Nr.182 Erster Blatt Der Akfttner Anzeiger erscheint läßlich, außer SarmragS. - Beilagen: AistzenerKamMendlStter; HsetsMati fl: den Kreis Sietzen. Bezugspreis: rnsnatl. 1 Mk., viertrl- stkhrirch 3 Mk.- durch Adtzole- u. Zweigstellen moiuxtf. 90 Pf ' durch die Post Mk. 3.— Vierteljahr!. mröfchl. Bestellg. Fernft-rech - Anschlüsse: für dieSchrntleituuq112 Vertag,6)eschästsstelleö1 Anschrift für Dralmuich- richten: Anzeiger Gießen. *67. Jahrgang ;ei '"v - Montag, 2. Juli py poßscheckioutv: Zrankfvrt a.M. U686 Seneral-Anzeiger für Ohecheffen Annahme von Anzeigen f. die Tagesnummer bis zumiAuch,nitlag vorher. Scilcnpreife: für örtliche Jlnzeiaen 20 Pf., für auswärtige Anzeigen 26 Pf., b. Pai'.vvrfchrift 30 Pf., für Reklarnen 7b Pf., bei Plahvorfchrist 90 Pf. Hauptfchriitleiter: Aug. Goen. Verantwortlich für Politik u.Feuilleton: vaukverkehr: Aug. Doet,; Stadt und «rwtrbkd,»! «irtzkn -ani>,Vkr>»iIchte»>l.Ge- rlchtssaal: Fr. R. Zenz; Sivillingrrunddruck o. Verlag: BrühI'sche Nniv.-Such-u. Steindruüerei N. Lange. Schriftteitung, SrschSftzjtelle u. Vrnüsrei: Schglstt. 7 . ' Un * ei 9 cntea; löect sämtlich in Gießen We rWWe Offensive SÄ Gen. Eine U ? k tl sqd G ror eL (WTB.) Grobes Hauptguartier, 30. Juni. (Amt! ich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heere §gr»^ppe Kronprinz Rupp recht. Die Kampftätigkeit der Artillerie hielt sich Hei regtr^rjfckjer Witterung in mäßigen Grenzen. Sir vcr- 'dvchitete sich durch starkes Feiler nur an rvenigen Stellen. Nachurrittags vr:rch eine rrcgüf&e Kompagnie, begleitet von tief fliegenden FllM'errgen, südöstlich von A r m e n t i ö re s in »rnserc Gräben. Sie wrrrde in» Gegenstoß sofort geworfen. Nachtc sind mehrfach feindluhe ErkrmdungsMrppeir zurück- ^«Mesen rvordm. Eigene Vorstöße an der User mrd nordwestlich, von St. Quentin brachten mch.'ere Belgier mrd Franzosen als Gefangene ein. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Gestern früh wurde von bayerischen Truppen *ta& wirkrmgSnoller Fenervorbereitung eine gewaltsame Erkundung südösuich von Cordeny dlrrchgcführt. Die ^Stoßtrupps drangen in 1200 Meter Breite bis in die hinteren französiftlr-n Linien durch und sprengten trotz der Ge- germrchr nnig- Unterstände. Mit einer größeren Zahl von Gefangenerr kehrten sie »mbeläsrigt vom Feinde in Ü?ic Gräben zurück. Abends erMiterlm westfälische Regimenter den Erfolg vom Vortage östlich von Cerny. In überraschendem Sturnr nnlmren sie mehrere feindliche GravenNnren Mldär des Gehöfts La Pvvrelle. Die Gefangene »»zahl hat sich bedeutend erhöht. Gleichzeitig griffen die Franzose« zweimal mit starken Kräften bei Cieriry an, sie wurden im Nahkampf zurück- jgejchbiHeu. Mch auf dem Weftufer der Maas wurde der G e- mi-K* vom 28. Juni vergrößert. Am Ostteil der LShe 304 stürmte ein Posiener Regiment etwa 500 Nieter de franzästschen Stellmrg mld bemächtigten sich aus Brandenburger» irrtD Sicttinmi bestehende Sturmabteilungen feindlicher Graben in dem von Bethtncourt auf Esnes streicheln Gnnche. Am 28. und 29. Juni sind hier 825 Ge- -ftmgKdr zrrrückgefiihrt worden. Der Feind leistete lmrtnäckigeck WDerftand: seine blutigen Verluste sind erheblich. Er vergrößerte sich noch durch fnrchtlose Gegenangriffe am Süd- ostrande des Waldes von Avocouvt und auf dem Südwcst- hang der Höhr 304. v- Heeresgruppe Herzog Albrecht. Nichts Wesentliches. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des GeneralfeldmarschallS Prinzen Leopold von Bayern. Auf de;; wnchst-ndrn Druck der übrigen Ententemächte mn beginnt die russische Gefechtstätigkeit in Ostgalizien den Eindruck beabsichtigter Angr iffe zu machen. . Starkes Zerstör,rngsfruer der Russen liegt seit gestern auf unseren Stellungen von der Balm Lemberg—Brody bis zu den Höhen südlich von Brzezany. Bei Koniuchy griffen nachts russische Kräfte an, die in unserem Vernichtungsfeuer verlustreich zurückfluteten. Auch nördlich und rwrdwestlich von Luck nahm die Ntsfische Feuertätigkeit erheblich zu. An der Front des Generalobersten . ^ , v Erzherzog Josef und bei der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen ist die Lage unverändert. Mazedonische Front. Nichts Neues. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. WTB.) Großes Hauptgnarticr. 1. Juli. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. _Heeresgruppe Kronprinz Rn pprecht. Bei Regen und Dunst blieb an der ganzen Front in fast nllen Abschnitten das Feuer gering. Einige Erknndnngs- gefrchte verliefen für unsere Aufklärer erfolgreich. Mi der Heeresgruppe Deutscher Kronprinz versuchten die Franzosen vergeblich, die von unseren Trappen am Chemir» des Dkmes und auf dem westlichen Maasufer erkämpften Ge ländevorteile zurückzugciv innen. Oeftiich von C e r n y griff der Feind nach kurzer Feuer- ftergernng dreimal die auf der Hochfläche südlich des Gehöftes La Bovrclle eroberten Gräben an, Alle Angriffe wurden blutig abgewiesen. Die Verwirrung beim Gegner und die Ablenkung seiner Aufmerksamkeit ausnutzend, stürmten Lippische Bataillone weiter östlich die französischen Linien bis zur Straße Ailles — P a i s s y. Durch diesen Erfolg e,höhte sich die Zahl der von der oft bewährten westfälischen Division in drei Gefechtstagen bemachten Gefangenen auf 10 Offiziere und über 050 Mann. Auf dem W e ftu ft v b t r M a a S versuchten die Fron Kosen in rrrehrfach wiederholten Angriffen, uns ans den an der WW 304 und östlich gewonnenen Gräben hinauszn- fen. Im Sperrfeuer und in erbitterten Handgranatenkämpsen wurden sie abgewiesm. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Dem Drängen der führe Den Entenünnächte hat sich die russische Regierung nicht entgehen können und e i n e n T e i l des Heeres zum Angriff bewogen. 'NM tagsüber andauerndem Zerstörungsfeuer gegen unsere Stellungen von der oberen S t r y pa. bis an die Na r a jow k« erfolgten nachnnttags kr äftlgeAn griffe russischer Infanterie auf einer Front von etwa 3 0 Kilometern. Die Stmmtrnppen wurden überall durch unser Abwehrfeuer zu verlustreichem Zu rückst Uten gezwungen. Auch nächtliche Vorstöße, bei denen die Russtn vlme Artillerievorbereitung ins Feycr getrieben wurden, brachen beiderseits von Brzezany und bei Zwyzyn erfolglos zusammen. Der Fcuerkämpf dehnte sich'nordwärts bis an den mittleren Stochod, nach Süden bis nach Stanislau aus, ohne daß bisher dort auch angegriffen wurde. Zwischen den Karpathen und dein Schwarzen Meer keine besonderen Ereignisse. Mazedonische Front. Auf den: rechten Ufer des Ba r d a r schlugen bulgarische Vorposten bei Alcak Mah den Angriff eines englischen Bataillons ab. Der Erste Genera lauart iernrcistcr Lndendorff. * Dei -lbendberichte. Berlin, 30.Ami, abends. (MTB. Amtlich.) Im Westen bei Regen nichts Besonderes. Im Osten hrchen nach starkem Ferwr nrssißhe Jnsanterie- msgeiffe von der oben' , Otrrrm bis zum Westufer der Zlota Lipo eingesetzt. Der Ansturm brach in unserem Vernichtungsfeuer zusamnren. Berlin, l. Juli, abends. (WTB. Amtlich.) Im Westen geringe Gefechtstütigkeit. AtvrgenS ist ein englischer Angnff bei Lens gescheitert. Im Osten führten Angriffe der Russen bei Kvnjuchy sowie zwischen Zlota Lipa mrd Narajowka ml Laufe des Ta ges zn neuen Kümpfen. Wemr auch das spezifische Gewicht der Reden englischer Staatsmänner nicht sehr groß ist, wio ui# die Erfahrirng gezeigt hat, so ist es doch interessant, sie von Zeit zu Zeit zn hören, und es ist notwendig, ihre >Redetaktik kritisch zn mustetn, mn zn erinessen, lote die fortschreitenden Ereignisse gewirkt haben. Wir haben daran auch einen Gradmesser für die Erfolge, oder Bedeutung der Arbeit unserer eignen Diplomatie. Lloyd -George hat wieder ausführlich gesprochen, und zwar in englischen Industriestädte,^ die ihm das Ehrenbürgerrecht verliehen haben. Seine Reden sind nicht bloß als Stimmungsmache für die eignen: Landsleute zu bewerten, sondern Lloyd George benutzt dabei mich die Gelegenheit, das Ausland zu beeinflussen. Bor attem weiß er, wie die Russen ihm jeden Satz nachprüfen werden. Und wie schwer ist es da, die richtige Mitte zu finden zwischen der ja von allen Dächern gepfiffenen Wahrheit und der ans Not geborenen ?lbsicht, sie einigermaßen zu verschleiern. Aoyo George hat jeist die gleiche Bildersprache gebraucht, die wir kürzlich selbst hier angewendet haben: Er hat von dem Fieberkranken gesprochen,'der längere Zeit für seine Genesung brauche. Er durfte als Arzt am Bette des Kvainken diesem nicht sagen, daß auf seine Dauglich- keit für diesen Krieg nicht mehr zu rechnen sei. Er mußte vielmehr die Stimmung des Darniederuegendeu mit Hoffnungen anblasen, er durfte das Verenden des Patienten, soweit seine Mitwirkung am Kriege in Frage steht, nicht eher anssprechen, als es wirklich da ist. lind heute berichtet uns ja unsere Oberste Heeresleitung, daß der sic- bernde Russe in der Tat in einem Anfall der Krankheit sich noch ernm-al von seinen: Lager erhoben hat, um im Chor der Verbündeten mitzukämpfen: er sank aber sehr- rasch wieder in die Kissen zurück, denn der- deutsche Wärter war wachsam auf seinem Posten. Lloyd George wußte von dieser Offensive in Galizien noch nichts, als er in Glas- g'vw sprach. In: großen und ganzen wurde seine Erwäh- nrmg Rußlands immerhin zu einem interessanten und be- dentmrgsvollen Eingeständnis, .ych sagte, die Ereignisse im Osten hätten die nnlitärische Lage zum Nachteil Ei:g- lands und Frankreichs verändert. Auch fortm: müsse mit den innerer Schwierigkeiten Rußlands gerechnet werden. Diese Binsewvahrheiten wurden von dem englischen Staats- marme aber nur erwähnt, mu die Trümpfe aus za: spielen, die ihn: noch in der Hand geblieben sind. Er nannte die technische Ueberlcgenheit in der Verwendung von Kriegs- rnaschineN und prahlte mit der Kraft