Nr. *66 r er Gietze«er ««zettzer erscheint täglich, außer SsTTntags. - Beilagen: GtetzenerLamillcnblätter; BreirNell f«r den Ureis Siehe«. Bezugspreis: incknarl. 1 Mk., vierteljährlich 3 Mk.: durch Abhsle- u. Zweigstellen nwnatl. 9D Ps.: durch diePost Mt. 3.— viertel- ;ährl. ausschl. Bestellg. pernsprech - Anschlüsse: iür die Schristleitm:q112 Verlag,Geschäil-östelleöl Anschrift für Drahtimch- r,chten: Anzeiger Eiehen. Erstes Blatt *67. Jahrgang Mittwoch. *8. Juli ‘0*7 Postscheckkonto: Frankfurt a.M. **686 Eeneral-Mzeiget für OhLcheßek Bankverkehr: Sewerbebank Eiehen Zwillingrnmddruü u. Verlag: vriihl'sche llniv.-Vuch- u. Steindruckerei 8. Lange. Schriftteitung. Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Attliuqnle von Anzeige'! i. die Tagesmunmer bio zumNachmittag vorher. Zeilenpreise: für örtliche Anzeigen 20 Pf., für auswartige Anzsigeu 25 Pi , b. Platzvorscyrist 30 Pi., für Reklainen 75 Pi., bei Plahvorschrist 90 Pf. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt und Land,Vermischtes u.Ge- richtssaal: Fr. R.Zenz; Anzeigenteil: H. Beck; sämtlich in Gießen. KOT llalmz VM deutschen Truppen wieder erobert. (WTB.) Großes Hauptquartier, 17. Juli. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rn pp recht. An der K ü st e griffen die E n g l ä n d e r nach tagsüber lebhaftem Feuer wieder bei Lombartzhde an; sic wurden ab gewiesen. Längs der Front Noordschoote bis Warneton steigerte sich die Kampftätigkeit der Artillerien zu erheblicher Starke; auch auf beiden Scarpe-Ufern war sie .lebhaft. . Englische Erkmrdungsvorstotze scheiterten bei Messines, Hulluch. Grwrelle, Bulleeourt und nördlich von St. Quentin. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz^ Vormittags drangen an der Strahl Laon — Sois - so ns Slohtruppen eines hannoverschen Regiments zusammen mit Pionieren nach Ueberfall in die französischen Linien, sprengten Unterftände und trafen Geschütze und kehrten m i t zahlreichen Gefangenen n nd Maschinengewehren in die eigenen Gräben zurück. Bei C o u r t e e o n war in der Nacht zu gestern ein weiteres Stück französischer Stellung durch .Handstreich genommen worden; die Gefangenenzahl in diesem Abschnitt erhöhte sich dadurch auf über 4 5 0 Franzosen. Kurz vor Dunkcllfeit eröffnete der Feind schlagartig starkes Feuer auf die Stellungen zwischen dem Gehöft Malval und Ccrny. Darauf setzte gegen diese Front ein starker, mit dichten Massen geführter Angriff ein, der im Feuer und im Nahkampf u n - tcr den sch wersten blutig st en Verlusten ergebnislos z u fa mm enb r ach. Alle kürzlich gewonnenen Stellungen fxnö fest in der Hand der bewährten ostpreußischen Division. Nördlich von Reims schlug ein Vorstoß der Franzosen gegen die von uns eroberten Gräben südlich des Bois Sou- lain fehl. Ein weiterer wurde durch unser Abwehrfeuer unterdrückt. Am Poehlberg. in der Westchampagne, gelang es Thüringern in erbitterten Handgranatenkämpfen die Franzosen aus dem letzten Stück unserer alten Stellung zu vertreiben und mehrere Gegenangriffe zurückzuschlagen. Auf dem linken Maasufer setzte mittags heftigste Artilleriewirknng gegen die Höhe 304 und die Anschlußlinien ein. Unser Vernichtungsfeuer auf die französischen Gräben und Bereit- lchaftsräume erstickte den feindlichen Angriff; nur wenige Leute kamen aus den Gräben. Heute morgen hat sich der Feuerkmnpf dort erneut gesteigert. . Heeresgruppe Herzog Albrecht. Keine besonderen Vorkommnisse! * Außer fünf Flugzeugen wurden vier Fesselballone durch Misere Flieger zum Absturz gebracht. O e st l i ch e r Kriegsschauplatz. HeeresgruppePrinzLeopoldvon Bayern. Die rege Gefechtstätigkeit bei Riga, Dünaburg und Smorgon hält an. Bei aufllärendem Wetter war an der Najarowka das Feuer stärker als in den letzten Tagen. Südlich desDnjestrnahmenrheinischeNegi- m e n t e r d a s W u l d g e l ä n d e n ö r d l i ch v o n K a l u s z. Da auch von Westen her deutsche Kräfte vergingen, räumten die Russen die Stadt und zogen sich eiligst auf das südliche Lomnica-Ufer zurück. Von der Front des Generalobersten Erzherzog Josef und der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v o n M a ck e n s e n ist nichts Wesentliches zu melden. Mazedonische Front. Die Lage ist unverändert. Der Erste Generalauartiermeister Ludendorff. * Der Abendbericht. Berlin. 17. Juli, abends. (WTB. Amtlich.) Im Westen wurde auf dem linken Maasufer gekämpft. Fm Osten keine besonderen Ereignisse. So unentschieden und spannungsvoll die gegenwärtige Lage ist, so lehrreich ist sie doch auch. Wer jetzt politisch! interessiert ist, der braucht, um auf seine Rechnung zu kommen, durchaus nicht müßig zu harren und sich drein zu ergeben, was morgen der Reichstag uns vorsetzen wird. Die Physiognomie der mehr oder minder erregten Parteien zu studieren, ist jetzt nicht nur höchst interessant, sondern es ist auch eine politische Pflicht. Die sogenannte „Mehrhetts- entschließung" ist vorzeitig veröffentlicht worden und hat ihre Wirkung auf das Ausland bereits getan. Wir haben die ausländischen Pressestimm'en nur zu einem kleinen Teile hier wiedergeben können, aber das eine ist dabei feftzu- stellen: sie gehen fast alle von dem Gedanken ans, daß in Deutschland setzt ein Zusammenbruch erfolgt sei, daß die Kriegs Müdigkeit oder gar das Verzagen des Volkes eine hohe Stufe erreicht hätte. Amerikanische, englische Blätter trumpfen am festesten auf: jetzt müsse gerade gegen Deutschland weiterhin kräftig vorgegangen werde::, nnr der volle Sieg über Deutschland sei das mögliche Ende. Ein Londoner Blatt spricht von dem neuen 'Reichskanzler als dem „Konkursverwalter'! Die französische Presse hat von ober: her offenbar Mahrmnger: erhalten, nicht allzu kräftig in die Fanfare zu blasen, da sonst am Ende das deutsche Volk wieder zu anderen Entschlüssen erwache. Mer der Triumph über die letzten Vorgänge in Deutschland leuchtet überall durchs Aus den „Mehrheitsparteiei'" heraus, die ihre „Friedens entschlioßung" morgen zur Abstimmung bringen wollen, klingt deirn auch kein besonderer Kampseifer dafür heraus. Besonders die Zentrnmspresse ist wieder vorsichtiger geworden m:d verurteilt es, daß ans bestimmte:: demokratischen Winkeln in Berlin und Frankfurt heraus jetzt eine förmliche Hetze getrieben wird. Das „Berl. Tagebl." hat den: neuen Kanzler bereits ett: Ultimatum gestellt: werde er sich nicht für die genannte Friedensentschliößnng ausspreche::, so habe er von vornherein die Mehrheit des Parlaments gegen sich! Natürlich wird dabei zugleich auch das Trommelfeuer für die Eroberung des waschechte:: parlamentarischen Regierungssystems.