Nr. irq Hießener Anzeiger erscheint räqlich, auper S^nnraqs. - Beilagen: Stetzene^ Kami! iend! ätte r. Rreisdlst, fLr den Ureis Sretzen. vezutzspreis: monatl. 1 Mk.. viertel- üchellch 3 lt. ; durch Ab hole- u. Zweigstellen nronotl. 90 Pf.: durch diePost All. 3.— viertel-- lährü ausjchl. Beftellg. Hernsprech - Anschlüsse: sür die Schrotlei:,mg112 Verlag,Geschästsstelleöl Anschrift sür Dralunach- richten: Rnzciaer Gießen. Erstes Blatt *67. Jahrgang zreltag, 27. Juli 9*7 post'cheÄvnto: Frankfurt a.M. **686 smeral-M e vankoerlehr: EewerdebankGietzen ,wi!!ing«r»n»druck u. Verlag: vrühl'sche Unio.-Brich- u. Zteindruckrrei R. Lange. Schriftleitung. Sesä,ä;tr?tellr u. Druckerei: Schulftr. 7. .'tin.atzlne von rmzeigtu '. die Tagesnummer bi > zum Nachmittag vorher. Aeilenpreise: sür örtliche Anzeigen 20 Pf., sür aus wo tige Anzeigen 2b Pi. d. Platzvorschnft 30 Pi., für Reklamen 75 P«. bei Platzvorschrist 90 Pf Hauptschristleiter: Aue Goetz. Berantwortlicl für Politik u. Feuilleton Aug. Goetz; Stadl unk Land, Vermischtes u.Gc richtssaal: Fr. R. Zen;: Anzeigenteil: H. Beck; sämtlich tu Gießen. ■■ v Auchtariiger Rückzug 5 er Russen bis in (DTB.) Großes Hauptquartier. 26. Juli. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprccht. An unverminderter Heftigkeit vielfach yim Trommelfeuer mrschwellend, tofrte Mischen der Küste und der Lys die Artillerieschlacht weiter. Nachts lieh der Feucrkampf nur wenig nach-, bei Hrllwcrden steigerte er sich erneut zu großer Stärke. Die englischen Ei-tundtmgsvorfftißr dauerten an. Erfolg hatten sie nicht. Am Artois lag wieder heftige Artillerrewirknng auf den Stellungen (iri <3en£. Bei sstdrnchv erkämpften ltypische Stm matzteilungen Mammen mit Flammenwerfern ein wich tiges GrMenftück. das der Feind dreimal vergeßlich zurnck- Merovern suchte. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Nach ausgezeichneter Feuervorirereitung stürmten abends Teile westfälischer Regimenter die französischen Stellungen südlich von Ailles in 1 8 9 O MeterBreile und 4 O 0 Meter Tiefe. Heilte imwgen brachen zu einem überraschenden Angriff niederfthc mische Bataillone nardweftlich des Gehöftes Hurte- brfe vor und entrissen dem Fe in de beherrschende Teile des H ö h e n k a m m e s. ÄR der Champagne führten schleswig-holsteinische und märftsthe Sturmtruppen einen schneidige Borstoß erfolgreich dmch. Sie nahmen am Hochberge die Reste des am 14. Juli in der Hand der Franzosen qeblietwnen Geländes wieder. Der GeMer führte auf den drei Gefechtsfeldern fruchtlose Gegenangriffe aus, die seine blutigen Verluste erhöhten-, im ganzen sind scher 115 0 Gefangene, darunter 46 Offiziere, und zahlreiche Grabenwaffen emgebrachr worden. O c st l i ch e r Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Heeresgruppe des Generalobersten von Eichhorn. Südlich von S mo rgo n verkleinerte liniere zusammen- gefastte Artilleriewirkung die Einbruchsstelle der Russen. Der Feind mutzte dort weichen: fast die ganze frühere Stellung rft wieder in unserem Besitz. Heeresgruppe des Generalobersten von Böhm-Ermoli. _ In heftigen Kämpfen gewannen rmfere Divisionen die Höhen nordöstlich von Tarnopol und dem D»jeftr-Abschnitt bis zur Stratze von Trem- Vvrvla — Lusiatyn. Weiter südwestlich sind Buczacz, Tlumacz. Ot- tynia undDelatyngenommen. Front des Generalobersten Erzherzog Josef. Die russische Karpathenfront ist durch den Druck nördlich des Dnjestrs mm auch südlich des Tartaren- vasses ins Wanken gekommen. Der Feind gehl r« der Richtung auf Cer nowitz zu rück. Im Angriff wurden die Russen gestern von den Balm-Ludowa-Höhen geworfen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Von Mittag bis zur Dunkellkeit lebhafter Feuerkampf am Unterlaufe des Sereths. Mazedonische Front. Nichts Neues. Der Erste Generalguartiermeister - Ludendorfft * Der Abendbericht. Berlin, 26. Juli, abends. (WTB. Amtlich.) In Flandern tagsüber geringes Nachlassen des Feuer- klrmpfes. Weitere Erfolge mOftgalizien Mangen die Russen zur Aufgabe ihrer Karpathen front bis zum Kirlibaba-Ab- fchnitt. In der neutralen Presse \mrb bet Durchbruch v, Zvorolv nftt demjenigen von Gtorliee verglichen und sernea Wrrkmig und fernen Folgen nicht Unter diesen gestel , JR oer Tut, wir erleben heirte dieselben großen Siege !Tmrrfd>e tmsever verbürckketen Truppen. Es geht mit alt -Mnellrgkert Mran, von Stadt zu Stadt und Fluß zu Flu Oer .Örter auf bte Dagesberrchte und die Karte zeigt uns, b< der vorgestern: vvrt ims a«ls erobert bezeichnete ADschni ! .Halicz—Zb-orow—Trcmbowla sich nach Süden hin berbn lacht oder vervierfacht hat! Unsere Truppen sind östlich v> Tarnopol im Abschnitt des Gurta-Flüßchens angelangt, ui rmfere.'Front rst jetzt «nicht lmehr DrvmbowlÄ—-Halicz, sonde: eine ziemlich gerade Lime «nach .GtiÄwesten bis! zum Tartare passe: sie wird durch die eroberten Städte Buczacz, Kor piec, Tlunracz-, Ottynia, Delatyn rrnd Mikadiczyn bezeichn Airch die Armee Mveß hat in den Wäldkcrrpathen sich de <-netzeszu>g angeschlossen. Die Russen wurdet: schon bei Kolo- mea von Norden und Süden her umfaßt. Es ist festzustellen, daß der Durchbruch von Zborvw noch schneller gewirkt hat als dcrjetrige von Gorlice. Denn die Front, die sich jetzt in Bewegung gesetzt hat, ist weit größer. Werden wir doch heute sogar durch die freudige Meldung überrascht, datz die Russen bis in die Südockc der Bukowina hinein, bis Kirli- baba, nahe an der rumänischen Grenze, im Weichen sind! Es ist gut, daß unsere Kämpfer im Osten jetzt keine Zeit haben, rückwärts in die .Heimat zu blicken, sonst würden sie über den Gleichmut, et.lv ac- betreten sein, mit dem unser zurückgebliebenes Volk diese weltgeschichtlichen Siege — hinnimmt, denn von feiern ist gar keine Rede. Und doch sagt ein ncntrates Blatt, der „Zürcher Tag-es-anzeiger", es gehe jetzt „um den Sieg oder die Niederlage der Entente als Gesamtheit", und die Entwicklung cm Osten berge „jedenfalls ungeahnte Möglichkeiten, die heute auch noch nicht airnähetbrd vorauegefehen werden lörntewi Der Pariser „Matin" hatte die Stärke des russischen Angriffsheeres aus 3 /i Millionen Mann festgestellt, die Überlegenheit der Russen an Geschützen :rnd Mannschaften locrr auf 3 : 2 angegeben worden. Weim es auch ganz verständlich ist, daß tote itach drei Jahren furchtbaren Krieges keine lallten Hurrarufe mehr hören, nicht inehr gestimmt sind, bei jedem Siegesanlaß die Fahnen aufzuziehen, so wäre uns doch heute' Freude, herzinnigste Freude, erlantst. Wir haben einer: ganz gelval- tigen, ikrtegsentscheidenden Sieg erkämpft, loic er von gleicher Bedeutung seit Kriegsaüsbrilch :mr drei oder viermal verzeichnet worden ist! Und heute, wo cs an das letzte Messen der Kräfte gegangen ist, ist der Sieg von doppelter Entscheid dmtgskraft. Er wird uns dem baldigen Frieden einen sehr weitet: Schritt näher führen. Auch der „Vorwärts", der Hüter des vollkommenen Berzichtfriedens, ist zwar nicht von mrzrnntger Freude, aber docki von „Genugtuung" erfüllt. M memt, Politik und Kriegführung hätten diesmal „in glücklicher Art zusarmnengewirkt". Das Blatt sucht aiiffi nach mner Erklärung, weshalb es nur „Genugtuung", nicht aber körende empfmden kann, und schreibt: „lieber der Gcnug- toag'bit das deutsche Volk ob der neuen Waffenerfolge empfmdet, kann es seine Spnepathie mft dem irnglücklichen rusftschm Volke nicht vergessen. Ganz anders würden die Strmmen der deutschen Presse geklungen haben, wenn die neuen mrlrtärischen Schläge auf das Haupt des verhaßten Zarismus gefallen wären." Run, wer sich vor allem das Wohl lind Wehe des eignen Volkes vorhält, wem es tn erster Lin ie mit baldigen glücklichen Frieder: zu tun ist, der wird jetzt mit ganzem Herzet: bei unseren tapferen Heeren sein, die sich besser bewähren als die Offetrsiven oder Defensiven der Politik. Auch der „Vorwärts" erwartet eiire Wirkung und Entscheidm:g von den militärischen Ereignissen. Er schreibt: „Jetzt hängt alles davon ab, aff in der regierenden sozialistischen Richtung Rußlands der neuernrachte militärische Elngeiz oder der sozialistische Wille zum Frieden die Oberhand gewinnen wftd Als Sieger wollte Kerenski vor die Konferenz der Alliierteti treten um s:e zur Annahme der sozialistischen Friedenssormel zu zwing«/ und dem' Völkermord ein Ende zu bereiten. Das war ein Unternehtnen das über die .Kraft ging. Will die sozialistische Negierung jetzt etnet: andern Weg zinn Frieden suchen, oder Null sie, indem sie ihre militärische Macht organisiert und noch ernrnal zur Entscheidung stellt, den Völkermord verervigen helfen?" Wir wollet: uns die von Russemschmerzen ungetrübte Freude an de:: Ereignissei: bewahren. Der Sieg in Galizien hat, wie kein anderer Vorgang in: letzten Jahre, den Frieden gefördert trm> die vielverdrehte und verdunkelte Wahrheit ans Licht gebracht. Der öfterreichisch-ungarifche TageSberi cht. Wien, 26. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautdart.- Oestl ich e r Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Gen era lfeldmarsch a l ls von Mackenscn. .Keine größeren Gefechtshandlinrgen. Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Josef. Am oberen Susitn entwickelte der Feind erneut eine rege Tätigkeit. Bei der Armee des bfeneralobersten von ^köveß wurde den Russen die Balm Ludowa entrissen. Der ßieaner gab nordwestlich dieser Höhe seine Karpathensteklungen preis und weicht gegen Osten. Bei Bezwingung des russischen Widerftnades im Tartaren-Paß tat sich das erprobte Budapefter Infanterie-Regiment „Kaiserin und Königin Maria Theresia' Nr. 32 besonders hervor. Heeresfront des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Die Heeresgruppe des G eile ra lob er-sten von Böhnl-Er- moli gewann Delatyn, Ottynia, Tlrmmcz und Buczacz Dnttjche Truppen stehen am Westrand von Trembowla. Der Erfolg von Tarnopol nnrrde durch die Eroberung mehrerer Höhen erweitert. Italienischer Kriegsschauplatz. Außer dem gewöhnlichen Geschützstner keine besonderen Erergniffe. Aiff dein Balkan ist die Lage unverändert. Der Chef des Generalstabes. ' * * Bukowina. Der fortschreitende Lieg in Galizien. A m st e rd a m , 26. Juli. (WTB. Mcbtamtlüh.) Der militärische Mitarbeiter der „Tijd" schreibt, die G e g e rt o f f e n * sive d er Mittelmächte in Galizien erinnere au den Durchbruch bei Gorlice utrd Tornow in: Mai 1915. Die Lage sei für Rußland jetzt höchst kritisch. Es wäre sehr verwunderlich, wem: es nicht an der Westfront, an der italienischen oder mazedonischen Front zu groß-er: Angriffen der Alliierten käme, um die russische Front zu entlasten. Das sei das einzige Mittel der Entente, um sich Rußland als Burn- desgenossen zu erhalten. Wenn nicht rasch eingegriffeu itnitbc, st ehe zwei fe l los ein Son d e r f i* i c b c n nt i t Rußland v or der Tür. Inzwischen hätten aber audv au der französischen Front die Deutschen die Jniftative in Händen. Es sehe fast so aus, als wenn die Entente bei der letzten Offensive ihr ganzes Pulver verschossen hätte. Berlin, 26. Juli. (WTB. Nichtmntlich.) Der strategische Meisterstvß inMstqalizien zeitigte auch atu 2p. Juli einen bedeutenden Gelandegelvinn wird militärisch äußerst wichtige Vorteile. Der heftige, teilweise außerordentlich erbitterte Widerstand, den rasch herangeführte russische Verbände und starke Nachhuten an den verschiedenen Abschnitten leisteten, so östlich und südlich von Tarnopol und irördl^ch >von Buczacz, vermochte den Vorsturm unserer sieg reichen Divisionen tricht zu henrmert. Die Russen tvnrdeu an allen Punkten mit frischem Angriffsgeist zürückgeworfeu. ihre Verbände dezimiert und zersprengt. Unsere Flieger- trugen abermals toesentlich zu den. Erfolgen des 25. bei. Zwischen Tarnopol und Trentbowla stießen wir östlich des Sereth zehn Kilometer tief vor. Nach Süden und Südosten erreichten wrr die Linie Laskowee-Buczacz — Koro piec — Ottynia — Delatyn — Mi kuliczhn und erzielten brnntt bereits eine beträchtliche Verkürzung mrserer Front. Auf der ganzen 250 Kilometer langen Fron t sind wir in einer durchschnittlichen Tiefe von 60 Kilometer vorgerückt. Endlose :3üge Trains, Mutnftonskolvrmett t:nd Geschütze drängen Tag und Nacht vorlv-ärts. Mt der Enrnahnw des Städtchens Mikuliczy'n dicht nördlich der J-abloarica- PrA-Höhe und von Delathnan der Bahnstrecke düMvorna -^Kolomea ist die airßvrordentlich wichtige Paß-Straße, die Ungarn ruft Galizien verbindet, wiederunr in unserer Hand. Wetter südlich tourdc die dag Czarny-Czeremosz-.Tal beherrschende Stepanski-Höhe den Russen etrtrrssen. Der Bor- marsch bleibt in lebhaftem Fluß. Beiderseits des Trotus-Tales sowie aus der Susita- Tal-Sperre war das feindliche Artilleriefewer heftig, ebenso an der rumänischen Front, in der Dobrudscha und von der Dona:: bis zum Rinrmc. Mehrfach imrrden vorfühlende feindliche Erkundung sabteilnngen abgennesen. Während unsere Truppet: in Ostgalizien Schüller an Schulter mit unseren tapferen Berbürideten die Drünmter der geschlage- tret: russischen Armeen vor sich hertveiber:, holten unsere unerntüdlichen Stirrmabteillmgen, Bataillone mtd Regi- melfter am 25. Juli an der Westfront wie an den Vor- taget: zu raschen, empftndlichen Schläger: auZ, entrisse,r den Engländer:: ::nd Franzosen wichtige' Stelllmgsteile und machten reiche Beute tmd über 1200 Gefangene. Eine weitere Anzahl französischer Gefangener erlag dem seftrdlichen Ar- tilleriefeuer. Unsere OiegeMvirÄrna steigerte sich an der Westfront im Juli wesentlich. Im ganzen wurden in diesern Monat vom 1. bis 25. dort unseren Truppen an (befangenen über 6000 Mann und gegen 150 Offiziere eingebracht, tocihrend die Franzosen in diesem Zeitraum m:r gegen 500 und die Engländer nrcht nrehr als 230 melde:: konnten. In Flandern wütete auch an: 25. Juli die erbitterte Artillerie- schlackst weiter, die man die .gewaltigste dieses! Krieges nennen kann. An verfchiedercen Punkten eingedrwirgene starke fench- liche Patrouille:: wurden verlustreich durch GegenstNhe ge- worse::, wobei wir Gefangene zurüÄehiellen. Am 25. Juli un: 6 Uhr morgens mftumchende zahlreiche leichte See- streitkräfte des Feindes wurden ebenso wie die abends arrftretettder: durch unsere Küstenbatteriet: u:ü> Torpedoboote vertrieben. Wie an bat Vortagen waren rntfarc Flieger^im Westen unermüdlich tätig. Ar: der lothringischen Front »vurden die Werke von Pompey in der Nacht !zum 2b. Juli mit ausgezeichneter Wirkung von unseren l,Zm-störuu^sgesclMtdern bombardiert. Am 25. Juli waren die Werke nickst mehr im Betrieb. ^er maum von Rolomea umfaßt. Wien, 26. Juli. (W^.B. 9Uchtwntl.) Aus dem Krieasvreiü'- quartter lmrd gemeldet: Beiderseits des Dnststrs fbrßWrt^ stoße,: mck mwernnnderter Stärke die HeeveSwcke der Verbündeten! Dtefen: Bonnarsch schließen sich muh die siegreichen -Lnrppen dt, ckrmce Koeveß zwischen dem Toriaren-Paß und der Ludowa-Dohe an, wodurch der Raum um Kolomea von ^üden und Westen umfaßt wird. Am Domnrstag früh teemtte Mr noch nu starker Tagtnarsch unsere Truppen von dieser >Vtad:. Un: d:e ^rrnckflittenden russischen Streitkräfle in Ostgalizieft lrnd vielfachom: Ansturm vergebens rumänische TrtwPen gegen die schwer passierbare 0N- brrgswckllle unserer sieben bürgischen Front. Eine ganze Division Russen durch die eigene Artillerie niedergeschossen. London 26 Juli. (WTB. Nichtamtlich) 9tet:termeld:nm Tu Amg "Post" erführt tat» Petersburg, daß Gew^al nt 1 an» eine eja.^e r-:Vision der ersten Armee an der qaliüfcken durch die eigene Artillerie niederschÄe^ \ci außerordcrrllich gm mit cnaliidinr unh *°W GEhen mw Kwmmerm. ^ . mghfAr,, JwwfraidwncÄIm )tn lUisgezmckmel ausgestellt gewesen, aber die Infanterie habe dre Kanoniere niedergeschossen, um bei dem Rückzug die Pferde ;nr Verrügnng zu Hecken. Die Folge sei gewesen, daß die Artillerie rn die Künde des Feindes gefallen sei. Russischer Bericht vom 25. Juli. W e st s r o n L. In der Richtung aus Wilna, in der Gegend 1tortuid> von Krewo, zogen sich rnssisck-e Abteftuik-na. die einen Ab- schnit. d r Slc.lung des stttn es östlich von Micva t che besetz. hftten, 'regen der starten ArtilleriebeschießnNg sellens des Feindes auf ihre Ausgangs,rcilung zurück. Das erste Gardekorps mit Ausnahme der ersten Brigade, die Darno pol verteidigt?, hat a n s e i g e - n e in Antrieb — ohne Druck von seiten des Feindes seine Stellungen a u f g e g e b e n. Es ist in östlicher Rlchwng zurückge- wichen. sw erwähnte Brigade, dte sich ans den Regimentern Preo- laichensii und Semnwwskl besteht, blieb ihrer Pflicht treu und lampst i>>döst 1 ich vmi Tanwpol. Der Feind ist im Abschnitt von Brmeaon na—(Uartena—Mi lnl ino aus das Ente Ufer des Sereth linnbergegangen und hat unsere Truppen ans die Linie Smyto-vre— Gnen'w^Fluß—Trembowla zarückgedrängt. Oestlich oon Michko tvischa leisteten T eile der Reg inten ter Smolensk nick Pcjan durch Gegenangriffe den Deutschen hartnäckigen Widerstand. Zwischen serett. und Strypa setzten die Deutschen ihre Offensive fort und nszten ihre >?aupt tätig keil am Westiifer des Sereth zusammen. 