Großbritanniens, die „wiederum Europas und die m-enschlichv Freiheit gerettet" habe. Dieser Teil der Rede Lloyd Georges lvar n:erkwürdig schwach. Denn diese Phrasen zerplatzen und zerfließen ja in nichts, sobald sie ausgesprochen sind. Und lm-nn er in Dundee vor: der „Erniedrigung" der deutschen Armee sprach, die darin liege, daß sie sich habe „in Erdlöcher verstecken" müsse»;, wenn er Hindenburg eine „Kaninchentaktil?" vorhielt, so lvird er dabei nur Heiterkeit ernten, eine Heiterkeit, die bei seinen Landsleuten aus svrgenverzerrten Gesichtern sehr unfrei zmn Ausdruck kommt. Lloyd George höhnt, daß sein England uns jetzt uud besonders nach dem Kriege die „Tugend der ©ttuntf" lehren rtwflie. Ist er seiner Sache so ganz gewiß? Was sein Wille ist, hat er ja auch jetzt wieder kraftvoll cursgesprochon: „Der Friede muß drcrch bue Vernichtung der preußischen Militärmacht garantiert werden." Es lvird die meisten feinerHörer uridLeser wundern chaß seil: Optimismus an einigen Stellen derselben Rede ganz ver- ftnstert aussah. So hat er die Gefahren des Unterscebootkrie- ges. nicht verschwiegen. Immer lvieder sagte er „Wenn wir das und jenes tun", so »oerden wir siegen. Ein weiteres „Wenn", das er in anderen: Zusammelchang aussprach, ist noch vielsagender. Er erklärte: „Wenn der Krieg vorher (bevor die anfangs gesteckten Ziele erreicht sind) beendet wird, so wird dies die größte Katastrophe sein, die jemals die Menschheit betroffen hat." Also die Möglichkeit eines solchen Ausganges besteht doch? Indem Lloyd George gleichwohl offenherzig Eroberungsabsichten in Mesopotamien :md Arni einen verkündete, richtete er an die eigenen Verbündeten noch einige gute Ratschläge, die wir uns sehr merken müssen, weil sieMiie wir anfangs sclwr: hervorgehoben haben, auch ein Gradinesser sind für die Leistungen der deutschen Staatskunst. Bei jeder Erörterung von Friede,:§b-ediilgimgen sollen Rllß- la::d und alle die andern fordern, daß nur n:it einem demokratischen Deutsch!m:d verhandelt werden solle. Herr Scheidonimm erfreut sich also eines Bundesgenossen. Wollen wir ihn: und Lloyd George jetzt den Willen tun? Oder wolle»: wir einsehei:, daß :nit dieser Taktik verfehlter Psychologie und SckyvQckcherzigkeit die Anmaßungen der Feinde ni:r stetig sich steigern uud der Krieg verlängert wird? Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte. Wien, 30. Ami. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wir- verlantbart: Oeftlicher Kriegsschauplatz. Das in Gnlizie»: seit einigen Tagen zunelMende fei»»d- lichc Artillerieseuer hat sich seit gestern »mttag in der Ge^ ßcui» von Brzezany uni) von Koniuchy zu größter Heftigkeit gesteigert. Lßo es die Luge erfordert, antn»ortet »msere Artillerie mit krästigenl Vernichtungsfeuer. Ein bei Koniuchy angefetzter Infanterieairgriff brach in unserem Sperrfnrer zusammen. Italienischer Kriegsschauplatz. Fcnchliche Flieger warfen in der Rühe von Triest urelb me Bomber» ab. Auf den» Monte Ortrgara wurden bisher 12 erbeutete Geschütze eingebracht. S üdö stl icher Kriegsscha uplatz. Nichts Neues. Wien, l. Juli. (WTB. Nichtanrtlich.) Amtlich wird verlautbart: O e st l i ch e r Kriegsschauplatz. In Ostgalizien ist bei der Heeresgnlppe des Generalobersten von Böhm dir Abwehrschlacht in vollem Gange. Nach mehrtägiger sichtlicher Zimabme des Artillerie- seuers entwickelte sich gestern die Artilleriesckflacht zir größter Heftigkeit. Auch schrverste Geschütze hiben ei »»gegriffen. Nachmittags setzten südlich mrd südöstlich Brzezany und bei Koniuchy starke Jnfanterieangriffe ein. die überall vollkonnnen abgewiesen wurden. Wo sich Teile der fei»»d- lichen Infanterie in »mfercm Vernichtungsfeuer überhaupt erheben kannten, bliebe»» sic im Sperrft»»er liegen. Ein in den späten NachmittagSstmlden nordwestlich Zalocze an gesetzter sehr starker Angriff brach in» vorzüglich vereinigtem Artilleriefener zusanrmen. Gegen Mitternacht versuchte de» Feind südlich Brzezany ohne Artillerievorbcreitu»;g vorzu- brechen. Er wurde abgewiesen. Nachtsül'er flaute daS Ar^ tilleriefeue? ab, um in de»» Adorgc»»st»l»wen »vieder »mfzu leben. I t a l i e n i s ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz. Bei der Isonzo-Armee drangen Sturmpatrouillen der »lugarischet» Hoeresreginrenter Nr. 71 und 72 näckrst Vrrtojba bis zur Weiten feindlichen Linie vor, wehrten dort zwei ^e- genangriffe ab und brachten einen Offizier und 156 Mann als Gefangene ein. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts von Belang. Der Chef de§ Genen»lstabes. Der türkische Bericht. Ko l:sta»l tinopel, 29.Jtmi. (MTV.'» TagcEricht An der per sts chcn Gccnjc nordöstlich von Sulcüumte »virrdk^ ein von einer rnssisckM Ahvirlwrg uweriwminencr Angriff «bgeiviesen. Ka n k a s u S f ro n t: Verstriche feindlicher Pattou'lllen mW stärkerer Anfklärnngsadteilnna«r, qegen unsere SicherungSKmen lvo- M stoßen, schlugen fehl. Das gegeirseitigie Artillerie sei irr ei-reichtö mn auf unserem äußersten linke:» Flügel größere Heftiqkeit. Sinaifront: Von den feirwlickien Flnozengen, die am 26. Juni I e r vis a l e m angegriffen hatten, nun den drei vvn der Erde aus abgescliossen. Zrvvi dieser Flugzeuge rourben vvik Miseren Patrouillen in Brand gesteckt, da es rvegerr eines erneutertz feindlichen Fliegerangriffes unseren Patrouillen nicht gelingeg konnte, die Flugzeuge zu b^ngeiu Die Mascläueugervehre der Heiden FlnMuge wurden geborgen. Am 25. und 36. Juni haben die Eng- lüirder somit sechs Flugzeuge, davon zwei im Lustkalnpfe uud wer drrrch Artilleriefener verloren. Dü' L e i stn n gen unsere: F l i e g e r a l» t c i 11: n fl c u vir den Sieg erringen, ebenso sicher wie der Morgen kommt! (Beifall.) Llioyd George sprach nun über die F r i e d e n s s Pa g e und tagte: Nach meiner Auffassung wird dieser Krieg beendet werden, wenn die Alliierten das Ziel erreicht haben, das sie sich zu erreichen Vornahmen, als sie die He»auswrderirng Deutschland gegenüber der Kultur annahmen. Daun muß dieser Krieg aus sein. Wenn er jedoch vorher beendet wird, so wird dies die größte Katastrophe sein, die jemals die Menschheit betroffen hat. (Beifall., Ich höre Personen sagen, daß Deutschland bereit ser, uns einen zufriedenstellenden Frieden zu geben Zweifelsohne könnten wir jetzt um euren geringen Preis einen Frieden haben, denn sicherlich wünscht Deutschland den Frieden. Aber das ist ein Friede, der in wirffchaftlicher und anderer HiMcht Deutschland die Kontrolle über die Länder gebe:: wird, in die es eingedrungcn ist. Weiter sprach Lloyd George über Mesopotamien.- Es war einst das Paradies und die BvrratsscksÄidy Nenschentum, und wir werden ssegen. Ich weiß, es ist ein langes Ringen das 'hat man schon immer gewußt, aber das Uebel ist groß, und aran kann ein großes Uebel nicht ohn? gewaltiges Ringen ausrotten. Gleichviel, Mit Ausdauer und unbeugsamem Willen werden wir siegen. In einem solchen Ringen gibt es viele Ent- rnutigungen und Enttäuschrmgen, uird das Ende ist ganz in die Ferne gern ckt. Aber ich kaim IÄnen heute schon sagen, daß aus einem Eiswinter die Frühlingszeit hervorgehen wird. Englische Kopfgelder. Berlin, 30. Jmft. (WTB. Mchtmntlich.) Vor kurzem trntrbe bekannt, daß die Enalütfti'er ein besonderes Geschwader von freiwilligen N iegern aufgestellt haben, um chren gefährlichsten Gegner, den Rittmeister v. Mchthoftn, ab-uschießen. Das Viktoriakreuz, ein eigenes Flugzeug, sofortige Beförderung und ein Geldpreis v-on 5000 Pfd. Sterling winkt dem Glücklichen, dem es gelingen würde, den besten deutschen Kampfflieger zn beseitigen, stkunmehr wird bestätigt, daß tatsächlich ein englischer Arrneebesehl besteht, der 1000 Pfund Sterling als Belohnrrng der Fliegerabteilung bestimmt, der Richthofens tot oder bebeirdig habhaft wird. Ein Ko p f- geld von weiteren 500 Pftrnd Sterling wird dem Mhrer der tapferen Schar versprochen. Dieser Armeebesehl wurde sämtlichen englischerr Fliegern vvrgelesen. Nur in einem Volke, das bisher gelvohitt war, seine .Kriege durch Söldnerheere aus führen zu lasferr, Lönneir Befehlshaber sich er- kühnen, durch solckfe Erlasse den Wagenutt ihrer Untergebe- nen herauszuf-ordern. Diese Anschauung, die aus dem erwähnten Befehl spricht, erinnert an die Arbeftsweise von Sklavenhändlern und Kopfjägern-. Daß eure europäische Nation Gebräuche wilder Völker nachzrmhnven versucht, ist eine Sckmuch, die England Vorbehalten bleibt. * * * Verhaftung eines deutschen Kurrer» in Norwegen. Berlin. 30. Junj. (WTB. NichvanEich.) Die „Nordd. Allg. Ztg." sägeibt: Ein nach Norwegen entsandter deu tscher Kurier ist kürzlich bei senvem Eüftreffen in Kristiania von ben nvttvegisckiien Behördm ver haftet morden. Sein mit amtlichen Siegeln versehenes (öepäck : ü durft>sucht worden und, da sich darin Sprengmittel befanden, mit BesckKrg l^elegt worden. Auf Oftund des Verdachtes, daß die Sprerigmittel in dtorwegeu Verwendung finden sollten, ließ die norwegische Regienmg ein gerichtliches Verfahren epegeu den Kurier einleiten. Im Hinblick auf die völkerrechtlich geioahrleistetete JmnÄmität der diplomatischen Kuriere legte die kaiserliche Regierung gegen die Festnahnw dDs Kuriers Verwahrung bei der norwegiiäichl Regierung ein und erlMl.gte die alsbaldtge Freilasfang. Dabei ist die amtliche Erklärung abgegebeir worden, daß die Verwendung der Sprengmittel in Norwegen oder zum Nackteil norwegischer Interessen nickt beabsichtigt gewesen ist. Soweit das Verhalten des .Kuriers zu Ausstellungen Anlaß gebe und insbesondere den norwegischen Gesetzen zunnlderlause, werde in Deutschland eingeschritten werden, wogegeir das Vorgehen nagen den Kurier in stöorwegen nach den völkerveäftlichen Grundsätzen nicht zulässig set. (Die norwegische Regierung Ijat den Kurier