Nr. M Sei- iertel- jährll ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: für die Schrütlertung 112 Ver!ag,Geschastsstelle5I Anschrist für Draht nach- richten: Anzeiger Stehen. Erstes Blatt 16Z. Zahrgang Kettag, 20. )uli \mj Postscheckkants: Frankfurt a.M. 11686 General-Anzeiger für Oberheffen Bankverkehr: Sewerbeban? Stehen Awillingsr«nddnttk u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Such- v. SteiM-uckerei «. Lange. Schristleitung. Seschästrftelle u. vruckerei.- Schulftr. 7. Anvatzwe van Aizechen b bit T aq zum Nachmittag vorher. Seilenpretse: für örtliche Anzeigen 20 Pf., für auswärtige Anzeigen 25 Pf-, b. Plahvorfchrift 30 Pf., für Reklamen 75 Pf., bei Platzvorfchrift 90 Pf. Hauptfchriftterter: Aug. oetz. Verantwortlich für Politik n. Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt und Land, Vermischtes u.Be- richtssaal: Fr. R. Zenz; Anzeigenteil: H. Beck,' sämtlich in Gießen. mm.) (Amtlich.) Wcstlicher Heeresgruppe Die Antrittsrede des neuen Reichskanzlers- ' Reichshaasnwhrheit wohl vereinige!: lasse rroch mehr sagen. Auch Hrndmtbnrg uni Großes Hauptquartier, 19. Juli. Kriegsschauplatz. _ _ KronprinzRupprecht. Flandern nimmt die Artitleneschlacht ihven FortMng. Trotz Regen war die Kanrpftiitigfeit der zusam- mengczoaenen Artilleriemassen bei Tage und während der Nacht sehr stark. Gewaltsame Erkundungen der Engländer im Knsten- abschmtl und östlich von N p e r n wurden vor unseren Linien zum Scheitern gebracht. An der- Artois-Front war die Fcuertätigkeit an mehreren Stellen lwm La Bassöe-Kanal bis auf das Südufer der Scarpe lebhaft. Süd w est l ich von St. Quentin stü r m t c n hessische Truppen nach starker Feuerwirkung die französischen Höhenstell ungen in einem Kilometer Breite. Der Feind ließ eine größere Zahl ^on Gefangenen und meliere Maschinengewehre in unserer Hand und erhöhte seine Verluste durch Gegenangriffe, die abends und morgens vor den gewonnenen Gräben ergebnislos zusammettbrachen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Die Gefechlstätigkeit blieb meffl in geringen Grenzen; zeitweilig lebte sie in einzelnen Abschnitten an der Aisne. in der Wampnlme und auf dein linken Maasufer auf. Am Hochberg zwang unser Zerstörungsfeuer die Franzosen. Teile des dort kürzlich gewonnenen Bodens zu räumen. Am Walde von Avocourt ftihrte ein eigener Angriff zur Wiedernabme einiger tags zuvor verlorener Stellungsteile. Heeresgruppe Herzog A l b r e ch t. Nichts Neues. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgrupp-e P r i nz Leopo ld vo n Ban e r n. Die schon seit Tagen regere Feurrtätigkeit südlich von Dünaburg und Smorgon hielt auch gestern an. Nordwestlich non Luck imd an der ostgalizischrn Front brachten Stotztrupps-Unternehmen. die ami; eine Zmradme des Feuers zur Folge litten. Mhlreiche Gefangene ein. Südlich des D niestr griffen die Russen die südlich vnrr Kalusz kürzlich von ims zurückgen'nnncnen Höhcnstetlun- gen mit süarken Kräften an; sie sind überall unter schweren Verlusten zurückgeschlagen worden. Zwischen Waldkarpatbrr: und dem Schwarzen Meer keine größeren Kampffhandlrnvgen. Mazedonische Front. Zwischen Qchrida- und Prespa-See, am Dobropolie und auf dem linken Wardar-Üfer lebhaftere Feuertätigkeit. Der Erste Generalanartiermeister Ludendorff. Der Abendbericht. Berlin, 19. Juli. (WTB. Amtlich.) Abends. In Flandern dauert die Artillerieschlacht an. Herausgefordert durch die Offensive, welche die russische Armee auf Befehl ihrer Regierung trotz ihrer Friedens- beftreburrgeu an unseren Fronten unternommen hat, sind wir in Ostgalizien zum Gegenangriff üb erg e gangen. Deutsche Korps haben die Stellungen der Russen östlich von Zloczow in breiter Front durchbrochen. Der nerve Reichskanzler Hut in der gestrigen denkwürdigen Sitzung des Reichstages keine Programm rede gehalten. DoW ivcrr die Lage nicht geschaffen. Seine Aufgabe war ganz anders gestellt. Der Reichswagen war ffn Rollen; ihn anszu- halten oder in eine abweichende Richtung zu bringen, dazu vxrr keine Kraft tmffcoitbe. Mit etwas Unvermeidlichem muß man sich adfinden. Wenn eine Reichstagsmehrheit in ernster Zeit einen folgeirschweveu Entschluß saßt, einen Entschluß, der zunächst kerne Tat, sondern Nur eine:: Ausdruck der MnvUung und GesirmUNg in sich birgt, so liegt es überhaupt nicht in der Macht der Regierung, gegen einen solchen Entschluß ein zugreiser:. Was dre Reichstagsmehrheit, die sich aus den ü-ekauuten Parteigruppen z'usanrmensetzt, will , ist an sich etwas durchaus Erstrebenswertes und Verständiges: den baldigen Frieden! Wer wünschte diesen nicht! Ob die Taktik des Reichstags, mit einer solchen Kundgebung vor das Ausland hrnzütretem, richtig irnd im vaterländischen Interesse gelegen ist, das ist; eine unentschiedene Frage. Nur die Zukunft, die kommenden Ereignisse, werden uns die Antwort darauf geben. Hat doch selbst die Frankfurter Zeitung, die sich mit großem Eifer für die Politik der Mehrheit einsetzt, noch' vor wenigen Tagen erklärt, sie halte es nicht für geboten, die RewMeitung mit gebundenen Händen, irämlich mit dem Programm Scheidemanns, fllt den Fmedenskonferenztisch gehen zu lassen, solange unsere Gegner sich alle Freiheiten Vorbehalte::. Nun, der Reichskan^er wird nicht mit gebundenei: Händen mar- schievon. Er hot sich weder für eine Politik der Gebiets- crwerbungen aarsgesprochen noch- für eine solche des Ber- zuhtes. Er hat sich auch fiir keine Forinel oder Entschließung nrs Zeug gelegt. Dagegen durfte er die vor der Welt zur Tatsaclie getoordwie Mehrheitsentschließung des Reichstags in dem Sinne werten und nützen, wie es die Lage erfordert. Er sagte, daß die Grenzen des Reiches für alle Zeiten suhevgestellt werden nrützteu. Das ist ein Ziel, das jeder Deutsche im Auge hat. Wie es dUrchMrführen ist, darüber grbt es und darf es keine feststehende Anweisung geben. Es genügt, daß ivir keine Evoberungsgelüste verfolgen. Sollte der Kanzler Haare spalten und an der Mchrheits- forrml, die in ihrem Wortlaut kein Wunderwerk des Ans- druM darstellt, herumkurieren? Er tat es :richt, sondern bekundete einfach seine Auffassung, daß sein eben angeden- tetes. großes und schönes Ziel sich nrit der Stimmungstund-. gebung der weupsraasnieyryen woy: verern:geu :age. Ja er konnte noch mehr sagen. Auch Hrndenb'Uvg und die Führer der deutschen Heere, muh das ganze Volk in Wgffen, teilen diesen Standpunkt. So hat die schicksalsschwere Stunde im Reichstag gestern ivirklich zun: Saut* mein geblasen. Wir haben eine vielleicht nicht vollkommen klug politisch abgewogene, aber eine freie, stolze und wahre Haltung des Volkes vor den: Auslande erreicht. Nach irgend einer Richtung dürfen wir Gutes davon erhoffen, wenn auch die Gefahr nur zu nahe liegt, daß die Gegner den Schritt der Volksvertretung wieder freventlich in Schwäche umdeuten werden. Vielleicht aber liegt _ in dem Zusammenwir- ken von Regierung und Volksvertretung jetzt noch ein tieferer L-inn, der bisher ausgeschaltet oder verborgen !var. Die neue Lage in Rußland erfordert neue politische Ratschlüsse. Eine Gegenrevolution ist auf dem Marsche. Davon hat der Reichskanzler mit vollen: Recht und gutem Takte nicht gesprochen. Wohl aber begleitete er seine friedlichen Erklärungen mit erner höchit erfreulichen Fest?tellut:g uuseres ungebrochenen militärischen Könnens. In Ostgalizien haben, so berichtete er nach einen: Telearamn: Hindenboi-as ftm-ha Reichstag und Regierung, sowie die Drohung der deutschen Waffe, wirken jetzt zusammen. Wem wird das revolutionäre 'Rußland jetzt fern Ohr leihen, dem eroberungslustigen England oder dem, wie der Reichskanzler Michaelis mit von edler Bewegung durchdrungenen Worten sagte, „sittlich ge- läuterten, gottesfürchtigen, treuen, friedlichen und tnacht- vollen Deutschland"? Hat der russische Nachbar irgend ein Znteresse daran, daß Deutschlaich und der Geist, der in ihn: weht, anders beschaffen wäre, als es hier angedeutet ist? Bon Bede:rtnng ist noch, daß der Reichskanzler nicht nur volles Vertrauen in die Stärke unserer Heere und Fronten zu Lande besitzt, sondert: auch die regste UeberzeUguug von der zielsicheren Wirksamkeit unseres U-Bootkrieges im Herzen trägt. Auch die ffrnere dteugestalllrng tvill der neue Führer Deutschlands durchführen in dem Geiste, wie tvir e-.' hier oft .als notwendig dar gelegt haben. Rejorinen m uiscn kommen :mb Dmnhgeführt werden. Die Re g:erung bedarf bei ihrer auswärtigen Politik der Ntitwrrkung des Volkes und der Volksvertretung. Das lind Dinge, die wir oft betont und niemals zweifelhaft gelasfen haben Aber wir freuen uns doch auch darüber, daß Dr. Mupaells sich die Führung nicht aus der Hand nehmen lassen will. Darum folgt das deutsche Volk jetzt mit vollen: Vertrauen der Regierung, die die Unterstützung der besten deutichct: Männer für sich hat. wird Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. , Wien. 19. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich verlautbart: _ Oestlicher Kriegsschauplatz. Sudllch von Kalusz vermchten die Russen mit Einsatz starrer Kräfte tue ihnen entrissenen Höhen zurückzugewinnen, ^yre Anstrengungen scheiterten unter schweren Feindver- lusten. Nördlich des Drffeftr bis gegen Brodv lösten erfola- reiche ^tütztruppSirntcrnehmen lebhafiereS Geschützfellcr aus das fick, namentlich heute früh in einzelnen Wschnitten zu beträchtlicher .Heftigkeit steigerte. Auch in Wolhynien traten ofterrerchrsch-ungarische und deutsche Stotztruppen mit günstigem Ergebnis in Tätigkeit. Italienischer und südöstlicher ^ . Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Der Chef des Gcneralstabes * * * m. Deutscher Reichstag. Berlin, den 19. Juli 1917. 116. Sitzung. PväfwaLt Dr. Ka e ntp f ei öffnet die Sitzung um .3 Uhr 18 Mrnnlten. Der Präsident zollt dem aus den: Amte geschiedenen Rerchsbnrz-ler Dr. v. Bethmann Hollweg herzliche Worte des Dankes mr tem Wirien und begrüßt den neuen Reichslanzler Dr. Micha- el:s uns wüchcht ihm Glück mid Erfolg in der vermrttoortlichn: Führung der Reichsgeschicke. Der Präsident verliest ferner ein Telegramm der hellenischen Beoermgmrg m ('er Schweiz, in den: gegen das verbrecherische Attentat mff die Freiheit des griechischen Volkes protestiert wird Aus 'der Tagesordnung steht die Fortsetzung der ersten Lesung der Kredttvorlage. Die Rede des Reichskanzlers. Reichskanzler Dr. Mich aelisNachdem Seine Niajestät der Kaper mich- zum Amt des Reichskanzlers berufe:: bat, habe ich heute zmn ersten -Wale die Ehre, nrit dein hohen Hause in Verbindung zu traten. ^JN ernstester Zesrt ist die zentnersch.vere Last auf meine schultern gelegt. In: Hinblick auf Gott und im Vertrauen auf die deutsche Musst habe ich es gewagt und werde nun der Sache bienen bis zur letzten Hingabe. Von Ihnen, m!eine Herren, erbitte ich vertrauensv-olle Mitarbeit in dem Geiste, der sich m diesem Kreise während des Krieges herrlich bewahrt hat. An dem ffock'Mrdienten Mmm, der aus diesen: Posten vor mir gettanden hat, ist herbe Kritik gm'ibt nwrden. Kritik vielfach mit Feindschaft und Haß. Ich habe die Gmpfindmrg, es loäre würdiger genasen, Feindschvjft üind Haß hätten .Halt gen rächt hinter bar verschlossenen Tür. (Sehr richtig!) Erst wenn das Buch dieses Krieges eröffnet vor uns liegen wird, dani: ttferbcu wir voll würdigen' körmem, was Be.t!rnänns Kanzlersä^Pt iür Deutschland bedeutete (Sehr richtig.) Wdmr ich nicht fest glaubte'an die 0-erechtigkeit unserer Sackte, dmm. hätte ich das Amt nicht übernommen. Wir smüssen uns täglich die Ereignisse von vor drei J-ahrcn vor Augen halte::, die geschichtlich feststeyen und die beweisen, daß mir m den Krieg geznnrngen worden sind. Rußlmws Rüstungen, feinte lltinlichr Mobil,naämng loaren eine große Gefahr ftrr Deutschland An der Konferenz teilzunehmen, während deren Dauer die Mobilmachung weüergegmrgm wäre, wäre politischer Selbstmord gevusen. (Sehr richtig' rechts.) Obwvhl Sie engllschen Staatsmänner ivvhl w-utzten, iöie aus ihrem Blcmbüch hervorgeht, daß die russische Mo^ bümochung zun: Krieg mit Deutschland führen mußte, haben sie kein Wort der Warnung gegen die militari säten Maßnat'n:en an Rußland gemästet, während miein Amtsvorgängec in der Jlnstruitio:!) vom 29. Juli 1914 an -den kaiserlichen Botscbaster in Wien die Di- rettwe gab, zu sagen: Wir erfüllen gerne unsere Bündnispflicht., Er wir »rütsenes ab lehnen, ims durch Oesterreich-Ungarn wegen Nichtachtung unserer Raffchläge in einen Wellkampf verstricken zu tat len. Einhalt tun würde, ist eitel gewesen, uns der letzte Versuch', uen.Deutschland gemacht hat, durch ein ehrlich gemeintes Frie-. densangebm das Mußerste zu vermeiden, ist fehl'geschlagen. Da durste und mußte Deutschland dieses letzte Drittel wählen als erprobte Gegenmaßregel und mm auch bis zun: Arnßersten durich- sähren zur Abkürzung des Krieges. /Beifall. Der U-Bootkrirg Imster Has stich noch :nchr, was man von ihm erhofft hat. (Beifall.) Falsche Nachrichten, die aus Geheim,itzungen in die Oeffentlichlkeit gedrungen sind (Sehr gut!), haben eine Zeitlang ein gewisses Gefühl der EMtärischung hervorgerufen. Das hängt wo bl dann: nisummen, dau^voreilige Propheten die Erwartung ausgesprochen hatten, daß infolge des U-Bootllieges der Krieg zu einem hestinimten Zeitpunkt zu Eiche sein nürde. ^ie hatten den: Baterlande einen schlechten Dienst erwiesen. > Sehr richtig, lln- ruhe. Glx>e des Präsidenten. ' Ich. stelle fest, daß der U-Vaotkrieg in der Vernichtung feindlichen Frachtvaumes das leistet, was er sollte: Er schädigt Englands Wirtschaft und Kriegführung, von Monat zu Monat wachsend, sodaß den: F r i cd-e n s b e d ür fni s nicht lange mehr wird entgegengewirkt werden können. Wir können dem Weiterarbeiten unserer wackeren 11 = Boote mit vollem Vertrauen entgegensetzen. (Leb- baffer Beifall.) Eherne Herren! Ich will den Augenblick, wo ich an der Stelle stete, wo man in tvteithin hörbarer Weise in das Land hineu:- sprechen kann, dazu beuiltze::, u:n unsere Truppen an allen Fro:tt«i, zu W>ai>:er ’nn-b zu Laitde, m der Lirft mrd unter der See von der Heünat airs zu be, 7 rüßen. ^Lebhafter Beifall. ' Mrs unsere Heere unter der Leitung ihrer großen Führer in den drei Jahren geleist-t laben, das ist in der «Weltgeschichte unerhört. (Lebhafter Beifall II nd n n ser Danki ft un auslös chl i ch. (Beifall.' Aber wir denken auä' dankbar m:):msere treuen und tapferen Bundesgenossen. Dre Waffenbrüderschaft, die in beißen Kämpfen geschlossen wurde, fft erprobt und wird nicht gelöst. Do:: Deutschland wird in Bin?des- treue an de:: Verträgen and an >den Abviachungen festgehältem Die Berichte über die milit ärische Lage von seiten der Obersten Heeresl-eitwrg sind sehr gut. Im Westet^ lind die Offensiven der Engläirder und Franzosen gescheitert, und die ll^gcnangriffe unserer Heere beweise:? ihre :rngebrvch,me Krait und ihr besseres Können. ^Lebhafter Beifalls Im Ostei: ist infolge der inneren Wirren der Angriff der Millionenheere nicht zur Ams- sührung gekontmen. Es trat verhältnismäßig Ruhe ein. Erst nach- den: 'ätsche yfachirichten und Hetzereien die Soldaten in Rorßland von neuen: aitt'gestachE habe::, kam es zur jetzigen Offensive. Jlw Ziel.war^ Lemberg die Oelgruben bei Trohollwz, um :mseren ll-Lootkrieg zu schädigen. Brussilvw hat mit seiner Rticksichtsloff.-w llll und ungeheuren Opfer:: nur geringe Vorteile erzielt, und vor einer halbe:: stunde habe ich ein Telegramm des Feldmarschalls erhalten. Tiefes Taufet folgendennaßen: An den Reichskanzler Deutschen Reiches, ReichMag. Di:rch die russische Offensive irr Galizien hevausgefvrdert, hat dort heute ein starker Angriff eingesetzt. Unter persönlicher Leillrng des ff^neral feldmarüchalls Prlltz Leopold von Bavern haben Deutschs, rmterstützt durch österreichisch- ungarische Truppe::, die nrssischc Sllllmrg bei Zto^ow durMLoßen (Zwitckanrufe linrs: Stimmungsmache. Unruhe und Rufe: Pffri' Jene Vorteile von Brussilow sind dcumä: :vieder ausgeglichen Grieä«:land, d:wch Gewalt gezwungen, ist in den Krsteg gegen uns eingetreten. Unsere gemeinsam mit den kämpfenden Bnlgaren gehaltene Front hält stand. Italien wird selbst die letzte JsonzoSchlächt nicht das von illv: :md seinen Bimdesgenossen ersehnte Ziel bringen, das nämlich Ziel des WortbrUch.es war. den Besitz vmr Triest. In: KauLrsm- :nrd in Palästina hat der Kampf rvegen der Jahreszeit ausgesttzt Wenn er wieder cnrfflamMt. dann werden die Feinde das tiiri'istb" Heer nmgerilste: ffnden. .'Beffallst Ter hofnumgsvolleren Stimmung der Eweuteländer über das Eingreifen Dlmerffstrs sehen wir »ohne schwere Bedenke:: zu. (Erneuter Beifall st Wir hüben ausgerechnet. wieviel Fvachtraim: erforderlich ist. um eine neue Armee von Amerika nach den: europäischen Ko:rtinent zu schaffe?' mrd wieviel Tonnage dazu gehört, um ,em solches Heer zu ranibra' Franlreich imb England finn:ert es.selbst kcann, ohne ihre Wirtschaft zu beernträckstigew Rmb unseren bisherige:: Erfolgen ,werden wir ^ auch des Neuen Gegners Herr werden >as ist ':msere feste Ueberzmgung:md Zuversicht Bai'all' ^r und unsere Bimdesgenossen körmen alw.jeder tverteren EnNniGung der nnlckorische:: Eretgmffe :nit ruhiger Sicherheit mtgegeniefxn (Erneuter Bcffall. Und trotzdem ist in allen Herren die bom-.