i llr. m Weites VM M. Jahrgang Erschein! täglich mit Ausnahme des Sonntags. Beilagen: „Gtetzrner ZamillenbMter" und „Ureisblatt für öeu Ureis Ziehen". xofiichrcNants: L.aeffttrl am Main Nr. \\m. vanwerkehr: 6er»erdebank Gieße«. General-Mzeiger Dr Gberheßen Montag, ,s>. Zil!i mr ZwillingSrundorrrck und Verlag: Brühl'scheUniversitäts-Buch-u.Stttndruckcin. R. Lange, Gießen. 5christteitnng, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstraße?. Geschäftsstelle u. Verlag: Schriftleitung: &&& 112. Anschrift für Dru htaachrichkenr AnzeigerGießen. Aus Stsrdt rsttd LernH. Sieben, 16. Juli 1917. tte-er die Ernteaussichten. Äußerte sich der Präsident des Kriegsernähriingsamtes in seiner Reichstag srede am 10. Juli folgendermaßen: Ich mochte zum Schluß festftellen, daß bic jetzigen Schwieri.^- ?ettai mit dein Jnischgemn.se nur vorübergehende sind, daß das neue Wirtsck>aftsj,rhr im August einsetzt, und daß die Aussichten für dieses keineswegs so schlecht und trüb sind, wie es mir in der letzten Zeit wiederholt als Ansicht begegnet ist. Ich kann im vollen Bewußtsein der mir obliegenden Verantwortung erklären, daß wir nach menschlichem Ermessen einer Brotgetreideernte entgegensehen, die so gut sein wird wie die des Jahres 1915, wo wir glatt mrsg-ekvinmen sind. D Die Herdel - beeren-Ernte, welchje im> Lapse Reser Woche in den Fvei- tzerrlich Riedeselschen Waldungen, im Revier Stockhausen und Eisenbach stattfand, hatte ein gutes Ergebnis. Von 3 bis 4 Stunden Entsermrug waren die Beerenftccher zu Fuß und per Bahn mngetroffen und süMen ihre Körbe, Eimer usw., um gegen Abend wieder mit solchen heimzukehren. In dankenswerter Weise wurden ihn« von der Fvrstbehörde kerne Hiudemisie bereitet. § Aus dem oberen Vogels berg, 13. JuL. Cfthwj* schönen Stand und wunderbares Wachstcem Hab« die Kartoffelfelder angenommen. Ueberall stehen sie nujn in vvller Blüte —s es ist kein Strauchs der .nicht seine' Blnme hat. Der letzte Reg« hat sehr auf die Pflanzen eingewirkt und die Sträucher zuweilÄr bis zu 80 Zenttmeter aufwachsen heißen. Jedenfalls steht in diesem Jahre eine gute Kartoffelernte in Aussicht, denn zum Knoli^rr- am'atz haben die Fangwurzeln nun auch Feuchtigkeit genug erhalten. — 'Auch auf den Wiesen hat der Regen feine Wirkung irichl verfehlt. Ein schöner Grummetan.satz und neues Wachstum >igt sich deutlich. Kraut, Kohlraben und M ckwirrzpflcmzen sind gut angewachsen und können bald gehackt werden. Dü Saaten Hab« mw ihr Grün mehr verdunkelt und iv-acbslen iroch etwas nach. Kreis FriedSer§. fc. Friedberg, 45. Juli. Geste« wurde die hiesige Volksküche, nachdem sie Mehrere Wollten bestand, bis auf weiteres geschlossen. emes Grashalmes versenken wlll, der stelle solch ein schmales, schlankes Tongefäß aufs Fensterbrett und halte Zwiesprache mit seiner Ernfackcheit und Ausgeglichenheit. Bedauerlich ist es, daß der sonst so vielseitigen Ausstellung kein Schmuck lzuging. Guter Schmuck gehört zum Seltensten, fteilich auch Frauen, die ihn zu trag« wissen. Ein Gesicht muß dazu Bedeutung Und Ruhe hüben, wie wir uns etwa die Frauen der Renaissance vorstellen. Aber auch das Kleid muß Bedeutung und Ruhe haben Und llare Flächeir, die nicht überall durch Spitzen und Rüschen aufgelöst Werder:. Kleider gehören dazu, wie vielleicht Mrmr Eggert-Duvall^de Navarre (München, zurzeft Nosentzeim, Münchener Straße 51) sie entwerfen würde, wenn sie neben ihren .Kinderkleide« auch solche für Erwachsene gezeigt