m. i57 Zweites viatt mit RuSntchme de» Sonntag«. -A- . " f Ä-' Beflogen: „«ie^ener S«naU»eii»lLtter" und JMsIMt für den Krei* Bietzen". -eMcheEk,nts: Frankfurt am Main Nr. Ntz86. vanksettehr: Cewerbebank Gießen. W7. Jahrgang KUmr Anzeig General-Anzeiger für Gberheffen Samstag, 7. Juli 3»iQkng§nmb0nicf und Vertag: »tu hllche UnwersitätS-Buch-u.Steindruckere R. Lange, Gießen. Schttftleitung, OrjchSftrßelle ns* druskerei: Echulstrapc?. EeschäfcSIlelle u. Verlag: Schriftleitung: 112. Anschrift für T ca htnachrichten: Anzeiger Gre-,».. Ans peften. Der !ft,ndrsvcrbuni» der Halls- und Griindltesibervcttiuo un Gr°ü k,^v"r,n" Sesse» yloll dirscr Tage m M«rkf>n-t ein« wOTBrtcrtjmanimferng ah, die nch mit der Frage der Msiet-- vrerserdr'hung fccit ©tftbteu des Ohtjftritr&wrto'niS befaftte m folgendem "Beschluß "läm? '.'In »ürbetvacht deßen, i-an. infolge der Krtegslvirknngen sämtliche für tfiflWjpn Bedarf v.ittnnule Güter z. 3. Mil 100—1000 Prozent t-wwer gmvrd.il sind ,u>w die Mbriks,»hno rate ©teiacrim« iit ÄShL'Ä.^Ä ffaÄ^JÄaterk. . «>r. 1 ' vn\\ lcmmiar '.uiatena* H^D'ü'aUlgmia .der w>rtschaftliche,i Entwicklmtg und .lngenknrrein . .taß< i iit Brnic mts x»,» c-vt.vw»» x.««.. un Preise gestiegen, und die Hypotl-ekziusen ln. daiungegeu dre Ansprüche au Ausstattung tllk .»+• _ c • c\Y\ • , h^9vu*K? ,t *T n . ULV «uiiviuujK au rcu-siralliing occ ^UoljnMnggn «rer mefn erm.singt wordeii smd, könncnr die Med- odne 'xraetoaUigimg her Wirtschaftlichen CntN'icklnng und L \£ tx.awrc ^ Wohmrngsbesch-afsung fernerlsin 'E. rwrMich niedrrggrl-alten ioerden. Mit nuingender- Aut- itvm igmt imrs, daher eine den wirtschaftlichen Verhältnissen Rech ^^«^E ^ag< 2 id e nigr'.nenene Erhößmig der Mietpreise eintretcn. "2 WTuviTniu'i|antirUin,g empstehtt daher den dem Landesver- Mb zuqehSrtgrti Bermmr, im Jttteresse der- Erhaltung des Be- sitzttaw. ilfrer 'nitglreder, alslxrld in einer Mitgliederverfalninlnng dre^inernfame Fessie^ncg nnd Tiirdsiühruiig einer den örtlichen ^erhalttn, ,-en Migepaßwn Mietpreiserhöhung zti beschließen. In den Entschließung voraus gegan getreu Verhandlungen war aue^cfuhrt worden, das; die Lage des ÄuruSbesitzeS im sich eine ungeheuer- schwierige sei. Keme. Wirtschaftsgrnppe habe unter dem Errege fv Kn leiden gehabt, wie der Hansbesitz, keine Wirtschafts-, grut've hab-^ auch schon vor dem Kriege unter so ungünstigen Ver^ geliiten, wie der Hausoesitz. 3rfl>fr tvcnn die Hausbesitzer all e Ver teilerum^r, die für sie selbst wrumsiän glich iwtlvendia gen»rt«l sind, auf sich ncchntM inolltwr, so wären sie in ihre? »>a nK ü Lcrwiegenden Dsihrzahl dazu einfach nicht imstande Sie mußten dem Untergänge zugeführt ioerden, weun ihnen die Möglichkeit gcTW'micu nx-iDen sollte, der roirtschaftlichen CirtUnMkngi U& mr.zut>it w und wenigstens ernig-erraaf^n die Erhöhung der Unkosten, die sie selbst ausmwenden l-aben, durch eine mäßige Erhöhung der Mieteit au^uglrul'en. Auch bilden die gegen- wmchg feÜgrselchrn Mietpreise vielfach gar nicht den Wert' der ^wl^rungen der selbst dem Miatgmeise vor .dem Kriege ant-. mE Wahrend de.. >krreges hatten zahlreiche Mieter im 5nn- fchnw.ernfl' Lage des H«nsll negspreis^" auf all^i Mider^l (Gebieten, mich am denr Geb:.:, der ursprünglichen Lebensbedürfnisse, mn oem Erbiete cp Piirung und Betreidrmg, einen gegen die srrie- denspreiw wesent'irr, I ölwren Preis erregtsten. Schießli'ch umrde auch noch twtont. ixin ^s un Interesse der Mieter liege, wenn ne srch rn ilwen Ailivru^t auf .verrichümg der Wohnungen ein asvisses Mud auferlegen würden, da ein spapanres Wirtschaften nr dieser Begehung ans dir Bemessung her Miettweise keinen ge- rrngen Erufliiß habe. AriegZörlefe aus dem Osten. Äon unfevem zUm Ostcheer entsandten Kriegsberichterstatter. Mnberechtigter Nachdruck, a»ch auszugsweise, verboten ) Der nrmanische Erute-Sieg. . Burarefiden A.Juni 1917. WÄwend die große 2nrce von der Baltischen See bis znnr ^>chwarKen Meer seit Wochen in Ruhe und Berettsckwft lag, „reifte" inikter rdr dre Entsctn-'dimg. Das abgegriffene Schlaipoort von den letzten nlbvneii Kna-in, die die Entscheidung bringen würden, ist m den vielen verbrauchte Mväsen dieses .st rieges-gelegt iwrbeu mch man sieht in der- Gwossenschasi unserer Gegner,'wie laugst bei uns, daß die letzten touiend Donnen Getreide mit am enter Stelle ocit 2iu#?frj der Wage, die schon zu uw'eren Gimsten sinkt, geben wewen. Wir haben einen schweren Winter und ein nicht leickstes rrEna'hr hinter uns, das hat jeder an seiner Stelle erfahren, aber ohne Uedersckwaug kann man nach Kenntnis der Tinge meinen, !