% Nr. si 5 Tcr Grehener Avzei-er erscheint läqlich, außer Sonntags. - BeÜaaen: -tetzefiesZamillenblötter; Uretrvittli für den Ureis Sietzen. Bezugspreis: monatl. 1 Mk., vierteljährlich 3 Mk.durch "'lbhole- u. Zweigstellen nwnatl. 90 Pf.; durch diePost Mk. 3.— viertel« lährl. mrsschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: surdieSchristleitunqN2 Verlag,Geschäitsstel'.eöl AnschriitfürDrnliluuch- r,chten: Anzeiger Siehrn. Erster Blatt ü>r. Jahrgang Samstag. 28 . Juli \l pastfchrckkvnts: $ranffnrt a.N. U68f> ser 8 M a = sch inen- und 70 Schnellad egewehre. festlich der Suippcs fielen bei einein Ueberfall gegen feindliche Gruben stücke zahlreiche französische Gefangene in unsere Hand. O c st l i ch e r Kriegsschauplatz. H e e r e sg r u p p e P r i n z Leopold v o n B a h c r n. Heeresgruppe des Generalobersten von Böhm-Ermoli. In erbittertem Ringen, dem De. Majestät der Kaiser auf dem Dchlachlfeldc beiwohnte, erweiterten unsere Divisionen bei Tarnopol dirrch kraftvollen Angriff den schon kürzlich e r st r i t t e n e n Brückenkopf an? dem Ostufer des Sereths. Weiter südlich wurde trotz hartnäckigen Widerstandes der Russen, die ohne jede Rücksicht Tausende um Tausende in dichten Haufen in unser vernichtendes %nm trieben, der Gniecna- und Sereth-Uebergang 'von Trem- bowla bis Dkomorocze erkämpft. Bewerseits des Dnjestrs sind wir in schnellem Vordringen. Kolomea wurde von bayrischen und österreichisch-ungarischen Truppen genommen. Mt der Dtadt Kolomea ist einer der bedeutendsten Knotenpunkte nn Pruth-Tal, wo wichtige Straßen und Eisenbahnlinien liegen, in unserer Hand. Front des Generalober st eit Erzherzog Josef. Im Nordteilc der Waldkarpathen drängen unsere Armeekorps dem gegen den Pruth zurückweichenden Feinde nach. In den Bergen östlich des Beckens von Kezdivasarhely entspannen sich gestern neue Kämpfe. Wir überließen dem Gegner das Tal von Soveja bis zum Oberlauf der Pntna. Heeresgruppe des Generalfcldmarschalls von Mackensen. Die Gefechtstätigkeit am unteren Sereth war geringer als in den Vortagen. Mazedonische Front. Nichts Neues. Der Erste Generalguarticrmeister Ludendorff. * Der Abeudbericht. Berlin. 27. Juli, abends. (WTB. Amtlich.) In Flandern dauert die Artillerieschlacht fort. In Ostgalizien und den Waldkarpathen ist der Feind im Weichen, unser Vormarsch! im Fluß geblieben. Das englische Unterhaus Hai den indirekten neuen Friedensvorschlag der Mehrheit des Deutschen Reichstags mit 148 gegen 19 StiNkMen zurückgewiefen. Ramsay Macdonald hatte nämlich eine Entschließung eingebracht, in der die Kundgebung des Reichstags als Basis für Frie- densverhandlung-en einpfohlen werden sollte. Zwei starke Männer stemmten sich dagegen irnd rissen mit neuen Hetzreden das Parlament von allen Verständignngsideen zurück: der frühere Premierminister Asquith und der jetzige erste Gehilfe Lloyd Georges, Bonar Law. Unsere Leser'finden ihre ausführlichen Reden inl 2. Blatte dieser Ausgabe. Es geht aus ihnen hervor, daß die Mehrheit des Deutschen ^lkeichstags mit ihrer b-ekannten Entschließung noch gar nichts bewirtt hat. Asquith forderte eine Erklärung Deutschlands, daß es Belgien nicht nur räumen, sondern auch vollständig „Wiederherstetten" und entschädigen werde „für die unermeßlichen Schäden und die unerhörten Nachteile". Herr Asquith spielte dazu noch em wenig Bersteckens mit dem neuen Vorschlag der russischen Regierung wegen einer Konferenz zur Erörterung der Kriegsziele. Diese Konferenz soll „eine Angelegenheit der Völker und nicht der Regierungen seni". Das Vorhaben der Russen wird damit also auf die lange Bank geschoben, imd es wird offerrömrdig, daß da Herren Lloyd George und Bormr Law viel zu stolz sind, um sich mit .Kerenski und feinen Kollegen auch nur eilte« Moment selber auf dieser Bank zusammeirzusetzen. Wahr- scheinlich> hat man schon neue Umwandlungen Rußlands im Auge. Bonar Law iit seiner Veranpv ortlichkeit als Mrmster ennahnte den russischen Vorschlag überhaupt nicht. Er malte ni das Bild des Herrn Asquith noch einige kräftigere Farben, unterstellte dein deutschen Volke wieder einmal „niedrige Gesinnung", forderte die Abtretung Elsaß-Lothringens und alle möglichen sonstigen „Gulmachungen". Deutschland soll noch mürber gemacht werden, als es nach der Ansicht dieses Redners schon ist, und England soll auf seinein Willen beharren, durchzukämpsen, „bis der deutsche Militarismus vernichtet ist". Bemerkenswert ist, daß die englische Arbeiterpartei durch ihren? Vorsitzenden sich zu dem gleichen Ziel der Herren Lloyd George und Bonar Law bekannte. Mittlerweile ändert sich die Kriegslage durch die Ereignisse im Osten ganz gewaltig. Das ist eine andere Sprache als die der Politiker und Diplomaten! Es ist von dauerndem Interesse, wie diejenigen Kreise jetzt auf die Siegesmärsche im Osten schauen, die all ihre trügerischen Hoffnungen auf die internationalen Verbindungen des Sozialismus gestellt halten. Im „Vorwärts" verabreicht der frühere Oberst G ä d k e dessen Lesern nun doch auch eine kleine Dosis wirklicher Anerkennung und Bewunderung für die Hinden- bnrgischeu Leistungen. Er erklärt, jedenfalls sei gegenwärtig „der^psychologische Augenblick mit der Eingebung des großen Feldherrn herausgefunden worden". An einer anderen Stelle beleuchtet er die militärischen Aussichtslosigkeiten unserer Gegner und fährt fort; „Denn das ist das Unnachahmliche in der Feldherrnkunst Hindenburgs, daß zu dem Scharfblick in der Erkenntnis der Lage und zu der ent- schchssmen Tatkraft, sie ausznnutzen, die Airgfalt der