'Tic 111 der Gegend nordwestlich mm Romanotoka kämpfenden Infanterie Dlvinonen dB. 113. l 53 nick 74 ließen ihre S1 e [ l u n - AEn im S ti cf; und gingen ans eigenem Antrieb zurück. Ende des 24. hielten 'ich unsere Abteilungen auf der Linie Trembowla—Ro- manroiria - Petlikowec. Westlioh der St r v p a du r ch b r a - ch e n^d i e D e u t s ch e n .n n s e r e Stell u n g e n in der (^>grnck von A l^e s k a , und am Abend des 24. zogen fick unsere Truppen aut die Front Przemlvck—Eeerjanv—Bartsch zurück. Hervor) uleben ff k -die .tapfere Haltung vmi Llbteilungen der 194. Division sonne <-s 3. und 5. Nadsalwerbataillo.ns. die w'bittert jtgen überlegene feindliche Kräfte kämpften. Nack Aussage eines gefangenen deickfchen Offiziers wurde das l4o. deutsche Regiment säst ganz ircnticfttet Bvnr Dnjestr b t s : u den K arpath e n setzten unsere Truppen ihren Rückzug in östlicher Richtung fort. An der Bystrzvea-Sol-stwinska schlugn, sich unsere Nachhuten in der Gegend von Lpsseo-stanislawow mit dem Feinde, der sie oedrängte. Polnische Lanzenreiter unterstützten krartig die Insanreric und griffen die deutsche Fnianterie sechsmal an. den Straßen von StnnisTan spielte sich ein hitt- nackiger B a j o n e t t k a m p f mir deni Feinde ad, der dort einbrach Die Bewohner der Stadt warfen von den Bal I o n s und F e n st c v n Handgranaten aus unsere w e i ch e n d e n Truppen. R u m an i s che Front: In der Gegnck von Bakstrpatak lx> machrigren sich russisch^ Lkusklärer feindlicher Schützerrgräben. Nachdem ne 33 Gefangene gemacht nick 2 Maschmengewehe-c erbeutet hatten, kehrten sie in ihre Schützengräben zurück. Feindliche An- griffe m der Gegend von Oitoz wurden zurückgescklagen. Kaukasus-Front: Die Lage ist unverändert. sche Abteilung in diesem Bezirk gemeldet, am Nordufer des Matchara-Sees, 46 Meilen weAich von Arnscha. Im westlichen Gebier kam unsere Mteilung am 21. Juni in Fühlung mit der Truppe, die sich nordwärts auf Mahenga bei Linstka (? zsirückzog. Z n P o r t u g i e s i s ch - O st p f r i k a wurden feindliche Abtei- lungen von Abniembe durch unsere Trtivpen von dein südlichen. Npane-Laick vertrieben, die sich eilig ans den Rouama-Flnß zu* rückzogen, in der Richtung auf Sassamvara und in die Rula-Derge verftst-gt, von nnsereii Truppen. Von Ariegzbriese au§ dem Osten. unserem zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatter. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Der Sereth-Uebergang südlich Tarrwpot. Am Sereth, 24. Juli. Ummterdrochen dröhnten gestern abend bis spät in der Nickst me Batterien vor meinem Fenster, um Bahn und Straße von Tarnopvl nach picken unter Feuer zu halten. Damit ist seit gestern mittag den Russen die wichtige Querverbindung auf dem östlichen Serethuser nach Czortkow und Buczacz auch rmterbrochen. Plan- niachg wachsen Idie deutschen Operationen. Gestern mittag um 2 Uhr tvurde von Regimentern, die sich oft im Osten ausgezeichnet haben, Sereth überschritten! Die kauin beschädigten Brücken 'waren schnell durch unsere Pioniere ausgebessert. An den steilen .‘öäitgert 55 ? ^Erhöhenden Ostufers kam es zu Zusammenstößen. Ernsthaften Widerstand leistete der Russe erst, als sich unsere Infanterie, die sich aus dem kleinen Städtchen um I Uhr entwickelte, gegen den Wald aus du Kuppen vvrschob. Um r : 4 Uhr setzten zwei russische ^ atQuipue über die Felder zum Gegenstoß an. Jeden Mann komlte irnsere Artillerie erkennen: sie kartcft'chte die Kolonnen einfach zu 4 lammen. eine Gruppe nach der anderen sank nieder, bevor sie den schützenden Waldrand erreichten. Gegen Mend sah ich unsere Av taute ne über die Felder, sich in Meuten sainmelnd und duckend, iuken lag die sacckere Stadt, Der Kaiser an der Ostfront. Berlin. 26. Juli. (WTB.) Der Kaiser begleitete nmire dre sie-lpreich vordringercke Armee des G e itera l s von Bothme r auf denr Vormärsche und de- grutzte deutsch^ und osmanische Truppen, die sich in den letzten Känrpfen besonders ausgezeichnet hatten. An den Marschstraßen wurde der .Kaiser von deii Reaimenterii lubelnd bewillkommnet. Berlin 26. Juli. WTB. NichtamU. Kurz imch dem ge gmckten Durchbruch begab sich der Kaiser an die ostgaüziichc ,rrom Anr 24. ^uh um 9 Uhr traf der Kaiser, von dem Ober- veseylshaber-^st, Prinzen Leopold von Bayern, und dem Ehes seines mackes Oberst Bosftiiann empfangen, dort ein. Der Kaiser der an-tz.erst frnch und wohl missah, begriißte deck Prinzen caiss Herz ichste. Nach ter Vorsteklung des (pekolges nahm der Kaiser dm Borrrag des Chefs dos Generalstabes des Oberbefehls Hab? rs-O st ßcker die Lage entgegen, .vicrauf ging die Facht bei chrAckum, wnnlgem und klarem Wetter durch die Stadl Zloczow, wo die Eurrvohner, dickst gedrängt, dem Kaiser zuftlbeltcu, zuerst zu Dem Brennpunkt der Durchbruchsschlacht, der heiß erkämpften Zlma- tvora^ Der Zugang zur Kuppe über den zerschossenen Dammweg und durch den von Minen und großen Granaten aufgewühlten SL rypa grund war beschwerlich. Trotzdem stieg der Kaiser durch das Gewirr der zerschossenen Gräben und Drahthindernisse den steilen! Borg chnau. Der Kaiser, der das lebhafteste Jrrterrffe für alle Elnz.-lheiten der Stellungen mck des Sturmes zeigte, blieb bald da. vau dort stehen, um besonders intercsiante Stellen emgehen4l zu benchtigen. Aiif der Höhe der Zlota-Gora, von der man einen überraschenden Fernbliu über die ganze Gegend hat hielt in- mckten der gewonnenen Stelftmgen der Leiter der Durchbruche gruppe- denr Kaiser Vortrag über die Durchbruchsschlacht und die 'ich daran auichlsetzenden Kämpfe. Befriedigt mck glücklich war der Kap«:, als er hörte, daß das gewaltige Ziel mit verhält- nrsm avig üc ringen Opfern ertauft war, Jm Anschluß . 05 ch,Vortrag trug Maior Franz die letzten Meldungen vor und berichtete über die gemachte Beute, soweit sie sich brslsev übcnehew laßt. ..Aas ist eine Bombensterlung." meinte der Kaiser, ehe er ?J C ,® 7 0 verließ, und erzählte, wie er sie im Oktober vergaugcneit Wahres von den^gegem'ckerliegenden vöhwi aus habe liegen sehen, ^an.l ging dw »fahrt zur Front weiter über die wiederhergestellte Bahnlinie nach Zborow, auf der bereits die ersten Züge den Weg Kaisers kreuzten, durch das zerschossene esborom und durch Q m der Tarnoooler Chaussee werter nach Osten bis zu dem Bon hier aus wurde die Weirercnttvickbing des Geuck^... beobachtet. Ämter den Höhen - stiegen große schwarze .dauckwnta ineu aus, und am Hinl inel standen weiße Schrapnell- wollen Eine unmittelbar vor dem Gefcchtsstmid stehend^ Batterie smwerpen .Kalibers tcvkerte gegen che russischen HöbensteUunqen ostlck-! von garnovol. Der Kaiser sah alle einlMisenden GeiechtS- mewunqen em und wrterhielt sich während der Pansen in der Geecchtslertung angeregt mit den Herren, die ihm von früher bekannt waren, oder die sich in den letzten Kämpfen besonders aus- gezeichnet hatten. Es war 3 Uhr geworde-l. Jm Stehen nahm der Kaiser ein cnntaches Frühstück ein. Aur der Str-str fuhren die Truppen vorbei, die staunerck die Kaiserstandaru w weit vorn im loerechtsfeld sahen. . . Berlin, 26. Juli. WTB. Nichtamtl.) Ter Kaiser wohnte befute oMich Taruopol dem Gefecht einer Division bei, das unsere Truvven^n den Besitz des Gerwides weAich des .Hnizdeziia-Flusse.< brachte sr Mas. weilte während des Kampfes auf deii Gef^cht«- itclieii zweier JFsnterieMegimenkw, eines Fetdartillerie Regi- rl UtJ Cl l t0t §eldattilteric--Abteilu 7 kg und beobachtete im feinch« sichen Fsuer dre Entwicklirng der Jnfmttcvie und das Fortschreiten ^es Angriffs. Dn Anwesenheit des obersteii Kriegsherrn war den vorgehenden -truppen durch Lichffignale bekanntgegeben. Bei der 2Krrrvfahrt durch che in den letzten Tagen sehr Mitgenommene und nmv vremrende Vtadt wurden oem Kaiser lwgeisterte Huldig,ma.-p seitens drr befreiten Bevolkenmg dargebracht, che den Monarchen il re nd umdrängten und mit Blumen überschütteten. Der Bürger- menter sprach L-r Maiestät den Dank und die Freude der Einwohner über dre Berrenrng von der Russtmherrschaft mrs. Die Kämpfe in Ostafrika. *u*rl n £# n 'Jx' Mcßtamtlich.) Amtlich« Bericht Mir empftngen wertere Einzelheiten Wer das Ge- wcht bei Narongombe, 33 M«len südwestlich vrm Kilwa AOt m» 1 I 9 . aMi oettriebSt nstr dm Fchnd ^ A?^^L^pEeilung zog sich südlich * zuruck. Enu .chnwche MÄnluna zog sich -eweAick^rch Likawaqe 7- ans Liwale zurück. Z kam zu chmm ,chw«en G«eckn aus einem dicht mit Buschwerk bewackstenen Ge! lande, n» allein du Gebirgsartillerie die on.frersende Infanterie wrrksam mrter sültzen «mnte. Die 'endlichen Verluste waren sch!