hätte. Ihre Arbeiten und die ihres Mannes sind wohl die wertvollste!! der Ausstellung. Die Farben glühen in eigentümlicher, ttefer Leidenschaftlichkeit, rverden aber mental zügellos, da sie immer durch ein Gegengewicht gebändigt sind. Ist nicht das orangene Kinderküid ein Wagnis? Aber der Schrei wird im Ent- ftckhen schjoy zum Gesang, indem Milde, graue Seide das wilde Orange umfaßt. Die .Keuutnis alter Kulturen, besonders der byzanttnischen rnid gotischen, scheint sich in dieser .Künstlerin mit der FÄügkeit zu paareu, aus Natur und Phmrtasie Formen nnd Gedanken zu schöpfen. Auch ihre Battkkissen sind phantastisch, aber nickt willkürlich, der Zusamnumfluß der Lchien betoahrt immer Gesetzmäßigkeit. Eine neue Zuwendung findet die Batiktechnik in ihren Buchcinbanden, die e«st und sachlich genug sind, urn Freunde in nuferer Gelehrtenwelt zu werben. Der „Kampfflieger" von Benno Eggert ist aus dem Erleben eines Väannes entsprungen, dev sett Beginn des Krieges selbst bei den Fliege« stützt. Sogar der Stein zu dieser Lillw- graphie wurde draußen gezeichnet. Der ganze herrliche Angriffsgeist, das Zupacken und Be«icht« ist Ger festgebannt und wird von der Not und der Größe unserer Zell erzählen, wenn sie längst versunken sein wird. Kraftvoll und ideenreich sind auch die Exlibris. Entwürfe dazu wurden früher schon vom Weimarer Museum angekauft. Eb«so Holzschnitte durch das Münchener Kupfer- stichürbinett (PinaVokhek», das sich auch das erste Recht auf den Boccacio-Zyklus Vorbehalten hat, an dem der Künstler arbeitet. Die Ausstellung wird noch bereichert durch Bilder von W. Thiel mann, dessen „Dämmerstunde" sehr farbig gesehen ist. Ein Araberkopf von O. 5)asselmann- Kurtz hebt sich warm und kontrastreich vom fügten Gran des Kartons. E. 'Bonin wirkt durch kräftigen Strich, und H. Giebel hält in seinem „Waldinneru am ?Rorgen" das Flimmern und Zittmu von Hell und Dunkel fest, das so malerisch diese stunde verkhönt. Eich- lich zeigt G. Jahn eine Reihe seiner esfektvollen Radierungen, die lebendig und liebevoll Figürliches und Land^aflliches verbinden. Der faßlichen Unkompliziertheit seiner Mvttve gelingt es immer, Genuß und Verständnis zu lningen. Im allgemein« steht das Publikum der „hohen Kunst" fremder gegenüber als der „angewandten". Das erklärt zum Teil den rasch« Eroberungszug unseres Kunstgewerbes und das all- gemerne Interesse dafttt. Wer auch das .Kunstgelverbe ist mchr als Augenblickswert, es ist unbewußte ästhettsche Erziehung durch dre schöne Umgebung. Der künstlerische Sinn hat mit dmr moralisch« gememsam, daß er durch das bewußte Stadüim hindurch wieder zum Jnsttnkt werden muß. Erst was Instinkt ist. wirkt unfeylbar. Auch tm Aesthettsck>-Kunstgewerblichen 'ist wie im Ethi- fchen das Beispiel die Hauptsache. Auch hier heißt es: sage mir mit was du umge'hst, und ich null dir sag«, tver du bist. * or iiu oniiuigsmiuH! in Leipzig. Mts Leipzig wird uns geschrieb«: Unter Leitung des Natioual- okonomen GeheiniNat Prof. ^Dr. Karl Pucher ist nunmehr das Sttr- dmn) zur Vorbereitung für d« Jvurnallsimins iit großzügiger Werfe organisiert worden. G«ndlegend war hierfür die Ueber- zeugung, daß bei der ungewöhnlich« tulturetten Bedeutung der Presse eine gründliche akademische Durchbildung Erfordernis ist und daß du Anlage des Studi« planes den besonderen Bedürfnisf« des, künftigen Berufes angepaßt werden muß. Vor allem di«t daefem Zwecke das hierfür begründete Jnstitttt für Zeittmgskünde ist v-rmaM eine hrjtorische Abteilung, welche das gesamte für dre Entwicklung des Pressetves«s bed«tsame Material in übersichtlicher Gliederung saininelt. Dmi folgt eine Nummersammlwrg die emen fystemattsch« Ueberblick .