Durchführung und das Geheivlnis tritt, mit der- sie verschleiert wird. Keinem unserer Gegner ist das in diesem .Kriege bis letzt möglich gewesen. Ob Lloyd George das auch als „Ka- nnichentaktik" bezeichnen mag?" Die sozialdemokratischen .Helden der Feder verpfuschen alier dann wieder, was hier Gädke, der Mann des Schwertes, Gutes sagt. Sche idem anun hat in einer Berliner Ber- jamm lungsrede Über Deutschlands Zukunft mit einer höchst verkehrten Psychologie die Siegesereignisse im Osten begleitet. Er sagte; „Hoffentlich wird man nicht in den alten gehler verfallen, Rußland einen Sonderfrieden anzubieten Wenn aber Rußland selbst den Frieden wollte, sollte man ihm sagen,, daß nach fehler Seite hin deutsche Erobernngs- absrchten bestehen und daß die Unabhängigkeit und Unver- sehrtheit Belgiens, die Unversehrtheit Frankreichs auf alle Fälle gewährleistet sei." Also selbst wenn sich die Russen vielleicht mit England und Frankreich verkrachen, wenn Lloyd George sich weigert, mit dem russischen Ministerpräsidenten auf einer Bank zu sitzen, selbst dann soll man die Russen mit Zugeständnisseir >ur die Westmächte beglücken. Herr Scheidemann ist wirklich päpstlicher als der Papst und russischer als irgend ein Kerenskl oder Tscheidse! Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 27. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlaukbart; Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Unverändert. Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Josef. Bei den neuerlichen Kämpfen an der oberen Dusita gelangten die Orte Oveja und Negrilesci in Feindeshand. In den Waldkarpathen ist die russische Front nun vom Tar- tarenpaß herüber bis in die Gegend von .Kirli Baba ins Wanken gekommen. Honvedregimenter haben den Gegner Wer- den Cabuc zurück geworfen. Die österi-eichlsch-rmgarischen und deutsä-eii Kräfte des Generaloberst v. Köveß dringen, dem Oberlauf der Gebirgs- flüsse folgend, in nordöstlicher Richtung vor. Heeresfront des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Die Angriffsl^ewegung der Heeresgruppe des Generaloberst von Böhm-Ermoli schreitet erfolgreich vonvärts. Teile der Armee des Generaloberst Krrtie, das westgalizische Infanterie-Regiment Iung-Stahremberg Nr. ft! und bayerische Truppen bemächtigten sich im Laufe der Nacht in erbitterten Kämpfen mit rnssischen Nachhuten der Dtadt Kolomea. Am Nordufer des Dnjestrs nähern sich die Verbündeten der D t r y p a m ü n d n n g. Cortkow und Trembowla sind in deutschen Händen. Nördlich von Trernbowla rafften sich die Russen vergeblich zu scharfen Massenstößen auf. Die Gegenangriffe brachen durchweg unter schweren Verlusten zusammen. Oestlich von Tarnopol wurde der Feind abermals weiter zurückgedrückt. Italienischer Kriegsschauplatz. Beiderseits mehrfach erhöhte Geschütztätigkeit. Sonst keine besonderen Kumpfhandllmgen. B a l k a n k r i e g s s ch a u p l a tz. Nichts Neues. Der Chef des Generalstabes, j Stellung vorder Offenst re ßruss/lotrs 19f6 «>*•••«•• Stellung nach dar OFfensireßrusst/ons 1998 • ’■“* • h • h Stellung nach der Offensive ffrusst/ows 9997 deutsch.Oesterr.Offensive 7997. Berlin, 27. Juli. (WTB. Mchtumtlich.) Airch aru 26. Juli vl«chte uirsvr Vormarsch in Ostgalizien be- beutenbo Fortschritte. Wie an den Vortagen Een unsere ausdanerrchen sregesbegeisterten Truppen im Verein nnt den tapferen vsterreichisch-rmgartschen Kameraden v>o»n Erfolg zu Erfolg. Die Russen wurden überäll, wo sie sich den vorwärtsdrärrgerrden Reihen der Unsrigen entgegen ilbarfen. mit raschen und vernichtenden Schlägen zerschmettert. Nördlich und östlich Tarnopol stießen wir unter erb-rtterterr Känrpfen zum Anizdeszna- und Gniczna-Abschnitt vor. Die Rirssen erlitten hier allerschwerste Verluste. Unsere Batterien feuerten auf 500 Meter Entfernung in die dichten Massen der vorgejagten russischen Sturm kolonnen und mußten ein furchtbares Blutb ad unter ihnen anrichten, das Sieger und Besiegten unauslöschlich in Erinnerung bleiben wird. Äleich schwer waren die russffchen Verluste in den Kämpfen südlich von Trembowla. wo wir den Uebergang über den Sereth erstritten. Zwischen dem 10 .Kilometer südüch Trembowla gelegerren Orte Jarww und der .Höhe Dvlhe griff der Russe 'zweimal außerordent--' lich heftig an, wobei er seine Slnrmkolonnen bis zrl14Wel^> len tief staffelte. Beide Angriffe wurden blutig ab gewiesen. Zwischen Sereth und Dnjestr blieb unser Vorstoß lebendig. Mit der Stadt Kolomea, die nach zähem Kampf erobeü wurde, ist ein beden.tender Knotenpunkt inr Pruth-Tal, wo wichtige Straßen und Eisenbahnen südlich des Tmjestr und aus den .Karpathen, zusammenlaufeu, in unsere Hand gefallen. Weiter südlich machte sich die Erschütterung der russischen Fvrvll u-nter dem mächtigen ti'cm Norden wirkenden Stoß bis dicht an die rumänische Grenze geltend. iDie russische Karpathenfrmct bis zcmr Krrlibaba-^lbschnitt stürzt zusaTumen. Dmnrt hat sich der russische Iiüätzug auf die uri- geheure Front strecke von 350 Kilometer auS- gedehirt. Der Widerstand, bm die Russen bei Baba Ludowa und Zabie leisteten, konnte die Lage an diesem Frontabschnitt nicht mehr retten. niea--Paß-Höhe haben die Russen Greueltaten v übt, die alles bisher Gewohnte übertreff Im Westen wurden an der flandrischen Fr« anr 26. Juli abermals vielfach vorfühlende starke Erl dungsabtellnrrgen des Gegrrers teils im Abwehrseirer, t nn Gegenstoß zurückgewiesen., wobei eine große Anzcchl fang eu er in unserer Hand blieb. Wie an den Borta standen, unsere Batterien im nvächtigsten Fenerkampf den feindlichen. An der Ai snefron ft wurden die von ' südlich Ailles und nordwestlich der .Hurtebise Fernre zielten Geländegewinne gegen mehrfache Eingriffe des F des, die zum Teil schon in urrserer Feuer sperre zusamn brachen, gehalten. Das seiiMickie Artilleriefeuer steig sich hier gegen Abend zu großer Heftigkeit. 