Kr. W Der Sietzener Lnzttger erscheint tätlich, außer SchNNItZg-. - Beilagen: SichrnelLüMjUenblättrr, Urei rb lall für den Kreis Sieben. öezugspreis: inonatl. 1 Mk.. viertel- jLrttch 3 Mk.; durch Aohsle- u. Zweigstellen inonatl. 90 Pf.; durch diePost Mk. 3. — viertel« jährl. airsfchl. Bestellq. Fernsprech - Anschlüsse: sürdieSchristleitttiig112 Verlag,Geschäin stelleLI Anschrüt für Drahtnachrichten: Anzeiger Gietzsn. ">> I Erstes Blatt t l^Z. Jahrgang Donnerstag, 2. August M? Postscheckkonto: Frankfurt a.M. N686 bankverkehr: Gewerbebank Giehen Zwillingsr«n!>dr»S ».Verlag: vrühl'sche Unis.-Such u.Steindruckerei R.Lauge. Schrifileitung. Geschäftsstelle ».Druckerei: Schnlftr.7. Annahme von Anzeigen s. die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Sctlcnpretfe: für örtliche Anzeigen 20 Pf., für auswärtige Anzeigen 25 Pf., b. Platzvorschrift 30 Pf., für Reklamen 75 Pf., bei Platzvorfchrift 90 Pf. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt und Land» Vermischtes u.Ge- richtssaal: Fr. R. Zenz; Anzeigenteil: H. Beck: sämtlich in Gießen. (WTB.) Großes Hauptquartier. 1. Artgust. (Amtlich.) Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht. Die große Schlacht in Flandern hat begonnen, eine der gewaltigsten, dis heute Erfolg verheißenden des zu Ende gehenden dritten Kriegsjahres. Mit Massen, wie sie bisher an keiner Stelle dieses Krieges, auch nicht im Osten von Brussilow eingesetzt wurden. griff der Engländer und in seinem Gefolge der Franzose gestern auf 25 Kilometer breiter Front zwischen Nordschoote und Warneton an. Ihr Ziel war ein hohes. Es galt einen vernichtenden Schlag gegen die U-Boots-Basis, die von der flandrischen Küste aus Englands Seeherrschaft untergräbt. Enggeballte Angriffswellen dicht aufgeschlossener Divisionen folgten aufeinander, zahlreiche Panzerkraftwagen und .Kavallerieverbäirde griffen ein. Mit ungeheurer Wucht drang der Feind nach dem vierzehntägigen Artilleriekampf, der sich am frühesten Morgen des 31. Juli zum Trommelfeuer gesteigert hatte, in unsere Mwehrzone eilt. Er überrannte in einigen Abschnitten unsere in Trichterstellungen l egenden Linien und gewann an einzelnen Stellen vorübergehend an Boden In nngestümem Gegenangriff warfen sich unsere Reserven dem Feinde entgegen nnd drängten ihn in tagsüber währenden erbitterten Nahkämpferi aus unserer Kampfzonc w i e d e r h i n a n s, o d e r i n d a s v o r d e r ft e T r i ch t e r- f e l d z u r ü cf. Nördlich und nordöstlich von Ypern blieb das vom Gegner behauptete Trichterfeld tiefer. Hier konnte Bir- schoote nicht dauernd gehalten werden, Abends auf breiter Front von neuem vorbrechende Angriffe brachten keine Wendung zu des Feindes Gunsten. Sie scheiterlen vor unserer neugegliederten Kampflinie. Unsere Truppen melden hohe blutige Verluste der keine Opfer scheuenden Gegner. * Die glänzende Tapferkeit und Stoßkraft unserer Infanterie imd Pioniere, das todesmutige Ausharren und die vortreffliche Wirkung der Artillerie. Maschinengewehre und Minenwerfer, die Kühnheit der Flieger, die treueste Pflichterfüllung der Nachrichtentruppen und anderer Hilfswaffen, insonderheit auch die zielbewußte ruhige Führung boten für den uns günstigen Abschluß des Kampftages sichere Gewähr. Voll Stolz auf die eigene Leistung und den großen Erfolg. an dem jeder Staat und Stamm des Deutschen Reiches Anteil hat. sehen Führer und Truppen den zu erwartenden weiteren Kämpfen zuversichtlich entgegen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Am Chenrin des DZmes erschöpften die Franzosen erbeut ihre Kräfte in vier - ' igem vergeblichem Ansturm gegen unsere vollbehaupteten Stellungen östlich Filain. Weiter östlich brachte die kanlpfbewährte westfälische 13. Infanterie-Division dem Feinde wieder eine erhebliche Schlappe bei. Zn frischem Draufgehen entrissen die Regimenter ngch kurzer verheerender Feuervorbereitung den Franzosen pas GraVengewirr auf der Hochfläche südlich des Gehöftes von La Novelle. Ueber 1500 Gefangene, von denen eine große Zahl durch Stoßtrupps aus der Schlucht nordöstlich von Troyon geholt wurden, blieben in unserer Hand. Erst abends setzten feindliche Gegenangriffe ein. die in den erreichten Stellungen abgewiesen wurden. Auf dem westlichen Ma-asuftr stürmten tapfere badische Bataillone die kürzlich an den Feind verlorenen Stellungen beiderseits der Straße Malaneourt—Esnes wieder. In wehr als zwei Kilometer Breite und 7 00 Meter Tiefe wurden die Franzosen dort zurückst cworfcn. lieber 5 00 Gefangene konnten ein- geüracht werden. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. HeeresgruppedesGeneraloberften von Böhm-Ermoli. Unsere nördlich des Dnjestr nach Südosten vordringen- de.i Truppen drängten den Feind, der sich hinter dem Pilli- Bach zum Kampfe gestellt hatte, in den Flußwinkel von 6 h o t i n zurück. Zwischen dem Dnjestr und Pruth durchbrach eine Stoßtruppe russische Stellungen an der Bahn Horodenka—Czernowitz, während ihre Südflügcl starke Entlastungsangriffe bei Jwankoutz abwehrle Front des Generalobersten Erzherzog Josef. In den nordöstlichen Vorbergen und im Mittelteil der Waldkarpathen gewannen deutsche' und östcrrcichisch-un- garische Divisionen in Angriffsgefechten zäh verteidigte Tal sperren. Am Mgr. Casinului wiesen Gebirgstnwpen inehrere Angriffe des Feindes ab. Der Erste Gcneralquarticrmeistcr Lndendorff ^ * Der Abendbericht. Berlin. 1. Aug. (WTB. Amtlich.) Abends. Auf dem Schlachtfeldc in Flandern hat sich nach ruhlgem Morgen der F e u e r k a m p f n a ch m i t t a g s w i e - dergesteiqert. .An Osten wichtiqc Fortschritte in Richtung auf Czernowitz. Währe ich Balfour vor zwei Tagen im englischen Unter- haus sehr vorsichtig vom Krieg sgluck gesprochen hat. das auf den Abschluß der Friedeirsvertrage seine nnvermeid- ftchen Eiwvirlungen haben werde, trafen die Scharen Haighs ihre letzten Vorher, jtrugen, um gegen di-?' flandrische Tag in der ßanöris deutsche Front vorzurennen und die Kriegsalücksgöttin gewaltsam zu umarmen. Sicherlich! hatte England neben den berghohen Massen von Kriegsmaterial auch ein unerhörtes Maß wirklicher lleberwindrmgseuergie gegen uns bereitgestellt. Es fühlte sich seiner Sache sicher, und wir wissen es ja auch, daß kein Geringerer als Hindenburg dieser materiellen Neberlegenheit des Feinde's so viel Gewicht beilegte, daß er zuni Ausgleich und zur Bewahrung Deutschlands vor wirtlichen Gefahren gleich arideren sachkundigen Autoritäten den U-Boot-Krieg empfahl. Der hat nun die englischen Vorbereitungen doch sehr schwer getroffen. Nicht als ob er uns nun geradezu im Kampfe zu Lande gerettet hätte. Da kamen uns noch andere Faktoren und Ereignisse zu Hilfe. Vor allem waren die Kräfte des revolutionären Rußlands immer noch zu hoch eingeschätzt worden, obgleich englische Minister nach dem Umsturz in Petersburg bekanntlich zugegeben hatten, diese Entwicklung sei für die Entente eine mißliche Sache. Man hatte in England alle Hände voll zu tun, und die beabsichtigte neue Materialschlacht in Flandern hat in ihren Vorbereitungen vielleicht darunter gelitten, da sie zu spät einsetzte. Dennoch sind die Feinde mit den kühnsten Hoffnungen in den Kampf gegangen. Ihre Reden und Kundgebungen waren voller Siegeszuversicht, ihre Pläne und Ziele auf Eroberungen und Zerschmetterungen gerichtet. „Der erste Schlachttag in Flandern aber war noch nicht vorüber, da stutzten die Gegner schon. Balfour hatte, wie wir schon darlegten, aus der russischen Küche zu seiner großen Besorgnis brenzliche Düfte gerochen. Nicht nur dies: er sah, wie Hindenburg trotz der angekündigten Offensive im Westen schwere Hiebe gegen den Feind im Osten führte. K eine wirksame Unterstützung von den anderen Fronten her, die steigenden Schwierigkeiten des Nachschubes für das englisch-französische Heer — die Siegeszuversicht begann drüben ein wenig zu wanken. Und dann die Frage an das Schicksal, die der neue deutsche Reichskanzler gerichtet hat! So fest war das Vertrauen in das Gelingen der neuen englisch-französischen Offensive dock nicht, als daß die Staatsmänne- oer Entente die Wirkung der neuen Enthüllungen aus das russische Volk ganz gering achten konnten. Sie rechnen noch mit Rußland und winem Ausharren im Kampfe. Allein mit großen Schritten scheint sich in