über das moderne Zeitunqstves« erworlicht. Hier werden die Verzweigung« und ZUf'«mi»enhänge L ^„^'chEMigsformen de-s l-euttgen Preßgewerbes anschaulich Eine Abteilung für Zeitungskorrespoudenz« zeigt die mannigfachen Arten der Stosfvermittlung an. Ferner liegen alle polttisckien ^rgeszertungen uick ZettsckMfteii aus, wodurch die versMedenen Behandlungen gleichen aktuellen Stoffs in erschöpfender Mse verglichen werden könn«. Schließlich wird noch eine besondere Sammlung von ^'eldzettungen geführt, die sämtlich während' des Weltkrieges von^ einzelnen >rupp«verbänden herausgegebe«« Blättev vereinigt. Eine umsasf«de Biblivtliek gewähtt das allgemeine und spezielle literanfck>e Material und ist systematisch nach d« verschie- derl« Zweig« und Erscheinung« des Zeitungstoesens geordnet Die lAANFen deS^ Instituts gliedern sich nach 'den sft-Kiellen Be- durfnrff« des polittf chwi, des Handels- und Feuilletonredaktenrs ^m trbrigen beteilig« sich die Stndierend« nach einem besonderen Studien plan an den allgernein« Fachvorlesung«. Bvn einem Lei- tungsfachexam« ist indessen^ vernünftigerweise abgesehen worden. Diese von weitblickend« EGesicksisvuntten Mls imtemmmnene ^r- ganpieiung einer theorettsch« Vorbereitung wird ihre ftucktbäreü Wirkungen Ni der Praxis, deren Bedeutung dadurch nicht bvesiittäck- ttgt ist, mcht verfehl« können. fc *«**«*. 15. 4u1i. 5m nahen. .Ostheim war der Landwirt Pein von da zmn -erstormal nur der Jagd. Er schoß im L>a.'d-e br Hausen bei diesem ersten Jagdg-ang einen kaviralen Lechsender. Starkenburg und Rheinhessen. Fc. Worms. 14. Juli. Der diesjährige junge Tabak macht Mite Fortschritte. Es ist eine reiche Ernte zu erwarten. Hessen-Nassau. ** Frankfurt a. M , 13. Aull. Eine große Wohltätigkclts- Aeoanstalttmg zum Besten der Hmdenburg-Büchjersammlung wird der Osteno verein am Samstag, den 21. dK. Mts., bei jeder Witterung im Zoologischen Garten, der ihm von der städtischen Verwaltung für diesen überaus dankenswerten Zweck Aur Berfüglmg gestellt nmrde, stattfrndeil Lassein Die Veranstaltung wird sich in einem würdigen, dem Ernste der Zeit entsprechenden Rahmen halten und doch reiche Abwechslung und künstlerische Genüsse bieten. Da die Veranstaltung bereits am NackMtttag be- chnnt. tvird das Llbonuenrent des Gartens ab 1 Ufa aufgehoben sedt. Der gesamte Reinertrag der Veranstaltung ist für den oben- gemnmteii Zweck bcfHmmt fc. Frv nhau sen, 15. Juli. In dre Wohnung des Kvnrod Funk im nahen Wenkbach brack)m imchtlicherweile Diebe ein, erbrachen Kisten und Kasten »und stahlen Kleidungsstiicke im Werte von 400 m. X Hanau. 12. Juli. Die Hanauer Handelskarnnrer hat in ihrer letzten Plenarsitzung beschlossen, einer neubegründeten „Ver- emigung südwestderltscher Handelskammern" beiz-utreten, welche die Handelskammern von Hessen, Baden, Württemberg, der Pfalz und den: südlichen Hessen-Nassau wich aßt, einer Bewegung der Hcm- delskammier Frankstrrt ihre Entstehung verdankt und eine einheitlichere und wirksamere Vertretung der gemeinsamen Arrberessen von Hmrdel und Industrie Südwest der itf chlands bezweckt, als sie bisher sbattgestrnden hat. ul. Limburg, 13. Juli. Der Kreisausschuß hat mit Wirkung vom heutigen Iäge die gesamte Frühkartvffclerntc