8 Uhr abe griffen du Fran^oseli zrveimal mit starken Kräften wurden redoch beide Male unter schjversten Verlusten germesen. ^Das gleiche Geschick war einem neuen Ana oeschreden, den die Franzosen am 27. Jirli gegen 5 vormrttargs nach Trommelseirer vvrtrugen. Auch in der B Champagne waren die sranMischen Verluste bei dem grrsf am Hochberg außerordentlich schwer. Unsere Flieger bewarfen Uiuerkunste, Bahnhöfe Muriitroirs^ger des Feindes erfolgreich nrit Bomben, mehreren stellen wurden Brälche beobachtet. Ariegsvnefe öus dem Osten. 2 ciegramm unseres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, »erholen.) Der Lieg in Galizien. ^ ^ westlich des Sereth, 25'. Juli. 4 - VÖC “cm^ marschiere,! nun die deutschen Korps ununter- brachen. Mit die höchsten 'älarschleistungen in diesem Kriege werden gefordert und vvltbraäü. Die große Beute, die aus allen Bübn- 1tatlonen. au allen Knotenpunkten, aus den Landstraßen cingebrackt nnrd, erleichtert die Verpflegung. Bon den englischen Tampiwalzen- ingen aus Leeds bis zu Ballen von Tee, von Panzerautos bis zu Mehl Vorräten, von schwerem Geschütz 'bis zu Gasmasken, alles wird erbeutet, was eine siegreiche Armee nur erbeuten kann. Durch den über den ^'retii itt nun die gesamte Front in Galizien und i cr Bukowina ins Wanken gekommen. Deute liegt der Sercth schon westlich der unermüdlichen Spitze, bei der ich in diesen Sieges- tagen war. Gestern kam cs aus den Wald Höhen am Sereth südlich Tarnopol zu icmvercn Kämpseu. Ein deutscher Verband wurde von Norden und bilden von ZU' ei russischen Divisionen stark angegriffen, zer- '.d^sststie aber schließlich die ttnittammerung, zumal di-' Stoßtruvpe indlich. Miskulince einen vollen Erfolg errang. Ein Regiment, dass in dem Hügelgel inde von Norden nach Süden auftollte, machte allein bei Tausend Gesungene. Tic Bahn Tarnopol—Ozwtholv, die einzige Querverbindung nach Süden, ist heute längst über- ichntten. Mit eine Frucht dieses ungestümen Vorstoßes gegen den Gulzna-Mschnitt ist der heute in den Morgenstunden erfolgte Fall von Tarnopol. Heute mittag sah ich das Gefecht in der Ebene zur Gnizna hin von der Höhe der Chausseeüberführung von Skonwochy. Meilenweit breitete sich das weitbefreite Laiid nach Westen. Im Dsten vor uns lärmte das Infanteriegefecht Tie Stimniung dev ununterbrochen eirigefetzten Truppen kemizcichnct der Ausspruch! eines Bdannes, der das erbeutete Mafchinengelvehr hinter sich herschiebt: „Mit zwölf Eiern in der Tasche Niacht man alles." Tic Widerstanostraft der Russen ist an manchen Stellen völlig gebrochen. In kleinen .Häuslein, zu zweien und dreien, lausen sie losgelöst ans jeden! Verbände, nach Osten. An anderen Punkten leisten sie erbitterten Widerstand, um mit der Kraft der Verzweiflung den drohenden Zusammenbruch aufzuhaltcn Durch Hitze, ^laub. Regen, Not, Blur und Kügeltod gehen die Unseren vor. ...Die Truppe versagt nie!" sagte gestern der General. Es ist das hohe Lied der deutschen Armee, das hier nach drei Kriegsjahren auf der befreiten podolischen Erde gesungen wird. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. Zur Einnahme »vn Tarnopol. Kelegramm unfere£ zu in Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters. „ . Tarnopol. 20. Juli. Von Bonden ritt ich eben in das am Morgen erstürmte Tarnopol. Unter dem Jubel der Bevölkerung, die in den letzten Tagen Furchtbares erlitten hatte, zog ein preußisches Bataillon durch dce zerstörte Ltadt. Ein paar bunte Fahnen und Teppiche hängen ror den wenigen unbeschädigten Häusern. Die Stadt ist von den Russen in schändlichster Weise ansgcraubt und ausgebrannt worden, aie letzten zwei Tage lmben die Russen wie Bestien gehaust. Die Einwohner haben alles verloren, sie weinten, als ihre deutschest Befreier kamen, vor Freude über das kaum noch erhoffte Ende ihres langen Unglücks. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. Die innere Lage Rußlands. Petersburg, 26. Juli. (WTB. MchtamtlichK Meldung der Petersburger Telegraphenagentür. Die vorläufige Regierung hat beschlossen, demnächst eine K o n f e r e n z von Vertretern der hauptsächlichsten sozialen Verbünde nach M osknu eirrzubevtrsen. mn sich über die gegenwärtige Lage des Landes und die in nächster Zeit zu lösenden Fragen zu 'unterrichten. Die Todesstrafe an der russischen Front. Petersburg, 27. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Mel- der Petersburger Telegraphenagentur. Nachdem der Oberbefehlshaber an der Front imt> die Armee führer in ihren Berichten darauf bestanden haben, daß zur Wieder Herstellung der Manneszucht an der Front unumgänglich die Einführung der Todesstrafe an der Front notwendig geworden ist, ist diese eingeführt worden. Tie Maßnahme ist eine zeitweilige und dauert bis zur Beendigung der militärischen Operationen. 2lußer der Wiedereinführung der Todesstrafe hat die vorläufige Regierung auch die Schaffung revolutionärer Kriegsgerichte an der ganzen Front, die aus drei Offizieren und drei Soldaten bestehen sollen, verfügt. Sine Rede Kerenskis. Petersburg, 27. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Der Petersburger Telegraphen-Agentur wird berichtet, daß der große Na- ttonalbmgreß der Vertreter der verschiedenen öffentlichen und Organisationen mü> Einrichtungen unter der Teilnahme aller Dumaabgeordneten, dessen Einberufung nach Moskau vorgestern von der Regierung beschlossen worden ist, am 31. Juli in der Großen Oper der alten Hauptstadt statrfindet. Nachmittags Hellte sich Ministerpräsident Kcrenski in der gemeinsamen Sitzung der Zentralan-schüsse des Arbeiter- und Söldatenrates und der Bauernvertretcr rin und lud sie ein, an diesem Kongreß leilzn'- nehmen. Kerenski hielt lvi dieser Gelegenheit eine Rede, in der er u. a. sagte: Die Schläge, die gegen uns au der Front und im Ymiterlflr.be geführt werden, sind so heftig, daß wir alle unsere Kräfte mmmeln müssen, um sie abzuwehren, uns zu verteidigen, und die mit so viel Mühe errungene Freiheit zu bewahren. Auf dem in Rede stehenden Kongreß wird die Regierung vor allem die Bitte an das Land richten, ihr bei dieser schweren Aufaabe zu helfen. ^ie »ird zu diesem Zwecke in aller Offenheit den Kougreß- unlnehmeru die wahre Lage des Staates darlegen. Die Durchbrechung der Front, fuhr der Minister fort, schuf einen fruchtbaren Boden für die Gegenrevolution, aber die Regierung ist fest entschlossen, die Anarckste mit aller Kraft zu bekämpfe*'. und ivird nicht dulden, daß das Land in die alte Re- gieruugsform zurückgeworfen ivird. Kcrenski schloß mit der Bitte an den Vollziehungsausschuß, mit den Elementen zu brechen, deren Tättgkcit dazu angetan sei. eine Gegenrevolution anzultiften und zu beleben. Ter Bvriitzende des Arbeiter- und Söldatenrates, Tsscheidse, antwortete, die Regierung könne sicher sein, in dem Ausschuß einen Halt und eine mächtige Stiche zu finden, um die Revolution und Rußlarrd zu retten. * . * Das rumänische Ministerium. I afft), 27. Juli. MDB Meldtt.ua der Agence Havus. Die M i n i ste r k r i se ist beendigt. Die Zusammenarbeit mit den Konservativen wird fortgesetzt. Es wurden ernannt Take Ionescu zum steLlvertretzeud«! Ministerprasi de irren, Bintila Bratianu zum Miuister der neuert Mmn- tiousabteilung und einstweiligen .Kriegsminister, Titu- lescu zum Fimrnzminister, de la Braneos zum Minister für \xmt>eL und Industrie. Die anderen Minister behalten ihr Portefeuille. Eine Balkankonferenz in Paris. Paris, 27. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Melcmng der Agenee Haivas. Die zur Prüfung der Lage ans dem Balkan zufammengetretene Konferenz hat ihre letzte Sitzung, zu der die Vertreter aller alliierten Länder berufen loa reu, abgehalten Sie hat einstimmig die in den vorhergeiienden Sitzungen beschlossenen Eittschlüsse angenommen. Eine Vereinigung der in Betracht kommenden Ressortminister lvird n L o n d-on stattfinden, um die Maßnahmen zur Aussüh- ruug festzufctzcn. Vor ihrem Aus ei n and er a e hen legten die Mitglieder der Konferenz Wert darauf, einstimmig folgende Ertlärnng abzugeben: Tie enger denn fe zur Verteidiaung des Völkerrechts besonders ans der Balkanhalbinsel vereinigten alliierten Mächte sind entschlossen, die Wa s s en er st nieder- zulegen, wenn sie das Ziel erreicht haben, das in ihren Augen alles andere beherr-fcht, nämlich die Wieder- ines verbrecherischen Angriffs un - ni dg l t ch zu mach e n, wie cs derjenige ist, für den der ^inverralismus der Mittelmächte die Verantwortuna tragt. Die Generale und anderen Offtziere der alliierten.Heere und flotten, die anläßlich der Balkankonferenz nach Paris gekommen warum, hielten im Kriegs- und Marineministt- rulin inehrere^ Versammlungen ab. Es wurden alle allgemeinen die Führung der Operationen und den Unterseebootkrieg betreffenden Fragen geprüft. ^ a l _V- / - * * * * * * 7 - ^uli. (WTB. Nichtamtlich.) Meldmig der Aaence Davas. Die Konferenz der Al liierten lmt bezüglich der gegenivorng uülitärisch besetzten griechischen OKbrete beschlossen- cit lands tn Thessalien und im Epirus vurgenommen haben. Die Besetzung des Dreiecks, das von der Straße nach Santi Ouaranta und der Grenze, des Epirns gebildet wird, wird vovlärmg int Inter- ei,e der Sicherheit, vorbehaltlich eines griechisch-italienischen W- ronimens iwer die Wiederherstellung der bürgerlichen Verwaltung unter der Souveränität eines griechischen Kommissars aufrechter- er dal len. Frankreich, Großbritannien und Italien behalten wäh- reird des Dneges die militärische und Ftottenbasis ans Kvrsu, das unter .der Souveränität Griecheirlands verbleibt. DaS Fragezeichen bleibt bestehen J -^l>od George glaubt, alles gewonnen zu haben, wenn er nur die Lacher auf seine Seite gebracht hat. Er lacht in seiner Rede über den Gedaliken, daß England jemals in ahn- liche Nahrungssorgen geraten könnte wie Deutschland. Lchon dieser frivole Ton in seiner Rede läßt vermuten, daß hier wohl nicht altes ganz rn Ordnung ist. Und schneller als Man cs erwarten konnte, wird seine Behaupitnng. Englands Versorgung sei für das ganze Jahr 1917 18 zweifellos sichergesteltt, Lügen gestraft; und zwar durch eine Aeußerung seines ersten Geivährsinannes, des Lebensmitteltontrollenrs Kennedy Jones selbst. Rach Lloyd Georges Behauptung sind also die Engländer bis zur Ernte 191& jeder Sorge 'überhoben. Was sagt aber Kennedy Jones einen Tag'darauf'^ „Es ist so gut wie sicher, daß wir in das neue Erntejahr mit Vorräten für 6 bis 7 Monate eintreteli werden Tie Frage ist nur, ob wir fm Laufe von 12 Monaten imstande sein werden,^ Vorräte für ."» Monate einzuführen." Lassen wir nun selbst die ersten 0 bis 7 Monate „so gut rvie sicher" sein, so bleibt für die weitere Zeit doch das große Fragezeichen bestehen, über das Lloyd George die Zuhörer mit seinen Witzen hinwegtällschen loollte. libera cn Partei Rnch.ttagsobzeoroneter Dr. Strescmann, für />c Raiivnattiveralen Preußens der Abg. Bartting, für die National- liberalen Badens der Abg. Geheimrat Redmann, für den liatioiial- liberalen Verein Mannheims dessen Vorstand Siadtv. König, !»r hie Iungliberalen Stadtv. Knödel, ferner eine große Rcilfe wirtschaftlicher Verbände und Gesellschaften sowie von Vereinen, denen der Verstorbene nabestand. Es wurden viele Kränze niedere gelegt. Gesangvorträgc leiteten die Trauerfeier ein. Nach dem Gebet laut dann in der Halle unter den Klängen des Liedes „Lentichland, Deutschland über alles" der Sarg ln die Tiefe. Ge-zalts- und Lotmvorschüsse an Beamte und Arbeiter. B e rl i n , 27. Juli. tWTB. Nichtamtl.