Kr. m t£ng, Sefchäftsstelle u. DruS-rei^ Schulftr. 7. nnuqttie vsn Anzeige! die Tagesmnmnec bi* zmn Nachmittag vovher. seiienprcife: für örtliche Anzeigen 20 Pf., für auSrvartige Anzeigen 26 Pi, b. Piahvorschrift 3V P>., für R eklainen 75> Pf., bei PlatzvorschristW Pf. Hanptfchriftleiter: Aug. Goeij. Verantwortlich für Politik n. Feuilleton: Aug. Goelz; Stadt und Land, Dernnschtes u.Ge- richtssaal: Fr. R.Zenz; Anzeigenteil: H. Beck; sämtlich in Gießeri. MTB.) Großes Hauptquartier, (Amtlich.) Westlichcr Kriegsschauplatz. *H ec resgruppeKronprinzRupp recht. In F land er n erreichte nach regnerischem Vormittag, der vonUrergehend ein Nachlassen der Kampftätigkeit zur Folge hatte, die Artillcrieschlacht von mittag an wieder äußerste Heftigkeit. Feindliche Vorstöße bei Lonrbinttzyde und östlich voll MessmeS scheiterten. An der Artois-Front lebhafte Fcuertätiakeit zwischen La Bassöe-Kmurl und Lens, besonders südöstlich von Loos. Bei Gavrclle nachts vorstoßende englische Bataillone wurden zurückgeworfen. Auch bei Monchy griffe:! nach heftigen Feuerwellen die Engländer erneut ais ohne weitere Erfolge zu erzielen. Südwestlich von S t. Q u e n t i n erlftten die Franzosen bei dreimaligem vergeblichem Angriffe gegen die von uns gewonnenen Gräben blutige Verluste. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Nordwestlich von Craonne nahmen märkische und Gardetruppen nach kurzer, starker Feuenoirkung eine der fr::nzösißsren Stellungen auf dem Winterberg. Der Feind leistete erbitterten Widerstand und hatte schwere Verluste lieber 375 Mann sind gefangen genommen , z a h l r e i ch e G r a b e n w a f f e n a l s B e u t e c i u = gebracht wo r de n. Erst abends setzten Gegenangriffe der Franzosen ein. Sie wurden zar schweren nächtlichen Kämpfen, bei denen einige der von uns gewonnenen Gräben wieder anfgegeben wurden. Bei den mrderen Armeen, auch bei der Heeresgruppe Herzog Albrecht außer einigen für uns günstig verlaufenen Dorftldgeftchtnr keine besonderen Ereignisse. Ocstlidrer Kriegsschauplatz. Heere sgruppePrinzLeopoldvonBapern Am !. Juli hatte die russische Regierung in Ostgalizie-: einen Teil des russischen Heeres zur Offensive geführt, die nach spärlichen Anfangserstrlgen infolge ungeheurer Verluste bald ins Stocken kam Der russische Soldat, dessen Wunsch nach Frieden an fast allen Stellen unserer Front in Annäherungsversuchen Ausdruck fand war wieder umsonst iür die Entente geopfert worden. In Erwiderung des Angriffes der Russen haben unsere Truppen gestern einen Gegenangriff begonnen. Unter persönlicher Leitung des prinzlichen Obrrdcfebls- Habers brachen deutsche Armeekorps na.ch wirkungsvoller Feuervorbereitung durch deutsche und österreichisch-ungarische Artillerie gegen die russischen Stellungen zwischen Sc- reth und Zlota-Lipavor und stießen über drei V e r t e i d i g u n g s - Z o n e n d u r ch D e r F e i n d hatte s ch w e r e b l u t i g e V e r l u st e n n d w i ch i n A u f l ö s u n g zurück. Bis zum Nachmittag waren einige lausend Gefangene gemeldet. Bei Jakobstadt, Dünaburg uttb Smorgon. sowie längs des Stochod und von der Zlota-Lipa bis südlich des Dnjeftr nahm die Feuertätigkeit teilweise erheblich zu. Eigene Vorstöße und gewaltsame Erkundungen führten mehrfach zu schönen Teilerfolgen. Bei Nowica, an der Lownica, sind neue strrrke russische Angriffe verlustreich abgeschlagen worden. Front des Generalobersten Erzherzog Josef. ^ In den NordkarMthen stärkeres Feuer als in letzter Zeit. Auch in den Bergen östlich des Beckens von Kezdivas- zarhelh hat sich die Gefechtstätigkeit gesteigert. Bei der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls bo n Mackensen und an der Mazedonischen Front nichts Neues. Der Erste Generatguartiermerster L u d e n d o r f f. * Der Abendbericht. Berlin. 2h. Juli. (WTB. Amtlich.) Abends. Im Wessen nur in Flandern starker Artilleriekaurpf. Im Osten sind unsere Truppen zwischen Sereth und Stryva in scharfem 'Nachdringen hinter dem weichenden Feind. . .> cse-skim Reichstag hat gegen die Stimmen der „Um hängigen" Sozialdemokraten den 15-Mllicrrdet:kredit ^ die Weiterführmrg des Krieges bewilligt sind die Verhcu bis 20. September vertagt. Monds war sodann Rmchsgmt des Innern ein „parlamentarischer Abend", dem auch der Kaiser erschien, um sich mit den Parteiführe: E) .den sozialdemokratischen, bekannt zu .machen. Die pneolrche Bildchen könnte wie ans einer Änsichtspostka 53}^ ins feindliche Ausland wandern und dort alfei ^lllrftonen zerstören. Das Deutsche Reich ist noch, ui zerfallen, und die versöhnenden Schlußworte des Prc denken Dr. Kaempf im Reichstage klangen nach dem üb stürzten Gepolter im Hauptausschuß schon beinahe wie je: Aoolsharfengesang, mit dem einem Unruhigen das Inn von „erlebtem Graus" gereiirigt wird: „Erst senkt s Haupt aufs kühle Polster nieder, Dann badet ihn im T aus Lethev Flut; Gelenk sind bald die krampserstarr Mieder, Wenrc er gestärkt dem Dag entgegen ruht " Let Flut kann in der Tat bis zum 26. September noch eürn wohltätig wirken, denn Mars regiert noch die Stunde i n Wt, tute der Reichskanzler im Reichstag schon kurz gekündigt hat, auf dem Schachöriott wieder einen cittid "enden Zug zu deutschen Gunsten getan. In breiter Fr haben deutsche Truppen in Ostgalizien drei starke russische, Verteidiguugszonen durchstoßen, und der Feind, der Tau I sende von Gefangenen verlor, befindet sich zwischen Sereth! und Zlota Lipa ans der Flucht. Ein Uebriges wird hosfenttt lich die fortschreitende Revolution im Ostei: bewerkstelligen. Wenn diese Dinge nicht ivären — auf der bloßen Formet des Reichstags waren große Hosfunugen aus baldigen Frie -! den wirklich nicht aufzubauen. Selbst das „Bert.. Dagebl."! gibt sich in diesem Punkte keinen Täuschungen hin, indem | es erklärt: „Darf man nach der Annahme der Friedens jj resolution luitb nach der Ätede des Reichskanzlers nun er-! warten, von allen Seiten die Friedenstauben herbeiflattern I zu sehen? Das zu hoffen und zu glauben, rvsire sicher ver- 1 fehlt." Es sind bis zur Stunde nur vereinzelte feindliche. Stimmen über die Beschlußfassung des Reichstags uns zu Ohren gekommen, und diese wenigen be st ä ti g e n, daß der Erfolg einstlveilen gering ist. Auf ganz anderen Hoffnungen baut sich das politische Streben des eben erwähnten Blattes und seiner Gesinnung^ genossen auf. Es fügt nämlich der obigen Feststellung hinzu: „Aus schnelle Resultate soll man nicht rechnen, und wir hier haben seit Beginn der Reichstagsaktion, und schon lange vorher, mehr Bedeutung als dieser Friedenskundgebung immer der Neugestaltung des Reiches, der Neuteilung von Macht und Verantwortung, der Ennsührung des „parlamentarischen Systems" — oder wie man es nennen mag - beigelegt." Shirt, die Neugestaltung wird ja auch kommen. Freilich nicht in dem von dem „Bert. Tagebl." gewünschten Tempo. Uns wäre es, hätten wir schon einmal zu wählen, lieber, der Friede kehrte beschleunigten Schrittes bei un>' ein, als die „Muorientterung", die nach der Rückkehr unserer Feldgrauen auch) noch zeitig genug kommt, und deren Herbeihasten, tvenn sie sich nur ein paar schnell zu- sammengeflickte Lappen Überwerfen würde, draußen und drinnen nur einen ungünstigen Eindruck