im tvreise Limburg beschlagnahmt. Gleichzeitig erließ er eine Verordnmrg, wonach die Ausfuhr von Frühkartoffeln aus dem Kreise verboten ist btzw. mir mit seiner Genehmigung erfolgen darf. □ Marburg, 12.Juli. Aus dem heute lstcr abgehaltenen Ziegenlämmermarkt standen 120 zum größten Teil prächtige Tiere zum Verkauf. Bei flottem Handel wurden hohe Preise erzielt. Gleichzeitig fand auch ein Schweinemarkt statt, der mit 420 Tieren befahren war. Die Preise für Ferkel gingen etwas zurück, während Läufer wie bisher bezahlt wurden. ,•= Rod h eim v. d. H., 13. Juli. Eine Tiebsbaude, die anscheinend rrur lebende Rmker stiehlt, treibt zurzeit in der Gegcnt> ihr Unwesen. In Nieder-Rosbach holte sie ein einjähriges Tier aus dem Stall und schlachtete es auf einer nahen Wiese ab. In der vergangenen Nacht wurde sodann aus dein „Maierhof" am Wege nach Köppern ein schweres Rind gestohlen und im Felde abgcstochcn. Bei dieser Arbeit überrckscfae man die Diebe, die unter Zurück- (assung des Tieres flohen und leider nicht ergriffen werden formten. Gießener Strafkammer. Gieße n, 10. Juli. Der wegen Diebstahls und Betrugs mit 8 Tagen Gefängnis vorbestrafte 16jälirigc Fabrikarbeiter Georg Gr. von Tarmsfadt batte sich wegen schweren Diebstahls zu verantworten. Ter .Angeklagte, der in der letzten Zeit arbeitslos war und sich in der Gegend von Schotten herumtrieb, ist geständig, am 13. Juni l. Js. durch ein offenstehendes Fenster in das Dienstzimmer des Bahnhofsgebäudes zu Rainrod eingeUogen zu sein, die verschlossene! Schalterkasse unter Anwendung von Gavalt geöffnet und daraus emen baren Geldbetrag von 1815 Mk., ferner aus dem gleichen Zimmer ein Paket mit einem Fahrradschlauch im Wette von 5 Mk. entwendet zu haben. Der Angeklagte, auf den alsbald der Verdacht siel, wurde von einem Radfahrer verfolgt und in der Nähe von! Sichersdorf festgenommen. Geld unä> Schlauch wurden ihm ab- genomMien. Das Gericht verurteilte ihn zu 3 Monaten Gefängnis. Unter Ausschluß der Oeffcntlichkcit wurde gegen den ebenfalls 16 Jahre alten Gärtncrlehrling Wilhelm W. von Steinfurth we- gen Sittlichkcitsoerbrechcns verhandelt. Ihm wird zur Laü gelegt, zu Stein;utth in 2 selbständigen Handlungen im Winter 1916/1 < und im Mai l Js. mit der 8 Jahre alten Dorothea L. untüchtige Handlungen vvrgenommen und sie z-ur Duldung unzüchtiger Handlungen verleitet zu haben. Nach dem öffentlich verkündeten Urteile erhielt der geständige Angeklagte unter Zubilligung mildernder Umstände eine Gesanrtgefängnisstrafe von 3 Monaten und 2 Wochen. Der 18 Jahre alte Kanalarbeiter Heinrich H., der 17jährige Philipp 2B V beide von Kilianstädten, und der 17 Jahre alte Bahn^ arbeicer Friedrich Wilhelm St. von Büdesheim sind des s ch w e r e n Diebstahls bzw Beihilfe hierzu angeklagt. Die Angeklagten H. und W. waren durch den Mitangeklagten St., der früher einmal bei dem Landwirt Sch in Büdesheim bcdienstet gewesen war und die Verhältnisse in dessen Haus kannte, davon in Kenntnis« gefetzt »vordcn, daß dort eine günstige Gelegenheit zum Stehlen sei: St. zieiigte hhnen auch die Ho freite und erklärte ihnen, wie sie hineingelangen könnten. H. und W. drrulgen am Abend des 15. April L Js>'. durch einen Winket in die Hofreite Sch.s ein, W. schlug im unteren Stock des Wohnhauses ein Fenster ein, H. öffnete es mld die beiden drangenrn das Haus. Mü einem in der Stube vor- gefundeiten Schürhaken. öffnete W. einen verschlossenen Schreib- sekretär und entwendete