^ Nach oer „Nordd. Allgcm. KW." lvurden durch Anordnung des Reichskanzlers und durch gemeinftbaftlichen Erlaß der preußischen Miirister der Finanzen und des Innern die Behörden auch in diesem Jahre ermächttgr, den R e i ch s- und preußischen Beamten und den im Reichs- oder Staatsdienst ständig beschäftigten Loh na n ge stell- teil und r b eitern zum Einkauf von Wintervorräten an Heizmaterial. Karwfteln Gemüse und Obst u n v e r - i} 11 31 i ch e G eb alts - oder Lohnvorschüsse zu gewähren. .Lie Vorichüsse wllen lediglich zur Eindecküng eines Vorrat- ttlr den wmmenden Winter dienen, snrd also nicht zur Beschaffung! des augenblicklichen Bedarfs bestivimt. Die Rückzahlung soll den wirttchamlchen Verhältnissen der Beamten usw. angeyaßt mW w bemessen werden adß der Vorschuß bis zum Wlauf des Zeit- ramns getilgt wird, für den die Vorräte beschafft sind. Wo di? Jn,ntMQu.ng hex Rechnnnaer: auf Schwierigkeiten stößt, kann von ihr abgeiehen iverden. forerit der Beamte usw. den Einkauf auf andere Weye glaubhaft macht. Aus dem Reiche. Der KiMzler und die Wahl feiner neuen Mitarbeiter. Berlin. 28. Juli. Der „Berliner Lokalanzeiger" berichtet: ..m unserer Abendausgabe erwähnten wir bereits, daß die zielbe- wußte und aufrichttge Haltung des Kanzlers bei allen bisherigen. Ieunehmern an den Besprechungen den besten Eindruck gemacht habe. Man icheidet von ihm mit denr Bewußtsein, einen ganzen! V(ann vor sich zu haben. Bezüglich der Neulie',etznngen irn Reiche und Staate machte er die beMchnende Bemerkung, daß für den Posten, den er üver- nommen habe, eine giganttsche und geniale Kraft nötig sei. Mer er habe, sagte er, doch erkannt, daß sich mit geeigneten Mitarbeitern sehr wohl Tüchtiges erreichen lasse. Er glaube in diesem Augenblick lagen zu können, daß er hoffe, diese RZtarbeit nunmehr gefunden zu liaben. Er warte nach seiner Ri'ickkehr aus Wien nur noch die Heunlehr des Kaisers ab. um die Berufung der von ihm in Anchicht genommenen Persönlichkeiten dem Monarchen zu unter breiten. Der dritte Tag des kommenden Monats dichftc der Tag fein, auvtqnartier gegeben. Diese Verbindung wurde durch die häufige Anwesenheit des Reichskanzlers im Hauptquartier gepflegt. Selbstverständlich legt der Reichskanzler gro^n Wert darauf, den dienstlichen Verkehr mit dem Großen Hauptquartier lebendig zu gestalten. Das Begrätznis Bassernmnns. Mannheim, 27. Jiuli. ,WTB. Nichtamkl.) Heute nachmittag 4 Uhr hat int städtischen Krematorium die Feuerbestattung des Reichstngsabgeordneten Ernst B a s s c r m a n n tattgcsunden. Tie Halle konnte die überaus große Trauerversamm-^ lung nicht fassest, so daß sich davor die Feier vollzog. Die Spitzen der Staats- und der städtischen Behörden, zahlreiche PersSnlichkbitoit aus der Industrie- und Handelswelt und aus der Politik hatten sich eirvgeftmden. Der Grvßherzog von Baden hatte telegraphisch seine Drauer bekundet, die Großberzogin-Mtwe Luise der Familie ihr Beileid persönlich ausgedrückt. Als Vertreter der badischen Re- gieming war nach den: Bericht der „Neuen Bad. Ldsztg." der Minister des Innern Freiherr von Bodman, als Vertreter des Reichstags dessen Präsident Dr. Kämpf nnd sein Direktor Ge- heinirat Iungheim erschienen. Die Ehrenwache datten die Mann heiincsr Regimenter gestellt. Sta-dtpfarrer Hoff hielt die Grabrede, der das Wort: „Fcki habe einen guten üampf gekämpft" zugrunde lag. Ferner iprachen für die Stadt Mannheim Oberbürgermeister Geh. Rat Dr. K u tz e r, für den Reichstag Geh.-Rat Dr. K ä m p f für den Zentralvorstand der Rfichstagsfraktion der national' Ans Stadt und Land. Gießen, 26. Ji,li 1917. Vorsicht bei Gesprächen! Men Warnwngchl pt Trotz ioitnen lmfere Landsleute tlli'c Redelust und Mitteilsamkeit nicht beschränken. Kirrzlich wurde berichtet, daß im neutralen Ausland von Geschäfts- rersenden Nenorungen aus technischem Gebiet und Tatsachen, deren Geheimhaltung geboten wäre, mitgeteilt werden: jetzt meldet ein „maßgebender neutraler Berichterstatter" der „Times" (in der Nummer vom 3. Juli), daß er — auf einen Bahnanschluß lvartend — sich mit deutschen Soldaten unterhielt, nnd daß es „geradezu unglaublich" sei, wie mitteilsam diese waren. Ter Ausländer erzählt, er habe die verschiedensten Emzelheiten über Munition erfahren, die für etnen ^rpion sehr ivertvoll aeloesen »vären. Es ist traurig, daß alle Ermahnungen und Plakate so lrenrg Verständnis bei der Bevölkerung finden. Jedes unbedachte Wort kann unabsehbaren Schaden anrichten, darum ntutz umner und immer wieder Zivilisten und Mititärperso- nen eingeschärft toerden: „Trau, schmr lvein?" Dein Ohr leih' jedem, Keinem deine Zunge!" Lebensmittelmarken. Zur die Zeit vom 30. IlNi bis b. August haben nachstehende Levensmittelmarken Gültigkeit: Brotmarken der 31. Woche, gültig vom 30. 7. - 5. 8. 1917 Bttttermarken, „31. „ „ „ 30. 7. - 5. 8. „ oleiichniarken , 31. „ „ 9 30. 7. - 6. 