Dr.lbS ^rscheini Swettes vlatt m« Ausnahme »«S 9mnt«f|l. X67. Zahrgang Beilagen: „Gietzener ZamMevtzlätter" cmd „Xrttsfttatt für den Kreis Girtzen". -offjcheSfvnt«: Zranlfun am Mat« Nr. N686. Vankverlehr: St«erdcvank Kietzen. General-Anzeiger für Gderheffen Samstag, I». Juli l?>7 ZwiüingSrunddruck und Verlag: Brnhl'fcheUn:versitätS-Buch-n.St?indruckcr R. Lange, Gießen. Lchriftleitung, Sefchästrflelle und Druckerei: bchulstroße?. c)eschäf:sslellett. Verlag: ^ Schristleuung: 112. Anschrift für Trahtaachnchrcn: Anzeiger ie Au» Stadt «nd Land. 1 CSiejjeit, 14. Juli 1917. Zwei Patrouillengänge. Es war in den Maitagen westlich vvn Lens, am Flügel der Arvasschlacht, wie man kurz die fast ummterbrochene Reihe von Schbacküen and Gefechten nennt, die an: Ostermontag, dem 9. Avril, begann und die dem englischen Heere den Weg nach Dona' 3M0 in die Flanken der deutschen Berk e: d i gm:gs front im Westen öffneit sollte. Der Bogen der deutsche?: Linie, der das Kohlenbecken von Lens einschließt, batte sich nach dem Anfangserfolg der Engländer hei Bimy verengert, und die Ausgabe der hier kämpfenden, deutscksti: Truppen, sich den Gegner vom Leibe zu halten, und den Einbruch in den Flügel bogen zu verhindern, erforderte neben standfestem Ansharren gegen deftig und mit überlegenen Massen geführten Angriffen vor allem rmcrmüdliche Wachsamkeit und ständige Aufklärung der feindlichen Absichten durch rege Patrouillen- rätigkcit. Die Namen A^ion, Elen, Bier, die man aus den Heeresberichten kennt, werden in 'der Geschichte des Krieges an die heldenmütigen Leistungen der hier stehenden Regimenter erinnern. Für deren 0)eschichte aber ist stwbl jeder Fuß dieses Bodens mit dem Gedächtnis an Taten verknüpft, die in der rnigeheuren Energie dieses Krieges fast alltäglich geworden sind und doch nicht vergessen werden dürfen, wenn sich einst ein neues Geschlecht an dem Beispiel der Väter ausrichte:: imb kräftigen soll. Deswegen sei der Leistung zweier Patrouillen .zedacht, durch die das 2. Bataillon eines l>esfischen JnfianterieRegiments eine besondere und begrenzte Ausgabe in vorbildlick^cr Wei'e erfüllte und dadurch an den größeren Zielen der oberen Leitung erfolgreich mitarbeitcte. Der Feind hatte sich im AlMnitt, den das Regiment soeben bezogen hatte, noch? nid;: nahe heran gearbeitet, sondern lag noch etwa 1000 Meter von unseren Linien entfernt. Die Gesamtlage ließ aber darauf schließen, daß er vers^rchen werde, näher an uns lievanxukommen, um unsere Gräben erfolgreicher mit den Nah kampftnitteln des: Stellungskrieges bearbeiten zu können. Genaueres tierübe, sestzustellen, die Absichten des Feindes ztveifelssrci aus- zukläven, und. wenn möglich, zu stören, war die Ausgabe einer Patrouille, die unta5 Führung des Vizefeldwebels Eckert von der 7. Konrpagnie des 10. hessischen In f a n te ri e-R e g i a ments am 21. Mai um 3 ss ll'hr morgens vorgeschickt wurde. Auf einer nach den feindlichen Linien führenden Straßen mit Seitendeckung vorgehend, stellte die Patrouille frische Grabarbeiten des Feindes fest und hieß nach etwa 600 Meter auf einckn feindlichen Posten, der in einen: im freien Gelände liegenden Haine ausgestellt war: beim Nahen der Patrouille zog sich dieser in einen Graben der harr am Hause führte, zurück, und sofort erhielt die Patrouille ücstcges Feuer. Der Graben war also vom Engländer beseht, der hier offenbar im Begcii e stand, sich eine vorgeschobene Linie cuizulegen. Aber die schneidige Patrouille begnügte sich nicht mit dieser Feststellung, sondern ging so entschlossen und unerschrocken mir