^hl die schwerste Zeit hinter uns halben, nMirc-nd das Bitterste rür die andern noch kcmrmt. ^icksts ist aufrichtender und erfreulichcr füä jeden, der selben kann, als die ss-airl durch jbce .frosten besetzten Gebiete im Nord- esren. durch Ungarn und durch Rumänien .'dimderte von stilometern Eirt der Zug in Litauen, in Polen, inr verbündeteil Land an beswllwn, toogenden o-eünn'ii vorbdi, deren Ernte fa* uns reist, sobald man dw rumämsche Grenze überschritten hat, merkt man dann, daß schr \ynn ernen großen Mieten m unserer unermüd- trchilm.strbnt^dazu haben: deir Ewmmerregen. Seit 14 Tagen geht regelmäßig ^tricliregeu über die rumänischen Weizenfelder nieder. Einem roarmen smmigen Vormittag folgt gegen Mittag Gewitter- brldung, dann fetzt warmer Regen ein, gegen Albend ist das tägliche himmlssche Begießen tun Felder vorüber. Die Wirkung ist foie im BreibhauS natürlich. „Ich 'habe immer fest geglaubt, daß man uns oben helfen wird!" sagte mir der Ehef des Oberkommandos Macken- seii, der Chef, an dessen ruhiger ttubtzirrbarkeit man sich an matv ^entsckx-idenden Tage an der alten Ostfront aufrichteu konnte. Unter diesen ch'mstigen Umständen haben sich die Ziffern, die -»W bar Oefsentlichdstt gegeben fvurden, noch erheblich ßeftellt. Auch die Anbauziffern haben sich durch na<^ trg^lrchc Rceldmigrn crlwht, so daß die Zahl von 2,65 Millionen vektar bestelllen Bodens überschritten ist. Der Wintcrweizen, der dre größte Flache eimrrnnnt, ftclit über dem Durchschnitt, trotz aller ungimfttgen Verhältnisse, die der Krieg mit sich gebracht hatte. , um errre Vorstellung von den möglichen Ergebnissen zu geben, wi.daran ermuett, daß die Weizenernte RmnänienS etwa ein ™ der gesamten deutfchen Weizeuernte ausmarht und daß wir Drittel Rnmäniens, darunter seine frnckitbarsten Getveidegcbiete, in der Hmrd haben. Mit welchen Zahlen hier icheratt gerechnet werden kann, zeigt das kleine Beispiel, daß eine Venvalttmg einen schlag von 3000 Morgen Sonnenblumen 'Ar Oelgcwinmmg angebmtt l>at. Gleichzeitig mit diesen Erfolgen, die die glückluche Tätigleit des Wirtschaftsstabes c-rzwang, gmg der neue Aufbau und bn Ausbau des Wtrausportes. Ans der Zeit, da Rumänien nockz nicht sein Glück einem gÄoissen-! losen st-rregsspiel geopfert hatte, n"ar die Einrick7tnng der großen Verladebezirb' .rbriggeblieben. Unter militärischer Aufsicht wurde hier wertergecrrbeitet, die Zufuhren mittels Balch, Automobil, Kolonnen, lOch'senkarren wurden organisiert, die Sainmelstellen ml der Donau, die Donau-Häfen, die zum Teil beschädigt waren. Nieder m Ordwmg gebwckst, und schmr inr Mai war eine Re- kordzifsir im Wttansport errcücht, die größer war als die höchste Ziffer des vergangenen Jahres, die bis jetzt als mierreichbar gegolten hatte: einer dieser Ausftihrtage im Mai sicherte den Ge- tteidebedarf von 100 Millionen Menschen. Das Resultat wurde gewvimen, trotzdem der wichtige Hafen Braila ausfaNen mußte, Werl er untrer den russischen Kanonen liegt, die vor kurzem zum erftenmal die rumäniscke Stadt nitt ein paar Duttend Schüssen be- dackiien. An Stelle Brailas haben andere öarennte, wie Turim Mcchnreke genalrigen Aufschwung genominen. Tie Lnstnugsfähig- leit des .Kanals am Eisernen Tor ist durch T.rmvs-Treidclbetrieb verdoppelt norden. Die Umladung der sog. Griechen-Schlepps, der Tmrsend-Touneu Boote, die das (öetreide bis ;um Eisernen Tor bringm in die oOO-tonS-Torboote, ist edeufogui organisiert Iu deni großen Wirtschaftscädwwerck greift alles glatt und sicher ineimmder, und deuttcbe Arbett iovgr dafür, daß die Masihrne noch täglich leistunasfähiger fvird. Die Rapserittr lwt sckwn eingesetzt, Und die Gersten etttte stelst vor der Tür. Tie rrrmänistbe Entte ging im Frieden den Weg donau- ^N>ärd5 ivn Welten nad? Cilsn zum SctLvrrrzen Meer, nnr haben dre RickDrng herumgeworßen. Es ist wie ein greifbares ZeicsvN' dieser item- ichnq von Osten nach W^esge-i, cvnmlaufwärts brs Regensbrrrg. Tie ungeheuren Felder, bk man wie ent gvld- grürte? Weer am der Bähn nach allst Stünz wogen sieht, fowert dos ^Lrgr die Ferm bezwnvgen bann, reifen für lmfem Sieg mtb fveiheu dm deutschen sirsiedvn. _ Nols