8 Kartoffelmarken , 31. „ „ „ 30, 7. - 5. 8. ' Eiermarken Nr. 10 isuckermarken Nr. 24 - 29 gültig bis 31. 7., von Nr. 30 — 32 gültig bis 31. 8. 1917. Seifen,narken s. d. Monat Juli bis 31., für August vom 1. ab. Ern Umtausch verfallener Marken findet nicht mehr statt: ebenso wird für verloren gegangene Marken kein Ersatz gewährt. Rcuanmeldnngen und Anmeldung von sreugeboreneu haben uuumehr unter Vortage der nStige« Ausweise auf dem LebenSmittelamt zu erfolgen. Umzüge innerhalb der Stadt und Wegzüge von Gieße« find in den zuständigen Bezirken auzumelden. GefchäftSstunden des Stadt. LebensmittelamteS von i)-V> Uhr vorm., 2—4 Uhr nachm. Markenausgabe für Urlauber: SouutagS von 10—12 Uhr vormittags ** Amtliche Personalnachrichten. Durch Ent- fcblietznng Großh. Ministeriums des Innern vom 24. d. Mts. wurde der Vortragende Rat im Ministerium des Innern OberregieTmngs * rat Dr. Stammler beauftragt, die Stelle des Kreisdirektors des Kreisamts Msfeld zu verwalten. — Der Groß Herzog hat am 31. Mai dem Rechner der evangelischen Kirchenkasse zu Ober- Kliiigen, Johannes Stork VIII., aus Anlaß seines Ausscheidens aus dem Amte das Mlgerneine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" verliehen. — Der Großherzog hat oem Postsekretär Kaspar Schnabel in Neckarsteiimch das Ritterkreuz 2. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, und dem Ober-Brieftrager Georg Bönig in Nierstein das All " iTriueine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treus Dienste" verliehen. — Erledigt ist eine mit einer evangelischen Lehrerin zu besetzende SchulstcNc an der Volksschule zn Walldors, Kreis Groß-Germr. " Der Großh. KreisarztMedizinalratDr. Wal- ge r in Gießen U.'bis zum 4. August 1917 beurlaubt. Die dienstliche Vertretung geschieht durck) Herrn Münzinalrat Dr. Bötticher, der täglich von 10 bis 12 Uhr im Untersnchungsamt für Jnfek- ttonskrankheiten Franffurter Straße 101 zu sprechen ist. ** Straßenbahmnnfall. Gesterrr abend gegen 7 Uhr ereigirebe sich tn der Nähe des Bcchnhoft, am Endpunkt der B-erpflegungshalle-n, ein Ilnfcklst der noch verhältnismäßig grtt irblief. Ein älterer Lcmdstnrmlnann wollte noch kurz vor eineni einfahrenden Straßenbahnwagen die Geleise überschreiten, lmrrde aber von dein Wagen erfaßt nnd kam unter den Wagen zu liegen. Der Führer konnte diesen noch rechtzeitig zum Stehen bringen, so daß der Mann mit Verletzungen der einen GesichtSlßilfte davongekonrmeii sein dürfte. Er wnrde zur Sanitätswache gebracht. ** Ein Auflauf entstand heute morgen aus dem Markte. Ein Mädchen vom Lande hatte 30 Pfund Aepfel, die es zuttr Verkauf bringen wollte. Da erschien ein Kommissionär der Landesobftstelle und verlangte die von dieser Stelle festgesetzte Gebühr von 10 Pfennig pro Pfund = 3 Mk Wie wir verschiedentlich mitgeteilt haben, ist diese Abgabe vom Erzeuger zu kütrichten, wenn er an den Berbrauchei.- direkt abgibt. Das Mädchen, dem diese Bestimmung, wie den meisten Atenschen, nicht einleuchtete, begann zu weinen und das Publikum nahm ganz energisch seine Partei. Hier bei ging es nicht ohne Ausfälle gegen die „StadV ab, die auf diese Weise unnötig das Obst verteuere. Es sei deshalb noch mals idarauf hmqewiesen, daß die „Stadt" oder das städtische Lebensmittelamt keine Schuld an dieser Verteuerung trifft Es handelt sich um eine Bestimmirng der Landesobststelle. )ie in der leh-ten Mtzrrng des ÄebensmittelMlsschusses ein timmig als ungerechtfertigt bezeichnet tourte. Tie Landesobftstelle gibt zwar von der auf das Pfund erhobenen Gebühr von 10 Pf. 7*/« Pf. ans Rote Kweuz ab, aber auch wir müssen da einem unserer Stadtverordneten bei pflichten, ter in der Sitzung des Lebensnrittelausschusses äußerte: „Wenn das Rote Kreuz (ffeld braucht, so wollen wir gerne etnen Steuerzuschlag zahlen, aber wir bedürfen nicht der Laachesobststelle als Vermittelung. Denn so werden uirsere wichtigsten Lebensmittel auf eine unzulässige Art besteuert und, loa* vielleicht ■ noch schlnrrmer ist, die Erzeuger werden gewaltsam ver- T a s Lichtspielhaus Bahnhofstram 34 Hai aus fernem 3uieüria:i von heMe Ins emschl. Montag „Mutter und SHnb", Ächmnviel in 4 Akten, itadi dem preisgekrönten Epos von Jyriet>v. .'Öeftbcl, mr den Film bearbeitet von Heim. Lantensak. Regie:, Dr. Han-? Overländer ')^ach den Biotiven Friede. Hebbels ist ein Hohelied auf die Mttterliebe entstanden: den humoristischen Teil füllen die beftbefaimteu Schauspieler Melitta Petti, Herbert Paul- ’^iüct und Leo Peukert in ihrem entzückenden Filmschwonk in Men ..Der geheimnisvolle Meyer" aus. Unterstützt ivicd das 'Programm durch die vorzügliche Künstlerkapelle. _ , ^ S ch w a r z - Wi e i h - T h e a t e r, Seltersweg 8 l. Maria Orsw. ixe talentvolle Künstlerin, spielt ab Samstag, den 28 , bis einschließttch lMmtag, den 30. Juli, die Hauptrolle in ihrem rgreiümden GesellscyastÄdrama in 4 Akten, betitelt „Das letzte Rennen". Regie von Riax Mark. Außerdem wirkt der tollkühnste ' '.mkünscker Ludwig Trautmann in seinem besten Sensation s^ mR >fekttvlckMripiel ..Tue ')lÄentewer eines Journalisten", in 3 Akten. t:«uige gute Einlagen ergänzen den Spielplan. •* 2 -temnung von Falrrradbereifung, Verkehr mir Obst. Verivcndimg m-.i Wäsche in Gastwirtschaften, Amruf der jüngsten Jal-reSklasse. ^ 'ie Mastregeln gegen die mrd.Klauenseuche. LandkveiS Gießen. ** Holtheim, 27. Juli. Dem Landwehrmann Heinrich T ung von hier, der irahezn drei Jahre im Felde steht, wurde ha* • ,'ertTc Kreuz- verliehen. ^Obbornhofen, 38. Juli. 