machen Itmufce. Die Mitarbeit geeigneter parlainentarischer Persönlichkeiten in der Regierung wird jede»!) wahrscheinlich nicht lange aus geschoben: augenscheinlich bat ja der Kaiser schon begönnen, Umschau zu halten. Was die Zukunft des jetzt zutage gekommenen Mehr- heitsblockes des Reichstages anlangt, so liegt sie sehr im ungewissen. Der Zentrumsmann' neben dem Fortschrittler oder Sozialdemokraten — wer denkt da nicht eher an Schein als an Wirklichkeit, und tvem drängt sich da nicht Vergangenes aus! Die Pause in den Verhandlungen, gegen die nur Herr Ledebour Einspruch erhob, wird Ordnung und Sicherheit der Ziele und Wege lviederbringeu, und keine Kanzlergegner werd.cn Entmutigung oder Erbitterung zur Schau tragen. Das Volk ist bei der wirklichen Arbeit zum Siege: es ist gewillt, zu kämpfen, auszuharren in den Beschwernissen der Zeit, es ist aber auch zu neuer, kräftiger Hoffnung gestählt, und es weiß, daß die Flaumacher und ihre Einflüsterungen nichtsnutzig und unwahr sind. * 3>n der „Nationalliberalen Korrespondenz" lesen wir über die parlamentarischen Aussichten: „Tie Mehrheit vom Donnerstag kann weder den Reichskanzler noch den Reichstag zwingen. Das steht ganz fest, und damit ist die parlamentarische Lage dem Machtbereich einer einseitigen Parteigruppe entzogen. Es ist wieder die Zusammenarbeit aller Parteien möglick). In dieseur Sinne wird 'denn auch bie Parlamentarisierung der Regierung durchgeführt werden, naclchem der Wünsch und das Streben nach dem parlamentarischen System weder bei der Regierung nockn bei einer genügenden :)iei>chstags- mchrhnt auf Gegenliebe gestoßen sind. Wir haben hier znmr zunächlt nur eine Lösung der Krisis nach der negativen Seite, aber doä> eine Borbedruguing dafür, daß es allmählich wieder besser toevden wird. Tie Annahme der Friedensresolution wird man unter dies«: Umständen in den Kauf nehmen müssen und tön-- not. Sie sollte der erste Schlritt sein, um' die Regierung und den Reichstag in die Gefolgschaft einer einseitigen Parteigrnppiernng zu zwürgen. Dieser erste Schritt ist gescheitert Es ist selbstverständlich, daß 'die Parteien der Resobttionsmelfthä' diesen Mißerfolg verschllieieni und den Hauptwort daraus legen, daß die Friedens resolution nach' außen hin wirken soll. Sie mögen sich nur ein wenig gedrckden: auch nach dieser ^erte wird der Mißerfolg sehr bald deittlich und unbestreitbar sein. Die Befürworter der Resolution sind sich! dessen selbst bewußt. Sie verwalten sich deshalb gegen die Erlveckung vor eiliger Hossmmgen. Nach dem einen ist es kein Friedensangebot nach dein! andern wird man sehr lange warten müssen Ins dein' Angebot die feindliche Nachfrage folgt. Nur Herr Scheidemanu wiegt sich und vieNeicht auch noch ein paar andere in der Illusion daß,ausgerechnet das englische Parlament in die- .Hände des Triumvirates Fehrenbach, Scheidemann und v. Payer einschlagen wird Er wird zuerst — und zum wievielten Male schon? - enttäuscht werden. Aber auch den andern lvird die Enttäuschung '.acht g- schenkt sein. Wird man dann auch diese Verirrung aus den Tagen unserer polüischeu Krisis endgültig überwunden haven? Wir wollen es hoffen, denn sonst hätte auch in diesem neuesten Lehrgänge po litischer Schulung die R-esolntionsmehrheit des Reichstags herzlich wenig gelernt." Der österreichffch-ttttgarische Tagesbericht. Wien, 20. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. Herausgefordert durch die von den Westtnächten rnrd Amerika gegen den Willen des russischen Volkes erzwungene feindliche Offensive, schritten gestern ffüh die verbündeten Waffen in Galizien zum Angriff. Um 57 4 llhr morgens traten zwischen dem Raume von Zborow und dem S e r e t h deutsche und österreichisch ungarische Batterien zu gewaltiger Wirkung in Tätigkeit. In den Vorinit- taasstnnden folgte der Sturmangriff der von k. u. k. Mtei- lungen begleiteten deutschen Infanterie. Die siegreichen Angreifer st i e ß e n d u r ch b r e i a u s g e b a n t e L i n i e n. Die Russen wichen in voller Auflösung, zahlreiche Tote und Schwerverwundete auf dem Schlachtselde mrücklasfend. An Gefangenen waren bis gestern abend einige Tairfend ge meldet. In den anderen Mschnitten der galizischen Front kam es zu einer Reihe kleiner für die verkündeten Waffen erfolg reicher Kampfhandlungen. Bei Nowicia, südlich von Kalusz. erstickten russische Angriffe im Artilleriefeuer der Dertcidi ger. In den Karpathen erhob sich das feindliche Geschütz feuer stellenweise über das gewöhnliche Matz. Italienisch e r K r i e g s s ch a u p l a tz. Am Jsonzo beiderseits erhöhte Artillerietätigkeit. S ü d ä st l i ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz. Nichts Neues. Der Chef des Generalstabes. vrc russische Front in Kilometer Tiefe durchstoßen. Berlin, 20. Juli. ,WTB.> «Nachmittags.) Den herausfordernden rufsifchcn Angriff zwischen Dnjeftr und Karpathen haben unsere Truppen am 19. Juli durch einen Gegenstoß südlich des oberen Sereth VoanUvortet. Das Unternehmen ist vollkommen geglückt. Nach einer, auch durch österreichisch-rmporische Artillerie vorzüglich unterstützten sechsstündigen Feuervorbereitung, die mit den: grauenden Tag einsetzte u:rd in den russischen Stel^ hingen, schwere Verwüstungen an richtete, haben rntfere Sturm- truppen vormittags l0 llhr das ruiDische dreifache Stellung ss v st c in zwischen dem oberen Sereth und der S t r y p a übei*raunt und d ur chbro chen. Schon 9Uhr 30 war die , über 400 Meter hohe Zlota Gova nördlich Zborow in unsere Hand gefallen. Der Angriff wurde durch klares sonniges Wetter begünstigt. Die aufgelösten russischen Verbände nnchen panikartig zurück. Ihre Verluste sind durch die Fenerwirttmg in den zertrümmerten Stellungen und durch das Feuer unserer Versolipw im rückwärtigen Gelände außerordentlich blutig. Wenige Stunden nach dem Angriff konnte:: bereits 3 000 Gefangene und 10 e r beutet e G e s ch ü tz e gezählt werden. Rnsilische Gegen- afn griffe beiderseits der Ndaia Strhpa und bei Zalocze, die den Einbruch in die russische Frorrt znm Stehen bringen sollten, wurden unter schweren russischen Verlusten abgewiesen. Unser, linker Flü gel drängt im sumpfigen und seedurchsetzlen Oberlauf des Sereio entlang, während unser rechter Flügel sich beiderseits der Bahnlinie Zborow—Tarnvpol vorschob. Di: Linie Zaloe-e — Cle- i o w ist überschritten und die russische Front bis zrn einer Tiefe von 15 Kilometer durchstoßen. Mehrere unserer starken Stoßttupps hatten bei Pysski und Koniuchh, in dev Gegend von Brzezany und südwestlich Brodv be- ttäwtliche Erfolge zu verzeichiren. Sic brachen in die fesiidlichen Stellungen ein und brachten an allen Stellen eine größere Anzahl von Gefangenen zurück. Bei Smorgon war an: Nachmittag des 19. und seit den frühen Morgenstunden des 20. der Feuerkampf lebhaft. In den Karpathen ist die Gefechtstätigkeit merklich aus- gelebt. An der rumäirischen Front nur zeitweise aufflacker::des Artilleriefeuer. Unser Feuer m:s die Bahnhöfe Indcpedenta uno Liest: ries Bräiche hervor. Ai: der W e stfrou t steigerte sich in Flandern das feind- llichce Artillcriefeuer von mittags an iviederun: zu großer Heftigkeit. Besonders schwer lag das feiirdliche Feuer auf der Gegend vcn: Lombartzhde