^we Mage, :me lange nvä? der Krieg damwn soll. Ich kvmnm fr - Sit dem, was im Mittelpnckt des Interesses wrser oller siebt' : 1 ^ hat den Krieg nicht gewollt, h-at ihn nichts gewollt, um Eroberungen ; u niadien, um ferne Macht gewaltsam zu vergrö- Vern, und darum wird es den Krieg auch nicht llanger fuhren, wenn es einen ehrenvollen iryr:eden bekommt bloß um gewaltsame Er- oberung.en zu machen. (Hört, ltznt! bei den Svffal- demokratenst Das, was wir wollen, ist in - lnre, daß w:r einen Frieden als sol ch e daß wir :hn selbst erfolgreich durch ? - letzt haben. Die letzige Generation und d kommenden Geschlechter sollen diese Krie.m ' vrnfungsze-it als,eine Zeit all e rhö chste v 7\ r reu-bigfeit unseres B-ol ke-> ^ und intfcTET: Syc-ere ijt ® ; c*idjtni$ fvr-jwüteit für bie Jahrhunderte. (Lebhafter Beifall.) I» hiejfem Geiste taollen mit in die Berhand- lärwyen ein trete n, wenn es Zeit ist. (Verfall.) -Meine Leeren! Mir können den Frieden nick) t noch andre ten. (Zusttm-mung.) Die ,'ö, die einmal ehr- M» und sriedensbeteit ausgestreckt mar, bat ins Leere gegriffen. vErr»c»te Zuftininmug.) 2tzenn wir es möglich machen, dann tu li s Sen wchlr in ctftcr Linie erreichen, daß die Grenzen §w<5 Detttsckxn Reiches für alle Zeit s i ch e r g e st e ll t werden. (Lebhafter Beifall.) Wir wüssen im Wege der Berstaiwt v«rng (Beifall lurks und rm Zentrum) und des 2lusgleicltS, die Le - LenÄstdrugungen des Deuffchen Rcickres auf dem Kontinent und lle-biersee garantieren. Der Friede muß die Grundlage für eine banenti* Bersödntmg der Völker Werdern -Lebhafter Beifall Wir müssen der werteren Verfeindung der Völker durch wirtsckmstliche Absperrunaen vackeugen. (Beifall.) Wir müssen ams datmr sichern, daß der Wtoffcnbund unserer (Gegner sich -zu einem wtrtschaltllchcn Trutzdündnis gegen uns auswächst. Dietse Ziele lassen sich im Rahmen ^tzrer iRMolution, wie ich sie auf fasse, erreichen. Wann die Feinde ihre Erobernn gsg cln lt e, ihre Niederwcrfungsg elüste aufgegeben haben! um d eine D e r h a n d l n n g w ü n s ch e n, d a n u ist das gesamte deutsche Volk und die deutsche Armee mit ihren Führern, die mit Ihrer Erklärung einverstanden sind (Hört, hört! links nnd im Zentrum!, darin einig xd aß wir den Gegner, der die Fühler ausstreckt, fragen was er uns zu sagen hat. denn wir wollen ehrlich und fr: c- densbereit in die Verhandlungen eintretem Befall.) v . Mcüve Herren! Bis dahin ntüsstn wir mchig, geduldig und Mtutig aushorvcn. Die gegenwärtige Zeit, in der lvir leben, ift auf dem Gebiete tmserer Ernährung die schwerste, die wir bisher durchge macht haben. Der Monat Juli war der , ckltmmstc. Las wußten wir. Die Trckeicheit lMtc das Wachstum aufgehalten, 7nnd es hat in der Tat vielfach bittere Rot geherrscht. Ich taten «ber tue klare Zuversicht aussprechen, daß in kurzer Zeit eure Gr leichteruug eintreden wird und daß dann die Bevölkerung wieder wirb reiclsticher versorgt werden können. (Bravo! und aft vorsichtig vertuenden. dann wird auch die Firtterknappbnl ülur- wunden loerderr ,vor der wir sonst stehen. Es ist in diesen drei Kriegs sahven der Beweis erlnacht worden, daß selbst bei einer schlechten Ernte, lvie cs die des Jahres 1916 war, Deutsrlüand überhaupt nicht ausgehungert werden kmm. Bei straffer Erfassung itind bei voller Rationierung reichen die Vorräte, und das ist ein unberichenbarcr Vorteil gegenüber England. Es hat in weiten Kreisen die schmerzlich' Erf-ahnmg gemacht werden müssen, daß infolge der Kriegswirtschaft das Verhältnis der.Bcvöllerung in Stadt und Land me Trübung erfahren IxU. Hier muß uubediugt Aufklärung eriolgen. Bein richtig N Wir Niüssen in erster Linie die Land!virtickast davor bew-alren, daß in dem netten Wirtschafts ^'olau die Rationen, die ihr zngemessen werden, bcsotrders auch iür das Bieb. so geregelt werden, daß es von vorntwrein nicht aus- oeschloffen ist. damit zu reichen. Sehr riastig!) Das rvar ein. Fehler des vergangenen Jahres. (Sehr richtig!), der glatt zugegeben wird, demi das har natürlich zur Folge, daß iwvvendigerweist und darum enn'ckmldbarerweise (^setzesübertretungen vorkanien. Es muß auch die städtische Bevölkerung die großen Sckiwierigfeiten nrürdrgen. miter denen die Landwirtschaft in der Ariegstvirtschüft letzt zu leiden hat, und umgekehrt nrnß überall in der ländlich'N Bevölkerung volles Verständnis dafür entstehen, wie groß die Not in der Industrie, in der industriellen Bevölkerung und in den (Großstädten ist. (Sehr richtig!) Wenn das geschieht, dann lvird rne Annähemmg erfolgen. Es wird der eine für den anderen; das leisten ,lrms er bmn. und wozu er verpflickstet ist. Die er- watlicktze Ericheinung der Verpflanzung von Huuderttausenden von Schullindertt auf das Land kann es viekkeicht z-urückgewinnen. L8>er ivrr müssen auf alle Weise dafür sorgen, daß dieser (öegew'atz gemildert und ausgeglichen und Idaß er beseitigt wird. (Sehr richtig?) Meine Herren! Sie können von mir, der ich erst fünf Tage im Amte bin, nicht envorten. daß ich mich über die schwebenden Fragen der inneren Politik heute erschöpfend und abschließend äußere. Alber ich will doch solgenoes sagen: Nack dem Erlaß der allerhöchsten Botschaft oom 11. Juli über das Wahlrecht in Preußen stelle ich mich selbstverständlich aus deren Standptrnkt. Beifall links.' Ich halte es für nützlich nnd notwendig, daß zwischen den großen Parteien nnd ttr: Regierung eine engere Fühlung herbeigeführt lvird, und bin! bereit, soweit dies möglls rst, ohne den bundesstaatlich'.en Charakter und die kom'trtutionellen Grutchstagen des Reiches zu schädigen, alles zu tun, was dieses ZusammeNorberten zu einem »virkungs-i vollen macht. Ich halte es auch für wünschenswert, das vertrauliche Verhältnis zwst'chen dem Parlament und der RegierMlg dadurch enger werßen zu lassen, daß Männer an die leitende Stelle gerufen rverdcn, die neben ihrer versöhnlichen Eignung für die leitenden Stellen auch das volle Vertrauert der großen! Parteien der Volksvertretung genießen. Sclbstverständlich ist alles dos unter der Poraussechuitg möglich, daß von der anderen Seite anerkannt wird, daß das verfassmigsnrcißige Recht der Reichslei- .ung zur Fnhncng der inneren Politik incht gefchnr-Äert werdm darf Beifall rechts.^ Ich bin nicht willens, mir di^ -Führung aus der Hand nehmen zu lassen. (Beifall aut versch-iet^nen Seiten des >>ames. Bewegung.) Wir fahren in »oildbewegter See und gefährlichem Fat. r wasser, aber das Ziel steht uns leuchtend vor Augen. Das, was wir ersehnen, das ist ein neues, ein herrliches Deutsch -- land, nicht ein Deutschlands das mit feiner Waffengewalt die Welt terrorisieren will, wie unsere Feinde glauben, nein, ein sittlich geläutertes, ein gottesfürchtiges, ein treues, ein friedliches, ein machtvolles Deutschland, das wir lieben. And für dieses Deutschland wollen wir kämpfen und leiden! Für dieses Deutschland wollen unsere Brüder draußen bluten und st erben. Und um dieses Deutsch land wollen wir kämpsen, allen Feinden zum Trotz! Mseiliger lebhafter Beifall. - Tic Redner der Parteien. Abg. Fe hre n bach^Ztr brinm im Aufträge des Zentrums, der Sozialdemokraten und der Fortschrittlichen Volkspartet du: bekannte Entschließtmg dieser Parteien ein. Mit dieser Entschließung verkündet das deutsche Volk seine Bereitschaft zu einem iür alle Teile ehrenvollen Frieden. 'Beifall.) ES ist kein Friedensangebot, nur eine Friedenskundgebung, die nicht als Schtväckie ausgedentet werden kann, denn wir find '.u n'. Schlagen bereit u n d zum Siegen befähigt. Nun haben rmsere Feinde das Wort. Weifen die Gegtrer die Hand zurück, so Irr :cb das deutsche Volk in direktem Zorn aufflammen und brweiien, daß cs in feiner Einigleit unüberwindlich ist. Wir ?vüusck»en das gleiche Wahlrecht auch in Preußnt: ohne innere .KvnryK muß cas Versprechen bald erfüllt werden. Bei der parla tMnrartschen Regierung nwllii, .mr die Rechte der Bmtdcsstaaten und des Kaisers wahren. Das Amt des Reichskanzlers hat in den Tstrrnifsen der letzten Wochen den Inhaber ^wechselt. Jeder Krieg »rdert seine Opfer ES hat etwas Tragisthes an sich, daß trr^trr siel, der stets für den Frieden eintrot. als es stch um bve F-ri^densartivn handelt» und um die Vermehrung der Volks- recht» Seine '-erdtenstie wollen wrr dankbar anertennen. (Lebhaftes Bvavo!^, muh wenn sie nach rechs).... 'höhnisches Gelächll-r, Er bat das deutsch Volk hLuftg durch seine lieft)icrch daästen Red-m aestärkt und zur Begestterung fortgerrsseir lind das soll ihm nicht vergessen werden. Dem treuen Reichskanzler kommen wir unt Vertrauen entgegen. Wir hoffen, daß ihm geling»m wird, das deutsche Volk in Geschlossenheit zusammenzu^ llmllen und den Frieden lterheizust'ihreii, der die frete poltttsche intd wirtschaftliche Cntwickltmg des deutschen Volkes sichern und rn seinen Grundlagen eine Versö'lmung der Völker erhoffen laßt, lBravo!' Wir wollen stets gerüstet sein. Unsere Heere nnd rmsere Flotte, denen nur in Betvnndertnrg nnd Stolz und herzlicher Dankbarkeit ged»mken, wollen wir erhalten. Sie weichen imd wanken nicht, und ihrem Beispiel lvird die Heimat folgen. 