-mit vollen Kräften fortbesetzt. Gegen biefe Bemühungen erheben die „Germania" sowohl wie die „Köln. Bolksztg.", die angesehensten Zeu- trnmsblätter, Einspruch. Die „Köln. Bolksztg." schreibtu. a.: „Das Zenttnm denkt gar nicht daran, diese Politik der Linken mitzumachen. Es wünscht lediglich, daß auch Parlamentarier leichter als seither Minister und Staatssekretäre werden können, das Recht der Krone, die Minister zu ernennen, will es ebensowenig an- tasten, wie die Stellung, welche verfassungsgemäß die Bundesstaaten imb ihre Regierungen zum Reiche und in der Reichspolitid einnühmen. Damit wird sich das „Berl. Tgbl." ebenso wie „Vorwärts" und „Franks. Ztg." vorlänsig doch wohl aüch bescheiden nrussen, denn über eine „feste Mehrheit" in ihren: Sinne verfügen sie nun einmal bis ans weiteres nicht, u:ü> es wird wesentlich von der Unabhängigkeit und Entschiedenheit der anderen Parteien, aber auch der Regierrmg, abhängen, ob es dabei sein Bewenden haben wird oder nicht!" Auch wie es mit der heißersehnten Annahme der „Friedensentschließung" werden wird, steht noch sehr dahin. Heute wird folgendes Schreiben des Großadmirals v. Tirpitz an den Abgeordneten Bassermann in der Presse veröffentlicht: „Zu meiner Freude ersehe ich ans den Zeitungen, daß die na tio nalliberale Partei getreu ihren Traditionen dis Friedensresolution ablehnt, die nach innen und außen verderblich! und takttsch selbst dann verfehlt ist, wenn wir einen entschädigungslosen Frieden erstreben müßten: gerade dann müßten wir umgekehrt verfahren. Wir brauchen einen solchen Frieden aber durchaus nicht zu erstreben und dürfen es nicht, sondern müssen uns zu der Zuversicht halten, die in den Aeußerungen des Feldmarschalls von Hindenburg zum Ausdruck gelangt Wdder vorübergehende Verschärfungen der Ernähiungssorgen, noch Sorgen für später in dieser Beziehung dürfen uns jetzt veranlassen, die Nerven zu verlieren und nach einem Frieden zu greifen, der unsere Zukunft und ganz besonders die unserer Arbeiterschaft gefährdet, denn die unbeirrt zähe Fortführung des U-Boot-Krieges wird uns zwar nickt heute oder morgen, aber sicher und rechtzeitig den Erfolg bringen. Im Andenken an unsere langjährige gemeinsame Arbeit für die den: deutsckien Volk durch seinen Kaiser gewiesene:: Ziele richte ich an Sie, verehrter Herr Bafsernmnn, den Appell, alles aufzubieten, um die Resolution zu verhindern." Ueber diese Aeußerung eines doch immerhin auch sachkundigen Mannes scheinen die hyperdemokratischen Heißsporne ebenso wegwerfend zur Tagesordnung übergehen zu wollen wie über Hindenburg und Ludendorff! Das Ausland scheucht diese Kreise vor nichts zurück. Da ist es bezeichnend, daß selbst der „Vorwärts" und Führer der sozialdemokratischen öffentlichen Meinung das internationale Interesse nicht so rücksichtslos vertreten wir die erwähnten Organe. Der „Vorwärts" hält es vielmehr an der Zeit, das Ausland zu warnen! Er verrichtet immerhin dabei eine nationale Arbeit, wem: auch seine Politik selbst den Interessen des Volkes zuwiderläuft. Scheidemcnrns Organ stellt die von uns charakterisierte Stimmung der feindlichen Auslandspresse fest und sagt dann u. a. dazu: „Kein Volk, sei es noch so vevolutionär, kam: daran denken, um 'der Revolution willen die Verteidigung anfzngeben. Es kann leicht sein, daß die Krise der inneren deutschen Politik noch nicht znm Abschluß gekommen ist, sondern daß sie sich nach kurzem Stillstand weiter entwickelt. Selbst lder Fall ist denkbar, daß es dabei nicht immer nrit jener vollkommenen Ruhe ab gehen möchte, die das hervorragende Kennzeichen der letzten Bewegung ist. Aber der Fall ist nicht denkbar, daß sich in Deutschland etwas ereignen könnte, was ervberungsluftigc^ Feinden zum Vorteil dient." Ist es nicht eigentümlich, daß daneben die Drohung des „Berl. Tagebl." :rnd gesttruungsverwandter Organe geradezu die Möglichkeit innerer Kcttastrophen offen hält und damit das Ausland zu weiterem Dreinschi'lagen ausmuntert? Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 17. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wnD verlautbart: O e st l i ch e r Kriegsschauplatz. Dem Drucke deutscher und Österreichisch^ungarischer Truppen weichend, räumten die Russen gestern Kalusz und das westliche Lomnica-Ufer. Die Verbündeten rückten nach. Südlich von Kalusz kam es stellenweise zu stärkeren Kämpfen. Bei Laciany scheiterten sechs russische Entlasttmgsstöße am Widerstande kroatischer Bataillone. Bei Landestreu und dkowica erzielten wir Raumgewinn. Italienischer Kriegsschauplatz. Auf dem Colbricon explodierte eine italienische Mine. Unsere Sturmtruppen besetzten den Trichter. Der Chef des Generalstabs. Die Kämpfe in West und Ost. Berlin, 17. Juli,. (WTB.) Aach am! 16. Juü nahm der erbitterte Attilleriekampf in Flandern seine:: Fortgang. Das englische Artillerie- lmb MinenfeuLr richtete sich in den Abendstunden besonders heftig ans nnfeve StEorgien im! Raume von Lille. Wie an den Vortagen blieb auch die Wsgertätigkeit außerordentlich rege. Die tagsüber im allgemeinen Mäßige Artillerietätmkcit im A r - tois steigerte sich im Laufe der Nacht gegen unsere Stellungei: in der GogLnd A-chens sowie sWich des La ößkchj Loos und südöstlich Lens. Schweres Feuer lag in den Morgen stim- den des 17. Juli auf unseren Stellungen östlich Moiuhy. Eine am 16. Juli, r/2-5 Uhr Morgens, westlich Hulluch unter dem Schutze von Nebelgeschossen in unseren Graben eingedrmigE Patrouille wurde iM Handgranatenkampf unter Verlusten gewogen. Eine unserer Patrouillen drang an der Bahn La Bassee—Eenay in die feindlichen Stellungen und Mächte Zeinen Poster: i:icder. Unsere Batterien beschossen mit erkennbarem Erfolg Munition- und Truppenlager südlich Blangy. Ju: Raume von St. Quentin herrschte in der Nacht vom' 16. zum 17. Juli lebhafte beiderseitige Patrouillentättgkeil in der Gegend von Henneeourt, Hargieontt und Jtaneourt. Der gemeldete Vorstoß eines hannoverschen Stoßtrupps an der Sttaße Laon—Soisfons w:rrde irtfit außerordentlicher Kühnheit durchgeführt. Die feindlichen Stelllrngen wstrrden in 50 0Meter Breite bis zu 200 Meter Tiefe aufgerollt woraus der Stoßtrupp befehlsgemäß wieder in die Ausgangsstellung zurückkehrte. Noch den gemeldeten Kämpfen an der Aisnesront flaute >das Feuer kurz nach 1 Uhr in der Nacht ab. Nur zwischen Winterberg u:rd der Sttaße Corb'eny—Reims lebte es vorübergehend aus. Die schweren französische:: Verluste cm der Aisne- fvont verwandeln das Pl atem: des C h e m i n - d e s - D a m e s mehr und Mehr ii: einen Fr i ed h 0 s d e r französischen 2lr m e e. ?tus unsere:: Gegenstößen am H 0 ch - und P öhlb erg wurden 1 Offizier, 63 Mw:n, 4 Maschinengewehre und 13 Schnellladegewehre eingebracht. Auch in der Chantpagne war die Flreger- tätigkeit sehr rege. Starker feindlicher Verkehr int Lause des 16. Juli wurde durch Beschießmrg des Bahnhofs Les Jslettes gestört. 8.30 Uhr vormittags erfolgte foort eine heftige Explosion mit hoher, 300 Meter breiter Rauchwolke; gegen 10 Uhr folgten lueitere Explosionen. An der Ostfront lag cun Vormittag des 16.Juli schweres Feuer auf unseren Stelttmgen südöstlich Ldzicmy. Der Ertastende Gegner wurde durch Feuer vertrieben. Ebenso scheiterten aM Nachmittag feindliche Vorstöße. Außer den von de:: Russen unter unserem Druck eilig geräumte:: Stadt Kalusz sind auch die verloren gewesenen Teile :mserer Stellungen östlich Landestreu und am -Ostrand von Dobrowlani wieder in unserem Besitz. In lden Karpathen war die Arttllerietätigkeit bei ffreresr* Wetter zeitweise lebhaft,«damentlich südlich der Oitoz-Straße. Mehr- fache Patt'ouillenVorstöße wurde:: Mühelos abgewiesen. Jü Rumänien war das Feuer in der Gegend von Tulcea und Funden: vorübergehend gesteigert. Die erneute Beschießung des Bahnhofs von Tesnciu rief abermals Explosionen hervor. Die Brände in großer Wrsdehnimg halten an. Italienischer Heeresbericht vom 16. Juli. Während des gestrige:: Tages entfalteten wir eine lebhafte Kampstätigkeit aus der ganzen Front. Mends, nachdem Mir die feindlichien Linien von Bersic bis znm Jamiano-Tale Unter Feuer gehalten hatten, -führten wir trotz heftiger Gegend Wirkung eine:: glücklich verlaufelften Einbr::ch