^ .zm nördlichen Gebiet würbe am 29. Jimr eine schwach^ den Waldesrand erreichen. Zur der 'Sereth blinkte^ zwischen den Dächern auf. am Waldesrand ?rj? en L . Erdfontönen unserer Gruiiateneinschläge hoch. Die ruf" Iische Artillerie schoß sehr wenig, das Insantcriefeuee hämmerte ungletchmäßtg am Waldesrand, die Gestalten verschwanden, Leuchte l-Ugein gingen hoch. Ter WaldeSrano war genommen, es war gegen 6 Mir : dann strömte ein Wollenbruch nieder: es war nicht die Hand^vov den Augen zu sehen. Klitschnaß gingen unsere Leute zum Sturm. Klitschnaß werden sie die Nacht auf feuchten Felderii ruhen. Aber hinter ihnen liegt der Sieg: der siegreiche ll eher gang über den Sereth am 23. Juli 1917! RolfBrandt, Kriegsberichterstatter Bor Tarrrspol und am Screch. Südöstlich Tarnopvl, 24. Juli. ^ Der Vor manch in Podolicn geht mit überraschercker Schuellig- ^ ?Evarts. Drotzdem die Truppe nicht ein marschiert ist, am ildend «st spät in Quartier kommt, und am nächsten Morgen um X-- rwerter geht, werden die Schwierigkeiten glänzend besiegt. -Daglicher^Erfolst hilft über alles hinweg. Die reiche Bettle, die aus den stattonen der Bahn Zlovzow— Taruopol und der Bahn Darnopol—Brzezany, die am 21 . abends bereites von einer bewahrten ^st-Division erreicht war. gemacht tvurde. läßt außerdem eine whr reichlnße Berp'legung zu. Tausende Kisten mit Fleisch- wmerveu und sacke voll Erbsen, Dörrgemüse, Mehl, Fischen wur- eeu erbeutet. Dabei fanden an einer Station unsere vom Marsch hungrigen Leute das Abendessen von den Russen schon lnneftet. Dre hatten die Magazine in Brand gesteckt, und von der Hitze waren Hunderte von Eiern gekocht uumVn. Unsere Leute holtest Ne voraus und aßen sie nrit den heißen FleisobÜonscrven. Auch dlsi Beute an Material ist sehr erheblich, llebevatl sah rch gestern aus den Ruckzugs,traßen russische Last- und Personen automobile denen meist nur der Magnet fehlte. An Geschützen wurden allein an «n« Bahnstation über 20 — darunter ganz schwere «- b«l»er. Aach Abtt'g der gesprengten Mursttion werden in Iezierna allenl 30 000 schuß erbeutet worden sein. Aus d« Chaussee Zloezow—Taruopol liegen 4 Panzermrtvmobile znsammelrqesckos- wn. Um den schnellen Vormarsch aui zu halten, hatten die üeusien längs der «trotze mit Panzerwagen angegriffen. Zur Seite der ^trape sprengten Kosaken vor. ilnsero Artillerie faßte die Wagon Grauenvoll festen die zerrissenen Leichen der Maschinengeu>ehr- belatzung ,m Innern d«- Wagen ans. Tie Kosaken stoben zurück Mehr Gtt'ck hatte myere Kavall«ie. Eine Nlanenschwadron er- bentete auf einer Station 7 Geschütze, danlnter schwere, und zwang emen^Zug zur Umkehr. linden die Russen nicht mehr Kraft zum euer- glichen ^Aderttand. Ihre 11. Armee ist völlig geschlagen Aber an Lm es auch gestern zu schweren Bnonettkämosen. südlich der Bahn Brzezanp—Tarnopvl stieß ein österreichisch- ungarrsch« angrenend« verband aus nisstschen Gegenangriff. L^ukick-e Bataftlone wurden zur llnterstützung in den Kamps ge- geworseu, und es kam zum Bajonettangriff, der die Russen warf. Anck um Taruopol selbst mär d« Kamps gestern heftig Hier machte ,ich auch die russische Ärttllerie von ben Höhen des üst- ttchen Serechllfers stark bem«kbar, Von den Hügeln vor der Stadt iah ich d,e Turme und Häuf« glänzen, große Ütaucknvolken schwangen srck über das Hänserviertel, das im Bdittagslicht sich dehnte. sL' rcn S? r schwarzes Auge — war zu erkennen, stlbst die Blumenstöcke sah man im Glas. T« schlanke gotische Turm der katholischen Pfarrkirche ragte weiß über Rauch und Schwaden, und die beiden wuchtigen Türme der Tvminikancr- kirche sahen zu den Angreifenden hiriüber. Jni Süden mck Norden lärmten die Geschütze. In der^Mucke vor der Stadt platzten russische schrappnolls, man unsere Leute arbeiten . . . Ans allen erblickte ich aus dem Mckritt Wied« diese vielen Bilder des Bew^sung^ampfes, m dem sich die Schlacht in Podolicn voll entetcfelt bat Meldereiter suchen ihre Stäbe, ?lrttllerie marschiert Kolonnen und Kolonnen stauben die Straße entlang. Rote Kreuz' .^agen sammeln sich bei den Stationen. Ordonan^Offiziere spren- gen zu den «Een, die neben ihren Telephonzelten auf den Hü'- geln ^halte n. ^eder sag bringt neues Quartter, mck wefter geht du Berfvlanng durch die Fortnohme d« einzigen Bahnlinie. der /. « 0 ,Ischen Armee, ist auch diese ins Wanken gefommen. Du große strape vom sereth nach Buczacz liegt bereits s«t gestern in unserem ,ck?weren Feu«. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatt«. Eine Vereinbarung zwischen Dei'tschland und England «ber Gefangene. Berlin, 26. Juli. (WTB. > Die „Ncnckd. Allgem. Ztq" meldet: Bon deutschen und englischen Regiernngsvertreterk wurde kürzlich im Haag in einer gemeinsamen Beratung der Entwurf emer Vereinbarung zwischen der deutschen'und der g ro ß b r i t an n i s ch en Regierung über K r icq s- int 5 Zivilg efangene ausgestellt. Der Ent- wnrs hat nunmehr die .Zustimmung der beiderseitigen Regierungen gefunden. Die Vereinbarung, deren deutscher Wort ^demnächst veröffentlicht ivird, ist vom Standpunkt der .Menschlrchkcttt ans das lebhafteste zu begrüßen. Sie betrifft die Entlassung kranker Kriegsgefangener in die Heimat und die ^n^rni^rung von Kriegs- und Zivitgefangenen in neu- walen Landern, ferner die Bestrafung der Fsuchtversuche von Kr 1 egsgefaugenen, die Aussetzung der gegen Kriegs. uv k Zwftgefangene verhängten Strafen wegen bis zu einem ae wissen Zettpnntt begangener Straftaten und Bergeltunas- uurgregeln gegen /.Kriegs- und Zivil gefangene, endlich he- schleunrgte Abserttgung der für die Kriegs- mtb Zivilgefau- genen bestnnrvten Patetsendungea, sowie Nachrichten von der Gefangennahme der Angehörigen der beiderseitigen etmtfraftr. Wertere Fragen, bereit alsbaldige Lösung bei den Berhandtttngen im Haag nicht möglich erschien, wurden zur spateven Erledigung zurückgestellt. Insbesondere sind die deutschen und engllschen Re-gierirngsvertveter übereir,gekommen, ihren Regierungen Ar enrpfehlert, die Frage der Erweiterung der Entlassung von Zivilpersonen in ihr Heimatland und ihrer Jrrternierung in neutralen Ländern in wohl- wollende Erwägung zu ziehen, vor allem m Fällen, in denen ZwllPersonei: rn tropischen Gegenden oder arideren ungünstigen Verhältnissen zrtrückgehalten werden. — Besonderen Anteil mi dem Zustandekommen dieser Vereinbarung hat die niederländische Re g ier uit g. Durch ihr Entgegenkommen wurden die Beratungen der deutschen und englischen Regierungsvertreter ernwglicht und auf das wirksamste gefördert, auch stellte sie in bereitwilligster Weise ihr Land für die Unterbringung deutscher und englischer Kriegs- uick Zivilgefangener zur Verfügung. Für diese Betätigung echter Menschenliebe gebührt ihr der wärmste Dank. Eine Sozialisten - Konferenz in London. L 0 n b 0 n ,26. Juli. (WTB.) Das Reuters che Bureau meldet: Gestern fand an Unter Hause eine Konferenz zwischen den r u s s i sch e n Vertretern und Mitgliedern d« Arbeiter- partei, an dein der Vorsitzende der Arbeiterpartei W-ardle, das Mitglied des Kriegs lab imtts Arthur Henderson, ferner George Ro- b^cks, Ramfap Maedonald und Jowett teilnahmen. Es ivurde be- schlos sen, eine S 0 z i a l i st e n 1 0 n f e r e n z der s-Uliietten -am 8. und 9. August in London obzuhaltkn. Die Irische Konvention Aä.m Dublin zufanmien und ernannte Sir Hvrace Plunkett zum Bort chcnden, der schon lange um die Vermittelung zwischen den irischen Parteien beinüht tvar. * -lmerikattischcr Bluff. ^ 2«. Juli, (WTB. MchtmEch., Nach einet ^epeiche des ,,Llllgemeen Handels bla d^ aus London wird ans ^stghu'.gton gemeldet: Der Beschluß des amerikanischen Gen«al- stabs, noch «ne zweite Armee von einer halben Million auf- zustelleu, soll daraus znrückzusühren sein, daß inan auf Rußland als militärischen Faktor in näckstter Zeit ntcht mehr rechnen könne. Eine Konferenz in New York. Rotterdam, 25. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Dem ,"Manchester Guardian" wird aus Washington vom 15. gemeldet, es sei bereits so gut wie beschlossen, in Mw Bork eine Konferenz abzuhalten, an der russische, französische, cng- ujche, ttalienischo und aincrikanische Vertreter tcilnehmen wllen. Ztveck der Konferenz sei, eine neue Erklärung über die KrtegsKiele der Alliierten abzugcben. Frankreich und England hätten die Einladung zur Konferenz angenommen. * Kercuski über feine Zukunft. Bafel, 25. Juli .,Oeuvre" gibt iolgeudc Aeußernngen Ke- rensns wieder: ,,Ich siible den Keim des Todes in mir und mein« Lage stick gezälilt. Das llebel breitet sich in mir jeden Tag weit« aus. und ich berechne genau feine Fortschritte. Deshalb will ich auch !v rasch wie möglich handeln, um mein Vaterland der Umklammerung seiner decken gefürchtetsten Feinde, icäinlich der Deutschen mckj der 'Anarchie, zu entreißen, dtichts wird mich in der Erfüllim^ meiner Ausgabe aufhalten, weder Drohungen noch Attentate, dcun bas Leben gilt mir wenig." Kerenski zeigte seine linke schwärz- ttch gesarbte und vollständig steife Hand als ersten Beweis einer inu heilbaren Krankheit. * Hervo über dic ReiäMtagseutschließunst. Gens, 25. Juli. Hervo schreibt in der „Bictoirc" übei7 dte Reichstagskundgebung, wenn mm: diese ,paKifistisch^' Kundgebung mit den stolzevi Tviumphreden (?) der Deutt- scheu von