'Lebhafter- Beifall.) ^ . _ . . . Abg. Scheide in a un (Soz.): So sehr wrr dett früheren Reichslanzler Dr. v. Bekhnrann HoUiveg bekämptsten, so erellxift und widerlich war die Art seiner Bekämpstmg. Das gleiche Wahl- reckst hat er »ms gebrachst, l-iemand bat die OMeulltchkert IM? täuscht, wie die „Deutsche Tagesztg.". deren Mitarberter Graf Renentlolv der Hairptanstiftcr des Vkrieges mit Amerika war imd vielleicht nicht dieses Krieges allein. Blau meinte, der U-Boot- krieg könne den >hrieg noch) in diesem Sommer beenden. Drefe Illusion ist znfa m men gebrochen, ivcil sie znsamNienbrechstii nrußtr. Zurufe rechts: Stellen Sie sich doch nicht unwiffender als Ste sind! Unruhe. Präsident Dr. Kärnpf rügt diesen Ausdruck? in der Verteidigung s i n d w i r u u u b e r tv t n d b a r. Wäre dieses Croberungsgerede uns erspart geblieben, io hätten wrr weniger Feinde in der Well und vielleickst längst den Frieden. Was die Resolution ansspriäst, ist lange geistiges Gemeingut des ganzen: deutschen Volkes. Mögen die seindlicheli Völker wissen, daß wrr kerne Groberungsplline haben, sondern den direkten Frieden lstiben wollen, der durch internationale Reckstsgarantien 'gesichert ist. Wir können denr Morden schon ulorgen ein Ende setzen. Lehneir die offent1ich erst nach dem Kciea. Den Frieden haben ioeiugcr die RegtornngoN zu schließcnj lals die Völker vorbehaltlich der formellen .Hand hmaen der Regierungen. Bervegungcn wie die altdeutsche müssen künftig unmöglich sein. LÄr erstreben jetzt eine »irmmtige sttmdtwbung, Klarl-eit muß geschaffen werde,! über jeden ernzelnon. Daher werden nur namentlich abstimtnM. Eist Friedensangebot soll dic ReZolutron nicht sein. DaKu hoben wir keinen Anlaß mehr. Sie ist kein diplvmatisckies Werk, sondern eine schlickste, gradlinige >bundgeblmg. Mit Genug tuung stellen wir fest, daß sich der Rcick»kes das Versprechest darstellt, bewälrrte Partamentierer zu den leitenden Stellen heranzuziehen und die Schaffung eines Kriegs- oder Friedensrates. Mit tßewugtuiung stelle ich s-vst, daß der demokratisäfe Gedanke in Deutschiland in den letzten Wochen einen starkeii Schritt oorwärts gekountren ist. Unsere siegreichen Artneen halten die Fvonten. Die Heldentaten niffeoer Flotte vernehmen wir täglich. Rulstg läßt tms die Heranwachsende Ernte in die Zukmtft blicken. Wir wollen undwerderc durch halten brszum.sieg- rei chen Ende. Wir gedenken aber auch der unendlichen Opfer, die der 5krieg gefordert hat und erfordern wird. Da müssen ivir uns überlegen^ ob das, was bei einer etwaigen Fortsetzung dcT' Krieges gewoiruett werden kaaur, die Opfer lvert ist. Wollen unsere Feinde nicht, so wird unser Volk in Waffen lvie in der Heimat lveiter durchhalten, wie ztwor. (Beifall/' Eine neue. Resolution. Dizchwäsident Dr. Paaschc tellt mit, daß eine weitere fliesolution eingegattgeu ist von der unabltä-ngigeu Sozialdemokratie. Es ging eine ^ltesolution ?llbvecht stmabhg. Soz.) ein, welche die sofortige Einleitung von Frtedensverhmtdlungen und den Friedelis- ichllrß auf Grund des Selbstbesstmmungsrechts der Völker über die -Sühne des begaugemm llnrecksts fo'vie die sofortige Anfhebimg des Belagerungszustandes und die Schaffimg einer' sozialen Republik fotchert. (Lachen rechts.) Abg. Graf Westarp (konfZ: Wir begrüßen den neuen Reichs lanzler ui feimrn Amte und sprechen den aufrickstigeu Wurffel' aus, daß es ihm (wlingen möchte', die (Geschäfte d^s Reiches mit vollem Erfolg zu stihreu und die inttere Kraft des Volkes zusammen zufafsen. Jede Bektutdung nuferes Friedenswillens wird als pichen unseres dttederbruches gedeutet. Dadurch lvird der Krieg nur verlängert und wir bedauern daher diesen Schritt. Er sichert nickst unsere Zukunft, er entspricht nicht unserer Datrkbcrrkeit für unsere Truppen und chre Führer. - Widm'pruchj .i Zu Friedens Verhandlungen lvird Deutschland bereit seit!, sobald die Feinde ilnter Verzicht ans ihre Forderungen sich zu Verhmrdlungeu ab- dreten. Daun lvird der Frieden lo gestaltet lverden müssen, daß er Derttschlands Grenzen schützt. Ostpreußen darf nicht wieder den lsreueln eines russischen Feldztiges ausgesetzt werden. (Bravo! Durch Verständiguttg, dte ans dem guten Willen der Feinde be ruht, läßt füll dieses Ziel nicht erreichen. Die Entschließmig, entspricht nicht unserer Auffassung. Wir leitnen sie daher eitfftmmig ab. (Beifall.) ?lbg. Prinz zu Schönaich-Carolath (nat.-lib.): Für Herrn von Bethmann Hollweg haben lvir trotz aller Meinulrgsoer ckstesden'heiten volle Anerkennung für seine großen vaterländisch.-n T^wdieuste. Wir haben uns enffchlosstn, die Resolution abzulehnen. Sie würde von den Feinden ebenso lnißvcrstanden und entstelti .lverden, wie es beivi Friedensangebot vom 12. Dezember 1916 geschehen ist. Unsere straft ist tmgebrock:en Unauslöschlich ist tmser Dank für die militärischen und wirtschastlickiien Leistungen unseres Volkes und seiner Verbündeten. Unsere Truppen stehen noch in lluüberlvindlichkeit m Frntdesländ An ihrer Tapferkeit zerschellt jeder Ansturm Die Leistungen unserer ll-Boote haben tmsere Erwartungen nicht mrr erreicht., fmt&ent sogar übertrvffen. Mit. voller Zuverischt sehen wir der Zukunft entgegen. Aber auch heute noch bekennen wir tms zu dent Satz der Thronrede vom 4. Augult 1914, daß uns nickst Evoberungslu sttreibt. Wir lind zum Fr>e^ densschluß bereit, der dem deutschen Volk volle Wahrung setner Grenzt und eine dauernde Versöhnutrg der Völker gewährtet stet. Vizepräsident Dr. P aas che teilt mit, daß über die Resolution uaweittlich abg-estintiltt werden lvird. Abg. Mermuth (D. Fräkt.): Die Mehrheit meiner Freunde wird die Resolution ablehnen. Wir hegen zu Heer und Flotte und >zum Opfermut unseres Volkes das Vertrauen, daß wir unseren Frieden ertämpsen lverden. Erwägun-gerc über Kriegsziele sind bet unserer Stellungnahme nicht lnaßgebeiid gewesen. Abg. .Haase junabh. Soz.': KlarlMt hat die Rede des neuen Neichslanzlers nicht gebracht. Sie iwar eine lchstiche Verben gütig vor der Resalütivu, aber nicht ohne Vorbehalt. Tr. .Michaelis ist der Vertrauensnrann Hindenburgs und Ludeudorffs und diese sind gegetl die Resollrtio-n. Tie Ernennung deS^ neuen Reich.ö- tauzlers war eine Brüskierutrg des Reichstages. Erst nach seinenr Schluß sollen die treuen RegierungSmänner ernatmt iverden. Die Tem'bkratisieaung Preußens Und des Reick'es ist nötig. 2ie wird al>er nur durch- den .Komps erreicht werdeit. Tic Resolution enthält nichts über das Selbstbestnntnunffsrecht der Völler. Wir fordern allgetncine Abrüstung. Tie Sonderfriedrmsr.'rbandllmgen, die vo>i den drei Offizieren versuch! wurden, sin d'^ -l t Ar beiterund Soldaten rat als .stränkung ernpiuudeu uwrdeu. Es handelte sich italtci mit einen geheimen Dondern-assenstillstand. Ter^Ar- berter- und ^oldatenrat loih aber wie lvir ctium allglwveinen.Frieden. Wir haben uichit das Vertrauen zur Regierung und lehnen deshalb dic Kredite ab. Was Liebknecht gesagt hat und wosttr er im Zuchthaus gepeinigt lvird uird mft Schuhmack'/erarbeilen besckstis- tigt wird)d as sagen heute Hunderte nach ihm. Pfuirufe, Lärm, fortgesetzte Rn.se: Mau lässt ihn verhungern. Große llnruhc. Wiederholter' Ruf: Er himgert. Präsident Tr. Kämpf rügt diesen lusdruck. Abg. Rühle wiederl>oll seine Worte. ^Tie Massen in Italien, Rußland und Frankreich wollen den Frieden lvie die Massen bei uns. Tas beweist auchj' die Fraternisierung an der Ost- sroitt. Wie wollen wieder wirken im Interesse der gemcinsantau Kultur. Mg Savda (Pole): Wir halten an unseren früheren Erklä- rmrgLN fest, nach detren üstr es als das natürliche Recht eines jeden Volkes ansehen, sich ungehindert nach seiner Eigenart zu etttwickeln. Wenn diese Erkenntnis Genreingut 'der Völker wird, dann wird es Frieden geben zum Woble und Glück der ganzen Menschheri'.- Tie Friedensbewegung sti der Resolutwu begrüßen auch nstr. Im übrigen aber erfüllt die Resolution nicht imsere Grundsätze imd lvir enthalte ünrns der ^lbstimnunrg. Abg. Haussen (TaneF Im Vertrauen daraus, daß nach der Beendigung des .Krieges auch ben Nordschleswigern ihr Recht lvird, stimme ich für die Resolution. (Beifall links.) Damit schließt die erste Lesung. Ist der sofortigen zuweilen Lestmg wird olstie Ausspiachc die Kredit Vorlage in einifacher Mstimmuug gucken die Stimmen der äußersten Linken angenomtnen. Die Resolution der unabhängigen Sozialdemokraten wird abgelehnt. lieber diie Resollrtion des Zentrums, der Sozialdemokraten nnd der Forffchrittlichen Volkspartei wird,namentlich abgcstimmt. Es stimmten von 347 Mgeordneten 214 für die Resvlution, 116 Abgeordnete dagegen. Sie^ehn Abgeordnete enthalten sich der ?lb- stim'mstng. Die Resolution ist somit angenommen.