rk. $4 Blatt D-r SieKeser Vnzelqer erscheint täglich, außer SOmrtngS. — Beilagen: «etzenekLamilllnblüter; lltzellblail str de« ttreir LiLtzev. Bezug »p reis: rnonall. 1 Lik., viertel - jährlich 3 Dtt.-. durch Abhoio m ZiveiqsteÜeu moneril. 90 Pf.; durch diePost DB!. 3.— viertel« jährl. ausschl. Bestellg» Fernsprech - Ausckstüsse: lür die Schriitleituug112 Verlag,GeschätLssleßebl Auschrist sürDrahtnach- richteu: Anzeiger Gictzen. . M M i.nuumKc von l. tue TageSnunrnrer bi* zumNachmitiag vorher. Zeileopreise: für örtliche Anzeigen 20 %l, für auswärtige Anzeigen 25 Pf., b. Pla i>vorjchrift 30 Pi., für Reklamen 75 Pf., bei Platz vorstl)ri st 90 Pf. vauprschcutleiter: Aug. (tzvetz. Verantwortlich für Politik «. Feuilleton: vankvsllehr: Aug. (ttoetz; Stadt und Sewerbeban! Siehe» La»d,Ber>nAch-eSu.Ge. ' rrchtssaal: Fr. R. Zenz; Zryillkngrrunödrrick n. Verlag: Yrühl'sche Univ.-Vuch- u. Steindruckerei R. Lange. Schristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei- Schulstr. 7. psstscheÄsnts: Zranhurt a.M. U 686 Geneml-Mzeiger für ©ierlcf en ELB.) G-rohes Hauptquartier, 14. Juli. (AmÄch.) , Westlicher Kriegsschauvlah. Heeresgruppe Kronprinz Ru pp recht. %n der Kü st e setzte flogen abend starkes Feuer gegen mifctc unten Stellungen ein. Nachts bei Lombartzyde tVT-rechende englische Angriffe brachen verlustreich in unserer Mtvehrwirkung zusammen. ^ Auch östlich und südöstlich von Ypern in einigen Ab- schmtten der Artois front war der Artillcriekampf lebhaft. Bei Vvrfeldgesechten nordwestlich von St.Quent in wurden eine Anzahl Engländer und Franzosen gefangen ein- geüracht. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Zwischen SoissonS und Reims nahm die Feuer- tätigkelt zu. Zn der westlichen Cha mpagne und auf dem linken Ma-as-Afer blieb der Artillerie?:-nrpf bis zum Eirchruch der Dunkelheit stark. Erkundungsvorstöße der Frau zosen wurden ar?mehreren Stellen abgewiesen. Südöstlich des Bois S o u l a i n s. nördlich voll Reims, setzten sich unsere Stunntrnpps in den Besitz französischer Grabenstücke und hielten sie gegen mehrere Gegen- allgriffe. Südwestlich von So mme^Py vereicelte unser Feuer einen sich vorbereitenden feindlichen Vorstotz. Am Walde von Avocourl wurden von unseren Auf-' klarer« Gefangene gemacht. Heeresgruppe Herzog Albrecht. In der Lothringer Ebene waren die Artillerien tätiger als sonst. Am Westhange der mittleren Vogesen verliefen eigene Erkundungen erfolgreich. 21 feindliche Flieger und ein Fesselballo n wurden gestern in Lustkämpfen und durch Abwehrfeuer zum Absturz gebracht. £>e er Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold vonBavern. Bei Dünaburg und Smorgon hält die rege Gefechtstätigkeit an. In O ft - G a l i z i e n war das Feuer nur im Abschnitt ber Brzezany lebhaft. Starker Regelt beeinträchtigte auch südlich des Dnjestr die Kampfhandlungen. Dort kam es nur südlich von Ka lusz zu örtlichen Zusammenstößen. Bei den übrigen Armeen und an der Mazedonischen Front ist die Lage unverändert. Der Erste 6fi'neralquartiermeister Ludendorff. __ MTB.) Groszes Hauptquartier, 15. Juli. (Amtlich.- Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Ru pp recht Flandern erreichte der Artilleriekampf an der KMte sowie zwischen Boesinghe und Wvtfchaete große Hef- tlgkert. Er dauerte bei Aper n auch nachts an. .- Der Lens und auf beiden Scarpe-Ufern war zeit- wnltg bas Feuer stark. Englische Kompagnien, die bei Gav- relle, öftljch von Croiselles. und bei Bülleconrt vorstießen, wurden durch Gegntstotz zurückgeworfen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Am C h e m i n d e S D L m c s wurden dem Feinde durch Angriff wichtige Stellungen südöstlich von Courtecon ent- rtssen. Nach zusammmgefaßter Wirkung von Artillerie und Mrneuwerfern stürmren Teile des Infanterie-Regiments Generatfeldmarschall von Hindenburg und anderer ostpreutzi- scher Regimenter, sowie des Sturmbataillons Nr. 7 die sran- zosrsche Stellung in 1500 Meter Breite und ;399 Meter Tiefe. Der Gegner leistete erbitterten Widerstand, so datz es zu hartnäckigen Nahkämpfen kam. Die Sturmziele wurden überall erreicht und gegen drei Gegenangriffe gehalten. Die b!u- tigen Verluste der Franzosen sind schwer; bisher sind über ? o 0 Gefangene eingsbracht worden. Die betracht- liche Beute ist noch nicht gezählt. oer West-Champagne hat nach viertägigem ftUoersten neuer gestern 9 Uhr abends der ffanzösische An- ?nfs gegc:! unsere Stellungen südlich von Nauroy bis süd- ostlrch Mvronvillers eingesetzt. Der Ansturm der starken seindl'.chan Kräfte wurde dank der tapferen .Haltung unserer Jnfanterüe und der gesteigerten Abwehr- und Gegenwirkung *** im wesentlichen abgeschlagen. Am .Hochberg und Poehlberg entstanden nach Abweisen des ersten Sturmes, durch erneuten Angriff des Gegners örtliche Einbruchstellen, mt denen am Morgen noch gekämpft wurde. Auch auf dem lmken Maasufer griffen fcic Franzosen nach Trommelfeuer an der Hohe o04 an. An einer Stelle gelang es dem Feinde, unsere Graben zu erreichen; seine Sturmwetten brachen in unserem Vernichtungs- und Sperrfeuer zusammen. Im Grunde von Vacherauvitte. am Ostnfer der Maas, tnett unsere Artilleriewirkung einen sich vorbereitenden Angriff meder. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Kerne größeren Kampfhandlungen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Prinz Leopo ld von Bayern. ^ Trotz ungünstiger Witterung war die Gefechtstätigkeit an dtt Du.ua und oer Smorgon lebhaft. In Ostgalizien erreichte dao Feuer nur in begrenzten Abschnitten größere Starke. Südlich örs Dnjestr griffen die Russen oberhalb von K-alusz au mehreren Stellen an; sie wurden überall abgewiesen. An der Front des G e u e r a f o b t v ft c n Erzberroa Josef UMZlemechsel. und bei der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen ist nirgends eine Steigerung des Feuers bemerkbar. Mhzedonische Front. Die Lage ist unverändert. Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff. * Die Aberrdbcrichte. Berlin, 14. Juli, abends. (WTV. Amtlich.) Im Westen tagsüber lebhafter Feuerkampf in der w eftlichen Chaürpagne. Im Osten bei Regen geringe Gefechtstätigkeit. Auch südlich des Dnjestr nur russische Teilangrifse, die ab gewiesen würden. Berlin, 15. Juli, abends. (WTV. Amtlich.) Im Westen sind morgens feindliche Angriffe bei Lombart- z-.de und südlich mn Courtecon gescheitert. In der Champagne sind kleine Grabenstücke in der Hand der Franzosen geblieben. Im O st e n bei Regenwetter nichts Wesentliches. fS ist heute noch nicht die Zeit, abschließenb oder auch eingehend die Amtstätigkeit des geschiedenen Reichs- ’ii'R , 1» ^ CCtma* c."... ^ j __ < : f E mir emg! kanzlers zu würdigen. Der Krieg hatte für das große Publi- llun seine Geheimnisse und darf sie anch jetzt zum großen Teil noch nicht lüsten. Acht Fahre lang hat Herr v. Beth- mann Hottweg den obersten Posten im Reiche ans gefüllt, und die Erbschaft, die er im Jahre 1909 übernommen hat, war j zwar sehr „reich", aber zugleich drückend, in vielen Dingen die freie Entfaltnng neuer Gedanken erschwerend. Die Zerrissenheit und Schwierigkeiten des Parteilebens in Deutschland waren niemals lästiger gewesen. Und wenn wir heute einmal die Bogen der Tageszeitungen ein paar Jahre zurück- blättern, da begegnen uns lehrreiche Ueberraschungen. Manches deinotratische Organ der Linken, das Herrn v. Beth- mann Hottwog heute mit feierlicher Leidmiene an das Grab ferner Wirksamkeit geleitet, hat sich früher, vor dem Kriege, der wegwerfendsten, geringschätzigsten Ausdrücke gegen ihn oedient. Wollte man z. B. einmal das „Berliner Tageblatt" oarcnlfhin durch blättern, so käme ein buntgemischter Btüten- slranß zustande. ^Der „weltfremde Philosoph von Hohen- smow", dessen „eilmittel angesehen. Die tückischen Gefahren des Weltkrieges schauten uns schon aus allen Winkeln an; aber die deutsche Politik unter dein Exkanzler versuchte, in Ermangelung kraftvoller Gedanken, zumeist nur die Beziehungen zu glätten. Auf das schwerste enttäuscht und bestürzt mußte der Kanzler bei der Teilnahme Englands am Kriege schließlich erkennen, daß seine ganze Politik zusaminengebrochen war. Im Anfang des Völkerftrsites. als die militärischen Waffen uns als das größte und stärkste. Volk osfenbar-ten da war gegen Bethmann Hollwegs Politik nicht allzuviel einznwenlden. Er- konnte diplomatisch nichts Wirksames unternehmen, und das Gewicht seines persönlichen inorali- schen Wertes, feiner eignen Lauterkeit, seines' mutvollen Anerferns war uns nützlich und wertvoll. Freilich, seine polemischen Auseinandersetzungen mit den Feinden waren oft etwas zu bureankratisch, zu wenig vollblütig, und du- große Vorwurf trifft ihn, daß er unseren Eingriff in Belgien nicht gerade geschickt und wirLnngsvoll begründet und gerechtfertigt habe. Man darf in diesem Punkte heull schon etwas denllicher sein, da mir jetzt alle erkannt haben, daß wirklich kein Anlaß vorlag, von einem „Unrecht" zu sprechen, das mir begangen hätten. Unsere Feinde fordern jetzt, daß dieses, von Bschmann „erngestandrnc" Unrecht bLndewm wieder gntgemacht würde, bevor Verhandlungen einzulertar seien. Da offenbart sich der Mißgriff des Kanzlers recht deutlich. Während unsere Heeresleitung immer tatkräftig, entschlußfreudig vorging, war unsere Diplomatie zu langsam und schwerfällig. Sie hielt sich an Hoffnungen, die sich als trügerisch erwiesen. Der Dreibund brach zusammen, Rumänien wandte sich gegen uns. Inwieweit in diesen Dingen, ein großer Staatsmann uns erfolgreicher hätte führen können, muß eine spätere Zeit lehren. ^ Je länger der Krieg dauerte, desto schwerer wurden die Aufgaben des Kanzlers, die inneren wie die äußeren. Das amerikanische Bankett in Berlin, die schwankende Politik der Verwendung unserer U-Boote beleuchten blitzartig, wie sehr sich unsere Staatsmänner verrechneten. Jetzt wurde der Drang nach Aussöhnung der Gegensätze gefährlich. Denn es mußte begriffen werden, daß hier unvereinbare Gegensätze im Spiele waren. Wie schließlich das Volk mehr und mehr dazu gelangen mußte, Schwäche als das 5lennzeichen der Politik des Kan.zlers zu argwöhnen, das haben wir in der letztens'Zeit hier genügsam erörtert. Die Friedenspolitik des .Herrn v. Bethmann Hollweg war erfolglos. Er hat sich auch in dieser wichtigen Frage nicht als wellblickeno erwiesen. 'Dem neuen Kanzler, obgleich er ein politisch und diplomatisch wiederum unbeschriebenes Blatt ist, begrüßen wir mit Vertrauen. Wir hoffen, daß unter ihm' die Reche fruchtloser Versnck^ ar-fnör^ die uns im AnSlande geschadet, die unseren Kredit geschmälert haben. Wir brauchen einen neuen Gei;r der llnsinunrerurrg, der Tatkraft und besllmm- ten Zielwollens! Die österreichrsch-uugarischen Tagesberichte Wien. 14. Juli. (WTV. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. Oesttich von Kalusz war es gestern zu mehrfachen .Kämpfen gekommen. Die Gefechtslage ist unverändert. Nördlich des Dnjestr trat an mehreren Stellen der g a l i z i s ch e n Front und in Wolhynien beiderseits die Artillerie stärker in Tätigkeit. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Kirsten Land und an der Tiroler Front mäßiges Geschützfeuer. Stabsfeldwebel Kitz schoß bei Lrvico rm Luftkampf das sechste italienische Flugzeug ab. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Chef des Generalstabes. Wien, 15. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amllüh wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. In Rumänien und in den Karpathen wurde mrf beiden Seiten das Geschützfeuer lebhafter. An der Lonmiea- Front südlich von Kalusz unternahm der Feind mehrere Angriffe; unsere Truppen warfen ihn überall zurück. Zwischen D n j e st r und P r i p j e t nur geringe Kamvf- tatigkeit. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Der Chef des GeneralstabS. * * * Ranzkerwechsel. Berlin, 14. Juli. (WTB. Amtlich.) Eine Sont«r- ausgabe des „Reichsanzeigers" veröffentlicht folgende Bekanntmachung : Seine Majestät der Kaiser und .König haben Allergnädiqft geruht, dein Reichskanzler, Präsidenten des Staiatsministeriums und Minister der Auswärtigen Angelegenheiten Dr. v. Be t h m a n n Ho l lweg die nachgesuchte Entlassung aus seinen Aemtern unter Berleihimg des Sterns der Großkomture des königlichen .Hausordens von Hohenzollern zu erteilen und den Unterstaatssekretär, ^Wirklichen Geheimen Rat Dr. Michaelis zum Mchskanzler, Präsidenten deö Staatsministeriums und Minister der Auswärtigen Angelegenheiten zu ernennen. Ferner wird folgendes Handschreiben Sr. Majesull des Kaisers und Königs beianntgegeben: Mein lieber vm Bethrnann Hollweg! Mit schwerem Herzen habe ich mich entschlossen, Ihrer Bitte um Enthebung von Ihren Aemtern als Reichskanzler, Präsident des Ltaatsnnnistermms und Minister der AsuÄoärtigen Ar legcnheiten durch Erlaß vom heutigen Tage zu entsprachen volle Jahre haben Sie diese.vevantwowmgsvollen hvherr Äenller dcs Reichs- und L^aatsdrenstts in vorbildlickrer Treue qefübrt Und Ihre hervorragende Kraft und Persönlichikeit erfolgreich in den DrenU von Mafter mrd Reich. König und Varerland giestellt Gerade m der schxversten Zeit, die je auf den deutschen Landen Und Völkern gelastet l/at, m der es sich um Entschließunam von entscheidender VedeUtrurg für das Bestehen und die Zukunft de- Vaterlandes handelte, haben Sie mir.mnt Rat mrd Tat imermüd'- Irr. zur snw gRanden. Jhi^cn für alle Ihre treuen Dienste mnnerr rmngsten Tan? zu lagen, ist mir ein H^ensSedüvsms Als äußeres Zeichen meiner Dankbarkeit und besonderen Wert- w'n,ung verleihe rch ^hnen den Stern der Großkomture meines vausvrdens von vol-enzoilern, dessen Mzerchen Ihnen hiarneb^r nlgehl. Mit wärmsten svhennnow der Gberswalde geboren. Sein Vater mar Wi-f- Ncher Geheimer Rat und ein Bruder von Moritz Arlgull von Buhmann voll weg. rer nnter Friedrich Wilhelm lVll Kultus mmqter war. n Staatsdienst zurück. Nach kurzer Tätigkeit als . Staatsanwalt in Schneidemühl trch er 1892 in die allgemeine en Cha- rarter liefttzr und nt seit 1912 Gesandter in .Kopenhagen. Er itl ein imgeuwstUich ftnntnisreicher mw geschickter Diplomat, der in Kopeiil>ageu sehr gut rvirkt. Er genießt dort ein hohes per- sönlichtes niid politiscl>ss Wfthen. , Berlin, 15. .>uli. t'terchskanzler Tr. Michaelis hat geiderit mittag dem bayerischen Stcratsrninister Grafen He r b> Itttß tu der bayerischen Gesandtschaft besucht und dort eine längere Bespvechmrg mit ihm gehabt. . Bielefeld. 1.5. Juli. Einer Unterredung, die ein Vettreter des „Bielefelder Generalanzeigers" mit einem Bruder des neuen Reiäisranzlers, dem langjährigen ersten Pfarrer an der Neustädter Gememde m Breleftld l-atte, entnehmen wir folgende Ntttteilungen: Dr. Georg Mickwelis, geboren am 8. September 1857 als drittes von sieben Kiiidern des damaligen Kreisrichters Michaelis, ist seit 4891 nnr nner Tochter des verstorbenen Fabrikmtten Geheimer Kommerzienrat Schmidt m Guben verlreiratet, die ihm sechs .Kinder schenkte. Sem ältester ->ohn ist als.blutjunger Kriegsfreiwilliger «ul dem Felde der Ehre geblieben. Während seiner Tätigkeit als Oberregierungchcat und Dirigent der Abteilurig für Kirchen- und Schulwefen bei der königlickien Regierung in Arnsberg gewann sich Tv Michaelis durch ferne tatkräftige Fürsorge, für die Gehaltsver- beisermng der Botts, ch ullehr er in besonderem Maße das Vettrauen der Lehrerschaft daß BesrrkL. Die Auim^ffamLft der Berliner Wahl unseres Kaisers und glauben, das Volk und Partei ihni mit vollen: Vertrauen entgegenkonimen werden. Wir haben in Michae- lsi eine .Hnrdenbnrg und Ludendorfs verwandte Natur von ungewöhnlicher Tatkraft mrd reinsteni Wollen. Die „Post' meint: Es scheint, daß gerade die sachlich ernste Art, mit tvelcher Michaelis seine Tätigkeit ausübte, ilm in der gegenwapigen schwierigen Lage als die geeignetste Persönlichkeit in Betracht konrmen ließ, rrm die verwirtte Nachfolge des .Herrn v. Bekknnanii Hollwegs cmzutreten. Seine Aufgabe bietet sich indessen schwierig genug dar. Ueber die Att, auf die sich Michaelis ihr zu unterzieheir gedenkt, verlautet zunächst noch nichts. Die Parlamentarier bei Dr. Michaelis. Berlin, 16. Juli. Der neue Kanzler setzte Sonntag nachmittag mit den Mitgliedern des Reichstages die Besprechung fort bic er am Samstag begönnern hatte. Fcldmarschall v. H i ir- denburg urrd General Lndendorff nahmen au der Besprechung teil. Bei der Zusammenkunft en. Die in der fimften Nackmittags- [hmbe begonrume .Zusammenkunft fand erst lmt 8 Uhr abends ^^.dlbschluß.. In der Wihelmsttaße Tratte sich inzwischen das Gerücht verbreitet, da ßHindenburg im Reichsamt des Iimern lvelle. So empftng den Feldmarschall als er das Haus verließ, eine vielhundert köpft ge Menge, die ihir mit jnbeelnden Zrrrufen begrüßte rmd seftr Auto so dicht unr-drÄrgte, daß es sich nur lang- fanr einen Weg zu bahnen vernroclfte. Der Kronprinz. Berlin, 14. Juli. (WDB.) Der Kronprinz ist in dor vergang-enen Nacht uin 11.25 Uhr vorn Bahnhof Fried- richstvofte nach dem w-estlichen Kriegsschartplatz em Reichstag zur Beschlußfassung vor legen 4-. August 1914 gilt h'ir daS deutsä>e Volk auch an der Schrvelle des Metten Kriegsjahres das Wort der Thronrede- Uns tterbt mcht Erobernngssucht." Zur Betteidignng seiner Freiheit und Selbständigkeit, nir die Unversehrtheit seines territorialen BeirtzstandeS ho.t Deutschland die Waffen ergriffen. Der Reichstag «strebt ernen Frieden der Verständigung und der dauernden Bersohmmg der Völler. Mit eilunl solchen Fnchen sirrü a* zwungene Gcbietserwerbungen und politische, wirtschaftliche odep» finanzielle Vergewaltigungen unvereinbar. Der Reichstag weiAi auch alle Plane zurück, die arcf eine wirtschaftliche Absperrung und Verfeindung der Böller nack) denr Kriege ausgeben. Die Freiheit^ der Meere muß siä>crgestellt werden. Nur der wittschaftliehe Frieds- wrrd einem freundschaftlrchen Zusainnieiileben der Völler oen Boden bereiter:. Ter Reichstag wird die Schaffung internatioualer Rechtsorganisationen tatkräftig fordern. Solange jedöä) die ,.udlicl)e^ Regierungen auf einen solchen Frieden incht eingelftn, solange si« Deutschland und seine Verbürrdeftn mrt Eroberung und Vergewaltt-- gnng bedrohen, wird das deutsche Volk nne eilt Mann zufammew- stehen, unersckftitterlich arrsl-arren und kämpfen, bis sein urrd seiner Verbündeten Recht auf Lebeir und (Entwickelung gesichctt ist. Ink seiner Einigkeit ist das deutsche Volk uuniberwindbar. Ter 9iei.