möglichster Beschleunigung der nächsten Rerebsbankan statt, gegebenenfalls durch die zur Erttg egennahm e der BarübersäMse bestirnrnten Postkassen Mzuführen. **.Gewerbliche Betriebszählung am 15. Angust. Zur Vorncchme der am 15. August b. Js. angeordneten gewerblichen Betriebszählung ist eine größere Anzahl geeigneter Personen, welche sich dem Geschäft eines Zählers unterziehen wollen, notwendig. Unter Bezugnahme auf den Aufruf des Chef des .Kriegsamts in Berlin werden schreibgewandte Männer und Frauen mHgeförpert, sich Dienstag, den 7. und Mittwoch, den 8. August im Stadthaus, Zimmer Nr. 8 pi MeLen. Auf Wunsch kann eine Vergütung gewährt welchen. ** 4 H-enny Porten-Tage im Lichtspielhaus-. Henny -Porten, die gefeierte und weltberühmte Filmfchauspielerin, deren Glcmzlerstmrgen nicht nur von einem kunstsinnigen Publikum, sondern von den Tages- u. Fachzeitungen aufs günstigste beurteilt worden ist, ccks junge, lrebveizmde Königin in ihrem neuesten 'JutrigLnspiel „Der Liebesbrief der Königin" zu bewundern. Außerdem lvrrd auf allgenieiuen Wunsch Hennh Porten in dem löstlichen Lustspiel „Der Sckfirm mit dem Schwan" austveten. Als besondere Mnbrge wird „Aus der 10 Tägc-SMacht bei Monastir" gegeben. Die auertannte gute Künstlerkapelle spielt bei den Henny Portsn- Dagen bereits ab nachmittags 4 Uhr. Die Direktion bittet, nach Möglichkeit die NcvckMrttagsBorstell'ung besuchen Au wollen. Begrün der letzten Aberwvor stel läng ist 9 Uhr. ** Schwarz-Weiß-The-ater, Seltersweg 81. Von DierGtag bis Freitag, 10. Äug. wird ,^Jone oder Die letzten Tage von Pompeji" gegeben, ein historisches Schauspiel in 6 Akten. Spannende Löwen- Nnd Gladiatorenkärnpfe. Außerdem „Das Märchen vom Glück", 3aktiges Lickbesdrama aus den Bergen. Von Samstag ab tritt Maria Orska nt ihrem modernen Lustspiel in 4 Akten „Die Sektwette" aus. ** Im Cafe Amend findet Mittwoch abend pünktlich 8 Uhr ein großes KürrsÄerckonzert statt, ausgeführt von 10 Herren mit Solo-Einlagen. ** Das Kreis bl att Nr. 134 enthält Bekanntmachungen Wer: Höchstpreise für Getreide, Buchweizen nnd Hirse. Preise für Asieihch und Fleisckkwareu. Verarbeitung von Obst. Gewährung von Slaatsdarlehen. Bornahme einer gelverblichen Betriebszählung. Druschlöhne. Landkreis Gießen. Z. Geil schon se n, 6. Aus. Gemeindernt Gefreiter Heinrich Wagner 3., seit Anfang des Krieges bei einer Fuhrparkkolonng im Westen, erhielt das Eiserne Kreuz. Mit der Hessischen Dapsev- kLitsinedaille ist er bereits ausgezeichnet. —m. La ngd , 6. Aug. Meder wurden zwei Söhne unseres Ortes, Wehrmann Heinrich Pitz und Pionier Adolf Dietz >mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet. Die Hessische Tapferkeit^ Medaille erhielten beide schon frtrher. Kreis Büdingen. -- Aus der breiten W etter au . 4. Aug. Ein guter, durchweichender Landregen ist nun auf die Fluren niedergegangen. Wochenlang schmachteten die Felder unter der Trockenheit, und bald wäre dem Landmann die Hoffnung geschwunden, mit seinem Viehstand durchhalten zu körmen; denn der Klee wuchs nicht und das (brummetgras wurde immer-schlechter. Nun atmet die Natur frisch aus. Dem Mais und den andern Futterpflanzen kommt die Feuchtigkeit sehr Erstatten, auch die Kartoffeln können sie noch gebrauchen, da jetzt bei den Spätkartoffeln die Zeit der eigentlichen! ’ ' .Knollenbildung ist. Allerdings # ist die Regenmenge völlig