Brandt. Knogsberichterstvtter. A«,s Stavt «nd L<,nd. Gießen, 7. Juli 1917. Unsere GloSrn. Zu dem vielen gänzlich Uuerwurteten, was der gegen- nxirtige Krieg gebracht hat, gehört es arich, daß unsere Glocken in absehbarer Zeit hin Ausziehen müssen, um zu Helsen, die >>eima.t schützen, mrd daß der Friede, wenn er nicht bald kommt, keine Eftocken mehr vvrsiTtden wird, die il>n ein läuten können. Während mau sonst vielfach Glocken goß ans dem Metall der im Jahre 1870 71 erbeuteten Geschütze, sollen jetzt Glocken in Kanonen nmgeroanoe.lt werden. Sie haben schon jetzt vie Sammtung der Aquarelle von Hugo von Ritgen. manchen Kriegsdrenfst jgetan, sie haben die großen Siege -verkikndet, haben zmn Gebet gerufen und gentahnt, Gott die Elfre zu geb-err, als sie läuteten nach den großen Siegen in den Augusttagen 1914, die den Feind aus dem Lande warfen und unsere Grenzen siclferten, sie klangen beim Fall pon Atittverpen, bei der Einnahme von Warschau, bei der Eroberung Belgrads rmd bei der Uebergabe von Bukarest. Run sollen sie dem Backerland den letzten Dienst leisten. Dann wenden vielleicht Jahre vergehen, bis von unseren Türmen Inieder ein volles Geläut über die Stadt dahinklingt, und jahrelang werden wir unsere Glocken schmerzlich vermissen. «Ds sind in diesen Tagen 465 Jahve geworden seit dem Tage, da zum erstenmal das Morgen läuten der Gießener Glocken (am 11. Juli 1452) urkundlich erwähnt wird. Es waren wohl kleine Glocken, denn Gießen besaß ja nur eine Kapelle, die Kapelle zum heiligen Pankratius, die cm der Stelle der heutigen Stadtkirche stano. Die Pfarrkirck^ selbst befand sich in Selters, in der Nähe des jetzigen Bahnhofs. Deren Glocken mögen wohl grö^rr gewesen sein. Sie lverden am 11. Juli 1452 und 22. Juli 1520 erwähnt. Bald darauf verstummen die Glocken von Selters, denn Kirche und Dorf werden 1530 aus militärischen Gründen niedergelegt. Gießen selbst aber hatte mittlerweile ein mächttges Geläut bekmnmen, das in dem 1484 erbauten Stadtkirchturm bis ztur Mitte des vorigen Jahrhunderts hing und den ältesten unserer Mitbürger noch aus ihrer frühen Kindheit er- ijnnerlich sein wird. Es bestand aus vier, zeitweise auch fünf Glocken. Die größte Glocke war 1473 gegossen, trug den Namen Maria und übertr'as an Gewicht die jetzige größte Src^>t- Rrchenglocke noch um 3 Zentner, sie wog 5531 Pfund. Sie trug die Inschrift: Maria heissen ich In godes ere leut man mich alle böse weder verdreiben ich. in crastino remigai anno dni MCCCCL XXIII Die zweite Glocke hieß Anna und wog 30h^ Zentner. Ihre Inschrift lautete: Anna nennt man mich alle bqse wedder verdriben ich. Anno MCCCC LXXXI m. maio hec campana constnicfa ld- Y. im Ddomtt Diai 1481 ward diese Glocke gegossen.) Die dritte Glocke hieß die Psortenglocke oder Bet- stundenglocke. Sie imrrde morgens urid abends bei Oess- nung und Schließung der Stadttore geläutet. Ihr GewichS betrug 1485 Pfund. Es ist die älteste Glocke des alten Geläuts und war schon 1371 gegossen worden, hat also toohl als die Hauhtglocke aus der alten Pankratiuskapelle gelautet. Im Jahre 1719 mußte sie umgegossen werden. Nach diesem von den Gießener Glockengießern Andreas und Ä 1 Ä ifl Nicht mehr bekannt, nach dern Umguß las man auf ihtt i_ n 7? nflata P™" 1 ? 1 *°- I 371 dfc hisa dem» et reparaia 1719 die jacobi (b. h zuerst Mwssen im Jahre 1371 am G«cgs. ^ gegossen und wiederhergestcklt 1719 am Jctkvbstag fd. i. 25. Julij). Mein Christ, so okkt der glottcen schsv Oir wird ru deinen ohren drinZ^n Soll auch mit frohem wiederhall Dein hertz von gottes lob erklingen. Burgern. H. Christoph Verdries H. J. H. Loni H. J. H. Busch H. O. Wormser Oos midi Andreas und Heinrich Baltzer Henschd ao 1710 r t^ l c T rrf' ^ dftmd sapveve Baterünserglocke stammt ebenfalls noch aus vorreformatorischer Seit Auf ihr las man die Bitte: ' ' Da domine plebcm, maria virgo p j a protege. Infolge des höchst Lairkenswerten Entgegenkommens der Familie von Rilnen. lvfonders de.