Kriegsaufang vergleiche, so sei sie oon einer höchst erfreutrchen Demut. Heute loürdeu die Deutschen freilich nicht mehr van Enobernngsgier getrieben, heute möchten "d^e.Un-glücklichen" einen freundschaftlicheu Frieden haben. Als sie in den Krieg zogen, träumten sie — „mögen sie sagen was sie wollen" — vom Gewinn des Erzbeckens von Brrey, der französischen Nordprovtnzen und aller Balkanländer zwischen Deutschland und Bagdad. Jetzt aber fühlten sie sich als dre Schwächeren. Jetzt tnöchten sie denen die Knie küssen, die ihnen eineu „weisen Frieden" brächten, den „Frieden ohne Sieger und Besiegte". * * * Griechenland. H a a g , 26. Juli. Der Korrespondeut der „Dailv New4" m Athen bringt Enthüllmrgeu über die Handlungen der Regierung unter Skuludis und Gunaris. Danach scheint es, daß kurz vor der Auslieferimg von Rüpel a ndie Deutschen und Bulgaren die griechische Regierung Deutschland um eine Anleihe von 80 Millionen Mark gebeten hatte. Zeettieg. Neue U-Boot-Erfolge. Berlin, 26. Juli. lWTB. Amtlich.) Auf dem nördlichen Kriegsschauplatz wurden durch die Tätigkeit unserer U-Boote wiederum 23 500 Bruttoregistertonncn ver- Ntchket. Unter den versenkten Fahrzeugen befanden sich das englische Vorpostenfahrzeug „Arama", das nach einstündigem Artilteriegefecht versenkt wurde, die englischen Dampfer „Gi- hel 2)ebeb" (949 Tonnen) mit Kohlen nach Gibraltar, „Exford" (4503 Tonnen) mit Hafer und Lokomotiven nach Eng^ land. Die Ladupgen der übrigen versenkten Schiffe konntet nicht festgestellt werden. Der Chef des Admiralstabes der Marine. * Tic tt-Boot-Gkkal,r für England. -t der«, 26.3A. lWTB.) Archibald Hnri» schreibt im „DMj. T-lcgmph vom 20. «e> .Beginn der Tai,chbo->l kam- vagnc brsahi-n wir 3600 Lckisfr über 1600 Toimcn oon f 'ncrt ; ruaraebenermaven We fcMftv für mfKtütito; ;jnwfc in «nsvruck gtmminm njottro rst, wLhraü. Wr entber- wälirc imfera l?“ WOTtn-toteng btt (Jututoai bringt Dahbr milfiwt die ‘ ™ 1, „' W: " ,är verlorenen, schift,- irichi von 3000. jondm, von Io00 Lbaeiog«, wm-bei, Do< rigrbl ein flnr-s Bild von der tmrflirfjen Lage. Danach Jot die verfügbare tmmnqc., (ütorfefenl von Neichaiitcn, irnrt cm Drittel abgcirmmnen. Betreff« der Neu- >autm fuhrt .v«d ans. dal, man gcmW de,, Anerben Addis«« nhl ichr.haiüü a,t ainanac, m»che»ll«b ö bis 6 Erlddlmntai hkrzrn,rfra. -o aihre nd bmr*fcimirtlidi 20 versenk, »vorbei, sind Ueb,-r vie m dieser Ansich t oon Amrrtka M erioartendr Hille ahbt ,'nü Hnrd^ nnrn Da-sSoy ,, „in. Er schreibt, Je „rein Amerikas den .,^>per-tw.°m m Frankr-ich. beteiligt lein wird, des« mef), .exfnrfi imck es fftr DnansportMeche benötigen C?.- mftre lorlnil, an, eine «emrenSmerk Tonnage von drük«, m >echne„. * London, 26. Juli. (WTB. > Die Admrrv-lrtät teilt n*n 77 ^vL ff C ]V a - nl n 11 * Hilfskreuze r „O t w a y" wällen BrEoregrstertonE) ist m ben nördlichen Ge- rDaJsfrn Torp edrert »norden und san f innerhalb 20 ©e- rlfAf 11 ' ^ 11 'm? 111 - ^ ur .^ u getötet, die übrigen sürb ge- ~ 1C Udimralttat teilt ferner mir .Amtlich rchrh aus Berlm unter dem 22. Iicki gemeldet: Das brttrsche mxbt tm* ein deuttches äffi, [eeboot Versen kt. Ern Hetzer imcrde gerettet. I Gtue »stfe fce# Reichtzkonziers. «Sfc %r T U™ ^ m. StB" jÄWÄ: r®* S^-rT 1, ttttt ..^ Lr Ne ichskanzler Fomntenben imnTto >*tm* *Yth au, um sich zunächst tn ^,üneben hem .Wuin öwr *w*OWfen. Der dortig Slumtlwlt ist auf «■«*** toneifen. Bon Mümbien wird Mi f^'r Rnck-s-kanzkee ÄtmSt rÄ"' Ä* Karl feilte Äuhmxrttmg zu macheu jertntbm V-da^n.Dmern brr verbÄNdelon ästerrrichM- SSWJ ^• Ni wriönttche^ Verbindung zu rretrn. Für ^chnrt.xf l i7i ^tirn tft brr Dienstag imd Mttvrmch m An-- ^ g °? l -f 11 ' • ^5? öer Rückfthrt wird be? ReickEanzstr sich m -ä. rc sd« n Dem König von Sachsen nvrstMm ZEsEttn der größeren Bu7chr5sda«trn 'tue n«r die nächste Zeit gc$>kmt. Der türkische Graftwesir a» den Reichskanzler t«, D-r.Gratzwesir rüttelt ei Kaiser wir »E. .JHc rrtzab-ner Souverän, fc m fte*auwt .yutl).. Mdmn er «m- srnii ftaqfcr h~> »ewiini Reiche« mtt umt «2g*‘ M L. ^Ohm^rwäfüwd«. Bewi. Ich Äuke ®Ä ,m « ® Btf * hn ^ des »iS w Jr 1 *' 6 ,Vra emM" BüM^verftL turs, txtt seit tt-r te»" 0 «™*«» BorqÄruws tfmvtt-n btümt Kais« ijÄ* wimrtoSfw geftfitfet mtdrit W, imt* für die chitiqenj " m ' ^ IC 6ej ötefer GAegenbett an mich richten Es ist mir ^^l'E MtekL. -?r W*r% *„ wrikten, daß ich L n wi? T-'^T teile, mtb daß afte Anstrengungen, auf *maxM#S liebere bfrdeu befveiEten und verbündetenj ™S '^§^ndmdeit Beziehungen zwischen beiden Staaten ^Mlrchen Regierung »vLrmste Aufmchmo werden. Ich bitte Eure Ex- 5 er ^frichtrgen Mnjichie für einen Een Erfolg der von ^ ien ubenrommEn Aichgrabe versichert fein. Gez. Talaat. Fürst Hugo Radolin gestorben. Vlstsckafter Fürst ft*» Rckiollm-Rodotmski ist §^schrn gestorben. Mit ihm llt nnei de, besanntrste» Polrttker imd Diplomaten der letzter: Fa ln SS ^rst Rodottn kam aW einfacher i>er^ ^ nach Berlin aniden frer und itaftn im Hofsüml der Kron- ^ Ebv Vertraucnsstellunq ein. Er wurde .vormarlchall des ürouprunzni Friedrich und blieb in dieser Stellung wabrend der kurzen leideirdooNrn Regierungszeit des Kaisers ,v'.r«)rrch Rach chm ^ ode des Kaisers trnrrte er zunächst als Bot Iff 1 . uach Xchmrantinovel, dann nach Petersbirrg geschickt. In £ ^ er Wenig Enolg. und nach eiunrt unliebsamm ..uMrtt mit einer (%ofcfitT)fm wurde er abüeruchu und als Bot- Da?s öerfctU. schuf er sich durch seine gesell-- A>aErchen Dalnr-te inrfc Bezrehnugen. Dle Marokioyolitik, die er wckit tur glmrlich ch-^t ers^verbe dwrn seine Situation. Iw Jahre ;: m! wurde er mm? Postens eutboben, und seither lebte er, zieiU- !w. yerbntt tma reim mm bat dipLnmrtischen Schäften mtb . ' .um, aut .einem' -Schlosse Iarotschin. ZkreiS Büdivgrn. ^ ^kämpstuig des für den 31^» Metiben B r enn st o ff m ang e ls gab das .^reisamt aus Dnorduung der Forswerwaltung jeden Wochentag ^ ammein von Bremcholz m den Staatswaldungen frei. 5 ausgearbettete Dörrbolz soll von den FSrstereicu .zrun ci der Holzabgabe aus Lx n 0>?INetndewalchm-gen nach den gleichen Grmrdsätzrn zu verfahren. ysn ollen Wäldern sollen zudeni nmtmrgreiche F-LUrnmen von Lwumen vorgenommen werden. Kreis Schotten. 6 ^5° ' 26. I^rli, Jaier und in dem bctwAybartm bat me Korn- und Gerstenernte bereits ihren .in sang genommen. BZenn auch die .tdürze der Halme wenig Stroh tvimrrteti laßt, so oerfrrricht doch frie .Wrnerbi'kdMig einen guter- Durchtzchnrtnmrtrn.g, ©taiteubiira und Nheinhessen u lVx * ’ 26 FM. Die dwchahcige Mainzer „R o s en - ar a« r wurde unter vielen Bewerbeinrnen die Bikstemn Katharina Brnckner. L>ie erhiÄt die Zinsen L»es Vevmäckkt.nsses der Rosen- dnautsnstung rn Höhe von 500 dulden. Das Iresttmmungsgnnich morgigchriebene ^eUnuibl wurde aus brfamtten Oiririttoen auf bessere turschoben. IrÄckein Briutner wirdde imt deswillen zur öwsenbrant auserkoren, weil sie ihrer hochlretagten Mrtter eine treue, allzeit ovierrvilluie Stütze g-ewestn ist. a i n z, 26. Inli. biegen die Ausfuhr von Ob st u n d Erwui e aus dem Mainzer 3td>tbeMite durch nichtlMLsche Am Wer klar sein, daß das Mück bekanrrÜich eure LEene ist, und daß darum «ucks bei uns nicht jedem oder jeder mit Bestimmthert da« große Los versprvchen werden kann." Witterungsbericht. Meffentlicher Wetterdienst.! Meist heiter, trocken, warm. Gewitterneigung. Letzte NachrtchteT i e n, 25. ' Erbrchtrmg von Sch u h-H an d e ls - G e s e l l- ] r? a U k n Entwurf einer Bekanntmachung über r u ck f a r b e gelang ten heute rm Bundesrat zur Ammhnre. Aus Stsdt «nd €an&. ließen, 27. Juli 1917. Lebensmittel. ** St ädt. Obstverkauf. Morgen Lrn.nmm wieder Him- beeren u a. m den M«ukt durch die Sbadt *mt Verkauf. -lusfubr von Mehl und Backwaren. Händlern, V< ^eru und Konditoren ist die Abgnb? von Mehl mtb Backwaren acuvrl»Ib des Kmnmunalverbandes Gießen verboten. Bei besmr- deren w'^'chaftltcheu Verhältnrssen kann 2lntrag ans Aiits 7 kahme- bewilltguug gestellt werden. Siehe Bekanntutachung. ..Folgende Lebensmittelzentralstellen bd- nnden sich gegeirwärtig im Großhcrzogtnm Hessen.' Die Ein- r a ui sgesc ll schuft für das GwßherMgtum Hessen in Mainz, die Landes fleisch stelle in Darmstadt, je ein Viehhan. d^e l s v e r b a n d für die Provinzen: StarLnburg in Darmstadt z.berbei'en in Gießen und Meinheffen in MaM, der Kvmmn- nciecrbanb für Milch- und SpeisefetLv'ersor-- guug Großherzvgtum Hessen in Darmstadt, die Landcskar- toffel stelle in Darmstadt, die Landesgemüse stelle in >Mamz, die La ndesobftstelle in Darmstadt, die Landes- ererstelle m Mvn^ die Landesverteilungsstelle sür die Hindenburgspende in Darmstadt, die Landes- ! utter mittel stelle in Darmstadt. -i- ** r .f 0 3 ^ n b i c Getretdeschiebungen! Die