ausreichend: noch mehr wäre schädlich, da die großen Kartoffelstauden die Feuchtigkeit zu sehr halten. Auch für den Fortgang der Ernte sind weitere Niederschläge imerwünscht, da fast aller Hafer und noch ein Teil Gerste auf Klecken liegt nnd so der Gefahr ausgesetzt ist, zu wachsen. Sehr von Nutzen ist der Regen dem Obst, denn bereits lagen unter den sehr behangenen Apfelbäumen große Mengen Fallobst, nicht wurmstichig, sondern gesunde Früchte, Gvie wrrch die Trockenheit heruntergefallen waren. Dasselbe konnte man bei den Zwetschen, dem Wetteraner Honigobst, seststellen. Ein weiteres Abfallen der Früchte ist nun nicht mehr zn befürchten und somit besteht die beste Aussicht auf eine gute Obsternte, die Die vorjährige bei weitem überttifft, da dieses Jahr keine Obstart versagt, wenn auch Zwetschen etwas dünner behängen sind. Hessen-Nassau. X H a n a u, 5. Aug. Fliegerleutnant Heinrich Ganter- mann, der nach dem heutigen Tagesbericht seinen 25. Gegner im Luftkampf abgeschossen hat und bereits Inhaber des Ordens lr paut le murrte" ist, stcht im 22. Lcben^ähre und ist in Siegen beheimatet. Seine Nlärtärrsche Laufbahn hat er im thüring. Monew- Regiment Nr. 6 in Hanau begonnen, In diesen Truppenteil ist er am 5. August 1914 als Kriegsfreiwilliger eingetteten nnd mit chm auch ins Feld gerückt. Später ttat er bei einer Maschinengewehr-Kompagnie ein, wuwe dann zum Offizier befördert und einer Ersatz-,Maschinengewehr-Kompagnie zugeteilt, mit Der er am 31. Mai 1915 wieder ins Feld rückte. Bald darauf trat er zur Fliegertruppe über. Der Vater des erfolgreichen Fliegeroffizier^ führte als Rittmeister der Reserve längere Zeit eine Abteilung! des Zentral-PserdÄrepots 6, das zu Beginn des Krieges 'in Hanau' untergebracht war. = Höchst «. M., 5. Llüg. Ulm den erledigten Posten eines Stadtbaurats bemühen sich bis jetzt 40 Bewerber. rrniverfitätr-Nc-chrichtsn. Halte, 6. Aug. Wie wir erfahren, wurde an Stelle von Professor Hans Fehr an der Universität 5) alle der Gießen er Professor Dr. Rudolf Hübner in Aussicht genommen. Professor Hiüblrer ist 1864 zu Berlin geboren, besuchte das dortige Wilhelws- ghMnasium und die Universität, dann die Universität Straßburg. Seine Lehrer waren Brunner, Hinschius, Hübler, Gneist, Pernice, So hm und Labcrnd. Gründung einer akademischen Lo ge. Jfc Marburg all ;bcr Lahn ist in der letzten Wock)«c eine dort schon seit langMt bestehende Bewegung in die Oesfentlichkeit getreten, die die deutsche Studentenschaft in einem geistigen Mittelpimtt in der Form einer akadenfischeu Loge Zusammenfassen will, iun in dieser Form euren übergeordneten Bund zur Erweckung akadenfischen Geistes und zur Vertieftmg akadomsicherr Gemeinschaftslebens zu schaffen. Es fand eine dlkademi-kerVersammlung statt, zu der särntlick-e Korporationen Marburgs eingeladen waren und in der der Gedanke der akade- mlffch-en Loge mrs fruchtbaren Boden fiel. Die akademische Loge will pui Grund des Erlebnisses des Wadenfischen, das heißt: des gerstig Schöpferischen, in dem! sie dte Grundlage cklleS sozialen und wirtschaftlichen, alles politischen lmd bürgerlichen Lebens sieht, eine umfassende lose und offene pottfisch konfessionell neuttäle Ge- Nreinsckiaftsbewegrmg der deutschen StUdentensckwft imd über sie hinaus des gesanfien deutschen Akadcmikertums schaffen. Nur auf die- sclnt Wege scheint eine lleberbrückung