Handgranaten: an den Graben heran, daß dessen Besatzung den Nahkampf nicht abwartete, sondern sich eiligst zurückzog. indem sie drei Gefallene in den Händen der Patrouille zurückließ. Mit erbeuteten Gewehren, den Ausrüstungsgegenständen der Toten und der Regimentsrrummer des (Gegners kehrte die Patrouille, von den au sge schreckten feindlichen Hauvtstellnngen mit Infanterie- uiw Ma, chmen gewahr Fi i e r beschossen, ohne Verluste nach 5 Uhr in unsere?: Onaben zurück. Um sestzustellen, ob' der engtische Posten bei Haus :md Ostaben auch am Tage steht, und am, wenn möglich, einen der gefallenen Engländer zu holen, entsandte dieselbe Korrrpagme am nächsten Morgen eine PattvÄe unter Fichrrmg des Bizefeldwebels Jone- scheö. Ein englischer Dopoelpostear am Schonplatz des gestrigen Zusammentreffens machte es unmöglich, einen der Toten zu bergen. Lloer ruf dam Rückwege nrmchte die P.rttowille die wertvolle Entdeckung. daß au einem abgezweig-ten Grabenstück irur ungefähr .80 Meter von dem englii'ck»en fl^sten entfernt, etwa 80 cnglisckw Ftaschemninen lagen, die der Fei-ch bis hierher vorgeschasft hatte, offenbar in der Ahsickst, von hier aus mit rasch vorgeiührten Minen wedern unseren Graben unter Feuer zu nehme». Dies mußte trotz der jetzt verschärft-,: SBadn'amfleü das Feindes vereitelt werden. Mit 5 Mann ging ^Bizefeldwebcl Jonefckwit am nächsten Morgen um V 5 0 Uhr, mit Sprengladung, Zündschnur und Handgranate,: versehen, vor, um das allzu vorwitzig angelegte englische Mnenlager zu sprengen. Die Aufgabe erforderte große Vorsicht :md Geschicklichkeit, da der englische Posten in so unmittelbarer Nähe stand, daß mit einer vorzeitigen Störung des kühnen Wjerkes gerechnet werden mußte. Sorgsältta wurde die Sprengladung in das Minen- lagcr verpackt imd die Zündschnur angelegt. ?lber. was man vom Zufall Kr' süvchben hat, geschah; dvc Zürndnng versagte, das Minen- lager blieb unversehrt. Da entschlossen sich Vizefeldwebel Jone- scheit und Gefreiter Hüllein, ganze Arbeit zu verrichten. Mit Handgranaten gingen sie nochmals an die Minen l^erau, verpackten eine Anzahl in geeigneter Weise in: Lager und, diesmal nur auf das Werk der eigenen Hand vertrauend, ziehen sie die zusammengckop- pelten Zündschnüre der Hawdgranatcn selbst heraus. Fünf Sekunde:: war die Frist, die zwischen Leben und Tod gelassen war, dem: so lange nur konnte es dauern, bis die Granaten explod:erten und das Minenlagvr in die Luft fliegen mußte. Nur fünf Sekunden hatten die Tapferen Zeit, ihr Leben in Srcherheit zu bringen, aber es gelang. Kaum hatte:: sie die Biegung des Grabens erreicht, die ihnen einige Sicherheit bvt, da ging mit ungeheurem Getöse das Lager in die Lust, mrd die Spreugstücke, die unsere Gräben und Unterstände hatten zerstören sollen, flogen zum englischen Doppelposten. um ihn: zu melden: die deutsche Patrouille ist wieder dagewesen und hat ihr Werk vollendet! Die tapferen Patrouillenführer, längst mit dem E. K. ausge- zeichnet, erhielten mit ihren Leuten besondere Belohnungen. Der Gefreite Hüllein wurde zum llnterossizier befördert, und ein Regimentsbefehl empfahl die Patrouillentätigkeit des Bataillons als vorlnldlich zur Nachahmung. Ausrunftspflicht über wirtschaftliche Verhältnisse. Berlin, 12. Juli. lWTB. Amtlich.) Der Bundes- rat beschloß in feinet heutigen Sitzung eine Verordnung über die A u s k u n s t s p s l i ch t. Danach sind der Reichs kan zier, die Landeszentralvehörden und die vor: diesen bestimm ttm Stellen berechtigt, jederzeit Auskunft über wirtschaftliche Verhältnisse jeglicher Art zu