erbeblichen Srrrchtnchen Be,trasungen, rvelche die Urheber von Getreideschiebuwt U'N mi Osten und Weftcu der Mouarchre getroffen haben und die »erschu-demiick, Mgeustand der Erörtenmg in der Presse gewesen ind, geben dent Kriegswucheraml jetzt bei Beginn der diesjährig-en ^te und nach Inkrafttreten^ der ReichschüreideolÄmmg vom 'J ^nm 191/ erneut Veranlassung, die beteiligten Händler- und irzeugerkrelle auf gewissenhafte Befolgung der be- leyenden und der neu erlassenen Bestimnamgen bezüglich der Be- rirftckMftung und Verwertung der Getreideernte lftirzuweisen. Das' ! r i e g s w u che r a m t, dessen Organisation sich ständig weiter msbmrl, wird dem Verkehr mit den Erzeugnissen innerer neuen Ernte seine besondere Anfmcrk- amkett widmen. Anläßlich der jetzt in .Kraft tretenden! lenen Getreidepreiw wird besonders darauf hingewiesen, daß surf boggen und Weizen aus> der früheren Ernte di Kalten medrigerest 7öchstnrei,e inatzgebend such. W e r a lt e B e st ä n d e a 1 ä ) 6 1 d) e teuer Ernte abliefert, macht sich strafbar. Ver >vieu ist es auch Osttreidc als „Gemenge"' oder „Futtermischtmg^"' -der unter ähnlicher Teckbezeichnung der staatlichen Bewirtschaftung tu entziehen ** 2)l P Aus z a hl u ng der Fa m ili e n u u t er stü tzu w->. i c n . on dw angepbrtgat der zum Heeresdienst Emi^rnfMenj W 1 . bfs 15. August 1?1 7 bM. für Juli 1917 ftndet vom 31. Juli us etnschl. (. Augmt statt. Die Mrszahlnngen findet von 8 bis l ckhr im Ltadthans, Zimmer Rr. 7, statt. Die llnterl'Iützungen Lwsen mir an den vorgenannten Tagen abgehokt werden. Siehe decanntmachuTtg- Lrmdkreis Gießen. Li ’ r ? H e nb o r f a d Lda., 26. Itzüi Ein nQmj-ährigQ' Knabe «eg beute naehmtttag cm einem eisernen Mast der elektrischen Fernleitung empor imt- nÄ brennend zur Erde nieder 9Ärch soet ^Stunden starb er infolge der erkittemnt Btxrndwmrden. — mt dem Eisernen Kreuz zweürr Klafft wurde GeireUer Karl « nsgezetckmet. fauler iiernet jein die Stöbt die denkbar schärfsten MaßnalMen.gn. ^ Per,rni, im rm Vovort Momlxnn mst Obst oder Gemüse angetroffen wird, wird angelialten. Sofern sich die Leute nickst durch Vorzergeti rixres.LebensmiÄela»Sweises als Mainzer Einwohner le- grtismcren können, werden sie mksgewiesen. Il-re Vorräte verfallen der B(-!ckstagnal»ne. Auch in den städtischen Läden kommt der'AnS- wc-rszwang zur Einsüpnmg. Diese Maßnahme richtet sich in erster «mitte gegen die fckmrenlweis mis Wiesbaden l'erbeiströmenden Kän- fer. Ferner sind die Lbusgängie von der Stadt, vor allelm die Brücken vielfachen Pouen b^ietzt, ft daß eine Anssuhr von Obst und Exvnche aus dem Wege des „Hamsterus" nahezu ente llnnwqlickckeit geworden ist. ' Hessen-Nassau. . ^ Frankfurt a. M., 27. .Juli, Dar l7rerzlgjWriq< vev-> hetraleft Krattsahi-er Hemrichi Mev>e i innHochlde heute früh r* dtuMit Haufe der Anftrqasse die PosLrinierte Eva Schmidt durch mehrere stievolverfchüsse zu toten. Das d.ÜÄdchen nnrvde ledoch nur liickst verletzt. Ädcher flüchtete in seine Wohnung mtd gab hier, chs man ihn verhaften wollte, einige Schtüfse auf sich ab, die ihn verletzten. Der Zustand Meyers ist tücht lebens<^efA^r!uh. ^ ^ch a u , 27. Juli. Das drei Jahre alte Töchkerchen des .vabrikarbeiters Esch siel aus dem Feniter der im zweiten Stock legenen Wohnung auf die Straße und erlitt schwere innere Verletzungen, an denen es gestorben ist. Marburg, 26. Juli. sWTB. Nichtamtl.) Gestern abend habeii im Lahntal ichwere Gewitter mehrfach Brände verursacht, ^>,m Dorfe^ Lohra ist eine Kriegerivitive vom Blitz getötet worden. - SI e g e n , 26. Juli. Vor dem Ejsenbohntunnel Welschennest der strecke Öftesten—Betzdorf—Siegen rissen sich von einenr Güttrznge etwa 40 Wagen los und rasten mir stets zunehmmder Geschwnldigleft die Strecke talwärts. Auf dem Bahnhof Sitrfefol stießen sie mit einem Güterzuge zusammen. Im 9hi Inföete sich ein fürchterliches Chaos von imgesähr 60 ziwtrümmerten Wagen, Leider wurde bei dem Unfall auch ein Schaffner getötet: mehrere aitdere! Beamte erlitten Verletzungen. Der Sachschaden ist sehr erheblich. VevnriscÄtes. schein kick -- ft lvme-rkl der ltei Otto Spamer in Leivzig er- scke'n-enee „MVmetheus^, ider über diese neuen Sohlen berichtztt daf; diefe Neverung aavck für später Buchenttmg erlangen wird: foim man doch den Svbten eine ^rndezn unbegrenzte .Haltborfeit verttlhen, iverm miau sie von Zeit zu Zeit mit einem ueno>t MetallÜberzüge verstech. Die Sechavpsckxn Metalispritzeinrrchtungen sind in letzllr Zart' ft wett verbessert worden, daß ihre .Hanahrbung rn dxr Schichmache riverksta rt kaum noch auf Schmie,rgkeiten stoßen dürfte. Die Zeitung als Kriegs he i rot sbur e a u Da die Klagen^ der weichichen Ilngenb Frankreich? über den Mampst an heiratssächgen Niämtern immer loLtter wurden, imd da die bestgenieinteit Ratschläge nicht litten, imternohm es i-cht das Pariser Mott L' Oeuvre, der schwierigen Frage praktisch beizu- wmmeu, y.os Bbatt vewffenllickfte zuerst den Brtes einer jnngeri Povmnzsclntlchr.wni. du- erklärte, daß es genug Männer gäbe deam notürlick, Esse mau an die Kri?egspettetzten ebenso denken Me oft die anbemi. Doraacs gab die Redakti-on bekannt, doß sie sowohl von jungen Mädchen wie vvn Kcktagsdettetzten Heirats- gesncke annehme, um nach besten §kräfttn die Vermittlerrol-le zu spielen. Bisher langten 110 Briest, von nnvechnrattiLn Krter^- verletzten mrd.32 Briefe von inngen Mädchen ein. Jedem tKn- stnder wurde darauf eme Miiumer gosclückt, die es ihm elwöo- ltMe' unter derselben cm das Blatt zu schveiben, das den Brief- dann weiter beförderte. Dieses System ist nicht lohne Er- ftlg geblieben. Bischer hot L'Oeuvre elf dwartige Elfen qestisttt die junge Lehrer in ober, durch die Mcnw angeregt worden' war, erhrett ^8 '.'brgebvde irnd heiratete als Erste. „Wir haben " ft sckchetzt das Blott, „noch immer viele Beiverber, aber keine .^ÄmdÄmttn nE.. Wollen unsere Leferinnen nicht die so glücklich avaemn uno jimmmm) angebahnttm Bertücke Mt? Natürlich mMen f« i“J b ^ÄS Im befreiten Tarnopvl. Juli. 9iasrf) Meldnirgen aus Tarnop^l hat dre LckaDt mähreiw der beinahe dreijährigen russischen Jn- vafvom verhältnisnr ästig wenig gelitten. Auch die Versuche der abzrehenden Russert, die Sttcht rvoch im letzten Moment tu Brnnb zil stecken, konnten dank dem Gimgreifeft der Be- N^ever rechtzeitig unterdrückt werden. Der Tamopvler Bahn- hvf ist vorn Gesckstrtzfeuer gänzlich -erstört Die äufurft ^rchlf-allägen Lebensmittel und Mtl.uitivnsvvrrä1e in den Bahn Hofs Magazinen srnd jedoch den deutschen nnb öster- xeid)i ^^imgaristtfen Truppen veinaln' unv-ersehrt in die vonde gefallen. Auf deni Ringplatz sind inehrere Häuser durch von den Russen gelegtes Feuer mehr oder weniger liesckstidigt worden. Schlnerer betroffen sind die Vorstädte, m denen die Russen im letztest Moment vor dein Ab?nrg dose geplündert haben. Sie wollteit offenbar noch knapp vor ihrer F-lulltt alles Wertvolle mitschleppen Ihre Msicht' wurde jedoch durchs das überraschend schnelle d^rchrücken des Sregers dnrchkveuzt. Nach iibereinstimntenden Meldungen hichen dre russischen Banken in Brodp geschlossen und sind yeffuchHet. Der Zustand des russischen Heeres. . d ^ r l i n , 26. Juli. (WTB. Nichtamtlich. Deutsche Mtkämpfer berichten von der ostgalizischen Front: Bei vor sichtiger Bewertung der Gefaugeneuaussagen gewinnt man den Eindruck, daß, von der heroischen Tapferkeit einzelner struppenteile abgesehen, die Masse des russischen Heeres zer- setzt ist. Die Leute erklärten unumwunden, dast man sie an die Egtente verkauft habe. Bezeichnend für ihre Stimmung M die von vielen verbreitere Nackiricht, daß Üerenski und Brufsilow abgesetzt und im Gefängnism'eien. Das Aussehen und die Ausrüstung der Russen ist lange nicht so gut wie früher. Die Ausrüstung ist größtenteils von der Entente, vor allem vost England geliefert. Bei Ziipczhnce trafen wir Gefangene von der ersten polnischen Division, die stark anti- russifch gesinnt sind. Die Angehörigen der Polnischen Divi Nvn entfernten sich selbständig. Sie tragen die russische Kokarde und den polnischen Mler an der Mütze. Man versuchte vergeblich, die erste polnische Division einzusetzen. Sie wurde tmrge hinter der Front hin- und tzergeschoben. Als man sie § J ^ am ?f führen wollte, löste sie sich auf und lief zum Dell über, die andereu desertierten. Die ÜRannschaften dieser" st.ivtsion erklärten, daß sie selbständig ihre Offiziere ernennen und dast die Offiziere, die sich unbeliebt machen, abgesetzt werden. Auch bei den russischen Truppen scheint das eine Zeitlang kameradschaftliche Verhältnis zwischen Mannschaft ten und Ofsiziereu sehr schlecht geworden zu sein. Die Offsi ziere zeigen vielfach Angst vor den eigenen Leuten. Sturz