Lr. *59 Ter Sietzener felget erscheint täglich, außer EonnlaqS. - Beilagen: «ic^cifer^acdUcnblätter; Kieisbtatl fff ö«n Krtis Gietzen. vezogsprels: monali. 1 3JK., vierteljährlich 3 «DH.; durch Abhole- u. Zweigstellen moncul. 9) Pf.; durch diePost Alk. 3.— viertel- jäl)rü aitsschl. Aesteüg. Fernsprech - Anschlüsse: für die Schristleiiuitg 112 Nerlag,Geschästsstelle51 Anschrift für Dralitnach- richten: Anzeiger Siegen. Erstes Blatt 167. Jahrgang Dienstag, lv. )uü Postscheckkonto: Frankfurt a.M.N686 Bankverkehr: Gewerbebank Giehen 3wü!mgrrunddruck u.Verlag: Brühl'sche Univ.Buch- u. Steintzruckerei «.Lange. Schristieilung. Geschästsslelle ».Druckerei: Schulftr.r. Annaqme von Anzeigen f. die Tagesnummer vi-ö zum Nachmittag vorher. Zeilenpreise: für örtliche Anzeigen 20 Pf., für auswärtige Anzeigen 25 Pf., b. Plahvorschrift 30 Pf., für Reklamen 75 Pf., bei Platzvorschrist SO Pf. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik ».Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt und Land, Vermischtes u.Ge- richtssaal: Fr- R.Zenz; Anzeigenteil: H. Beck; sämtlich in Gießen. (WTB.) Großes Hauptquartier, 9. Juli. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Regen uud Dunst blieb in fast allen Frontabschnitten das Feuer bis zum Abend gering. Es lebte dann mehrfach auf. Nachts kam es an verschiedenen Stellen zu für uns crfolgrcich en Erkundnngsgefechten. Bei der Heeresgruppe Deutscher Kronprinz lvurdc ein Angriff zur Verbesserung unserer Stellung am Ehe min des Du in es mit vollem Erfolge dm'chgeführt. Nach einem Feuerüberfall van Minen- und Granatwerfern auf die Sturmziele brach die Infanterie, unterstützt durch das Riegelfeuer der Artillerie, zum Angriff vor. Die aus Nieder- sachsen, Thüringern, Rheinländern und Westfalen bestehenden Sturmtruppen nahmen in kraftvollem Stoß die französischen Grüben südlich von Pargny und Filain in 3V 2 Kilometer Breite und hielten die gewonnenen Linien gegen fünf feindliche Angriffe. Zur Ablenkung des Gegners waren vorher an der Straße Laon — S 0 iss 0 ns Sturmabteilungen hessen- nassauischer und westfälischer Bataillone in die französischen Gräben gedrrmgen. Sie kehrten nach Erfüllung ihres Auftrages mir -einer großen Zahl von Gefangenen befehlsgemäß in die eigenen Linien zurück. Der überall heftigen Widerstand leistende Feind erlitt hohe blutige Verluste, die sich bei ergebnislosen Gegenangriffen auch während der Nacht noch steigerten. Es sind dreißig Offiziere und über achthundert Mann als Gefangene eingebracht worden. D i e Beute an Kriegsgerüt ist sehr erheblich. Auf denl W estufer der Maas haben die Franzosen mls den Kämpfen in der Nacht zum 8. Juli einige kleine Grabenstücke in der Hand behalten. Die vor Tagesgraucn nördlich von Esnes einsetzenden Vorstöße siird zurückgcwie- sen worden. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. HeeresgruppedesGeneralobersten von Böhm-Ermoli. Während zwischen Strypa und Zlota-Lipa nur lebhafte Artillerietätigkeit herrßhte und ims einige Vorstöße Gefangene cinbrachten, kam es bei St anislau zu neuen Kämpfen. Durch starke russische Angriffe wurden die dort stehenden Truppen zwischen G i e z 0 w und C a g w 0 z d z (12 Kilometer gegen die Waldhöhen des Czaxnilas) zurück- glÄrängt. Durch das Eingreifen deutscher Reserven kam der Stoß zum Stehen. Front des Generalob er st en Erzherzog Josef. In den Karpathen hielt die Fege Tätigkeit der russischen Batterien an. Oertliche Angriffe der Russen sind an mehreren Stellen gescheitert. Bei der Heeresgruppe des Generalfcldma rsch alls von Mackensen unfc an der Mazedonischen Front ift die Lage unverändert. Der Erste Generalanartiermeister Ludendorff. ' ■*; Der Abendbericht. Berlin, 9. Juli, abends. (WTB. Amtlich.) Vom Westen nichts Neues. Im Osten haben die Russen an der Straße Kalusc— S t a n i s l a u von neuem angegriffen. Ihre Kräfte wurden durch Gegenstoß zum Stehen gebracht. Nördlich des Dnjestr keine besonderen Ereignisse. er eine Million Tonnen versenkt. Wir leben in einer ernsten Stunde. Beileibe nicht deshalb, weil Hindenburgs zuversichtliche Worte, die erst vor ein paar Tagen gesprochen worden sind, nicht mehr ihren vollen sachlichen Wert hätten. Aber unser gegenwärtiges Re- gierungssystem wird geprüft. Es wird geprüft, wicht weil das parlamentarische Regierungssystem allgemein für besser gehalten wird. Solche Meinungen wirken zwar im politischen Streite kräftig mit und sie haben ihren Teil an der jetzigen inneren Krisis. Diese aber ist ans anderen Gründen so plötzlich 'vor uns ausgetreten. Nicht aus der Theorie, sondern aus der Praxis ist sie erwachsen, aus der Praxis unseres Reichskanzlers, der von allen Seiten auf bestimmte Entschlüsse hingedrängt und dem Volke als entschloß u n freudig hingestellt wird. Der „Berliner Lokalanz." teilt uns das Neueste mit, daß die Nationalliberale Partei in besonderer Beratung sich gegen die bisherige Kanzlerpolitik ausgesprochen habe. In unfreundlichere Worte übersetzt heißt das, daß er ihr Vertrauen nicht mehr besitze. Zu den Kanzlergegnern gesellt sich ferner das Zentrum, denn so viel steht fest, daß Herr Erzberger, der ja die überwiegende Mehrheit seiner Partei hinter sich hoben soll, an der bisherigen amtlichen Politik nicht viel gute .Haare gelassen hat. Er verlangt in seinem Sinne eine Neuorientierung nicht der Einrichtungen, sondern der Methode. Daß die Rechte dem Kanzler nicht hold ist, ist seit langem bekannt. Die Stunde ist also ernst. Die Parteien suchen noch nach einer gemeinsamen Erklärung, womit sie den gesamten Volkswillen zun: Ausdruck bringen wollen. Sie halten die Stimmnngsöde, die unsere Rogieriingspoli tik durchzog, nicht mehr für das Mchtige. Was ans den parlamentarischen Beratungen geboren wird, ist noch immer nicht recht zu erkennen, ist auch vielleicht nicht das Wichtigste. Denn die Entscheidu ng wird von einer höheren Stelle gefällt werden. Sie geht auf eine Erneuerimg der Reichsregiernng hinaus, mit oder ohne Bethmami Hollweg. Der jetzige Kanzler könnte, das ist der eine Gedanke, bleiben und führende Parlamentarier in seinen Ministerrat anftrehmen. Bon ausschlaggebender Bedeutung muß auch der zu erwartende Eiiidruck im Aus lande sein, ferner die Prüfung, ob ein Herrn v. Bethmann-Hollweg beträchtlich überragender Mann gefunden werden kann, der bereit 1111 b fähig ist, das Volk zu einem glücklichen Frieden zu sichren. Bon dem Gewichte Erzbergers wünschen wir uns wirklich keinen Reichskanzler. Zwar hat gegenwärtig das „Berliner Tageblatt" die schmeichelhaftesten Worte für ihn: „Herr Erzberger ist ein sehr gescheidter, behender, fleißiger, kenntnisreicher, überall auftauchender Mann, der während des Krieges als freiwilliger Diplomat vielerlei unternommen und in vieles hineingeblickt hat, im Süden und im Norden, an kleinen und großen Höfen, in Italien, in der Schweiz, in Skandinavien und aiiderswo gewesen ist." Ob ein so gewitzigter Herr sich für ein hohes Reichsamt eignet, ist doch die Frage. Die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" schreibt ein bißchen anders: „Der Vertreter von Buttenhausen war leit leher ein rühriger Mann, in der inneren wie in der Kolonialpolitik fühlte er sich, zu Hause, im Weltkriege entdeckte er seine Begabung für auswärtige Politik, und die dienshwilligen Schnellzüge trugen ihn von Rom nach Wien, von Wien nach München, von München nach Berlin. Nicht überall war die Aufnahme gleich liebevoll, in manchen Hauptstädten sollen maßgebende Männer eine sehr abweichende Meinung von dein Wert seiner Tätigkeit bekommen und bekundet haben." Spöttisch bemerkt das Blatt, es sei noch nicht aller Tage Abend, „und ein Kabinett mit dem Grasen Bernstorff als Reichskanzler, Scheidemann als Vizekanzler und Erzberger als Staatssekretär des Auswärtigen ist der Wunsch vieler Kreise". So weit wird's nicht lammen. Die ll-Bootbeute betrug rm Juni über eine Million Bruttoregiftertonnen, und allem Anschein noch stehen amtliche Kundgebungen bevor, die lmfece Politik des U-Bootkrieges für die wahre zum Sieg führende Politik erklären. Kmaisch, wie große demokratische Blätter jetzt mit verdächtigem Eifer den Anschein zu erwecken suchen, als sei etwas von dieser Politik zusammen- gebvochen. Sie betreiben die Flaumacherei mit Hochdruck und lechzen nach Ausnutzung der Lage für innenpolitische Parteizwecke. Die Feinde werden den entsprechenden Nutzen daraus ziehen. Hoffen wir, daß der Nebel, der jetzt noch die Lage verschleiert, wenn er nun schwindet, ein anderes Bild erkennen lassen wird als das- Aufbäirmen parteipolitischer Steckenpferde. Denn diese sind zur Front nach außen absolut nicht zu gebrauchen. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 9. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. In den Karpathen nnd an der oberen B y st r c z y - ca Solotwinska ftihlten die Russen mit stärkeren Aufklärungsabteilungen vor. Nordwestlich von St anislau mußte gestern nach zweitägigem erbitterten Ringen die erste Stellung unserer Verteidigungsanlagen dem Feinde überlassen werven. Eine Erweiterung des russischen Gelünde- gewinnes wurde durch das Eingreifen von Reserven verhindert. Mrdlich des D n j e st r, namentlich auf galizischem Boden, starke Artillerietätigkeit. Italienischer Kriegsschauplatz. Bei Vodizc wurde ein italienischer Vorstoß ab- gewiefen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Chef des Generalftabes. * . * Russischer Bericht. vom 8. Juli: . Westfront: In 'der Richtung ®ofoeT, in der Gegend des Dorfes Gr. Porst, blies der Feind Stickgas ab, deren Wellen aber unsere Gräben nicht erreichten. In der Richtung Zloczow machte der Feind in der Nacht zum 7. Juli kräftige Gegenangriffe an per Front des Waldes vou Sedow westlich von Koniuchh, indem 'er imsere Truppen aus den Stellungen zu vertreiben suchte, die sie nach den Käncpfeu . am 6. Juli besetzt hatten. Alle diese Angriffe wurden abgeschlagen. Desgleichen die Angriffe starker feindlicher, von Panzerautomobilen unterstützter Abteilungen westlich von Wischky. An den Kämpfen am 8. Juli in der Gegend tarn Koniuchy nahmen belgische Panzerautomobile tätigen Anteil, die sich bis an die feindlichen Stacheldrahtverhaue heran schoben. Auf einem dieser Automobile wurden der Führer und zwei 'Soldaten durch ein, Geschoß geltet. Oestlich und südöstlich von Brzezany unterhielt der Feind heftiges Artilleriefeuer. Wir wiesen durch (^wehrftuer die Versuche bedeirtender feindlicher Erkundimgsabteilungen, unsere Derschanzungen süd-- 'westlich vom Dorfle Schibalin anzngreisen, ab. Kaukasus- f ront und'rum änische Front: Die Lage ist unverändert. Flugdienst: In "der Gegend von Pressovtst schossen wir ein deutsches Flugzeug 'ab. Der türkische Bericht. Konstantiuopel. 8. Juli. (WTB. Heeresbericht.) Au der persischen Grenze östlich von Pandsckwiu griffen am 6. Juli unsere Truppen die Russen an und schlugen sie. Als Beute sind bisher gemeldet: 4 Gebirgsgeschütze, 3 Maschinengewehne und (befangene, deren genaue Zahl hier noch nicht bekannt ist. 25 Kilometer nordwestlich von Serdetsch fand ein einstündiges Gefecht statt, in dem die Russen verlustreich zurückgeworfen wurden. An der Kaukasusfront die übliche Artillerie- und Pa- ttouillentät takelt. An der anatolischen Küste unternahm unsere Artillett« einen uwhlgelimgeneu Feuerüberfall auf dre Insel Tenedos. Mehrere feindliche Segler lvurden versenkt. Tie fesichliche Funkenstation ist vermutlich zerstört. Feindliche Flieger warfen Bomben auf die Stadt Smyrna. Getötet wurde eine Person. Alle Verletzten gehören den Nationen der Entente an. Drrrch die gut organisierte Fliegerabwehr konnte weiteres Unglück verhütet werden. Die mnerpolitische Urifis. Berlin, 10. Juli. Die Deutsche Politische Korrespondenz will erfahren haben, daß die Regierung bereit sei, in Preußen fünf Minister, im Reiche drei Staatssekretäre für neue Männer frei zu machen. In Preußen sollen der Minister des Innern, Herr v. Loebell. der Handels minister Sydow, der Eisenbahnminister v. Breitenbach, der Kultusminister v. Trott zu Solz mrd der Land- wittschastsminister v. Schorlemer neuen Männerii Platz machen. Im Reiche sollen der Staatssekretär des Auswärtigen Zimmver- marrn, der Staatssekretär des Innern Dr. Helfferich ihre Portefeuilles abgeben mrd das Staatssekretariat des Reichsamts des Innern in ein Reick^sarbeitsamt und Reichscrmt des Innern geteilt werden. Die Stellung des Karrzlers irruß vorläirfig als befestigt angesehen Iverdeu. Die Natioualliberalen und der Reichskanzler. Berlin, 10. Juli. Wie der „Lokalanz." erfährt, habe die nationalliberale Fraktion des Reichstages gestern in einer Entschließung gegen den Reichskanzler einstimmig beschlossen, zürn Ansdruck zu bringen, daß der Reichskanzler ihr Vertrauen nicht besitze. Die „Deutsche Zeitung" schreibt: Nachdem mit ,der Stellungnahme der Nationalliberälen die erste und unmittelbare Gefahr dank ihrer Einsicht und Stcrndesfesttgkeit abgewendet ist, wird hoffentlich auch der weitere Verlauf der Krise der sein, daß damit das Gegenteil von dem erreicht wird, was ihre Anstifter bezweckten. Es gibt nur ein Mittel: ein neuer Steuermann, der den Willen zum Sieg hat. 9Lach der „V. Z." laßt sich im Augenblick noch nicht gemrü feststellen wie die Beschlüsse der Parteien aussallen. Hier heißt es: Es wird sich nunmehr zeigen, ob der Reichstag diejenige Ernig- keit aufbringen wird, die allgemein eine Durchführlmg der Parla- Tnentafrffierung ermöglicht, und ob er sich zu demjenigen Grad von Energie ausschwingt, um seine politische Macht festMLvgcn. Nach den Morgenblättern veröffentlicht eine Anzahl Dozenten und Professoren der Berliner Universität und der technischen Hochschule eine Erklärung, die im wesentlichen sagt, daß in den Ordnungen von Staat und Reich nicht alles nach dem Knrge so bleiben dürfe, Me bisher; allein man würde es für ein Unglück hakten, wenn iw Geaensatz zu der kafferlichen Osterboffchast die endgü^ti gen Bes chlüsse schon während des Kriegszustandes gefaßt Und ins Werk gesetzt würden. Line Sitzung der preußischen ttronrates. Berlin, 9. Juli. (WTB. Amtlich.) Heute nachmittag hat imter dern Vorsitz Seiner Majestät des Kaisers unD Königs im Reichskanzlerpalais eine Sitzung des Krsn- r a t e s stattgefunden, an der außer den preußischen Staats- Ministern auch die Staatssekretäre der Reichs- ämterteiln ahmen. Aus dem Hauptausschuß des Reichstags. Berlin, 9.Juli. (WTB.) Der HauptaUsschnß des Reichstags setzte heute in Arvvesenhert desReichskanzilers, der Staatssekretäre und zahlreicher Mitglieder des Burrdesrats und des Reichstags die Besprechung der Fragen der äußeren und inneren Politik fort. Die Beratmrgen sind wieder streng vertraulich. Die heute zu Wott gekommenen Redner bedauetten alle außermdenllich, daß ein Teil der Presse die Vertraulichkeit der letzten Sitzung nicht geachtet uitd sehr mißverständliche uud unttchtige Berichte veröffentlicht habe. Entgegen den Pressemeldungen wurde heute festgestellt, daß überdieLagee in «irgendwie schwankende Auffassung des Reichstags nicht bestehe und bei den Beratungen nicht zum Ausdruck gekommen sei, vielmehr wurde über- einstimmend die Wirksamkeit des U-Boot-Kriegesanerkannt,deralleErwartungen übertroffen habe. Von den Patteien kam zunächst ein Redrrer der Nj a t i 0 - nalliberalen zum Wvrt. Mxchdem der Reichskanzler in längeren Ausführungen sich über die berührten Fragen geäußert hatte, sprach sodann je ein Mitglied der Sozialdemokratie und des Zentrums. B e r l i n, 9. Jmli. (W5kV.) Die Verhandlungen des Ha upt- ausschusses des Reick^tagS, in deren Verlaus der Reichskanzlers nochmals das Wvtt zu kurzen Ausführungen nahm, wurden gegen 2 Uhr abgebrochen und auf den 10. Juli vormittags vertagt. * Berlin, 9. Juli. (Priv.-Del.) Me wir vernelmren, ist der Ministerialdirektor Dr. Gl ein zum Unterstaatssekretär im Reichs- i kolonialamt cnwrmtt worden. An seine Stelle tritt der Geheime- Regierungsrat Dr. Meier-Gerhard. Mb. deutscher Reichstag. 