verlangen. Als „wirtschaftlich? Verhältnisse^ werdenftvt der lBerordincng besonders erwähnt: die Vorräte sowie Leistungen und die Leisttrngs- sähigkeit von Unternehmungen und Betrieben. Der Ans- kunftspflicht sind lvie nach früheren Verordnungen über Vorsts erheb nn gen unterworfen: landwirtschaftliche und gewerbliche Unternehmungen, öffentlich-rechtliche Körperschaften und Verbände, sowie alle Personen, die Gegenstände, über lvelche Auskunft verlairgt wird, in Gewahrsam haben oder gehabt haben oder ans die Lieferung solcher Gegenstände Anspruch haben. Naturgemäß bleibt die Ans kunftspflicht von Privatpersv-nen auf diese Gegenstände beschränkt. Die zur AusLnnflsernholung berechtigten Stellen und die von ihnen 'Beauftragten sind auch befugt) zur Ermittlung richtiger Angaben Geschäftsbriefe und Geschäftsbücher einzusehen, sowie die Betriebseiirrichtungen und Ramne zu besichtigen und zu untersuchen, in denen Vorräte erzeugt, gelagert oder seilgehalten werden oder in denen Gegenstände M vermute:: sind, über welche Auskunft verlangt N7rrd. Dre Mständigen. Stellen sind wie bisher ferner beftrgt, ErTrrichtuivgen -uord die Führmnz besonderer Lagerbücher vor- zufchreiben. Zum Sckrntze der betroffenen Unter::ehmaengen ist vor- gescheu, daß die zu Ermittlungen Beauftragten streng ver- pfttchctet sind. Veiftt^wiegerche: t W. beobachte::, sonne sich der Verwertung der GefchLst»- «der Betriebsgeheimnisse, die sie in Ersalnnmg gebracht haben, zu enthalten. Wer der- gegen verstößt, kann auf Antrag nrit Gefängnis bis zu einem Fahre und mit einer Geldstrcrse bis zu 15 000 Mk. bestraft werden Auch bestimmt die Berordnung, daß das Ergebnis der Auskünfte oder Ermittlungen nicht zu steuerlichen Zwecken vernnnrdet werden darf. Die Nichteirrhaltirng der Verpslichtn.:u;en, die sich aus den Bestimmungen der Verordnung ans seiten der Auskunftspflichtigen ergeben, wird unter strenge Strafe gestellt, wobei eine Mstu.fm:g erfolgt ist, je nachden: ob Vorsatz oder Fal)rlässigkeit vorliegt? Die Vorräte, die verschwiegen worden sind, können als dem Staate verfallen erklärt werden, ob sie dem Auskunftspflichtigen gehören: oder nicht. ** Schwarz^ Dci ß-Theatcr. Seltersn ea 81. Fnt Programm vom So:mtag, d«: 14.. bis cinpöl ö'contag. den 1.6. Juli, tvirkt Asta Nielsen mit ihrem Partner, Ludwig Trau:- mairn in einem glänzenden Lustspiel in 3 Akleck, bditelt „Düs Liebes-ABC". Ms zweites Stück ist ein spamwnles Liebesdrama „Kunst und Unschuld" vorgeftlien, anßerden: „Das Erbe des Coil.bops", Wildwestdrama, und das interessante Städtebild Algier. Bon Dienstag ab spielt Leopoldine Konstantin mit Egede Nissen :uch Rudolf Schildkrmtt in den: mvder::en Gesellschastsdrama „Das Wiegenlied". Landkreis Gießen. ** Großcn-Linden, 13. Juli. Dem Lokomvtiv Sber^ Mcher PH. Stengel L, von hier, welcher bei der Betriebs-P.^erk- stätte (tzießen tätig ist, wurde das Verdiem)kreuz für Kriegsdienst verlrehien. ** 31 einh ar d s Hain, l.'-. Juli. Johannes H o s ma n^r von hier erhielt die Hessische Tapserkeits:nedaille am 15. Februar.. Hofnmnn steht seit Kriegsbeginn in einem Inf.-Regt, im Felde. Starkenburg und 3rheiuhessen. ch. A u s R h e i n h e s s e n, 13. Juli. Der Stand der Rebat ist günstig. Sie kommen mit großer Schnelligkeit voran. Mlerdings zeigt sich die Peronospvra in letzter Zeit häufiger. Vom Sauerwurm glaubt man ebenfalls Schaden befürchten zu dürfen und bat sich in der Binger Ecke bereits auf die Nikotinbekämpsung eingerichtet. Gesck ältlich herrichei: die bekannten Verhältnisse bei .zurückgehendcn Beständen, kostete in letzter Zeit das Stück 1916er in der mittleren Provinz 390E—4200 3Nark, 1916er im allgemeinen 5200—6000 Mark und darüber. -- 37t ainz, 12. Juli. In der Momlacher Gemarkung hat die A p r i k o s e n e r n t e ihren Älnsang genonrmen. Sie ! :efert reiche Erttäge und den Züchtern ein gutes Einkommen. Im Kriegs.