ä)Stagk weiß sich darin eins nrit den Männer::, die in l>eldeuhaftem das Vaterland schützen. Ter unoergüiigllche Dank des ganzen Volkes ist ihiien sicher. Harnack über seinen Barnack teilt mrs dazu folgendes! mit: Von dew ganzen Inhalt des Briefes ist irichts tatsächlich, als datz ich ein Gespräch mit deni Reichskanzler geft'Hrt h.rbe. Obgleich ich kenne Abschrift des Brieses besitze, kann ich schon setzt sagen, baß — lvas feinen Inhalt anoeht — einiges ganz aus der Lufh gegriftey, anderes mrs das l!el elste entstellt, iwch anderes .Us Worts des Reichskanzlers angeführt ijt, was nur meine Mein.mg nnH ^wir in entltelltcr Form wiedergibt. Eine Beriäftigung im Einzelnen behalte ich mir vor. München, 13. Juli. In der sensationellen Angeleg» mheül des Harnack-Briefes haben die „Dttrnch. ^Neuest. Nachr." erfchuen, cm? ^mreiben nur durch eitlen BerttauensbrUch in die ä)L.wde des Münchener.Zentriimsblattes gelangt sein könne. Die Empf.in- geriil des Briefes stelft der Veröftcntlichnng völlig fern und l'vt niemandem die Veröffentlichung er laicht. -—«maanam i w» ' » ' ■ - Die Kampfe fit west und ©ff. r • v? r c U n .' *4- FE. (WTB5 In Flandern nahm das feindliche Attillerieftuer am 13. Juli auf der gan.zei: Fror'.t gegen Mittag zu und steigerte sich gegen Abend niid in der Nacht. Besonders heftig war das ftindluk^ .Feuer in der Gegend von. Lou:^ bartzyde, Dixmuiden, Langerinarl und Whtschaete. Die deut-^ scheu Batterien erividerten erfolgreich In dtieuport wurden zrver große Explosioiien beobachtet. Zwei feindliche BeobachiungsballoeiL wurden zum Niedergehen gezwungen. Von 7 Uhr abends ab lao, scrweres feindliches Ferver, das sich n:chrsach zi:m Twnunelfeuei! stcigette, auf unseren neuen Stellungen von der Küste bis Lombatt-« zyde. Vor .11 Uhr abends brackien englische Sturm-- ko lo n n e n bei Lo mbartzh de vor. Der Angriff blieb jedoch unter erheblichen seindlick>en Verlusten in unserem Sperrfeuer' liegen. Das darauf einfttzende starke feindliche BergeltungS- ftuer wurde von uns energisch ettvidert. Die eingebrachte Beule oe:. dem Angrift imserer Marine-Jnfanterft an der Küste hat sich» ans 40 Vtaschiiiengewähre erhöht. Die F l i eg e r t ä t r g k e i t war in Flandern dauernd außer- ordentliich r?ege. Ein aus neun Flugzeugen bestehendes feindlich e s G e s ch w a d e r wurde von edier unserer Jagdstaffeln vernichtet. Nur zwei feindliche Flugzeuge vermochten die ftliwliche Lm:e zu erreichen, sind aber anscheinend abgestiirzt. Sechs y'lugzeuge lvurden abgeschossen und eins zur Landmig gezwungei:. r^! 1 hormittags gegen Brügge gerichteter feind-< llcher p-liegerangrifs blieb erfolglos, ebenso die Angriffe, die iw v 13. auf den 14. Juli auf Ortschaften, Bachnhöft' und Flugplätze hinter unserer Front stattfanden. In der gleichen Nacht, bewarfen unsere Flieger feindliche Munitionslager bei Steeverk und Beveren mit Bomben. Im Munitionslager am Bahnhos Bevereii brach ein Brand ans. Auch an der übrigen West fron t war neben den gemeldeter^ Mmpchandlungen die Fliegertätigkeit sehr lebhaft, .lnsere Flugzeuge bonlbardietteii feüidlickx' Lager westlich Arrvs uuo griffen in der Nacht vom 13. zum 14. Juli abermals feindliche Batterie!: und Sckreinwerfer mit Bomben und Masclmren- gelvehr an. Ferner bvmbardiettei: unsere Nachtgesckftvadcr die Industrieanlagen von DomtwSle, Neuve-Maiftn, Pompey und Dieulvurd. Feindliche Bombenabwürfe im Suippe.-'Tal ans Eisenbahn und Ortschaflei: hinter unserer Front, auch in der Gegend voii Rietz, verurfachteli mir stellenweise geringen Sachsä)<ü>en. Bon der Ostfront ist ergänzend zu melden, l>aß ein 1 Uhr Mittags gegen imscre Setllungen beiderseits Nowisa matl vor- getragener russischer Angriff in unseren: Feuer erstickte. Das im Rannie von Brzezanh zeittveift starke Feiler flaute in den Abard- itnnden wieder ab. Im Ludowa-Gebiet, beiderseits deS 'Oitoz und des Slanie-Tals lebhafteres seiiidliches Zerstönmgsfener und ver--- elnzelte PaLrouillentätigkeit. An der Donau be: Prislava und ^ulcea schwaches Postenfeuer. In Mazedonien nur sb:llenweise lebhafteres Feuer. .Am Bardar endete ein Patronillengefecht für m:s erfolgreich. Die Fliegertätigkeit. Berlin, 15. Juli. (WTB. Nichlaintlich.) Bei gutoin Wetters etzden am 13. Juli unsere Bombengeschwader ihre Stteifzüge er-- ! nlgreich^ sott. Ihre Angriffe galten vor allem den milltärisäftn ' Anlagen hmter der flaiidrisckft'n Front. In dem Miuntionslager be: Beverei: riesen gut gezielte Bomben einen großen Brand hervor. Die Jndilstneanlagen von Frouard, 9 Kilometer irördlich Nancy, wurden über drei Sttlnden lang mit Bomben, zum Teil sckiwerstan Kalibers, belegt. Im ganzen warfen nufere Flieger gestern über 10 000 Kilogramm Spreirgstoff ab. Eines unserer Flugzerige unternahm einen fünffttüidigen Auf- iarnngsslug über seftidlichem Gebiet und brachte wertvolle Fest- telllrngen heim. o r,ffl e ilondrische Front war wieder der Schauplatz erfrttterfccc" Lirsttämpft. Oberleutnant Do stier griff mit seiner Staffel ein feind-- liches Gesckfwader von nenn Flugzeugen an. Sechs feindliche Flüg- zeiige wurden abgeichoften. ein Flugzeug zur Lairdunn geztvnngen Nur m?i_ Flugzeuge enttanran schwer beschädigt in inadriger Höhe ^er die seindlichen Linien, stürzten aber anscheinend dahinter auch noch ab. Im ganzen büßtei! unsere Gegner gestern 2) Flugzeuge und einen Fesselballon ein. Neuer KriegSkrcdLt Amerikas. Washington, 14. Jul:. (WDB. MchtamÜick>> Reu- ter-vNeldmrg. Dein Kongreß lvivd nächste Woche ein neuer Kwregskredit vmi drei Millicrcdeii Dollar vorgelecft lverden. Der Bau vou Flugzengen in 2Lmerika. Washington, 15. Juli. (WTB.) Das Repräsentantenhaus hat einstimniig eine Vorlage angemonmien, die einen Kredit voir 640 Millionen Dollar für den Bau von 2 2 0 00 Flugzeugen Vorsicht. * * * Unabhängigkeitserklärung Finnlands. .. Stockholm, 15. Juli. (WTB. Mchtamtlich.) Nach der finnischen Zertmrg „Tyoemies" hat der- finnische Landtag mit großer Mehrheit beschlossen, Finnland selbständig zÜ machen. Der Laichtag erklärt, hie vorläusige Mgierirng hat nicht die Befugnis, über Fiiinlaiid zu bestinlmen. Senat ünd Laiidtag übeii die Regiernngsmacht in: Lande cvrs. Der ozralilttsche Abgeordnete Redattenr Btackeli hielt eine große Rede, in der er die finnische Jngeiid ermahitte, sich zu be- ivattnen, mn ettvaigen Gewalttnaßregeln zu begegnen Petersburg, 15. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Die Petersburger Telegraphen-Agentur meldet aus Helsina ors: Maßgebende Kreise nehmen an, daß die dritte ung des Gesetzentwurfes über die Unabhängigkeit Finnlands aüf Mvntag abend festgesetzt wird. Die Lage ist sonst unverändert. Es scheint, daß die Annahme der Vor- k Üaat sich von R e n a u d e l einen Bericht über die Verantwortlichkeit für den Krieg und über Satzungen für eine Gesellschaft der Nationen erstatten bissen. Nach diesem Bericht fällt die Verantwortung für den Krieg ganz auf die Mittelmächte zurück. Der Anhänger der Minderheit, Voilot. knüpfte an die Erklärungen von Thomas imd RÜwt über Elsaß-Lothringen an und griff Thomas sehr hesLg mt. Die sozialistisckL Partei teile kemesivegs dessen versönliche Ansichten. Rcnaudcl teilte die Ansicht Violots und cr- iklärte, die Meinung von Thomas sei für die Partei keineswegs bindend. Die Erörterung über die Frage der Verantlvottung für den .Krieg dauerte sehr lange und verlief leidenschaftlich erregt. Die Meinungsverschiedenhttten der beiden Parreisraktionen wurden durch die Erörterungen verschärft. Rcnaudel erklärte, die Minderheit werde durch ihn einen anderen Bericht einbringcn lassen, um ihrem Standpunkt Gehör zu verschaffen. Eine Einigung tonnte nicht uz-ielt werden, so daß sofort nach Einbringung des Minderhefts- Berichtes eine neue Sitzung stattfinden wird. * Aus Griechenland. Paris, 15. Juli. (WTB.) Halms berichtet aus Athen. Der Körrig ließ sich einen Bericht vor legen, der den Vorschlag, die gegenwärtige Kammer a u f z u l ö s e n , rechtfertigt rrnd die Ungesetzlichkeit der ^Naßregeln darlegt, die gegen die Kammer vvm 31. Mai l915 ergriffen wurden. In dem Bericht wird erklärt, daß bei der parlamentarischen Regierung der Wille des Landes und nicht der Krone die allgemeine Politik bestimmt. Es wird hinzugefügt, daß der Körrig von Griechenland nur das erbliche Haupt der konstitutionellen Rep u bl i k ist, der die Bestimmlrngen der Verfassung nur auszulegen hat. Nach eitler strenger! Anklage gegen König Kmrstantin schließt der Bericht! „Das griechische Volk hat vor dem 31. Mai 1915 seine Politik dadurch be- stimmt, daß es erneu liberalen Führer zur Macl)t berrrsen hat." „Hestia" veröffentlicht derr Bericht ausführlich. In allen .Kreisen herrscht die größte Aufregung. * . Spionage der Entente in Schweden. Stockholm, 15. Juli. (WTB?) Laut „Astonbladet Allehanda" kam die schwedische Polizei einer ausgedehnten Spionage der Entente auf die Spur. Es handelt sich ton ein weitverbreitetes Netz von Handelsspionen, die vom M-arinectttache einer Stockholmer Ententegesairdtschafl engagiert waren. Sie hielten sich in schwedischen Häfen auf uud meldeten die Abfahrt und die Ankunftszeiten deutscher Schiffe. Die Untersuchung wird weitergeführt. In der, nächsten ßWoche soll ein ausführlicher Polizeibericht veröffentlicht werden. Die Neutralität der Niederlande« A m ste r d a m , 15. Juli. (WTB.) Nach einem hiesigen Blatte berichtet du: „Times" aus New Bork: Der niederländische Gelaichte in Washington habe in einem Pressegespräch erklärt, die Niederlande werden streng neutral bleiben, außer tveirn auch sie angegriffen würden. Kern Druck, der auf die Bevölkerung ausgeübt werden würde, und keine Drohung irgendwelcher Art würde an der Haltung des Landes irgend etwas ändern. Die Niederlande führten mel/r nach England als nach Deutschand aus und sie würden mit der Ausfuhr nach Deutschland nicht aufhören, ohne gleichzeitig auch die Ausfuhr nach England einzustellen. Wenn die Veveinigten Staaten kein Getreide mehr n Holland aus führen würden, so würde das bedeuten, daß die Kriegsgefangenen! lund die Belgier, die im Lande verpflegt werden, kern Brot mehr erhalten würden. Die Hauptsache für Holland sei eine absolute unparteiische Neutralität. Aber man dürfe deshalb nicht denken, daß Holland keinen Krieg führen könne. Wenn seine nationale Ehre auf dem Spiele stände, würde die Gefahr einer eventuellen Niederlage das Land nicht vor dem Kriege znrückschrecken. Spanien bleibt neutral. London, 14. Juli. (WTB. Nichtamtlich) Rruter-Ddel- dung. König Alfons von Spanien äußerte gegenüber dem Madrider Korrespondenten des „Daily Expreß": Spanier! müsse bis an das Kriegsende neutral bleiben. Nach den Erklärungen Mbots und Lloyd Georges sei es ihm unmöglich, seine Dienste als Vermittler crnzubreten. Seekrieg. * Neue N-Voot-Erfolge. Berlin, 14. Juli. (WTB. Amtlich.) Neue U-Boot- Erfolge im Atlantischen Ozean: 21000 Brutto register- tonnen. Unter den versenkten Schiffen befanden sich der bewaffnete englische Dampfer „Ultonia" (10 402 Tonnen), der betvaffnete italienische Dampfer „Phöbus" (3133 Tonnen), die bewaffneten englischen Fischdampser „Pretoria" und „Stoie" und die englischen Wschdampfer „Romantic", „Pa- zific", „Se-aling", „Cedric", „Peridot", „Mabel". Eins der versenkten Schiffe hatte Petroleum und ein anderes Eiserr und Eisenbahnschienen geladen, die Ladungen der übrigen konnten nicht festgestellt werderl. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Berlin, 15. Juli. (WTB. Amtlich.) Im nördlichen Sperrgebiet haben unsere U-Boote neuerdings 24 000 Bruttoregistertonnen vernichtet. Unter den versenkten Schiffen befanden sich der englische Danrpfer „Don Arturo" (3680 Tonnen), Ladung wahrscheinlich Erz, das englische Vollschiff „Neotsfield" mit Kohlenladung, ein unbekannter, stark gesicherter Dampfer von ettva 6000 Tonnen mit vier Masten, Ladebäumen uird Ladepjvsten. Ein unbekannter Danrpfer von etwa 1200 Tonnen, im Geleitzug fahrend, wurde in der Nordsee durch Torpedoschuß getroffen, das Sinken jedoch nicht beobachtet. Am 14. Juli vormittags griffen Seeflugzeuge des Ma- rinekvrps in den Hoofden durch Zerstörer gesicherte Geleitzüge von Handelsfahrzeugen an. Zwei Bombenvolltreffer auf je einen Zerstörer und ein BoNtrefser aus einen Leichter wurden einwandfrei beobachtet. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Englisches Großkampffchift in die Luft geftogen. London, 14. Juli. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Das Großlinienschiff „Vanguard" ist in der Nacht zum 9. Juli, während es vor Llnker lag, in die Lust geflogen und sofort gesunken. Die Ursache war eine innere Explosion. Gerettet sind nur zwei Männ und ein Offizier, der letztere ist inzwischen gestorben. 