der bestehenden Gegensätze der deutschen Studentenschaft wahrscheinlich, nur auf diesem^ Wege ist die Schaffung,.und Wredererweckmrg eines studentischen Berufs- bewußtseins, der Wille zu einer akademischwi Kultur und Lebenshaltung möglich Der Name Loge soll nur die lose Ungebundenhfit, die untsassende Uebergeorduethfit, die polifische uitd konfessionelle Reutratttät, die Einheit der geistigen Grundlage zum Ausdrrick bringen. Er ist kein Zroeckverband und keine Kamipforganisation- sondern eure Erlebnis- und Arbeitsgemeinschaft, die in Marburg, >vo bereits Gemeinschaftsbesttebmrgen der Studentenschaft vorhan- den sind nnd auch schon Erfolge.gezeitigt haben, in der dortigen! Diarburger philosophischen Schule ihre geistige Grundlage besitzt. Es ist bereits für das nächste Ssmdster ein aus allen Kreisen der SttlÄmtenschast sick> zusammensetzender Ausschuß zur Vorbereitung für die Gemeinschaft gewähtt worden. Daß diese akademische Loge infolge ihrer geistigen Grundlage mrr eine umfassende Organisation der Studenten fein kann und die studierenden Frauen nicht in den Rällmen ihrer Erlebifis- und Arbeitsgem eirfichaft einschließen kann, erscheint selbstverständlich. SchkM du WvDer, deutscher Mchel ? Wache auf! Etwas nrchr von dem Willen unsever Femde zum Sieg und zur MachtAeser Krieg und der kommende Friede sollen entscheiden über dein und deiner Kinder Schicksal und Deutschlands Zukunft für alle Zeiten! 6. Kohlenzusatzkarten für Aerzte. „Wegen ausreichender Versorgimg der AeiHte mit Kohlen hat sich, wie bereits berichtet, der A e r z t e a u s s ch u ß G r o ß - B e r lin an die Behörden gewcmdt. In einer Bespreckwng zwischen Vertretern des Aerzteausschusses und der Kohleriverteilmigsbehörde wurde nun den Aerzten, die mit Kohlen il-re Zimmerösen lw^en. zugesichert, daß sie K o h l e n z u s a tz k a r t e n zur Sprechzimmerheizung erhalten. Eine aridere Frage, die noch nicht gelöst ist. ist die, wie die Aerzte, die Zentralheizung haben, versorgt werden sollen. Da Gasöfen aufzustellen verboten ist, ist in Aussicht genommen, bei den Aerzteii mit Zentralheizung eine 'Ausnahme zn machen. Me diese Versorgung statt finden lvird, soll noch in weiteren Besprechungen festgesetzt weiden." Me Berücksichtigung, die der Berliner Magistrat der Aerztt- schaft und damit nicht zuletzt der leidenden Menschheit widerfahven läßt, verdieitt allgemeine Beachtung. Die meisterr Aerzte werden wohl mit Sorge — und einem Bezugsschein für Kohlen — dem Winter entgegensehen. Kalte Wartezimmer, kalte Behcmdlungs- over gar Operationsräume vertragen sich mdjt mit den darin ge- predichen Lehren. Mnn es nicht auch hier möglicks, den iverfigeU Aerzten und Zahnärzten entgegenzukommen imd ihnen die ohne hin nicht leichte Arbeit in dieser Zeit etwas weniger sauer zu gestalten, kommt es doch in erster Linie den .Kranken zugute, die auch andererseits aifi die Erhaltung der Gesundheit ihres Arztes sehen werden. Kliniken.