der Vvrstellungswelt unserer Gegner eine Reaktion zu nähern. Heute noch auf stolzen Rossen, morgen durch die Brust geschossen — dies bange Lied geht nicht nur in den Schützengräben um, sondern auch in den Arbeitsstuben der englischen und französischen Diplomaten. Die politische Offensive des Herrn Dr. Michaelis auf Herrn Ri- bot hat diesen hart getroffen. Die Antwort, die er erteilte, deren Wortlaut wir nachstehend wiedergeben, spiegelt eine Stimmung der Ernüchterung wieder, die im französischen Lager herrscht. Noch aber wahrt Ribot den Schein der Sicherheit. indem er dem Reichskanzler mit den keckesten Ausdrücken begegnet. Sogar das Wort „Unverschämtheit" hat er ihm entgegengeschleudert. Wie er sich aber auch windet und dreht: der Kanzler hat seinen Zweck erreicht. Ribot hat nicht nur noch einmal mit alter Schärfe das Verlangen nach Elsaß-Lothringen ausgesprochen, sondern auch den Plan der Gründung eines Pufferstaates aus linksrheinischen deutschen Gebieten zugegeben. So heftig er auch eifert, dies bedeute keine Annexionspotinl, jo ist er doch jedenfalls gezwungen worden, dem nach Klarheit drängenden russischen Volk vorzeitig die Absichtu bekannt zu geben, die bei den Revolutionären des ,Ostens sicherlich keine Sympathie erwecken werden. Aus verschiedenen Ecken wird auf Ribots Darlegungen gar bald^ ein gegensätzliches Echo erschallen. .Es ist ganz recht, daß der Abstieg der feiuälichen Staatsmänner von ihren hohen Sitzen so unfreiwillig sprunghaft erfolgt. Nach etwaigen Mißerfolgen ihrer kriegerischen Anstrengungen bleibt ihnen reine Möglichkeit, den geebneten Mittelweg oder das .Hinterpförtchen W Ausflüchten Und Vertuschungen zu. gewinnen. Verlieren die Engländer ,md Franzosen jetzt ihre Partie irr Flandern — und nach dem ersten Schlachttag sind dazu alle Aussichten vorhanden —, so ist ihr politisches Netz arg zermürbt und zersetzt. Mit einem neuen Erfolg der deutschen Waffen im Westen wird zugleich unsere politische Lage gehoben und aufgerichtet. Der Reichskanzler soll einem Dresden Lr Redakteur bei seinem kurzen Aufenthalt in der sächsischen Hauptstadt gesagt haben: „Wir werden in unseren Bestrebungen fortfahren, zum Frieden zu gelangen, aber die früheren Fehler nicht wiederholen. Ich bin von Herzen bereit, jede Gelegenheit zu einem ehrenvollen Frieden zu ergreifen. Jetzt gilt es, unter Vermeidung jeder Nervosität die Gegner von der unverminderten Kraft Deutschlands so zu überzeugen, daß die Spekulation auf unsere vermeintliche Schwäche aus ihrer Berechnung ausscheidet." Auf dieser Bahn werden wir uns dem siegreichen Frieden nähern. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 1. August. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlmttdart. Oestlicher Kriegsschauplatz. Nördlich des Casinu-TaleS brachen abermals deftige Angriffe des Feindes zusammen. Das Szekler Infanterie-Regiment Nr. 82 kämpfte hier mit bewährter Kraft. Im Gebiet der Dreiländer-Ecke gingen unsere Truppen überraschend gegen die von den Russen besetzten Höhen im. Der Gegner wurde geworfen. , In der übrigen Bukowina sind wir im Vordringen auf Kimpo lung. Südwestlich und nordwestlich von Czernowitz wurde micutfr, durch Gegenstöße gestützter Widerstand des Feindes ui lieft » gen Kämpfen gebrochen. Die Rnschn wcick - Auch im Mündmlgswinkel des Zbrucz erzielten die Verbündeten weitere Fortschritte. Italienischer und Balkan-Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Chef des Generalstabes. * * * Die Riesenschlacht in Flandern. Berlin, 1. Aug. (WTB.) Der große Air griff der Westmächte in Flandern erstreckte sich von Nord sch ote bis an die Lys. Den Nordflügel hatten die Franzosen eingenommen, die hier kürzlich die Belgier ablösten. Ueber die Trichterfelder der Abwehrzone vordrin- genü, gelangten die Franzosen über die Straße Lizerne— Dixmuiden bis in das Dorf Birschoote, das im Gegenangriff wieder genommen wurde. Erst starke sianzösische Kräfte, die am Abend des 31. Juli danach gegen das Dorf vorgingen, vermochten Bixschoote wieder in sianzösische Hand zu bringen. Die deutsche Linie umklammert den Ort im Osten und Norden. Den Hauptstoß hatten die Engländer übernommen, die aus dem Raume von Dpern heraus in südlicher intb nordöstlicher Richtung vorzustoßen versuchten. Die Engländer vermochten zwar die eingetrommelten vordersten Stellungen zu übervenneu, allein in der Kampfzone des deutschen Verteidigungssystems traf sie mit voller Wucht der deutsche Gegenstoß. Die Engländer wurden aus Langemarck und St. Julien wieder hinaus gew orfen und bis hinter den Steenbach zurückgedrängt, weiter südlich vermochten die Engländer unbedeutenden Raumgewinn zu erzielen. Der Westrand des Herenthage-Waldes wurde behauptet. Von da bis Warneton laust die augenblickliche erste deutsche Linie, teils iroch in der alten vordersten Stellung, teils in dicht hinter ihr vorbereiteten Linien. Auch starte Angriffe am Abend des 31. Juli vom Herenthage- Walde bis au die Lys vermochten die Sachlage nicht m ändern. Nach blutigen Nahkäinpfen verblieben dre deutschen Stellungen im ganzen unverändert. Eine Unterstützung der großen englischen Angriffe durch die Franzosen ist bisher mrc auf dein kurzen flandrischen Frontabschnitt von Nordschoote bis Steenstraete erkennbar. An der A i s nefro n t halten sich die Franzosen auch weiter nur mit Mühe gegenüber den deutschen Teilangriffen. .Der deutsche Sturm am 31. Juli um 2 Uhr nachmittags entriß ihnen das ganze Grabensystem in zwei Kilometer Breite und 700 Meter Tiefe, das die Franzosen noch auf dem Bvvelle- Plateau behaupteten. Die gemachten Gefangenen gehören sechs verschiedenen Regimentern an. Französische Gegenangriffe, die bis 11 Uhr nachts anhielten, blieben ebenso erfolglos wie die viermal wiederholten französischen Angriffe östlich Filain. Auch die deutschen Angriffe auf dem westlichen Maas-Ufer, die, wie gemeldet, sianzösische Gräben in mehr als zwei Kilometer Breite und 700 Meter Tiefe einbrachten, stellen einen vollen deutschen Erfolg dar. Die Luftkämpse. Berlin, 1. Aug. (WTB.) Bei den der flandrischen Offensive vorangehenden und sie begleitenden Lu st kämpfen setzten die Engländer alles daran, durch Mlasseneinsatz ihrer Flügge schwader ohne Rücksicht aus Verluste die Ueberlcgenheck in der Lust zu erringen. In großen Höhen suchen die englischen Geschwader ohne Rücksicht auf Verluste sich in geschlossenen starken Verbänden gleichsam Igel bildend, über den deutschen Linien imd Abschnitten im .Hinterlande zu halten. Infolge der starken Beschießung und der Angriffe,der deuffcheiffWatros-Flieger, denen es immer wieder gelingt, einzelne der Gegner vom Gros abzujagen und abzuschießen, sind die englischen Flugzeugverluste entsprechend hoch. An eurem einzigen Tage wurden 28 englische Flieger abgeschos- s e n, an eurem arrdermr vernichtete eine deutsche Jagdstaffel ein ganzes feindliches Geschwader. Die eigenen Verluste an Fliegern und Flugzeugen halben sich in niedrigen Grenzen. Ein Glückwunsch des Kaisers. Im Felde, 1. Aug. (WTB. Amtlich.) An Kronprinz Rupv-« recht von Bayern. Ich beglücktvünsche Dich zu dem großen Erfolge der unter Deinem Befehl stehenden vierten Armee am 31. Juli. Deine Weisungen, die tatkräfügen Mrordnungen des A. O. K. 4, der nicht zu brechende Sieges Wille Deiner Truppen und ihre glänzende Haltung haben das stolze Ergebnis gehabt, ben erften g e id «f t i ge rt An sturm des großen englisch-sranzösischen An- grrsss, der der Wegnahme der flandrischerr Küste galt, z ir m Scheitern zu bringen. Gott der Herr lvird auch weiter mit Dir und Deinen unver-- glerchlichen .Truppen sein. Wilhelm, I. R. ttnegsbrieft ou$ dem Vesten. Von unserem Kriegsberichterstatter. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.