^ (Lebhafter Ben.) Abg. Dr. Südeknm (Soz'erklärt, daß er für die Resolution, gestimmt haben ivürde, wenn er im Saale gewesen wäre. Llbg. M o v e r -- .Kautbeuren beantragt die sofortige dritte eL- sung der streditoorlage. ?lbg. Ledebon r (imabh. Soz.) widcismicht, mlterstützt von wehr als 15 MitgliLdern des Hauses, der sofortigen dritten Lesung. Diese kamt somit heute nicht ersotgem (Rufe: ^>reg der Unabhängigen ! Heiterkeit.'' Nächste Sitzung Freitag. 1l Uhr vormitta-gs. Tagesordnung: Anträge, Nest der heutigen Tagesordnung. Schluß 7 1l!hr 45 Mimrden. Die neuen Unruhen in Rußland Eine Erklärung dcs Mj»nifterpräffdenteu. Petersburg, .18. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegraphenagentur. Der VLinistcr- präsident Füstst Lwow hat am 17. Juli an alle Regie- rungskommissare in der Provinz folgende Zirkulardepesche gerichtet: Als Antwort auf Ihre Anfrage im Ministerium des Innern teile ich Ihnen mit, daß die Gerüchte über die Verhaftung der Mitglieder der vorläufigen Regierung falsch find. Was die Aufrufe anberrifft, welche dazu auffordern, mit bewafftieter Haird dic Regierung zu stürzen mrd alle Macht in die Hände der Arbeiter- und Soldatenrätc zu legen, so halten diese Aufrufe den Charakter eines unverantwortlichen Vorgeheps der Anhänger der ezstremen Ni'inderheit. Sie wurden von der Bevölkerung feindlich aufgetwmmetl. Gleichzeitig ergreift die Regierung in völliger Uebcrein stimm ung mit den Arbeiter- und Bauern raten Maßnahmen, dic dahin zielen, die Ereignisse zu beschwören, welche eine unglückliche Rückwirkung auf den Staat haben könnten. Die Ereignisse von gestern und heute unter- breiten wir vorläufig der Besprechung über die Bildung der Regierung rm ganzen, aber nach der Beendigung der Ihr ruhen werden die Besprechungen alsbald wieder aufgenom inen, u in ein Kabinett zu schaffen, in dem, w i e i nt vorhergehenden Kabinett, Vertreter der verschiedenen politischen Richtungen vertreten sein sollen, lvas die ausführenden Ausschüsse der Arbeiter- und Soldatenräte vollkommen billigen. Ainsterdam, 19. Juli. (WDB.) Der ,L)aily Chro- nicle" meldet aus Petersburg, Fürst Lwow stellte Bedingungen für fein Verbleiben im Amte. Die Schw ierigk eiten der Volksernährung nehmen zu. Ein neuer Aufruf des Arbeiter- und SoldateuratcS. Petersburg, 17. Juli, iWTB. Nick:tam11idadetteitmiuisters'erinnert und an die gemein- mrmsamen Erörterungen des' Arbeiter- und ateurates und des Bcmernratcs zur Lösung der Krise, Erörterungen, die durch Kstnd- gebuugcu ustterb rockten wurden. Beioaffnete toter bis samt Tau- rischen Palais, wo die Mitglieder des f)lll-SsckM.ffeS tagten, und rcrlangieu, daß diese die ststacha tu ihre Hand nälnuan. Aber gerade dicienigen, die nach der Mackst erlangten, Ijciftl es in der Entschließung, um reich je ersteu, die -gegen die. Rtgckst auftreten Der Ausschluß des Arb etter- und Soldatenrates imd der Bauern ganz stkustländs weis! mit Entrüstung alle Perstvckv zurück, ssiueii Willen durck' einzelne Tru-ppenabtettimgen zn lmeinftussim. Tie Verantworttmg für das Blut, das atu den Straßen Petersburg - vergossen wird, trifft diejeui-gen, die es wagten zu ivrautaftnt, daß zst diesem Zwecke Bewaffnete auftrettm. Äwe diese Hatrdltmg,'ii sind mit Rücksichlt auf uufer retmllttlonäves Heer, das an det Frotck die ErrungensckiaftM der Rewollttton verteidig-t. Handlungen dcts Verrates und der Niederlage. Jeder, der den Willen der lternsenen demokratistben Organe zu beeinslnssen s.uM, und i«der, der Zwietracht rn diesen .Knstsen sat, führ! einen Tolchsttckt in den Rüchen des revolutiionänen .Heeres, da» gagen die Trnpoen KaAer t&ntrft ÖniinchtteBamg ttjenfcel sich bmui «SSL^JcSS 11 *^ 51 , 2lat#eKüen bet ZersiPiung, die das ganze «nWfett bei Nattvn henchsetzen. Tie AsEndffc des Arbetter- uiw >^oldEn rotes imd der Bauern verlangen em für allemal, datz allen derar-ttgeu .Hand^nuAnr ein Ende qemockrt nstrd, die die Ret»inttonare Petc-rsbnr;s entchren Petersburg. 19. IM. ,WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger ^elegiapht n Ageuttir: Die gemeinsame Versa nun lang des Ausschusses dr^s Arbeiter- und Soldaten rotes >mw des Anslchusses der B a nern vc r t re t cr bat heute nacht die dmtch dr-e^Mmisterkrise gesckrassene Lage besprock>en. Sie hat H 1 "'Ickln'üung anl^enommen, in der erklärt wirb, das; der e>MlarU'i im Einoerständnis mit derl genannten Ausschüssen zu lxiprechen. Die Entschließung erklärt, das; bis zur erfolgt .omng die gesamte Regierurigsweit bei der gegenwärtigen Re- grerirnq nerlu erben müs,e. die nach den Beschlüssen dos letzten all. >remtgnis,e in Petersburg und beschloß mit 442 gegen 24^ Stimmen, in ^Noskau alle Straßentttudgebungen ui verbieten Ein Kampf auf dem NewSkh.Prospekt. London, 18. Juli. (MTB., Das Reut-ersche Blnrecrn mefort ier lvilrdeu fünf Personen gotötei n.rtd 26 verwundet. Mau glaubt, daß die ^ittscheidung^ chrischien den feindlicheit Parteien unmittelbar Sk obelew ist aus dringendes Ersuchen des 'Mmsterpraschenten Lwow von der Front znrückgetehrt, i'm seinen Einfluß auf die Arbeiter geltend zu machen. Rack> einem andern Bericht des Rente rscksen Bureaus drangen am 18. Juli uni 1 lkhr morgens Abteilungen der - Earderegimenter Jsmailon^ch und S-imeonowski in den bäurischen Palast ein, stimmten die Marseillaise an imd vrächten Hurraritse aus die Zentralbehörden des revolutionären Rußland aus. Tscheidse Und Skvbelew hielten Ausprackien an die Soldaten, wobei Skob-elew aus den Unterschied zwischen Demokratie lind Anarchie hinwies. Petersburg, 18. Juli. (P.TA.) Unter Ausnutzung der infolge von Mermrirgsverschiedetcheiten über die Kag'e der Selbstverwaltung der Kreise irusgebrockPenen Militär- kr ise lwvansbalteten einige Einheiten der Petersburger Garnison unter dem Einfluß der Propaganda der sozialdemoikrati s chen Maximalsten am 16. Juli gegen 9 Uhr abends eine Reihe bewaffneter Ku udgebu ngen, die sich den ganzen nach- üen Tag über hinzogen. Eine )Heihe ZusammenslÄße zwischen dresen Truppen und 'Anhängern der Regierung fanden statt Es gab einige Verwundete. 2l m nächsten'Morgen ließ die Re- 'ttermtg erneu Befehl anschlagerr, der jede .Kundgebung ver- intt. Der Arvsschuß des Arbeiter- und Soldaten-- rates und der Ausschuß des Rates der Bauen wer treter veröffentlichten ihrerseits einen genreinsaaneii Aufruf an die Soldaten mit der Erin-cchnung, sich jeder Kundgebung oder bewaffneten Uirternehmung Kn enthalten. Die der Regierung über die llnrnhen in der Stadt und dmi Bororteii am 17. Juli zugegangenen Berichte lassen erkenneii, daß dveser Tag unter sehr großer Erregung ver gangen ist. 2ln verschiedenen Stellen wurden Tote'und Verwundete gesunden, lim 8 Uhr abends itxrr die Mchc rn der Stadt wiederhergestell t. Ern vom Ministerpräfidettten Fürst Lwow cm die Re- g lerrmgstommifsare in der 'ßrovitiz gerichtetem Rrrndtele- granrm sagt itber die Evei.gnisse am 16. imd 17. Juli u. a.: ^ 17- seien in Petersburg mehrere russische Einheiten aus Kronstadt. OranieiibaUm imd Peter- Hof angedommeii. denen sich zu Mittag drei Regimertter und em Grenadcerbatailliorl der Petersburger Garmstni an gefchlossen hätten Begleitet von einer imgeheiireu bewaffneten Menschenmenge, hätten sich diese Einhertenr zu einer bewaffneten Kundgebung zum Taurischen Palast begeben. Gleichzeitig seien zahlreiche bewaffnete .Arbeiter aus die Straße gekvarmen. Tagsüber habe es an verschiedenen Stadtteilen Revolver-, Gern ehr-nnd Maschirrengewehrfeuer gegeberr. Tote und Verwu ndete feien ausgefuuden woroen. Um 6 Uhr abends hätten Truppen und bewafsriete Arbeiter versucht den Minister Tscheretelli zu verhaften. Sie hatten sich des AcLerbaumirrifters T schern ow bemächtigt, oeutc trugen die Matrose» Banner mit Auffchristen gegen die Regierung durch die Stadt. In einem Auszuge sah man auch ein Banner des Kroustadter Auarchistenklubs mit der Aufschrift: .,W e g mit der Regierung! Es lebe die Kommune!" An einer Ecke des Newskp-Prospekles wurden wre in der vorigen Nacht, Schüsse abgegeben. Unmittelbar dararkf feuerten Maschinengewehre blind darauflos. Es entstand eine allgeineine Pachk. Die Zahl der Verletzten ist noch nickst bekminl Auch aus dem Litenv-Prospett wurde geschaffen. Petersburg, 18. Juli. (WTB.) Meldung des Reu Die englische Festsetzvug an der Westküste Frankreichs. C Stockholm, 19. Juli. sWTB.1 „dcho Daaligt Me- ^nda'' brnigt unter der Ueberschrift „Englarw gcDeukt den Krwg noch ^rchre zu führen" folgende MitteiLwrg aus Rist terdam: Aus sicherster Quelle erfahre ich, daß die Eng 1 and er sich kürzlich dirrck, emen Vertrag das Ver fu üungsrecht über die Schiffswerften in den fr an zofischen Städten an der Westküste für weitere l r ydes Vorfalles, bei dem eine umlsugbare Verletzung der nieder!