in die Gege::d südwestlich der Höhe 247 aus. Tie feindliche Stellimg wurde von Grund aus zerstört. Wir erbeutete:: Maschinengewehre, Sbieß- bedarf und verfchiedense Gerät und brachten 275 Gefangene, darunter 11 Offiziere, zurück. Auf der Trientiner und der Cernischen Front erweichte 'unsere Artillerie feindliche Barackenlager mit Voll- tress-ern im Monticello-Passe (Tonale>, venrrsachte Feirersbttlnste und zerstreute Arbeiter in der Niederung von Laghi, ans der Hochfläche von Donezza und an: Wischberg Selsera-Talr Ans der Juliscken Front richteten wir ein L^ammelfener auf Bigli und Tedrez und nähme:: die feirrdlichle:: Gräben zwischM: Cauale und Niorsko unter stark einsetzcnrdes, sehr genaues Feuer. Wir überraschte:: und zerstreuten Kolorrue:: von Lastarttos imd Fuhryark- kolounen, die sich aus der Straße von Santa Lucia naich Chiados- vanv bewegte::, ebenso auf der Hochfläche von Bansizza. Heute früh bei Tagesanbruch machte ein mächtiges italienisches B 0 :::beugeschwader, begleitet von Jagdflugzeugen,' eine Streife hinter den feindlichen Linien von Selo. Zahlreiche Truppe:: wurden enrdeckt und wirksam mit Bomben bttvvrfen. Unsere Flugzeuge, welche auf eine geringe Höhe herabgegangen waren, um ihre Bvmben abznwersen, kehrte:: sämtlich unbeschädigt zurück trotz des seindlichle:: Mwehrfeuers. Unsere Flieger brachten eines der feindliche:: Flugzeuge zum Mstirrz, welch: anfgesttegen lvaren, um sie zurückzutreiben, :md zerstteute:: die andere::. Frühmorgens warfen seindlichle Wasserflugzeuge ziviscken dem Jso::zo und dem Karst Bomben ab, lvodurch sie einige Verluste und geringe Beschädigung verimachlten. Der türkische Bericht. K 0 n st a n t i:: 0 p e t, 16. Juli.- (WTB. Nichtamtliche Heeves- resbericht vom 16. Jälli. Am Euphrat verlor eine geschlLgene feindliche Abteilung m:f dem Rückzuge noch 120 Dote umd Verwundete und 60 Pferde Außerd«::: erbeutete :msere verfolgeicde Kavallerie zwei Levis-Getvehre :rnd viele Zelte. An der pe rsi s chen Grenze erbeutete eine imserer Grenzkompagnier: in. einem Gefecht bei Serdescht ein Maschinengewehr. Nördlich von Revanduz griff eine russische Koinpaccnie imsere Vorposte:: an: sie wurde zu- rückgefchlagen. An der Kaukasusfront mäßiges Arttllerie- nnd Jnfanterie-Fe::er. Lin englischer Angriff ans deutsche Zrnchtdampser innerhalb der niederländischen Gewässer. dmuiden. 17. Juli. (WTB. Mchtamtlich.i Melduirg der niederländischen Telegraphenagenttlr. F n n f d e u t s ch e Fracht- dampfer, die von Rotterdam abgefahren ivaren, wurden während der Nacht bei Egmond von drei englischen Zerstörern ain ge griffen. Drei Dampfer sind auf der Flucht ans Strand gelaufen, von lvelchen einer durch Granaten in Brtvnd geschossen wurde, Mährend die zwei übrigen von den Engländer erbeutet wurden. Da die Verfolgung i n n e r h a l b d e r nieder-^ ländischen H oheitsgewäs s e r stattfand, dainpsten niederländische Kriegsschiffe von Nieulve Diep und Humiden nach der Älngriffsstelle. Granaten fielen bis hart an die Mederläudische Wste. Dmuiden, 17. Juli. (WTB. Nicytalnllich.) Amtlich wird verlautet: Es steht noch nicht fest, daß der Angriff beziehungs- Meise die Verfolgung innerhalb der niederländischen; Hoheitsgewasser stattgefimden hat. Augenzeugen lvollen wissen, daß es mirwestens vier Bteilen entfer::t von der Küste geschehen ist. Ett:e Untersuchung ist von der Marinebehörde in Nietrwe Diep erngelertet worden. Ymnider:, 17. Juli. iWTB. Nichtamtlich.) Meldmrg der nederlandsch Telegraf Age:ttschap. Wie einwandffei beobachlet wurde, hieße:: die zwei angreiferrden englischen Schiffe „S. 67" und „S. 83". A 1 : 'dem IV.Jicki. MTB. Nichtamükch.^ Meldung des Klorrefpmidezbtrvsru-s. Amrlieh ivird berichtet, daß dre englischem Streitkräste, die den Gelertzng deutscher Frachtschiffe an der holländischen Küste mrgegrifsen haben, aus 19 oder 20 Torpedo- doo te u und Tivrpedoi Lgern bestanden. Brer deutsche Schiffe tourten m den Grund gebohrt, drei sind gestrandet, zwei wurden nach England ausgebracht. Äon den gestrandeten Schrffen stehen z,vei in Brand. Amsterdam, 16. Juli. WTB. Nichtamtlich.) Nach den letzten hier twrliegeirden Nachrichten ist der zweite bei Bergen gestrandete deutsche Dampfer nicht, wie berichtet wurde, der Dampfer „Argo" aus Bremen, sondern der Dampfer „Renate Leonhardt' aus Hamburg. Aus Nieuivediep wird dem „Allgemeen Handelsblad" gemeldet das; dort Mns-ebn Personen des Dampfers „Heinz Blum berg" gelandet wurden. Die Geretteten tonnten nicht mit Sicherheit sagen, ob das Scknff gestrandet oder gesunken ist. Das „Allgemeen Handelsblad" bringt Einzelheiten über die Llngriffe der englisclien Torpedojager auf die den tischen .Handelsschiffe. Zwei deutsche Schiffe waren heute morgen ungefähr zwe, Kilometer nördlich von Bergen und vier- bis fünfhundert Meter von der Küste gestrandet. Bierzehn grch;e Torpedojäger beschossen sic. Nach ei»,er Weile verschwand der größte Teil der Kriegsschiffe in nördlicher Mästung. Zwei Tor pedofäger blieben zurück und sckwffen eines der deutschen Schiffe; in Brand. Ein Augenzeuge, der Direktor des Hotels Nassau in Bergen, erklärte, daß die englischen Kriegsschiffe zweifellos sich innerlialb der mederländischen Hoheitsgewässer befanden. Ungefähr um neun Uhr verschwanden alle englischen Torpedojager, nachdem die zuerst nach Norden abgedampstelt wieder zurückgekehrt >varcn genwinsam in südwestlicher Richtung. Bald darauf ersäßen ein holländisck-er Kreuzer mit ztoei lwlländischeu Torpedobooten. Ein deutscher Seemann ist verwundet. In der Umgebung von Bergen sind mehrere englische Granaten niedergefallen, ohne daß jemand getroffen Mtrde. Aus Maasluis wird deni „Allgemeen Handelsblad" gemeldet daß zrvei deutsche Schiffe in den Grund gebohrt wurden, zwei strandeten und zwei nach England aufgebracht wordeu sind. Amsterdam. 17. Juli. lWTB. Nichtamtlich.) Meldung der niederländischen Tclegraphenagentur. Seit Samstag haben insgesamt drei Züge von deutschen Frachtschiffen Rotterdam verlassen. Pom ersten Zug, der aus drei Schissen bestand, strandete eines bei ^ndvoorde, zwei kamen durch. Bon dem zweiten Zug üo„ zehn Schiffen kehrte eines zurück. Bier ivnrden von den Engländern in den Grund gebohrt, drei liefen auf Strand, zwei von ihnen brennend. ztoei wurden von den Engläichcrn erbeutet. Der dritte Zug von drei Schiffen ist wahrscheinlich zurückgekehrt. Amsterdam, 17.Jüli. lWTB. Nichtamtliche Der von den Engländern angegriffene deutsche Ge l e i t z u g bestand oer« mntlick» aus nenn Dampfern. Tie bei Bergen gestrandeten Dampfer sind „Lavinia" aus Hamburg und „Acgo" aus Bremen. Die gestrandeteil Sst'fse sollen slotlgemacht und nach de Helden geschleppt werden. Po „der Besatzung wurden sechs Mann getötet und ein Mann nnrd vermißt. Die Granaten der englischen Kriegsschiffe sind wieder! olt ans niederländisches Gebiet gefallen, u. a^ -auch ans das dentsckie Internierungslager in Bergen, >oo einigt Stück Birh getötet wurden. Das Haager Kö rre spmidenzbnreau berichtet, daß eine allgemeine llritersuckmng.eingelivitet worden sei. „Allgemeen Handelsblad" schreibt in einem Artikel: Es braucht "ich t erst bew c'e.! ;u werd.n, daß der Angriff iimerhalb unserer Hoheitsg-.visier erfolgte. Die beschossenen Schiffe lagen einen halber Kilometer vom Strande entfernt und die lwurrale Zone ift mehr ölo zehnmal so breit. Die .Kriegshandlung der englischen Schiffe war also