^ Die Schürcht in Flundern. Kriegspresseguartier-West, den 1. August 1917 Länger und mit unvergleichlich größerem MaterialMffvande als irgendeinen früheren ldlsngriff haben die Engländer die gewaltige Offensive in Flandern vvrbareitet, die den Zweck bm, die flandrische Nordseeküste lmd ihr Hinterland in englische H^m^ zu bringen. Hier, ans diesem Kriegsschauplätze, ist England mit seinem ganzen Wollen und Sein unmittelbar beteiligt, und zw äußeren Zeichen dessen tritt auf diesem Schlachtfelde dw? ganze nach dem Muster der deittschen Wehrpflicht militarisierte englische Volk zun: Ringen um Britanniens FesÜandsbeberrschnna an Das Vorspiel war ein Trommelfeuer, welches dreimal so lang- ausgedehnt wurde, wie bisher bei einer der feindlichen West offensive::. Es kann beziveifelt werden, ob diese lnnausschiebitmr der Jnfanterieangriffe im Plane der englische:: Heeresleitung gelegen bat, denn alle früheren Ersahrimgen haben gezeigt, daß die Wirkung des Trommelscmers nicht dmch übermäßig 'lange Fortsetzung beliebig gesteigett werden kam:, sondern ibr Ziel n reicht hat. wenn die betwmmeltc Zone vollständig zerstampft ist Da.s englische Trommelfeuer hatte aber vom ersten Augenblicke an eine äußerst starke deutsch' ArttNeriegeemnättung gew" so daN sich ein Duett der Tmffende von Batterien entwickelte. Donnk?hfiÖ ven tarnen der Kanonade von Balmy von den Tafeln der Geschichte gelöscht hat, um ihn durch das \m* erhörte Menschheitserlebnis der Kanonade von Flandern zu ersetzen. ,Ms die seit vielen Monaten westlich der Vier aufgeftap-elten Granatenmillionen aus aller Welt nicht vermochten, die deutschen Rohre zum Schweigen zu bringen und die in treuer Heimarbeit geschaffenen deutschen Munitionsmengen, zu erschöpfen, begannen die Engländer gestern 'früh um 1 ..7 Uhr den wiederholt verschobenen! Infanterieangriss. In 25 Kilometer Breite brachen die tiefgestaffelten Massen, von zahlreichen Tanks begleitet, vor, bereit, jedes an dem zähen deutschen Widerstande abgekämpfte Regiment sofort durch ein frisches, aus den unabsehbar ticfgcgliederten Reserven zu ersetzen. Die bisherigen Masseno ffeusiven dieses Krieges schienen zu lehren, daß ein zu geniigend blutigen Opfern bereiter überlegener Feind örtliche Vorteile mit der Gesetzmäßigkeit eines Elementarereignisses im ersten Ansturm erzwingen müsse. Der Verlaus des ersten beißen Kampftages hat nicht einmal diese Hoffnung der Engländer erfüllt und bildet so eine glückliche Vorbedeutung für die kommenden schweren Entscheidungstage. W. Scheuer m min, Kriegsberichterstatter. Englischer Heeresbericht vom l. August. - Tie Operationen der verbündeten Truppe n , die am Morgen des 31. Juli in der Gegend von Vpern begonnen hatten, dauerten trotz des schlechten Wetters Mit Erfolg währeird des Tages gut. Wir drangen tn die feindlichen Stellungen ein und schoben unsere Linien auf einer Front von 2 4K: lowetcrn vor z-püschen B a s se - Vil l. e an der Lys ,und Steen st raete gn der Mer. Diese beiden Ortschaften befinden sich gegemoärtig in dell Händen der Alliierten. Zw äußerst am! 'linken Flügel operierten die französischen Truppen in Verbindung mit den englischen. Streitkräften und deckten ilyrert linken Flügel. Sie bemiächftgten sich des Dorfes Steenstratte und drangen rasch in die deutschen Berteidigungs-- anlagcn^ bis in einer Tiefe von bis 3 Mlonwter ein. Da ihre für diesen Tag gesteckten Ziele frühzeitig erreicht worden waren, trugen sie den Angriff mit großer Tapferkeit noch weiter vor, nahmen B i x sch o o t c und die deutsären Stellungen südlich und östlich dieser Orte aut einer Front von ungefähr 4 Kilometer und umzingelten C a b a r e t - K a rt e k c>e r t. Wälrrend des Nachmittags wurden! Gegenangriffe al>gewiesen. Ihn Zentrum und am linken Flügel irnsrresAngttftszentrums drangen brittsck-e Divisionen bis auf mehr als '3 Kilometer- Tiefe in die feindlichen Stellungen und bemächtigten sich der Uebergängc über den Liebeck. Dies bildete unsere letzten gesteckten Zickle. Während des Angriffs entrissen unsere Truppen dem Feinde mächtig verschanzte Vetteidigungs an lagen und na lernen die Dörfer Verlorszbroek, Frenzeberg, St. Fullen und Pilcken, sowie eine große Anzahl von btehöften, stark verteidigten Gehölzen und verschanzten Ortschaften im Sturm. Weiter südlich auf dem rechten Flügel unseres Angriffs Zentrums bahnten sich unsere Truppen,, nachdem sie alle ihnen gesteckten ersten Angriffsziele, die das Dorf Hoove und das Sanctncrri-Gehöft umfaßten, erreicht hatten, trotz des hartnäckigen Widerstandes des Feindes einen Weg durch die an Geländesckmücrigleiten reiche Gegend, die an die Straße Ipern— Meckin anstößt und nahmen das Dorf Westheek. In dieser Gegend spielte sich wMrenkv des glanzen Tages ein heftiger Kampf ab, der noch bis zur gegenwärtigen Stunde andauert. Wir drangen bis aus ntehr ale 1.500 Meter Tiefe in die Verteidigungsaulagen des Feindes. 'Zahlreiche u n d m ä ch ti ge Gegenangriffe wurden abgewitten Zu -äußerit am rechten Flügel südlich der Straße von Zillebeekc nach Scmdrooordr wurden alle unsere Ziele sofort in der Morgenfrühe erreicht. Wir bemächtigten uns der Dörfer Basse-Bille und Hvllebete Der Feind erlitt schwere Verluste und ließ Gefangene in unteren .Händen zurück. Ihre bis jetzt bekannte Zahl beläuft sich aus 3500, doch war es bis jetzt nicht möglich, tmserc Beute genau ckb-zirschätzen. * * * Russischer Bericht von: 30. Juli. Westfront: In der Gegend von. Zborvw Geschützfeuer. Der Feurd beschoß die Stadt. Südllch von Husiathn versuchte feindliche Infanterie den Fluß Zbrucz .zu überschreiten, wurde aber zu- riukgeschlggen. Am Dnjestr griff der Feind unseren Brückenkopf bei Zaleszezyki an. In der Gegend von Zeimatsckre, Msielin und Sretzeft gelang es dem Feinde nach einer Reihe von hartnäckige^ Kämpfen, uns allmählich z u r ü ck z u d r ä n g e n. In den K a r- p a t h c n östlich von Tvmnatik und Kapul z,o ge n sich unsere T r u v P e n unter dem Druck des Feindes auf Sziboth und K a m e r o l Moldawi zurück. Auf der übrigen Front Gewehrfeuer. Rumänische Front: Am 28. Juli machte der Feind mmge Angriffe in der Gegend nördlich der Straße Kakobeny— Kimpolung, die während des Tages abgewiesen wurden, bei Nacht aber Eräugte der Gegner nnsere Truppen aus die Höhen östlich von Funduli Moldawi zurück. Diese Angriffe wurden in gleicher Weise auf beiden Seiten der Eisenbahn Focsani— Ajomd zurückgeschlagen. Kan kasusfront: Die Lage ist unverändert. In der O stsee überflog am 27. Juli ein feindlicher Zeppelin die Insel Aaland und warf 20 schwere Bomben auf den Flecken Tvruby bei Mariehamm ob. Der Zeppelin wurde durch unsere Abwehrgeschütze mrd Küstenbatterten beschossen. Am Rigaischen Meerbusen führten feindliche Seeflua zeuge Streifen aus in der Gegend der Insel Oesel und Arensburg. Durch die Flotte und Küstenbatterien beschossen, verschwanden die Flugzeuge, nachdem sic ergebnislos bis zu 20 Bomben abgeworfen batten.' An derselben stelle griff ein Geschwader feindlicher Flugzeuge mnen unserer Torpedobootszerstörer all und warf ohne Erfolg 8 Bomben ab Flugwesen: Unser Gewehrfeuer brachte ein feindliches' Flug- ^ug zum Absturz, das brennend westlich von Slokuthomee westlich Zboraj yn Boden fiel. Ribots Antwort. Basel, 1. Aug. (Privattet.) Der französische Minister- vräsldent R:bo1 ergriff zu Beginn der gestrigen Kanrmer- sitzung das Wort, um auf die Erklärungen des deutschen Reichskanzlers zu antworten. Ei' verlas folgende in beit Schweizer Zeitungen vorliegende Erklärung: Der deuffche Reichs'kanzler hat sich gestattet, die französische Regierung öffentlich zur Rede zu skelleu, ob in der gelwimen Sitzung vom 1. Juni d. IS. der Kämmer Kenntnis gegeben wurde von eurem Geheimvertrag, der am Vorabend der russischen Revolution abgeschlossen rvurde und auf Grund dessen der Zar sich angeblich verpflichtet haben soll, unsere Ansprüche links des Rheins zu unterstützen. Die Darstellung des Reichskanzlers enthält grobe Ungenauigkeitcn und wirkliche Lügen, besonders was die Rolle betrifft, die er den: Präsidenten der Republik zuschreibt, namentlich, daß derselbe Befehl gegeben habe, unter Umgehung von Herrn Brnrnd den Vertrag zu unterschreiben. Die Kammer, eben >o wie der ?enat, wissen, wie die Dinge verlaufen sind. Herr Doumergne hatte infolge einer Unterredung mit dem Zaren von Briand die Ernrächtiqung verlangt mtd erhalten, dahingehend, das Versprechen aus Unterstützung unserer Forderung bezüglich (Asaß-Lothringens, das uns gewalllam entrissen wurde, zur Kennt :lls zu nehmen. Fcnmr enthiell das Versprechen des Zaren die Zrosrcherung, daß wir freie Hand hätten in der Aufstel- llmg von «Garantien gegen einen,reuen Uebersall, nicht indem wir 'Är Frankreich Gebiete auf dem linken Ufer des Rheins annektierten. sonder?: indem mir, wenn nötig, ans diesem