und BH'schootc bis südlich Hollel^eeke. Verschiedentlich wurden aufgefüllte feindliche Gräben ust:d Bereit-- stellimgen :wr: uns mtter Bew:icht::ugsfeuer geirommen; so festlich Apen: und nördlich Arnrenttvres. Im Artois brachten wir aus Patrouillen- und abgewiesenen feindlichen Angriffen eine Anzahl von Gefangenen ein. In der Champagne wirrde durch eineft Volltreffer in ein feindliches Mnmttonsdepot eilt großer Brandt hervorgerufen. Vier starke Explosionen Umrdei: beobachtet. ver Anfstand in petersbnrg. Petersburg, 19. Juli. MTB.) Meünurg der Peters- wrrger-Telegravbeu-''?lgeutl:r. Die vorläufige Rsgiertvnig hat be- fcblosseu, im Hinblick ans eine Reihe von Frage::, die durch die Wiederhersdellnug de.r Mche in der Hauptstadt ei:tstanden' sind und eine sofortige Lösungpertmrgen, gemeinsam mit dem Vollzugsaus^ schuß des Arbeiter- und Soldatenrates einen SonderauS f ch u ß einzurichten, der iu ständige Verbindung mit dem Oberkommando der Truppe:: des Petersburger Militärbezirkes sesi: wird. Diesem Aue-sthuß werden der Arbeitsminister Stobebttv, der Leiter des Marinen:misirrinms Lebedew als Vertreter der v-orläufigou Regierung und Goß als Vertreter des VoUzugsaussthusses angehören. P e t e r s b u V g , 20. Juli. (WTB.) Der: ganz«: Tag über ! ietter: Vttmsterpräsideitt Fürst L w o io und andere Mitglieder i>w 9!.'g:ernng im Generalstab des Mititärg.ol:vernLurs von Psters- burg Sitzitngei: ab und arbeiiteten entsM'ideude ÄLaßvegelN au-, uim! die UnruW: zu unterdrücken. Zu diesen: Zweck schickte die Regierung aus «der Umgettmg der Hauptstadt mehrere militärische Eü:-- !-eiten, von deinu: ein Teil nach ihrer Ankunft nach dem Tanrisck-en Palast geschickt Wurde, >oo die Mm ge. die Räte der Arbeiter, Sol- baten und Barcern, l«ei benci: sich einige Minister befanden, belagerte. Aus ihrem:; M/egte wurde:: diese von ArtiAerie begLeiketeu' Truppen mrter ein Kreu zfener von Gewehren und Ma s ch inengewehren gen -o imune n und erlitten recht fühlbare Verluste. Die Artillerie gab eine Salve ab, Off nete sich alsbald bei: Weg röndzerstreute die Menge. Ein sehr leb laftes Geniehrseuer sirnd wach in der Ertelewsttaße und später im Leteilip-Profsiekt statt. Die beumschete Meiuxe versuckte, sich des :militärischen Nachrichtenburoaus anf'den: Wvuensku-Kai zu bemach. tige::, lmrrde aber vv:: de:: Truppe:: daran «xehindert. Dank der von der Regierung ergriffenen Maßnal-men wurde der Aufstand unter drückt. MgM Wend trat lcmgsaim Rute :u den Straßen ein. Ivo Regierungsttmppen Automobile iiud bewaffnete Gruppen eutwaff ueten. Um: «ei::e Wiederholung der Unruhen zu vermeidci:, trifft die Regierung alle nötige:: DtaßrMhtiftei:. ES wurden De r Haft::n - gen vorgenoimnei:. Heute siich fsick» alle Brücken in Petersburg, die die verschiedenen Stadtteile verbinde::, geöfftret. Der Peters'- bnrger Militä^cnrverneur, General Polo e i s ch schlug einen Aus ruf an, in denk er erklärte, er habe einen Beseht der Regierung aus- zufühveu, die Hauptstadt von Leute:: zu säubern, die mit Waffen in der Hand eine,: ^Anschlag gegen die peiffönliche n:rd nkatene'ie Sicher- leit der Bürger beginge::. Er befehle den: Truvpen, dir öffentliäre Ordmmg wiederherzusEc?:, und fordere die Bevölkerung aus. ihre. Wohnungen nicht ohne d-rrngende sttotwandigkeit zu verlassen, mn mumgenellme Zwischenfälle.zu vermeiden. Gleichzeitig mttcrrichtete bte bie Regieruugskmnmissare über die Maßregeln, die iiv $uz Vu-^iprfdjfcrginifl! des Ausstcmdes in Petersburg ergrrffeir hat imd forterte sie auf, dieser der Bevölkeriavg jirr Kenntnis ji: bringen into bw nottocrtWflcn %XnfjnaiQnBi yu. er greifen, um ähnlichen Un- rvHerniöglich^iEn in der Provinz vvrzubeugerr. — Unruhen, bereit Folge ivirtsäMfÄiche ^errfdiimg, Störungen und wumaateßmK Süuftmrtintg auf die (tetreiteernte sein würden und die die Wirksam-- &xt ber fribev'tnütigen Anstrengungen der Armee bseinträchttgeu) {fihrrctat, den erbitterten Widerstand des Feindes zu brechen. P e t e r s b u r g, 20. Jul i. ^WTB.) Reutermeldung. Geitern wurden den gaiczen Tag ül>er grosse Scharen verhaftetes Matrosen, Soldaten unD ?l. r b e i t c r nach dem Haupte guartier de-: GeneraEtabos nn Distrikt Petersburg gebracht. Zahlreiche Maschine ng.'.tehre, Gewehre und Patronen wurden abga- liefert. Es wurven Truppen von der Frank nach Petersburg gebracht, um die Regierung und den Soldcrbenrat zu beschützen. P e r e r 2 b u r g , 29. Jul en Gnchleckan haben an fte Erklärnugen gesandt, m ocnen sie versichern, daß sie bereit sind, die Regierung bei ihren Bemühurngen zur WiderHerstellung tep Ordnung in der Hauptstadt zu unterstützen. Justizminister P c rewerzew hat um seine Entlassung gebeten. Amste rda m . 20. Juli. Nach dem „Aklg. Häntelckbl." wird der „Daältz Marl" aus Petersburg von ihrem! dortigen Bericht- erftatfet gemeldet, das; in Rußland aufs neue chaotische Z u - stände tem'chen. In Petersburg gäbe es keine anerkannte Autorität mehr. Petersburg habe mit den: Sturz ber Regierung seine bisherige Bedeutung verloren. Das Volk blicke Mit immer größeren Per langen nach Moskau und warte auf den ÄMenblick, in dem die vorläufige Regierung die verfluchte Stadt P^ersburg verlassen und nach Moskau übersiedeln werde. Ein Anschlag auf Kerenski. Petersburg, 19.Iuli. Meuter.) Am Plozk sind auf Kerenski Schlüsse abgegeben worden, die aber fehlgingen. Finnland. Stockholm, 20. Juli. (MTB.) Meldung des Svenska Telegrain BtzranS. Der finnische Landtag hat mit 156 gegen 55 Stimmen den Gesetzentwurf über die An to- namie Finnlands angenommen. Der Abänderungsvorschlag des Inngsinnen llallaS, der der provisorischen Regierung unterbreitet werden sollte, wurde mit 104 gegen 86 Stimmen abgetehnt Petersburg, 20. Juli. WTB. NickÄmtlich.) Tie Petersburger Telegraphm-i'Lgentur teilt mit: ^Liner Nachricht aus Hel- singßors zufolge wird der finnische Senat wegen des Lano- tagsbeschLusses über die Antviuimie Finnlands h.'ut: insgesamt sein Äbschiedsgefück elnveichm. Gleichzeitig wird der Senat der vorläufigen Regierung Mitteilung von diesem Schritt machen. Anläßlich der Ünabhingigkeiiserklärung wurde heute morgen auf den: Senats- und dem LandtagSgebäude sowie aus anderen öffentlichen Gebäuden von Hel singsvrs die finnische Nationalflagge gehiszt. UnabhängrgkciLserklürung der Krim. Berlin, 20. Juli. (WTBä Die „B. Z. aiml Mittag" erfahrt aus Stockholm, daß die Krim ihre Unabhängigkeir erklärt habe. Die Duma. Berlin, 20. Juli. lWTBä „Eorriere della Sera" meldet vuS Petersburg: Nack einer langen Nachtsitznng beschloß der Vollzug saus schuß der Duma , sich a u f z ul ö sen, um jede Verautwartlickkeit fttr die derzeitigen schweren Verwicklungen von der .Hand locisen zu können. Amerika und die Pariser Besprechung. New Bork, 20. Juli. (WTB.) Aus Washington wird der Associated Preß genvetder: Die Regierung beschloß die Einloduug zu "der Be sprecht mg mit den Verbündeten im Juli in Paris abznlehnen, weil die Beteiligung nicht notwendig sei, denn sie berühre die Dailnahme der Vereinigten Staaten an dem Kriege nicht unmittelbar. Man erklärt jedoch im Staars-- deparünnent, daß diese Entschließung nicht maßgebend fein soll für die weitere Politik der Bereinigten Staaten. Die CrnlearrSsichten Frankreichs. Bern, 