daraus einen Strippbeutel rrrit 6 Mk. Inhalt. H. leuchtete dabei mit einer Tascherckaterne. Das Geld teilten sich die beiden. St. bekam nichts. Die weitere Entwaldung einer Brsitcnkartcntascfa mit 19 Mk. Inhalt bestteiten die Angeklagten. H., der inzimsefan zum Militär einberufen worden ist, konnte heute nicht abgeutteilt werden. W. und St. sind geständig. W. erhielt eine Gefängnisstrafe von 3 Wochen, St. eine solche von 2 Wochen. Der vom Schöffengericht Büdingen wegen Vergehens gegen die Bekannttnachmrg, betr. Lausschlachtungen zu 20 Mt Geldstrafe verurteilte Viehhändler Wilhelm N. von Büdingen hat gegen dieses Urteil Berufung eingelegt, er hatte aber mit dem Rechtsmittel keinen Erfolg, denn die Berufung rvurde auf Grund der Beweisaufnahme kostenfällig zurück gewiesen. Wegen Diebstahls bzw. Hehlerei hatten sich endlich der vorbestrafte Maschinist Heinrich P. von Londorf, der Kellner Ernst N. zu Gießen, die vorbestrafte Rosa W.. Braut des Angeklagten P., zu verantworten. P. und N. wird zur Last gelegt, ge- mernschaftlich in der Nacht von: 19. zum 20. Mai l. Js. der Elisabeth W. Ehefrau in Gießen 15 Pfund Speck im Werte von 50 Mk.. und der Katharina Sch. Witwe dahier 5 Würste, l 3 /* Pfund Ranchsleisch imd 10 Pfund Speck im Gesamtwert von etwa 45 Mk. aus einem Gebäude mittels Anwendung eines falschen Schlüssels entwendet zu haben. P. ist geständig, dagegen bestteitet N. die Beteiligung am Diebstahl, gibt aber die Mtwirkung beim Verkauf des Specks jju. Den Speck haben die beiden am den Wirt „Zur Mosel- quelle" in Frankfurt a. M. für 100 Mk. verkauft, den Erlös haben sie geteilt. P. f>at außerdem eine Reihe von einfachen und schweren Diebstählen sowie einen Betrug und eine Unterschlagung begangen, die er teils zu gibt, teils bestreitet. Seirre Braut, die Wl, ist dep Hehlerei angeklagt. Auf Grund der umfangreichen Beweiserhebung, es waren 1.4 Zeugen und ein Sachverständiger geladen, verurteilte das Gericht den Angeklagten P. unter Einbeziehung der durch Urteil der Strafkammer vom 8. Juni 1917 erkannten Strafe von 3 Monaten und 1 Tag zu einer Gefamtgefänanisstrafe von 10 Monaten. N. zu 4 Monaten Gefängnis, die Angeklagte W. wurde frcigesprochen. Desgleichen wurde P. wegen schweren Diebstahls in 2 Füllen und wegen des Betrugs freigesprochen. P. erkannte die Sttafe alsbald an. < 5 ertdU$jaai. [] Marburg, 12. Juli. Daß die Klatschsucht üble Folgen haben kann, sollten auch z-wÄ hiesige Frauen erfahren. Sie standen heute vor Gericht, iveil fie einen: jullgen Kaufmann nachgesagt hotten, er drücke sich dadurch voin Militär, daß er den Aerzten etwas rormache. auch einen seiner Angestellten, der jetzt in: Felde ist, habe er diesen Ratschlag gegeben. 'Die Urheberin der Erzählung wurde zu einer Wache Gefängnis, die Mitangeklagte dagegen zu 20 Mart Geldstrafe verurteilt. Ein älterer Mann, dem sie es auch erzählt hatten und der daraufhin eine Emgabe an die Behörde machte, wurde frergesprochen, weil er in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt. Universitäts-Nachrichten. Frankfurt a. M.. 13. Juli. Dr med. Erich; Feiler, bisher Privatdozent an der Universität Breslau, lmbilitiette sich heute an der Universität Frankfurt tn der medizinischen Fakultät als Privakdvzent für Zahllfailkunde durch falle Antrittsvorlesturg über „Krieg und Zahnhfalkunde". Dr. Feiler übenrincmt zugleich die Leitung der Abteilung für konservievends Zahnheilkunde tun Zahnärztlichen Institut (CarEnuim der Universität Frankfurt. Nöchesü. «rbrrfichk SerTsdessällr i. d. Stadi Sichre. 