eine ernste und so flagrante Verletzung Unserer Neutralität, w i e m ügl ich, die umsip ärger ilt, weil mau twtz der damit verbuardt'uen Gefahr für die Bevölkerung und trotz der Tatsache, daß die Beschießung aus unser Land, unsere Häuser und Bane nt Höfe gerichtet lvar, nicht davor zurück- schreckte. A m st er da m , 17. J.wli lWTB. Nichtamtlich.) Meldung des 9äe-derlandsche Telegraaf Ageirtschap aus ^mnidcu: Nach einer U n t e x r c d u u g M i t de m Kapitä n d c S na ch V M u i d e n geschleppten d e u {i cb c u Dampfers „L avin i a" kann festgestellt werden: Von 1?en zehn Schiffen, die ans Rotterdam aus- fuhren, sind der Dampfer „Heinz BimNberg" gesunken, die ^„La- vinia" tlach Vmvlden zurückgeschleppt und die „Renate Leon Hardt" gestrandet. Entkommen sind die zwei Dampfer „Wilhelm Belsner" und ..Ariadne", von den Engländern genommen die Dampfer „Brietzig". „Pekln-orm" und „Marie .Horn". Der Danipser „Carsten Ruß" dürfte chxrlwscheiulich von den Engländeru aufgebracht worden sein Der- Dampfer „Alplra" ist kurz nach der Abfahrt von Rotterdam „ach dem Hafen zurückgekehrt. Es besteht alle Aussicht, die „Renate Leonhardt" zu bergen. Amsterdam, 17. Jicki. lWTB. Mchtamtlich.) lieber die Beschießung der deutschen S ch i ff e , L a v i N i a" und „Renate Leonhardt" durch englische Torpedoboote schreibt der „Altmaarcher Courant": Die englischerr Tor 1>edobootc „S82" rmd „S 87" näherten sich den ans Strand gelaufenen Köhlenbooten bis -auf 1,5 Kilometer Entfernung und lösten eine große Anzahl von Schüssen, von denen verschiedene trafen. Auch als die Mannsck-aften sich in den Booten nach dem Strande begaben, setzten die Torpedoboote die Beschießu-irg fort. Mehrere Granaten schlugen aus holländisckiem Bvden ein. Die Be- „nnmnng der „Lavmia", 15 Mann stark, erreichte unvcr.vundet die .Küstenwacht'. Bon dem zweiten Köhlenboot kamen ebenfalls 15 Leute, darunter zwei Frauen, uuvenvimdet bei der Küftennxiche an. Drei Personen sind an Bord zurückgeblieben. Als die englischen Torpedoboote abgefahren ivaren, fand man an B^rd der „Renate Leonl)ardt" zwei Leichen und einen Arm. Man vermutet, daß die Leickie, zu 1>i*r der Arm gehört, über Bord gefallen ist. Die „Lavinia" !isl nach Pmuiden geschleppt worden. Die bvannte noch bei der Ankunft. Es wird dagegen schwer „Renate Leonhardt" zu bergen. China. Peking, 17. Juli. Waugtasteh wurde zum Minister des Aeußern, Likuanfung zum Marineminister ernannt. Der Präsident bekundete die Absicht, die Präsidentschaft nicht wieder zu übernehmen. Seekrieg. Reue tt-Boot Erfolge. Berlin, 17. Juli. (Amtlich.) Neue 11-Bvots-Erfolge rm englischen Kanal: 23000 BRT. Unter den versenkten Schiffen befanden sich drei bewaffnete tiefbeladene Dmnpfer, von denen einer Munition geladen hatte und fünf Sekunden nach dem Torpedotreffer in die Luft flog, ferner ein bewaffneter tief geladener großer Dankdampfer, der aus einem stark gesicherten Geleitzug heraus geschossen wurde. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Der Untergang des Linienschiffs „Suffren". Bern, 16. Juli. (WTB.) Der Pariser Presse zufolge geht aus dein crmtlick>en Bericht über den Untergang des Linienschiffes „Suffren" an das Zivilgericht in Brest hervor, das; die „Suffren" an: 26. November 1916, morgens zwischen 8 und 9 Uhr sechzig Meilen östlich der Berling- Inseln (Portugal) von einem unter Wasser befindlichen U - Bvv l versenkt worden ist. Der Torpedo traf wahrscheinlich die Munitionskammer und rieif sofort eilte fürchterliche Explosion hervor. Bon dein Schiff blieben nur einige Trümmer übrig. 64Z Offiziere und Rkatrosen, darunter der gesamte Stab, sind verschwimden. * Am sterdam, 17. Juni. (WTB. Nichtamtl.) Die Neder- landsch Telegraf AgeiUschav meldet aus Plnuiden. daß der holländische Scho ir er „Timvr^' auf der Reise von London nach Rotterdani versenkt wurde. Kristiania, 17. Juli. (WTB.) Meldung des Norwegischen Telegrammbureaus. In Egersund ist ein schwedisches Fischerboot mit elf Mann vom Kristianiae Motor- chiff „Lest' eingetroffen, das, mit Kohlen beladcil. 120 Seemeilen vor Lindesmäes von einenr deutschen Tauckibovt versenkt wurde. Ladung sein, die Vie Nevolution in Rutzland. Reue Minister. Petersburg , 17. Juli. lWTB.) Meldung des Reuter- sckxil Bureans: Finanzmmister Schingarew. UntcrricÄö- wsunter Mann i low imd der Minister für ösfentlickle Unterst übungeil Fürst Schachvwskoh sind znrückgetreteu. Proko- vowi tickt ivurde zum Minister für .Handel und Industrie, T s ch a r n o w s k i zum Unterrichtsrninister ernannt. Die ukrainische Frage. Petersburg, 17. Juli. lP. T.-A.) Am 16. Jnli hat die vorläufige Regierung eine E r k l ü r u n g veröffentlicht, wonach sie über die ukrainische Frage eine Erkläning an- genommen habe, dcrzusolgc als höheres Organ der Verwaltung der ukrainischen Angelegenherten ein besonderes General sekret ariat eingerichtet werden würde, dessen Beamte von der Regierung im Einvernehmen mit dem Zentralrat der Ukraine ernannt und aus gereckten Grundlagen durch Vertreter der anderen Nationalitäten die in der Ukraine tvvhnen und durch ihre deniokratischen Organisationen vertreten werden, crgärrzt werden würden. Die sranzöffsche Kammer. Bern, 17. Juli. lWTB Lyoner Blätter melden: Die französische Kammer begann gestern mit der Erörterung der neuen fiskalischen M a ßn ah m en , die noch vor den Tdammerferiftn angenommen imd erledigt werden sollen. Als eriMi- Gesetz ivurde ein Antrag angenommen, ,wch dem die Patent- stener, die persönliche Mobilia-rstener. die Türen- und Fenstcr- ftLuer am 1. Januar 1916 abgeschafft werden sollen Aus dem Reiche. Nach dem Nanzlerwechsel. Berlin, 17. Juli. (WTB.! Der Kaiser empfing gestern nachmittag zu längerem Vortrag deii Handels minister Dr. ^Ndow und den Staatssekretär des Innern Dr. Helfseich. Zur Abendtafel bei deii Majestäten iuareit gelaoeu Reichs.anzler Dr. Michaelis, Geueralfcldmarschall von H i n d e n b U r g und Gcinahlin nnd General L u d e n b o r f f. Heute vormittag nahni der Kaiser ben GeneraMabsvoriraa entgegen. Wie das B. T. meldet, ist am Dienstag mittag der B e r- t ä n d i g n n g s a u s s ch u ß der M e h r h e i l s p a r t e i e n ws Reichstages zu einer neuen Beratung zusammengetretcu, bei der noch einmal die Gründe und Gegengrürlde abgegeben vurden. Darauf sei einstimniig beschlossen worden, die Ent- chlleßuna einzubringen. Bei einer vorherigen Abstimmung >er dr'ei Fraltioneu hätten die Sozialdemokraten einstinlmig, me Fortschrittliche Bolkspartei mit allen gegen eine, Und die Zentrumspartei mit allen gegen zwei Stimnieu ihre Zustimmung zu dem Standpunkt der Entschließung erteilt. Eine sehr erhebliche Mehrheit sei der Entschließung gesichert. Der.Lokalauz. nimmt ait, daß nur 221 Abgeordnete im Plenum für die Entschließung stimmen dürsten. Es bleibe ab- zmvarten, ob diese kleine Mehrheit aus anderen Parteien Zulauf erhalten werde. Eine endgültige Beschlußfassung der Parteien über dre Stellungnahme und die Behandlung der Entschließung sei erst am Donnerstag vormittag zu erwarten. Rack) der B. Z. werden die Reichstagsparteien, die sich aus die Friedensentschließung geeinigt haben, unbeschadet der Haltung des neuen Kanzlers vorläufig noch darauf besteheii, daß über die Entschließung schon am Donnerstag abgestimmt werde. , Im B. T. schlägt Dr. Paul Michaelis vor, den Posten oes preußischen Landwirtschastsministers bei dem über kurz