20. Juli. (Privattelegramm.) Der „Temps" vom 15. Juli sagt: Trotz besserer E r n t e a u s s i ch t e n für Getreide ist ein M i n d e r e r L r a g unleugbar zu erwarten. Frankreich wird gezwungen sein, ht sehr beträchtlichem Maße zur Einfuhr seine Zuflucht zu nehmen. Es entsteht die Frage: Wird die .peinlich zugespitzte Lage der Handelstonnage es uns erlauben, die Getreidemengen Herbeizüsch affen, welche wir benötigen? Pläne der französischen Sozialisten. Paris, 19. Jüli. (WTB., Der geschäftsführende Ausschuß der französischen Soziali stenpa r tei hat die in London weilenden 'Vertreter des Petersburger ?lrbeiter- und^ Soldatenrates, die Ai^-geordneten der sozialistisckrsn Verbände GroßLätanniens und den boltändisch'-skandmaviscten Ausschuß ein geladen, sobald als möglich nack Paris zu kämmen zum Zwecke einer internationalen sozialistischen.Konferenz. England verweigert feinen Sozialisten die Päsfe. London, 20. JUili. (MDB.!' Die Sekretariate des irischen cktewerffch^ftswn-gvesses und der Arbeiterpartei teilen mit, sie seien von Balfour davon in Kemrtnis gesetzt worden, daß die Pässe für O ' B r ie n und C a m pbel l, die zu Abgeordneten für Stockholm und Petersburg bestimmt sind, nicht ^gesichert werden können. An- Spanien. Saragossa, 19. Juli. (W. B.) Meldung der Agenoe yavas. Die Provinzialiegierung teilt mit: Weyen einer Zugentgleisung in der Nähe der Hauptstadt sind die Verbindungen unterbwch'en. Zwischen Madrid und Barcelona ist eine Lokomotive mit einem Güterzuge '.usammengestoßcu. Madrid, 19. Juli. lW. B. Auf dem nördlichen Bahnnetz sind zwei Güterzüge zufammangesv>ßen. Ter Verkehr auf wpn ganzen Netz ruht. Infolge rrt lßisenbahnnns allen - bei Valencia und Barcelona k raten große Verspätungen der Züge ein. Die Eisenbahner, die mm dürsstand cutschlossen sind und die L^ko- motiven verlassen hü.e, verzichteten aus die Durchführung ihres Beschlusses. Ter Diockeor einer Eisen bahn g e sell s-cha f t versichert der Regierung, daß er aucki im Falle einer Ansstandsdentegung genug Material imd Personal habe, um den .Verkehr aufrechtzuerhalten. Madrid, 20 Jichi. (W. HZ D>er Minister des Innern teilte mit, das katalanische Paria m ent, das in . .Barcelona hätte tagen sollen, sei vom Gouverneur aufgelöst werden. Tie Mitglieder des Parlaments seien der Aufforderung des Gouverneurs, einzeln abzureisen, nachgekommen, ohne daß die Ruhe gestört worden sei. Barcelona, 20. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. An der Ecke der Straße Conde und Asalto ivurde eine Barrikade errichtet. Die Anführer wurden infolge des Eingreifens bewaffneter Kräfte schnell zerstreut. Andere Kreise versuchten gleichzeitig Unruhe zu stiften, wurden aber zerstreut. In der Nacht nahm die Hauptstadt von Katalonien tvieder das gewöhnliche Aussehen an. Kaffeehäuser und Tteater waren geöffnet, die Straßenbahn verkehrte fahrplanmäßig. Seekrieg. Rene N-Bool-Erfolge. Berlin, 20. Julu (Amtlich.- s J6euc U-Bvots-Erfolge im , ffflittelmeeT: rrntb 30000 BMT. Unter bm versenden Schisfeu befanden sich: der bewaffnete trefbetadene englische Dampfer „Haigh Hall" (4809 Äl der ans gesichertem Geleitszug heraus geschossen wurde, ein italienischer Danipfer von etwa 3000 BRD., der griechische tiefDeladene Dampfer „Ariomg Gvulandris" (3191 BRD.-, der bewaffnede japanische Dampfer „Shrnsan Maru".(3312 BRT.) und der bewaffnete französische Dampfer „Coubie" (3368 BRT.). Der Chef des Admiralstabes der Marine. Eine Abändernng der Prisenordnung. Berlin, 20. Juli (WTB) Eine kaiserliche Verordnung beftrncmt über die 2l b ä n de r u n g der Priseno rfe - nung von: 30. Septernber 1909 folgendes: In weiterer Vergeltung der von. England und seinen Verbündeten über das Seekriegsrecht getroffene:: Bestimmungen genehmige ich für den gegenwärtigen Krieg die nachstehenden Abänderungen zur PrisenordNnng: Als feindliches Schiff ist ein neutrales Schiff zu behandeln, tvenn dessen Eigenturn ganz oder zum größeren Teil feindlichen Staatsangehörigen zusöeht, oder wnrn es von einer feindlichen Iiegierung gechartert, oder wenn es irn Interesse der feindlichen ^Kriegführung in Fahrt gesetzt ist. Englische Plünderer. G o e t e b o r g, 20. Juli. (WTB.) „Srenska Dagbladet" vom 18. Juli teilt mit, die en^tijdye Gesandtschaft in Stockholm gad am 17. Juli in erner Erklärung zu, daß das schwedische Schiff „Aspen" von britischen Seeleuten auf der Ri'lckfahrt nack) Karkwall ausgeplün- dert wurde. Auf alle Ansprüche betreffs Bergung des Schiffes verzichtet daher die englische Regierung. * Kopenhagen, 20. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Das dänische Ministerium des Aenßern gibt bekannt: Der dänische Dampfer „Vesta" wurde auf der Reise von Island grach Eirgtand versenkt. Fünf Mann der Besatzung sind um- gclommen. Der Rest, darunter der Kapitän, wurden gerettet. Der dänische Schoner „Emanuel" und der isländische Fischkutter „Acorn" wurden versenkt. fob. Deutscher MichLtag. 1171. Sitzung, Freitag, den 20. Juli 1917, vormittags 11 Uhr. Anfragen. Einige Beschwerden der U. Soz. über Verbote von Versammlungen und Unterbindung der Verbreitung von Flugschriften wurden von verschiedenen Regierungsvertretern als unbegründet zurückgewiesen. Abg. D. Müller-Meiningen (Fortschr. Vp.): Die Erfahrungen dieses Krieges zsmvgen dazu, der körperliche u -Aus,btildung in der Jugenderziehung mehr Recht als bisher einzuräumen u'nd du Schnlpläne entsprechend zu ändern. Welche einleitenden Schritte sind hier bisher getan? Sind die Vertreter der großen Organisationen, die sich bisher freiwillig und verdienstvoll der Vorbereitung der Jugend für den Heeresdienst gewidmet haben, mie die D e u t s ch? Turnerschaft, gutachtlich gehört worden und sollen ihre berechtigten Interessen bei der Neuregelung hinreichend gewahrt werden? Oberst von Wrisberg: Eine gesetzliche Regelung wird an- gestrebt. Das Kriegsministerium hat stets mit den Organisationen, die sich wie die Deutsche T u r n e r s ch a s t aus dem Gebiete der militärischen Vorbildung der Jugend verdienstvoll betätigt haben, Hand in Hand gearbeitet imb wird sie auch luciter zur Mitarbeit heran ziehen. Tie Wahrung der Interessen der I u g e. n d p f l e g e o r g a n i s a t i on en ist einer der .Hauptgrundsätze für die weitere Bearbeitung dieser Frage. Auf eine Beschwerde des Abg. Henke (U. So-.) erklärt Oberst Marquardt, daß eine grundsätzliche Befreiung djer Vertrauensleute der Arbeiterschaft von der Einziehung ans militärischen Gründen u n m ö g - l i ch sei. Die Abg. Dr. Strcsemann und Dr. S t u b m a n n (natl.) fragen an, welche Stellung der Reichskanzler gegenüber dem eng- ln^chen Neutralitätsbruch vom 15. Zuli 1917, dem ein5 Anzabl deutscher Handelsschiffe an der holländischen Küste innerhalb des niederländischen Hoheitsgebiets MM Opfer gefallen sind, einzunehmen gedenkt? Direktor im Auswärtiaen Amt Kriege: Einzelheiten über den brutalen Uebersall englischer Secstreitbcafte auf wehrlose deutsch^ KaußÄhrteischiffe, die sich in holländischen Hoheits- g e was fern im Vertrauen a.cf dererr Ünantaftba r- keit sicher glaubten, licgeir mir nock^ nicht vor. Nach einer amtlichen Mittcilrmg des niederländischen Marinedepartements haben englische