- jahr 1914 erlnelten die Monröacher für das Pfund Früchre 5 Pfg. im Kriegsjahr 1917 nach den Festsetzungen der Landesobst stelle einen Erzengerpreis von 60 Psg. — Das sind 1200 Prozent mehr? Hcssen.-Nassau. mr. Frankfurt a. M., 12. Juli. Mit dem Korns chnitt wurde nunmehr auch in der Gemarkung Frankfurt a. M. begonnen, nachdem die ün 3Raingau liegeiwen Ortschaften schon teilweise cin- gefohren haben. Mit dem Kürnerertrag ist man im allgemeinen sehr zufrieden. Die Achren sind gut ausgereist und vo:: ziemlich hohem Gewicht. Das Stroh aber ist vielfach) nicht so gut- wie im Vorjahr geraten. rLiechliche Ncrehrrchten. Lvangettsche Gemeinde. Smrntag, 15.Juli. In der Stadtkirche. Vorm. 8: Zotzl. Christenl. f. d. Neukons. a. d. Markusgein. Pft. Schwabe; Oh«: Pft. Mahr : 11 : Kinderk s. d. Matthä usgem. Psr. Mahr. — Mittwoch, 18.Juli, abds. 8: Kriegsbetstunde Pft. SÄvabe. — In der Jost a n n e s k i r ch e. Vorn:. 8: Zugl. Ehristenl. s.d. Nenk ons. a. d. Johannesgcm. Pst. Ansseid: 9V*?: Prof. D. Sckrian; 11: Kinder? s. d. Lukasgem. Pst. Bechwlsheimer; äbds. 8: Brbelbespcechung im Johmmcssaol. — Kir chberg. Sonntag. 15. Juli, vorm. 10; 11: Christenl. f. d. weibl. Jugend. — Lollar. Sonntag, 15. JuK, nachrn. IV 2 . Rtittwoch, 18. Juli, abds 9 1 /,: KrregÄietstunde. XHkai Gußmann. — Wa rtburg, ev. Jüngl - u. Männer-BeriTM. Diez^ straße 15. Sonntag, 15. Juli, nachm. 3 1 /:-: Ausflug: abds 8: Bortrag. Mittwoch, 18. Juli, abds. 8V*: LeseaVend, Gäste willk. — Bibelkränzchen s. Schul, höh. Lehrmrst. Jeden Miwooch vort 6—-7 s. d. jung. Mt.; jeden Samstag vm: 6—7 s. d. ä£r Mt. im Johamressaal. — Bibelkränzchen f. Mädch. a. d. Jobannes- gemeinde. Jeden Dienstag vm: 6—7 im Johannessaal. Katholische Gemeinde. Samstag, 14. Juli, nachm. 5 u. abds. 8: Olelegenh. z. hl. Beich:e. Sonntag. 15. Juli, vorin. 6^/»: Gelegerch. z. hl. Beichte; 7: Hl. Vtesse; 8: Austeil. d. hl. Kommurrion; 9: Hockiamt m. Pred.; 11: Hä Messe m. Pred., "Militärgottesd.: nachm. 2: Chmstenl., darauf säst. Br:wersch.-And.: 6: Aich. z. hl. Moisius. Dienstag u. Freitag, abds. 8: Kriegsbitt and. — Diaspora-Gottesd. am 15. Jul:: Hungen 8, Lich 9r st>. Dir Uunstgewrrbrausftellung. Bon Paula Messer-Platz. Mancher fragt wollt erstauTtt, wie kommt eine Kunst gewerbcaussrclltmg i,l den Knnstverern, der doch nicht der angewandten, sondern der reinen, der „hoheir Kunst" diene:: soll? Mancher eckp.tt eben nicht, luic ecke ein Beispiel auszustellen, wie dies gemeint ist. Wie ein Stillleben abgerundet und gcsctzosstn muß solch eine Grulwe sein, keine Farbe zu wer:ig, kein Schroergewickt am falschen Platz.^ llel>er den: Ganzen soll als feinster Reiz noch eine Idee liegen, die aufc zu fange:: und läck>elnd zu »genießen mir den Wenigen vorbelwlte:: bleibt. Hier ist es das Hohelied der Farbe. Beginnend mit dem vollen Akbird des lila Batirlissens^) steigt es am leise:: Ton des Holzkästckiens zur blaue:: Vase und vermittelt biefc durch bei: Kontrast der dunkelglühenden Rose mit der lila Schreib:::appe. Hier ist eine Pause und eft: RnheMukt. Die iveiße, sckflvarz und blau beschriebene Bnchstite nimmt den Rlchtlumrs heiterer wieder auf. führt üfn über den rötliche:: BucMÜll^riD hinweg mchj schwingt ihn jul>eliw zu dem purpurseidaie:: Tuch empor. Das