^ als Staatsinftitttte, werden wohl durci) ihre Verwaltungen versorgt werden imd kommen hier nicht in Bettacht. » Rwld. vermischter. Zwangsschlietzungen von GasMnftl-n im Sxir*. Werniger>ode, 6. Aug. (Privattel.) Me die „Wer- ifigeuoder Zeittrnch' meldet, hat die Aufdeckung einer gehe im en (Sch lüch-ter ei rn Wernigerode, die in bet Hauptsache eine Reihe größerer H>otels im HarA mit Fett versorgte, zrrr ioeiteren Folge, daß vom 15. August ab die Hotels „Fürst Stollberg" in Schierke, „Beckert", „Drei Tannen-Höhe" und „Fürstenhöhe" in Schierke von seiten des Landrats in Wernigerode geschlossen wordeir sind. Mr großen Hotels bezogen seit langer Zeit große Mengen von Fleisch aus dem verbotenen Flerschhondel nnd verarbetteteu sie für ihre Betriebe. Weitere Schließungen von Hotels stehen in Aussicht. Auch eine Reihe von Händlerri, ferner einigen Flerscherrneistern in der Umgebung von Weritige- rode wurde die Ausführung ihres Gewerbes untersagt. Witterungsbericht. (Lcfsentlicher Wetterdienst.) Meist heiter, trocken, keine Temperaturänderung: Gewitter nicht ausgeschlossen. Sport. ** Gießen, 6. Aug. Nachdem der Gießener „Verein ft'rr Rwenspiete von 1900" in seinem letzten Wettspiele gegen eine aus Mitgliedern des Sportvereins „Hessen", des Sportvereins „Meickur" und anderen hiesigen und auswärtigen Kräften zusammengesetzte Mannschaft den glänzenden Sieg von "9:0 Toren davon getragen hatte, hatte er am Sonntag, einen ziemlich schveren Kampf gegen den Fußballverein „Merkutt'-FrieÄ»erg zu bestehen. Da „Merkurt' der einzige Verein ist, der jetzt in Friedberg noch spielt, und der Verein noch starken auswärtigeir Ersatz aufwies, konnte er mit einer sehr guten Mannschaft antteten. Die Aussichten waren für die käst durchweg aus Schülern bestehende Gießener Mannschaft gegenüber den stämmigen Gegnern schlecht. In !ber ersten Halbzeit blieb der Kampf ziemlich gleich. Nach Halbzeit zeigten sich _ jedoch die Gießener überlegen. Die Stürmerreihe, die sthou zusammenspielle, ließ Angriff auf Angriff auf das seind- liche Tör folgen. Die rechte Seite brachte unter Zuhilfenahme'des Mittelstürmers die Bälle vor das Tor > gab sie dann nach links, Und der linken Seite (Linksaußen imd .Halblinks) gelang es, je ein Tor zu erzielen. Hervorzuheben ist auch noch das schöne Spiel her beiden Verteidiger und des Torwarts von Gießen. Die Friedberger Mannschaft ließ kurz vor Sckiluß (ungefähr V 4 Stunde) das Spiel abbrechen, ünd das Spiel endete so fiujr „Vs. f. R. v. 1900 Gießen" mit dem Siege von 2:0 Toren. An den nächsten Sonntagen werden ebenfalls Wettspiele in Gießen statt linden. Die einzelnen Spiele werden durch Aushängen angezeigt werden. Einge?anvt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artlke! übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Wo find die Fahnen gMieben? Als unser Siegeszug im Osten begann, mußte jeder gute Deutsche mit Ungeduld des Zeichens harren, das ihm verkünden sollte: Die Fahnen heraus zur Freude am Sieg und zum Dank unserem Heer!. Das Zeichen kam, Hindeuburg gab es selbst, docli wo blieben all die Fahnen?? So kleine Mühe für eine so große Sackte habt ihr gescheut! Wfihrhafttg, ttcrurig schon, wenn so schwerfällig euer Pattiotismus ist, aber schlinrm stünde es, wäret ihr gleichgültig geworden oder gar des Krileges überdrüssig wie einer lästigw, unbeguenum Sache! Zeigt uns, daß der jüngste Reichstagsbeschljuß wirklich ein Zeichen der Schwäche war? Me sc» wie setzt hat es gegolten, -echte, feste Stimmmrg zu haben und zu sckjaffen, aus der heraus uns ein guter deutscher Friede kommen, soll, kein fauler Friede, in dem nur der Weizen unserer deutschen Feinde blüht, wem: der Arbeiter brotlos wird! Setzte Ncrchrr^ten. Eine Neuorganisation der Reichspoft. München, 7. Aug. (B. %.) Me „Münchssw-Aug spur gor Abeudzertuuch' kündigt eine Neuorganisation der Reicks post au Haupt und Gliedern an. U, a. soll auch eine nener- liche Erhöhung aller Postgebührerr in Aussicht genommen sein. Briese, Postkarten, Fernsprecher', Telegraph, Pakete und Zeitungsgebühren s-ollem um 30 bis 50 Prozeitt aber- maV teurer werden. Kaiser Karl in Czernowitz. Czernowitz, 6. Aug. (Meid. d. W. K. K. T.