113. Sitzung. Montvgi, den 9. Jülij 1947. Am Tffche des Buichesraks: v. Batvcki, Tr. Helfferich Prästdewt Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um 3.15 Uhr. Die Mißstände auf dem Obst- und Gemüsemarkt. Auf der Tagesordnung steht die Interpellation der Sozialdemokraten über die Verhältnisse auf denr Obst- und Gemüsemarkt, über die Kohlen Versorgung, sowie die Steigerung de^r Mielspreise. Sie lautet: Sind dem Reichskanzler die unebträglicheu Verhältnisse auf dem Obst- und Gemüsemarkt mtb in der Kohlen Versorgung bekannt? Ist dem Reichskanzler bekannt, daß 5>NlSbesitzer-Örganisativmar W beschlossen haben, Arm dtachteil auch der wirtschaftlich schwachen ' Mieter, namentlich auckn der Familien von Kriegsteilnebnrern,^ Steigerungen des Mietszinfes' um 10 bis 33 Prozent durch, Küudi- grmg der Mietsoertnrges durchMsetzen? Was gedenkt der Reickss- kanzler gegen diese Mißstände zu tun? Staatssekretär Tr. Helfferich erklärt sich bereit, die Inter- pellotton sosott zu bcmrtwJtten. dlbg. Hoch (Soz.) begründet sie. Bon der Obst- nnd Gemüse^ ernte bttommt dre große Menge der Bevöllenmg nichts Dabei rst sie gerade auf Obst uud Estmüse mehr beim je an'Mwuffen. mdl andere Lebensimttel verschwunden stnd. Die Not iss so groß, daß man nicht langer lrärten darf. Was will die vr r t Versprechungen Die BerLüllMg- maß tarn Es noife aber Vor- bi£ KaruflQlte bafei häufen. Ter ganze tun? Gar ürffeu üw8 nicht üreyr abspersen. Drche Zvtt ist voofei. ^ 5 ochi!eutLN tvrgenorninen toüöm. fotge gÄMffen werfen, baß «W Reichstem ans fepirfe irm Reg«NmgÄLMrvaL ist viel m Svvß, sck.werfällig, lang- lam Mid kostspielig. Tie Fachleute darf inan nid# wie Schulbuben üeruntrnan^üi, wenn sie anderer Meinung sind. Die Herren von der Regierung schweben nicht wie Götter über dem Ganzen. Alle Strafbestimmungen gegen Schleichhandel und Wucher müssen ivir- kungslo- 1 ' bleiben, !veil es an einer sachverständigen Regelung fehlt. -r.er mit den Saatkartoffeln getriebene Schwindel ist ein unerhörter Skandal. Wenn in Striegau arme Frauen wegen Lebens- Mlttel-Unrnben schwere Strafen erleiden -mutzten, so war die Ur ^che von allem doch) nur die höchst mangelhafte Versorgung der dortigen Bevölkerung mit Mehl. (Präsident Tr. Kaempt er sucht den Redner, beim Thema der Itttervell-ttion ru bleiben wegen versuchen, meine ^lnordmmgen zn durchkreuzen. Ter Redner geht sodann aus die Kvhlenversorgrmg ein. >)ier rächt es sich, daß ein so wichtiges vvlkstvirtschaftliches Gebiet in den .Händen einiger Privatkapitalisten ist. Herr' .Kirdorf stellt der Regierung das Ultimatum: ,,Entweder ihr macht ein Ende mit dem unangenehmen Hitssdienstgefetz oder wir liefern keine Kohle Mehr? Are Kohlengruben müssen endlich in den Besitz der Allgemeinheit gc langen bei der Versorgung mit Hausbrand kohle mutz die Kopfzahl ^r Bevölkerung maßgebend sein, nicht die Zahl der bewohnten Räume. Gegen die planmäßigen Mietssteig erringe n muß schnell und durcifgreffend eingeschritten werden. . . Staatssekretär Tr. Helsserich: Die Rsichsleittrng verkennt dve schwierige Lage bei der Versorgung mit Obst und Ge- nr ü) e, gewiß nicht. Reben Mängeln der Verteilung und Organi- latton ist die Hauptursache die große Dürre der letzten Wochen. Trotz der ganz außerordentlich starken Ausdehnung des Anbaues von Gemüse ist die Sommergenttiseernte fesfelb schwach cricsgefallen Die Kohlenförderung ist während des Krieges, nach ernem^ sehr heftigen Rückschlag gleich zu Kriegsausbruch, wieder aus eure sehr ansehnliche Höhe gebracht worden, obwohl der Kohlew-- berichau mrt außerordentlichen Erschwernissen zu kämpfen hat. Das ist eine staunenswert günstige Leistung. Die Bergarbeiter sind heute nicht mehr so kräftig und erfahren, tvie in der Friedenszeit, die Heizer sind sticht so geübt wie früher und verfeuern die Kohle nicht so sparsam, auch dic .Heiz Einrichtungen sind rächt mehr so instand wie im ^-rieben. Schließlich haben riesige V e r s ch i e b u n g e n i n d e r Ko blen g uali t,ä t stattgesunden, da die englische Kohle ganz sveggefallen ist. Das bedingt eine schlechtere Ausnutzung. Infolge dessen bedeutet die Zahl der Förderung nicht dasselbe wie in Frie denszeiten. Im großen und ganzen hat die Erzeugung bis ins Früh )ahr hinein dem Bedarf genügt. Die Schwierigkeiten irn Winter Men rn erster Linie an den D rans'por t verhäl 1 ni fs crt, Jrjp Erschwerung des Transportes batte zur Folge, daß ein erheblicher Teil der Kohlen auf die Halden gelegt sverden mußte, und daß Feierschichten «ingeschoben sverden mußten. .Die Kohlenreserven, mit t>cnen wir in den Wsinter lstneingegangen sind, sind aufgebraucht worden und konnten noch nicht wieder aufgefüllt werden. Heute spielen die Vertehrsfragen nur eine bescheidene Rolle. Die Eisenbahnen können mehr Wagen zur Verfügung stellen, als Kohlen be- fördert werden können. Fetzt ist im Durchschnitt der Bedarf größer als das, was befördert werfen kann. Das ist in enter Linie mu die enorme A usdehnung d e r Rü stu n gs i n d n st r i e im ^anse des letzten Winters zurückxusühren. Es mu| und wird dafür .gesorgt werden, daß Fördening und Verbrauch ansgeglifen werden, irnd daß außerfem ein genügender Spielraum für ausreichende Reserven fitr die Industrie, für den Hausbrand und vor allem für die Eisenbahnen bleibt. Der Ausgleich kann und muß durch weitere ,V örd eru n gsstei g e run g und B erbrau chs ei n s ch r än- kungen gestichen. Die Steigerung der Förderung ist eine Frage der Arbeitskräfte, es muH also entsprechend gesorgt werden. Es ist auch eine Frage der Kriegführung, denn ohne Kohle keine Munition Durch die zu treffenden Maßnahmen steht eine weitere ansehnliche Steigerung der Produktion in 'Aussicht, vorausgesetzt, daß *. r ' e u nt e(r b l e ifr en. Größere Streiks in den .Kohlen- bezirken können alle Rechnungen Wer den Haufen werfen. Der kleine Mann in den großen Städten wird dann schließlich keine Kohle bahnt, weil der Arbeiter im Bergrevier streikt. Das sollten sich die streikenden Arbeiter vor Augen halten. Sie gefährden auch die Verteidigung des Vaterlandes. Es muß das Menschenmögliche geschehen, um Streikbewegungen in dieser für Unser Schicksal so wichtiger Zeit, wo sie bestehen, einem möglichst baldigen Ende zuzn- ffihven. Die Verbrauchseinschränllrngen lassen sich nicht mechanisch ans einen gewissen Prozentsatz anordnen. Nicht überall kann gespart werden, so nickh bei den Eisenbahnen und beim Hlausbrand. Eine ausreichende Belieferung des Hausbrandes wird unter allen Umständen sichergestellt. Die Verteilung liegt in den Hcmden eines Kohlen k o m missars , dem ein Beirat zur E^ite steht. Die Unterverteilung soll den Gemeinden überwiesen sverden, denen man gegenüber den Ko hl en ha m ste rw ein Enteignungsrecht geben wird. Nun zu Sen Mietst ei gerungen. Die Mieter sind vielfach, in einer außerordentlich schwierigen Lage. Die fOHete steiqerungen baden lebhafte Beunruhigung hervorgeriffen. Aber die Lage der Hausbesitzer ist vielfach erst recht schwierig. Sic sind in Wirklichkeit häufig- nur schwer belastete, dem Untergänge nahestehende HypochekenschuLmer. Der Staatssekretär verweist aus die Matznahmen zur Linderung der Not dar Mieter, soweit sie Kriegsteilnehmer sind, das Verbot, sie zur Rämnung der Wohnungen zu zwingen, fv wie die Mietsunterstützungen. Erhöhen die Vermieter die Miete, so können die Gemiemfen ihnen die Mietsuntersrützungen «mtzuLen und dadurch! einen Druck auf sie ausüben. Tie Mietsein igungsämter haben vielfach zugunsten der Mieter gewirkt. Die Vermieter geraten vor allem in Schwierigkeiten dadurch, daß entweder die Hypotheken fällig werde)! oder sie die .Hypo-thekenzinfenl nicht l-ezal)len können. In beiden Fällen können ihnen die Gerichte Schutzfristen einräumen.' Zahlungsnrffähige Hausbesitzer können die Einrichtung einer Brnndstücksaufficht beantragen. Weitere Maßuohnren stehen in .Aussicht . Unter diesen Umständen kann ein unbedingtes w a h l - froses Verbot der Steigerung von Mieten nicht erlösten werden. Das würde eienn großen Teil des Hausbesitzes mnsvch ruinieren und dadurch auch die Interessen brr Mieter rmp- Widlich schädigen. Es können nur die Interessen des Hausbesitzes und der Mieter nach billigem Ermessen ausgeglichen werden In der Antwort auf die Anfrage des Abg. Göhrc nmrde schon darauf angewiesen, daß selbstverständlich gegen einen Miets- Wucher ^alle uns zur Verfügung stehenden Mittel angewendet würden. Ich'hoffe, daß es möglich sein wird, in den aller-- nächsten Tagen dem Bundesrat Vorschläge zu mache)), die den von mir aus geführten Gesichtspunkten entsprechen. Die Erwägungen sind noch im Fluß. Sie dürfen liberzeugt sein daß bei der geplanten Regelung die Inreressen der Familien insbesondere der Familien von Kriegsteilnehmern mit Älcinivohnun- gen eine ganz besondere Berücksichtigung ftnden sverden. Diesen Gesichtspunkt fet auch der Zentmlverband der Hausbesitzer selbst in seinem ^Rundschreiben 'hervorgehoben. Ich habe meinen sachlichen Ausführungen noch persönlich folgendes lftnzuznsügen - Ter ^'Lg. Hoch chat an mich wiederholt die «Apostrophe gerichtet' .Haben Sie 'schon Herrn Kirdorf gefragt'-' Ein« solche Frage empftnde ich als eine Kränkung, die ich zurückwcisen nruß. Es könnte dadurch der Eindruck erweckt werden, als ob mir tot* t*m Prwawiwresien irgendwelcher Art bei der Regeluug solcher ,rvagen beemftuffen lassen. Herr Hoch, der mich hier schon iert zwei wahrer) kennt, sollte doch wissen, daß ich nicht der Mcann -Win, irgendwelchen privat-egoisüschen Einslüssen Raum zu geben Private Einflüsse Een nicht. Private Sachkenntnis inackten wir wir tun das Beste, für das allgemeine Präsident des Krieysernä«hrungsamts v. Batocki: Im vorigen Jahr hcttten wir eine gute Obst- und Gemüseernte. Trotzdem kam es zu rresigen Preissteigerungen, zur Entblößung der Märkte lmr mtt allen Mitteln eingreiftn mußten. Aus Militärs schien Wunsch wurde Mr BefchLagmchme von Aepseln, Zwetschen und Pflaumen geschritten. Dadurch ist erreicht worden, daß das Heer genügend Marnrelade erhielt. Wer sonst ist eine Men^e von Mißmut entstauben. Auch die Einführung der Höchstpreise, bei denen aus Airraten der Sachverständegen zwisch.m Wirffchafts- und Tafelobst untersckneden tvuroe, war ein Mißerfolg. Die Marmelade nmrde zunächst durch Mvhrrüben gestreckt, da sie aber nicht ausreichten, ,o wurde zur .Kvhlriibe gegriffen. Es ist nicht so gegangen, wie 'es die 2«rchverständiqeii gemeint hatten. Sämt liefe Mengen haben auch ihre Abnehmer «gesimden. Allerdings hat die gesteckte Marmelade einen großen Genuß nicht bereitet. Für dieses ^-.ahr war die Hauptsache eine Steigerung der Produk- ^croii :mö die Erzielimg an grüneslener Preise. Wir haben Kunstdünger^ verteilt für die Obstzucht und Samen beschafft. Der inländische Same r/v-ar mihllmgen, aus dem Auslände war er nur schwer zu beschasfeti. In einer Provinz ist der (ferraifcembaii um 1V E w , de He r b st g e m ü se abgeschlossen. - Sie nmfasseii zusamnren 360 OOO Margen. Bei einer lmten und mittleren Ernte hätte das nach den Schätzungen der 'Sachverständigen insgesamt 35,8 Millionen Zent- ner oder fast einen Zenttier mrf den Kops der groß- und mittel- stadtischei) Bevölkernng ergeben. Die Hoffnungen bezüglich der iNwhgemüseernte sind enttäuscht worden. Jetzt kommt der ersehnte Regen. F ü r die .Herb stg e m ü s e kann es noch besser ioerden. diach getuissenkaster Prüfung haben )vir die Frage, ob tr- g ende ine Beschlagnahme möglich ist, verneint; wir können es nicht verantworten. Alle Sachverständigen haben einer Beschlagnahme mindestens des Sommergemüses schlank widerraten, ioeil große Mengen verderben müssen, wenn man das Pri- vatinteresse des Händlers ausschaltet. Die Höchstpreise bedingen eigentlich eine öffentttche Bennrttchasttmg, sie sind aber nicht zu vermeiden, weirn wir nicht zu völlig unerträglichen Preisen kommen wollen.^ Wie im vorigen Jahre die 0>ans, so haben wir ietzt die Melone sreuielassen und schon sehen wir Rielonen für 50 und 60 Mk. Ausgestellt. Bei dom anderen Frühgemüse geht das nicht an, wir müssen also das Höchsrprcissystent durcksftihren. Die Schwierigkeiten-liegen. in dem Mißverhältnis zivischen Angebot "wd Nachfrage. Weil die Spargel ernte gut war, blieben die Preise sogar unter dem Höchstpreis. Die M arme laden fab rikenj sind mit Frühobst absichtlickz sehr kurz gel-alten, um den Kleinver- bvauch nicht zu schädigen. Der Kamps gegen den Ersaynallrungs- nirttelsckwindel ist vor allem Sache der örtlichen Behörden. Gegen die Schieber und Betrüger ist nur sehr schwer vorzugehen. Die Selbstkontrolle der Marmeladesabriken ist durch die behördliche Kontrolle gegeben ! vor den. .Hoffentlich trägt das auch dazu bei, daß die Qualität in mancher Beziehung besser wird. Wenn auch ein mal Mn junger Beamter gegenüber eincin verdienten Marmelade sabrikanten siel, im Ton vergriffen fei, so bedauere ich das sehr, aber die Interessenten stellen oft solche Anforderungen De sch anal forderten die Kientaler Brizon, Blaue und Ra ff in-Du ge ns, sowie, der Vertreter der Minderheit Mistral, den Kammerpräsidenten mrf,^ ihre ihm zugestellte Tagesordmrng gleichfalls zu verlesen. D e s ich a n e l lehnte dies ab. Die Tagesordnung erscfeinc ihm unminelwibar; sie lause der Verfassung -zuwider und enthalte eine Beleidigung der Regierung und !eine mißbräuchliche Ern- misch-ung in das Oberkommando. Nachf längeren) erregten Hin und Her konnte endlich Augagneur das' Wort ergreiftn. Er bedauerte, daß die Regieruug wieder nur die allgemein «fehallene Tagesordnung Renoulls irnd Olenvssen zu der ihrigen' gemacht habe. Augagneur verlangte Strafen sogar für die h'öchsten inili- tärischen Stellen. Die Regierimg müsse einen Geselzanttag ein- bringeii, der das Militärstrasgesetzbuch in diesem Sinne abändere. Werrn es notwendig sei, sollten selbst die Minister in den An- klagezUstand versetzt ioerden. Die Regierung müsse an die Soldaten denken, die «das Vertraue)) febert müßten, daß* man mit ihrem Blute nicht Mißbrauch treibe, unnütze Opfer erspare und tollkühne Unternehinungen unterlasse. Abel Ferry sprach sodann von der Beteiligung der verschiedenen Mliierten an den '.nilitäri- schen Operatiouei) und verlangte, daß die Engländer größere F r o n t st ü ck e übern e b m e u und mehr Mannschaften nach Frankreich schicken. Dalbiez erklärte, die Verantwortung für die April-Ofsensive falle dem Kriegsrate in Eompiägne zur Last; dieser febe den) Drucke der aitives^enden Generale (Zurufe von links ,prnd Poincares!" großer Lärm) nachgegeber). Dalbiez verlas einen Brief von der Front, uacki- lvelchem von zwei Kompagm.ee)) aus der Hochfläche von Eraonne im ganzen nur vierzig Mann zurückgerehrt waren und die lleberlebenden der Mnen Kompagmc vor eff) Kriegsgericht gestellt worden seien, well sie sich nicht getrügend verteidigt hätten. Ein großer Teil der Kammer sowie der Kri-egsminister erhoben Einspruch gegen die Verlesung des Briefes, der iiur der deutschen Propaganda zustatten komme, nwrauf (Talfriez erllärte, er hWe den Brief verlesen müssen, denn er habe dem Kriegsmüftster schon oft Mißstände gemeldet, ohne daß eingeschritten imrrde. Er rvurde deswegen das Land aus dem laufenden erhallen, um einen Druck auszuüfren. Dalbiez forderte ferner.von der Regierung eine Verständigung mft den Alliierten. J-obert erklärte, im .Kriegsrate in Eonipiegne sei eine gefeiin- msvolll', unfaßbare und unnennbare Macht schlecht inspirievt gewesen. Diese übeltätige Macht iverde inan hoffentlich bald kennen Und Wurteilen. Ter Präsident der Republii könne nur vw) der Kammer in den ''Anklagezustand versetzt rurd vom Sei)at abgeuvteilt werden, der Präsident sei aber, geniäß der Verfassung, imr im Falle des Hochverrats verantwortlich, ff) allen Mderen Fällen seien es die Minister. Diese Ausführungen Ioberts wuvden von den Sozialisten mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Ri bot wandte sich dagegen, daß Poincare ffr die Debatte gezogen werde. Jobcrt fuhr fort, man müsse diese Macht zur -Sprache bringen und geißeln. Sie sei zwar in der Minderheit, habe aber eine ausichlag^ gebende Stimme. Es wäre Sakrileg, daß die Soldaten Frankreichs den Wahnsinn anderer ^mrt dem Leben bezahlen müßten. Darauf kam cf zu entern außerordentlich erregten Zusam - m e n st v ß zwischen Accambray und Viviani und zu großem Lärm rn der Kammer. Sodann ergriff der Kriogsminfftcr Pain- l e o e das Wort. Gr stellt« die schweren Fehler fest, die bei der letzten Offensive begangen^ ivorden seien. Die Führer, die für die Fehler oerant- wortlich seien, in erster Linie der Oberkvminandierende, seien ihrer Posten enthoben ivorden. Painlevä sagte: Das Gesetz gestattet keine Bestrafung oor eiiter Mitersuchuug. Diese wird in effngen Tagen crönnet werden. Wir brauchen nicht mehr ehrgeizige Pläne, deren, großarttger Umfang schlecht ihre Leere verschleiert, wir brauchen eine vernünsttge und positive Kriegspolitik, deren Klugfeff der- Energie gleicht, die nicht das Unmögliche verlangt, aber aus der Kriegsmaschine das Höchstmaß an Leistung fervorbrringt. Diese ist die urffere. Nachdem der Kriegsnrinffder die Maßnahnren angegeben fette, die der Jndustrialisiernng des Krieges dienen sollen, fuhr er fort: Untere Bundesgenossen wissen, daß. nichts den Willen Frankreichs zu brechen vermag, was auch immer kommen mag, cs wird seine Ausgabe nicht im Stiche lassen. Sie wissen aber auch, daß unser Heer als Heer effr Schutz der Zivilisation ist, daß tent Blur in Strömen fließt. Dieser Gedanke fet nrehr als ftgenfe em anderer die Bereinigten Staaten fewogen, in den Kampf einzu- greisen. Die Regierung kann die Versicherung abgeben, daß Frankreich in der Lage sein wird, seine militärische Ansttengung mit der wirttchaftlichen in Einklang zu bringen. Wir werden es nicht zn- lchsen, daß der preußische Militarismus uns den Fuß in den Racken setzt. Bisher hat Frankreich siegreich, in tte.ser iZmigkeit die Probe bestanden und dem ungeh?uerlWsten