- Herrn Gcbcsimen D.rur.nrs Otto von Ritgen n Berlin, ist es dem Oberhessischen KunsWerein in Gießeri möglich gewesen, tue anßerordetttlich scl-örre und inter- essaMe Sammlung der Aguarette seines Vaters Hugo von Ritgen m erwerben imd diesen Säntz von kisiistlerischer Gestaltung iit, Gießen als Denkmal dieses bedeuttndeii Äucnrnes zu beivahren.' Hng? von Rügen war 1811 als Sohn des späteren Professors an der Landesnniversität Gießen F. A. voil Ritgen geboren. Sein Vater ivar eine der mcrrkantesteii Erscheiriungc'n der deutschen Nattir-Pl'il -.arhie tmd hat neben seinen rruSgchehnten allgemein-naturmif 'nn'cbattlichen Interessen in einer Reihe von liin-zelfächern der - unalS sich spezialisierenden Netturwisstnschast. besonders in der t»naäliilogie und Pfnchiarrce, ncr die damalige Zeit zaon Teil Wi.itiges geleistet. Er war z. B. der Dertteter der damals noch völlig neuen Idee einer pskichiarrisclMr NnverrichtS- anßalt an der Un csnäl nnd hat ein Buch über die PersönIiM'eits- kranklieiten qeld vu'h-::, das den späteren Führer der hessischen Pßchiatrie, Georg Lndirig, einen sanier Schiller, statt becsin- fliißt Hut. ?lls Sohn di mit »vertgei'vamtteii geistigen Jilteresseri begabten Mann i\r Hugo von Ritgen schon früh eine nnge- nwhnliche all gerne nie Bildung envorbeic, die ihm bei seiner AnS- bildiatg als Architckt sehr zu statt eit gekommen ist. Dir große Werte senres Blicke-' hängt damit zusammen Seine Lebensarbeit ist einerseit-' dem Unterricht in Architektur vmi 1838—74; imb später in st n n st g e sch ich te (von 1874 bis 1889' an der Lande. 5 nnlve 7 sit.il Gießen eewidmet, anderetteits hat er als Archii- uckt bedeittei? ^ Apsgab.n, vor allein bei der Wiederl>erstellnng der Wart!>nrg. zu lösen gehabt. Esireii autscheidenden Ein-^ schnitt in seinem Leveti bildet das Jahr 1871, m welchem das Polyteehinkum in Tarmstadi l>egrüudet n-irvde Er zog^ es damals iinv rm b«»r n n i v«»tti ^?ii ßtorfeeit :ir bleiben und an Stelle der vor, cm der Universität 0)ießen ; ,u w^n miJ Im 1 ^ von ihm bis dahin vertretenen mrd w'aktisch bett'reden ei i ArM I'lNI l IJIIL 171V Ul 1 ILLfCIIUIl «ILU f’UUllUljl ULI l ITt/Vill II CllUlll-i leTtnr Kunstgeschichte zu lehren. Die uns iwrliegende Sammlung m.%.. 1 111 rw miti*r »I.'äiU - Vvtvtt mth r-orr stellt Aguarelle:, ist in einer Reihe von Jahrzehnten entstmidon und ' die gaatze geistige Arbeit dieses Mannes in dirrchmls llinst- lerischer Weile d-.s Es ist geradezu eine Seltenheit, daß die Sißiöp simgeii eines stlinstlers oder Gelel/tten in solckjer Geschlossen- lzttt zusammen brivahrt bleiben. Tiefer fttr uns außenardentlich 'nfreuliche Tatbestand ist nur aus dem ausgeprägten Familierv' sinn m echslcmn?. der jit diesem Kreise herrsche, mrd der cwu splitterimg dieses Besitzes ausschoß. Nur we° nnn zu vornherein eiiie , ^uu >un nigen vertranten Freunden N»ar er bei besvw-eren t^elegenherteii zugänglich., nnd n> ' diese wußten mit der Familie, welcher Reichtum von kstnsllerischer Llrbcät hier rmsbewahtt blieb. Nach dem Tode voii F-rl. v. Ritgen, fti dererr Händen dre Sammlung treu verivahrt war, bot sich durch freundschaftliche Beziehung^ zu der Familie die Öfelegeirheir, diesem wcrklich-en Künstler durch Erwerbung der Aguarelle Ar bvu Oberheffischeu Kunstverein in Gtepen ein öffentlich zugängliches trnd dabei näe bisher sicher bewahrtes^Tenkmal zu setzen. * Tie Sanimwng war zuerst ft'tt die Mitglieder des Kuust- verelus und die Stadtvenordneteir von Gießeii, fodann für die Oesseirtlichkeit zzigänglick um) hat eine große Zahl vvn Freunden Ww Beio-uiidererii geftmdeu. Es liande.lt sich imi ungefähr 200 Agilarelle, die zuerst in einer durch den Zufall oder früher-e ö^süt'tspuickte bedingter, ^lieihenjiolge rvrlageud'.d=< heimer Mühle, Stausienberg, Mutrzenberg, ferner von Marburg TteMrchen, Limburg, Obettalftistttn und crnderen Stellen des Laimtales von Interesse. ßlusiwzSchn^t vertreten ist muh das Maiutal vm, Wertlchm über Stadt- und Burg-Purzelten und Freudenberg bis Miltenlierg. Den .Hökchmukt erreicht sein Schafscn in.den Tarstttllmgen von der Wartburg, deren Wiederherstellung er einen ivesmtlichen Teil seines Lebens gewidmet du, nnd vom Tchlttnger Wald. Im Zusammenhang hiermit stehen die ivmiderbaren Agna- relle, in denen von Ritgen den sozusagnl persöntich'n Ehvvatster dos dentsclien Waldes und seiner einzelnen Banmattni ausgedttickt l>at. Bei der AussteNnng im .^mstvevein ivnrden mit Wsicht die Wartburg-Bilder, die denti'ck^e Architektur mrd Mmautik im besten Sftme dar stellen, von solch,an Watdbildern umgeben, um du* ^lsanimeugebongfect dreier Rrottve zu kemrzeiclmen. Für die weitblickende Sorgfalt des Menschen und Künstlers sviichit die Tatsache, daß er sich bei seinen Vöcirtbtrrgchidien lxsionders auch in das Lebet! der heiligen Elisabeth vertieft btt, die eine imgariscl-e Fürstentochter war. .Hierher gehören die Agnarelle über'ihr in diesem Land gelegenes Stammschloß, an die sich eine Anzahl von frPVjiJvi tnlrt Sn.