-K.-B. Kaiser Karl ist heute vornrttbag unter grenzenlosem Jubel der Bevölkerung in Czernowitz erngezogen. Rumäniens Elend. Z ü r i ch, 6. Aug. Die „Neue Züricher Zeitung" berichtet, die Zustände im unbesetzten Rumänien seien unerträglich. Die Not sei nicht zu bewältigen. Die Unmöglichkeit der Säuberung der Hauptstraßen von Jassy, wo laut amtlichen Berichten 8000 Tierleichen umherliegen, Flecktyphus, Wechselsieber, Cholera, Mangel an Medikamenten und Nahrung rufen allgemeine Mißstimmung hervor. In vielen Gegenden werde nur einmal wöchentlich Brttt verkauft. Die Kraft Rumäniens sei erschöpft. Türkischer Erfolg in Persien. Kvnstantinvpel, 6. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) In Persien grfif eine 60 Mann starke Abttllmg von uns 25 .Kilometer nordöstlich Sardescht eine 300 Mann, starke russische Abteilung üliervaschend an. Die Russen gingen nach einem Verlust von 50 Toten und Verwundeten eiligst zurück. Sinai ftont: Acht feindliche Flugzeuge, die ohne jede Wfifiüng 16 Bomben aus einen Teil von Schieris abgeworfen harten, wurden von zwei unserer Flugzeuge angegriffen und vertrieben. f Churchills Phantasie. A tm! st er dam , 6. Aug. In Dublin erklärte Churchill, Lloyd Georges Regierung werde selbst unter den entgegenkommendsten Bedingungen keinen Frieden mit Deutschland machen. England wolle erst alle Neutralen der Welt überzeugen, daß sie sich gegen Deutschland erklären ^müßten und dies sei in einigen Jahren nr erreichen. Erst wenn Deutschlands Welthandel kerne Aussicht mehr tobe zu neuer Entwicklung, dann sei es an der Zeit, Fn'edenr zu fl machen. Diese Forderung sei der Hauptbeschluß der ersten Pariser I Konferenz gewesen und er sei gleich bindend für alle Miierten nfit dlnsnahnve Amerikas, das man zum Beitritt noch zu gewinnen hoffe. Programm vom Dienstag, 7. bis inkl. Freitag, 10. Angnst. Jose oder Die letzten Tage von Pompeji! Nach dem gleichn. Iiomanwerk nach dem Film bearbeitet. Historisches Schauspiel in 6 Akten. Spannende Löwen- und Gladiatorenkämpfe. Märchenhafte Ausstattung. Ueber 10000 Mitwirkende. Im Jahre 79 nach Christi erwachte der Vesuv und ein furchtbarer Ausbruch begrub die Stadt Pompeji unter einem Feuer- und Lavastrom. Soweit Plätze frei Das Märchen vom Glück 3aktiges Liebesdrama aus den Bergen. 6840 a Ab Samstag Maria Orska in ihrem modernen, besten Lustspiel in 4 Akten Oie Sefefwcüe“. gesucht- C'hr. Zimiaier. 5872 Bahrchosstr. 12. Wchicbt eine unavliüngige Frau zu zwei alten, kranken Leuten zur Pflege aufs Land. 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Für die aus Anlass des unersetzlichen Verlustes meines auf dem Felde der Ehre gefallenen treuen, guten Mannes, unseres lieben Sohnes und Schwiegersohnes bewiesene Teilnahme sagen wir allen, besonders der Gemeinde Rüddingshausen hiermit herzlichen Dank. Fra« Adelheid Fiagel geb. Diehl Familien Engel und 3>ieiil. Rüddingshausen, Nieder-Weisel, Södel, Darmstadt, im Juli 1917. 