äridischen Sonveränität imd Neutralität stattgefanden hat, aufmerksam zu machen. Der Gesandte immv auferdeni beauftragt, bie Hoffnung mszusprechem das; die britische Regierung für das Borgesallene .-pemäf dem Völler reche, insbesondere Artikel des Vertrages über Recht mid Verpflichtung der neutralen Mächte im Falle eines Seekrieges, vollständige ^nugtmmg gewähren wird. Ein Druck Amerikas auf die Neutralen. Berlin, 19. Juli. (Privattel.) Die „B. Z. am Mittag" melbet aus Kopeiihag-en: Die Vereinigten Staaten vori Amerika verlangen die Einstellung der Ausfuhr folgender Lebensmittel aus H oll and und Skandina- v i e ii nach Deutschland: Blttter, Eier, Käse, Fleisch. Fleischwareii, Fische, kondensierte Milch, Gemüse. Friichte, Karlofseln, Mehl, Zilcker imd Kaffee. terschen Bureaus. Ein außervrdenllick-er Kabiuettsrat beriet über den Antrag, den Sitz der einsttveiligen Regie- r u n g n a ch M o s k a u zu verlegeu. P e t e r s b u r g , 18. Juli. (WTB.) Meldung des Reu- tench. Bureaus. In den B u r e a u s d e s G e n e r a l ft a b s und auf dem Platz vor den W i n te r p a l a i s lagern Regie r u n g s t r u p pe n. Kanonen sind ausgestellt. General Polotjew bleibt in enger Fühlung mit seinen Soldaten Berl iri, 19. Juli iPriv.-Tel.' Die „B. Z. am Mittms" leru±.,tct aus Stockholm: s Jted> einer Aäeldu-ng ans russrscher Quelle r-auerlen die Petersburssr Unruhen auch w der Nacht 9 DU 18. Juli an. Ein Ariedeusvorfchlag des Papstes ? Berlin, 19. Juli. (PrivEel.) Die „B. Z. am Mittag" berichtet aus Zürich: Die „Zürcher Post" meldet aus Wu: In Vatikanisck>en Kreisen wird versichert, der Papst werde am Jahrestage des Ausbruches des europäischen Krieges eine neue Note mit einem nochmaligen Fr i eben s- v o r s ch l a g veröffentlichen. Seekrieg. Neue N-Boot Erfolge. Berlin, 19. Juli. (Amtlich .) Neue 11-Bvots-Erfolge in der Biscaya und im Atlantischen Ozean: 21000 BRT. Unter beit verseirkten Schiffen befanden sich ein uiibekannter bewaffneter beladener Dampfer von mindestens 4500 BRT., von Fischdanipferii gesichert, ein beladener Danipfer, der cnrs einem Geleitzng herausgeschosseir wiirde. Die Ladimgeii der übrigen verseirtten Scksifse bestandeii, soweit sie festgestellt werderi konnten, aus Stückgütern, Kohlen und Tonerde. Der Chef des Admiralstabes der Marine. * London, 19. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Reutermel- dnilg. Die Admrralftät meldet: In der vergangenen Woche sftid 14 Schiffe über nnd vier unter 1600 Tonnen versenkt worden, 12 wurden erfolglos angegriffen. Acht Fischdampser wurden versenkt. Bern, 19. Juli. (WTB. Nichtamtlicki.) Nach einer Meldung des „Petit Parisien" hak ein deuffches U-Boot am 19. ^ 5 ult den französischen Patron illendampfer „Euard Cordte res" im östlichen Mittelmeer verdenkt. Der Kommandant, ein Offizier und vier Matrosen sind um gekommen. bürgenneisber von München, Leipzig. >dstn, Stuttgart, Nünt- bevg^ Hcrmrvver. Kasse! und Charlottenburg beiwohttten, machte Herrn v. Batocki vvu ihren Beschlüssen sofort Mil kerlung, worauf in alleii Teileti des Reiches die Ausfuhr Verbote aiffqel>oben wurden. Bei uns hier in Gießen tuacen die AitsfuhrVerbote sehr ^^^brend. Mir konnten kein Obst, kein (Gemüse, keine .üirschen oder Heidelbeeren aus dem nalxni Preußen be ziehen. Jetzt wrrd das airder«. So bekommen wir jetzt imon Gemüse aus der bityrischeii Pfalz * { ' c,v’/ l>i>n Brot au Stelle von >k«rloi- -/0t Rücksicht daraus, daß die .Persiovgungs.;eit für du Karwffcln aus der Ernte 1916 ab^elam'-en ist im dmil oem jregn mäßigen Eintreffen von FrüWrrtoffeln noch nützt gerechnet wer ( Ulr ^ aus die Kartoffel marken der ^tadk Gießen rin ^^^ültig vom 16. 22. Jllli 1917 und du- HO Weckte tyti 1917) bis auf weiteres ;e ein Pfund ^■pot durch me Backereigeschäste ausgegeben, smoelt KartoffAu lei den .gartonelhaudbrn nicht zu erhalten smd. Tu- Marion-! iAufdruck .„WockLnkarwiselmarken Sondcrau ? gave> bereck llgen zum Bezug von je eimnn b ittren Pfund Brot, wwest Kavt^ünln nicht zr, erhallen sind. Mit dem Ablaus de-> te; Rüs. Verlierer, die W-rchentürtofstHmarken ihre Gülkigkeil «.die am 21. d.^Mts. zur Ausgabe gelangenden Zusatz-.üar Melmarreu für Lchwerurbttter , roter Ausdruck SA werden -pnmd Kartoffeln oder als Ersatz ' . Pfand Brok ausgegebentt Näheres stehe Bekmntntachmrg. ** T , e A ri s g a b e d e r B rot- u n d K ar t o f f e t m a r k e n erfolgt ^amotag, den 21 Juli 1917, imd zwar für die Bezugs berechtigten, deren Name« beginnen mit A K vormittags von J "hr nnd mit L~Z nackfmittags von 2—6 llbr. Sielie Be tamstmachnng. ** ^ t. G e nr ü severkau s. Es sind ivieder je zunü Waggon lg u r k e u mrd Weißkraut angekommen, die feiste, ^restag, nnd morgen, Samstag, in den Al'arktlanben durch d, ^>1nbt zmii Verkans gelangen. * i cki t s p i e l ha u s , Bachltzosstraße »4, wird um not 111,1 llntetttützmig der erstklassigen Künstler-.üapellc Irrende ^.rcbe nnt Wairda Treumann mw Das ioander"de Licht mit Hennp Porten am allgemeinen Wunsch gegeberi. Witterungsbericht. Weffentlich er Wetterdienst.) ^s^chstllid^bewöttt^, meist trocken, keine Temperatu r Aendernng. Letzte Urtcbricfctc«. pressestimmen zur ttanzlerrede. ver Ernst der Stunde maftnt zur Pflicht! Auch die Ablieserung der Eoides ist Pflicht! Die Gol-ankaufftelle in den Räumen der Bezirkssparkafse Gießen ist morgen von ;y bis \ 2 % Uhr geöffnet! Au» Stavt und Land. Diesten, 20. Juli 1917. Verlegung des Wintersemesters. Bon der Landesuniversität wird mitgeteitt: Wegen der Kohlenknappheit hat das Großh. Ministerium des Innern in Uebereinstimmung mit ben für die preußischen Universitäten getroffenen Maßnahnlen folgendes atlgevrdnet: 1. Die Vorlesungen an der Landesuniversität Gießen be ginnen am 1. Oktober 1917 und schließen am 2. Februar 1918. 2. Die Weihnachtsferien beginnen am 22. Dezember 1917 und eridigen am 2. Januar 1918. Die Termine fiir ?1nmeldung und Immatrikulation werden entsprechend verschoben. Es wird keinesfalls erforderlich sein, daß die Herren Studieren den um dieser ?lnmeldung willen vor dem 1. Oktober in Gießen anwesend sind. Das Ausfuhrverbot für Obst nnd Gemüse aufgehoben. Der Deuffcho Stadtetag, dessen ahrtingsmittelonsschuß unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Welmuth tagte, sprach sicki gegen eine weitere Erhöhnug der Milch- ireise ans, die von inwnchen Seiten geplant ist, weil die Verbraucher eine sulche Er höhn rm rricht rnehr tragen können und bei- allem wirksame Weg zur Steigeru.ng der Milcherzeugung ein zielb-emaßtes Festhalten ari dem Willen zur arffchreltenbeii töerabsekmiig der Vielgireise ist Zur besseren >löege1ung der <^müse und Obstsrage könne sich das laufende Jahr kein neues System mehr Vorschlägen werden, die eingesührten Bestiurmtulgeu müßten daher mit Tatkraft durckigeführt werden. Dazu gehöre die Verbir, dernug der Au s fu h r v e r I>ote nnd bic Berstär kuu q der Sammelstellen, sivwie die Erfüllung der Liefe ou-N'g stiert rägo. Die VersaimLllwg, der dLe Oder- Berlin 20 Juli. Zur Rede Dr. Mickiaelis schreibt der - Ter Irene Kanzler Trat dir Mackst der Tatsachen anerratint imd das oriedenstwogramm des Reichstages angenommen Im ganzen hatte man dar Eindruck eines Mannes, ber tastend iemen Weg mcht. Er wiro es nickst leist: lyxl^n. 1 Dl ' ü " ^llt. .Herr Tr. Michaelis stellt sich unserm ^mpttnden nach genm^ aus detl ^randMmtt, ans dem ^sthmann endigte. Er leickt den .Kirrs auf eine mittlere Spur, die urirei *2$? Orientiert M, als es früher m Deutsckckand (Rstran st )wi\ , qpijt aber tcirtnt schritt zunächst wenigstens über das hinaus, wa- sem Vorgänger beretts bisher Puzugesttbm bereit n-ar Aast, d^ „Freisinn. Ztg." fand die Reoe aus triuer S-tt nngelnlte.n Bei,all, doch> sei anKwekennen, das; sie nesck-rckt abge- Mst war das; der Redner die mamügsachen st tippen behutsam um 1d)!inte, Cafe et ommnchttich bestrebt mar, in der verschärften stam Gegeniatzc zn mildern. . , ^oss. Ztg.tt- Für den, der ein Ohr für die Offenbarungen be.s Memchc-ngcistes im stdenscksenrvott Pu, ergibt sich, bas; der Kanzler sicher mcht dre Gabe besitzt' dwlomatisck^ Fäden mit welcher Daild m vertkrüpsen mrd zu entwirren, llngeiviß bleibt noch, ob er dre großen Rvchttinien für eine P-vlitit \u sbccken ver mag, Me durch Abmack>mrgen beim Friede „ssstl ns; ; „gleich ch ^munstigc wettpo-lritsche Ä-tckllmrg Deutschlands in eine Richtung lichÄ'läßt li)m ^ , ^ C bmrdessfteiheit nnd Entwickllmgsmög- ^ Konr. Haußmairn sckweibt im „Berst. Tagebl/': Dir