Gebiete einen selbständigen Staat machen würden, der uns tme Belgien gegen eine Invasion von diesseits des Rheins sicherte! len würde. Dir l-aben niemals daran gedacht, das zu tun, was BisMM-ä ,m Jahre 1871 tat. Wir haben das Recht, den Erklärungen de-r Kanzlers, der auch die im Februar 1917 gewechselten Brvle kennt, und der ,'ich gestattett hat, deren Sinn zu fälsck)e.u, itric tees ,'nn berühmtester Vorgänger mit der Depesche von Ems getan har, ein Dementi entgegenMitetzerr. Am Tage, wo die russische Regierung der Beröffacklichmrg dieser Briese züfttmmen wird, werden wir dagegen keine Einwendung erheben. Der Kanzler hütet sich wohl, über die Erklärung zu sprechen, die ich am 21. Mär^ abgab und wo ich im Ncmren Frankreichs jede Eroberungspolitik und Annexion MttMvies. Er hat ebenfalls Mit Llbsich-t die Rede nicht erwähnt, die ich am 22. Mai in der Kammer lftelt und wo ich mitteilte, daß wir bereit seien, mit der russischen Regierimg über die Kriegsziele in Verhandlungen einzu- tteten und daß niir gerade einen Frieden wollen, der begründet ist >anf dem Rechte, zu leben und sich friedlich za: entwickeln. Schließlich hat der Reichskanzler auch die einstimmig auf den am 1. imd 5. Juni abgehaltenen Geheimsitzimgen beschlossene Tagesordnung Mit Stillscknveigen übergangeu. In Unterstützirng dieser Tagesordnung sagte ich damals: Wir verfolgen keine Polillk der Erobe-- rung und der llnterdrückung. Das ist keine französische Politik, das ist die Politik, unter deren beständigen Angriffen wir gelitten laben. Unter dem Druck einer derarllgen Politik haben wir 45 Jahre geseufzt und die Zievanche, die'wir heute erstreben, ist keine Revanche, die mi\ Unterdrückum: ausgeht, sie besteht darin, im Völkerrcclft die Gedanken des Rechtes, der Freiheit mrd des Gleichgewichts, die Frankreich vertritt, zuM Ausdruck zu bringen. Wir lassen uns nicht täuschen durch Foriuetn, deren Erfinder sich verstecken. Wir kennen sehr wohl ihre Wsichten. Sie möchten die Demokratie irre führen, sie möchten sie glauben machen, daß Nur Leute seien, die auf Eroberungen ausgehen. Rein, nur suchen die Gerechtigkei t und !das Recht. Wir w ollm nurjeneProvinzen wieder haben, die niemals aufhören, ftanzösisch zu fein. Sie waren es schon durch ihren Willen, denn sie haben sich Frankreich in: Verlaufe der großen Revolution von 1790 zu eigen gegeben. Sie haben das Leben Frankreichs mitgelebt und ihn: Zugehörigkeit geschworen. Als man sie uns entriß, haben sie empfunden, daß ihrem. Rcnttcrlande Frankreich etwas fehlt. Sie m'ü s s-e n a n Frankreich zurückkommen, Iveil sie ihm gehören, weil sie nicht jenen an gehören, die es genommen nicht durch Unterredung und Ueberzeugmrg, wie mir es getan hattun, sottdern durch die (Gewalt, das Recht ipes Krieges, das wir verabscheuen. Derarttge gewattsame Annexionen wollen nur nicht, wir wollen nur, daß mm: :ms 1 nieder l?erausgibt. ivas ims gehört. Ribot verliest sodann die Tagesordnung der Kam in er vom 5. Juni und fährt fort: Run -wazp' Man es vor der !?fMt zu betau pten, wir wollten Annexionen. Das ist ein zu grobes Manöver, als daß dadurch irgend jemand getäuscht werden köimte und besonders die demokrallschen Massen des russischen Volkes, die man von 'der: Verbündeten zu trennen sucht, indem man sie über die wirklichen GesiiKe bei: ftauzösisclfkn Demokratie tauscht. Was will dm Kanzler? Er sucht die Verlegenhllt zu verbergen, die ihm die Definition der Kriegsziele Deutschlands und die ÄirfftellM'g der FricdenZbedingnngen Deutschlands verursacht. Er sucht besonders die 'Aufmerksamkeit von der ftcrchterlichen Verantwortung abzuwälzen, die auf dem Gewftssen des deutschen Kaisers und seiner sstatgeber lastet. .Am Tage nach der..Verössenttichnng der Entscheidungen, die am 5. Jüli 1914 in einem Kriegsrat in Potsdam getroffen wurden, versucht der Kanzler diese Ablenkung. Es liegt eine gewisse Unverschämtheit darin, von nns über unsere Absichten Rechenschaft zu verlangen, ivenn män mit einer solchen Verantwortung belastet ist. Wir wenden uns auch incht an Deutschland, sondern an diejenigen, die als Zeugen oder Mitwirkende in: Kanrpfe, den wir seit drei Jahren führen, wissen, was an.f 'dem Grrinde der Seele des französischen Volkes ruht: Tiefe Zuneigung zu den: Grundsätze der Gerechtigkeit, Hochachtung vor dein Völkerrechte, und ich kann es sagen auch auf die Gefahr hin, von unseren Feinden nicht verstände:: zu werden, wirkliche Großmut. Die Rede Ribots^ wurde wiederholt von Beifallsrufen unterbrochen. Eine Debatte schloß sich nickst an. Die Borbercitnngen znr Stockholmer Konferenz. Paris, 1. Ana. (WTB, Meldung der dlgenoc Havas. Der Unte-ransschuft, der den Tag und die Tagesordnung der Stockholm er Konferenz festz>usetzen hat, hat gestern zwei Sitzimgeu ab gehalten und der Bollver- sanrmlung der russischen, englischen imd französischen Sozialisten eine Errtschließnng unterbreitet. Es kam zu einer larrgen Erörterung. Die euglischeu Vertreter p rote stierten gegen die Forderung der Vertreter des rnffi- schen Arbeiter- imd Soldatenrades, daft die in den Konferenzen getroffenen Entscheidungen obligatorischen Charakter haben sollten. Die englischen Vertreter verlangten, daß sie nicht den Charakter des Zwanges haben dürften, sobald sie nicht einstimmig gefaßt würden. Schließlich wurde der von Renan de l ansgearbeitete Text angenommen. Zu der von den: russischen Arbeiter- und Soldatenrat vorgeschlagenen Tagesordnung (1. Weltkrieg und Internationale, 2. Nftedensprogramn: und Internationale, 3. Mittel und Wege, um das Programm zn verwirklichen und schnell den Krieg zu beenden) erklärten Albert Thomas nnd Renandel mit Nachdruck, daß die Probleme der Ber- a n t Wörtlichkeiten anf der rnternalionaten Konferenz aufgeworfen werden soMen. Goldenberg antwortete, der erste Paragraph der Tagesordnung, „Weltkrieg und Internationale", gestatte in misreichendem Maße Stellungnahme zu diesem Probleme. Die Frage wurde als durch die Erklärungen gelöst betrachtet. Paris, 1. Ang. (WTB. Nichtamtlich.) Mcstdung der Agenze Havas. Die gegen Ende der Sozial:stenkonserenz bekanntgegebenen Entschließungen sind vm: dem dauernden Verwaltungsausschuß mW den russischen und englischen Vertretern zur inlernattonalcn Konferenz angenommen worden. Sie lauten: Tie gegenwärtige Konferenz spricht ihre Zustimmung zu der von dem holländisch-ftaNdinavischen Ausschuß nnterstützteu Anregung des russischen Arbeiter- nnd Soldatenrates ans, die zu einer gemeinsamen Ausfordermig der beiden Organisationen zur Zn- amme:iberufung des Proletariats, der Völler zu einer intematio- nalen sozialisllschen Arbeiterkonferenz führte. T-rs ans der russischen Vertretung und des holländisch-skandinavisckstu Ansschuß mit technischer Unterstützung des Sekretariats des internationalen sozialistischen Bureaus zusammengesetzte Organisallousbureau ist allein mit den: Verkehr mit den nationalen Sekllonen hinsichtlich der Konferenz beaufttagt. Mle angeschlossenen Berbckiwe der 'Internationale rverden aufgefordert, an dieser Könferenz teckzunehmen. Falls sich diese Vc'rbäiwe seit Kriegsansbrnch geteilt haben, sollen sowohl die Minderheiten luic die Mehrheiten aufgefordert iverden. — Ueüerall wo die Minderheiten sich in genaue mtterschicwene Parteien oder syndikcckisttsche Verbände gruppiert haben, die nicht den: internationale:l Bureau angeschlossen sind, sondern dem internationalen syndikalistischen Birrean, sollen sie eingeladen werden, sofern sie nicht schon durch andere, dem iitternattonalen sozialisti- 'chen Bureaus anaeschlossenen Verbände vertritten werden Tic Ernladungen an jede Fraktion oder nationale Sektion sollen von dem vermittelnden Organisationsbureau m: die nationalen Sekttonen der Internationale ergehen. Jeder Einspruch gegen die Zeschlüssc dieser Sektionen wird von jeder nationalen Sektton! des von der gegenwärttgen Kvnferen^ gewälstten Burcans gebracht werden. Jede nationale Sektion wird dabei durch zwei Mgeordnete der Mehrl^eit und Mftckwrheit vertrete:: sein. Da das Schicksal des Vorgehens der Internatümale von der Llufrichttgkeit abhängt, mit der die getroffenen Entschlüsse befolgt werden, so verpflichten ich die an der Konferenz tecknehnrenden imtionalen Sektionen, obatd die allgemeinen Entschließungen formuliert fein werden, itterlich vor der verenttgten JNternattonale zu bekenne::, wie ftej diese Beschlüsse ausznführerr gedenken. Die gegemvättttge Versammlung ersucht die Veraustaller dieser Koirferenz, diese vom 9. bis 16. August in Stockholm statt finden zu lasen. Falles irgend eine praktsschc Schwierigkeit oorliegt, so werden >ie Veranstalter gebeten, die KPuserenz um die angegebene Zeit in Kristiania oder aickierswo Eeinzuberufen. Ter dauernde VerwaltungsarlSschuß der russischen und enghi^schen Vertreter beschloß auf den Vorschlag der englischen Vertteter eine Konferenz der Miierten unter sich abzuhalten. Diese Konferenz ist auf den 28. und 29. August festgesetzt worden. Die KvnjerrwK endete mit einer Erklärung Goti^nb.v gs daß der russische Arbeiter- und Soldatenrat beschlossen habe, dte russische Sozialisten sollen an der Käufer ehr; der alliierten Sozialisten in London imr zur Information teilnehmen. Der Reichskanzler in Wien. W i e n, 1. Aug. (WTB.)