Anschlag Wider- staW gelefftet. Kein Bvlk hat eine vollkommmere Ordnung gezeigt. Möge das bis zur hock)sten stunde des Sieges so bleiben! Es darf kein Manöver die Einigkeit zerstören. Wer gegenwärtig den Rar gibt, die Waffen niederzulegen, macht sich znm .Helfershelfer nWerer Feinde. (Lebhafter Beifall. « \n der Nacht sitznng ergriff der ?lbg«ordnete Renaudcl das Wart, tim im Namen der sozialistischen Partei einige Er- llüruiig-en zu verlangen über die Ktiegsziele der Regiermrg und den Charakter der letzten Pariser Streikbewegung. Renanfel erwartet, daß die Regierung erklärt, sie denke nicht daran, den Sieg bis zur Zerschmetterung Deutschlands svrtzus-etzen, so viel Sclmld auch das deutsche Voll aus sick> geladen habe, und daß- sie bereit sei, mit Wilson an der Gründung eines Vereins der Nationen znsammen- znarfreiten. Ribot erklärte, daß er der nämlichen Meinung sei. Er bedauerte, daß inan von einem Mißerfolg der Offensive gesprochen habe, während das .Heer in Wirklichkeit einen vielleicht teuer erkauften, aker ruhmreichen Erfolg davongettagen habe. „Wälche Wogen des Pessimismus wären über unser Land gegangen, rvenn die Deutschen das Ergebnis erzielten, das ivir erzielt haben. Man hätte gesagt, daß Fehler fegangen wurden und uns gefragt, ivelche Ahndungen verhängt würfen. Wir können hier nickst Urteile fällen. Wenn Ahndungen nötig sind, nruß man sic verhängen. Seit drei Iahim, trägt Frankreich die schiverste Last des Krieges. Der' Augenblick ist hekomNien, wo man mit den Verbündeten prüfen in. -u ß, o b c s kein Mittel gibt, die La st g e - r echter zu v-erteilen. Die seit drei Jahren verfolgte Polillk war die der Einigkeit. Soll man daraus verzichten? Durch dies? Politik haben wir während dreier Jahre ohne Ofevaltanwendimg den sozialem Frieden gesichert. TentsMand wird alles versuchen. Um die Gegner zn verwirren." (Ribot spielte mit dieser Ansicht ans die Entdeckung eines Schecks von befeitteufer Höhe und verdächtigen Ursprungs an, den der Leiter eines Pariser Blattes erhalten habe.) Ribot erklärte, daß eine 'Untersuchung eingeleitet und eine Verhaftung oorgenonimen worden sei und die Regierung keinerlei Rücksicht wallen lassen werfe und sagte: Denen, die bewußt oder unbewußt sich benrühen sollten, uns einem ehrlosen Frieden zuzuftihren, den Deuffchiland wümckst und der unser Schafe wäre, verweigere ich die Redefreiheit. Ueber Griechenland! sagte Ribot: Ein wenig Klchnfeit und Entschlossenfeit genügte, die Einheit in diesem Lande lvieder ferzustellen. Ribot huldigte sodann dem russischen .Heere und benrertte: Der- Sieg ist sicher, wenn wir unsere Würde bewahven und unser Mut und unsere Entschlossenheit nicht Nachlassen. Schließlich kommt es zur Abstimmung, über deren Einzelheiten jedoch bisher keine Meldungen vorliegen. Nach Angabe von Havas nahn) die Kammer eine von den Parteift'chrern der Re- gierungsniehrheit vorgeschlagene Vertrau enstagcsord-' n u n g mit37 5 gegen 23 StinimeNan, ivorans sich ergibt, daß sich 150 2l «-geordnete der Abstimnrung enthalten haben. 'Die Sitzung sch-loß Sonntag früh 3 Uhr, nachdem die Kammer noch mit 442 gegen 21 Stinrmen der Sanitätsverwaltung ihr Vertta-uen ausgesprochen fette. Die englischen Verluste. A m ft e r b a Tn , 9. Juli. (WTB. Nichtarntlich.) Die euali- scheu Blätter geben die britischen Verluste in den letzten Monaten nach den amtlichen Verlustlisten folgendermaßen an: Februar 1216 Offiziere und 16 277 Mann, März 1765 Offiziere und 28 709 Mann, April 4381 Offiziere und 31619 Mann. Mai 5991 Offiziere und 107105 Mann, Juni 3601 Offiziere und 115 279 Mann. Außerdem hat die Flotte im Juni 31 Offiziere und 1234 Mann verloren. * * * Eine infame Verleumdung. Berlin, 9. Juli. (WTB. Nichtamtlich) In russischen- und ueuttaleu Zeitungen wird die Nachricht verbrettet, daß die deutschen Soldaten bei der Berbrnderttng der Truppen an der Ostfront im Austausch von Lebensmitteln den Russen vergiftetes Bro-t und Getränke gegeben hätten, denen viele russische Soldaten erlegen Diese Nachricht ist eine infame Verleumdung. eren. Aus China. Peking, 9. Juli. (WTB.) Meldung des Reuterschert Bureaus. Am Morgen warf ein Flugzeug Bomben auf den Karserpalast. Tschang Shün überreichte dem K a.r s e r sein R ü ck t r i t t s g e s u ch. Dieser erließ ein Edikt mit der Bekanntgabe seiner Abdankung. Die Republikaner besetzten die strategisch wichttgen Stellungen der Außenbezirks der Stadt. Eine friedliche Beilegung ist wahrscheinlich. 5eekrteg. Das Jum-Ergebnis des U-Bootkrieges. B e r l i n, 9. Juli. (WTB. Amtlich.) Durch kriegerische Maßnahmen der Mittelmächte ist nach den emgeganaenrn Meldungen im Monat Juni an vandelsschiffsraum über eine Million Bruttoregistertonnen versenkt ivorden. Dir Erfolge des N-Boat-«riegeS rechtfertigen volles Lrrtrauen in die unausbleiblich« und entscheidende Wirkune auf unsere Gegner. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Neue U«Boot-Ersolge. Berlin, 9. Juli. (Amtlich.) Eines unserer U-Boote hat rm Atlantischen Ozean wieder 31 500 Brutto- Register-Tonnen vernichtet. Unter den versenkten Schiffen befanden sich das bewaffnete englische Silfskriegs- schiff Sylvia, ein Offizier wurde gefangen, ein bewaffneter englischer Dampfer Amakura mit Stückgutladung, ein bewaffneter englischer Dampfer vom Aussehen des Dmnvffrs SJtuuuJwräla, Jitjci große uttbeJatmte Dampßer, davon enter bewaffnet, der andere mit Mnnitionsladung. ')cach Aussage cds gefangenen englischen Offiziers sollte W Sylvia das letzte englische U-Boot aus Amerika holen. Der für das U Boot bestimmte Kommandant wurde durch einen Treffer getötet. Der Chef des ?ldnftralstab-es der ALarrne. Eine deutsch- holländische Streitfrage. r l in, 9. Juli. >WTB.^ Im Febrimr und März, 191.7 ^,^ten mrz nach einander die deutschen U nft e r scke bo o t e „11. B. 30 und „U. B. 6" in nlied erländi s che Ter- rrtorralgvwässer und wurden dort interniert. deuhche Regierung pt cnff Gruird des ihr vorliegenden Mate- rmls zu der lleberzeugung gelangt, daß in den beiden Millen die Moiiimcmxntten tue nötige Sorgfalt zur Vermeidung der nieder- inudpdnm Gewässer angennurdt haben und nur infolge von Havarie oder wegen des ZuitauM's des Meeres in diese Geiväfst'r gelangt nud- Da rn solchen Fällen nach Artisel 5 M. 1 der mederländ^ scheu .'centralttatserrlärung das Eiulaufeu von Kriegsschiffen Kriegführ eirder ^ ausdrücklich gestattet ist, hat die deutsche Regiermrg die (S i'e 1 1 a j in rt err Boschek. ** Vergütung für Hafer. (W. B.) Die der Heeresoer-, altung erteilte Ermächtigung zur Bezahlung einer besonderen Vergütung von 100 Mark für die Tonne Hafer, der aus tn belassenen Mengen freiwilli g abgeliefert wird, läuft m 15. Juli für den Hafer aus der Ernte 1916 ab, der nach dem 5 Juli abgelresert wttd. Es kann in allen Fällen nur mehr der .öchftpreis gezahlt werden. Landwirten, die aus den ihnen be- M'enen Mengen noch fteiwillig Hafer absiefern wollen, mutz crher dringend nähegelegt werden, dies sofort zu tun. Auch verglich der noch zu bewirkenden Gersteabliesernngen rst me Beschleimigung geboten, da die Zuschläge, die.bisher von der teichs-Gerften-Gesellschaft beza'hlt wurden, vorauSpchtlich auch in er nächsten Zeit in Wegfall kommen. . . ** Gieyener Haus fr au en-Verein. Die einfachste lrt des .Haltbar machcns von Obst imd Gemüse ist das T r o ck n e n as in letzter Zeit dadurch, daß man sich eingehend maklttch nld wissenschaftlich damit beschäftigte, eine besondere Vervolt- immnung erstchreii 'hat. Dos Dörven äst besonders wichtig, , wemi zum Einmacheu iiicht genügend Zucker zur Verfügung steht, gwrSt mm wb Gemüse aufbewahrt werden wenn^ aus' besonders wvhlschnieckende Gemüse Wert gelegt, wird. Wichtig ist, daß das Dörven in ztveckmätziger Weste gedreht, datz zu schnelles und zu starkes Trocknen vermieden imrd Lw«t>«s jieerg"» für d«Ä Sörra. tft bte temjamä, tDrf£mon ic «-rotaMrte Wärme durch utMge temftdünu! be» ÖaZmf aucmch CTfxrltai tarnt. Anzüglicher TörrchitXMi^ sehr gute Erfolge bei außerordentlich sparfameni Gebrmlch ringt ist der von Herrn Schlossermeister Martin Dorr her- Stdlt* der kürzlich in der Geschäftsstelle des BeremS vorgefuhtt mrde. Dort ist ein derartiger Apparat zu teheii. Nähere Slus-< Pi^z freunde rüsteil sich zur nahe bevorstehend en Pilzernte Im Bewußtsein, lote wertvoll die Beute ist imd m manche schmackhafte Mahlzeit sie sich und ihrer Familie bereiten ö^mn bäten sst ängstlich die ihnen bekamllen Filndorte. damit ein Si die Lschare