oder lang doch zu erwartenden Ausscheiden des Herrn von Schorlemer vorläufig nicht wieder zu besetzen und das Kriegs- ernahrungsamt mit dem preußischen Kommissariat für Kriegsernährung persönlich nnd sachlich zu kombinieren und die Organisationen des preußischen Landlvirtschaftsmini- lterinms sür die Zwecke des Ernährungsdiktators nutzbar zu machen. ^ Hinvcnburq und Ludendorff. ^ l i,i, 17. Jvli. (WTB.) Gestern vachmittaa stattete da^. R e i ch s t. a g s p r ä s i d i n in im Gen erakstabsgebäude Generalfrldmarschall v. Hindenbnrg und dem Ersten Generalguartrermeister Li'dendorss einen Besuch ab. Berlin, 17. Juli. (WTB.) Generalseidmarschatl vvii Hin den bürg itnd der Erste Generalguartienneister Ludendorff haben gestewi abeiid 11 Uhr wieder Berlin venasseii. Der Hauptausschuß, und Vcrfasfungsausschilß des Reichstags werden im jetzigen Tagungsabschnitt keine Sitzung mehr ab ha Een. Der .Hauptausschuß hält es iiach dem Kauzler- wech)et nicht für opportun, mit dem neftteii Reichskanzler chUter verschlosserren Türen zu verhandeln, sondern für richtig, daß der Reichskanzler Mnächst in der Oesfentlichkeit seiii Programin entivickelt, was ja am Doiiiierstaa geschehen wird. Der Berfas,luigsausschuß hat überdies das Recht, federzeit. auch währeiid der Vertagung, zu.sam»nenz.u^ treten und imrd von Rechte, wenn die Notwendig- kert vorliegt, Gebrauch nigchen. Man ist im Hauptausschuß übereingetominen sich auch für die Ztvischenzeit, bis zur Wrederberufuiig des Reichstags im Septeniber, jederzeit prcheut zu halten. 0 ,.3 m , ^erf ö ffunnö ö ueifd)iifj müssen, da durch den Wahl- rechtserlaß die geplante Kundgebung des Msschusses in bezilzz ans das Wahlrecht in den Bundesstaaten in der Haichtsache gegenstandslos geworden ist, neue Arbeiten vorbereitet werden. Ein Unterausschuß des Berfassungsgus- k?^sses wird'deshalb, brs zur neuen Reicks tags tag ung im September, dre für dre Umgestaltnirg der Reichsv^fas nug notwendigen Vorarbeiteii erledigen. " * Die türkischen Zeitungsver- verlaffeii und begaben sich Der türkische Besuch. Berlin, 17. Juli. (WTB.) treber haben heute früh Berlin verladen und begabeu sich zliiiachst nach Leipzig. Sie werden auf der Reise durch Deutschland von Dr. Fetdinann begleitet. Zur Berabschie- düng fanden^lch nEhrc« Vertreter der Berliner ZeitmrgK. weit am Bahnhof ein. ^ " Aus Stabt und Caiid. Gießen. 18. Juli 1917 . ** Auszeichnung. Gefreiter Willi Weis, bei einer: Munitions-Kolonne, erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. ** Hinrichtung Heute früh um 6V2 Uhr wurde auf' deni Ho-sc des Provinzial-Arresthauses der vom Schwur-- gericht der Provinz Oberhessen am 5. Juni d. I. wegen Nlordes. begange?' an dem (besangenwärter Arnold in Butzbach, zum Tode verurteilte 49 Jahre alte Hans bursche Friedrich Wilhelm H a n ß ans Wangen im Elsaß durch den Königlich sächsischen Landes scharsrichter Brand dnrch Fallbeil hingerichtet. Der Hinrichtnngsakt nahm von denv Augenblick au, da der Verurteilte den Richtplatz betrat, biA znm Niedersallen des Beiles genau Minuten Zeit iit Arrsprnck). Es wohnten der Vollstreckung des Urteils bei: Ober staatsamoalt Hofma nn nnd Gerichtsassessvr Dr. Eckert als Vertreter der Staatsanwallschaff, Landgerichts-- rat Hirsch und Landrichter H a n s 0 l t als Vertreter der Rrchterbank, welche Hauß das Urteil gesprochen. Die Zahl, der zngelassenen Zeugen war diesmal sehr beschränk. Pfarrer A u s f t [ b begleitete den Verurteilten auf seffrem Wege zum Schafsot, das Hanf; gleichgültig und ohne sichtbare Regung betrat. ** Ertrunken Beim Baden am Launsbacher Steg wurde gestern der 15jährige Karl Walter von hier (Mar-- burger Straße 29) von Krämpfen befallen und ist ertrunken Obtvohl noch mehrere Kameraden bei ihm waren, konnte ihm. keine Hilfe gebracht werden Der Bater des Jungen, Tapezierer Walter, befindet sich im Felde. ** Einziehung der Zweimarkstücke Mit der ange- küiwigwu An ß e r k ii r z se tzun g der Nickel- und SilbernlünAal ivirv jetzt begonnen. Der Bwrdesrat hat soeben die AußerkirrS- setzung der Zweimarkstücke beschlossen. Wie verbautet, g-rlt dos. Zweimarkstück nur bis zum l. Januar 1918 als gesetzliches Zal>- luugsmiltel. Bis Mini 1. Juli 1918 aber müssen Zweffnarksrücke noch zum gesetzlichen Werte in Zahlung genommen »verden. ** Laßt keine Kornähren zugrunde g-ehen! Tie bedeutenden Ergebnisse, die man im jetztverflossenen Jahre mit dem jorgsältigen Eiirsammeln der aus den Getreidefeldern liegen- gMievenen FkuckstälMN erzielke, mahnen driligeiw zii nock- ge-, irisscnhasterer Ausnützung dieser löblichen Sitte. Werm das Em^ sammeln überall bis zum letzten Grundstück sorgfältig durchs geführt wird, so iv-ecden dadurch bei der geivalttgen Ausdehnung der Getreideländer in Deutschilünd viele Tausende von Zentnern Körnersrnck! gewonnen. In, letzten Jahre kam es vor, daß die Kinder e l n e r e i n z i g e n Familie durck), fleißiges ?tehren.- lejen m e h r e r c Zentner Körner gewannen. HierM sollten aber nicht nur die Kinder, des Lairdes hetangezogen werden, sondern var alten, nuch> die Stadtkinder, dile so ihre Ferien-^ zeu sehr nutzbringend für sich selbst und die Mlgeineckttfeit a,is- nutzen lönnten. T.ls Achrenlesen ist auch dort noch angebracht, lvo schon der Erntclechen die Hauptarbeit getan 1*U, denn beim jvrg- fälligsten Ab rechen bleiben aus jedem Grundstück ,wck> zahllosk' Aelren, und oft gerade die rolllörnigsten, in Furchen und anderen. Berttelungen Lus dem Acker liegen ** R e s 0 r m a t i 0 st « d a n k s p e n d e. Der Evangelische Nach-- richten Verband iür Hessen macht darauf ausmerksam, daß die in Nr. 16.5 unseres Blattes erwähnte Reformationsspende siä) nur auf .Hessen Nassau, nicht aber auf das Großh. Hessen bezieht. Im Großh. Hessen ist die Genehlnigung zur Vornahme einer Reformn- twnsdankspende nicht nachgesncht worden. ** © iffi.cn er Tierschützder ein. Im Vereins,'ahr 19165 wurden zlvei VörstandZitzungen abgehalten. Hieraus ist unschwer zu ersehen, daß der Vorstand seine Vereinstätigkeit noch mehr ein- schränken mußte als in den Kriegsjahrrn 1914 und 1915. Während de5 Jahres schieden 19 Mitglieder aus; 8 davon sind gestorben, 4 verzogen. 4 ausgetreten und 2 stellen im Felde. Dagegen sind Ist Personen eingetreten, so >d^st der Verein zurzeit 504 Mitglieder hat. Im Vorstand sinh keiner lei Aendernngen eingetreten^ Belehrung durch Wort und Schst-ft ist seine der ?lusaal^„ des Vereins. Lehrer Heinrii- Müller klärte Der den Meder gang der- Schwalben aus. während der Vorsitzende Knau st auf das Ti er leben in der Urgeschichte Israels hinwies. Auf Antrag des LehüerÄ Fritzel >m,rde zur Besseruug oder Beschaffung von Kleiblingsg stücken für bedürftige VolkssckMer Unserer Stadt 100 Mark bewil-" tigt. Tie Beträge von je 50 Mark wurden den Harrptlehrern z'ugostellt. 29 Mark und 50 Pfetrnig überwies der Verein an den Verein zum Schutze der Tiere zu Frankfurt a.M., an Frau Käthe Niem am, 10 Mark sür deutsche Kriegspferde. Nach Beurteil kung, der Tierschu»habender .durch Lehrer Fritzel ivurde die 'slvv, sckafsung des Berliner und des Würzburger Kalenders t>csch'lossen, der zu glcick'en Teilen den städtischen Volksschulen überlassen ivurde. Die Vögel wurden im Winter 1916/17 in der altbewährte!, Weise gefüttert. Philipp Böck-er, 25 Jalwe im Dienste der Firma 9tvwack & Sohn, erhielt eine Ehrenwrkurrde. Angesichts der Sck-qvere des Krieges wurden keine Belolpningen verliehen, weder an Gendarmen..