Seestreitkräste in den holländischen Territorialgewässern vier deutsche ^Schifte weggenommen und zwei auf deri Strand gesetzt, von dailm eines'unter dem Schutze des niederländischen Uv tersuchungsschifs'es geankert hatte. Bei diesem Ueberfall sind leider auch mehrere brave deutsche Seeleute getötet und verwundet ^vorden. (Hört, 'hört.) Die deutsche Regierung l>at sofort eine Untersuchung durch den dentsck-en Konsul in Rotterdam angeordnet. Diese ist schon abgkeschloisen, die Akten treffen teilte oder morgen hier ein. Weiter hat der deutsche Gesandte im Haag fluftvagsgemäß der niederländischen Regierung -mitgeteilt, wir zweifelten nicht da.r schlage vor, die nächste Sitzung am Mittwoch, den 26. September, nach.uittags .3 Uhr. abzul-alteu, falls sich nicht die Notwendigkeit em.es früheren Z-tsKMlnentrittes des Reichstages ergibt. Abg. Ledeüvur Unabh. Soz.) widerspricht uni- oeriangk eine frühere Sitzung des Reichstages. Das Haus stimmt dem Vorschlag des Präsidenten zu. Der Präsident entläßt die Abgeordneten mit den besten Wünschen. Schluß 3/41 Uhr. Die neue Kanslerpolitif. Ein purlnmentarischer Abend bei Staatssekretär Helfferich. Berlin, 20. Juli. (Amtlich.) Seine Majestät der: Kaiser begab sich heute abend V28 Uhr zum Staatssekretär des Jnuern, Staatsmiurfter Dr. H e l s f e r i cfi, woselbst sich ber Reichskanzler Dr. Michael i s eingefrmden hatte. Auf 6 Uhr waren geladen: die stimmführerrden Bevollinirchtigten zum^ Bundesrat, die Mitglieder des preußischen Staats- Ministeriums/ die Staatssekretäre, daS Präsidium des Reichstages und die führenden Mitglieder der ReichStags- frattionen. Die Geladenen verweilten in den Räumen lies Staatssekretärs bis gegeur 9 Uhr in angeregter Unterhcck- tung. Ml der sich Seine Majestät der aKiser in zrvatiglose.'U'L Werfe beteiligte. Berlin, 21. Juli. Ueber die Ztyammenkmrft des Kaisers mrt den Par t e if u h r e x n tm Reichs amt des Jrrner.ir melden dre Blätter, daß außer den drei Präsidenten desi Reichstages 2 4 R e i ch s t a g s a b g e 0 r d n e t c , die Führer: aller Parteien, mit Ausnahme der u n a b h ä n -- gigeir Sozialde mvkraten, daran beilgenvnrmerr^ haben. Nach dem „Vorwärts" waren von deil Sozialdemokraten erschienen die Abgeordneten Ebert, Scheide- mann,^ Dr. David, Molkenbnhr, Dr. Südekum als stellvertretender Bors chender des HauShaltungSanSschusses. In oen zwanglchen zlveistündigen Unterl-altung seieri mannigfache-- Fragen berührt worden. Wie dem L A. voll unterrichteter^ Seite mitgeteilt inird, betraf die Aussprache in erster Linien die so lt der alles Erwarten günstige und namentlich für »England sicheres Verderben; bringende Entwicklung des U-Boot-Krieges. Tie seltner „Vvlksztg." erwähnt, Gespräche bestimmten politischen Inhalts seien nicht geführt worden. Wie dem „R örsenkur ier" ein Teilnehmer an der Besprechung mit- teilte, sind die aktuellen Fragen der Par'lamenmriGierung und die Veränderungen in den '.Regierungsstellen nicht berührt worden. Wie das Blatt werter meint, ist die Zn- fanrmenkunft lediglich zu demselben Zlveck erfolgt wie die Unterhaltung des Kvonprinzen mit den Parteiführern: um dem aKiser die Beläirntschaft mit den Führern der Volksvertretung zu vernntteln. * Berlin, 21. Juli. (B. T.) Der neue Reichskanzler hat gleich fernem Amtsvorgänger einen Adjutanten erhalten, obwohl er im Gegensatz zu Herrn v. Bethmann Hvllweg in keinem militärischen Verhältnis steht. Ms militärischer :be- gleiler ist zum Kanzler eLutnmit v. Prtttwih kommandiert, der vor dem Kriege im Diplomatischen Dienst stand und wahrend des Krieges erst dem Staatssekretär v. Fagott, dann Herrn Zimmernrann attachiert war. Bulgarien und der Kanzler. S'o fia , 19. Juli. (W. B.) Die Bulgarische Tclearaphen- ageickur berickstet: Folgende Telegramme nmrden zwischen dem Rerck'sbanzler Tr. M icha elis und dem Ministerpräsidenten Ra - d v s l a lo"o ir gewechselt: Exzellenz RadvÄei der Ausübung seines Amtes in so reichem Maße seltens Euerer Ti'zellenz zuteil gewOtden ist. Turchdrungen von dem uver,chütterlvtieu Vertrauen auf teil endgültigen Sieg unserer ruhmgekrÄcke!- Waffen, bewachte ich es als nieine vornehmste Pckichch in unverbrüchlicher Treue an pen gesckxlivssenen Vertragen and Vereinbarungen festzuhalten. Ich Haffe, daß es- mlr vergomu sein wir), nach eimml glücklich gesckKosscnen Frieteil dazu teckragen zu können, die Beziehimaan ter engverbündedn Völker immer inniger zu gestalten. ^ ReichsVanizler Michaelis. Exzellenz jlt. Mrchavlis, Douts'.-Her Reic!)skmrzler, Preustisch er Ministe rpräsedent, Verl irr. , Euerer Exzellenz Depesche, die Nlit.rn Herzerl gebenden Worten: oas erprobte innige Bündnis unserer Länder und Bokker: hervor- hebr, drängt mich. Euer Exzellenz auch auf diesem Wege die besten Wünsche wiederholen ans Anlaß Euerer Exzellenz Berufung an die Spitze der Reichsgeschäfte in Jb verantwortungsvoller Zeit. Euerer Exzetlenz zuversichrsvvlle Versicheeu?:g des unerschütterlichen Vertrauens ans ten endgültigen Sieg' wird in meinem Vaterlande den lebhaftesten Wioerhall finten und die Beziehungen der beiden L>ölker, trenn möglich, noch inniger gestalten. Das gemeinsam vergossene Blut imsecer Besten kittete^ narseren duwb> unverbrüchliche Vertrags- t r ? it e gefestigten Bund und bietet die Geurähr, daß nach einem glücklich geschlossenem Frieden Bückgarieu an dcr Seile des Garßen Teiitschlaiad einer heiteren Zukunft sicher ist. Mein und ter bulgarischen Regier«eng bestes Wollen und Können ,'ind nach put vor dem Bestreben gewidmet, all dies zu vettvrckklichen. Ministerpräsident Tr. R a d 0 s l a w 0 w. Wiener Preffeftimmen zur Kauzlerredc. Wien 20. Juli. (WTB.) Bei Besprechung des Programms des Reichskanzlers Dr. Michaelis und der Vvm Reichstage mit überwliegeitder Mehrhei t angenom menen Friedens res oln-^ ti on saneibi das „F r e m d enbl a tt": Von demselben Geiste wie ter Reichstag war der neue Reichskanzler beseelt, ter gestern! feine mjit so großer Spawning erwartete 'Antrittsrede hielt. Seine Worte waren die anfttchtigekt, wahrheitsliebenden und enerchschen. Worte eines Mannes, der nickt durch rhewckjche Phrasen, sondern durch die Anführung mmmstößlicher Tatsachen seine Zuhörer zu Überzeugen versuchte. In beredten Worten gab der deutsche Reichskanzler seine ehrliche und aufrichtige Friedensbereitschaft kund. Das Blatt schließt: Die Friedensresolution war, wie der Sprecher des Zenttums hln:vorhob, eine Friepcnvskundgebung, aber kein Friedensangebot. Die ganze W,elt lveiß jetzt, daß das dcnrtsche Volk ebenso nüe wir zu einem Frieden, der die Versöhnung ter Völker herbeiführen farni, bereit ist, wenn aber die Gegner die Zentral-- mäckich und deren VerbünL-ett demütigen und verkleinern und deren zukünftige Sick/erbeit zerstören 'wollen, dann werkten sie erfahren, daß unsere Kraft ungebrochen ist, !und daß wir alle ihre Pläne zuschanden machen werden. Danlber kann nach den Erklärungen des bentfeten Reichskanzlers tintb ter Sprecher der ütet> wiegc^toeil Mehrbeit des deutschest Reichstages kein Zweifel herrschen, bef uns und in Deutscklgiid strebt nran einem cmnexivnsloselt Berständigungsfrieden, ten Kaiser Karl immer im Auge hatte, Prf-' richtig zu. EttvaS anderes ist es, ob unsere Gegner