Beute ja iiicht mit ihnen teilen kann Dürfen _ ir ‘ „ rv»; ö {( cr Berechtigung des erlaubten ^elbsterhaltmigs- 5Ä Ä m M Ä^men Ringens und Leidens nur an uns selbst denken? Müssen lrstr nicht auch derer gedenken, die, weitab von den Annehmlichkeiten des LanÜlebens, im vergangenen Winter in unseren Großstädten geradezu Unglaubliches erduldet und ausgel>alten habeil? Ist es da nicht vielmehr unsere Pflicht, nach Kräften lindern zu helfen, besonders, wenn wir die Mittel dazu aus der allen zugänglichen Natur nehmen können? Unser deutscher Wald birgt einen Pilzreichtum von vielen Millionen Zenwern dieses OTUigen Nährmittels. Von vielen verachtet, von der Mehrzahl gefürchtet, gehen die eßbaren Pilze alljährlich in Unmenge zugrunde, ohne genützt zu haben. Wieviel Hunger könnte damit gestillt werden, wemi es gelänge, dieses billige ^Nahrungsmittel auszubeuten. Bon enrer Ausrottung der Pilze kann bei einer vernünftigen Aberntung keine Rede sein. Wir müssen versuchen, uns Msammenzutun und richtig zu sammeln, was genießbar ist. Dann wollen wir aber auch nicht vergessen, unser Scherftein beizutragen zur Linderung der Not, wie sie leider in unseren Großstädten herrscht. Richtlinien für eine vernünftige Ausbeutung unseres Pilzr eichtu ins und eine praktische Verwertung desselben wird ein Vortrag geben, den Lehrer Rudolf Blank voll hier am 12. Juli, abends 8 l / 2 Uhr, in der neuen Aula derUfviversität halten wird über das Thema: „Wie können wir den Pilzreichtum unseres deutschen Waldes unserer Volksernährung nutzbar machen?" Herr Blank hat einen Vortragskursus in Berlin besucht, wo man sich mit diesen so wichtigen Fragen eingehend befaßt hat. Der Gießener Hausfrauen-Verein hat Herrn Blank nun für diesen Vortrag gewonnen und lwfft auf zahlreiclfen Besuch. Gäste, auch Schulkinder in fortgeschrittenem Alter, sind willkommen. ** Deutsch-Baltische Oesellschaft. Am 15. Mai d. Js. ist unter dem Vorsitz des Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg und mtter Mitwirkung von Angehörigen der verschiedensten politischen Richtungen <ü. a. des BodenreforuierS Damaschke und der fortschrittl. Parlamentarier Friedr. Naumamr ftnd Körtz-Königsberg) 'die Deutsch-Baltische Gesellschaft begründet worden. Sie 'hat sich die bedeutsame Aufgabe gestellt, die Erkenntnis von der hohen wirtschaftlichen, völkischen imd politischen Bedeutung der baltischen Gebiete, einschließlich Litauens, für das Deutsche Reich zu verbreiten uni) das Verständnis für itzie ddotwendigkeit der Erhaltung des baltischen Deutschtums und seiner Rettung vor der ihm drohenden Erdrosselung durch das Grotzrussentum in die weitesten Kreise des deutschen Volkes zu tragen. In den Dienst dieser Bestrebungen hat sich unter anderem Mich der bekanirte Vorkämpfer der deutschen Kolonisation in Kurland, Silvio Broedrich>- Kur mahlen gestellt, der in einer Reihe größerer Städte Vorträge über die Bydeutmig der baltischen Frage für unser Volkstum gehalteul 'hat. Auch hier in Gießen wird Broedrich am .18. Juli, in der Neuen Aula im Aufträge der Deutsche-Baltischen Gesellschaft sprechien, imd zwar über „Die.augenblickliche politische Lage in Rußland". Näheres ist im Arrzeigenteil bekanntgegeben. ** D ie im Juni 1900 geborenen Ländstnr^n- pflichtigen der Stadt (öießen müssen sich am 16. Juli d. Js., vormittags von 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 6 Uhr im alten Rathaus am VUrrktplatz zur Landsturnrrolle melden. Siehe Bekanntmachamg. ** An Meldungen zum Bezüge von Kleidungsstücken ans der EbellStistun-g sind bis spätestens 31. Juli 1917 bei dem städtischen Armencrint, Asterweg 9, einzureichen. ** Zirkus Alt hoff. Die gestrige Vorstellung war wiederum sehr gut besucht, rmd die Darbretungeir fanden reichen Betfall. Da der Zirkus nur bis Mtttwoch! lMr bleibt, ist es jedem! Freunde vmr Zirkusdarbietungen zu empfehlen, die Gelegenheit zum Besuche bald wahrzunehmen. ** I m ^Lichtspie l b a u s Bahnhofstraße 34 spielt ab Dienstag bis einschließlich Freitag Fern Andra, die berühmte Schönheit, in einem Ehedrama in 5 Abteilungen „Der Seele Saiten schwingen nicht", „Eine interessante Naturaufnahme". „Der Ursprung der Elbe, der Elbfall mir der Elbfälllraude", und der beliebte Berliner Komiker Paul Heidemann in einem entzückenden Lustspiel in 3 Akten „Teddy geht zum Theater" vervollständigen bei gutem Künstlerkonzerte das Programm. ** Im Schwarz-Weiß-Theater, Seltersweg 81, lvird vielseitigem Wunsch entspreäfend, kr* senscüiovnelle 3aktige Zirkusdrama ,Die vier Düufel" gegeben. ?lls zweites Stück ist ein modernes Lustspiel in 3 Auen, betitelt „Die gräfliche Range", vorgesehen. In den HaUptrollim imrken Grete Weixler und Senta Söneland. Außerdem! ist als besondere Einlage das 3aktige mimische Drama „Maria Sonette" mit Lffsy Nebuschka in der Hcmpt- Landkreis Gießen. ** Wieseck, 10. Juli. Dem Gefreiten Ludwig Katz von hier winde am 13. JUli die Hess. Tapferke its m e d a il le verliehen. Hessen-Nassau. ul. Limburg, 10. Juli. Tie 20 Jahre alte Schaifnerin Lina Klärner von hier wollte am Bahnhof Albsl-ansen bei Wetzlar trotz Warnung aus einen schon in Bewegung gesetzten Güterzug springen, glitt aber aus und geriet unter die Räder, wobei ihr beide Beine abgefahren wurden. Man brachte sie ür eine Klinik nach> Gießest^ üw sie bald daraus starb. — Die Polizeiverwaltung hat, um den Garten- und Felddiebstählen, die sich» in letzter Zeit sehr vermehren, zu steuern, eine Bekanntmachung erlassen, wonack) jedermann, ob Gartenbesitzer oder nicht, bestraft wird, der frach 10 Uhr abends noch auf Garten- oder Feldgrundstücken angetrofsen wird. Lingeserndt. ür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Arttkel lernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Obstversorgung in Gießen. Ein Teil der Obsternte ist jetzt erledigt, und matt wird sich \ ungefähres Bild der Obstversorgnng Gießens unter der Herraft der hessischen Obstzenttale machen können. Da fällt nun in fcr Linie aus. daß Nauheim und Friedber.f melxr wie gut ver- cgt waren, Gießen aber im ^lnsang nichts erhielt und später ch recht mäßig bedacht wurde. Der Gramd ist einfach. Wrr be- t>en aus denselben Quellen, wrd die Hmrdler ivaren auch beit, nach Gießen zu liefern, wurden aber durch die behördlichen -rfügungen daran gehirrdert. Eine doch recht eigenartlge Beul-tung'bekommt der ganze Sachverhalt durch eine Berftigung der pierung vom 30. Juni d. Js., in der Gießen mifgefordert wrrd, neu Obstbedarf anzuzeigen, damit es „neben den Haupfftädten' dacht würde. Daraus läßt sich da* Eine schließen, daß es bis hin überharcpt von der Obstzenttale nicht in den Berteiliurgsplan ^genommen war. Fi'tt einen großen Teil her -Obsternte werden m allerdings die Jnforinattonen, Mc Gießen geben konnte, zu ät konrmen. Lüarrun sie nicht früher eingeholt wurden, geht ans ir Angaben der Regierung nicht hervor. ... . Wenn dennrach btt Bezug von auswärts für Gietzen intens der bstzentrale nicht geregelt war, so kam für den Krers selbit E leite Erschrvernng hinzu. Der Bauer, der zu Markt fuhr, lallte r jedes Pfund Kirschen 10 Pfennig AbMbe an den Staat eutnch- n Vso eilte Steuer ans ein Nalirungsmittel int Wert von etwa > Prozent desselben Warum eine solche Erschweruirggerade rn ziger Zeit eingeführt ist, ist leider völlig dunkel, ^edenfallsl .reckt die Maßnahnre von der Beschickung des Marktes ab, — nn hatte allerdings der Private lwch einen Weg, sich Obft zu! rschaffen Er konnte eS sich von auswärts in beschränkter Menge gen einen Besörderungsfchein der Obstzenttale kommen lassem öer diese Möglichkeit wirrde sehr schnell wieder- ausgehoben, wort für uns in Gießen die letzte Möglichkeit etlvas grötzereic Obftt zuges vernichtet wurde. Die Maßregel^erwies sich deirn auckf hrer s undurchführbar, und es ist lpeziell für Gießen Me Möglichkeit S Bezuges durcli BeförderungSscheiir wieder erngefuhtt. 'Aber tt haben doch während der Ernte unter dieser Maßregel, die crch Vorkommnisse in Rheinhesseir hervorgernftu rft, recht un- Eehm zu leiden gehabt. Allerdings ist der Bezugssch<-rn stets re höchst unangenehme Erschwerung. Daher scheut mim sich nach ressenachrichteu auch, ihn in Brachen in Anwendung zu brrugen, rd droht bisher nur damit. Wie er aber wtrverc kann, Mag kurz an iei Beispielen gezeigt werden. Das erste betrifft den Bveremnarkt. Die Ernte nr Heldelveeren, Himbeeven und Walderdbeeren soll in diesem Jahre eine recht gute sein und doch sehen wir nichts davon. Wie stellen sich rtuü die Verfügungen dazu? Zunäckfst muß jeder einen Beerenschecn erwerben, der aber nur für die betreffende (Gemarkung Gültigkeit hat. Wir hier in Gießen müßten also bei untren Grenz Verhältnissen immer eine Kotlektton von Beer^mschernen in oer Tasche haben. Mit dieser Neuordnung ist eS aber nicht abgetan, sondern, wer von auswctttS seine Beereir nach Gießen herein- bringeii will, mich wieder einen Beförderimgsschein laben, der ifm zu 20 Pfund Einfuhr berechtigt. Daß diese crußeror.. etlichen Erschwerunen. Wicii, 9. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Aus dem KriegS- presseguartier wird gemeldet: Zwei Tage lang hattcur unsere Truppen allen rroch so energisch durchgeiührten Angriffen der Russen Halt geboten. In den vollkommen eiirgeebneten Gräben wehrten sich die Divisionen mit zäl-er Tapferkeit geg«r die^ immer wieder von neuem gegen die anstürmeiide llebermacht des'Feindes. Als die Russen gestern mittag und rn den ersten Nachmittags sttmden neu 'efttsche Reserven in den Kampf warfen, mußten unsere Truppen der vorderen Linien ihre Verteidigungsstellung an' geben. Diesen ann sich geringen Gelärrdegewinn, der die Russen auf der Starße von. Stamslau nach Kalucz um ein unbedeutcu des Sttick vorwärts bringt, mußten sie mit imgelieuren Verlusten bezahlen. In den ersten Angriffen, l-aben si chuich: weniger als vier russische Divisionen abgekämpft. Durch den reckflzeittg^ ein setzenden Gegenstoß tapferer kroatischer Truppen, die den Feind irr den Planten packten, wurde dem wertereu Vordringen der Russen ein starker Riegel vorgeschoben. An der übrigen Front ist zumeist nur Artillerietätigkeit zu verzeickmen. In den .Karpathen, und am Oberlauf der Bysttycza Solottvinska fühlterc mehrere russische Kom- paguten gegen unsere Sicherungslinien vor. Sonst^ war von der Russischen Infanterie am gestrigen Tage nichts zu sehen. Stockholm, 9. Juli. Nach Petersburger Darstellungen, wird die Opposition der radikalen Sa-ialisten gegen die Offensiv fottgesetzt. Man bemerkt bei den Petersburger Regimentern ein-, leimliche Ägitatton für den Sturz der Regierung und getvaltsamen Widerstand gegen die -Offensive. „Prwvdctt' irrrd Gorkis „Nvwaia Schian" schwiegen in den ersten Tagen. Jetzt erllären sie die Offen sive für einen Mißerfolg. Von allen Sozrallstenblättern begrüßte nur Plechanows Zeittmg ,^Jedinstwo" die Offensive. Stockholm, 9. Juli. Der „Rjetscb" cheilt mit, das erste russische Maschinengewehrregiment sonne einige andere Truppei'- abteilungen hätten eine Kundgebung gegen die vorläiftfge Regierung und für einen baldigen Frieden erlassen. Dteft Art, das Z>iel zu erreichen, sei nach der Zeitung ein Angriff gegen die kämpfenden Trflppen in deren Rücken. Die rty'sischen Verliffte. Wien, 9.^iuli. Der Mftitärkriftter Fabius der „Neuen' Freien ^Presse" sagt in eftiem dtttttel, betitelt „Die ffegreichi- Schlacht in Ostgalizien", daß im Vorfelde der Stellungen. im Raume von Brzezanv, schätzmrgSweise 213000 FeindesleickUu gezählt worden seien. Ta die Zahl der Verwundeten als Höher au- zunehmeu fei, so ließ sich hieraus schließen, daß die Gesamtverluste der Mffsen während der letzten -Offensive wieder ganz besonders groß qeivefen sein müssen. Verpnigeltt Abgeordirete des Arbeiter- und Soldatenrates. Petersburg, 9. Juli. Ganz kürzlich- traf eine Gruppe von Abgeordneten des Vollzugsausschusses des Petersburger Arbeiter und Soldatenrates an der Front von Minsk eftr, um über^die Kriegsziele und die «Offensive einen Porttag zu halten. Die Soldaten des 700. Infanterieregiments, die mit den geäußerten An- siclften nicht einverstanden waren, verprügelten die Abgeordneten und mißhandelten sie furchtbar. Erst auf die Drochurg der in der Nähe liegenden Regimenter wurden die ?lbgeord7reten ivieder in Freiheit gesetzt. Lichtspielhaus»Bahnhofstraße 34 Telefon 2077. Telefon 2077. Erstklassige Künstlerkapelle ■-— Vom 10.—13. Jnli Fern Andra Die berü hmteSchönheit in ihrem ergreifenden Ehedrama in 5 Abteilungen Der Seele Daileo 5533 Tetty geht zum Theater Entzückendes Lustspiel in B Akten, Paul Uairlomann j|j mit dem beliebten Berliner Komiker * “i** nclUciliann. | Dauer der letzten Abendvorstellung von 9—11 Uhr. 3ft der Augenblick für Deutschlands Offensive gekommen? Bon Major a. D. E. Mora th- Beckin. Tic große fixuizöftsch^engüssche Frühjahrsofsensive brach öst- ll 'r^r. 1n or ,oe fW> Reims fiMiHC bet ArvaS zusammen. Ter italie- insche M griff imd derjenige der feindlichen Orientarmee erlebte gleiche Schicksal. Der Anfang einer gegnerischen Sommer- vssensive erlalMte dicht östlich des elsemaligen deutschen Wyt- fchae-tebogens, iind Frankreich fand seit Nivelles Mgaiig kneder .nat noch; Tat zur Turchbrnck»sinitiative. Leit diesem Erleben, welches mit dem 9. 2lprst 1917 ernsetzte imd raui schon säst ein Viertels alp dauert, hören wir die Gegner darnach fragen, ob der -ln gen bl ick für Deutschlands 'Offensive heran- gernckt sei. Es offenbart sich darin Besorgnis vor der Zukunft de.' Krieges, lInznfriedenI>rit mit denr eigenen Erfolg, der vor OrnchLg laubigen nnd urteilslosen Nerchralen und Zagl-aften im t tejenen -oanide gefli|)entlich lötb lügnerisch vergrößert werden muß, sich ein Schwächegefühl, das sich in die englisch-sran- ?,osstelle at, n-a^ da klommen wird muh was bfc tommen muß..." Als General Klrrobarün irährend seiner Führerschaft im Russisch-Fapani- fchen Kriege endlich den Entschluß gefaßt hatte, den Japanern ernstlich Widerstand zu leisten, geschah es mit einer I lebe r legen- l>eit von 50 000 Mann Uiid 240 Geschützt'». So erinnert Freytag- Laritighoven in seinen „Beiträgen zur Psychologie des Krieges" ml die iunje von Liavvan, und dann fügt er die Betrachtung eines vorzüglichen Bcnrrkülers des Krieges hinzu. Oberstleutnant r. Ean schrieb über die Ststnnmng der russischen Truppen am • >!. August 1901: „Tie von allen Seiten eingehenden Nachrichten eriveckten das Geffibl, daß man - lvenu auch mit großen Opfern - den ersten Erfolg errimgen habe." Ein lommandierender nissi- scher General telegraphierte: „Die Verluste sind imgehenre, aber auch die Tapferkeit ist ungeheuer. Alle sind iibezeugt, daß wir niemals zuruckgehen foea'den. aus affen Positionen ist das Tele- granun des (^eirerats KuropaEn u'iber abgeschlagene Stilrm- angriffe aus Port Slpthur' verlese. Alte rufen Hurra, auch ich rufe Hurra, -tiefer finegs historischen Reminiszenz folgt bi" zu- rreffeiwe Bemerkung F-reytag-Loringhovens: „Ein solches in den Stellungen ausgebvcva:tes Hurra sonnte freilich niemals ein-Hurra MW,Ä? ft r’? en x" £?* S3ci ‘ r u.w in ihm qrnpeit ben^ Ä-nso ^ ^ iHnit ^ C ^ ei1 unserer Nation beuten noch J*r?jL P l J lxcl i,T be - u llchaltencn Stellungen unserer . West u N«^d»-I5tve r>N.1 di*.*, ' iv. . ' es r„ ... r ' c .. ''v ^uiuuuitu n»lerer ^ve l nout bedeutet zwar unseren! ^ieg über den Angriffslvillen de^ tzrem'de»-, aber kiem Mrra im /Lrguiff dleibt Unser Wunsch /ff u ? l -‘ U3, / L 7 nt klugen taktischen Gegenstößen, die »int Wucht und groyer Zahl, schnell einander folgend, an Teilen unfevev ^Itrronr gefu-hrt werden. In der Heiniat spähen wir nach solcyerl Zeichen des Angriffs und halten die Fahnen bereit. leder solcher deutsche Sieg im Gegenstoß gegen die Statt jeder besonderen Anzeige. Heute nacht verschied sanft nach kurzem schweren Leiden in der Klinik zu Gießen unser lieber, unvergeßlicher Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Faust im Alter von 58 Jahren. In tiefer Trauer: Ph. Faust und Familie Marie Faust Louis Weide und Familie. Bad-Nallheim, Buhbach u. Brooklyn, 9. Juli 1917. Die Beerdigung findet in Buhbach, am II. Juli 1917, nachm, i ffbr. von der Wohnung, Griedler Straße 2 nutz statt. ^ttc purchbrilchsfrout vre Feinde das ehrende Flaggenzeichen ^.lber :m Rahmen des gewaltigen Krieges, und auch gemeffen an den früheren En'olgen an anderen Fronten und in vergangenen .ikriegen, erscheint der taktische Sieg doch dem bürgerlichen Auge, aas mnt fast drei Jahre nach ix'm Ende Misscksaut, zu klein, ünropalkui machte damals in seiner strategischen ^Abwehrschlacht oie iM^un großen Gegenstoß bei Liaoyan ausdrückte, die Erfahrung, das; „uruvpen, die durch Verluste in zweitägiger Abwehr geschwächt und aus das äußerste ermüdet, bei Nacht zu rückgeführt waren, keine eigentliche, Angriffslust mehr besaßen". -W« steht ies bei uns im Westen? Gegen Millionenheere von überlegener /zahl haben mir uns in jahrelanger und jetzt wieder in mvnatelanger Abwehrschlacht strategisch belzauptet. Da müssen wir dann^doch fragen, ob wir jene zahlenmäßige Ueberlcgenheik an einer Front zurzeit ansetzen köirnten, eine Ueberlegenheit, die doel- erforderlich ist. Würden wir nicht unter Uniständen Gefahr lausen, „ermüdet" imd „ohne eigentliche Angriffskraft" vor dein /ude steckenzubleiben? 