-f irrtf?i.■*.»>* fit»» », >, » k »1 ..i. fr _ , . gerade ivahrend deS letzigm Krwges für uns höchst interessante,! ans \\ n ga r tr _ nnd Sieb en bü r g e n an schließt. I m Bildern ans N n garn nno ^ c e o e n vn r g e n anlwltelst. Im übrigen ist Oesterreich besonders durch sehr sein mrsgeführte Bürgin und Latidsei'.astSsludien ans Böhmen mrd Tirol oertrete.u. Eine ^weitere Richtung seines Mnstterischen Interesses zeigt sich in den zahlreichen Arnmrellen Mts dem (?Eet der Ostsee tmd ist o r d s c e, die trach meitren Bwbachttmgen in^Bezug «rf Farben- ItÜ^'^ÜV^^^^ung Wellen u. a. sehr fein disscrrnziett sind Besonders haben ihn als Architekten die burgenähnliLben Mstetr vmt H e l g ol a n d angezogen. Bet der Ausstellung tvaren diese Bilder -^2 Schweizer Motiven gegenübergest-llt, so datz dw große Btesie,ttg?ett seiner Ausdrucks mittel deutl^ in 'Er- fcknmmg tmt Neben ber D-r!tcllung der gewnln-n-n B?rqc jüwneil secndin Sclmr^ hat fick von Rügai I'-wndevZ mi» der TanreNung des Schwer Laufes aber niemals wgen mit pk,oto risch Wirksanve hervortritt. ^ Zusammenstellung mögen die farbenvrüchti. Slü. !uuurelle chlS Italien bilden, das infolge der knegettschen Benmcklun.wn setzt mrd wohl für lange Zeit dem deutssixm Auge UIli) ' ,tVTtn es auch ftl.r uns wieder sichtbai werden sollte, so wird der Deutsche doch niemals mehr diese Schöne E«nt mit so reinem csirm und Herzen betrachten können, wie dv^ in txm Aatmrellen vri.D>G von Rt-tgens heworrritt. Mervvürdig st e.'^aß-m den F-arbcnsttmmungen dieser Aquarelle z. B von Calw oftrr emc Art von romatytischer Schwermut hervortritt 'E sieden Eigetr-PrRmkten der italieiiiscktcn Kunst völli>,tuqe :vsind- >tcl*- BcioMmm, btt totab t ®ie6en z„r »efdwffimqL K -"'MMllnmi. höchst mrrtvoNi-n Wft- unb ...Usta i Bock otiftimm-n mö.il,chst bolb in bic Lage kommt, bi.- Samm a von Aauarrllen von nnmu t„ mriftm-ter Form ber OeffkMft. > , '"^"Ll.ch ,,, „mckml, Sichrr »nrb biefe umsasso.De ut*"• , iUr '.'jennnTinm »ir.. “ rmnur« dK Soimnluita n,alet-isch italU'.tv.t Srn* b« Bereit « .W^rfcit b^VtÄ .X inntml.mg Man. SfobtrtSommrr^ Dazu Perm noch, wenn man von dem 1716 in Frankfurt von Johannes und Andreas Schneidewiird gegossenen kleinen Universitätsglöckl-ein nbsieht, eine fünfte Glocke, 192 Pfund schwer, ans der nur der Name des Glockengießers und der Bürgermeister sowie das Jahr des Gusses vermerkt ist. M. Johann Philipp Henschel in Gießen 1739 Reg. Bürgermeister H. Moriz Voelker Heinr. Stohr. Diese 5 Glocken sind, nachdem die „Maria" schon 1844 einen Umguß erlebt hatte, im Dezember 1853 von Rinker auf dem Sinner .Hof in 4 nmgegossen worden. Sie sind 5275, 3113, 1480 und 637 Pfund schwer, heißen Mathilde. Elisabeth, Marie und Anna und tragen die Inschriften: „Eintracht und Beharrlichkeit." „Ein feste Burg ist unser Gott." „Heil unsrer Vaterstadt Giessen." „Friede für Stadt und Land." Die zweite Glocke mußte 1883 nochmals umgegossen werden, da sie beim Lsterlcmten 1882 gesprungen war. Am 28. April 1893 erhielt Gießen ein neues Geläut in den Glocken der Johannes f irch e, die noch mächtiger und voller erklingen als das schone Geläut der Stadtkirche, mit dem sie melodisch zusamimmklingen. Das Geläute der Johanneskirche besteht aus 4, ebenfalls fron F. W. Ninker gegossenen Bronzeglocken, die zusammen 15110 Pfund wiegen. Die größte Glocke trägt die Inschrift ^.Ehrc sei Gott in der Höhe", hat einen Durchmesser von 1O2 m und wiegt '3931 kg. Die zweite hat die Aufschrift „Friede auf Erden", ihr Durchmejser beträgt 1,52 m, ihr Gewicht 1988 kg. Auf oer dritten Glocke steht „Den Menschen ein Wohlgefallen". Sie ist 1148 kg schwer und hat einen Turck>- messcr von 1,27 m. Sie schlägt die Viertelstunden, während die Stunden auf der zweiten geschlagen weichen. Die vierte Glocke, die bei einem Durchmesser von 0.95 m 488 kg wiegt, trägt die Inschrift „Hosianna". Diese Glocke wird, als die kleinste, voraussichtlich bleiben können, wcnn^ ihre Schwestern abgeliefcrt werden, und wird den Dienst miwersehen müssen, die Gemeinde zum Gottesdienst und zum Gebet zu rufen. Es ist eine lange Geschichte, die vor allem die Glocken