^ Reichskanzler Dr. Michaelis traf um 8 Uhr 32 Msm, in Begleitmrg des Unterstaatssekretärs von Stutnm Und des Legationssekretärs vmr Prittwitz ein. Er wurde an: Bal-nhof von dem Botschafter Grafe:: Wedel, dem Legattonssekretär Grafen Alterskirchen in Vertretung des Ministeriums des 'Aeußen: empfangen. Ten Botschafter und Legattonssekretär begrüßte der Reichskanzler in herzlichster Weise, worauf der Botschafter auch die Herrer: von Stumm und Prittwitz willkommen hieß. offenen Autos ftihren der Reichsläuzler und der Boffchaster sowie die .Begleitung des Reichslianzlers nach der deutschen Bottchaft. Wien, 1. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Wiener Corr.-Bur. Der Reichskanzler Dr. Michaelis hat den heutigen Vormittag mit B e sp r cchst u g^e n mit dem Minister des Aeußern Grafen Czernin zugebracht, welche am Nachmittag fortgesetzt wurden und bis in'die Abendstunden dauerten. Au diesen Besprechungen nahm auch der deutsche Botschafter in Wien, Graf Wedel, der Unterstaatssekretär des Auswärtigen von Stumm und der österreichisch-ungarische Botschafter in Berlin Prin^ Hohenlohe teil. Daß Dr. Michaelis :md Graf Czernin in den grundlegenden politisck^en Fragen eines Sinnes sind, erhellt aus ihren sich grundsätzlich deckenden Reden, welche sic am 28. vorigen Monats unabhängig voneinander vor Pressevertretern gehalten haben. Mit Rücksicht hierauf konnte Dr. Michaelis feine Anwesenheit in Wie:: dazu benutzen, um sich über die Gesamtheit der sonstigen politischen und wirtschaftlichen Fragen im einzelnen zu unterrichten, welche rm Verhältnis zwischen Deutschland nnd Oesterreich-Ungarn während des gegenwärtigen Krieges bestehen. Die Unterredungen der beiden Leiter der auswärtigen Politik der verbündeten Mittelmächte haben auch auf diesem Gebiet zur erneuten Festlegung der gemeinsam zu verfolgenden Richtlinie geführt. Seekrieg. Tie Wirkung des U-Boot-Krieges. Kopenhagen, 31. Juli. en Rüstunc verlangt das Vaterland von uns das Gold in jeder Form Ev- frcuticherttveise wnrd jetzt den Oßrldankaufsstellen auch Goldschmuck ch stärterenl Mätze angeführt. Bei dieser Gelegenheit sei die schon oft gehörte M almieng , Fort mit den Ohrringen!" w:ednLi.-n, der RerchSbank Wem, man bedenkt, da» das demwe Rellt» runt 3r> MMwnen werblmher Wesen Mst, «ne berat manche «ich in* irteWcBc^c werrvvl^ ,,(Jktntifitrat' / so tfl&tnte hutri.? iwe (YrnfcfoniefWutiici dieses (Goldes nbce recht erheblickM Summe dem Golldb-estand der Neichzlxmk zugefichrt werden. Mso fort mit den Ohrringen Wgmrsten des Deutschen Vaterlandes! * Lebensmittel. ** Die Ausgabe der B r o 1 -, B U t t c r -- und fleisch- harten erfolgt diesmal Freitag und Samstag, den 3. und 4. d. Mts., und zwar für die Bezugsberechticften mit dem Zunamen A— -K Freitag imb von L—Z Samstag. ** Stadt. Obstv erkauf. Morgen Freitag gelangt wieder Obst durch die Stadt in den Marktlauben zum Verlauf. ** Amtliche Pe r s o nal u a ch r i ch t e n. Ter Großher- -zog hat am 29. Juli l. Js. dem Pfarrassrstcnten Wilhelm Koch zu Neustadt i. O. die evangelische Pfarrstelle zu Leeheim übertragen. — Ter Großherzog hat am 14. Jtrli d. Js. den Ober- bahnassistenten in der Hessisch-Preußische:: Giseubahngemeinsä>aft Robert Molros zu Oppenl-eim auf sein Nachsuchen vom 1. 9lug. d. Js. an in den Ruhestand versetzt, und dem Bahnwärter in der Prrußisch-Hessischeu Giseitbachrgemeiuschaft Johannes Becker zu Grob-Umstadt aus Anlas; seiner am 1. August d. Js. erfolgten Versetzung in beit Ruhestand das Mlgemeine Ehrenzeichen mit' der Inschrift „Für treue Dienste" verliehen. ** Auszeichnung. Kanonier SeligMann ans Gießen bei!einer Munitionskolmrne, erhielt die Hessische Ärpserkeitsntedaille. ** Ihre Silberne Hochzeit feiern Dienstag, den 7. Ajug. Wagenaufseher Balfer Wagner und Frau Marie qeb. ,Hartmann. ** 25jähriges Jnbiläu m. Die Weibzeugbeschlieberin «und Haushälterin Fräulein Lina Den har dt war am 1. August di.Js. 25 Jahre mit grober Pflichttreue und Gewissenhaft:gleit in der Universitals-Frauenklinik tätig. Glückwünsche und ÄnerkeN- ntung wurden ihr von dem Direktor, den Beamten nttd dem Personal der Anstalt in vollem Mas; zuteil. ** Zur sta atlichen Lein:vvvs o r gung . Weil vier Fünftel der Rohstoffe' des Leimes (Leim, Leder, Knochen) W Grsatzsrrtter verarbeitet iverder: müssen und ausländische Rohstoffe nur in sehr geringen Merrgen ein ge führt lvcrden, Mrnen in den deutschen Leimfabriken zurzeit nur etlva bis 8 Prv'zent der Friedensmenge yergestellt werden. Die Hierdurch wackffeirde Leimnot bedingt die staatliche Regelung der lLemtv^cwillmy. Die leimverbra'uchenden Gewerbe Werder: zu diesem Zweck in 4 Gruppe:: geteilt: 1. die Gruppe des- denM>en Holzgewerbes (Schreiner, Glaser, ^Drechsler, Hvlzbildhailer, Bürsten-, Pinsel- und Kinder- snagenfabrikanten), 2. die Gruppe des deutschen Wagen- Bau- und Stellm-achergewerbes, 3. die Gruppe des deutsche:: Malergewerbes (Maler, Tüncher, Anstreicher, Stukkateure, Tapezierer) und 4. die Gruppe des deutschen Bnchdindergewerbes (ckuch Druckereien, in- Kojweit sie Buchbrrrderarbeite:: anfertigen). Jede Grippe bildet eine Bezugs verein i gnr:g, die die Verteilung '.des Leimes ans der: einzelnen Betrieb vornimmt. L e i nt erhält nur der jenige Gewerbetreibende, der einer gewerblichen Organisation crngehHrt. Die Oraanisati'on für den Kreis Gießen findet am strä ch st e n S o n n t a g im Gewerbehaus statt (s. Anzeige). iDort wird gleichzeitig die Bedarfsme::ge für die Monate Aull, August ruw September festgestellt. Es ist nötig, daß alle Ge:r erbetreibenden, die Leim verbrauchen, sich meldet: -und, insoweit sie noch keiner gewerblichen Organisation an- ,gehören, den: zustmchigen Geroerbeverein beitrete::. ** G o s k o k s wird vom 6. August 1917 ab rrur gegen Kohlewirrte mW nur nachmittags von 1 bis 4 Uhr abgegeben und zwar j«den,Montag.' an Hccushaltungen des 1. und 2. Brotmarkerckezirks; Dienstag: an Haushaltungen des 3. und 4. Brotmarkenbezirks; Mrttwei an Haushaltungen des 5. und 6. Erotmackerrbezirks; Donnerstag: an Hmrslialvmgen des 7. mW 8. Brotmarkenbezirks; Freitag: au Haushaltungen des 9. Mw 10. Brotmarkenbezirks: Samstag: an .Haushaltungen des 11. mW 12. Brotmarke:wezirks. Die abzugebende Kvksmenge richtet sich nach dem zur Verfügung stehenden Vorrat mW beträgt bis' aus weiteres 1 Zentner für zwe: Wochen. Tie Brotansweiskarten sind Voranzeigen. Siehe Bekannt- nmchung. ** Die Abgabe von Kohlen oder andcrenBrenn- und Heiz st offen darf Vom 6. August 1917 ab- nur noch gegen Kohle:wezugsscheine oder Kohlenkarten erfolgen. Siehe Bekanntmachung. ** S teno g r aphie. Bei der am 8. Juli in Gießen :nit dein Bezirlswettschreiben verbundenen Praktikerpruftrug (240 Silben in der Minute) konnte Herrn Fritz Dörr ans Heuchelheim die Befähigung als praktischer Sttniograph u:w bei der (tzesthäfts^ Iftenographeitprühmg (150 Silben in der Minute) Fväulnn Lilly Herrm-nn-Gießen (Ges.