mit Äpannuug erwartest Rede brachte einen dnrMchlagendrn parla meniarrscken Erfolg der Politik der Rdehrheitsparteien nnd der g em ernsam en Friedensoe-chlutvmk. . ^Kren z zei tung" meint: Mit lvbeikÄr'erter Entschie den heit erklärst' der Kanzler, daß er durchans ivrll«rs sei, die Führung der, Politik in der.Hand behalten. Wir chfffen und wimscken, dass^ihm dies gelürgen ivrrd. -Tageszt g." schreibt: Wir haben von dem neuen Kanzler gestern gute W>rst gehött, deren Eindruck durch den tsoheir Ernlt, von dem ,re getragen, verstärkt umrde lind die seine riefe Aus Kigimg boit der Größe seiner Ausgabe zeigen. Wir sparten ab, ivie und snohm er seinen Kurs steuer-n lvipd. aber mir haben den auf rrcksstgen Wunsch, daß es ihm gelingen mochte, der Schwierig!eiten die rhir umgeben, Herr zu werden nnd das Reiwsschisf mit fester Hand zum glucklickseir Ziele zu führen. ^ k i 1 n n g" sagt: Bvttänsig nmß man sich genügen lassen, daß er entschlossen ist, mit dem Sststem des Treibm.' vor dem Wurde zu brechen, zu handeln statt zjn leiten, zu führen wtt geschoben zu morden. Der Eindruck ist: Wir haben wieder eine Regierung. ''Post" lvird die Vorwättsentwickeluilg der Ding eme Personlickstert, von der ein so starker Eindruck böchster Strenge gegen sich sewst ausgebt, ganz allein in das rechte Veräältm^ zir den statsackxm der Umwälzungen bringen. L cß} 1 ubs chau" schreibt: Wer eine schöne Rede nach dem Muster Betlmranns, der zu den besten Rednern das Hanse- Müstt hat, oMt nach dem unvergänglichen Vvrbilde des Fürste» Brllom er»mrrte1 hatte, kgm datier nickst ans seine Rechnnng, aber batDr.Rttchaelrs nnt seiner stst-de genutzt, ffchem er der wöehrhierst.'eittschlicßiing ernrge Schädlichkeiten genommen hat S,n Telegrammwechsel zwischen dem Reichskanjler und Grafen Ecernin. Wien, 18. Juli. (WTB. > Der Reichskanzler Dr. Michaelis hat ar, den Minister des Aenßern Grafen Ezer n x n rrrrchstehende Begrü ßnng s ve p e s ch e wrichst-t - Ist dem AugeEck, in dem mich Ms Kaisers und Königs vertrauen ans den Posten des Reichskanzlers berufen bat. ist es mrr trefgchlhltes Bedürfnis, in E.rrer Erzellenz den s8ertreter der ansstmrtigen Angelegeuheiten des Reick>es zu begrüßen mit dem m «lchter. treuester Biwdisisgemeinsckmsl znsaminen^iHaltei, seit imnmehr fast wer ^ahrzehmen der leitende Grundsatz iede >4 der ttsche n Kanzlers Iva»-. Dos kostbare Erbe unverbrüchlich be wahren, betrackste ich als die uornehuiste Pflicht Bon gen; b-son bmem Wert umrde es sür mich bei diese»,: Besttebn sein, wenn dem Mlorcm, lüT o L ld üP‘ llrmT lwldemnkttigen Völker,, enre glück lrche und schöne ZnLunft. ReickErrzler Dr Michaeli^ (»ckras Czernin antst»ortete mit folgender Depesclw , ba J M1 Er^llenz ,„rd, go lEgenllrch des i»lnrtsMckrittes zu b-cmißn, die GAe hatten, Mtte ich menten liefgestlhllen Dank erttgegenMnehmen In der imngei, „n tranensoollei. ZnwimnEcbiett mit ben Leitern d,w deicksckien Po.- lrttk nndm unoerbruchlicknnn Frstbalten an bin allbioäbrli-n Bund nis Ecke rch dre sicherste (^aähr fftt die glücklich- Zullmst nn serer be dennmngen mt*x Z«r E-ichermrg ituferer Evftdrnz und g* ^^^s'^er herllgsien GAm stehen wir m dein gewüstg ' sten Kamps aller Jetten Ich vertraue zu Gott, daß wer ist ZI ASbarrrm ^ersehnte Z^I erreichen. einen. ehvenv»stie.i F-rie^ den bereit sonst «bn W tv. Krrmrfe bis mrrs äußerste emschlmtt- werden sick Deillschtand und Oesterreich^!! ngarn gemkinjänu 'st, drng-ngeii räx euu uuae^te und ,reiche Zutinnp Airs Stabt unb €anb . Gießen, 20. Juli 1917. Die Bedeutung des OelsamenbaueS in der KriegSzeit. Während Deutschluub nu Frieden fcnim mein' als 1 Prozent seines Oelb-etmrfs selbst erzeugte, ist es jetzt auf eiiPi eigene Erzeugung crn Oel und Fett angewiesen und uruß, wenn nicht die gesamte Vo-lksuffrtschnft allmählich- '.nru Stillstände kommen soll, diese Erzeugung so annehmen, daß mindestens 2 /s des Friedensbedarfes gedeckt werde. Zur vvll ständig ei r -Deckung unseres Friedensbedarfs an Oel- saruen von etwa 1 Million Tonnen würden bei befriedigender Rapsernte etwa 600 000 ha Anbaufläche erforderlich sein. Nehmen wir an, daß 2 !z für den dringlichsten Bedarf zunächst genügen, so könnten wir init etwa 400 000 ha aus- reichen. Diese 400 M0 ha können zweifellos für die Zwecke des Oelsa ine udaues benutzt iverden, ohne daß hierdurch eine Gefährdung der Brotversorgnng hervorgernfen zu. iverden braucht, da der größte Teil dieser Fläche von dein zur .Hackfrucht und Fnttererzeugung benutzten Gelände in Anspruch genmnmen werden sollte. Es kann den Landwirten nur dringend geraten werden, auch weiterhin ihr Interesse am Rapsbau zu behalten, denn 1. versorgen sie ihre eig-ene Wirtschaft und ihren Haushalt mit Oel, 2. leisten sie der Allgemeinheit, der gesamten Volks- wirtz'chaft und Landesverteidigung durch die Vermehrung der Oel vor rate euren unschätzbaren Dienst, Z. helfen sie unseren heimischen Pi eh stand sichern und erhalten, dirrch Beschaffung der als Futter unersetzbaren Oelkuchen, 4. heben sie. die Erträge der eigenen Wirtschaft, denn der Raps ist eine vorzügliche Vorfrucht für alle landwirtschaftlichen Kulturpflanzen, und sein Anban verspricht bei den herrschenden Preisen eine befriedigende Rente. Wegen Besckmsfrmg von Saatgut wende man sich an die Saatbanstellen der hessischen Landwirtschaftskammer oder an die Geschäftsstelle des Landw. Vereins für die Provinz Oberhessen, Gießen, Landgraf Philipps Platz 3, Zimmer 23, der aus den Ergebnissen seiner Versnchsernte Saatgut z-rnn Preise von , 75 Pf. für 1 kg ab geben kaum Saatgut dafür kann seriich: zum Preise von 75 Pf. für 1 kg beim Kriegsausschnß für Oele und Fette angefordert werden. Es kommen in Betracht: Lübnitzer Raps für gute Böden und Lagen, Sächsisck?er Raps für Mittelböden und geringe Lagen, Holsteiner Raps für geringe Böden und höhere Lagen, endlich Vogelsberger Raps für Gebirgs- und sonstige rauhe Lagen. Die Düngung zu Raps sei reichliche Stallmist- düngung, eine Veidüurprug mit Kunstdünger schadet nicht. Die Oelsaat war in alter Zeit eine Goldquelle des Landwirts. Sie tau es in heutiger Zeit für unsere gesamte Volks- und Landwirtschaft iverden. Darum darf man Oet- sainen bauen. Wer Oelsamen baut, dient dem Vaterlande. Abmeldebescheiniguugen im Reiseverkehr. Verschiedene .Klagen aus Teilen des Reichs über die im gleichmäßige Behandlimg der Vorschriften über Mmeldebeschernigungen! im Reiseverkehr zum Zwecke der Versorgung mit Lebensmitteln! haben den Präsidenten des Kriegsernährungsamts zu einem auf- klärenden Rundsckireiben an die Bundesregierungen veranlaßt, das im wesentlichen ans folgendes -hin'weist: . Personell, die vorübergehend verreisen (Kur-, Badeaufenthall' ^ud über 14 Tage ihren gewöhnlichen Aufenthalt verlasten, baden Anspruch aus die Erteilung des vorgefchriebenen Llbmeldeschnus. sieben diesem müssen ihnen Reichsreisebrotscheine — gegen Hergabe der heimatlichen Brotmarken — nntgegeben bzw. nach- gesandt Vierden. Der Reiseort braucht solche nicht auszuhändr- gen, da dies das besehende Abrechmmgs verfahren der Relchs-Ge- treidcstelle über Mehlverbranch stören würde. Der Reisende kann seine Reichssleischkartcn mitnehnun. So weit dies nicht seichtem, muß jedoch der Gastort solche anshändigen. Die Zusatzfleischkarte xfr n-ebeu den: Aknueldescheiu. nicht mitzugeben, sondern cinzuzlehen. Der Gastort hat dem . Fremden seine Zusatzkarte auszuhändigen, .