bereit sind, auf dieser Grundlage den Kiieg zu beenden. Die „Nene Freie Press c" führt ans: Das deutsche Volk erließ durch die Adehrheit seiner Wgeordneten eine Kundgebung für ten Jwieden. Auch der RcichSkwnAer Tw. Michaelis stellte sich vollständig auf diesen Boden. Graf E-ernin teilte mitz die Monarchie wolle nichts annektieren und sei bereit, mit Rußland einen Friedeir ohne Annexionen und Emtschädigungen abxu.schließen. Dieser Standpunkt ist nunmehr auch die Willensmeinnng der Mehrheit des deutschen Parlaments und ter deutschen Regierung. Mit voller Klartwit ist die Tatfäcoe sestMstrllen, daß beide Staaten sich auf derselben Linie ftnden und daß wirtckch nur die Feinde zu wollen brauchen, um ein ehrenvolles Ende herbeiMführen. Die Jfuient? fiel nicht beit geringsten V-onoand mehr, das Blutvergießen fvri-'.rncyen. -K'un fie eS dennoch tut, so rofctft barut der Bernich- tun-Mmlle *’r£>Iiwerden, dem rair die ernsteste EnN'chlossenheft entgegen stellen wollen. Was zu tun ivar. tun den Frieden zu l>e- schleunigen, das ift gesäte den. Nun i ft e s an unseren Geg- Tiftu, zu iprecden und ihre wahren Gesinnungen zu cntbüllen. Die Mcnrarclnc und das Deutsche Reich, die Minister, die Parlamente und die Völker fiitb einig nnd untrennbar ix’rbimbcti ,,)luui!öiK)ft" sagt. Der neue Reichskanzler fügt in seiner Rede ^vatz an Saß. wie aus Stern gemeißelt, wie aus Erz gegosstn- nn den staliil>arten Sätzen des Reichskanzlers dürste sich d« swndliche Entste l l n n gssu chil die Zähne ansbeißen. Das; der Reichskanzler sich hei der Annahme der Friedensresolution aus die Aeberenimmmung nril dem Heer und seinen Führern, ia mit dem gan-et? deutschen Volte. berufen koiurtc. erbrachte den Beweis, daß es ihm in der Tat glückte, die erstrebte Wiädercherstellnng der ehe- 'walrgen Einigkeit und Entsckstoisenhftt z-n erreichen. Die ..Arbeiterzeitung" nennt den Beschluß des Rcichs- togeseme ernste Kundgebung für den Frieden, eine Auftorderung, zu ihm zu schreiten, die jeder Gegner annehrnen könne. Schweizerische Stimmen zur KarrzLcrrede. Bern, 20. Juli. (WDB. Nichtamtlich.) Bei Besprechung der Nanzlerrr-de druckt der „Bund" die Meinung aus, daß die Hoff- nrmg^l vieler kreise de-; derrtschen Bottes hinsichtlich einer Demo- kEisiennng tzcrn.m verwftllicht u«rden würden. Bezüglüh der äußeren Politik haf'e Dr. Michaelis nichts viel mehr gesagt als Beist- nionn Hollweg. Unter allen Umständen habe Michaelis nicht gesagt, was unter „Sicherung der Grenzen des Deictschm Reiches für alle Zeiten" zu verstehen. sei. Die Erklärungen über die innere Pokmk klängen nicht sehr demokratisch. Es sei fraglich, ab das dem lrmmr -Dr cwn den Nöchrheitsparteien gesagten Entschlüssen ent- ;sprohk. Die ganze Rickwung Mick>aelis kennzeichne sich übrigens 'nicht scbl-echi durch Einfügung des Wortes „gottesfürchtig" in die Auszästlung der Eigenschaften, die das deutsche Volk künftig ans- . zeichnen sollen. Das „Berner Tagblatft' schreibt u.a., Rftchaelis habe .-ein^ politisches Beöttmttris abgelegt. Seche Ausführungen seien nuhig. bestimmt, abgewogen und sachlich und erweckten den Eindruck ttuchedingter W-ahrhastigkeil und Festig keck Nackj, Besprechung der einzellten Mstckmilpe der Rede schließt das Blatt: Mit der Annahme 'der Resolution durch den Reichstag ist der Kontakt mit dem Kanzler-, dm der Kundgebung im voraus zugeftimmt lM. sterge- stellr worden. Der derrkivürdige 19. Jrlli hat ein striktes Ergebnis gezeitigt - Äeutscküand ftst zu eurem Berständigungs- und Ausglftchs- fnieden bereit Dafürr tritt sowrchl idie Rechsoogierung als das Parlament ein. Die EnLente darf die .Kimdgebung nicht überiehen. Der Eindruck in Dänemark. Kopenhagen, 20. Juli. (WTB.) Nichtamtlich.! TerDldade des neuen ReiäErnzlers hatte man hier mit der größten L>pan- nmi-g erttgsgengesehen. Alle bedeutenden Blätter reröffenllichm beute dir Rede im Wortlmck. Sie wird jedoch war von „Politiken" lpmmenttert. Das Blatt schreibt: Beim sorgfältigen' Durchlesen der Pede komntt man zu dem Ergebnis, daß Dr. Michaelis nicht wesentlich arrders sprach als Tr. o Bethmann Dollweg. als dieser am 15. Mai die Frrdevimgen der Konser- vat.ve-i und Sozia ldew-ckraten ans Bekamrtgobe der .Kriegsziele Teutschlands zurückwies. Dr. v. Bethmann Hollweg hielt sich damals an allgemeine Grorndsäße, die deutlich genug sein sollten, ’ die aber dock' von .rftemnndem gedeutet werde?', konnten. Tr. sstkichaelis stand vor der Friedens form ei, die eine reine Status arov-Formel nxrr, und er meint«, daß das Kriegsziel Denlsch lands sich i:ineckhalb der Resolution, wie er sie anfsasse, erreichen lasse. Der stftnzler wnil damft sagen, daß sich die L-tatns guo- Forrne! auf ganz verschiedene Weise deuten läßt. Er deutete auch näher an. fti imlcher Rftfttnng xr sie selbst verstelle. Er matt u. a., hie Grenzen dos Deutschen Reiches müßten für allen Zciteir g«- fichert werden, und aus dem Wege der Verständigung durch einen Aergleich müßten Garantien für die Lel.xmsbedingnTrgen des Deutschen Reiches auf dem Ki.nttnrent und jenseits des Meeres geschaffen iperden. Dr. Michaelis htt also die Resolution der Mehr- hettSovrtften mrgenommen, aber wohigemerkt so, nne er sie ver- stetzr Uebcr seine ?luffasftmg kann man ledoch verschiedener Meinung fein. Eine schwedische Arußernng. Stockholm, 20. Jicki (WTD. Nichtamtlich. 1 Zrll Rede des deutschen Rft chsftnrzlers schreibt „Stockholms D a g b l a d": Den Auhei.stellenden interessiert die Rede artf meisten, wo der Kanzler die Kri-egs- u.nd Friedensziele behandelte. Michaelis hatte die 'Wahl, sich aus den Standpunkt der Zieichstagsmelirheit zu stellen und einen DerftärrdignngSfricden oltne Armexionen zu befürworten! oder sich den Wünschen der Konservativen anzuschließen. Er hat int großen intb ganzen das entere gewählt und sich sichtlich ohnck größeren Widerstand darein geßmden, daß die Fricdensformel der Mehrheitsparteicn angenommen wurde. In seiner Rede wendete er sich umän'iittellar an die Reichstags Mehrheit und gibt so zu. das; seine Fftedensziele innerhalb des Ral-miens ilwer Entsckfließung erreichbar sind. Er scheiitt dadurch eine Aeußerung von seilen des Reichstages zu billigen. Die grundsätzliche Geneigtheit des Reichs- tzanckers, die Forderungen der DLehrheft anzinnehmen, hinderte ihn iedo.h nicht, in seiner Rede eine Um' cbreibung des Resolutrons- v'irschlages anzuwenden, durch welche die für die übrigen Parteien schw? cken und unangenehmsten Steine des Anstoßes entfernt werden. Arrr St«dt ttn& €anh. G ießen , 21. Juli 1917. Lebensmittelmarken. Für die Zeit vom 23 . bis 29. Juli haben nachstehende Lebens- mitlelmarken Gültigkeit: Brotmarken der 39. Woche, gültig vom 23. 7. — 29. 7. 1917 Buttcrmarken, „ 30. „ „ „ 23. 7. - 29. 7. „ Fleischmarken , 30. „ „ ^ 23. 7. - 29. 7. „ Kartoffel marken , 30. ^ 23. 7. - 29. 7. „ Eiermarken Nr. 10 Zuckermarten Nr. 24 - 29 gültig bis 31. 7. 