- Sckiutzsteutc nnd Flurstbützen, noch au die Friedhofs- nnd Schlacht« Höfswärter, obwohl sie sich im Tier schütze nicht Minder treu., betätigten^ Die Rechnung schlost in Einnahme mit 1679 Mark 54 Pfennig, in Ausgabe mit 167-1 Mark 82 Pfennig ab Zurzeit betragt das Vere,usvermögen 2811 Miark 73 Pfennig. Der Ber- mögenszuwachs beläuft sich auf 521 Mckrk 11 Pfennig. ** V 0 rtra g. Aus deu stricke Mittwoch aberid 8V2 Uhr in der Neuen Aula stattfiudenbeik VortragüberdieLageinRuß- l a u d mackien wir auch -an Vieser Stelle aufmerksam. ''ILach Schluß des Vortt'ags ist ein Zuswuniensein nnt den, Vvrttagenden im „Augustiner" (Ludtvigsplatzf in Aussicht ge'kornlnen. ** Das heutige Kreisblatt enth 'kt BekLnnlmg de- BerkLhrS mit Heidelboersn anaeovdnet. Ä «allem sollen die "41ahnsi1lrtwitvn einer dauernden BeaUssichttguitg »LMerMKen werdeir. 4t Ech^eN ^ 17. Juli. Das Bayerische Verdien stkrenz 3. Masse. •crl^trlt ber § Jäger .vvcmtitmi GriMru. Bor emüpot Monaten geriet et tit russische Geftovgenschgft. Die ?lusFeick)inuug donnte ihm daher nicht Mgastetlt werdcm und wurde den Eltern ausgehändigt. Kreis Friedberg. oa. Ober-Eschbach, 18. Juli. Kampf bis zur völligen 'Verruchtung der ersten Generation des Kohlweißlings! So lautete die Losnny bei den Schüler: i von Ober-Eschbach. Das Re- lultMSt: Sammlung der Ol>erklasse innerhalb ackst Tage: 12 259, Sammlung der llntcrllassc in derselbe Zeit: 10 260, zusammen 22519 Schmetterlinge des Kohlweißlings. Wären hiervon die Valfte Weibchen (11 259 Stücks imd jedes würde nur 200 Eier le^n, so gäben dies schon 2 251800 Räupckren. die jetzt keinen ocfuxben mehr amüMen. Die zweite Generation ist mindestens um diese ZM an Nachkommen geschädigt. Die 'Gemeinde zahlt für 100 Sclnnetterlinge 20 Psg. Dre Flugzeit endigt bald, aber der Kampf wird fortgesetzt, und bei Erscheinen der zweiten Generation im Auqust mit doppeltem Eifer ausgenommen. Starkenburg und Rheinhessen. --- Eberstadt (Krs. Darmstadt), 17.JWli. Abis der Fahrt don Darmstadt noch hier stieß der Rangierer Eisenhcruer, als er sich Mi weit aus der Lokomotive lehnte, nrit dem Kopf gegen eine Brück'. Er starb iwtrfr kurzen Augenblicken. Fc Bon der Bergstraße, 17. Juli. Die Z w e t s ch e n - ernte wird tu hiesiger Gegend sehr gering ausfallen. — Die mi- ltvärischen Wachen, die ans den Bahnhöfen wegen Beaufsichtigung der Obstaussuhr ausgestellt lvaren, sind zurückgezogen worden. Hessen-Nassau. P Biedenk o Pf, 18. Juli. Außer gegen einige Eimvohner von hier t,t auch gegen erntge Bewohner des benachbarten Dorfes Wallau seitens der Marbirrger Staatsanwattsckioft das Ernttttlungs- Ä n wegen heimlicher Massenschlächtereien eingelei- d-en letzteren soll es sich auch noch um Auskauf und wucherischen Weiter verkauf von anderen Lebensmitteln lnndetn. == Frankfurt a. M., 17. Juli. Im hiesigen Polizeipräsidium tagten am Montag tmd Dienstag ausgedede Konferenzen, dte fick mit kriegs)virtsck>astlick>en Maßnahmen der vcr- fdiiÄenftoi Art, u. a. auch der Bekämpfung des unreellen Handels, beschäftigten. An den 'Besprechungen und Vorträgen, die vertraulichen Charakter trugen, nahmen mehr als 100 Bürgermeister, Polizeibeamte und Gedärmen ans der Provinz Hessen-Nossau und . dem Groffherzoglum Hessen teil. mr. Frankfurt a.M., 17. Jtzli. Die von der Stadtver-- v rdnetenversainmlümg sür«Hie Beamten und Lelwer dorge- Wagone Teuerungszulage, die teilw-eise die staatlichen Sähe ül*erschreitet, wurde vom Magistrat endgültig genehmigt. Das Gv' Schülennühle im Tawrus soll für jährlich 2000 Mark, bis zum Friedensschluß für 3000 Mark jährlich gepachtet werden. Dis Stadt errichtet hier eäne WeidewirtsckMtt und erhält gleichzeitig das Vorcklrufsrccht. Äldit dein 1. Juli ging die Schreibstube für .stellenlose Kaufleute in städtischen Betrieb über. In der näl len Zeit soll eine bsdcntenlde Vevgrößserung dieser gemeinnützigen! Eirrrichttung Matz greifen. Ka s s e l, 17. Juli. Heute verließ die 15 0 0 0. L o k o mo - >t i ve die Hensckfelschetr Werke. Es ist eine schivere Güter zu g-Lokomotive für die preußische Staatseisenbahn-Verwaltung. Sie stellt eine von der Fabrik selbst entworfene neue Bauart dar, die für das Deutsche Reich einheitlich zur Einführung gelangen soll. Eine erhebliche Zahl dieser Maschinen ist bereits int Bau begriffen. Die Henschkl-Werke kießeu zu Ehren des Tages den Arbeitern und Be- arrdten tatb allen Rentenempfängertt des Betriebes namhafte Be- lohnungeit auszahLen. fl Marburg, 18. Juli. Das Gesanckergebnis der Sammlungen für die U - B ovl-Spende stellt sich im hiesigen Kreise mrs 13 096,52 Mk. Fe. W e i l b u r g, 18. Juli. Ter in der Nähe gelegene 4,4 Hektar große Voehler-Wciher wird im Herbst dieses Jahres abge-- fischt. Die Fische — Karpfen, Schleien und Forellen — werden zu billigen Preisen an die Einwohner der Umgegend verkauft. Fc. Vom Obertaunus, 17. Juli. An Frühkartoffeln sind sür den Diesseitigen Kreis 24O00 Zentner von den dlbgabekreisen Hanau. Stettin und Magdeburg sichergestellt. Fc. Aus dem Untertan uns, 16. Juli. Der Landrat gibt bekannt: Bei fortgesetzter Ueberschreitmtg der Höchstpreise wird die Beschlagnahme der Frühobst ernte erfolgen. Gerichtrfaal. Danzig, 17. Juli. iWTB.) Die Strafkammer verurteilte den Mühlenbesitzer Schesfler zu 10 000 Mk. Geldstrafe, weil er beim Grütze verkauf einen Gewinn von 100 Prozent genvmnren hatte. 1 AnivergtSts-Nachrichte«. — Frankfurt a. M., 18. Juli. Tie Gesamtzahl der immatrikulierten Studierenden beträgt im gegetnvärtigen Semester 1849. Im Sommersemester 1916 betrug sie 1348. Unter den 1849 Studierenden befinden sich 246 Frauen. Bon den einzelnen Fakultäten zählt die Reckstswfffenschaftliche 287 darunter 5 Frauen), die Mldizimsche 490 (61), die Philosophische 419 (104), die Natur- wisftnschaftliche 301 (45), die Wirtschaft- und Sozialwissenschaftliche 352 (31) r Außer den 1849 eingeschriebenen Studierenden sind 90 Gasthörer uttb 249 Besucher zugelassen: die Gesamtzahl der zum Horen von Vorlesungen Berechtigten beträgt demnach 2188. Für das am 17. September beginnende akademische Jahr 1917/18 sind zu Dekanen gewählt worden: von der Reckstswissenschaft- lichen Fakultät Pros. Titze, Ordinarius für Römisches Recht, Deutsches Recht und Rechts Vergleichung, von der Medizinischen Fakultät Geh Medizinalrat Prof. Herxheim er, Ordinarius für Haut- und Geschlechtskrankheiten, von der Philosophischen Fakultät Prof. Schräder, Ordiitarius für klassische Archäologie, von der Naturwissenschaftlichen Fakultät Geh. Regierungsrat Pnrs. Möbius. Ordinarius für Botanik, von der Wirtsck>afts- und Lo- Nalwissenschaftltchen Fakultät Prof. Cal mes, Ordinarius für Privatwirtschaftslehre. Vermischte». Berlin, 16. Juli. (WTB.) Ter „Staatsanzeiger" teilt mit, daß Fräulein Dr. phil. Engel-Reimers in Charlotten-« bürg das Prädikat „Professor" beigelegt worden ist. * Danzig. 16. Juli. Verschiedenen Blättern Ivird aus Danzig gemeldet, daß die dortige Kommandantur sämtliche von Danzigs Hausbesitzern am 1. Juli ausgesprochenen Kündigungen für nichtig erklärt hat. Cftne W»hnungskündigung ist fortan um mit Genehmigung der Kvminandantur gestattet. * D r o n t h e i m , 16. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Gestern nacht brach in einem Resigeit e n g l i s ck>-r ussischen Transit- lgutlager Feuer ans, das sich rasch ausdehnte und auch das Zollgebäude einäscherte. Der Schaden beträgt ettva fünfzig Millionen Kronen. * * Schwelgereien in vergangener Zeit. Bei der heute notwendigen Sparsamkeit int Lebensmittelverbrauch muten Uns die Gastmähler, von denen in Chroniken vergangener Zeiten berichtet wird, besonders wunderbar und unglaublich au, und jetzt kann Mm deutlicher als je ermessen, welche Heldentaten auf dein Gebiete des Essens in früheren Zeiten oft verrichtet wurden. Unter diesen Schwelgereien, von den MeMtder Mosikowski im nächsten Heft der bei der Delttschen Berlags-Mstalt in Stuttgart ersckleinenden Zeitschrift lieber Land und Meer allerlei Jntei-essan^ tes milteilt, ist vor allem einer Hochizettstasel zu gedenken, die im Jahre 1578 von eiueni Herrn Willielnt von Rosenberg in Krnnnne- nau in Böhmen gerüstet wurde. Man bereitete sür dieses Fest 113 ganze Hirsche. 98 Wildschweine, man verivendete 40 837 Eier, 470 &afatt>e, 3910 Rebhühner, 2292 Hasen, 162 Rehe, 246 Mer Hühner 7 ^.^^^^EsvSgel, 370 Ochsen, 2682 Schöpsen, 1579 Kälber, 000 ^bische Hühner. 3000 gern ästete Kapaunen. 12 581 Masthühner. 2oÖÖ Küken. 3250 Stopfgänse. 15 800 ttarp- \tn, 1844 .Hechte und 5 Tonnen Austern Dannt war aber der Schmaus immer noch nicht zu Eitde. Am Schluß ivurdett ganze Vcvcfc von Konfekt imb Marzipan geboten, und ntan trank 2000 Etmer Ungarwem. Diese ganze Tafel kostete einschließlich der Belulttgungen, des Feuerwerks, der Mummenscherze usw. den rMgeber 100 000 Taler, lvovon 12 743 Täler auf den Nacktisch mmen. Verfolgt man den Lauf der Zeitm gonauer, so ftndet mq-t Beruhlte von nicht minder reichen Tafeln, wobei allerdings zu bemerken ist, daß die Preise damals erheblich billiger waren. So erzählt ein Chrvnikenschreiber, daß m Zeit des Konzils vvn .Konstanz 1 Pfund Rindfleisch 3 Pfennig kostete, 1 Pfund Lammfleisch 7 Heller, 1 Ei eineit Heller, 1 Hnftng 1 Psjeirnig. du lMckß Rhentivein 20 Pfennig, ein Psmtd Kalbfleisch 2. Schweine- ftetsch 5, 1 Maß Bier 2 und 1 Pfund Schmalz 6 Pfennig. Eine Mrlck-kuh konnte man bereits für 4 Gulden erstehen, für eine fette Gans brauchte man trur 8 Pfennig auszugeben. Verhältnismäßtg teuer war die Butter, das Pfund kostete itämlich 17 Pfennig. Am besten hatten es aber die Leute, die ihre Nahrungsmittel auf eigenent Boden erzeugten. 3 Güteräcker konnte nta ttbereits zum Gesamt- pceise von 90 Märk erwerben, und im Jähre 1400 tvurde bei einev Bersteigermtg dem Nieistbietenden cftt gaitzes Torf mit Land und Leuten für »veniger als 200 Gulden zugeschlagen. Waren die Preise in früheren Zeiten also gering,so scheint der Appetit um so gewaltiger entwickelt getvfsen zu sein, und zwpr in steigenoem Maße, je mehr ma>t in der,Zeit zurückgreift. So gab zu Beginn des 16. Jahrhunderts der Kärdinal Cornaro ein Gastmahl von 75 Gängen, lvvbei aber jeder einzelne Gang 3 Arten üoti Speisen umfaßte, so daß genau genominen 225 Gänge gereicht ivurden. Zur selben Zeit imtrde von dem Kardinal Orimani im BMeziani-, schen Palast zu Rom ein Ftsckesst't veranstaltet, das noch bedeutend schwelgerisckser» gewesen sein soll. Mit Noch größerem Appetit febemt der Vorgänger dieser beiden Kardmale» Riario, gereckMet zn liaben, der nack; dem Blickt des Gregorovius sür bloß sieben Gäste folgende Kleinigkeiten aufträgen ließ: ganze gebratene Witd- schwetne mitsamt ihrein Fell, gänze Damhirsche, Hasen, Ziegen, Kaninchen und nebst bersäftedenerlei anderen Kostbarkeiten einen Bären, der in seinent Fell gebraten worden ivar. Aus Konsekt- maucrn l>atte er ganze Burgbauteit errichten lassen, die wiederum mit Speisen gefüllt waren, und svenn es damals schon ein Lebens- mittelkartensyslem gegebeit hätte, wäre ivohl eine eigcrite Papierfabrik zur Herstellung der Karten twtiveirdig geivesen. ** .Kü b bl auch a l s Spinatersatz. Die „Leipz. N. Nachr." schreiben: Wir brachten kürzlich eine Mitteilung, nach der die Blätter des in nnsetn Wäldern mir allznüppig ivuckernden wilden Knoblauck(s reckt gilt der menschlichen dtährung dienlich gemacht werden löstnen, iveun sie einem einfachen Berfahrett' unterNwrftn lverden. Mit reich'.ick^in Wasser, dein man eine Messerspitze dopM'llLllsteltsäures l!?atron zusetzt, eine Stunde lang ge- kvcl4, müssen die Blätter seiNgeiviegt und dann noch eiitmal so lange erhitzt ireirbat, bis sich der Knoblauchgeruch verduftet hat, uird der beste Spinatersatz ist fertig Der Rat der Staöt^Leipzig hat sich diese Tatsache zunutze gentackst und in unserem Schlackst- lwft eine Knoblauch.üch' eingerichtet, in d-r solcher Spinatersatz llt großen Mengen dem Berdnitungsversahren imterioorset^ und der menschlichen Erttährung zugänglich gemacht wird. Bon Schnl- kindern. Schülern höherer Lehranstalten und Soldaten werden die Blätter des Knöblauchs geerntet uttb ganze Wagenlaoungen liötiimeit zusännnen, die in der Krtablaucliskücke verarbeitet, gereinigt-, gebrüht, durch den Fleischwolf getrieben und dann als nahrhaftes Gemüse den stäottschni Spstseanstatten überwiesen werden. Das Gemüse steht an Nähriftaft echtem Spinat nicht nach. So hat der gvaße Lehrmeister Krieg uns wieder einen neuen Weg gewiesen, 'und dent wildem Knoblauch! der seines durchdringendes Gevuch«s wegen als I-eind unserer Waldungen galt itnd manchem die Freude an der dtcttur verdarb, eine nicht ttrrwesentliche Ralle in imsereN Eknährungsfragett ipährend der gentütearmen Zeit Mgewiesen. Was über in unserer .Knoblauchkück>e int großen ge- schjielst, das soll km sich recht viele tmserer detttschen Hausfrauen int kleinen zunutze machen. Denn an Knoblauch ist ja in nnsevanj Meldungen wirklich kein Mangel! * Der amerikanische R a t ten kri e g. ,Wte einem Artikel des Nein Bvrker Fovcvast zu cntneftneit ist, fühlen die Amerikaner nach wie vor eineit erbittet tcit Kamps gegen die Raiten/ deren Beköstigung sie nach einer möglichst genauett Aufstellung jährlich 160 NttNtonett Dollar kostet. Die Hauptschtvierigkeit in der Bekäntpftmg liegt harin, daß nur wenige Materialien den scharfen Zähnen der gefräßigen Tiere zu widerstehen vermögen. Ein guter Sckntz für die Gebäude soll eine Mtschung von Kalk, Sand und Kiesel sein. 1907, als San Francisco von der Pest bedroht war. ließ man eine Strecke von 6 0M 000 Metern mit diesem Gemisch bedecken, das nicht teuer ist, dessen Herstellung keine besondere Geschicklichkeit verlangt. Die einfachsten Berteidigung^- mittel, die Fallen, sind inancknnal gärtz nützlich, so ist es mit dem einen oder dein anderen System sckgm gelungen, alte Gebäude, die zu lvabren Rattenburgeit geworden warett, wieder wvl/nbar zu machen Als freilich 1914 in New Orleans eine Pest-Epidemie ausbrach. konnte trotz all dieser Maßnahmen nur ein Teil der alten Gebäude gerettet norden. So mußte das historische Hole! St. Louis, eine der berühmtesten Gedenkstätten Amerikas, niü>ergertssen werden, weil die Kosten fiir seine Rattenbesretung eine schwindelhafte Höhe erreichten. * Aus den Revvlutivnsgespräcken russislcher Bauern. In dett Mitteilungen von Revolutionsgesprächen russischer Bauern, die Robert Lezmu im „Figaro" veröftenllicht, finden sich folgende merkwürdige Betrachtu-ngen: „Mau ,pricht jetzt so viel von der Konstitutton. Wer ist das cigenllich?" „Die Kvm stitutton? Wahrscheinlich die Fvau des GwMrsteat Michael." „Ist eZ war, daß Rußland eine Republik werden soll?" ,.Ja, die Leute sagen es " „Was nnrd dann der Zar tun? Wird er Weggehen?" „Nein, er wird bleiben." , Ja, was inird dann aber die Republik dazu sagen?" „Sehr einlach — sie wird den Zaren heiraten " „Was soll aber dann die Kaiserin tun?" „Sie ivird beten " „Jntmerfort?" „Jawohl. Man will sie zu diesem Zw«k sür immer in ein Kloster lwittgen." „Ich denke ^ mir auch gut, wenn die Republik eineit Zaren heiratet. LVber dann müssen wir alle daraus achten, daß sür sie ein ntöglichst netter Zar ausgesucht tvitd." Briefkasten der Redaktto«. fAnouyuic Attftagen bleiben unberückstchti«t.» K. in G. R. Wie bereits iviedechvtt im Briefkasten mttgeteilt, chiglich nur die gesetzliche zwei- und drei j ährt ge eit bei der Aufwandsentschädigung angerechnet, Mtthin rnn älteren Sohn drei Ialpre, bei Jhrent .jüngerett Sohn lw seckts Monate, zusammen also vier Jahre seck>s Monate. ^ Anlaß des Krieges notwendige Mehrdienftzeit komntt nicht Rechnung, wenn auch eine Ueberführung zrn Reserve noch Meteorologische veobcichtungen der Station Giehciü Juli 3917 Zb S £ — 2* ° 3 5 fl 5* «''S 's I'l -r 2 B ® 11 CO f 1 s 1 *j2 •c o fr. n id 5 LS-2 ist Wetter 17. 