inzwischen freigelasseit. Nach einer Meldung des norwegischen Telegrammbuoeccus machte der norwegische Münster des Aeußeren dem Stvrting eine kurze Mftteilung in der 7lngelegenl)eit. i'luch legte der btsherige norwegische Gesandte namens seiner Regierung^ gegen das Verhalten des Kuriers Verwaltung ein. Die zuständigen deutschen Bchörden haben eine amtliche llntersuchung angeordnet, und es wird soweit ersoöoerlich, für Remedur gesorgt werden. Daß der Borstrll in dem' norwegischen Volke Beunrm.higung hervvrgerusen hat, wurde mit Bedaiürn oerrwmmen mrd demgegenüber kann nur nochmals fest- gestellt rverden, daß mft den Sprengstoffen kemerler Unternehmen rn Norwegen oder gegen norwegische Interessen geplant waren. erwähnten Schützen befanden, gemäß einer Weisung des Kriegs- Ministers KerenSkrt von Kavallerietruppen umzftrgÄt. Nachdem die Batterie zwei null rn den Ort gefeujert hatten, ging die Kavallerie zum Angriff über, worauf ungefähr 500 Schutzen ftch ergaben rrud entwaffnet abgeführt wurden. Es fand kein Blitt- vergießen statt. ^ . Die Mobilifiernng der weiblichen Arbertskrafte. Petersburg, 30. Juni. MTB.) Mcekdung der Petersburger Telegrapben-i'lgentirr. Ein Erlaß dos Kriegsmiussters ordnet au, arrMrätS der sckw'reu Krise, loelche Rußlww durchmacht und welche 'ein.' außergewöhnliche AuspMMuug aller Kräfte- verlangt, einen besonderAusschuß zur Prüfung eines Gesetzentwurfes über die Ndobilffiermrg der weiblichen Arbeitskräfte ins Leben zu rmftm. 9 Der Zustand der französischen Armee. Bern, 30. Juni. (WTB. Nichtamtliche) Nach dem „Pvo- gres de Lyvn" nahm der .Heeresausschuß der s ranz öfischen Kammer einstimmig eiuert Antrag an, nach dem je drei Mitglied-e-r des Ausschusses in jede Armee ab- aeordnet tverden ttnd die ausgedehntesten Machtbefugnisse erhalten, um über den Zustand der Armee Rechenschaft ablegen zu können. . ^ . Die „Nordd. Attgem. Ztg." über d,e Friedenspolitik Frankreichs. Berlin, 30. Juni. (WTB.) Dir „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: . Gen eral Petain Arm» in UuwissscheLt zu laMu, die Vahrheft zu verdecken und' durch ein neues Hetzmittel das WanMische Voll, das seinen Füh- rem Mißtrauen entgegenbrmgt, zu weiteren Ovfem an Gut und Blut zu veraillasseu. Er verheimlicht, was jeder Fvanzvie ftlhlt, daf; England der i'lnstifter des Krieges ist, daß Frankreich für England kämpft, daß seine Fühver sich England mit Kop7 und Kragen ver^ schrieben hoben, daß England mit seinen auf Frankretchs Boden stellenden Armeen Frankreich mft seinen aus Frankreichs Baden stehenden 'Artne.m Frarckreicl) rn den Krallen hält, daß England allein das Hindernis des Friedens ist. Frankreich kann j'ederzeit mit Deutschland Frieden schließen, einen Frieden, der es in keiner Weise M Deutschlands Sklaven stempelt, sondern ein friedliches Nebenern- ander der beiden Völker von neuem bringt, so wie es vor dem .Kriege bestand. Aber die französischen MallÜhaber wissen genau, daß *-' fis*---«'- 2 -'— r -- wo die Rache des mit denr Friedeir auch, die Stunde für sie konrmt, von ihnen ins Unglück gestürziten und immer wefter hineingepreßten französischen Volkes sich melden wird, eiteln sie reben Frieden. ins Unglück Darum ver- Die Geheimsttzung der italienischen Kammer. Bern, 30. Juni., (WTB.) Wie der „Corriere dellck £>mi" mitteilt, hielt der Miiftster der attSwärtigen Angelegenheiten Sonnino in der gestrigen Geheimsitzung der De-putiertenkcrmmer eine längere Rede, die einen großen Erfolg bedeute. Nach der Rede' wtrrde die allgemeine Debatte geschlossen. Heute wird tu öffentlicher Sitzung die Abstimmung erfolgen. Der König, der in Rom weilt, empffng gestern den Ministerpräsidenten Boselli und den Minister des Auswärtigen Sonnino zweimal zu längeren Besprechungen. Abbruch der Beziehungen Griechenlands zu den Mittelmächten. Paris, 30. Juni. (WDB.) Wie der „Temps" meldet, hat die griechische Regiernng^ ihrem Gesandten in der Schweiz zur Weitergabe an die Gesandtschaften in Berlin, Wien, Sofia und Konstcmtin-opel Weisungen übermittelt, dtcrch welche der Abbruch der Beziehungen zwischen Griechenland und Deutschland, Oesterreich-Ungarn. Bulgarin t und der Türkei mitaeteilt wird. Paris, 30. Juni. (WTB.) Meldung der AgenceHavas. Eine Depesche aus Athen vom 28. Juni bestätigt, daß die Regierung ihre diplomatischen Vertreter bei den Mittelmächten Mrückberufen hat. (Anmerftmg des WTB.: Eine Bestätigung dieser Meldung liegt hier an zuständiger Stelle tncht vor.) Berlin, 30. Juni. (WDB.) Wie wir erfahren, hat der hiesige griechische Gesandte Theotoky bei der neuen Regierung in Atheit telegraphisch seinen Abschied eingereicht unb die Geschäfte der (Gesandtschaft dem ersten Legationssekretär Polyäwoniadis übergeben. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Mit großem Bedouern sehen die hiesigen . Hindenbur g und der Erste Generalquartiemneister, General der Jnfmrberie Luden- dorff, zu kurzem Aufenthalt beim österreichisch-ungarischen Armeeoberkommando eingetroffen, än den sich auch Besprechungen in Wien anschlieK-n werden. Seekrieg. Neue U-Boot-Erf-lge. Berlin, 30. Juni. (WTB. Amtlich.) 1. Im Atlantis ch en O zean wurden durch eines unferer Unterseeboote neuerdings 36 000 Ä. versenkt Unter den versenkten Schiffen befanden sich die bewaffneten englffchen Dampfer „Westanley" (3795 BRT.) mit Kriegsmaterial, .DTtolmr" (2145 BRD) mit Stückgut, „Eanitp" (6611 BRT.), „Thist- ledhu" (4026 BRT.), ferner zwei englische bewaffnete Dampfer, einer von ihnen voltbeladen mft Munition und ein unbekannter Datnpser von etwa 4500 BRT. Zwei der verfenckten Segler hatten Oel und Tabak geladen. 2. Eines tmserer Unterseeboote hat am 11. Jum im Mittelmeer einen unbekatnften englischen kleinen Kreuzer älteren Typs torpediert. Ausgesundene zertrümmerte Boote trugen am Bug den Buchstaben ,,G'. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Berlin, 1. Juli. (Amtlich) Durch die Tätigkeit unserer U-Bo-ote wurden im nördlichen Eismeer und in den Sperrgebieten um England wiederttm 24 200 Bruttoregistertom^n versenkt. Unter den versenkten Schiffeit befandcm sich die bewaffneten eirglischei: Dampfer „Ma- frionich' (3185 Donnen) nnt Kohlen nach 'Rußland, „Perla" (5355 Tonnen) mft einer großen Anzahl Kraftwagen und Kohle nach Rußland, der bewaffnete mrssische Dampfer „Algol" (2323 Tonnen) mft Kohlen und großen Maschinen nach Rußlcnch, und ein unbekannter trefbeladener bewaffneter Danrpfer. Zwei weitere Dampfer rvurden zusammen aus einem Geleitzug herausgeschossen. Zivei der versenkten Segler hatten Holz geladen. Ein Geschütz tvuide erbeutet. Der Chef des Admiralstabes der Marine Ein französischer Kreuzer untergegaugen. Paris, 3. Juni. (WDB. Nichtan:tlich) Meldung der Agence Havas. Der Kreuzer „Klebew", der aus der Fahrt von Dakar nach Brest war, um außer Dienst gestellt -u werden, geriet an: 27. Juni vormittags aus der Höhe der Landspitze von St. Mathieu auf eine Mine und g i u g nute r. 38 Mairu werden vermißt, darunter drei Ofsiziere. In dem sranzös:sä?en Arnueblftt macht einen kläglichen Versuch zur Rettmcg der zuurmn:eubrechei:den Stimmung in Frankreich. Unwahr fft Petmns Be.>aM>tung, der Kftea sei in Berlft: angezettelt worden. Unwahr :)t es daß Deutschlands Friedmsangebot nicht ehrlrck gewes^m se:. Haltlos :st e* dch Deirtsch/and Frautteichs Lcbei:sNi-rv durch chneldenwolle. ^ Dampfer Maitatava" gilt als oevloren. Der portu. Rotterdam, 1. Juli. (WTB.) „Maasbode" meldet: Der Dampfer „Toro" (1141 BRT.) aus Buerws Aires, der brasilianische Dampfer „Parck" (3351 BRT.). der Segler Star" aus Marstal (100 BRT.) sind versenkt worden. Der Segler „Eldritge" aus Havanna (258 BRD.) tst gefunken. . gffiflfoc DrMrpster jato fae y l fl " (1381 BE.) uwi) der üafift- ntsche Segler „Elettra Euhwixp" (125 BRT.) sind ^eftrnVen. ebenso die brittjajwt MscherftihiTMiHe ,Lerring^', „KriLer" :md „Pecnll". Der cmierrkcrnisch>e Segler „Edgar W. Mud- daick" (1451 BRT), der englische Fäuchtdmnpfelr „Perlen" ltternrnrlich Perl«), 5255 BRT) sind von einem bewnss- neLen Fischd-cmnpfer verserrkt worden. Der englische Dampf- tvawler „Dcrlmativn" wird vermißt. Paris, 1. Juli. (Hcwcrs.) Der Danrpfer ,^>im der Vttnister des k. u. k. Hauses und des, Aeußern ^ Gras C zernin befanden, von Müiuhen kommend, zum Besuch, des Königs- vaares hier ein. Me Begrüßung zwischen, dem Kaiser- und Königspaar war übevaus herzlich. Als der Kaiser und der König in offenem Wagen durch die reich geschmückten Straßen, wo das Militär Spalier bildete, nach dem Residenzschloß fuhren, war oer Jubel und die Freude der Bevölkerung, die sich zahlreich eingehenden hatte, überaus herzlich und kam in nicht enoenwollen- den .Hochrufen zum AuÄmuck. Im Residenzschloß httt das Kaiserpaar in den Oldenburger Zimmern Wohnung genommen. Stuttgart, I.Jüli. (WTB.) Kaiser Karl hat den: König von Württamderg die WürÄe einosl k. tu. k. Generals der Kavallerie verliehen. Der König war der österreichffch-ungarischen Arnvee schon bisher als OberstinhaÄer des k u. k Husarenregchvsnts Nr. 6 verbunden. * Berlin, 1. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) In D üsse l - ho rff irnrrden am Peter und Paulstage, am 29. Juni, eine Anzahl von Lebensmittelläden durch Frauen und halbwüchsige Burschen geplündert. Die Be- cerligung feindlicher Ausländer, Belgier und Russen, wurde dabei festgestellt. Eine größere Anzahl davon wurde verhaftet und sieht strenger Bestrafung entgegen. Das aus diesem Anlaß eingesetzte außerordentliche Kriegsgericht bat schon am 29. Juni 15 Urteile, darunter bis zu 6 Jahren Zuchthaus, ausgesprochen. Au» Stadt und Land. Si-ß-n, 2. Juli 1817. An die Leser des Gießener Anzeigers. Erneute Preis steigiermraen für AeitungsdrNckpLpier, Farbe und alle sonstigen Erfordernisse, sowie weitere Ä>hn- zuschläge zwingen auch uns gleich den übrigen Blättern dazu, den Bezugspreis des Gießener Anzeigers vom 1. Juli ab um '10 Pfennig monatlich zu erhöhen. Wir sind überzeugt, daß diese nach Lage der Verhältnisse äußerst gering bemessene Preiserhöhung von unseren Lesern gerne getragen wird. Verlag des Gießener Anzeigers. * ** Auszei chnu ng. Dem SaTrttätshunjdefüihver Gesr. Will). Rink aus Gießen wurde vom Großherzog von Oldenburg die Friedri ch-August-Medcnlle 2. Klasse verliehen. ** Das Kriegse'hrenreichen wurde vom Grvßherzog folgenden Angestellten der Ghrrurgischen Klinik verliehen: dem Fmanzaspirlurten Wilhelm Martin und 'dem Großh. Werkmeister Louis Nicola u s. Der gestrige Sonntag war unter der Nachwirkung des Gewitters in der Freitag nacht größtenteils trüb urtt) regnerisch. Am frühen morgen kam es schon bei gänzlich verhangenem Himmel zu leichten Gewittererscheinungen. Ei- nige Blitze konnte man beobachten und oft ganz unvermittelt losbrechendes, eigenartiges Donnerrollen. Gegen mittag ging ein starker Gewitterregen nieder. Wer sich, auf seinen sonntäglichen Spaziergang gefreut hatte, mußte hübsch zu Hause bleiben, wo der Aufenthalt der kühlen Witterung wegen auch nicht besonders angenehm war. Schließlich hatte der Wettergott doch ein Einsehen. Am späten Nachmittag rang sich die Sonne durch und strahlte bis zum Abend über der vom Regen dampfenden Erde. ** Eine Holz Versteigerung der Stadt Gießen beginnt Donnerstag, vormittags 9 1 /* Uhr in den Waldungen der Stadt Gießen im Bezirk des Forstwarts MrftWt. Gaube Nr. 85. Siehe Anzeige. ** Beschlagnahme von Wolle nsw. Am 1. Juli 1917 ist eine Bekanntmachimg (Nr. W. 1.1770/5. 17. K. R. A.), betr. Beschlagnahme von reiner Schafwolle, Kamelhaaren, Mohär. Lllpaka, Kaschmir sowie deren Halberzeugnissen und Abgängen in Kraft getreten. Diese Bekanntmachung unterscheidet sich von der bisher in Kraft gewesenen: Besch'lagiuähmje der gleichen Stoffe vom 31. Dezember 1915 (Nr. IV. I. 770/12. 15. K. R. A.) im wesentlichen nur dadurch, daß rrunmiehr die verschiedenen, von ihr betroffenen Spinnstoffe auch in Mischungen untereinander oder mit anderen Spinnstoffen beschlagna1)Mt sind. Abgesehen von den seit dem 14, August 1915 vom Reichsausland eingefützrten Wollen, unterliegen auch die Wollen der deutschen Schaffchur und das WollgefÄle bei -den deutschen Gerbereien nickst dieser Bekanntmachung. Vielmehr ist durch eine besondere, ebenfalls am 1. Juli 1917 in Kraft getretene Bekanutmachamg (Nr. IV. 1.1771/5. 17. K. R. A.), bett. Beschlagnahme und Bestandserbebung der deutschen Schaffchur und des Woll gef alles bei den deutschen Gerbereien der gesamte Wvll- ertrag der deutschen Schaffchuren und das gesamte Wollgefälle bei den deutschen Gerbereien, auch das Wollgefälle (von ausländischen Fellen) beschlagnahmt worden., gleichviel, ob die Wolle sich aus den Schafen, frei den Schashaltern oder m: sonstigen Stellen befindet. Me in dieser Bekanntmachung getroffene Regellmg für den Verkehr mit dem beschlagnahmten Wollgefälle ist im wesentliche): die gleiche wie in her bisher in Kraft gewesenen, die deutsche SckMchur betreffenden Bekanntmacl>ung IV. I. 1640/6. 16. K. R. A. Verändett sind hauptsächlich nur die Uebernahmepreise, die die Kriegswoll- bedars-Llktiengesellschaft ftcr die an sie verkaufte Wolle zahlen wird, und zwar haben diese Preise im allgemeinen eine wesentliche Erhöhung erfahren. Außerdem ist die Bestimm:mg, nach welcher Schcffhalttrr: auf Antrag gestattet toerden konnte, bis zu 5kg Wolle im eigenen Haushalt zu verarbeiten und zu Verwender, ausgehoben worden. Statt dessen kann in Zukunft an Schafhalter aus Antrag, je nach der Menge der abgeliefetten Wolle, ein Bezugsschein aus Wollgarne gegeben tverden. Die näheren Ausführungsbestimmungen über diese zugirnsten der Schachalter gettoffene Anordnung iverden noch ergäben. Gleichzeitig ist eine Bekanntmachung (Nt. W. I. 1772/5. 17. K. R. A.), betreffend Beschlagnahme und Höchstpreis von Tierhaaren, deren Abgängen m:d Mfällen, sowie Abfällen und ylbgängen von Wollsellen, Haarsellcn und Pelzen erschienen. Wahrend bisher nur einzelne Arten von Tierlraaren der Beschlagnahme unterlagen, sind von der neuen Bekanntmachung Tiechaare ieder Att, auch in Mischamgen untereincnlder oder mit .cprdeven Spinnstoffen, sowie Abfallen und Mgängen der .Tier- haarc und Mschnitte und sonstige Abgänge imd Abfälle von Wollfetten, Hoarfellen und Pelzen jeder Art, betroffen worden. Ausgenommen von der Bekanntm0chung sind, abgesehen von bestimmter: Stoffen, die bereits von anderen Verordnungen betroffen rverden, insbesondere Sctzweineborsten (nicht etwa alle Schweine- Trotz der Beschlagnahme bleibt die Veräußerung und Lie- g dar beschlagnahmten Gegenstände sowie ihre Verarbeitung im gQvissen Umfange nach den Bestimmungen der Bekmmtm-achung gestattet. In