1917. Seifemnnrfen für den Dtonat Juli. Ein Umtausch verfallcuer Marke» findet nicht mehr statt; cbcuso wird für verloren gegangene Marken kein Ersatz gewährt. Nenanmclbungen und Anmeldung von Neugeborenen haben nu:mchr unter Vorlage der nötigen Ausweise aus dem LebenSmittclamt zu erfolgen. llmzuge innerhalb der Stadt und Wegzüge von Gießen ünd in den zuftälidigen Bezirken auzumeldcn. Gcschäflsstrrndeu des Städt. Ledensmittelamtes von 9—12 Uhr vorm., 2—4 Uhr nachm. Akarkeuausgabe iür Urlauber: Sonntags von 19—12 Uhr vormittags. Die Äkehl' und Fleischrotion. Berlin, 20. Juli. (WTB.) Das 'Kriegsernährungsamt gibt bekannt: Mitte August 1917 wird die allgemeine Kvpfration an M e h l für die Versorgungsberechtigten von 170 Gramm auf 220 Grmnm täglich erhöht. (Vor dem 15. April 1917 betrug die allgemeine Kopfration 200 Grmnm, während weitere 20 Gramn, in Streckmitteln, soweit solche zur Verfügung standen, gegeben wurden.) Den Wochentag des^ Eintritts der Veränderung bestinnncn die Kommtlnen entsprechend ihrer Versorgungswoche. Von demselben Zeitpunkt ab kommt die seit Mitte Llpril 1917 gewährte verbilligte Fleischzulage von wöchentlich 250 Grmnm wieder in Fortfall. Für die Bemessung der Schwer und Schwerstarbeiterzulagen nnd des Mehlersatzes für fehlende Karwsfeln bleiben die zurzeit bestehenden Bedingungen unverändert. Anfangs Oktober 1917 ist auf G.rund der bis dahin vorzmiehrnenden Eamteschätzung und ^^hzähiung die zu verteilende Kopfmenge an Mehl, Fleisch und Karwffeln erneut fe stz u s e tze m Die den Getreide- felbstversorgern zustehende Menge an Brotgetreide ist durch Bejchluß des Bundesrats vom 1. August ab auf den bis zum 1>. April in Geltung gewesenen Satz von 9 Kilogramm monatlch wieder erhöht worden. Zucker für Einmachzwecke. Die Einkanfsgesellschaft für das Großherzogtum .Hessen m. b. H. in Mainz hat soeben eine neue O o stzuckerzu tage für Einmachzwecke an die KoiTrmtrnalverbmrde zur Ausgabe gebracht. Dank der woitausschmreud-en Einteilung, die die Einkaufsgesellschaft end versorgt anzusehei; ist * ** Amtliche P.e r s 0 n a l n a ch r i ch t e n. Der (^roßherzog hat crm 14. Juli den Oberlehrer an dem Neuen Gynrnasinm zu Mainz, Prof. Dr. Jac. Mäher, aus sein Nachsuchen mit Wirkung ?vm 5. Aug. d. Js. aus dem Staatsdienst entlassen. — Durch Ent- ichließung Großh. Mimsteriums des Innern wurde der Lehramtsreferendar Dr. Ernst Merker zu Worms zum Lehramtsassessor ernannt. ** Ter Großh. Kreisarzt, Herr Medizinalrat Dr. W a l g e r , ist bis 4. August beurlaubt. Seine dienstliche Verttetung versieht Herr Modizrnalrcrt Dr. Bötticher. Täglich, außer Lvnnlags, zu sprechen von 10—12 Uhr im llntersuchungsamt für Jnfeftwnsbvcrnkheiten, Frankfurter Straße 101. ** Auszeichnung. Der prall. Arzt Dr. Steinreich, der Mit Beginn des Krieges sich freiwillig der deutschen Sanitäts- verwalturrg zur VerfüAmg sttlltt, V? Jahr lang im Lazarett zü Butzbach und später im Felde als Militärarzt tätig war, und dann von fernem Äeimatstaat Oesterreich nt Anspruch genommen wurde, erhielt früher schon das Signutn Lau dis mit Schlvertern mrd die Kriegsdekoration und jetzt das Karl-Tnlppenkreuz. ** .53 c ) ö v b.e ru n g. Der Assistenzarzt Dr Hugo Meyer von Gießen, tvelcher seit Beg-mn des Krieges als Unterarzt im Felde steht, wurde zum Mititär-Ober'arzt befördert. ** Eine Sitzung der Stadtverordneten- V e r s a m m l u u g ift auf Mittwoch, den 25. Juli, nachmittags 4 Uhr anberaumt. Die öffentliche Tagesordnung enthält folgende Beratungspunkre: !. Mitteilung. 2 Baugesuch des Friedrich Groß für das Grundstück Äenenweg 32. 3 Vorlage der Rechnung der Stadtkasse und des Stadt- ertveiternngsfonds für 1913. 4 Beschaffung einer Turbine für das Elektrizitätswerk. 5. Stundung nnd Ermäßigung von Mi et- und Pachtzinsen. ** D a s Ergebnis der A l t m a t e r i a l f a m m - lung. Die cmi 18. d. Mts. vom Roten. Kreuz veranstaltete Sammlung von Altmaterial hatte ein recht erfreuliches Ergebnis. Aus allett Teiler: der Stadt brachten die fleißigen Sanrw.ler erstcunUrckw Mengen von Abfallstvffen aller Art. insbesondere Flascherr, Metallabfälle anb Altpapier, die nun das Rote .Kreuz der kriegsfuirtschastlicheri Verwertung zuführt. Zugleich wird die Kriegs kaffe des Roten Kreuzes durch der: Verkauf in erfreulicher Weise gestärkt. Es gilt nun schon setzt für die .ibairsfrauien, mit der gleichen vaterländischen Treue, die sie diesmal bewährt haben, abermals jene Abfallstoffe in der: künftigen Wochen a n f z u s a m m e l n , damll bei der nächsten Ärmmlung in: August, wenn die eifrige Helferschar wieder auf dem Plan erscheint, ein gleich ausgiebiger Erfolg zum Besten unser-er vaterländischen Sache gebucht iverden kaum ** O b e r h e s s i s ch e r K u n st v e r e i n. Morgen Sonntag sind die seit 14 Tagen ausgestellten kunstgewerblichen Arbeiten und die Bilder von Giebel, Jahn, Thiel- mamr und Elisabeth Bonin nach zu. besehen. Von Montag an bleibt die Ausstellung einige Tage geschlossen und es ge- lantzen dann die neuerdings von Herrn Fabrikant L. Bock gestrsteten Bilder zur Ausstellung. **Die Unterbringung ftädtischer Schul- k: n d er auf d e m L an d e. Am 7. ds. Mts. fand in Darmstadt eine Sitzung^ des Landesausschusses für die Unterbringung städtischer Schulkinder auf dem Lande statt. Aus dem dabei erstatteten Geschäftsbericht entnehmen wir das Folgende: Insgesamt sind in Hessen 12 bis 13 000 Stadtkinder, davon etwa 4000 aus Preußen, untergebracht worden. Während das Angebot von Gaststellen die Nachfrage bei evangelischen Mädchen von 10—14 Jahren um etwa 1000 übersteigt, war bis jetzt die Unterbringung von Kindern beiderlei Geschlechts im Alter von 6—10 Jahren in über 2000 Fällen unrnöglich. — Die Erfahrungen, die mit den unter- gebrachten Kindern gemacht wurden, waren im allgemeinen gut. Sie haben sich meist gut betragen, in Landwirtschaft und Haus fleißig geholfen und sind dabei körperlich recht gut gediehen (es sind Gewichtszunahmen bis zu 9 Pfund kerne Seltenheit). - Auf der anderen Seite wurde aber auch geklagt darüber, daß Kinder wegen Heimwehs zurückgeholt wurden, daß sie mit der ländlichen Kost unzufrieden, daß sie nicht arbeitswillig, sondert: putzsüchtig waren. Lebhaft wurde über die vielen Besuche der Angehörigen der untergebrirchten Kinder von der Landbevölkerung Beschwerde geführt. Solche Besuche sind eine schwere Last für die Landleute und daher ohne Erlaubnis der örtlichen Organisation durchaus unzulässig. In vielen Fällen ivaren die Pflegeeltern daher veranlaßt, die.Kinder zurückzusenden. Von diesen Vorkommnissen abgesehen, kann der Erfolg der Einrichtung als ein guter, der Volksgesundheit förderlicher bezeichnet werden, und es besteht daher aller Anlaß zur Dankbarkeit gegen die Landbevölkerung, deren opferwilliger Sinn die Durchführung ermöglicht hat. ** Schwär z - Weiß-Theate r, Sellers-weg 81. Im Programm vom Samstag, 21., bis einschl. Montag, 23. Juli, wird gegeben: „Das Spiel ist cms!". .moderne Liebestragödie aus der vornehmen Gesellschaft in vier spannenden Akten, außerdem das zweiaktige Leberisbild eines unschuldig Verurteilten, betitelt: Am Fuße des Schaffotts, zowie ein sehr gures Beiprogramm. ** Lichtspielhaus. „Der Klub der Neun" betitelt sich, der neueste Detelliosch>lager in vier^großen Akten, der im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße 34, heute Samstag seinen Eftrzug halten wird. Alwin Neuß, der.Meister der Tebellio.', der die Hauptrolle übernommen hat, wirkt m diesen'. Film spannend mrd intei'- essant. Ter zweite Schlager ist das Lustspiel „Eva kontra Adam" in 3 Men, welches >vahre Lachsalven erregen wird. Tie anerkannt gute Künstlerkapelle wird das Programm künstlerisch begleiten. ** Pf-erdemarkt zu^F rankfnrt a. M. Zur Deckung des notwendigsten Bedarfs für Stadt und Land haben ftch die vom landwirtschaftlicten Verein zu Frankfurt (Main- vor den: Gelände des Ostdahnhofs abgehaltenen Arbeitspferdemarkte recht Mt bewährt Auch zu dem am nächsten Mittwoch (1. August stattfinden- den Markt ist nnec-euum mit einem den Zeuoerhälmissen entsprechenden Angebot leichterer, mittlerer nnd schoerster Arbeit-- Pferde zu rechnen. Landkreis Gießen. ** Wiese^ck, 21. Juli. Das Eiserne Kreuz erhielt der Kairo- mer Ludwig Schnabel in einem Fuß-Art.