95 Mann von der Mannschaft waren zur Zeit der Explosion nicht auf dem Schiffe. Eine Untersuchung ist angeordnet. London, 13. Juli. (WTB.) Im ganzen sind von der Mannschaft der „Vanguard" 97 am Leben, welche Zahl von Offizieren und Mannschaften an Land war, als die Explosion eingetreten ist. Berlin, 14. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Das nach der englischen Admiralitätsmeldung von heute verloren gegangene britische Schlachffchiss „Vanguard" hatte eine Wasserverdrängung von über 23 000 Tonnen und gehörte mit zu den neuesten Typen. Mit dem Verlust dieses wertvollen Schiffes sind die Gesamtverluste der Entente an Kriegsfahrzeugen seit Kriegsbeginn außer den Hilfskreuzern auf 263 mit einer Gesamtwasserverdrängung von 926 585 Tonnen gestiegen. Davon entfallen allein auf England 160 Fahrzeuge mit zusammen 656 660 Tonnen Deplacement. Die Gesamtkriegsschiffsverluste der Entente übersteigen somit den Bestand der amerikanischen Kriegsflotte zu Kriegsbeginn um etwa 17 000 Tonnen. * Rotterdam, 15. Juli. (WTB.) „Maasbode" berichtet: Der venezuelanische Segler „Venus" (40 BRT.) ist gesunken. Der amerikanische Segler „Alexander" (788 BRT.) ist gestrandet und gilt als verloren. Der amerikanische Segler „L-ouis and Ra sie" ist gesunken. Der Schoner „Ruth" aus Block Island ist gestrandet und gilt als verloren. Der amerikanische Dampfer „Sinaloa" (811 BRT.) ist gestrandet und gilt als verlören. Der britische Segler „Cadwoan" (69 BRT.) ist gesunken. Der amerikanische Dampfer „Notironco" (1049 BRT.) ist gesunken. Der russische Segler „Elf a A n g u sta" (950 BRT.) ist gesunken. S t o ck ho lm , 15. Juli. (WTB.) Laut „Dagens Nyheter" wurde der schwedische Dampfer „Wand a" (3000 Tonnen) aus dem Wege von Lerwick nach Kristiania versenkt, obwohl er von schwedischen Kriegsschiffen begleitet war. Ans StadL und Land. Gießen, 16. Juli 1917. ** Ein unsinniges Gerücht. Von Ort zu Ort kriecht zurzeit das Gerücht von einem Mordanfa.il aus den Kaiser, der bald in Kassel an einem Tage, an dem Seine Akajestät wohlbehalten in Wien weilte, bild in Berlin, bald sonstwo stattgefunden haben soll. An dem albernen Gerede ist kein wahres Wort. Es soltte sich wirklich jeder für zu aut halten, in dieser ernsten Zeit solche und andere nicht nachprüfbare Gerüchte zu glauben und weiterzutragen. ** Gurken per kauf In den städtischen Markthallen gelangen hewre und morgen. Gurken zum Verkauf. ** Zur Beleihung bei den Darlehnskassen sind zugelassen: verzinsliche Schatzanweisungen der Bundesstaaten, soweit sie keinen Kurs vom 25. Juli 1914 haben, bis zu 75 Prozeru des Reim wertes, sowie unverzinsliche Schatz- anweistrugen der Bundesstaaten mit höchstens einem Jahr Laufzeit dis zu 85 Prozent des Noemrwertes. **Gegendas Ausroden unreifer K a r t o f f e 1 n hat der kommandierende General des 11. Armeekorps eine Verordnung erlassen. Im verflossenen Jahre war durch die Preispolitik des Kriegsernährungsamtes ein Anreiz zum frühzeitigen Ausmachen der Frühkartoffeln gegeben worden. Die Folge war, daß die Versorgung der Städte mit Frühkartoffeln zunächst überstürzt vor sich ging, diese zum Teil das Lagern nicht vertragen und Hunderte von Zentnern nutzlos verdarben. In diesem Jahre ist zwar ein derart überstürztes, von Gewinnsucht dittiertes Verhalten der Frühkar- kartosfel-Produ-enten nicht zu befürchten, da die Preissenkung eine ganz mäßige ist, wohl über könnten viele durch die Knappheit an Kartoffeln veranlaßt werden, Frühkattoffeln vorzeitig au^umachen. ** Das Kreisbl att Nr. 118 enthalt Bekwmtmachungen über: Llenderun-g der Postordnung. Ausfuhr und Durchfuhr von Waren, Verarbeitung von Gemüse und Höchstpreis von Gemüse. Kreis Büdingen. --Büdingen, 15. Juli. Die hessische LandesobststeLe hatte dem Obst- und Gartenbauverein Büdingen zur Verteilung an die Kreisbewohner 400 Zentner Heidelbeer en ans den Bvgels- berger Heidelbeerbezirken in Aussicht gestellt. Sie lieferten aber nur 4 — vier —> Zentner, weil die Hamsterer den Pflückern die Beeren bereits zu weit höheren Preisen abenommen hatten, als die Obststelle festgesetzt hatte. Nunmehr hat die Obststelle den Pflückern höhere Preise bewilligt: trotzdem hegt sie keine Hoffnung, weitere nennenswerte Nkengen zu erhalten !md empfiehlt allen Kreisbe- wohnern, sich ihren Bedarf selbst einzudecken. Die gelieferten vier Zentner Heidelbeeren wurden den Lazaretten überwiesen. Kreis Friedberg. —Butzbach, 16. Juli. Nach der koeisamtlich genehmigten Verordnung über die Regelung der Kohlenausgabe ist derjenige verpslichtet, wer Kohlen oder !sonstige Heiz- oder Brennstoffe jeder Att für den eigenen Bedarf oder zur Abgabe an andere Verbraucher von auswärts bezieht, die Biengen, die er emsühtt oder in hiesiger Stadt abzusctzen beabsichtigt, innerhalb 24 Stunden nach der Einfuhr oder dem Bezug unter Eingabe der Sorten der Bürgermeisterei oder der von dieser bestimmten Stelle anznmelden. Auf Grund dieser Verordnung hat die vom Gemeind-erat 'ern wählte Kommission in Gemeinschaft mit den hiesigen Kohlenhändlern beschlossen, an hiesige Familien nicht mehr als 2 Zentner Kohlen auf 14 Tage zu liefern, bis zur 'Einführung der Bezugsscheine: ausgenommen hiervon sind gewerblich? Bettiebe. Bei dem Bezug der Kohlen soll Barzahlung ein g eführt werden. Kreis Schotten. H c rchenhain. 16.Juli. Bei dir heute hier iu der Wirtschaft des Heinttch Weidner „Schöne Aussicht" abgehaltenen. letzten ffskalischien Holz'o-ersieigerung ^ wurden auch wieder ganz bedeutend hohe Preise erzielt. Cs kosteten 4 Rm Buchenknüppel 70—80 Mark, 4 Rm. Buch.msck)eit 80- 100 Mark. Hessen-Nassau. mr. Frankf urt a. M., 16. Juli. Nach einer Bekannt.na- ch.ung des Magisttats sollen bäe ersten Frühkartoffeln in ungefähr 8 bis 10 Tagen an die Bürgerschaft verteilt iverdeir- Man hofft, daß die Zufuhren aus Hessen und Bavern genügen werden, mn täglich Pfund aus den Kops der Bevölkerimgj detteilen zu Können. — Die vereinigten Bezirks- und Bürg er vereine von Groft-Fvankfutt ersnchien in einer Eingabe an die L-tadt- verordnetenversammlung den Magistrat allmonatlich eine Statistik über den Eingang und die Verteilung drr Lebensmittel und, Brennstoffe zu veröffentlichen, um so das Vertrauen der Bürgerschaft zu der Lebensmrttelorgauisation zu fordern. 