Gegengewicht zun: lilck K^iss'Nl ist darin gcschasstn. Es bedarf mir nvck: eines halblmtten Nachspiels, :vie es in den Molltönen des großen rosa Kissens klingt, um das Liod^ flar und schön zu vollenden. An dieser Gruppe soll sich auch zeigen, wie Möbel :md Bild in Beziehung «wbvachl werden müssen. Einmal, indem man das Bild nur als Raumwert benützt, lieber einem breiten Möbel muß ein breites Bild die Linie mlffangen und sie weitcrgeben, so die imtere Berechtigimg M:n Hänglm des nächsten Gegenstandes er- *) Botikdrnck ist ein Berfiahvm, bei dem dre. nicht zu färbenden Stellen nnt Wackts bedeckt norden. zeugend. Zu viel Bilder verwirre::. Tie Teilung einer Wand durck' Bilder darf mrr so lange sortgesührt werde::, als dadurckl eine klare Gliederung entsteht und sie den Zusammenhalt n::? den Möbeln unterstützt. Die kleine Zeichnung über dem Sttrhl z. B. verbindet dies«: mit der Wand und weist ihn: seinen Platz an. Aber auch d«n Inhalt nach müssen Bild und Möbel verwandt sein. Die Radierung von G. Jahn über dem Schreibtisch ist nack>- denllich, fast von llassischer R:ll-e. imb verlockt mit ihrer lichten Fernsicht den Geist des Arbeitende::, gedankenreiche Ausblicke zu Viele hübsche Zierlichkeüen stichelt Anna Less'b (München, Theresienstt. 7), Beutel, Bildck?en, Deckcken. dmen a! die Bedeutung und Schönere fehlt, di« Hedwig B r u ck m a: cWiesbadm, Louisenstt. 61 erreicht. Der Wiener Einfluß ist zu unverkeimbar, besonders in de:: Buck^inümwen. Selbstbewnß und eigenartiger svreck)en ihre größeren Arbeiten, nzie die d:m Lederdecke und der schwarze Schal, der von .nmz ausnehmenl Schönheit ist. 'Er kam: ebensogut von einer Mattone zum ernp Kleid, wie von einer iimgei: Fi'au zu einfarbiger Seide getrae werden. Er paßt zu allem, gcnmu wie die duftigen Spitzen krag die Kr Verein „Frauen kle i dung" („Deutsche Fvnien: düng und Frauenknlttrr", Hannover, (beorgeplatz 10) geschickt .! Wahrlich, die deutsche Frm: sollte endlich die demsche Sr lieben lernen! dttckst .veil sie deutsch ist, sondern tvei! sie schön Weil fic in den letzten Jahren d:rrch künstlerische Durcvbildu der Röuster einer wirklickren Vvllkommeul-eil entgecrengelu, die : ge,:vhnl>eüsmüßig nur etwa von venetianischen oder vo-' Brüsse Spitzen erivartca:. Im Kunftgttverbe — und ist es nur so Kmrstgelverbe? — glmcben wir Deutsche selber noch nicht an w Wie könnte:: nur da andere an uns glanl>e:c nwchcm! Die bedingt-' Abhängigkeit :wn „Stilen" haben wir a glücklich üb w:mden. Der Künstler muß zst>:r durch sie Inndnrrtzgr en, al nur. um sie zu vergessen. So erimierr in dem Liuol.mm'chu der klenven rmwei: Schrchtcl chwn Margret Kranz Sr? ftirt a M., Poitstr.) der sp:m:gende Hirsch an altdeutsche Rtot und :m geneben Gürtel die Ornamente an komisck^ -sttlrreil aber dcuh lmt die Künstlerin dabei gearbeitet, inie , i e n\:U neckst luic der^Stil wollte. Jlwe besondere Hiugrbmcg gilt \ PünftlenirfKn Schrpt. Als Schiller::: von stkndols Koch de-, Herrn gel>er der bekannten „Kochschrift", ist in ihr die Frenbe an dekoi t\)xn imd dock) klaren Sckwiftzeichcm geweckt nwrden Ein fr ftmngeves Gesch«:rk läßt sich wv-bl kaum denken ai- chlch . band.v,ckmel^ues Buck,, dessen Jnlxrlt seelische Erlebir je zu»ist! Geber m:d Einpfänger verdeMlicht und beffen Zeilen dmriüm lutb von scknnucttndei: Linien :md Bildern, wie zane-.> Ei, im: und der Hang zun: Fabulieren sie sich ansdenken. , (Schluß folgt .) Mb. Deutscher Reichstag. 115. Sitzung vom Freitag, dem 13. Juli, nachmittags 3 Uhr. Am Tische des Bundesntts: Dr. Helfferick). Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um 3.15 Uhr. A n fro gen. Win deck Eli.^ weist darauf hin, daß im Reichs- larMe der Besitz von Einzelpersonen und Firmen, die vivher unter Zwmigsr.NtvaÜWrg geskurden haben, iit Liquidation 1111 ^ ^ lllt ^ irc Zlvangsenteignung gebracht ^üiriftcrifllbircfiov v. Jongnieres erwidert, daß die all- l^mcrnen Besttmmungeii, die zu Beginn des Krieges über die eran- laßt word«i. I ■^ r - u a r ck lS-vz.! erhebt Einspruch gegen die Ver- ivenvnng von Löst und vor allem von'Zucker zur Weinbereilnng. Eehermwt v. Oppen teilt mit, daß diese Frage sorgfältig geprmi wurde, pcüheres werde er bei einer späteren Anfrage imrtetwat. JCbg. Eber t (soz, > weist daraus hin, daß die F n valide n - und llntallrcnten den jetzi-geu Lebeue-vertmlimsien nickst rnm ent,prechcn. und fragt, wie der Notlage der Arbeitsinvaliden, abgeholsen wer-den soll. MinijLeriLldi«kt»r Caspar: Es sind Reicks mittel für lv-me Zwecke zur Versügrmg gestellt, und es wird rn jeden, Ennzelfalle ge prüft, ob cm Bedürsans für solche Beihilfe vorliegt. st mD Fr.'! wagt, ob Vorsorge getroffen sei, daß nicht durch) du- Umwandlung von Gerste und Korlof- leln zu Bier uud Spiritus dem Volle iwlwendiE i'lcchrungsmfttel entzogen werden. Geheim rar o. Braun: Die Regierung ist ernstlich) bemüht, *ucd) geeignete Mgmuchmen dafür zu sorgen, daß im neuen Ernte- sahre Gerste und .üartoneln dem Volke in ausreickrender Menge iur VerniMNg gestellt werden. Auf eine weitere Frage des Mg. Mumm D. Fr.) erwidert vei^eunrat v. Ltpen: Durcks Unterhandlungen von Vertretern ^er Remerung mit sack»vcrftäudigen iverde eine Regelung der ^Erzruveftung zur Wein- und O b stm o stb e r e i t u n q er- strew, tnt r.ue Gen chr dafür bieret, daß dem Volke nicht der- für die Ernährung notwendige Zucker entzogen wird. Wg. Vogt Herr sU. Soz.) führt Beschwerde über das il c r ." 0 t co n t y ratlenvc v-f ammtu ltije n in Stettin Magdeburg, Lwsel und Berlin. Ern boanstandetes Flugblatt habe der Zensur Vorgelegen. v ÖS!*- 0 ' ^ r / Der Zensur ivar nicht bekannt, daß die Verbreitung als Flugblatt in 50 000 Ei'emplaren beabsichtigt tvar: bie'-c ,n mn tnr auch nicht gesaftet iror.en . Wg. >)e!d iiarl.) führt Beschwerde, daß die Viehlsandels- augemeldete Tiere nur zun, herol>gesetzt^n Veerse von, l. x miIi abnehmcn 1 M^i^iaLiveLor v. Jonguisros: Die Biehhcmdelsver- banöe hab«r ftrr dm bis zum 30. Jmn 1917 fest angebotenen.' ^lachtnEr den bisher maßgebend gewesenen Preis gezahlt. Der ganze Bedarf hat durch dcw bisher vorliegende feste Angebot gedeckt werden können. Die Zentrale der Bichhandelsverbände hat mn ftnsrage erklärt, daß bisher noch rricht ein Stück stt herabgesetztem Preise abgerwmmen wvrdegi fei. Abg. Bauer (Soz.) führt BeschweiL>e, daß die im Hilfs- 1 c ^ vor ge sehenen Aus.schü sse noch nicht überall eingerichtet smd. ^Sf toär l r ' Richter: Zur Errichtung solcher x- lft C ? fachst erfordeetrch, daß die Landes;entral- v e o? T ?f rr ' d,eit Bestimmungen erlassen, insbesondere ÄixV X 4 i 3 ' 1 ' Wahlordnung betreffen. Hierdurch rvird eine gc- nmse Zeit nt Anspruch gekommen. Aüch sehen die Wohlottmun gen gewisse Fristen vor. Wo die Wahlen bisher nock, nicht vor genommen send, liegt tebenfalls böser Wille nicht vor. ö -. Trarz y nski lPolck behauptet, daß polnische trinwoimer rn der Gegerck von Gvodnow zrrr Zivangsarbert an- gc halten suvrden smd. Obeiftt v. Wriesberg: Die Regierung kann die Anfrage ntart beantworten, da hierfür die erforderirft^n Unterlagen nv'ch n,a:t ein gegangen sind. Die Anfrage wird schriftlich beantwortet werden. x ?' ^ r a in p c z y n s ti: Ist dem Reichskanzler bekairnt, oas- nm dem ^.bertommandv Ost eine Telephon verbindring besteht ? (üfTtaieü.) Oberft ji. Wriesberg: Trotz Telephon Verbindung und ob- ivmi ein Lülegrapb besteht, haben Nnr rftchr das Material be- wmmen können, das für eine eingehende Prüfung izenügt. d??',. Ebü-r t sSoz.' führt Beschwerde, daß die letzte ne, a.