einer der Bekenntrnaclmng beigesügten llebersichjts- tafel sind für verschiedene Arten von Tierhaare:: die Höchstpreise veröffentlicht worden, welche die Vereinigung des Wollhandels in Leipzig, an welche letzten Endes die beschlagnahmten Tierhaare geleitet werden, höcl)stens zahlen darf. Der Wortlaut der drei Be- kcurmmachungen, der für die beteiligten Kreise von Wichtigkeit ist, ist in der heutigen Nummer des Gießener Anzeigers einzusehen. ** Sal zs äure. Am I.Juli 1917 ist eiue neue Bekanntmcv- chung, betreffend Bestlslaguahnre, Bestandserhebung und Höchstpreise für Salzsäure in Kraft getteten. Die BekanntMachnrng bezieht sich auf Salzsäure jedes Stärke- und Reinheitsgrades. Der Verbrauch ist nur Mrs Grund von Erlaubnissclneinen gestattet, die von der Ehenftschen Abteilung des Königlich Preußischen KriegÄmini- steccu-ms airsgestellt werden. Eines Erlaubnisscheines bedarf hingegen nicht, wer iricht mehr als 100 kg Salzsäirre von 20° Be. tm Monat verbraucht. Verkauf, Lieferung und Versand beschlagnahmter Bestände an Salzsäure ist ohi:e Erlaubnisschen: gestattet, soweit die Bestimüttm-gen der Bekanntmachung unb etwaige An- weisuirgen der Chemischen ?lbter1ung des Königlich Preichischen Kriegsmftiisteriums erngel>alten werden. Die vor geschriebenen Meldungen sind bis zum 10. jedes Kalendermonats, erstmalig bis! zum 10. Juli 1917, au die Kriegschemikalien-Aktiengesellschaft Berlin W 9, Köthener Stc. 1/4, postche: zu erstatten. Die nötigen^ Bordrmke („BestandsmtÄdung über Ehemikalien") sind bei der Kriegschemikalien-Attiengesellscliaft anztrlforder::, falls sie nicht ,cn- aUsgefvrdert zu gestellt worden sind. — Me von der Bekanntmachmrg berührt«: GvgMstände können im BldarWalle «ttetgner m etu pu Ein« Lagerbuchftlhrung ist angeordnet. Ferner find Höchstpreise festgesetzt mit gleichzeitiger Regelung der Zcchttmgsbrdm^ .vcgett und der Preiszuschläge für Verpackung und Versand. Alle weiteren Emzelheiten ergeben sich aus denr Worttaut der BekanntmachbMgl selbst, die m der heutigen Nummer des Gießener Anzeigers einMe sehen ist.. Gold herbei, viel und schnell! dir GoldmkMsftelle den Räumen der 8^ ist morgen von 3 bi in den Räumen der Bezirkssparlasse Gießen ir 5 Uhr geöffnet! Prozeß Kupfer. Berlin, 30. Juni. In den letzten Tagen wurde bifc Vernehmung der endlosen Zeugenzatzl fortgesetzt. Sie bat immer das gleiche Bild. Me Summen der Einleger erhöhten sich durch Ge- wrmumtelle von 20—60 Prozent, die nmmlxrlb lvenrger erzielt wnüden, cmßerordenttich. Mamhx hatten sich mit Gewinn zurückgezogen, die ihre Einlagen bis zuletzt stehen & den Gewinn sowie die Einlage ganz oder teLweise verkorerr. zeigte es sich, daß die Angeklagte außer mit der schon fl**» gegebenen Fälschungen vielfach noch mit gesälfchden Psprereu schtlpsstelle d, Gießener Auz. An stiUcnes TäsAikn in der Franksllrter Straße verloren. Abzugeben 6041 Frankfurter Straße 58 I. 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Freitag HENNY PORTEN auf allgemeinen Wunsch in ihrem besten Lustspiel in 3 Akten Auf der Alm da gibt’s koa Sund Preise der Plätze: 50 Pfennig, 65 Pfennig, 90 Pfennig, 1,40 Mark. 5034 a ufruf! 'S&tftaer %ßeh<3n$i)ersic/ienmg$fan& auf gegenseitig Heit. Tro^ der schweren Kriegszeit rüstet man sich allerorts zu einer würdigen Feier des 31. Oktober. Auch der Hiesige Eo. Kirchengesangverein beabsichtigt durch Reformations- lieder und durch Darbietung einer größeren Bach scheu Kantate das Jubiläum der Reformation auszuzsichnan. Um diese schöne Absichtzu verwirklichen, bedarf es einer erheblichen Verstärkung des Tyores. Es ergeht darum an stimmbegabte, sangesfreudige Frauen und Männer der hiesigen evangelischen Gemeinde die herzliche Bitte, den Kirchengesangverein zu unterstützen, damit unsere Reformationsfeier auch durch Reformations- gefänge verschönt werden kann. 48/10 Die Proben werden Anfang September beginnen. Um ober jetzt schon einen Ueberblick über die Stärke des Chores zu bekommen, wird freundlichst gebeten, die Anmeldungen bei dem mitunterzeichneten Vorsitzenden des Eo. Kirchengesangvereins Prof. Dr. Weimar, Ost-Ankage 40, bis zum 10. Juli bewirken zu wollen. Für den Gesamtkirchenvorstand. Für den evangelischen Kirchengesangverein: I. D. : Pfarrer Brchtskhemer. Prof. Trautmann. Pros. Dr. Weimar Bisher abgeschlossene Vet' Sicherungen: 2 Mittiarden 2/0 Millionen ‘Marti. K riegsverr ivhsirivng 488öc mit alsbaldiger Auszahlung der vollen Summe im Todesfall. OO Neue vorteilhafte Versicherungsformen, - u u jlj 'Vidima nn, Glessen, Grabevtst/ri sse 7 . Frieda Dehus Wilhelm Vaubel Verlobte Gießen, den 2. Juli 1917. 03987 Die allein praktische Tasche für Lebensmittelkarten, weil fächerartig hergestellt und so alle Karten, selbst für den grötzten Haushalt, geordnet fassend, erhalten Sie bei 4/^0 _ J. Welnert, Neuenweg 9. 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