-, Herrn -Adolf Störiko-ivreßen (Gym.s) Mw Herrn Wilh. Ringshausen^Friedberg die Befähigung als Geschäfts-Stenographen anerkannt werden. Beiden Prüftnrgeu lag ein Zehil-Diiunteu-Diktat Mgrunde. ** lieber freiwillige Ablieferung von Einrich- tUMsgegenstcnwen aus Kupfer mw Kupferlegierungen befindet sich eure Bekarrntmachnng in unserem heutigen Blatte, auf die wir besonders Hinweisen. ' ** Nach der Bekanntmachung, betr. die Außer- 'kurs setzun g der Zweimarkstücke vom 42. Juli 1917 sind die Zweimarfftücke einzuziehen. Sie gelter: vom 1. Januar 1918 ab Dicht mehr als gesetzlul>es ZcchLungsnnttel. Bon diesem Zeitpunkt ab ist außer den mit der Einlösung beauftragten Kasse::' niemand verpflichte:, diese Münzen in Zahlung zu nehmen. Bis zum 1. Juli 1918 werden jedoch Znreimiarkstücke bei den Reichs- und Landeskasseu zu ihrem gesetzlichen Werts sowohl in Zahlung genommen als auch gege:: Reichsbanknoten, Reichs kaffenscheine oder Darlehnskassenscheine utnigetauscht. Die Verpflichtung zur Annahme :md zrrm Umtausch (6 28) fdwet mrf dmWÄer^e ww anders M durch dar f wähnlichen UmLauf im Gewichte verringerte sowie auf versiklschte Münzstücke keine Arrweiwimg. Auf die in Form von Denkmünze:: geprägte:: Zweimarkstücke stnden die Vorschriften dieser Verordnung keine Anwendung. ** Das Kreisblatt N r. 131 eitthÄt Bekanntmachungen über: Ernährung der Selbstversorger. Preise für Fleisch und Fleischwaren ausländischer Herkunft. Aus- und Durchfuhrverbot für Waren. Verbot des Nm:chcns und Feueranmachens. 5kohler^ ersparnis. Versorgung mit Frühkartoffeln. Bauschätzer für den 6., 7. und 8. Bezirk. Zuckervcrbrauchsregelung. Bekämpfung des Schleichhandels. Kohlensteucrgesetz. Holzabstchr. Feldbereinigungj Lang-Göns. Landkreis Gießen. -g- Großen-Linde n, 2. Aug. Der hiesige Durnver- e i n blickt auf 25 Jahre seines Bestehe:is zirrück. In seiner General- versammlimg wurden daher zu Ehrenmitgliedern ernannt die Grün- drmgsmitglieder Kvnsumlagerhalter Johs. Stermmgel, Maler Georg Kltngekhüser, (^-astwirt Philipp Schaum IV., Bergmann Ludtvig Lang und Wilhelm Kleßjer I. Da der bisherige Leiter Johs. Stein- uagcl nach 20jähriger erfolgreicher Tätigkeit zurücktrat, wurde er z-um Ehrenvorsitzenden errrannt, uiw Hauptlehrer Bach zum ersten Sprecher gewählt. Ktieasinvalwe Karl Faber III. wurde zum Rechner, Maurern leister Wilh. Weif; II. zum Gegenschreiber :md Eisenbahner I. Janz zun: Vorstandsmitglied erirannt. tt. Treis a.L., 31. Juli. Unsere beiden vm: dex Militär- bchSrd-e cmgeforderten G locken, die große 13 Zentner jckzwere und die kleine 27<> Zentner schwere, wurden, nachdem sie am Sonntag abend ihrer: Mfchiw geläutet hatten, gestern abgenommen und heute zur SümnrelsteLe nach Großen-Buseck gebracht. Die große war 1874, die kleine £884 von Georg Otto in Gießen umgegossen worden, nachdem die ersteve durch Blitzschlag, die letztere beim Läuten gesprungen war. Die kleine kragt außer dem Namen des! Glockengießers noch die Inschrift: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden." Die mittlere Glocke, die wir behalten haben, ist die sog. ?lppel. Sie ist sehr alt und soll der Sage nach von einem Wildschwein zu Oberseilbach, einem zum hiesigen Kirchspiel gehörige::, im 12. oder 13. Jahrhundert ausgegangenem Orte, aus der Erde gewühlt imb daraufhin hierher gebracht worden sein. Sie ttug in alten Schriftz-sicheir die Jüschrift: Veni cum pace o rep gloriae, .zu deutsch: „Komm mit Frieden, o König der Ehren", aber keine Jahreszahl. Auf beiden Seiten zeigt sie ein Ktuzesft. Sie wird wohl aus dem 14. Jahrhundert stainmen. — Das Eiserne Kreuz erhielt der Reservist Heinrich Michel von hier, zurzeit in einem Infanterieregiment, der schon in 1914 schver verwundet! durch einen Lmrgenschuß worden war. Kreis Büdingen. A- Ecka rts b or n, 31. Juli. Das Eiserne Kreuz erhielten der Gefreite S ch ü de l und Pionier T r a u r i g. H eeg h e i m , 31. Jüli. Die hiesige Post- und Telegraphen- hilfsstelle wurde ausgehoben. # V o n Hausen, 31. Juli. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der slanonier Wilhelm Heß. Kreis Alsfeld. :w- Ob er-Ohmen, I.Aug. Hier wurde in der Nacht bei zwei Einwohnern eingebrochcn und die Speisekammern um Speck und Würste erleichtert. Mittels einer -Leiter bestiegen die Diebe das Haus. Die Fensterscheibe der Vorratskammer war mit einem Glaserdemaut, wie ein die Schreiner besitzen, durchschnitten. Ein Bettgedeck und einige Gläser Gelee hieß der Einbrecher gleichfalls mitgehen. Der Einbruch hier hat viele Aehnlichkeit mit den: zu Ruppertenrod ausgeführten. up. Ober- Ohmen, 31/Juli. Unser prächtiges, aus vier Glocken bestehendes Geläute hat drei Glocke:: abgegeben, die große, über 21 Ztr. wiegende Glocke nebst den zwei kleinsten. Diese große Glocke war anstelle ihrer Vorgängerin, die zersprungen- gegossen worden in der Glockengießerei Ullrich zu Apolda. Unsere zweite Glocke ist erhalten geblieben, weil sie einen historischen Wert hat: sie wurde 1501 gegossen. Von dem Geläute zu sttupperten- rod, 'das aus drei Glocken besteht, wurden die erste und zweite abgeliefert. Dieses Geläute rvurde gleichfalls vor 25 Jahren aus derselben Werkstätte wie die große Glocke zu Ober-Ohmen geliefert. Kreis Lauterbach. rr. Schlitz, 1. Aug. Bei einem schweren Gewitter, das sich in vergangener Nacht ztvisch-en 10 :md Hs 11 Uhr über imserev Gegend entlud, schlug der Blitz im nahen Dorfe Pfordt im Fulda- grnnd in das Gehöft des Gastwirts Schäfer ein. Im' Nu stand der große Wirtshaussaal und die mit eingefahrenenl Korn und Heu gefüllte Scheune in bellen Flammen. _ Bald griff der Brand auch aus das Wohnhaus des Schäfer und die angrcnzenderi Wirtschaftsgebäude des Landwirts Müller über, die ebenfalls den: Feuer zum Opfer fiele::. Mit Müh' und Not konnte durch das Eingreifen der Fenertvelnen von Schlitz, Hutzdorf, Frar:-9toMbach, Uellershausen, Hart>ers'l?auslei: das Möllmsche Wohnhaus gerettet werden. Alles Vieh konnte in Sicherheit gebracht werden; doch ist sonst der Schaden recht bedeutend. Kreis Friedberg. Q Bad-Nauheim, 2. Aug. Seit Kriegsausbruch ist die Zahl dqr Mitglieder rmserer Stadtverordnetenver-' s a m m l u n g durch Todesfälle, Einberufungen uird sonstige:: Gründen von 18 auf 9 gesunken, und trotzdem hält es schwer, die Versammlung beschlußfähig Mfammenzickringen. So mußte die für Dienstag nachmittag angesetzte Verfammlung wegen ungenügender Besetzung ausfallen und es nulßte gestern früh eine zweite Sitzung mit gleicher Tagesordnung angesetzt werden, in der folgende Beschlüsse gefaßt wurden: Ta auch unsere Umgebung sehr unter Feld- diebstühlen Kn leiden l)at, soll eine Verordnung erlassen tverden, nach lvelcher der Aufenthalt und die Beschäftigung in Gärten und Feldern, die nicht direkt mit bewohnten Grundstücken Msammcn- hängen^ ft: der Zeft von 10 Uhr abends bis 5 Uhr morgens verboten srnd. — Der Zuschuß ftft die hier zi: errichte:rde Säuglings- SevatmrgAstelle rvatf ixm fi)0 auf M M. MLch echöht. — Dke am östlichen Teil der Beneckestraße gelegene Straße erhält den Namen Steinfurther Weg. -- Butzbach, 1. Aug. Für hilfsbedürftige KriVgersanMe:: der Stadt spendete Jngrenie::r Müller-Leonhard: und Frau 1000 Mk. Schon fäiher hatte das Ehepaar für den gleichen Zweck 5000 Mk. zur Verfügrmg gestellt. NrvchL unv Schule. 4- Eisenach, 1. Aug. Nachdem tvegen der ericheu Zeftver- hättnisse und tvegen der nnüberivindlicki-en Schwierigkeiten in Bezug auf den Verkehr, die Ernährung und die volle Jnanspruchuahn:e der öffentlichen Räumd der Stadt zu militärischen Zwecke:: die eigentliche Resormattoussubelfeier in Wittivckierg hat abgesagt bzw. verschoben werden Müssen, ist es dankbar zu begrtißen, daß ein großer kirchlicher Verband die allgemeine evangelische lutherische jKionferenz in den Tagen vonr 6.—9. August ihre 15. Konferenz an anderer geweihter Lutherstättc, nämlich in Eisenach, abhält. Die Tagung wird aM Montag, den 6. Aug., eröffnet. vermischter. Müssenmord einer Geistesgestörten. * Günzenhausen (Bayern), 1. Aug. (Priv.