3S5 . (Höhere Privatschule Sexta — Oberprima) Aufnahme neuer Schüler jederzeit Gute Erfolge. Einjährigen-, Primareife-, Abltnrientcn- prüfting. Durch den Besuch der Unterstufe genügen Kinder unt. 14 Jahren der gesetlichen Schulpflicht. (Minist. Verfügung vom 13. V- 14). Näheres durch Direktor Brackemann, sLudwigstr.70,Fernr.C33 Mtt dem 15. August ds. Js. verlieren die/e Marken ihre Gültigkeit. Wer die von ihm bestellten Waren bis au diesem Zeitpunkt nicht bezogen hat, verliert den Anspruch darauf. Die Kleinhandelögeschäste baden die betreuenden Quittungs- und Bezugsmarken abzutrennen und getrennt nach Nummern und Farben an das LebenSmittelamr ab zultefern. Die nach dem 15. August ds. IS. nicht abgehoben Warenmengen sind dem Lebensmitlelamt bis znm 17.Aug. 1917 schriftlich anzuzeigen. 'Nichteinhaltung dieser Frist hat den Ausschlntz von dem Vertrieb der Nährmittel zur Folge. Die Ausgabe von Sago aus den Abschnitt 12 der Nahrmittelkarte kr ch- topfeii, Waßeleisrn unD K«ssterSsteril Wilh. Dürbeck Nachf. I Measstraße 6. Teleph. 283 Hühnerfutter . Kückenfutter Vogelsuttev empfiehlt 4544 ld, PJack. Neuen Bütte. Tel. 568 mm Einmach-Tabletten in Rollen zu 10 St. für 10 Kilo Früchte. Lülsr-Vrog. Sslisrs- utsg 23. Otto Schaaf. [5581 zur Saat offeriert 6M5 Heinrich Hahn, Tamenbdlg., Neustadt 8 . voll 1061 n. Bamenverein Babelsberger ErstcrUebunifsabend (Diktatkurs): Mittwoch, den 8 . August. 5849v TlcdVL und Damenabt«ilnng. Mittwoch, den 8 . Augusts Hotel Fürsteahof. ^Hv •y 3. 4. 5. 6 . v — K 9. 10 . 11 . 12 . ausgeführt von 10 Herren mit Solo-Einlagen I'KO^K IMM. I. Teil: Einzug der Gladiatoren.Fucik Don Ansagen, Walzer.' Fucik Ein Morgen, ein Mittag in Wien . . . Nicolai Margarethe. Fantasie.Gounod Piston-Solo «Herr Mank) Musikalische Telegramme, Potpourri . Morena II. Teil. Mein Ideal, Walzer.Blon Lustige Weiber von Winsor, Ouvertüre Nicolai Piston-Solo (Herr Mank) Dreiroäderlhaus, Potnourri.Berl -6 Samson und Dalila, Lied.SainfcSaöns Treue aufs neue, Marsch .Siede Morgen Mittwoch trifft am Lenz'fchcu Felsenkeller eine Sendung (rinmach und Salatgurkeu, Rettiche ufw. ein. Bestellungen werden auch im Hause Neustadt 1« enrgegengenommen. 5387 Frau Frosch. Jagd - Verpachtung. Die Gemeindejagd Rabertshausen I und H, etwa 187 ha, ill in 2 Bezirken auf 6 Jahre vom 1. September 1917 bis 31. August 1923 öffentlich meistbietend am 25. August d. ,L nachm. 2 Uhr, im Rathause hterfelbst unter den im Termin bekannt gegebenen Bedingungen zu verpachten. Rabertshausen, den 7. August 1917. ,>854 Grotzherzogliche Bürgermeisterei Rabertshausen Re»chhardt. Stirnbinde diese verhütet und „luiunnud beseitigt lästige Runzeln und Falten der Stirn und verleiht jugendliches Aussehen. Preis (verstellbar) M. 3.75 Kinnbinde Fflfllifil“ ^bt die gesenkten nUDUIIbU Gesichtsmassen und beseitigt das unschöne Doppelkinn. Preis M. 3.75 W angenbinde Ppplha“ beseitigt die starken, M llulUiü teilweise sehr häßlichen Fleischmassen der Wangen. Preis M. 3.75 Porto u. Nachnahme e xtra. Diskreter Versand. Frau TH. FISCHER BERLIN-WILMERSDORF 49 . Detm older Straße 10. 3 EZ Katalog über Schönheitspflege gratis. Bekanntmachung. Der vom Gememderat beratene Voranschlag für das Rj. 1917 liegt vom 8. dS. Mt», an eine Woche bei Unterzeichneter Stelle zur Einsicht auf. Es wirö Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Stangenrod, den 6. August 1917. Gr. Bürgermeisterei Stangenrod. 