der Stadtkirche hinter sich haben. Sic haben z. T. länger als 150 Jahre, Zum vorreformatorifchen Gottesdienst geläutet, und sie klingen jetzt im Jahre der 400jährigen Jubelfeier der Reformation. Sie haben die Schrecken des 30jährigen Krieges überdauert, und ihr eherner Mund hat die Siege der Gegenwart verkündet. Sie haben die tiefe Erniedrigung Deutschlands gesehen und haben den Frieden eingeläutet, der ein einiges, starkes Deutschland sah. Sie haben seit 1594 jebert Mittag um 12 Uhr zum Gebet wider den Türken gerufen und um 10 Uhr oder um 5 Uhr erinnert, daß man rmr den lieben Frieden bitten soll. Sie klängen in beit Zeiten des 7jährigen Krieges, als Gießen von den Franzosen besetzt war, und sie haben unseren Kaiser gegrüßt, als er sein Regiment in unserer Stadt besuchte. Es wäre gewiß uns allen die größte Freude, wenn die .Herabuahme unserer Glocken nicht nötig würde, und sie uns bald den siegreichen Frieden einläuten könnten. Aber mcitrt ihre Hergabc notwendig ist, werrn auch die Schönheit ihres Geläutes sic nicht rettet, dann bringen wir dieses Opfer gern fürs Vaterland. Jedenfalls sind ihre Jnschrif- teit ja wie geschaffen für unsere Zeit, denn, wenn wir in „Eintracht und Beharrlichkeit" weiter, draußen wie daheim, unsere Pflicht tun in der Zuversicht „E i n f c ft e Burg istnns er Gott", dann wird auch aus dieser schweren Zeit erblühen „Heil unserer B a t e r st a d t (ließen", und ob auch die dlten Glocken es nicht mehr erleben, es wird wieder heißen: „Friede für Stadt und L a n b". Dann wird auch wieder eine Zeit kommen, da aus dem Erz eroberter feindlicher Geschütze neue Glocken gegossen werden, die es weithin von unseren Kirchtürmen rufen: „Ehre s e i G o t t i n d e r H ö h e", „F r i e d e a u f E r d e n", „D e n M euscheu ein Woh 1 gcfa 11 en", „Hosiann a". 0. A. * ** Arbeitsjubiläum. Der Vorarbeiter Josef Fröh- 1 i . ö: Vortrag. Mittwoch. 11 Juli. döfc*. 8>/r. Leseckbend. Gäste willk. — Bibel- kränz chen s Scknil. höh. Lehranst. Jeden Mittwoch von 6—7 f. d. jung. Mt., jeden Samstag von 6—7 rl d. alt. Abt. im Jo» hannessaal — B ib e 1 k rä nzche n f. Mädch. a. d. Johannesgcnr. Jaden Dienstag von 6—7 im Jo hannessaal. — Ki r chbie r Sonntag, 8 Juli. vorm. 10 : 11: Christenl. f. d. männl. Jugend. — Mainzlar Sonntag. 8. Juli, nachm. 1'». — Daubringen. Vtittwoch, 11. Juli, abds 9 J ' 2 : Krregsbetstnnde. Dekan Gußmann. rraZhslische Gemeinde. Samstag. 7 Juli, nachm. 5 u. abds. 8: Gctcgenh. z. hl. Beichte. Sonntag, 8. Juli, vorin. 6/..: Gelegenst. z. hl. Beichte: 7 : Hl. Messe; 8: Austeil. d. hl. Kommunion: 9: Hochamt m.Pred.: 11: Hl. Messe m.Pred.: nachm. 2: Christenl., darauf And.: 6: And. zum bl. Aloisius. — Dienstag u. Freitag, abds. 8: Kriegsbittand. — Diastzora-Gottesd. am 8. Juli: Grünberg 9Vs, Hungen 9Vr, Lich 8. Niihrmittelausgabe. Votl M o u t a g . d c u 9. d. M t s., ab werben in >cn Klei7chandelsg>eschäft«L auf die bereits dort abgelieserren Bezugsabschuitte Ätr. 8 und 12 der Nähr- mittelkarte C (blaue Karte) Teigwaren und Sago ausgegebrn. Ts entsvklen : aus Abscbnckt 8: 100 Gramm Teigwaren, und auf Abschnitt 12: 100 Gramm Sago. Mck dem 14. d. Mts. verlieren diese Marken ihre WLtigkeck. lWer die Ware bis zu diesem Zeitpimkt nicht abgeholt hat, verliert den Anspruch darauf. Die Kkerühondelsgeschäfte haben die betreffenden Oucktungs- und Bezugs marken abzutvennen mrd getrennt nach Nummern und Farben an das Lebensmittel- amt abivlitfcm. Die nachdem 14. d. Mts. nicht abgeholter« Warenmengen sind dem Städt. Lebensmittelamt bis lzum 16. Juli 1917 schriftlich anzuzeigen. Nichtbeachtung dieser Vorschrift hat den Ausschluß von dem Vertrieb der Nährmittel zur Folge. Gießen, den 6. Juli 1917. 5194 _ Der Oberbürgermeister: Keller. _ Städtischer Eierverkauf. Die rür diese Woche im Rücksckrnd gebliebenen Be-' zirke empfangen in l'ommender Woche Eier: Bezirk III. VII, XI, XII: Erevhandlung Steinreich, Bezirk VIII. IX, X: Molkerei Gebr. Grieb. Die Ausweiskarte ist vorzuzeigen. Gültig ist die Eiermarke Nr. 8, triff die ein Ei entfällt. Gießen, den 6. Juli 1917. 5195 _D er Oberbürgermeister: Keller. _ Bekanntmachung. Wer von den Bäumen der städtischen Anlagen Lindenblüten pflücken will, kann sich bei dem Stadtgärtner melden, der otc Bäume anweisen und die Zeit des Pflückens bestimmen '.vird. Gießen, den 6. Juli 1917. 