26. Woche. Vom 24. Juui bis 30. Juni 1917. Einwohnerzahl: angenomnwn zu 33100 (inkl. 1600 Dtann lviilttär) Slerblichketrsziffer: 23,66 Nach Abzug von 12 Ortsfremden: 4,71 Zuf. Kinder ES starben an w schiene un 1. Lebensjahr vom 2. btS 15. Jahr Diphthette 2 (2) — — 2(2) ander. W»nldin(ekti.onskrh. 1 (1) — — 1(0 Tuberkulose and. Organe 1 — — 1 Lungenentzündung 1(1) — 1 (0 — Krankh d. Lreislanfsorgane anderen Krankheilen des 2(2) 2(2) Nervensystems Magen- und Tarmkatarrh 3(3) 1 (0 2(3) Brechdurchfall anderen Krankheiten der 1 1 LerdalnnlgSorgane Krankheiten der Harn- l,nd KD 1 (1) — Geschlechtsorgane 1(0 1 (1) — — and. benannten Todesursachen 2 (1) 2(1) — — . Summa: 15(12) 7(6) 1(1) 7 (d) Änm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern gebm an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von cucsrvär^ nach Gießen gebrachte sfaanke kommen. Veröffentlichung des Großh. Kreisgesundheitsamts Gießen. Mediziualrat Tr. E. W a l g e r , Großh. Kreisarzt. La ndkreis Gieße». __ Amtlicher Teil. vaterländischer hiiftdienft. Aufforderung des Ariegsamts zur freiwilligen Meldung gemäß 8 7 Abf. 2 der Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst. Hilfsdienstpflichtige lverden zur Verroendung bei Militärl'e- hörden und Zivilverilxlltungen im besetzten Gebiet für folgeni>e Beschästigimgsarten gesucht: _ Gerichtsdienst. Post- und TelegravhendiLnst, Maschinen- und Hilfsschreiber. Botendienst. Technisckuw Dienst, Krafisatrdienst, Eisenbahrrdieust, Bäcker und Schlächter, .Handwerker jeder Art, Land- und forstwirtschaftlicher Arbeitsdienst, anderer Arbeitsdienst jefcee Art, PstndePfleger, Kutscher, Vichwärter, Sick-erheitsdlenst (Bahnsckntz, Gefangenen- und Geiängnisbewachullgs, Krantenp-slege. Hilfsdienstpflickstige mit französischen oder vlämischen Sprach- kenntnisse werden besonders berücksichtigt. Hilfsdienstpslichtige im lvehrpflichtigerl Alter werden nicht angenommen. Bis zrir endgültigen llebettveisung all die Bedarfsftellen des besetzten Gebietes ivird ein „vorläufigel' Dienstvfatrag" abgo- geschlossen. Die Hilfsdienstpslichtiaeil erhalten: Freie Verpflegung: oder Geldentschädigu'ng für Selbstverpflegung, freie Unterkimft^ freie Eisenba hn fahrt zum Besttnnnungsorr llnd zurück, freie Be-, llutzung der Feldpost, freie ärztliche und Lazarettbebandlung, sowie angemesseiien Lohn für die Tauer des vorläufigen Dienstvertrages. Die endgültige Höfa des Lohnes oder l^oehalte- kann erst beim Abschluß des endgültigen DienstverrrageS festgesetzt werde,l und richtet sich nach Art und Dauer der 2lrbeit sowie nach der Leistung: eine auskönlinliche Bezahlung wird zugestchett. J-m Falle des Bedürfnisses werden außerdem Zulac.eu gewährt für in der .Hei-- nrat zu versorgende Famckienangekörige. Die Versorgung Hilfsdienstpflrcl.tiger, die eine Kriegsdienstbeschädigung erleiden, und ihrer .Hlnterbliebenen wird noch besonders geregelt. Mewllngen ninlmt eittgegen: 'das Bezirkskoilmrando «r Gießen. Es silld beizubriligen: ettoaige Mil^türpapier'. Beschäftigungs- ausweis oder Arbeitspapiere, erforder/iafansalls eine B?)chein.i- gung gemäß § 9 Abs. 1 des Gesetzes den Vaterlcnrdrsck»en Hilfsdienst (Abkehrschein), Angaben, nxrnn der Berverber dle Bo- schäftlgung antreteu kann. Eine vorläufige' ärAttlche Untersuchung erfolgt kostenlos bei der Meldung beim Bo.',irkskonrmando. Kriegsamtstelle Frankfurt a. M.