5877 I. B. Groß. Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gieße». Nährmittel-Ausgabe. 1. Die bei den Kleinhändlern der Stadt Gietzen bestellten Waren können von beii Bestellern von Mittwoch, den 8. d. Mts. ab gegen Barzahlung und Vorlage der Nährmittelkarte in Empfang genommen werden. Näbr- nuttelkarten ohne die Ouittungs- und Bezugsmarken berechtigen nicht zum Bezug; einzeln abgetrennte Quitrungö- und Bezugsmarken sind wertlos. Es entfallen: 1. Ans die Nährmittelkarie A (gelbe Karte) a) Auf Abschnitt 4: 100 Gramm Suvvensabrikate. 2. Auf die Nährmittelkarte 28 (rote Karte) a) Auf Abschnitt 9: 750 Gramm Grien h) „ „ 10: 125 Gramm Haserflocken e) „ „ 11: 125 Gramm Graupen. 3. Auf die Nährmittelkarie 4) (blaue Karte) a) Auf Abschnitt 13: 2OO Gramm Teigwaren b) „ „ 14: 250 Gramm Graupen c) „ „ 15: 250 Gramm Haierflocken d) „ „ 18 : T 8 O Gramm Suppenfabrikate. Kartvffelverbranchsregelung. Für die Abgabe von Kartoffeln durch die Kartoffelverkaufsstellen in der Stadt Gietzen wird folgendes bestimmt: 8 1. Mit den Kartoffelmarken für die 33., 34. und 35. Woche kommen gleichzeilig besondere Kartoffel-Bcstellausweise zur Ausgabe,- jeder Verbraucher, dem Kartoffelmarken zuftehen, erhält auch einen. Kartoffelbestcllausweis. 2 . Der Verbraucher hat aus dem VestellauSweis seinen .kamen und seine Wohnung einzutragen. Bestellansweise ohne diese Eintragungen sind ungültig. §3. Der Bestellausweis ist bei der Kartoffelverkaufsstelle, pci der der Verbraucher in der 33., 34. und 35. Woche seine Kartoffeln zu beziehen beabsichtigt, vorzulegen. Die KnrioffelverkaufSstelle trägt ihre Firma auf dem BettettausweiS ein und gibt ihn dem Verbraucher als Ausweis über die erfolgte Bestellung zurück, während sie den dazugehörigen Kontrollabschnitt abtrennt und zurückbehalt. § 4. Die gesammelten Kontrollabschnitte sind nach Ablauf der Beitellzeik von der Kartonelverkaufsstelle auf Bogen aufzukleben und dem Städtischen Lebensmittelamt zur Prüfung etnzureichen: sie dienen als Grundlage für die Zuteilung an Kartoffeln. 8 5. .. ?^rjst verpflichtet, in den Wochen, für dw der Bestellausweis gültig ist, seine Kartoffeln von der Kartoffelverkaufsstelle zu beziehen, bei der die Bestellung erfolgt ist. . ^ie Zuteilung foldjer 33erbröudjer, die nach Ablauf der Bestellzett in die Kartoffelversorgung eintreten, an befttminte Verkaufsstellen bleibt Vorbehalten. 8 6. Die Zeit, während deren die Bestellung zu erfolgen hat, sowie ote Namen der Kartoffelverkaufs stellen, bei denen Bestellungen erfolgen können, werden besonders bekannt gegeben. 8 7. . Die Abgabe von Kartoffeln in den einzelnen Wochen erfolgt durch die Kartoffelverkaufsstellen nur gegen Ablieferung der für die laufende Woche gültigen Kartoffel- marken. 8 8 . Gietzen. den 4. August 1917. 58678 Der Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Kartoffel-Bestellung. Im Anschluß an die Bekanntmachung über die Kartoffel-Berbrauchsregelung wird folgendes bestimmt: Die Kartoffel Bestellausweise für die 33 ., 34. und 35. Woche sind in der Zeit vom 7 . bis 10 . August 1017 bei einer der nachstehend verzeichneten KartoffelverkaufS- stellen zur Bestellung vorzulegen. II. Verbraucher, die nach dem angegebenen Zeitpunkte in die Kartoffelversorgung eintreten, haben die Bestellausweise dem Städtischen Lebensmtttelamt lKartoffel- stelle) vorzulegen. III. Die