2Bir lieben iiicht Angriffe, die nieftf Aus Halten mif■ ©rfofjj sicher in sich tragen. Wir enden nicht gerii mit einem Rückzug, wie _ ein ft die russisch.m Million enheere und wie das englisch französische Heer gegenüber seiner Angriffsabsicht im vzayre 1.114. Wir fchlietzen unsere Operatioueii strategischen Elm rakters lieber mit einer Bersolgimg ab, wie in Masuren. Polen. Litauen, Serbien, Albanien, Rumänien. Darin wolle nian nicht ..langel an /e-agemut erblicken. Der ist auch heute noch, in dem großen .Siaicgc der Technik, den die ganze Welt gegen uns führt immer die Grundlage des,Kampfes, in Abwehr irnd Angriff. Auch legen wir keinen Wert aus einen sogenannten „unbehelligten Rück zug". wie ihn die Russen nach eiiglischer Amveisung dauernd ans ihrer Fluchst rm Jahre 1915 melden imißten. Jft uns niemals die Viwteidigung Selbstzweck, so ist es auch iiicht der Angriff. Wir suchen durch ihn ein militärisches und mrlitar-volitisches Ziel /zu erreichen. Ehrenzipfelstrategie zu trei Liber bem Ernste nnd doch verantwortimgssreudigeis Wesen imlercr Obersten Heeresleitung gänzlich fern. Was dabei herauskommt, weim der Angriff Selbstzweck bleiben mußte, zeigt dav Geschick des FrühiahrSangriffs, den General Nivelle östlich und westlich Reims ans rührte. Er hat dem Feinde nichts eingebracht sn, ^ on - H lrf >? r hud seinem Führer den Schandnamcn: „Blutscnlfer^. Hunderttailfende des Heeres, wie sie für Frankreich England, Italien tm letzten Vierteljahre bluteten, möchten wir mcht aus dem Gew iss ei i lhaben. Wir schätzen den Gegner richtiger cm, af* er uns und unsere B'erbüirdeten. Und wenn man jetzt tm ß'mdlichen Lager die größte Not hat, das gesmikene Vertrauen ans die zabl erfolgt, während die gemästete Ware in Form geschlachteter Gänse verpsundet wird. Die Preise für Magergänse sind zeitlich gestaffelt ilnd erhöhen sich beim Kauf vom Erzeuger (Züchter, Master' von 16 Mark im Juli auf 17 Mark im August nnd> 19 Mark im September und später. Ter Handel darf bis zu 2 Mar7 Zuschlag einschließlich der Unkosten ab Stall nehmen, so daß stch der Erwerbspreis für den Mäster auf 18 bzw. 19 und 21 McrrL stellt. Diesem Preise nnterfallen auch ausländische Gänse, tnsbe-- sondere die polnische Einfuhr. Die Landesregierungeit können nie-- drigere Preise festsetzen, auch da, wo es üblich ist. den Verkauf nach !r cbendgewicht duzuführen. Tie Preise gelten auch für die LieferlMg aus vor dem Inkrafttreten der Vervrdnuitg geschlossene Verträge: es ju so oft vor Preistreibereien im Gäns'Handel gervarnt worden, daß auf Verträge mit zu hohen Einkaufspreisen keine Rücksicht genommen iverden konnte. Für die Mästung kommt Heuer nur die Stoppelmast in Frage, cht z. da Körnerffttter nach Beschlagnahme aller Getreidearten nicht zur Deisüguug steht und auch Kartoffeln erlaubteriveise nicht werden verboten irorden. Ter Verkauf lebender Ware nach diesem Zeit- punkte könnte nur zu vorgenanntest .Höchstpreisen erfolgen, verbietet sich also sodann von selbst. Hierauf lvcrden sich die Mäster und Züchter rechtzeitig einzurichten laben. Die Preise für geschlachtete Ware sind mit 3,50 Mk. für l „Pfund festgesetzt und erreichen mit den Handelszirschkägen im Höchstfälle 4,25 Mk. in Gemeinden über 100 000 Einwohnern, 4 Mk. in anderen Orten. Diese Höhe und Abstufung war nötig, um insbesondere den größten Orten Gänse zuzuführen. Sie bedeutet gegeil das Vorjahr eine starke Preiscinschränk:rng. Der Verkauf von Gänsefleisch in Teilen und Fabrikaten aus Gänsefleisch ist nur zugelassen, soweit hierfür Einzelhöchstpreise festgesetzt lverden, was auf besondere Anordnung der Landeszentratbehörden oder der von diesen beauftragleu Stellen geschehen kamt; im übrigen tst der -veilverkauf untersagt. Eine Reich.sbcsvirtscbaftnng der Gänse ist iricht vorgesehen, da ie nicht ausführbar erscheint. Dagegen ist den Landeszentralbe- börden jede Handhabe gegeben, um den .Handel zu konzessionieren, iln in Syndikate zusammenznschließen oder die Gänse in die öffentliche Hand zu bringen. Letzteres ist msbesondere für die polnischen Emffihrgänse geplaitt, von denen nach der Mästung vom Master eilt bestimmter Teil zurückzuliesern ist, der an Kommunalverbünde. bzw. Landesämter verteilt werden soll. Ueberdies ist der Schlußscheinzwang für den sstänsehandel vor- geschrieben, der nur bei Lieferimg mi den Verbraucher oder an staatliche oder kommunale ?lbnahmestellen wegfällt. Das Schluß- cheinmuster ist im Reichs-Gesetzblatt veröffentlicht. Es darf von jedermann vervielfältigt werden. Die Verordnung will das Ziel erreichen, die Gänsemast möglichst aus die Ausnutzung der Stoppel zu beschränken, den wilden, preista-eibenden Handel zu unterdrücken und die Preise erträglich zu halten, ohne die Ware vom MErkt zu vertreiben. In letzter Hinsicht nirö namentlich die landesrechtliche Organffation 'des Gänsehapdels nützlich wirken. besonderer .A.nzeige. Freunden und Bekannten die traurige Nachricht dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, am 7. Juli unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Frau Ww. Rechnungsrat Job. Bette Essen-Ruhr infolge eines Herzschlages aus diesem Leben abzurufen. Um stille Teilnahme bittet im Namen der Hinterbliebenen: Franz Bette. eist ex* für abwechselnde Schicht, Gießener Hausfrauen - Verein. J)onnersta£. den 12. Jnli, abends 8'/, Uhr nt der neuen Aula der Universität: Vortrag ... des Herrn Lehrer Blankstiber: können wir den Pilzreichtum uniercS deutschen Waldes unserer Volksernäbrung nutzbar machen?" „I* ilz wan«f ern ngen“ sollen stattnnden. Wer teilzunebmen wünscht, wird gebeten, feilten Rauten die ausliegenden Listen einzntragen. ___i Die Vorsitzende. MNe BckMiltmltlhiliige» der §t«k>t Mßeil. - l - 9m aeboreuen Laudsturuivftich tmtn der Stadt Gienen müssen stch am Itz. Juli ds. Js. vormlttagv von 8-12 Nbr n. nachmittags von 2 bis 6 llhr im altenRatbau-,. am Marktviatz zur Landsturmrolle melden. Auswärts (geborene haben bei der Anntcldnng ihren (oevurtsschem vorzutegen. wr Gießen, den 4. Juli 1917. _ Der Oberbürgermeister: Keller. > Auulejdnngett zu in Bezüge von Kleidungsstücken aus der Goel ^tistniig und bis spätestens Ul. Juli ivi? bei i cm ttadtlichen B rmcna mt, Asterweg 9, ein znreichen. Die Beiträge zur land- und forsttvirtschattliclien ■?- e I uf l flCn fJ’ C c? ,ri,aft Tl,v können in den nächsten 8Tagen noch ohne kosten an die Stadt kasse bezahlt werden. der Stiftung der Friedrich Tcrtor Eliclcnte und am Ä. September 1917 219 Mk. Jahreszinsen in ithnnn w UL 1 !- 1 cv 40 an verschämte Arme, ohne Ansehung der ?nellgion, zn vergeben n.ea^ u \niriH das Städtische Arnienamt, Aster- >l>eg ,t, vi-, oi. »jitli lid. >>s. eulgegeu. 5240 Giessen, den 9. Juli 1917. Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. 5234 Tüchtige Laqerarbeiler (auch Kriegsinvaliden) für sofort gesucht. 5198 Aiilim Jutcrtlsul Löhne, Wetzlar, Kohlen-Großhandlung. Schreibtisch YL 04265 Koonstraße 20 Kinderwagen zu verkaufe 042661 HVe«t-^nI»se 28: Aus der Stistnng der Danicl^Moba Witwe ah nni — L ttoOcv 1917 die diesjährigen Zinsen .nl Betrage von 1,...Mark an biesige, bedürftige, unbe m Das nn Monat Mai ds. Js. s.MäHveststTJ^ Ziel Gcmeindestenern mtd Kanalaebübren kann noch bis 14. üS. ohne „ostcu bc'abtt werden Dcicmnen, du: mit bev Snlilmin biefe« vieles noch im •Kutfitanbe utib, werden biernnt nemnöm, öic Abanlie brf! äiim 14. Juli ati die Sladtkaffe entrichten. Pom iß q hI : fofÄn t f} ie J ^ur Beitreibung, wodurch Pfändungs! Ä em ^ e "- Ueberwelfungen tm Bank- nnd Postscheck' verkehr muyen am 14. Juli bei der Stadtkasse ebenGM- gutgeschrieben sein, andernfalls die vorgesätriebeneti Bei- treibungskosten erhoben werden. '^roenen Bev Gkenen, den 2. Juli 1917. d Der Stadtrechner: Maser. Sch warz-Wetß-Theater. Programm v. Montag, 10., b. inkl. Freitag, 13. Jntl. Aus vielseitigen Wunsch Oi« vier Teufel 1 Sensationelles Zirkusdrama in 3 Akten. vie gräfliche Range! Hauptrolle Grete'Weixler. Sen"ta Söneland!! Neuestes von clen Kriexsselisunlälren! Aktuell. Als Extra-Einlage: Maria Sonette! Mimisches Drama in 3 Akten. - In der Haunt- Ein großes möbl. 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