'Der 46 jährige Fahrer bei wr schweren '7'i.tmttwn.s-Ko'domw. Otto L e s ch h o r n , ist mit dem •Ibc der Ehre gefallen. Durch Kameraden nmrdc seine Uhr, sein b>'ldbeutel usw. znrückgesandO Kreis Lanterbach. rr. Schlitz, 27. JE Kürzlich tagp' in Eisenach unter r.irjcr Beteiligung bei - Bevern zur Schiffbarmachung der Weser. der Tagesvromlng stand die Beratung über den Ausbau eines grckren Schi s fa h r t s we^i es von. der Nordsee, lveserauftvärtci 1 uvdj Shüring-err und Baticrtt bis zur Donau. In enger Verbindung Hi' diesem Projekt wurde zur Gewinnung von Wasserkraft die Anlage einer- Talsperre, ins Auge gefastt und zivar im Fulda- - innd in der- ')tähe mrserer Stadt. Ein Ingenieirr ist z. ;}t. l^reitS mit 'Ber Messungen daselbst -beschäftigt. Wie nur hören, würden aber l-t'i 2üussührung des geplanterc Proiekts die drei hessischen Fuloa- dörrer Hennnen, Härtner Hausen ,rnd Pferd vorn Erdboden ver-- sch^ürideu. Daraus dürften sich grostle Schwierigkeiten für die 2 u-zführung des Planes, woran auch erst nach Friedensschluss. gc- 1 rcht werdtni kann, ergeben. Kreis Schotten. it Schotten, 28. .Juli. Schütze Karl Schröder erhielt das Erlerne .>Üreuz. — Zn Ehren feldschützen tmrvden ernannt und ver- vslichtet: Theodor Cellarius, Heinrich 51ontm III., 'Adam H o s ma n n , Georg S pa m e r XII. Heinrich .fromm XII., Karl R ühl, ?lngust S chlitt, Karl Christian Kr omni, Karl rom m IV., Friedrich SÄßel, Karl W e i tz, Ernst Schmidt. 44 Freienseen, 28. Jülr Die Ausgabe, das Bürgermeisteramt zu versehen, n"uroe Ferdinand I m m e [ t überttagen. Kreis Frledberg. O. Ba d-Na n he im, 28. Juli. Gesterrr früh wcurden die drei gröstteii Glocken - die vierte kleinere bleibt an Ort ,cnd Stelle --- der uralten Wilhettnskirckie aus ilpeii Stühlen geloben, irm denr Vater lande dienstbar gemacht zu werde, c. Am Aderrd vorher hatte sich die Evangeli,che Gemeinde säst vollzählig am Turme der .Kirche versammelt, mii 2tbschied von ihveu Glocken zu uehmen. In einer kurzen Ansprache gab Pfarrer W i s s i g der Hoffnung Ausdruck, daß das Metall unserer Glocken dazu helfen möge, bald beit endgültigen ! Siegelnd ebnen vollen Frieden herbei znfüh reu. Mit deni (besang des.Schutz- und TrnlüiedeZ unseres Martin Lutters: ,,Eine feste Burg ist unser GM" schloß die ergreifende kurze Feier, bei der viele Tränen flössen. — Tie zur vü>Ue,aiuiij uxtuuem.-eit-Glocken wiegen insoesantt 72 Zenttter. An Glocken besitzt unsere Stadt mm rare noct) diejenigen der Tankeskirche, welck-e nach Mitteilung des Kirchenvorstandes vorläufig von der Rcickssmetallstelle nicht in An- prnch geuonimen werdsen. ch. Vilbel, 27. Juli. Bor kurzem beschloß die hiesige Ge- meindevertretung alle Felddiebstähle durch Nainensnennnng zu brandmarken und bcstraseit zu lassen. So stehen bereits heute an der Ortstafel 30 Ortseinwohner angeschriebeit, die sich in Feldern und Gärten an fremfrent Eigenttrnt vergriffen haben. 2hllc Wters- klaassen, Berufe und Stände sind dabei per treten. Selbst ein begüterter Privattitamt wird als Hafer-, Drckwur-- und Salat- hieb bezeichnet. Sturlenburg und Nheinhessen. — Worms, 27. Juli. Im iiffenmt Rhein erhxcnf beim Baden der 12 jährige Volksschicker Friedrich Dörsem. Hessen-Nassau. --- Franksurt a. M., 37.Juli. Bei der Versorgung der Be- pölLerung mit Kartoffeln hat die Stadt erheblick)e Zubußen zahlen müssen. In der Zeit vom 15. November 1015 bis 15. August 1916 entstand ein Fehlbetrag von 592 000 .Mr. 'Durch verdorbene Kartoffeln erttstand ein Schaden von 370 000 Mk. Auch die Rech- trung vvin 15. 'August 1916 bis Ende März 1917 toird mit einem erheblickten Fehlbetral abschliesten, dessen Höhe noch nicht feststeht. Ein nicht geringer Teil des FeWbetrags ist dadurch entstanden, daß der unbemittelten Bevölkerung die Kartoffettt ztt erheblickten Preisnachlässen gewälttt wnrdeit. — Der Zuschuß zu den Fleischzulagen von c0 Psg. mrf den Kops erfordert für die Stadt eine ivöchentliche AustvendrmZ von 250 000 Mk. ul. Limburg, 2^.'Juli. 2-ach der cndgültigQt ZusMnnten- stellnng beträgt das Ergebnis der N-Bootspende im Kreise Limburg insgesamt 25 041,70 Mark. — Der Magisttat der Stadt Limburg vergütet für jeden ans dem 'stathause abgeliefetten Kohl-- Weißling einen Pfennig. --- W i e s ba d e n , 27. Juli. Nicht weniger als 19 Wein kenn er, „Wcinarttoritäten" und erstklassige Weinfeinsch-inecker gaben sich vor der hiesigen Slraskammer in eiltet Anklage gegen Rheiugauer Winzer wegen Wein z u cke r u n g n. dgl. ein Stelldichein als „Sach- perständige". Einige der 2titgeklagten behaupletcit, nicht gezuckert zu haben, andere wollten nur die gesetzlich zulässige Menge verwendet laben. Das sollten die 19 ,.'Autoritäten" ergründen. In fast neunstündiger Redeschlacht ging dies vor sich. Die einen schmeckten nur „Zuckerivasser", die anderen traitken reinen Wem, die dritten verspürten eine leise Gtlterrurg des 9bsbensas-tes. Selbst dariibix war der ,,Rat der 19" sich nicht klar, ob Werdanpt die ^mgeitprobt bei der Weinbeurteilung zuverlässig sei. So kam es, daß vier „erst klassige" Sachverstärtdige die Anklage sttitzten nno sieben „Autori täten" sich auf die Seite der Angeklagten stellten. Unter diesen Um ltänden konnte von einer Bernrtetlnng >xn Angellatgen nüht on Rede sein. Das (Bericht verurteilte die Leute lediglich wegen mimgel- liaster Führung der Fuckerdiicher zu kleinen Geldslrafen. Witlerungs-cricht. (O e f f c n t l i ch e r Wetterdienst.) Weüg'elndc Bewölkung, zeitweise stttederscküägc, warnt. Letzte N^c^rUchte»«. Esterhazy lmd Michaelis. Wien, 27. Juli. /WTB. Nichtamtl t3ie die Blätter melden, sttifft der ungarische