5196 Der Ob er bürgermeister. I. D : G r ü n e w a 1 d. Bekarmtmachüng betreffend Meldepflicht für gewerbliche Verbraucher von Kohle, Koks und Briketts. Auf Grund §§ 2, 3, 6 der Bekanntmachung über Regelung des Verkehrs mit Kohle vom 24. Februar 1917 R. Os.Bl. S. 167 und aus Grund KZI, 7 der Bekanntmachung über die Bestellung eines Reichs ko mmissars für die Kobleuverteilung vom 28. Februar 1917 (R G.B1. S. 193) wird folgendes heffcümTrt: 8 1. Meldepflicht. Gewerbliche Verbraucher von Kohle, Koks und Briketts imterliegen der Meldepflicht nach Maßgabe dieser Verordnung. 8 2 . M e 1 d e p s 1 i ch t i g c Personen. 1 Zur Meldung perpftichtet sind alle gewerblichen Verbraucher mrtürlich' itnd juristische Persmren) mit einem monattid?en Verbrauch von 10 Tonnen il Tonne - 1000 kg) und darüber, und zwar auch Bundesstaaten. Kommunen, öffentlich-rechttiche Körperschaften imd Verbände für ihre gewerbllchen Betriebe. 2. Meldungen brauchen nicht erstattet zu tverden für Betriebs kohlen der Staatseisenbahnen. Rtarinebunker- kohlen, Brennstoffe für landwirtschaftliche Bettiebe und (Gaswerke. 3. Ferner sind von der Meldepflicht befreit Schiffsbesitzer, soweit ihr Bedarf von der Schiffsbunkerstelle gemeinsam gedeckt wird sowie Zeck-eubesitzer, so nreit sie selbsderzeugte Kohlen, Kloks und Briketts zur Ausrecht- evhalkung ihres Grubenbetriebes cklechmselbstVerbrauchoder zum Betriebe eigener Kokereien (nüt oder ohua Nebenproduktenanlagen), Teerdestillationeu, Gerrcrator-- gas- mrd sonstiger OöaÄmstalten oder Brikettfabriken! lAinvendeip wenn diese Werke in unmittelbarem Anschluß an die demselben Zechmbesitzer gehörige ZeckMn- anlage errichtet sind. 4. Weiter^ sind der Meldepflicht nicht untenvorioii Bäckereien, Schlächtereien. Gastwirtschaften, Ofasthösc Badeanstalten und ähnliche Betriebe, soweit sie dem täglichen Bedarf der in der Gemeinde wohtw.nden oder sich vorübergehend auilmltcnden Bevölkermig dienen, ohne Rücksicht auf die Höbe des Verbrauchs. 5. Ob hiernach ein Verbraucher meldeoflichtig ist, entscheidet im Zweifelsfalle die für den Wohnort des Verbrauchers zuständige Orts kohlen stelle, beim Fehle! r einer solchen die zuständige Kriegswirtschaftsstelle. nxim mrch diese fehlt, die zuständige Kriegsamtsstellc. § 3. Inhalt der Meldung. 1. Die Meldmlgen müssen mtter Bezeichnung der Art und der Herkimft der meldepflichtigen Gegenstände sz. B. Oberschlesische 6^askohle. Ruhrzechenkoks, rhemisdie Röbbraunkoble, Niederlausitzer Braunkohlenbriketts) mrd unter Bezeichnung des Lieferers oder der Lieferer folgende Angaben enthalten: a) Bestand am Anfang des Vormonats, b) Zufuhr im Vormonat, c) Bestand am Schluß des Vormonats, d) Verbrauch im Vormonat, e) Minderlieserrmg im Vormonat, sotveit dadurch ein Bettiebsausfall verursacht ist, I) Bestellung für den ktnfenhen Monat, g) Bestellung oder voraussichtliche Bestellung für den folgenden Monat. 2. Die Angaben haben in Tonnen zu erfolgen. 8 4. Meldefrist. Meldestelle. 1. Die istöeldung hat erstmalig in der Zeit vom. 1. bis 5. Juli 1917 zu erfolgen. Der Zeitpmrkt für weckere Meldungen wird später de kaimtgegeben werden. Die Meldung ist in vier gleichlaute'.rden Ausfertigungen zu erstatten an: a) die für den Ort der gen-erblichen Niederlassung^ des Meldepftichngen zuständige Orts köhlenstelle, beini Fehlen einer solchen an die zuständige Krie gs Wirt scba ft s stelle, b) die für den Ort der gewerblichen Niederlassung des Meldepslichtigen zuständige Kriegsamtsstellc, e) denjenilwn Kohlenausgleich, der unter Berücksichtigung der Herkunft der meldepslichtigen Gegenstände zuständig ist, Kohlenaus gleich Essen: für die im Rheinisch-Westfälischen Kohlenstzndikat vereinigten Zechen, die tt)einischcn Braunkohlen- gruben, die Zechen des Aachener Reviers, fcmne die fiskalischen Zechen Obevuttrckieu, Ibbenbüren und am Deister — ausglnromnwn das Gebiet der Rheinisck-en Kvhlerchandels- icnd Rhedevei-Gesellscl>aft l—, Kohlenausgleich Mannheim, für die Zechen des Saarbezirks, Lothringens, der Pfalz, Bayerns, die Braunkohlengruben des Groß'herzogtums Hessen, und das Absatzgebiet der Rheinischen Kohlenhandels- und Rhederei- Gesellschaft. Kohlenausgleich Halle: für die Braunko^lenarubeir in den Provinzen Brandenburg, Sachsen. Posen und Schlesien sowie im Regverungsbezirk Cassel, ferner in den Herzogtümern Braunschveig und Anhalt, Kohleuausgleich Dresden: für die im Königreich Sackpen gelegenen Stein- l'ohlenzcchen imd Koksanstalten sowie für die Braun kohlen gruben des Königreichs Sachsen und des Hcrzogtmns Sachsen-Altenburg, ^.Kohlenausgleich K a t t o w i tz: für die Steinkohlenzechen rwn Ober- und Niederschlesien, _ Reichskommissar f. d. Köhlen Verteilung. Berlin: silr die aus dem Anslaud bezogenen Köhlen, d)dcn oder dic Lieferer des Meldepflichtigeu. 