^ckertärten sind seitens des Gastorts nur auszugeben, wenn die Zuckerum tausch karte vorgelegt wird. Int übrigeil muß der Reffcort den Fremden in seine Versorgung auchehmen, soweit letzterer nickff allsweistlckr des Ab meldet che in s Vorräte besitzt. Er dar^ insbesondere nicht Vorlage der örtlichen heimischeil Karten des Fremden für andere als die erwähnten Lebensmittel zwecks Umtausches verlangen. Bei der Abreise l>at der Reiseort den Abmeldeschein cm- zubdhalten, dagegen dem Abreisenden einen neuen Abmeldetck>ein miszustellen. Dies ist Nötig, da jeder Ort die Mmeldescheme der bei ilpn vorübergehend Aufhältlichen braucht, um nötigenfalls fernen Mehrbedarf an Lebeilsmitteln für Fremde belegen zu körmen. Das Ergebnis der Gießener Opserwoche für Lesestoff. Dem hiesigen Zweigverein vo Roten Kreuz ist jetzt ein Schreiben der Zentralstelle zuqegangen, die es übernommen hat, die in der Opferwoche für Lesestoff gesammelten Bücher aus dem Großherzogtnm Hessen an die hessischen Truppen an der Front, bei der Flotte, in den Kriegslazaretten, in die Soldatenheime und an die Kriegsgefangenen zu bringen. In diesem Schreiben wird mitgeteilt, daß die Gießener Spende die größte der Lesestoffgaben darftellt, die bis jetzt aus dem ganzen Großherzogtum dort eingegangen ist, da nun insgesamt mit den noch nachträglich eingegangenen etwa 2600 Bünde sowie kleine Schriften vom Roten Kreuz abgeliefert worden sind. Die Bücher werden nunmehr noch von sachkundiger .Hand entsprechend den Bedürfnissen zusammengestellt, denn schon auf Größe und Gewicht der Bücher muß Rücksicht genommen werden. Wübreud man dickleibige Bände nicht in die Schützengräben, vielmehr dorthin nur kleine Bücher, die der Mann im Brotbeutel nnterbringen kann, schicken soll, eignen sich für Soldatenheime und Lazarette unter anderem Bücher größerer Abinessungen, besonders auch solche mit Bildern und für Kriegsgefangene wiederum neben llnterhal- tungsbüchern auch Werke zum Erlernen fremder Sprachen, zur Fortbildung und zur Vorbereitung von Prüfungen nach dem Krieg. Nicht nur an Truppenkörper als solche aber, sondern auch an jeden einzelnen Soldaten, der darum bittet, wird der gewünschte Lesestoff versandt. Allen Spendorn und Sammlern, die mitgeholsen haben, dieses schöne Ergebnis zu erzrelen, wird aufs herzlichste Dank gesagt. * ** Das Armen amt sucht für verschiedene Kinder gute Pflege stellen. Siehe Anzeige. ** Die Kartoffeln blühen in diesem Jahre in settcner Prackt. Die Blühwilligleit ist so stark, daß sogar bei den, Frühkartoffeln nach dem Abblühcn der ersten Blüte eine zweite ftÄ ent- wickelte. Auch die Spättarttffseln stehen im Blütenflor. Werte Kartoffelfelder sehen jetzt von weitem aus tvic Wiesen, die .mit einem weißen Blumenflor bedeckt sind. Die Frage, ob drc reiche Blütenmenge einen imgünstigcn Einfluß ans die Knollenbrldung haben wird, ist zu verneinen. Kreis Büdingen. X Nidda (Obcrhessen), 18. Juli. In dem Konkurse über das Vermögen des Vorschuß- u. Kredttvereins e. G. m.u. H. zu Ober- Mockstadt bat dahier eine Gläubigerversanimlimg ffattgesundeu. Der Gtcfubigeraussch-uß, der durch das tragische Ableben des Jnchz- rats Metz-Nidda seinen Vorsitzendem, verloren hat. wurde ergänzt. indem zwei Vertreter des HilfsVereins Ober-Mockstadt, der inzwischen nahezu 95 Prozent der Konkurs glänbiger abgetadeu. hat, hinein gewählt mürben. Zum Vorsitzenden wurde rrparkaiien- reck'.ner Ringshausen-Nidda bestimmt. Die Abwickelung des Ko-n- lurses ist durchs den Weltkrieg naturgemäß bkefflträchtigt und verlangsamt, jedock!> sind, wie obm erwähnt, nur noch etwa 5 Proz. der Konkurs gläubiger und zwar nur diejeingen, welche sich vorn Hilssverein nichit abfinden ließen, unbefriedigt. Der Hilfsverenr ist mr die Stelle van etwa 95 Proz. der Gläubiger getreten. Es umrde beschlossen, daß durch harmonisches Zusammenwirken der Konkursverwaltung, des GläubigerMtsschusses und des Hilfsvereins^ Vorsitzender: Bürgermeister Birkmstock-Raust ndt, insbesondere durch- Mtretuug von Forderungen das Konrursversahrm nröglichst rasch beendigt iverden möge, soweit dies in jetziger Kriegs zeit möglich ist. Festgestellt wurde, daß der Konkurs infolge ferner planvollen und schonnü-en Durchführung keinen so großen volks- lvirtschastlrcheu Sch-adm verirrsacht hat, wie man befürchtete und daß die Wlmden allmählich! vernarben. Der Konkurs ist bekanntlich! inr Februar 1908 eröffnet worden. Zur Deckung des Fehlbetrags sind von den haftvflchtigm Mitgliedern je 5000 Mk. ein gefordert worden. Starkenbmg und Rheinhesftn. ch Bingen, 18. Juli. Der mit vier Anhang schufen, die sämtlich leer waren, talwärts fahrende Radschleppdampfer „Raab Kar scher Nr 1" erlitt in der Nähe des Mühlsteins, also vor dem. Bingerlocd und neuen Fahrwasser einen Maschinenschaden durch Platzen des Hauptdampsrohres. Der Dampfer vermochte sein« Maschinenkraft nicht mehr auftu wenden, trieb gegen die Längö- b'uhne des neuen Fährwassers Md trug- einen Schaden am Schxfss- lwdm davon Die sich selbst überlassenen Schiffe vernwchtm mit Rückankern kurz vor den Bänken des Bingerloches^ zu landen. Dre Dalsahrttn wurden infolge des Unfalls einige Zeit gesperrt. Der beschädigte Dampfer, sowie die Anltzurgsschisfe wurden von einen: anderen Dampfer abgeschleppt und nach der hiesigen Reede gebracht. — Abgeschleppt wurde der Kahn „Louis Gutjahr Nr. 22", der aus der Talfahrt im neuen Falfrwasser ein Leck bekam und, um nicht ganz zu sinkm, bei Trechtingshausen unweit vonr Ufer festgelcgt wurde. Inzwischen war der Kahn geleichtert iind das Leck verdichtet worden. Todes Anzeige. Durch einen llnglilcksfaN rwrschied plötzlich und unerivartet am l7.Juli unser lieber, braver Sohn und Bruder Carl Walter im Alter von 15 Jahren, was wir hierdurch Verwandten, Jreiniden und Beka»lnten mit der Bitte um stille Teilnahme u»itteilen. Familie Earl Walter. Metzen (Marburger Str. 29), den 20. Juli 1917. Die Beerdigung findet Sanistag, den 21. JuU 1917, nachm. 57? Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes ans statt. 5456 Gesellschaftsverein fv.' Giessen Bucher-Rückgabe. Sämtliche vor dem 15. Juli entliehenen Bücher bitte Mpktesten« bis zum 25. Juli 1917 zurückzugeben, Für solche Bücher, deren fernere Benutzung gewünscht wird, sind neue, Leihscheine auszustellen. Vom 17. August bis 11. September bleibt die Bibliothek geschlossen. Di« Bibliothek-Yerw. de« Ptonate alle MvNsr'aasvn z. verk. Wilbelmstr. Sl,p. Morgen Samstag trifft auf dem Brandplatz, Eingang zum Botanischen Garten, eine Sendung Einmach- nnd Salatgurkcn, Rettiche uiw. ein. Bestellungen ,verden auch im Hause Neustadt 19 entgegengenommen. 5818 Frau Frosch. Amtliche Bekanntmachunge» der Stadt Gieße». Die Ausgabe der Brot und Kartoffclmarkcn erfolgt Samstag, den 21. 7»nli 1917, und zwar für die Bezugsberechtigleik, deren 9tameu beginnen mit A—K vor- mitlags von 8—12 Uhr und mit 7j nachmittags von • 2—6 Uhr. Gießen, den 19. Juli 1917. 5458B Ter Oberbürgermeister: Keller. Bekanntmachung. über die Ausgabe von Brot an Stelle von Kartoffeln. Mil Rücksicht darauf, daß die Dersorgungszeit für die Kartoffeln aus der Ernte 1916 abgelaufen ist nnd mit dem regelmäßigen Eintreffen von Frühkartoffeln noch nicht gerechnet werden kann, wird folgendes bestimmt: 8 1. Aus die Kartoffelmarken der Stadt Gießen für die 29. Woche igültig vom 16.—22. Juli 1917» und die 80. Woche «gültig vom 23.-29. Juli 1917) wird bis auf weiteres je ein Pfund Brot durch die Bäckergeschästc nuögegeben, soweit Kartoffeln der den Kartoffelhändlern nicht zu erhalten sind. 8 2 . Die Kartoffel marken mit dem Aufdruck „Wochenkar- loffelmnrken lSonderansgabe»" berechtigen zum Bezug von je einem halben Pfund Brot, soweit Kartoffelir nicht zu erhalten sind. Mit dem Zlblauf des 22. ds. Mts. verlieren die Wvchcnkartoffelmarkcn ihre Gültigkeit. § 3. Auf die ani 2l. d. MtS. zur Ausgabe gelangenden Zusav-Kartoffelmarken für Schwerarbeiter lroter Aufdruck SA iverden 2ff, Pfund Kartoffeln oder als Ersatz Pfund Brot nusgegeben. $ 4. Die Bäckergeschäfte haben die vereinnahmten Marken getrennt nach den verschiedenen Gruvven 1, 2 und 3 auf Bogen auszukleben und dem Städtischen Lebcnsmittel- amte unter Angabe der Zahl zur Prüfung einzurcichen: ne dienen als Grundlage für die Mehlzuteilung. 8 5. Diese Bestimmungen treten ani 21. ds. MtS. in Kraft. Gießen, den 19. Juli 1917. 5466 B Der Oberbürgermeister. Lebensmtttelamt. Ein schöner Habn zu verk. 04471 Hcsscnstraße 8. Original-Gemälde Kunst-Handlung Hirz Seltersweg 22. = Besichtigung erbeten. = r iP.MMlürLltekvbeig. Schuhe» einmal getragen, Langsch., Gr. 43X7, Friedensware. zu verk. Ost-Ani. 27. H. II. I 04470 4794 Bekanntmachung. Irr unser Hcmdelsregister ?lbt. B. wurde heute bezüglich der „Gesellschaft zur Errichtung von Wohnhäuser in Lollar mit beschränkter Haftung" zu Lollar eingetragen: An Stelle des verstorbenen Direktors Otto Weber ist Oberingenieur Erich Jantzen in Lollar zum Geschäftsführer bestellt. Gießen, den 16. Juli 1917. 545i B Großherzogliches Amtsgericht. Iw 7 Zimmer Elegante 5 u5 7-Zimm.-Wohnung 1. Stock, mit allem Zubehör. Gas und elektr. Licht, zu vermieten. S. Gang, Bleichstraße 26. | Verschiedene zu vermieten. 5430 Sonueustratzc (>. Kl. Wohng. billig z. umi [ 04W * Teigler, 21 n d. Bahnhöfen 20. Mo bl. Zimmer Für verschiedene Kinder werden gute Pflegestellen für sofort gesucht. Anmeloungeu werden alsbald an das Armenamt, Asterweg 9, erbeten 5459 B Pension Brandt Nonen Bane 22 iBellevuejZim. m.u.ohneBer- pfleg, f. jede Zeitdauer. Mit- tag- n. Abendlisch. Elektrisch Licht, Bad. Tel. 1085. [1687 Möbl. Wohn- und Schlafzimmer. evtl, auch mit Küche, zum 1. August zu vermieten. Seltersweg 61 , im Laden. 2 - 3-Zimmer-Wohnuns; mit Küche u. Zubeh. leventl. nn elektr. Licht, Bad, i. d. Nähe d. BahnhosS) v. 1. 'August z. miet. gesucht. Schristl.Angeb. unter 04459 a. d. Gieß. Anz. Buchhalter gesucht, der als Nebenbeschäi ligung Bücher anlegt und führt. Schristl. 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