-tag s rede e i bemann s über den Frie- den als Flugschrrft nicht verbreitet werden darf, während die "Lehmanns KriegszEle" un-gebind-ert von den Aensurttellen rm ganzen Staate in großen Massen verbreitet wird. DIimkrialdircttor Lewa! d: Das Berbor bn Ser&reituiw drr chH'ch!ckrlft „Frieden der Verstärkigung, Reichstagsrede von Phi- lwv r-chechemamr" verstößt nicht gegen Artrlel 22 der Reichsv?r- ^0)1,,^, ltnf das Reichsgerichr wiederholt entschieden hat. Der Ab- druck nur einer bestimmten Rede aus. einer Reichstags Verhandlung Nt rnclft auzuselen als ein Bericht über Reickslagsverhmtdlunqen rm Smne des Artikels 22. Es liegt daher keine Bei'letzung einer reichsgesex!ichnn, Vorschrift vor. Im übrrgeu muß die ReiaMeftüng ch^rr daranchlegeii, daß Personen, die durch eine Zeniurnraßnahaie snr benachteiligt füllen, non den, Rechtsweg Gebrauch uracken der Tezentber 1916 vom Reichstag ausdrücklich beschlossen worden ist. ' Abg. E b e r t: Ist dem Reickslaitzler bekamft, daß diese Druck- swrrft wochenlang ungehindert im Lmtde verbreitet und erst kürz- lech verboten loordeu ist? MulistMswirckwr Tr. Lew-Id: Dem RcichskLuzlcr iS M~ ^55^ 1 u'bcrlanpt nichtsbeLaimt. Die Zensnrverfügung ist ihm erft durch diese Anfrage bekannt geivorden. qr ^ bert: Ist dem Reichskanzler bekannt, daß gegen das Verbot beun Overkommando in den Marken Beschwerde ein gelegt worden nt? ^ ^ Ministerialdirektor Dr. Lemald: Auch das war dem Reichs- kanzh-r bisher nickt bekannt. Wie ich- soeben höre, ist beim .Kriegs- miinsteirum eine derartige MitteÄung ein gegangen. Das Kriegs- mimsteruim hat beim Obertomnigndo angesragt, eine Antwort aber ist bisher Nicht eingi-gmigen. . Das Gesetz Mer d« Fürsorge für Kriegsgefangene wird an den Ansschn ß zu rück verwiesen. Vor Eintritt in die Beratung der Vorlage für den Wiederaufbau der deutschen Handelsflotte beantragt 9lbg. Scheide mann (Soz.) die Absetzung dieses Punktes von der -L.agesordn,ing, da sich erst im Lauie oer Ausschupverhandlungeu hcrausqefwllt habe, von welch unge' yeurer^trayroefte die Vorlage fei. Bis zur nächsten Sitzung, aur iwren Tagesordnung die Vorlage gesetzt werden möge, können die Parteien noch einvial dazu Stellung nehmen. Dieser Vorschlag wird cinstiinniig angenommen. Aus der, Tagesordnung steht daun der e r st e Bericht des Ausschusses für Bevölkeriungspolitik, über die Bekampsung der Geschlechtskrankheiten im Heer und in der Gesamrbevölt'erung. per Ausschuß verlange in einer uinsangreichen Entschließung Erhelningen über die Geschlechtsirank- l 7 l UIÜ> rC0t gewisse Filrsorgeinaßualnnen an. Bc- zuglrw der Gesaintbevölleruorg macht ec eine Reihe von Vorschlägen. ras Rei chsstrafgei etzbuch soll drrrck eine Gesetzes Vorlage ergänzt werveil, wonach -ede Person, die, obwohl sic nieiß oder O^Ee, daß sie geichlechrskrank ist, tri»tzdcm geschlechtlich venetft't, bestraft werden kann. Ferner solleii in das Gesetz zur Betampftmg geineingefä'tnlicher Kcankheideri auch wirksa,ne Vorschriften zur Bekämpfung der 6>efch-'echtskrcrnkbeiten ausgenommen werden. r,e öfsentlftte Geftlndheitspftege soll gefördert n»erdcn, ebmso der Ausbau der .Kranlenkchsencinrichtungen und die Heranziehung der ^ebensversbch<-rnugsqefellübafterk zum Kampfe gaoen die Geschlechtsfrmrkheften. Das Haus frimnrt ben Vorschlägen zu. Präsident Dr. Kaenipi: Die Lage der Verhältuisse gc- stattet es rm Augenblicke nicht, für die nächftc Sitzung des Reichstages eiiien bestimmten Tc i ' restzusetzen. Ich bitte daher, nnch zu ermacktigerl, dre nachfte Sitzung une ,,dre Tagesorduimg selbständig iestzuftelle-.i. sobald me ^zerhülttküse as gestatten, eine Bvllveriammlilirg des stieickstages ecnzuberuien. Das Haus stimmt dem zu. Schluß 4 Uhr. Amtlicher- Teil. Lichtspiel-Haus Bahnhofstr. 34 , -UAU uti <,,, ff*niifM i M m !r«" f i nwiijmniUlin(timnit!TntMyuA111JJttti , JMtt . .. l , ltJIJ „ i „„„ < , l , ll , tilft , l , l . ff i|| f| f||| B e t r.: Milchoblieserung: hier: Butte Belieferung der Nichtselbstversorger. An die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. , Sie wollen Ihren ganzen Eftiiluß aufbicteit, daß die Pcilch- ablftscruug in der porgriOLriebenen Menge erfolgt, damit nicht durch die mangelhafte Milchabliesermig der Kommunal verband für Milch- und 8peisesettVersorgung Großherzogtum Hessen in Darmstadt sich veranlaßt sieht, die Mölleren anzuweisen, die Butterliesermtg an Gemeinden, die mit der Milckablieferung rückständig bleiben, crn- zustellen. Wenn sich in den Milchnerhaltnissen der Genieinde Aendc- rungen ergeben baden, sind sie' ve r p f l i ck t e t dies eingehend! dem genannten Kommunal Verb aird mitzuteilen, damit unter 11m* ständen das Mlieserungssol L der Gemeinde herabgesetzt nnrb. Gießen, den 13. Juli 1917. ; Groß herzogliches .Er eis amt Gießen. I. V.: La n g c rma iin. Ä T nr 3 Tage Maria Carmi, LL in ihrem neuesten Gesellschaftsdrama in 4 Abteiluno-en Personen: M^ ard • • r. Aa » e FönöS Maria, seine Frau.Maria Carmi Baron Rozar.Theodor Loos ^ nna . Alexandra Viarda Rudolf, ihr Sohn .... { kl lodert Reinen ' • • • Aage v önss Ansserdem 2 entzückende Filsscherze In je 2 ilkfen Verfaßt von Rudolf dell Zopp. 53 44a Erstklassige Künstler-Konzerte. Geöffnet bis 11 Uhr abends 1 Schwärs - Heiss »Theater S^sr Programm vom Samstaf, 14. Jnlf, bl« inkl. flonta«, 16. Jnli. A@t@ NiBsen in ihrem fflftnzenden Lnstaplel Das Liehes-ABC mit Lndwig Traufmann ICaiaist md Ueisehuid Spannendes Künstlerdrama in 2 Akten. Interessante Naturaufnahme. Das Es»ke des Dnwiso^s Spannendes Wildwestdrama. VontMelge! Ab t*i.,nsia K . 17. .lull Yoi-an*ei*e! Das Wiegenlied Modernes Gesellschaftsdrama in 4 Akten mit lAeopoldine Konstantin Egede Missen. Hiidolf Schlldkrant. 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Der vom Gemeinderat durchberaten- Boranschlaq der Gemeinde Daubringen stir IS17 Rj liegt vom 16. lfd. Mts. ab 1 Woche lanq zur Einsicht auf dem Amtszimmer der Unterzeichneten Vürqer- megtcrei ogcn. Einwendungen können wcihrend dieser Zeit schriftlich oder mündlich bei uns voraebracht werden. Es tst die Erhebung einer Umlage beschlossen zu der auch die Ausmärker berzutragen haben Daubringen, am 13. Juli 1917.' Grooßherzogl. Bürgermeisterei Daubringen. Walter. 5353 Gießener Hausfrauen-Verein k^rühbirnen. Abgabe an die Mitglieder von Montag vormittag 10 Ubr an. 5355 K-ljikrßeiztrMS der Stadt Giksta. Montag, den 16. Juli 1917, vormittags 9‘/, Ubr beginnend, werden in den Waldungen der Sladt Gießen, un Bezirk des Försters Brück versteigert: 30 Rm. Buchen-Knüvpel .860 Wellen Buchen»Stammreisig ^ .250 „ Aspen-Stammreistg. Die Zumnunenkunft ist ans dem alten Annenroder Weu an üer Havvelö-Wiese. Holzhnndler sind vom Mit- bleien ausgeschlossen. 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