2. Wenn keine Orts kohlen stelle oder Kriegswirtschafts- steUe zultändig ist, fällt die Meldung zu a) fort. 3. Kommen mehrere Kohlenauögleichstellen oder mehrere Lieferer in Betracht, so sind an alle KöhlenanS- glefchstellelr und alle Lieferer gleichlautende Meldungen zu erstatten. 4. Der Zuständigkeitsbereich der Orts kohlen stellen und Kriegswirtschaftsstellen ttftrd twn diesen Stellen öffentlich bekanntgegcben. A r t d e r M e 1 d u n g. 1. Die Meldungen, die mit NamerrSunterschrift (Firmcmmterschrift ) des Meldepslichtigen versehen fein müssen, dürfen 'nur aus den amtlickeu Meldekarten erstattet werden, die jeder Meldepflichtige bei der zuständigen (vergl. §4ai OrtskoA-enstelle, beim Fehlen einer solchen bei der zuständigen Kriegswirtschaftsstelle, wenn auch diese tehlt. bei der zuständigen Kriegsamtsstelle gegen eine Qiefriihr von 0,15 Mk. für vier zmammeir^ ^hängende Karten beziehen kcrmr ^luck- die im Falle des 8 4 Abs. 3 noch weiter erforderlichen Meldekarten sind dort einzeln erhältlich. 2. Hat ein Meldepflichtiger Betriebe an verschiedenen Orten, so nrüssen! für jeden Betrieb die Meldrmgciw gesondert erfolgen. 3. Sehet Meldepflichttge hat sich in der auf dev Meldekarte näher angegebenen Weise als zu einer be- ftinrmteu Berbvaucbergruppr zugehörig zu bezeichnen Falls ein Aieldepflichtiger nach der Art seines getverb» lichen Bettiebes 'zu mehreren Verbrmlchergruppen gehört, ist maßgebend, zu welcher Berbrauchergruppe der wesentlichste Teil seines Bettiebgsa lehört. Im Zweisetssalle entscheidet die zuständige Ortskohlenstelle, beim Fehlen einer solcherr die zuständige Kriegswirtschafts^ stelle, wenn auch diese fehlt, die zuständige Kriegsamts- ftellc. > 8 6 . Weitergabe der Meldungen seitens dev Lieferer/ 1. Jeder Lieferer, dem eine Meldekarte zugegwnge^ ist (§ 4 d), hat sie ohne Verzug seinem eigenen Lieferer weiterzngeben, bis sie zu dem Lieferer gelangt ist, der die meldepflrchttgen Gegenstände unmittelbar von der Grube bezieht oder selbst erzeuch. 2. Bedenken gegen die Angaben einer Meldung hat der Lieferer^ ans einem gesonderten Blatt der Kriegsamts- ftelle mckznteilen. tz 7. Zweck der Meldung. Durch die in vorstehendem festgesetzte Meldepflicht wird an dem bisherigen Verfahren, nach dem jeder gewerbliche Verbraucher die von ihm benöttgten meldepslick>- Ligen Gegenstände sich selbst zu Mcbaffeu versucht, nichts geändert: die Besck>aftung wird lediglich der >wntrolle durch den Reichskommissar unterworfen, der dadurch die Unterlagen für etwa notwendige Abänderungen erhält. tz 8. Ausnahmen. Auf Antrag ist die zuständige Kriegsamtsstelle befugt, Ausnckhmen von bei? Bestimmungen der vorstehenden Bekanntmachung zu bewilligen. 8 9. Anfragen und jAuträge. Anfragen und -Anträge, die diese Bekannttnachmrg betreffen, sind an die zuständige Orts kohlen stelle, beim Fehlen einer solchen an die zuständige Kriegswirtfchafts- ffceTle, wenn auch diese fehlt, an die zuständige .Kriegsamtsstelle zn ridften. tz 10. Strafen. Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden nach der eingangs erwähnten Bestimmung des 8 7 der Belänntniachnng vom 28. Febniar 1917 mit Gefängnis bis zu einem Jahr und mit Geldsttafe bis zu zehntausend Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft. Neben der Strafe kann auf Einziehung der Breuna stoffe erkannt werden, aut die sich die ZuwiderHandlnngj bezieht, ohne Unterschied, ob sie dem Täler gehören oder nicht. tz 11- Jnkra ft treten. Diese Bekanntmachung tritt am 1. Juli 1917 in Kraft. Berlin, den 17. Juni 1917. Der Reichskommissar für die Köhlenverteilung. Fuchs. Vorstehende Bekanntmachung wird mit dem Bemerken veröffentlicht, daß die amtlichen Meldekarten bei der hiesigen Ortskohlenstelle «Gartenstraße 3) gegen eine Gebühr von 0,15 Mk. für vier Zusammenhängendo Karten zu haben sind. Gießen, 5. Juli 1917. Der Oberbürgermeister. I. V.: Ärünewald. Kniptchlnn gon. 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