4- Marburg, 16. Juli. Die Höchstpreise für den T rei- psünder Brot sind von 48 auf 50 Psg. erhöht worden. Auch die Richtpreise ans dev! Obst- und Gcmüsemarkte haben teilweise eine kleine Erhöhrcng erfahren. Es kosten das Pfund berechnet: Johamrisbeeren 42, Stachelbeeren 37, Himbeeren 67, süße .Kirschen 42, saure 26. Tomaten 47, Spinat 25. Erbsen 40, Perlund Wachsbvhnen 42, Busch- und Stangenbohnen 35, Karotten 25, Aiairüben 13, Blattgemüse 20. Puffböl-nen 25. Steckzwiebeln 30, Rhabarber 22 Psg. -- Ke l ste r ba ch, 15. Juli. Im Bettiebe der hiesigen Bagger- gesellschaft getttt der Arbeiter Feinhaber unter den Materialwagen der Feldbahn. Er wurde überfahren und gelötet. = Aus dem Spessart. 15. Juli. Aus dem Bahnhof K i tz i n g e n hielt Idie Polizei mehrere sorgfälttg verpackte G e- m ü s e? ö r be an, die nach Frankfurt a. M. verschickt werden sollten. Bei der Untersuchung fand man in den Körben 260 Pfund Rauchfleisch, 11 Schinken im Gewicht von 170 Pfund, 10 Dauerwürste, 2 geräirchette Zungen, 25 Pfund Fett und ein ftisch geschlachtetes Schaffamml im Gewicht von 67 Pfund. Um das wertvolle Gut ganz unversehrt durch aUe Kommunal- imd Grenzfähr- uisse zu bringen, befand sich sogar ein „Feldgrauer" in Begleitung der Körbe. Bei der Vernehmung stellte es sich aber heraus, daß dieser Mann noch nie Soldat gewesen war. Giehener waldbühne. Im weißen Nötz'l. ! Lustspiel von Oskar Blumcnthal und Gustav Kadelburg. Von sehr gutem Wetter begünstigt war die Ausführung des allbekannten Lusffpiels „Im )veißen Rößl" Samstag nachmittag auf der Gießener Wäldbühue. Ein >varmer Tag bei teilweise bedecktem Himmel machte den Aufenthalt unter den Tannen höchst angenehm. Demnach war lauch der Besuch der Aufführung erfreulich gut. In Ermangelung männlicher Kräfte hat die Frellichtbühne selbst in diesem Somwer aus Ausführungen verzichtet und so sprang Herr Hofrat Steingoetter mit seinen eigenen Kräften ein, um die Lücke auszufüllen. Daß er gerade Vas Lustspiel vom Weißen Rößl ausgesucht Chatte, entspricht zwar nicht den literarischen Bestrebungen, die die Freilichtbühne in ihren Liebhaberaufführungen bisher an den Tag gelegt hat, bot aber eine unterhaltsame Abwechslung. Für eifrige Besucher des Stadttheaters war es sehr lehrreich, vie ihnen von dorther vettrauten Kräfte sich auch einmal außerhalb des Rampenlichtes in freier Luft mrd Sonnenschein bewegen zu sehen. Einige von ihnen dürften für eine spätere Aufführung die Erfahrung gewonnen haben, daß es ratsam ist, aus der Freilichtbühne mit Puder und Schminke sparsamer umzugehen. Heber das altbekannte Lustspiel selbst braucht wohl nichts gesagt zu werden. 2luffallend war es nur, daß trotz guten Spieles von ihm nicht mehr die ursprünglich überwälttgende Wirkung auszugehen scheint, wie in sttiheren Jahren. Da die Künstler mit sichtlicher Freude sich der seltenen Gelegenheit, im Freien zu spielen, Hingaben, waren die Leistungen durchweg sehr gut. Die Damen Hermine Wo ss i d l o , Helene K a l l m a r ^Trudel Ulrich und Hertha E l l e n h a u s e n wetteiferten in frischem natürlichem Spiele. Die Herren Falken, Feigel, Goll, Hellmuth. Heine mann und Steinmeyer standen keineswegs hinter ihnen zurück, und einzelne Tarbiettrngen übertrafen die Erwartungen. 2lls besonders glücklich vmß der Pttvatgelehtte Hiuzelmann von Albert H e i n e in a n n hervorgehvben werden. Tie Spielleitung hatte Otto C o n r a d i in Händen, der sich in der Bühnenttaditton dieser Lustspiele am besten auskemtt und demrmch für recht amüsante Einzelwirkungen sorgen konnte Es wäre sehr zu begrüßen, wenn die Kiafte unseres Stadt- theaters sich in diesem Sommer noch öfter der Wcckdbühnc zur Verfügung stellen wollten. zz. Witterungsbericht. (Oeffentlicher Wetterdienst.) Meist heiter und trocken, etwas ivärnrer. Letzte nßcbricbtcu. Zmn Wechsel in der Reichskamlei. Noch dem „L.-A." werden Exzellenz Wahnscha ffe und der erytie Bottvagende Rat Dr. Riezler aus der Reichskanzlei aus- scheiden. Auch Sdachssekretär Dr. Helfferich soll entschlossen sein, zu gehen. Die Wahl des Nachfolgers des Staatssekretärs! Zimmer mann, der selbst den Bot scha fterpvsten in Konstan- ttnopel erstrebe, soll zwischen den Herren v. H, n tz e und v. K ü h l- mann sckxwanben. Das Scheiden des Direktors der haTrdelspvliri- schen Abteilung im Mswättigen Amt Dr. Johannes wird bestimmt gemeldet. Wie ,.B. T." wissen will, wird als Anwär t er auf die Stelle des Ehess der Reichskanzlei ein bekannter Parlamentarier bezeichnet. Zum ürcndesben sei es nicht tmwahrscheiulich, daß Dr. Helfferich. der biA^r kein Abschiedgesuch eingereicht habe, im Amte verbleibe. Wie der .L.--A." hott, hat der Reichstags Präsident den Acl- testenausschuß für heute zu emer Sitzung zusammenberuseu Nach dem „B. T." erübrigt sich eine Sitzung des Hanpkaus- schusses. da die Friedenssormel nicht erst rm Ausschuß, sondern gleich im Plenum ein gebracht werden wird. Kriegsfeindliche Pwpagünd« in Rußland. Bern, 14. Juli. (WTB. Nichtamtl.) „Cvrriere della Sera" meldet ans Petersburg: Gewiffe Elemente bestehen aus einer kriegs- feindlichen Propaganda. Kerenski und Brussilow erhielten Drohbriefe. Bei den Bataillonen, die ftrr das Feuer bestimmt sind, wurde Widerstand boobacküet. An der Front von Minsk wurden Ausrufe vetteilt, die zur Fahnenflucht und zum Kampf gegen Bürgerliche und zur Verteilung des Landes auffordern. Ein Regiment habe nchch Plünderung von Waffen- und Munitions-- depots sich aus die Suche nach Falmenffüchtigen gemacht und über 2000 Mann gefangen genommen. Das französische Nationalseft. Basel, 16. Juli. (L.-A.) Wie den „B. Nachr." aus Patts gedvähtet wird, wolle die ftanzösischc Regierung diesmal dem National fest einen rein französischen Charakter geben. Deshalb nehmen keine alliierten Truppen daran teil. Es werde aber ein Vorbeimarsch der ftanzösischen Truppen stattftnden, die sich seit Kttegsbeginn besonders aus zeichneten. Revolte in Kanada. Berlin, 16. Juli. Die „Boss. Ztg." meldet aus London, datz die separatistische Bewegung der kanadischen Franzosen jetzt bii Form einer offenen Revolte annehme. Die Führer organisierten danach den bewaffneten Widerstand gegen die Durchführung der Wehrpflicht. Republikanische Bewegung in Indien Berlin. 