-Regt -m. Wies eck. 21. Juli. Dem hiesigen llnterosjrzrer Ihm, bei einem Fuß-Art.-Regt, wurde oie Hessische Tops-erkeftsmedoille verliehen. Kreis Bübingen. 4t Altenstädt, 21 Juli. Die hiesige Molkereigenossenschaft se. G. m. b. H.) hatte im abgelaufenen Veveinchache eilten Reingewinn von 3566 ?)kk. und evren Mrtgiiederstand von 267 Genossen. Kreis Schotten. 44 Boden hau sen II., 21. Juli. Nächsten Mittwoch, 25. ds. Mts. wird die hresigc Gemeinde - Feldjagd nochmals verpachtet SlarkerÄurg und Nheinhesftn. " Darmstadt. 21. Juli. Ans Beranlassuatg der hessischen Londes-Obstfttlle werden seit einigeii Tagen die Bahnhöfe des rheinhesfischeu Obstbaugebretes durch ständige Polizei Patrouillen überwacht. Zahlreiä>c Händler aus Frankfurt' nnd Wiesbaden sind ioegen verbotenen Aufkaufs von Obst unttr Beschlagnal/me der Vorräte z/irr Anzeige gebracht worden. In mehreren Fällen ist sesdgestellt worden, so schreibt der „M. A.", daß Händlerinnen aus Wiesbaden in Rhein Hessen Johairnis beeren zu dem in Hessen festgesetzten Höchistpveise. 30 Pfennig vro Pfund,, in großen Mengen aniairir-en, und hi Wiesbaden zu 1,40 Mark pro Pfund an Privatimidschait wieder oerka-rften. (!) Die zurzeit im Gange befindliche Stachel beerernte ergibt in Rheinhessen einen reichen Erttag. Erhebliche Mengen sind insolgemessen seitens der Land-esobststell-e an preußische Stellen überiviesen worden. Hesskn-Nassau. — Frankfurt a. M.. 21 Juli. Zum wirtschaftlichen Wiederaufbau der durch den Krieg geschädigten Handwerksbetriebe war bekanntlich durch einen zu diesem Zweck ins Leben gerusencn Ausschuß eine Sammlung verMrstaltet worden, di-e bisher den Betrag von 360 000 Mk. ergeben bat. Der Hauptaussckuß l-at den Ertrag dieser Sammlung in einer Stift tungsurkunde unter VlufftcUung gewisser Grrrdsätze der Stad: Frankfurt a. M. als Bürgerstiftun.g ßlr den Wiederaufbau des Frmrkflirrer (Handwerkersüstung) iiberwieseti. Ter Magistrat 1*0 die Stiftung angeirommen. ' Rieehliche NcrchL'ichten« Evangelische Gemeinde. Sonntag, 22. Juli Gottesdienst in der S t a d t k r r ch e Dorm. 6: Zugl. Christenl. f. d. Neukonf. a. d. Matthäusgem. Pft. Mahr; 91/2 Pft. Schwabe; 11: Mil.-Gottesd. Pft. Schwabe: nachm. 2: Kinderk. f d. Mcrrkusgem. Pft. Schwabe. — Jü der Johaiines- kirche. Vprm. 8: Zugl. Ehristtnb s d. Neukonf. a. d Lukasgem. Pfr. Bechtolsftimer: Pft.-Ass. Lic. Renning: 11: Kinderk. f. d. Jöhannesgem. Psr.-Ass. Lic. Renning. — Mittwoch, 25. Juli, abds. 8: .Kriegsbetstmide Pft Bechtolsheimer. — Wartbirrg, ev. Füngl- il..Mäi'.ner-Verein, Diezstr. 15. Sonntag, 22. Juki, abds. 8: Vortrag. Mittwoch. 25. Juli, abds. 8 ( 4 : Leseabend, Gäste stets ir-rllk. — Kirchberg. Soiiwtag. 22. Juli, vorm. 10: 11: Erristenb. i. d. nrännl. Jugend. — Mainzlar. Sonntag, 22. Juli, nachm. IV 2 . — Mainzlar. Mittwoch, 25. Juli, abds 9i 2 : Kriegsbetstunde. Dekan 6>nßmann Uatholische Gemeinde. Slünstag, 21. Juli, nachm 5 u. abds. 8: Gelegenb. z. hl. Beicht. Sonntag, 22. Juli. vorm, ö 1 ,*: Gelegeirh. z. hl. Beicht: 7: Hk. Messe: 8 : Äusteil. d. hl. .Kommunion; 9: Hochantt ni. Vred.: 11: .Hl. Messe m. Pred.: nachm. 2: Christenk., daraus And : 6: And. zrrnr hl Moisius. Dienstag u. Freitag, arü>s. 8: Kriegs- bittand. — Trafpora-Gottesdienst am 22. Juli: Grünberg: 9pz, Hungen 9fts. Lich 8. WitterungsSerichl. lOeffentlicher Wetterdienst» Wolkig bis heiter, trvckeii, keine Teinperaturänderung._ Letzte rialttn. Man bekommt sie von ihnen nur in kleineren Mengen irnd muß ldabei 400 Francs für die Tonne Anthrazit bezahlen, ioozu noch eine KoniUnssion von 50 Francs tritt. Die Weltgetreideerntt. Berlin, 20. Juli. 'WTB. Nichtamtlich.^ Die „Ost- schweiz^ schreibt: Im „Schweizer Bauer" macht der dänische Ingenieur West beängstigende Angaben über die Aussichten der diesjährigen Weltgetreideernte. Frankreich rechnet mit einer Mißernte, England wird nicht annähernd in der Lage sein, seinen eigenen Bedarf zu decken. Am besten daran sind die Zentralmächte. Die 1916er Ernte in den Ber einigten Staaten, Kanada und Argentinien, war gegen die vorhergehenden 44 Prozent zurückgegangen. Die Reserven der genannten drei Hauptausftlhrgebiete für Getreide sind erschöpft. Die diesjährige Ernte wird wahrscheinlich noch kleiner sein als die vorjährige. In der llnion wird sie auf 10 Millionen Tonnen Winterweizen geschätzt, 1916 12,4 Millionen. In Argentinien fällt die Ernte dermaßen schlecht aus, daß wenig mehr als 100 000 Tonnen für die Ausfuhr bleiben. Der amerikanische Lebensmittelkontrolleur Honver schätzt nach amtlicher Erklärung voin 3. Juni die Zufuhr und den Bedarf der Alliierten auf 840 Millionen, den der Neutralen aus 130 Millionen Bushels Brotgetreide. Die Union und Kanada werden 1917 nur 500 Millionen enr behreu können. Wie Wilsvn erklärte, wird der Ueberschuß Amerikas in erster Linie den Alliierten zugute kommen. Nach den vorstehenden Zahlen würde ft'ir die Neutralen nichts übrig bleiben, ganz abgesehen von den Wirkungen des U-Boorkrieges, welche die Frachlraumnot Tag für Tag vergrößern. Auf Feindesbodeu gesund und Schlaf wohlduwackrerStreiter,du. munter Warst noch so jung, starbst viel zu bank hin dein Haupt zur letzten früh, . , , Ruli, Wer dich gekannt vergißt dich nie’ xurs Vaterland gabst du dein Doch liegt es in des Höchsten Plan, Leben, Was Gott tut, das ist wohlgetan. Plötzlich und unerwartet erhielten wir die schmerzliche Nachricht, dass mein lieber einziger Sohn, unser guter, unvergesslicher Bruder, Schwager und Onkel miTh iVi ii! i iTi'i Hin n irnm Telefon 2077. I nwriTWrrnTr*iiiiTiynT!Tn7m7rnTn7iTm iB^ifmjfr .T ni - uh;ii*iH i H Hi L.^'.7 n nT. i , ««iiiti. l ,iif I ff ffgfffnT Tiym i Bfnn Erstklassige Künstierka pelle. Telefon 2077. Vom 21.-23. Juli Karl Gefreiter in einer Maseh.-Gewehr-Kompagnie Inhaber des Eiserne« Kreuzes nach fast 3 jähriger treuer Pflichterfüllung am 11. Juli, im Alter von noch nicht ganz 19 Jahren, den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharina Ringel Wwe. Lollar, den 21. Juli 1917. n 4 ^- Wiedersehn war seine und unsere Hoffnung! Lichtspiel-Haus Bahnhofstr. 34. <#> I ♦ ♦ # ♦ Alwin Neuss in seiner neuesten Kriminal-Novelle in 4 Akten See* ICissis der leuns, Ferner das ausgezeichnete Lustspiel in 3 Akten 5488 £va e©mta“a, Adam Hotel Fürstenhof - Siefen Auge, das mit Lieb’ und Sehnen Stets die Seinen angeblickt. Segnend mit viel tausendTränen Haben wir dich zugedeckt. Hand, die treulich uns geleitet, Die uns nichts als Liebe gab, Freud’ und Trost um uns verbreitet, Ruhet nun im stillen Grab. I3ente an