des Ruvellnrles. Schweizer Grenze, 26, Juli, Mich Rotterdam« Meldungen aus London wurde die Notierung des Rubel- knrses an den englischen Börsen behördlich verhindert. Der Rubelkurs war vom 23. zum 24. Juli auf 68 gesunken. Die Engländer an der Ostfront. Haag, 26. Juli. Nach einer Meldung aus London teilt der Kvrrefpondent der „Times" an der russisckMl Südwestt kwut mit: Die englischen Panzerautos und die Laufgraben- Morferabteilungen haben lapstr und voller Aufopferung am Kampfe tettgenvmmen, um den Rückzug der Russen zu decken Dce russnche Infanterie hat die Etlglünder im Stich gelassen, W daß ihre Standhaftigkeit vergeblich tvar. Die Engländer haben imt großer Tapferkeit die Vorräte von Munition imd Kriegsgerät fteruichtet. obglerch wenig Zeit dazu übrig war Bald daraus waren die Engländer wieder aufs neue im Kampf, um mit der russischen Kavallerie den Rückzug auf Tarnopol zu verteidigen. Zur Fnedmsreftlrttion dcs Reichstags sckprttbt der „Ncüttn": Wir w-ollen inckt untersuchen, bis -u ml 11 (%üö ^ Kundgevung des Reichstags eine Komödie oder em Mouover ist, sondern uns an die Hauvtftcke halten, uämllck daran, dal: die deutfären KnegsMele. jetzt vor der Oettenklichk n auf gedeckt liegen. Sie sind für den Verkmnd gänzlich unonmhmbcr Wenn Deutz chlond die llu verstört heit seines Gebiets Itewabrt nnd seme RtttteteEnropo-Politik durchsetzt, so kömtte es wohl auf An- aexwn«r und Entsckädigiingeu verzichten imb deunock aus dem WM litte imt einem mierttäglickien Mochrzuwachs hervorgehen Aebnltck erklär. „Petit Journal": Was hrch-n uns die 214 Ab- geardneten muzuttilen. die für die Friedensresoluttori gestimmt, haben mib txm der Nttnderheti des Reichstages dorum bekämpft werden ^ wiederholen, lie wollten nur Frieden olms Ämteriv^ netl forme eine oauevrtbe Versöhnung der Völllw. Aber bis dabi«: fordern sie du embeilliche Fortführung des Kriegs, also dasselbe Programm une 1914 bietet uns der Reiäfstag, der wäbrend drei Ioyreu alle ("reue! bewundert mW gebckligt hat, die die A'-mee die Marine und die Regierung Dc4ttschlondS o-rübt haben' Aber ganz Fronkretct' kemit die Verfprechuugeu der Denttcheu imd laßt ftch mcht llntzchen. Äbre Rätsle" mcklärt: Die Resoiulftn sprich: sich für einen Frieden der douemdeu V-wsöhmutg der Völftr imd der- Schonung iuternotiouoler ^rechlseinrichi ungen aus Die» ist bev besrmders btttterlistig ongeb-wckte Töder des'Manöver« E? ist eme hcchLr geruch^ geschinackllfte Formel, die aber ft klingt daß geoameulose Geister darauf Ijeremftrffrn können. Deswegen ist lle Ml fürchtQt, deswegen muß betont werden, doß sie nickst - enb- Volt, mchts. gar nichts. Gm, BeEndigmigsiriede mit den Ban- orten ^e uns Vehrivfe Merlrelen. Hunderttausemu- Fwnzchen mos- lavierten, 10 urgerer Depvrtemeitts verwüstete und ,ims keine Eiit- Ickmrnwmqxu onbleten, ivkcht eirmmi Entschuldigungen. f-^T'^buvelliste de Lyon" nennt die Kundgebung ein erbärm ttches- llemliches Denttnaft der Heuchelei und Schurttnbättig?.tt m dtm nch dm Ichomlose Luele der Boches restlos offenbart Da- Zlott ^-rpfluckl die ,srtedensfuudgebung im einzelnen und kommt zu folge.wem Schluß . Endlich, und. das ist m a V 0U ^'Wlittwn d.u- -^üajffmg uttenntlftnoler Schiiw genchte fraglos nach cx-m Minter ,enes int Haag desstn Abmockmn- geu Deutscküand. obwohl es sie unterschrieb sämtlich uerhrr \«u Welche Garantie für die Nation! SchcÄviel dw- nt 'Ewnole stkeckit von den Eindriuchlttraen in Belchen von ivtt "iV itrfmmt und Brandstiftern der besL Kftt ' d^ ^a' t1C r'^ V s m ! Cn ÄW>ecn empftl'ien zu sehen' ia :* Schiedsgericlit. imr imb untere Bmwesgenossen, mir bte Opfer und Mgleich die Rächer Der Eintritt Griochmknibs m den Krieg. ^ Nach dem Pattsn Benckn ^orrrere della Sera erklärte Jvnnart , bcTT ^ Hi von qtaftmt Ä Mc Enten e. Griechen lamd könne sich letzt nnt «Ä ( J , Mann beteiligen, von denen 200000 Mann an bi * ÄAS 2 » k» «W 5 Ä ' Vermischte*. Aus der beschichte der Ledigensteuer. neue Zug an brr, wie «unlängst berichtet ivurde, in Preußen geplanten Ledigensteuer ist der, das; der Gesetzgeber diesmal die ledigen lx'idcrlei Geschlechtes der Steuerpflicht unterü^rfen will. Bis- lrer war das-Gesetz galanter: es hielt sich an die Junggesellen, die iich rnn die Ernährung einer Familie druckten, und schonte die M äd- ckien. deren Reize die Imrtherzigen Männer verschmähten. Es sah in den^Hagestolzcn die Schuldigen, in den ledigen Mädchen die Opscr. In dieser Gehalt aber iit die Ledigensteuer, man >'ann ivohl sag«l, uralt: jedenfalls geht sie bis ins klassische Altertum zurück. 'Ter jimggcsellenfeindlichste aller griechischen Staaten war sicherlich Sparta. Dort wurde der Hagestolz mit einer Steuer belegt, die vielleicht noch härter wirkt, als Geldzahlung, nämlich mit bürgerlicher Entrechtung, oder, wie die Griechen diese Einrichtung nannten, um „Jtiun". Tie alten Hagestolze dursten auch nicht au den fest- Uchen Spielen teilnehmeu. sie genosseu nicht die Ehren und Ach- tnngsbezengnngen, die in Sportskreisen sonst das schöne Recht des Alters waren, ja sie hatten sich sogar gesetzlicherweise gewissen Mißhandlungen zu unLcrwcrseu. ^o dursten die Frauen an einem bestimmten Feste die Junggesellen um den 'Altar herumschleisen und pu\ mit Rutenhieben bedenken, und die Behörde konnte'die Weiblosen im Winter zwingen, nackt um den Markt zu ziehen und ein Spottlied aus sich selber zu singen. So weit zu gehen konnte man sich im milder geiitteten 'Athen doch nicht entschließen: der weise Solvn selber blieb sogar Junggeselle und als ein Freund des Gesetzgebers diesen zur Preisgabe des ledigen Standes veranlassen wollte, erwiderte er pl ilosovlisch: „Mein Freund, das Weib ist das lästigste Frachtgut". Jnrmerhin ivaren auch in Athen die Hagestolze staatsbürgerlich benachteiligt: und auch Plato trat für eine Besten er img oder Bestrafung der Junggesellen ein und forderte, daß jeder Unverheiratete, der 35 Iialwe alt getoorden war, die Unterhaltungskosten für eine Frau in die Staatskasse zahlen sollte. Ist er übrigens dabei doch selber Junggeselle geblieben, der große Philosoph. Es scheint fast, daß er die Zahlung der von ihm geforderten Jüng- gesellensteuer immer noch für vorbeill)after gehalten hat, als die Verheiratung. Drrselbeu Ansicht »raren die Junggesellen im kaiserlichen Rom, als Augustus seine berühmte lex Pagia Poppaia erließ. Sie kamen nämlich zu dem Ergebnis, daß selbst eine sehr hohe Innggesellen- slener ihren Geldbeutel noch immer weniger belastet, als der Unterhalt einer eleganten Frau. Und dies Bekenntnis ivoltte damals etwas besagen, denn Augustus ging den Hagestolzen in den erwähnten Gesetzen so arg zu Leibe, daß bei seiner Einbringung im Senate eine Revolution ausbrechen, zu wollen schien. Aus den wahrhaft drakonischen Bestimmungen fe Gesetzes sei nur erwähnt, daß ein Mann, der daS Alter von 25 Jahren erreicht und sich noch nicht verheiratet hatte, überhaupt die Erbberechtigung, ausgenommen bei seinen allernächsten Verwandten, verlor. Es mußten denn auch einige Milderungen bewilligt weiden, ehe das Gesetz in .Kraft treten konnte, aber gewirkt hat es bekannt!'^ auch nicht. Es ist doch aber, wie vom Kaiser Augustus, so wohl überall und zu allen Zeiten die Verehelichung als eine Art staattich-vürger 1 lcher Pflicht angesehen worden; auch dem deutschen Volke galt der Hagestolz als ein unvollkommenes Geschöpf, und hohe bürgerliche Ehrenstellungen, wie etwa das Amt eines Bürgermeisters, sind jedenfalls in alteren Zeiten Wohl nur in den allerseltensten Ausnahmefällen Unbeweibten anvertraut worden. Eine richtige Junggesellen steuer ist dann ipätcnt in England zur Zeit Wilhelms III. und der Königin 'Anna in Wirk-« fambeft gewesen, und zwar l-attc diese Steuer eine recht schrullenhafte Form. Damals l>attc nämlich jeder ledige Mann im Her^ygsrang, sobald er das Alter von 25 Jahren überschritten hatte, 240 Mark ivi Jahre an Steuern zu zahlen, wäl>rend die Steuerverpfticht ung für alle „gemeineren" Junggesellen nur einen Schilling jährlich betrug und die Junggesellen der untersten Volksschichten sogar noch billiger eingeschätzt wurden. 