16. Juli. Wie die „Voss. ZtgX" sich aus London melden läßt, wurde in Britisch-JMeu eine Anzahl bekannter Inder und Engländer verlwftet und in strengste Schutzhaft genommen, wttl sie eine republikarrische Bewegung im Reiche unterstützt und durch Forderung der Selbstverwaltung für Indien die Sicher- heit des Reiches gefährdet haben sollten. Ms Hauptsitz der Bewegung sei Madras festgeftettt worden. Argentinien. Berlin, 15. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Durch das Reuter- bureau w!rd eine Nachricht der „Times" lx'rbirtttet, wonach che diplomatischen Beziehungen zwischen Argentinien und Deutschland abgeb rocken worden seiep. Diese Nachttcht entspricht nidn den) TatsacRn. Auf eine von Argentinien an die deutsche Regierung gerichtete Note wegen Schifssvettenkung ist eine Antivort noch ni>ht erfolgt Es ist indessen zu hoffen, daß die Angelegenheit eine freundliche Regelung finden wird. K oPenhagen, 16. Juli. Einem Telegramm aus Kristtanl zuiolge habe Ministerpräsident Knudsen iu der gestrigen Slottbnic fttzung mitgeteilt, Norwegen habe von Deutschland die Veritzcherun erhalten, daß uorivegische Schiffe auf der Fahrt nach Amerika kerr Schlvrerrgketten hertttet werden würden. Irisches von Srr stauörst'chen §ront. v §2* Ndchr noch Äs das, loas unsere anerknnnten Dichter aus ??? '‘Wflfat, interessieren uns die kleinen Wierke der Front-- lowaten, die erst durch das Erleben im Kampfgebiet zu Dichtern X 110 volkstümlich, bald erstaunlich kunstmäßigen ^edenr den Gejrchten und Empsrndungen des Kampfes Ausdruck ^0- Proben dieser im besten Sinne ursprünglichen ^negslyrik entnehmen wrr einer Sammlung von Gedichten von die demnächst unter dem Titel „Ktreg in plaudern bei der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart erschei- Ut^a^' , Ze Soldaten, die diese Gedichte geschaffen habeir/ sind L'/^kannt. und ihre lyrischen Erzeugnisse legen vor allem P*rf. '• ^i lNvühl bloß. So begeisterte einen LZnzrerstellvertreter der Erschlag im Felde zu folgenden Versen: „Nun gehen viele Füße wohl all den gleichen Gang Viel Wege und viel Gassen daheim sind ganz verlassen, wo sonst ihr Schritt erklang. Nun gehen viele Füße wohl einen neuen Schritt. Wer sonst allein gegangen, macht nun mit heißen Wangen das große Wandern mit. Es gehen viele Füße nach einem Takt wie nie — die Morgenröte schreitet voran — die Fahne breitet sich mütterlich um sie. Nun gehen viele Füße in einer: Garten ein —. Ein Gräber steht und scharret, ein Wächter ruft und harret, — — Lorbeer und Rosmarein..." T:e Wildheit der Schlacht schildert ein Kriegsfreiwilliger mit folgenden Worten: „Schreie entroll'n wie Fahnen, das Ich entflieht dem Leib. Sind ohne Mutter und WeiÄ; nur deutsches, seliges Ahnen. Wir sind sturmkühne Aäächte! Der.Tod sucht seine Fürsten. Die blanken Seelen dürsten nach festlichem Gefechte. Der Himmel aufgerissen! Tods Trommler sind die Höhen. Dörfer und Wald vergehen, wo wir die Herzen hissen!" . Auch an einer gewissen Kriegsvhilosophie fehlt es nicht in diesen La.rengedichten, wie die folgenden Verse beweisen mögen: „Drei Rosen in dem Flintenlauf, drei Rosen um den Säbelknauf —. urlbändig und vertragen —, von übermütiger Kampfeslust geschwellt die sieggewisse Brust, so sind wir fortgezogen. Die Rosen hat der Sturm zerwühlt, den Uebermut die Zeit gekühlt, wir wurden ernst und stille . . . Aus jugendlicher KanrpfeÄvut ward eisenharter Mannesmut und heiligernster Wille." n- — Die Berliner Erstaufführung einer Dramatiker in. Aus Berlin wird uns geschrieben: Eine Drama- ttkerin, die bereits in Wien Aufsehen erregte, kam jetzt auch in Berlin zu Worte, und der Versuch erwies sich in jeder Beziehung als lohnend: das Kleine Theater errang mtt der Erstausführung des vievaktigen Dramas „Im Bahnwärter- w ^rfen uttb durchaus ernsthaft zu wertenden Er- Wlg Tw Verfasserin Alice Stein-Landesmann überrascht durch nne ^glückliche Mischung von ungekünsteltem Gefühl und sicherem Dheaterins linkt. Das Stück, in den: iiur 5 Personen auf- ^eten, spielt in dem Hause eines Stteckewrächters und seiner Krau, ^s setzt mit einem frischgezeichneten Idyll ein, dann 'wird die .A ogeschloisenheit des Lebens im Bahnwärterhanse gesprengt ^rr^, die Ankunft zweier fahrender Komödianten, Karl mrd Frredel, die hier Zuflncht suchen. Ter Mann stirbt, und Friedcl wird von den Bahmvärtersleuten eilt bleibendes Heim geboten, x ™ 5irii€lt entwickelt sich der Konflikt zwischen diesen drei Menschen: ein leichtfertiger Frauenjäger, der Weichensteller Dewitz, dient gewissermaßen als Kontrastwirkung, um das Zusammen streben des Bahnwärters und der seiner Welt so entgegensetzten Komödiantin erklärlicher zu machen. Ter Höhepunkt des Mulles, das überhaupt auf billige äußere Wirkungen verzichtet, ist starr verinnerlicht: da der Bahnwärter durch den fremden Eindringling zum Vater gemacht wird, ringt sich seine Frau zur Ent- sagung durch, sie verläßt das Bahnwärterhaus, in deni sie den größten Teil ihres Lebens im vollkonimenen Glück verbracht hat, um der Zukunft des Kiiides uichit im Wege zu stehen, um die Frau, der sich, die Liebe ihres Mannes Wgeirandt hat, nicht verkommen zu lassen. Das Ditück übt mit seineir ,'nanchmal nicht völlig klaren, aber.stets recnen Mitteln eine starke Wirkung aus, das Interesse ftetgerte sich von Akt zu Akt, uiid der Abend schloß mit allen Anzeichen emes Erfolges. Tie von Robert Forsch geleitete Ausführung brachte.auch das Wesentlicl-e zur Geltung, trotzdem an die Darsteller nichts weniger als leicht zil befriedigende Anforderungen gestellt wurden. Paul Bildt als Bahnwärter, Ida Wüst als seine Frau Marthe, sowie Mtl-e Grulber, Robert -yorich und Gustav Rodegg erzielten im Zusammen spiel Wirkungen, die m gleicher Weise der Dichterin Mid ihnen zu danken snrd. A. B. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unserer unvergeßlichen, treusorgenden, lieben Mutter Frau Katharina.Albold Ww. sowie für die überaus zahlreichen Biumenspenden sagen wir allen unseren herzlichen Dank. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. 2-Zimmcr-Wobnung zu vermieten. 8378 _W eil, Neustadt 10. ! 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