-Tel.) Die 47 Jahre alte Frau des inr Felde stehende^ SchulMachermeisters Friedrich Dann e r, die seit längerer Zeit Spuren von Geistesgestörtheit zeigte, hat in der Rächt ihren 78 Jahre alten Schwiegervater, den sechzehnjährigen Sohn und Realschüler .Hans, de:: sünszehnsährigen Sohn und Schuhunacherlelirling Fritz und ihrr vierzehnjährige Tochter Frieda erschossen. Ein Versuch, sich selbst durch Revolverschüs:> zu töten, mißlang. .Außerdem steckte sie ihr aHus iu Prcmd. Das Feuer wurde dürft: die Feuerwech gelöscht. Die Fron hat man nach der Kreisirrenanstalt in Ausbach gebracht. Der Zentner Kernobst — 6 Mark. — W ü r z b u r g, 1. Aug. Menu die Stadtverivaltmrg schon während der Kirschmernte das Pfund Kirsche:: für 20 Pfennig cm die .Bevölkerung abgeben konnte, so wird ihre weise LebensmitttSversor- gimgspolitik noch Mehr den Neid anderer Städte erregen, wenn man erfährt, daß an die Einwohner vorerst 300 Zentner Aepfel und 100 Zentner Birnen — der Zentner 6 Mafft — abgegeben Ivette rr. Weitere Obstmengen sollen später aus dem Rentanttsbezirk an die Stadt abgeführt werden. — Mso gutes Obst kostet in Würz bürg 6 Mk., was kostet wurmstichiges Fallobst in Hessen? Witterungsbericht. (Oeffcntlicher WetterdienfU Bedeckt, Regensalle, kühl. Letzte Nachrichten« Englische Fliegerangriffe. London, 31. Juli. (MDB. Nichtamtlich.) Die Admiralität teilt mit: Englische Marineflieger warfen Samstag nacht mehrere Tonnen Bomben auf Brügge, Thouront, Middelkerke und Ghistelles. Gute Ergebnisse, zahlreiche Explosionen. Die Flugzeuge sind zurückgekehrt. Notiz: Von zuständiger Stelle erfahren wir, daß bei diesem ^Angriff kein militärischer und nur unbedeutender sonstiger Schaden angerichtet worden ist. Englifch-ameriklmischk Pressehetze. Berlin, 1. Aug. lWTB. Nichtamtl.'> Reuter hat kürzlich die Nachricht verbrei:et, daß das Departement für öffentlich- Gesundheitspflege in Washington vor dem Gebrauch von englischen: Heftpflaster gewarnt habe, unter Hinweis aus die Gerüchte, daß deutsche Agenten ein mit Typhus- und Starrkrampfbazillen infiziertes Heftpflaster im ganzen Laude vertteiben. Auch bat, der Juftizminister initgeteilt, daß bei der Untersuchung durch Sachkundige Starrkrampfbazillen bei Heftpflaster gesunden worden seien, das. wie man annimmt, von Anhängern Deutschlands verkauft worden sei. Dieses neue Erzeugnis der englisch-amerikanischen Pressehetze reiht sich würdig den früheren Verleumdungen ähnlicher Art, wie dem Märchen über die vergifteten Fliegerbonbons, über die Impfung von Kriegsgefangene:: mft Typhus- !und Tuberkelbazillen u. a. an und kann nur als ein neues Hetzmittel gemeinster Art bezeichnet werden. Daß gerade die Presst der Vereinigten Staaten in letzter Zeit beso7Ü>ers häuffg Verleumdungen der erwähMen Art gebracht hat, das zeigt nur, zu welchen Mitteln die Regierung greffen muß, um die .Kriegsbegeisterung bei dem Volke zu schüren. Fragen an den holländischen Marinemirnster. Amsterdam, 1. Aug. (WTD. Nichitamtlich.) Die Nie- derländ. Telegraphe::-Agentur meldet aus dem Haag, daß von einen: Mitgliede der Zweite:: Kammer folgende Fragen an den Marine:ninister gerichtet wurden: War es den Ma- rineliehörden bekannt, daß in der Nacht vom 15. auf 16. Juli ein Geleitzug deutscher Schiffe einer: holländischen Hafen verlassen und nach Norden fahren würde? Wurden Maßregeln getroffen, um diese Schiffe vor eventuellen Angriffen in unseren Hohertsgewafsern zu schützen? Falls reine Maßregeln getroffen wurden, war das aus den Mangel an Material zurrickzuführeu? Hat der Mimster, wenn sich das so verhält, die Absicht, in Bälde mehr Hilfssahrzeuge einzustellen, damit unsere Wste genüge-nd bewacht werden kan::? Waren bei dem Angriff des englffchen 11-Bootes aus zlw-eitSchiffe an: 27. Juli an der Wüste von Texel Patrouillenfahrzeuge auf See oder mußte man m:ch in diesem Falle, als eine Verletzung der Neutralität drohte, erst auf die Ankunft vom Torpedobooten aus dem Hasen von Nieuwediep warten? Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde heute bezüglich der Firma Heyligenstädt & Co Werkzeug- Maschinenfabrik und Eisengießerei, Aktiengesellschaft in Gießen eingetragen: Der § 11 des Gesellschafts- Vertrages ist durch Beschluß der Generalversammlung vom 28. Juni 1917 geändert worden. Gießen, den 30. Juli 1917. Großherzogliches Amts gericht. _ 5740B iNebenerwerb. Postkartenverkauf, llOOStck. vonMk.l,50an. 100 sortiertoLandschaften,patriot 'Goldprlan/-, Geburtstags-, Künstler-, Liebes-, Kopfk.usw. 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Cnberrrnzto Ahw.v hsJc Fortwlhr.ümtansoh Pro: p r.eis | Karl Horbs. Berlin 1 . Tieferschüttert und unerwartet erhielten wir die traurige Nachricht, dass am 20. Juli unser lieber Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Musketier Karl Schmidt Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse im Alter von 27 Jahren auf dem Felde der iEhre ge- fallen ist. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Konrad Schmidt und Frau Wilhelm Schmidt z. Zt. im Felde, und Familie Heinrich Schmidt, z. Zt. Lazarett und Familie Karl Gerstenberg, z. Zt. im Felde und Familie Otto Schmidt, z. Zt- im Felde Klara Niess. M745 Bankbeamter empfiehlt sich im Beitragen von Büchern in den Abend stunden. Schr. Angeb. unt 04739a. d. Gießener Anzeiger Giessen fNeuenweg 40), den 2. August 1917. (Höhere Sexta Privatschule Oberprima) Aufnahme neuer Schüler jederzeit Gute Erfolge. Einjährigen-, Prnaiiareife-, Abiturienten- priifimg. Durch den Besuch der Unterstufe genügen Kinder unt. 14 Jahren der gesetzlichen Schulpflicht. (Minist Verfügung vom 13. V. 14). Näheres durch Direktor Brackemann, Lud wigstr.70, Fernr.633 Todes-Anzeige. Gestern mittag 2°/ i Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden meine liebe, treusorgende .Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwester, Schwa- In von Antiquitäten, Möbeln, ganzen Einrickir,.ngen, Alteisen, sowie allen von mir geführten Artikeln. 2241 gerin und Tante Louis Rothenberger Fra« larie Hudler ceb. Klein -IM W im Alter von 49 Jahren. In tiefer Trauer: 4Ph. Nfandler Marie Mandler Kaspar Klein II. nebst .Angehörigen. Klein-Linden, den 2. August 1917. Die Beerdigung findet'Freitag den 3. August 1917 nachm. 4 Uhr, \om Sterbehaus Wetzlarer Strasse 93 statt Versteigerung. Montag, den 6. August, nachmittags 2 Uhr, laut die Gemeinde Saasen 3 Aecker Gerste, 1 Acker Hafer auf dem Halm meistbietend versteigern. 4742 Zusammenkunft bei der Bürgermeisterei. Laasen, den 2. Ang. 1917. Sch epp, Bürgermeister. 5754 zur Saat offeriert sa,: Heinrich Hahn, Sarnenbdlg., Neustadt 8. Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere inniggeliebte, unvergeßliche Elisabethe Stork im 12. Monat nach langem Leiden zu sich in die Ewigkeit zu rufen. Die trauernden Eltern und Geschwister. Gienen (Kornblnmengasfe Nr. 8), 1. August 1917. Die Beerdigung findet Freitag, 7,4 U&r, von E der Kaveile des Neuen Friedhofes ans stall. Verkaufe Freitag eine große Sendung Einmach' und Salatgurken. Verkauf im Hose Neustadt 19 und am Eilgut. 5274 Frae Frosck Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an unserem schweren Verluste, die uns von nah und fern zugegangen sind, und für die zahlreichen Blumenspenden sagen wir hiermit herzlichen Dank. Ganz besonders aber danken wir dem Krieger- und Gesangverein, sowie Herrn Pfarrer Köhler für seine trostreichen Worte. 5748 Familie Böcher. Zellmühle bei Villingen, den 31. Juli 1917. Kräftiger KRIEGSJUN GE aneekommen. S. Meyerfeld und Frau geb. Frankel Gießen (Marktstraße), 2. August 1917. 04744 Cafe Ernst Ludwig ■ jeden Donnerstag - KONZERT Hotel Fürstenhof ■ Gießen Heute Donnern tag 5758 KONZERT Vorletzte« Anftreten dwHnmoriiten II. Füller, Mit Kreisamtl. Genehmigung wird der Schottener Sommermarkt am 7. und 8. August abgehalten. Am Dienstag findet Pserde- und Rindviehmarkt statt. Am Mittwoch, den 8. August, findet Schweine- und Krämermarkt statt. Der Austrieb beginnt am 7. August morgens um 7 Uhr und am 8. August morgens um 8 Uhr. Für alle aus den Markt gebrachten Tiere muß ein vorschriftsmäßiges Ursprungszeugnisvorgelegt werden Die Händler müssen außerdem mit ordnungsmäßig geführten Kontrollbüchern versehen sein. Der Auftrieb von Tieren aus verseuchten Gebieten, Beobachtungsgebieten und gefährdeten Gebieten ist verboten. Schotten, am 1. August 1917. Großherzogliche Bürgermeisterei Schotten. I. V.: Weitz. 57 59 v Bekanntmachung. Die Ausgabe der Brot-, Butter- und Jlelschkarten erfolgt diesmal Freitag und Samstag, den 3. und 4. ds. Mts., und zwar für die Bezugsberechtigten mit dem Zunamen A—K Freitag und von L—/, Samstag. Gießen, den 1. August 1917. Der Oberbürgermeister (Lebensmittebmrt). 