8 1 ' 20.7 14,0 77 7 Bew. Himmel 17. 10" 17,7 14,4 95 — — 3 Bem. Hiutntet 18. 8 ä ‘ — 15,5 12,7 97 - 10 Bed. Himntcl Höchste Teinperatltr am 16. bis 17. Juli 191? Niedrigste » « 16. » 17. „ 1917 Niederschlag : 2,0 mm. = -ft 31,3' C. = 4- u,2-a Monatl. «ebersicht der Todesfälle t» der 5t»dt Gietzur. Monat Auni IV17. Einwohnerzahl: angenommen zn 33100 (inkl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 29,1'/*,. Nach Abzug von 56 Ortsfremden: 8,28'/*. ES starben an Zus. Tr- «in»« mrtrfiUn» tm I Leben«, dom 2 dt» wachsene ja6r lt Angeborene p'ebensschwächk 1 — 1 — Nlasern und Röteln 2 — — 2 Diphtherie und Krupp 5(4) — Kl) 4(3) TpphriS 1 (1) — — 1(1 ander. WundinftktionSkrh. 4(4) 1 (1) 1(1) 2(2) Ttiberkulose der Lungen 3(3) 3(3) — — Tuberkulose and. Organe 2(1) — — 2(1) AkNte allg. Miliartnberktllose 2(1) 2(1) — —*■ Lungenentzündung 6(2) 1 Kl) 4(1) Krankh. der Atmungsorgane 2(1) Ml) — 1 Krankh. d. KretSlaufsorgane 17 (13) 17 (13) — — Gehirnschlag anderen Krankheiten des 2(1) 2(1) — NervcnsystentS Mageit- und Darinkalarrh 6(6) 4(4) — 2 (2; Brechdrirchfall anderen Krankheiten der 2(1) — KD 1 Verdauungsorgane Krankheiteit der parn- imb 10(8) 9(7) — 10) Geschlechtsorgane 4(4) 4 (4) — — Krebs 4 (2) Verunglückung od. and. gemalt. 4(2) Eimvirkung 2(1) NY . — l and.benanntenTodesursacheit 4 (2) 3(1) , — 1 fl) Todesursache nicht angegeben 1 (1) — — l 0) Suinnta: 80(50) 5^ (39) 5(4) 23(13) Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an. wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit aus von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Verösienttickung des Großh. Kreisgesundheitsamts Gießen. Medizinalrat Dr. E. Walger, Großh. Kreisarzt Witterungsbericht. (Oeffentlicher Wetterdienst.) Wolkig, Gewitterregen nicht ausgeschlossnt, etwas wärmer. Letzte Nachrichten. Die innere Lage. Berlin, 18. Juli. Die „Vossische Zeitung" schreibt: Nur Kreise, die es darauf anlegen, einen Bruch mit der Volksvertretung lierbeizuführen, können dem Kaiser den verhängnisvollen Rat, die Ernennung des Dr. Helfferich, erteilen. Die Berufung würde für die Kanzlerschaft des Herktt Dr. Michaelis tvenig ersolgver- heißend sein. IiN Übrigen hören wir, daß die Reichstagspaarteien, die sich ans die Friedensresolutton geeinigt haben, unbeschadet der L>altung, die der neue Kanzler dazu einnehmen wird, vorläufig noch unbedingt darauf bestehen, daß über ihre Resolutton am Donnerstag abgcstimmt wird. Eine Entscheidung über das Verbleiben oder Gehen der preußischen Minister ist bisher noch nicht erfolgt. Gestetckt erhielt sich das Gerticht, daß der Chef des Zivilkabinetts von Balenttni seinen Mschied eingereicht habe. Wir geben dieses Geriicht mit aller Reserve wieder. Vormittagssitzungcn der Reichstagsfraktionen am Donnerstag. Berlin, 18. Juli. Der Dorrnerstagsfitzimtg des Reichstages sieht man in Mgvvrdnetenkreisen mit der allergrößten Spannung eirtgegvn. Sämtliche Fraktivltett, mit Ausnal)tme der Polen, haben siir den Vormittag dieses Tages Sitzungen anberaumt. Ebensro ha beit alle Fraktionen shre Mrtgli^er telegrapWch wieder zum vollzähligen Erschettron in Berlin auf gefordert. Die Namensänderung des englischen Königshauses. London, 17. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Rerttermel- dung. Der Privy Council beschloß einstimmig, den Mrmen des königlichen .Hauses von England abzuändern. London, 17. Juli. (WTB. Nichtarntlich) Reutermet- dung. Der König hat heute in der Sitzung des Privy Council für sich und seine Familie den Namen Windsor an- genommen. Frankreich verlangt amerikanische Truppenunterftützung. Haa g, 18. Juli. (L. A.) Die „American Review" spricht über Joffres und Balsours Anwesenheit in Amerika und erzählt, daß Joffre bei seinem Ersuchen, zahlreiche amerika- nisck)e Truppen nach Frankreich zu senden, außerordentlicb dringlich geweesn sei. Französische Phantasien über Amerika. Gens, 18.^Jüli. „Oeuvre" macht mit trockener Ironie darauf aufmerksam, daß selbst die allgefeierten amerikanischen Offiziere hinterher äu.ßerten, der ftanzösische Enthusiasmus gehe denn doch ein bißchen zu scharf ins Zeug. Ferner heißt es, sei es nicht ganz richttg, wenn verkündet wurde, das amerikanische Bataillon, das am 4. Juli durch Paris kam, sei zur Front abgegangen. In Wirklichkeit sei es ja leider nicht in die Schützengräben gebracht worden, sondern bloß in ein Ausblldungslager. was nicht ganz dasselbe ist. Wenn die Amerikaner nvch so aufgeweckt seien, vor dem nächsten Frühjahr könne sich die amerikanische Streitmacht in beachtenswerter Form nicht präsentteren. .Denn nicht allein den Manttschaflen, selbst den Offtzieren fthle es an militärischer Vorbereitung. Mehr als die Hälfte der bisher Angekommenen habe aio5 Rekruten bestanden. Weint ent neuer Wntterfeldzug unvermeidlich sei, so werde, es an Tonrmy, nicht an Samutv sein, den französischen Kameraden einen Teil der schweren Bürde von den Schultern zu nehmen. Finnland. Berlin, 18. Juli. Wie das B. T. berichtet, nehme laut Petersburgek Depeschen des „Corriere della * Zimmer-Wohnungen zufolge Versetzung zu verm. Näh. Liabigstr. 83 im Luden und L. ÄlilioSI, Telef. 230. a702 Zimmer Stephanstr. 44 I- Stock, 4 Zimmer, Bad, mit Balkon, zu verm. Näheres Löbcrstraste 10 v. 5042 Ueäir-öroZerie „2«N UrMLzMZ" ___Krenzplatz 9. 5077 Verschönerungs-Verein. Der für die Kriegszeit auf 1 Mark ermätzigte Vcreins- beitrag rvird demnächst eingezogen. Mit Rücksicht auf die gemeinnützigen Ziele des Vereins wird um allseitige Einlösung der Beitrags-Quittungen gebeten. Meldungen zum Eintritt an Fr. Kühn, SelterSwea 36. erbeten. 6367 Holzversteigernug. Montag, den 23. Juli um 9 Ubr vormittags, werden nach Zusammenkunft auf der Abfahrt nach dem Eibschenhain an der KreiSstraste Rüddingshausen—Weiters- bain aus dem Freiherrlich von Rabenau'schen Walddistrikt Eibschenhain 7a u. 14 versteigert: Scheiter: Rm. 2 Buche, 18 Eiche, 4 Fichte: Knüppel: Rm. 6 Eiche, 104 Kiefer, 12 ^?/lrencr: Rm.OO Kiefer: Reiser: Rm. W Buche, 72 Eiche: Stücke: Rni. 4 Eiche, 112 Kiefer, 12 Fichte. Nähere Auskunft erteilt Freiherr!. Forstwart Leyerer, Odenhausen. Greben, den 16. Juli 1917. Freiherrl. Oberförsterei Rabenau. I. V.: Trautwetn, Großh. Forfnuetster. 54256 Bahnhaistr. 26,11 4-Zim.-Wg. m. Gas, eleklr Licht z. verm. Auskunft das. Hinter!,. 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