Bestellung von Kartoffeln kann bet nachfolgenden Kartoffelverkaufsstellen erfolgen: 1. ) Löbsack, Hinter der West-Anlage 5 2. ) Hantel, Neuen Baue 7 3. ) Rumpf, Zozelsgaffe 9 4. ) Hirsch Witwe, Rodheimer-Slratze 30 5. ) Schade L Füllgrade a) Filiale Bahnbofstratze 26 b) Filiale Ludwigstratze 20 6 . ) Konsumverein Gietzen und Umgegend a) Filiale Aslerweg 6 b) Filiale Neuen Baue 11 c.) Filiale Bleichstratze 16A d) Filiale Schanzenstratze 16. Die unter « bezeichneten Kartoffelverkaufsstellen nehmen Bestellungen auch von Nichtmitgliedern an. Die Kartosselverkaufsslellen haben die vereinnahmten Kontrollabschnitte auf 'Bogen aufgeklebt unter Angabe der Zahl am I I. August 1017 dem Städtischen Lebens- mittelamt lKartoffetstelle» einzureichen: ste dienen als Grundlage für die Zuteilung der Kartoffeln. Gietzen, den 6 . August 1917. 58588 Der Oberbürgermeister. Lebensmittelamt. Bekanntmachung Betrifft: Gcwerbl. Betriebszählung am 15. Aug. 1017. Zur Vornahme der am 15. August 1917 angeordneten gewerblichen Lctriebszähl,mg ist eine grötzere Anzahl geeigneter Personen, welche sich dem Geschäft eines Zählers unierzlehen wollen, notwendig. Unter Bezugnahme auf den nachstehenden Slnfrnf des Ehefs des Kriegsamtö in Berlin werden schreibgewandte Männer und Frauen aufgefordert, sich Dienstag, den 7., und Mittwoch, den 8 . August 1017 im Stadthaus, Zimmer Nr. 8 , zu melden. Auf Wunsch kann eine Vergütung gewährt werden. Gietzen, den 6 . August 1917. Der Oberbürgermeister. I. V.: Emtuelius. A n f r u f. Zur wirtschaftlichen Durchführung des Krieges und stcheren Ueberleitnng unserer Volkswirtschaft in den Frieden und neue ziffermnätzige Angaben über den deutschen Gewerbefleitz erforderlich. Ich habe deshalb im Einvernehmen mit dem Reichsamt des Innern aus Grund des Htlssdtenftgesebes eine gewerbliche Betriebszählung angeordnet. Die Zählung wird sich über das ganze Deut,che Reich erstrecken und um die Zeit des 15. August stattsmden. Ich setze voraus, datz die Vorsteher sämtlicher Kommunalverbände ihre ganze Kraft und 'Autorität eiu- setzen werden, um dieser hochwichtigen Zählung zu einem vollen Erfolge zu verhelfen. Ich erwarte, datz dieStaats- find Gemetndeverwaltnngen. ihre statistischen Aemter, ihre Beamten und Lebrer durch verständnisvolle und opferfreudige Mitarbeit mir die geforderten Unterlagen verschaffen werden. Ich vertraue aber auch, datz jeder deutsche Gewerbetreibende, gleich ob Fabrikant, selbständiger tuten,er, Kaufmann. Hausgewerbetreibender usw. den ge- ueferten Fragebogen gewlssenhaft mit sorgfältiger Ueber- legung auSfüllen ivird. Die Fragen sind aus das für die Heeresverwaltung Notivendigste beschränkt nwrden. Soll das Werk gelingc», so muffen freiwillige Kräfte Mitwirken, um die gewerblichen BctrieVe aller Art aufzmuchen und für eine richtige Ausfüllung der Fragebogen zu sorgen. An Männer und Frauen, alt und luug ergeht deshalb die Aufforderung: Wer immer mit der Feder nmzugeben weih und einen Tag erübrigen kann, leiste dem Vaterlande den wichtigen Dienst und stelle sich der Gemeindeverwal tnng als Zahler zur Verfügung. Berlin, den 31 Juli 1917. Der Ehes des Kriegsamts: gez. Gröner. i58806 5 Zimmer f soio Schul- ii. Sonnen- ttrasreschöne5-Zimmer-Woh- nung, 1 . Stock, mit Zubehör per 1 . Okt. od. früher zu vermieten. 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