57588 Koksabgabe im Gaswerk. Gaskoks wird vom 6. d. Mts. ab nur gegen Kohlen- karte und nur nachmittags von 1 bis 4 ffhr abgegeben und zwar jeden Montag: an Haushattungen des 1. tritt» 2 Brotnurrkenbezirks, Dienstag: an Haushaltungen des 3. und 4. Brvtmarkenbezrrks, Mittwoch: an Haushaltungen des 5. und 6. Brottnarkenbezirks, Donnerstag: an Haushaltungen des 7. und 8. BrottnarkenLezirks, Freitag: an Haushaltungen des 9. und 10. Brottnarkenbezirks. Samstag: an Haushaltungen des 11. u. 12. Brvtmarkenbezirks. Die abzugebende Koksmengc richtet sich nach dem zur Verfügung stehenden Vorrat und beträgt bis auf weiteres 1 Zentner ftir zwei Wochen. 57466 Die Brotaus weis karten sind vorzu- zeigen. m , Gieß ost) den 1. August 1917. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. __ Steding. Regelung der Kohlenabgabe. Unter Aufhebung des Absatzes 1 und 5 der Verorderung über die Regelung der .Kohlenabgabe vom 5. Mai 1917 wird das Folgende bestimmt:^ Die Abgabe von Kohlen oder anderen Breim- und Heizstoffen darf vom 6. August 1917 ab rau noch gegen Kohlenbezugsscheine oder Kohlenkarten erfolgen. Die Kohlenhändler und Kohlenabgeber sind verpflichtet, die bon demi Belieferten erhaltenen Bezugsscheine oder Karlen am Montag der folgerrden Woche der Ortskohlmstelle zur Prüfung einzureichen. Die Kohlenkarten sind auf Bogen aufzMeben. Die Kohlenhändler sind verpflichtet. arr jede» Inhaber von Bezugsscheinen oder Karten Bram- und .Heizstoffe in kleinen Mengen zu verabfolgen, wenn sie solche im Besitz haben. Gießen, den I.Llugust 1917. 57476 Ter Oberbürgermeister. I. V.: G r Ä n e w a ld. Freiwillige Ablieferung von Ein richtungsgegenständen aus Kupfer und Kupferlegierungen. Zur freiwilligen Ablieferung von Einrichtungs- gegenständen aus Kupfer und Kupferlegierungen Mes- fing, Rotguß. Tombak, Bronze) werden folgende Tage festgesetzt: am 14. August vormittags 9—12 und nachmittags 2—5 Uhr, am 15. August vormittags 9—12 und nachmittags 2—5 Uhr in der alten Aliceschule. ^ Eine mündliche Beratung unter Zuziehung eines sachverständigen kann nach Vereinbarung erfolgen. Zu der Bekanntmachung des Stellvertretenden Generalkommandos des 18. Armeekorps (vom 20. Juni 1917. .Kreisblatt Gießener Anzeiger vom 24. Juli 1917) wird folgendes bemerkt: I. Von der Bekanntmachung betroffene Gegenstände. Von der Bekanntmachung tverden lediglich die im 8 2 namentlich anfgeführten Gegenstände betroffen. Ob eü sich um solche aus Kupfer und Kupferlegiernngen bestehende Gegenstände oder um solche Gegenstände handelt, bei denen Kupfer oder Kupferlegiernngen nur als Ucbcrzug oder Plattierung auf Eisen verwendet sind, läßt sich durch Anfeilen oder den Magneten feststellen: die crsteren werden durch den Magneten nicht angezogen, toährcnd dies bei den letzteren der Fall ist. Zu Gruppe A, Ziffer 1. Bei außer Betrieb befindlichen Wasserpumpen ist in der Hv'ütjachc an die in ländlichen Gemeinden vielfach stillgelegten Hauswasser- pumpen gedacht worden. Zu Grup pe A, Z iffe r 2. Barriercnstangen nebst Pfosten und Stützen sind die meist vor Schaufenstern, Schauschränken u. dgl. angebrachten Schntz- staugen, welche bezwecken, einen Zwischenraum zwischen dem besichtigenden Publikum und den ausgestellten Gegenständen oder Schaufenstern zum Schutze der beiden letzteren abzugrenzen. Auch kommen diese Barrierenstangen beispielsweise an Kassen häufig vor, um das Pichlikum zur Einhaltung eines bestimmten Weges zu zwingen. Zu>GruppeA. Ziffer 6 u n d 10. Bei Gardinenstaugen, Vorhangstangen. Treppenläuferftangen und dgl. muß darauf geachtet werden, daß nur solche beschlagnahmt sind, welche aus Kupfer und Kupferlcgierun-' gen bestehen: gerade diese Gegenstände werden vielfach in mit Messing überzogenem Etsenrohr ausgeführt. Die Ringe zu Gardinenstangen und die Treppen- läuferstangen-Elldknöpfe sind dagegen fast durchweg in Kupferlegiernngen ausgeführt. Treppenläuferstangen- Endknöpfc fallen auch dann unter die Bekanntmachung, wenn sie zu Treppenläufcrstangen ans Eisen und Messing überzogen gehören. Treppenläufer' und Gardinenslangen-Oesen sind nicht in die Beschlagnahme einbezogen worden, damit diese zur Befestigung von Ersatzstangen benutzt werden können. Sie können aber, wenn sie abgeliefert sverden zu den gleichen Preisen und Bedingungen wie die Trep- penlänferstangen selbst angenommen werden. Z ti Gruppe A, Ziffer 8. Schutzstangen und Schutzgitter bestehen fast durchsveg aus Kupfer rard Kupferlegierungen, zumal wenn dieselben irgendeine Bie-t tzung anfweisen .Eiserne, mit Messing überzogene Gegend stände lassen sich nicht in gebogene Forni bringen. Es könnte sich höchstens darun? bandeln, daß vorher gebogene eiserne Gegenstände nachher galvanisch vcrmes- ingt sverden, was aber in der Praxis selten ausgeführt wurde. Zu Gruppe 6, Ziffer 19 und 2 9. Bei Brief-- kastenschildern und Briefemwürfen, bei Pfeiler- und Fül- lnngsbekleidnngen an Fassaden sind diejenigen ausgenommen worden, üvelckie eingemauert sind. In den meisten Fällen sind diese Gegenstände verdeckt an Steinschrauben augeschraubt, so daß der Ausnahnresall nicht gegeben ist. Zu Gruppe 6, Ziffer 20. Unter Füllungen von Geländern sind - die zwischen deu Stützen befindlichen Auskleidungen, vielfach in Stabform, verstanden. Dieselben werden in den meisten Fällen ersetzt sverden müssen, da vielfach die baupolizeilichen Vorschriften bestimmte Stababstündc vorschreiben. Die Handleiften sind meist aus eisernen Trchrekonstruk- tionen ausgebracht, so daß sic ohne weiteres entbehrt werden können. Zu Gruppe 6, Ziffer 25. 26 und 27. Die >urch die Bekanntmachung betroffenen inneren und äußeren Bekleidungen von Türen, Fenstern. Kassenschaltern nsw. sind säst durchweg aus anderweitige Tragekonftruk- tionen aufgebracht, so daß nach deren Entfernung die Türen nsw. selbst noch immer brauchbar bleiben. Die Bekleidungen sind meist aufgeschraubt. Die Verschraubung ist sehr häufig von außen unsichtbar ansgesührt, o daß die Entserramq von der Rückseite aus geschehe» nnrß. Zu G r u p v e 6, Z i f f er 31. Türknövse. Türgriffe usw. können entbehrt werden, da solche Türknöpfe, welche zur Betätigung eines Schlosses dienen, ausgenommen sind. Die Schließfähigkeit der Türen ist demnach gewahrt. Zu Gruppe C, Ziffer 36. Hier ist daraus zu achten, daß die genannten Gegenstände nur dann unter die Bekanntmachung fallen, wenn sie ..Gegenstände der Schaufensterdekoration und Geschäflscmsstattung" find. Die gleichen Gegenstände fallen nicht unter die Bekanntmachung. wenn sie sich im Besitze von Privaten befinden. II. Freiwillige Ablieferung, Stellungvon Ausbau personal. Der Wliefercr bat bei der Mlieferimq die genaue Adresse des Eigentümers der abgelieferteu Gegenstände anzngeben. Dem Ablieferer ist bei der Ablieferung ein Anerkenntnisschein anszuhändigen. aus dem das Gelöscht der abgelieferten Gegenstände, der Hebernalnnepreis, die genaue Adresse des Eigentt'imers imd die Zahlstelle hervorgehen. Auf Grund des Aucrkennttrisscheines wird der darffr festgesetzte Betrag an den bezeichneten Eigentümer als- bnkd ausgezablt, es sei denn, daß über die Person des Berechtigten Zweifel bestehen. Ist es dem Betroffenen nicht möglich, die beschlagnahmten Gegeustmtde freiwillig abzuliefern, weil er sich nachweislich keinen Arbeiter oder Handwerker zum ?küs- bau verschaffen konnte, so kann der Betroffene auf Vordruck die Nachweise der erforderlichen Hilfskräfte beantragen. Die Bezahlung der Hilfskräfte liegt dem Betroffenen clbst ob. Die Stellung von Arbeitern und Handwerkerit kommt nur für die Gegenstände der Gruppe 6 Ziffer 17 90 24, 25, 26. 27. 28, 29, 31 rard der Grnp^ 6. Ziffer 34 iit Betracht. Die Anträge sind sofort emzureichen. Gießen, den 1. August 1917. Der Oberbürgermeister. I. B.: Emm eli us. Vermietungen ö Zimmer Schöne ö-.dm.-Wohng. 5. vm. 04988 Nord- Anlage 3. I 3 Zimmer 4 -Zimmer- Wohnung mit Zubehör zu vermieten. 57411 _ Scltcrttwcg 50. Verschiedene j Wobn-a. ScklnSEjmzue? sehr gut eingerichtet: Zentralheiz., elekir.Licht, Tel., Schreibtisch nsw., im I. Stock Srllers^og 79 sofort au vermieten. 5724 pMo blTzim m er j Pension Brand! Noaon Bäne 22 lBellevnesZim. m.u.ohneVer- pfleg, s. jede Zeitdauer. Mittag- u. Abendlisch. Elektrisch Licht, Bad. Tel. 1085. 11687 2-1 zusammen oder getrennt zu vermieten. 5711 Bahndofftr. 45, 1. St. Möbl-Wohn-u. Schlafzimmer mit Pension zu vermieten. 5658 Süd-2lulagc 7, H. Möbl. Zimmer zu vermieten. 04735 West-Anlage 7. Wohnnnssgesnch. 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