Ministerpräsiden Gras Esterhazy am 31. Juli in Wien ein, um an deni zu Ehren des deutschen Reichs kanzlers Dr. Michaelis stcrttfiniden.den Empfang teilzunehmen uns sich mit dem Kanzler zu besprechen. Munnmsl von Czernowitz. Wien, 27. Juli. Wie hierher Flacht. Oer geheimnisvolle Meyer Eni Bückendes Lmetapiel hi 3 Akten. In den Hauptrollen: Melitta Petri Herbert PaufmQISer Leo Peookert. Für sein Vaterland fiel am 17. August 1916 mein lieber Sohn, Bruder und' Schwager, mein Treuverlobter ^ Hans Herbert Richter Leutnant der Reserve in einem Infanterie-Regiment, Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse. Hedwig Richter, geb. Holtz Prof. Konr. Richter, z. Z. im Felde, und Frau Gertrud Richter, Lehrerin Marie Nanz. 5630 Offenbach, Dresden, Steinbach (Kr. Gießen), Juli 1917. Oasikaaguiig. Für dio vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben, unvergeßlichen Vaters Georg Fischer, Schneidermeister sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagen wir tiefgefühltesten Dank. Di© trauernden Kinder. Gießen, den 25. Juli 1917. snnanEiifln:- Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Kranksein und dem Hinscheiden unseres lieben Sohnes und Bruders Laux Es hat Gott dem Herrn gefallen, unsern lieben Gründungsphilister Eduard Koch ICi.SI.S2) sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Heinebach sagen wir herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Hamilie Heinrich Laux. Leihgestern, den 27. Juli 1917. 0161 ., Kirchenrat i. R. am 26. Juni heimzurufen. Am 15. Mai 1917 fiel auf dem Felde der Ehre unser lieber aktiver Hans Buchhold mm. Kanonier im 3. Fnss-Artillerie-Jtegiment. 5659 Der Cwiessencr Wingolf. I. N. u. A. H. Kiinnsv/. Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass heute nacht nach 37jähriger, treuer Dienstzeit in unserer Familie Fräulein Elise Grün im Alter von 67 Jahren sanft entschlafen ist. "Wir verlieren in der Verstorbenen eine treue, anhängliche Hilfe und werden ihr stets ein ehrendes Andenken bewahren. Familie Otto Schmidt. Giessen (Marktstrasse 1), den 27. Juli 1917. 04616 Die Beerdigung findet Sonntag, den 29. Juli, nachm. 3 1 /, Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste und für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden, sowie für die liebevolle Pflege der Krankenpflegerin am Krankenbette und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Groth, Rödgen, am Grabe sagen auf diesem Wege aufrichtigen, innigsten Dank Frau Kath. Kling Ww. geb. Philipp nebst Angehörigen. Wieseck, den 27. Juli 1917 Hotel Fürstenhof • Gielen Sonnabend von 8 Uhr, Sonntag von 4 Uhr 5m Kaffee Konzert 2. Gastspiel des Neumann-Quartetts, sowie des Gesangshumoristen H. IVlüSler mit gmix neuen Schlagern. Sonntag abend im großen Saal. Programme beim Portier. 5617 fiiiO Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir besten Dank. Frau Ottilie Hahn u. Kinder. Hungen, den 28. Juli 1917. n6rfl Cafe Amend Samstag und Sonntag Künstler - Konzert JD.R.p. Dr. BethraanftS D.R.P. Vaseiin-WasciislöEke vom Kriegsausschutz genehmigt, M7 «ss schäumen und duften, jhervorragend f.Hautpflege Vrigivsl-Paksl 18 S'Sck. >Nnchn. infl. 25erp.ft50m Ä. J. Schneider, SlberScld. Ohne Bezugscheine: Waschpulver,Wasserkönigin 1 P ^20 Pf. Waschpulver ,,Esbe“ 1 Paket 50 Pfg. 1 Henkels Kriegs-Persil Pak.29u,58Pfg. | S Ä‘ Wasch u. Bleichhilfe Pak. 30 Pfg. | Kristall Soda pr. Pfund 8 Pfg. | Ton-Waschmittel (ca.'jtPfd.) SUOPfg. Rauenthaler Waschfein Stück 15 Pfg. T oilette-Waschpulver, parian . Pak.25 Pfg. Panamaholz, in Paketen 30 u. 40 Pfg. Qfenwichse „Clobeline“ Dose 18 u. 35 Pfg. Putz-Extrakt Dose von 15 Pfennig an Schmiergel-Leinen Blatt 17 Pfennig Schmiergel-Papier Blatt 6 Pfennig Bezugscheine: K. Ä. Seife Stück, 100 gr., 38 Pfennig K. A. Seifenpulver ^ Pfd. Paket 29 Pfg. Putztücher Stück 180 Pfennig in sämtlichen Verkaufsstellen. r>64s Schade L Füllgrabe Sonntag, den 5. August 1917, nachmittags 3 Uhr findet die l Iahrs§-keiierliIiillsw«j»K in der Wohnung de» Rechners DSkl statt. TageS-Ordnung 1. Vorlage des Revisionsberichts 2. Statutenänderung 3. Verschiedene Vereinsangelegenheiten Wießner Borfitzender des Spar- und Borschnsiverein zu Attendorf a. Lda. 5652 Steppdecken werden angefertigt,sowie alte in Wolle, Watte oder Dannen aufaearbritetod. ausgebessert. Älte Wollderken werd. ange kauft. Einlag. tön«, geliefert werd. Wallfomtr. 21 I. 0,1 Eänmach-Tahletten in Rollen zu 10 Dt. für io Kilo üruchte. Aölar^Drag. Selters- weg 39. Gtio Schaaf. [5581 iahnhofstrasse 48 Wohnungsnachweis Hausverwaltungen Abschluss vou Miet- und Kaufverträgen Hypotliekenvennittlwng VersicliePBög gegen lailpllidit, Wasserseliäden nsw. Auskunftei Raterteälung an Mitglieder unentgeltlich. Geschäf tszeit v on 8 —? ILIhr. 4^7 ürnffChallierf Rudolph's rtadif. , Siehen • Reuenweg 9 • Tel. 6711| musihaiien- u. lUusikjurtrumSutCn krau; 9 Grammophons Offizielle Pcrkaufsfteüe der DeuHüten öfemmophon- Sjgj Bbtien*®efe!lRh«H Berlin | »ateirl In jeorr gewßiiscbtfr« I Ausstattung stilrein u.preiswert 1 «a IMüM’s»U ff .Weizen hier Das beste erfrischendste und betömmlichste 8«n»m«rAGtrisntr. WeisieS Brauhaus, Gieren, Wetzsteinstraße. BadNauheim Sommer- und Winterkur-Betrieb Hervorragende j-ieilerfolLe bei: Her z kr arakhe Steel Rheumatismus lervenleiden u.s.w. Angeneltmer Atileiiall für BFiloliingslieilfiPtllje. Gesudo, krfittige Lall, borrliche Park- n. Wald- spaziergAnge. — Täglich3mal Konzort. — Theater nnti sonstige zeitentsprecbOKde UnterbaUnagen. 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