1785 wurde diese Janggesellensteuer dann in der Form geregelt, daß unverheiratete Männer für ihre Dienstboten mehr bezahlen mußten, als verheiratete, und allmählich ist sie dann abgestorben. In der Forni der Jan i g ge sellensteuer ist übrigens die Ledigensteuer heutzutage recht weit verbreitet. In der Stadt Ltzoit z. B. laben die Junggeselle,: dieselbe Sheicer zu zalftm, lvie sie für das .Halten von Lnxnshunden verlangt wird, nämlich 10 Franken jährlich — für die Herren Junggesellen eine höchst wenig schmeickn'lhafte Einschätzung. Die strengste Junggesellensteuer-Gesetzgebung iß gegenwärtig in Argentinien in Wirksamkeit. Zwischen 20 und 30 Jahren lMt der Ledige dort bereits 25 Mark an Inn gg efel lenstener zir entrichten, dann steigt der Steuerbetrag bis zum 35. Lelxnis-- jahre ans 50 Mark, schnellt dann ans 120 Mark empor, und dieser immerhin doch recht beträchtlich? Jahressatz wird selbst noch denc gebeugten Greise bis zum 75. Lebensjahre und er wird auch ddm Witwer abgenommen, wenn er nicht binnen drei Jahren sich einen neuen Lebenstrost erwählt hat. Diese argentinische (Gesetzgebung dürfte sehr nach dem Geschmackc des schönen Geschlechtes sein, uni so weniger aber der preußische Plan, auch die „Mianerblüinchen" des Lebens mit einer Steuer zu belasten. WWW« ^inmaolilablettön in Rollen zu 10 St. für 10Kilo Früchte. Lüler-vrog. Selters- wob 39. Otto Schaat. [5581 cmvnehlt tu '/ 2 'Liter- Flaschen und in Feldpost- vackungen 5140 Med.-Dpog. „Zorn Kreyzpl.“ Krenxplatz 9. Holzschtthe bei Lntfwig F. Thiermann, 04550 Bleichstraße 12 . 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Todes-Unzeige. Gestern morgen 8y 2 Uhr ist unser M lieber Vater, Schwiegervater und Groß- gf vater Herr Heinrich Horn nach langem Leiden sanft entschlafen. Die traiicril-cn Hinterbliebciitü. Garbenteich, den 27. Juli 1917 Die Beerdigung findet Samstag, den 28. Juli, nachmittags 4 Uhr, zu Garbenteich statt. K. 8/17 —9— 5603 B Freitag, den 26. Oktober 1917, vormittags 10 Ilbr, iverdeu die 1. der Firma G 0 l d e n b e r g L Al n r c n s in lhießcn zu V- und 2. dem >1 atz, Jvieph, gen. Julius, daselbst zu zugeschriebenen nachstehend verzeichnereu Parzellen, zum Zwecke der Aushebung der Gemeinschaft, am Llnnsgericht Gießem Zimmer Nr. 14, verstetgerl: 1. Flur 2 !i>kr. 62 - 1369 qm Grabgarien im Gartield. \ 2. Flur 2 'Nr. 03:64 - - 242 qm Hofreite daselbst. Weser straße Nr. 13. Gießen, bett 13. Juni 1917. Großh. Ortsgericht Gießen. I. V.: Leo. Auffordermisi. 'Alle, die irgend eine Forderung an unseren verstorbenen Vater W. Albohu I., Lollar, haben, wollen diese bis ipätcstenS 5. August 1917 beim Unterzeichneten anmelden. 5623 A. Krug, fließen, Vuchnerstraße 2. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir herzlichen Dank. 5622 rssmilien UrM, kinlMstt imü Beitcr Bietzen, den 27. Juli 1917. Herr sacht godiog. Mittags- lisch in Familie od. (tzasthof. Offerten erbeten N. LI., Großer Steinwcg 9. Samstag. 28. Juli 1917, abends 9° Uhr: Mitglieder-Versammlung rm Bootsbaus. 5621 /cfj und Damennbteilnng. Ter Unterricht fallt beme aus. l^"I Ber Vorstand. Leitung: Kofrat Hermann Steingoetter. Sonntag.de, 129. Juli 19 \ 7 abends 7Vo Nbr: Geivöhnliche Preise. 8« Dreiiiiäiieriliaus ingsvicl in 3 Akten von Franz Schubert. Für die Bühne bearbeitet von Heinr. Bert^-. Berti Rebhan JLdolfLamp Verlobte. München, £7. Juli IQ 17 K'iöbtlMraaie 17 in. Hotel Fürstenhof > Sielen Sonnabend von 8 Uhr, Sonntag von 4 Uhr Im Kaffee Konzert 2. Gastspiel des Neumann-Ouartetts, sowie des Gesangshumoristen H. Müller mit ganz neuen Schlagern. Sonntag abend im großen Saal. Programme beim Portier. 5617 Vniyitr liMücklUck- und Filtp-In. Sonntag, den 29. Juli 1917, nachnnttagS 3 Mir. im BereitiSlokul (Sauer, Neustadt). Mitglieder-Bersammluttg. 1. Bericht der Stallschau^Kommission. * 2. Ausstellungsangelegenheiten. _ 3. Verlosung von z'mnglieren. 5612 Bekanntmachung. Zwecks Boruahnie von Revinonsarbeilen ist die Strom- lieserung im Ueberlandgebiet mit Allsnah nie der Gemeinden Nrosdors-Glcibcrg, Heuchelheiin. Klein-Linden und Allendors Lahn an» Sonntag, den 29. d. Mts. von vormittags 8 bis mittags 12 Uhr unterbrochen. 56201) Glektrizitätswcrke, llcberlandanlagc u. Straßenbahn der Stadt Gießen: Stolle. Morgen Samstag trifft aus dent Brandplah, Eingang zum Lotauischeu Garten, eine Sendung Crinmach- nnd Salatgnrken, Nettirbe usw. ein. Bestellungen werden niirfj im Hause Neustadt 19 entgegengenomineu. Ais Frau Fr*osch. Original-Gemälde Kunst-Handlung Hirz Seltersweg 22, = Besichtigung erbeten, = 4794 Alle Benutzer der Universitäts-Bibliothek mit Ausnahine der Studierenden haben die vor dem 9. Juli 1917 entliehenen Bücher spätestens am 10. August einzuliesern. Vom 13. August bis 29. Sepkentber ist die Bibliothek von 9—1 Uhr geöffnet. Gießen, den 25. Juli 1917. Der Direktor: vr. Haupt. Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Bekanntmachung über b e lt Ausdrusch von Getreide. Vom 17. Juli 1917. 21uf Grund des 8 4 Atzs. 3 der ReichS-Getreioe--Ordnung ft'fr die Ernte 1917 vom 21. Juni 1917 wird das Folgende beftiniml: S 1. Wer Getreide, nämlich Roggen. Weizen, Spelz lDinkel, Fesen). Emer, Einkorn, Gerste intb Hafer, auch in Mischung, ausdreschen will oder ausdreschen lassen will, hat der Bürgermeisterei der Gemeinde, in der der Ausdrusch ftckttfürden soll (in Städten dem Oberbürgermeister bzw. Bürgermeister) yor Beginn des Dreschens anzuzeigen: 1. den Namen des Besitzers des Getreides, 2. die Menge und Art deS ausz-udreschenden Getreides, 3. Zeit und Ort des Ausdreschens. Die Bürgermeisterei hat die ihr hiernach zugehenden Angaben in eine Liste einzutragen. 8 2. Der Arrsdrusch des Getreides ist nur mft schriftlicher Genehmigung der Bürgermeisterei (Dveschscherni zulässig. Die Ausgabe des Dreschscheins ist von der Bürgermeisterei in der Liste (§1) zu vermerken. Vor 'Erteilung des Dreschscheins ist jeder Ausdrusch untersagt. S 3. Das ausgedroschene Getreide ist aus dem Dreschplatz tbzw. iit der Scheuer) auf einer vorschriftsmäßigen! geeichten Wage zu verwiegen. Das Wiegen darf imr durch einen hierzu verpflichteten Verwieger erfolgen, der! das Ergebnis in eine Liste auszunehmen hat. Bevor das amtliche Verwiegen erfolgt ist, darf kein auSgedroschenes Getreide von dem Dreschplatz (Scheuer) entfernt werden. 8 4. Der Besitzer des Getreides hat sofort nach dem Verwiegen der Bürgermeisterei anzuzeigen: 1. die Menge tmd Art des zum Ausdrusch gebrachten Getreides, 2. das Gewicht des ausgedroschenen Getreides nach Getreidearten getrennt. Alle Hintersrucht ist ebenfalls beschlagnahmt, ihre Menge ist besonders zu wiegen und der Bürgermeisterei anzuzeigen. Die Bürgermeisterei hat die ihr hiernach Kugehenden) Ltugaben in die Liste § 1 einzutragen. ^ 5. Die Kreisämter werden ermächtigt, weitergebende Ltnochnungen über Zeft und Avt des AnSdreschens sowie über Anzeige und Feststellung des DreschergebnisseS^ zu treffen. Sie können insbesondere Druschvorschriften auch lu- züglich der lveiteren in ^1 der Reichs-Getreide-Ordnung aufgesührten Früchte erlassen. $ 6. Wer den Bestimmimgen dieser Bekanntmachung oder den hierzu von den Kreisämtern erlassenen weiter-» gehenden Vorschriften zuwiderbandelt, wird nach §79 bei* 1 Reichs-Getreide-Ordnung mit Gefängnis bis zu einem Jahre und mit Geldstrafe bis zu 50 000 Mk. oder mit einer dieser Strafen bestraft, sofern nicht die schwerere' Strafe des § 80 der Reichs-Getreide-Ordnustg verwirkt wird. D a r m st a d t, den 17. Juli 1917. Großherzogliches Ministerium deS Innern, v. H o mb ergk. Vorstehende Bekannftnachamg bringe ich hiermft zur öffentlichen Kenntnis. 56156 Gießen, den 25. Juli 1917. Ter Oberbürgermeister: Keller. Betr. Ausfuhr von Mehl und Backwaren. Getnäß 8 54. 58 d der Reichs-Getreide-Ordmmg wird bestimmt: 1. Händlern, Bäckern und Konditoren ist die 2lbgabe von Mellt- und Backwaren außerhalb des Konnnunal- verbandes Gießen, vorbehaltlich der Bestinnnung des § 17 Ms. Io der Reichs-Getreide-O rdinmg verboten. 2. Bei besonderen wirtschaftlichen Verhältnissen kann Antrag auf Llusnallmebewilligung gestellt werden. 3. Zuwiderhaitdlungen werden gentäß § 79 Ziffer 12 der Reichs-Getreide-Ordnung bestraft. Gießen, den 23. Juli 1917. Großher^ogl. Kreisamt Gießen. Dr. U s i n g e r. Vorstehende Bekamrtniachimg bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis. G i e ß e n . den 25, Juli 1917. 5613 Ter Oberbürgermeister: Keller. Die Auszabluna der FamilienunterKütrunge« an die Anaehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen für 1.—15. August 1917 bezw. für Juli 1917 findet statt: ») Ncichsunterftütruna. An btcieniflcn, deren Namen beginnen mit: A—H Dienstag, den 31. Juli .1—R Mittwoch, den 1. Augllst 8—2 Donnerstag, den 2. Zlugust £) Weitere Unterstüt.ung (Mietszusckuß). An dieienigen, deren 2tamen beginnen mit A—H Freitag, den 3. August .7—ll Samstag, den 4. August 8—Z Mo wag/ den 6. August o) Au Vermieter, die Mietbeträge abbolen. Dienstag, den 7. August. Die Auszahlungen finden von 8—1 Uhr im Stadp haus. .Zimmer Nr. 7, statt. Die Unterstütz,tngen dürfen nur an den vorgenannten Tagen abaebolt werden. 5614F Gießen, den 26. Juli 1917. Der Oberbürgermeister: Keller. Newel ln jvavr gewBnsckte« Ausstattung stilrein u.preiswerl Um BrüfcT&efe« Uaiv. • Brmirtl