Ur. 13? Zweites Blatt far. ZshrgMg Erscheint ISgltch mit Ausnahme des Sonntags. Verlagen: „Giehener ZamilienblSttett^ und „KreisMitt für den Breis Gießen". -ostscheckkonts: Feanlsurt am Main Nr. U686. Vankverkehr: Gewerbebank Gießen. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesse« Donnerstag, H. )uui l9(7 Zmillingsrund druck und Verlag: B r ühl'fche Universitäts-Buch-u.Ste indruckerei. R. Lange, Gießen. Zchriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulftraße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: Schriftleckung: «K 112. Anschrist für Dra htnachrichten: Anzeiger Gießen. Aus Stadt und Land. D ietzen, 14. Juni 1917. ** Die Beisetzung des DckocKdors Geh. SchutvatS Dr. Slörikv aus Gießen in Butzbach gestaltete sich zu einer schlichten, ober erndrucks vollen GkHächtniSfafar. Der blumengefthmückbe Sarg war auf dein dortigen Friedhof im Freien imter einem gncchen Bwnm aufgebahrt und unrgeben von einer großen Zahl von Lcrdttag-enden, die dem so früh Entschlafenen die letzte Ehre erwiesen. Auch Mitglieder des Kvottbanerschen Quartett Vereins Iv.tten es sich nicht rrehmen lassen, ihrem treuen Mitglied und Treund einen letzten Abschiedsgrnß zu bringen. Ihr erheberrder Gesang leitete die Feier stimmungsvoll ein und beschloß die aus warmem, mitfühlendem Herzen kouxmende Grabrede von Pfarrer Loos, einein Jugendfreund des Enchchlafenen. Im Namen des Kuratoriums der höheren und erweiterten Mädchenschule sprach Oberbürgermeister Keller, im Namen der Lehrer und Lehrerinnen Bros. Dr. Martert. Eine 'Reihe von .Schülerinnen, legte mit kurzen Worten Kränze nieder für die beiden Schulen und die Klassen, in denen der Entschlafene zuletzt unterrichtet hatte. Weiter smachen Direktor Dr. Banr für die Tttektoren der höheren Lehranstalten in Gießen, '.Architekt Hans Meyer für das Kranbauers«)« Quartett, Pvof. Dr. Dittmar für de:: (Hießener Oberlehvervevein, »und ein Vertreter des Neuphilolsgi- schen Vereins in Marburg, dessen drei Chargierte in WichB mit Fahne erschienen waren Als Vertreter der obersten Schulbehörde war Geh. Oberschuluat Block erschienen. Me Redner gedachten in cchrendon und tiefamviundenen Worten des so früh daKmgsgmvgenen, vorn Schicksal sefavergeprüften, alusge^eichueten Schulmannes und Men Menschen. R. i. p. ** Keine Straßensammlung für die U - B>oo t- Spende Wie ans dem Inseratenteil ersichtlich, wird die anaeküntügte Haus- und Stvaßenscrmmlung nicht stattfinden. Ieoermann wird aber gerne seinem Dank für die erfolgreiche TatiMrt uns-erer U-Boote durch eine Spende Ausdruck geben. Die Anncchm-esdellen sind in dem Inserat bekannt- gegeben. ** Aus dem Stadltheaterbureau. Nochmals sei in letzter Stunde auf die heutige Aufführung des Schauspieles „Die Warschauer Zitadelle" hingewiesen, die als 14. Foertags- abonnemeutsvorstellung zahlt. — Am Sonntag, den 17. Juni, abends y s 8 Uhr, findet, wie schon bekannt gegeben, ein, Gesamt-- Gasfspiel von Mitgliedern des Nauen Theaters in Frankfurt a. M. statt, die den erfolgreichsten Schwank der letzten Zeit, „Wie se ss l e t cti meinen. Mann'?", von Hans Sturm, bringen. Das Werk, das sicher den Weg über alle deutschen Bühnen machen wird, ist mit allerersten Kräften besetzt und wird in vorzüglichem Zusammenspiel geboteu. Die Aufführung verspricht daher einen besonders genußreichen Abend! ** Die Rosen blühen! Die warme Wrttermrg der ersten Ermitage hat die Rosen schnell zun: Aufblühen gebracht. In allen (Parten leuchten sie farbenp'räcUiig aus dem sommerlichen Grün I>crvor und verstreuen namentlich des Dllb-ends ihren berauschenden Duft. Auch der so fremdartig dtrfteude Jasmin steht neben anderen St räuchern in voller Blüte. Gärten und Anlagen bieten jetzt in ihrem schönsten Schmuck eine wahre Augemveide Die lang«! Abende, ,,gestreckt" dürft) die Sommerzeit, ermöglichen es jetzt ledem, sich dieser Pvaftst der bereits oollenttvickellen Natur zu erfreuen. Landkreis Gießen. ü. Allertshaussen, 14. Juni. Mit dem Eisernen Kreuze erster Klasse ausgezeichnet wurde der Geisterte Georg Wal djlichmi d t von hier. Er ist der einzige Sohn der Witwe Waldschmidt und l)at sich an den Kämpfen im Westen in hervorragender Weise beteiligt. Waldschmidt ist 'bereits Inhaber des Eisernen Kreuzes zweiter Klasse und der .Hessischen Tapferkeitsmedaille, ^»eine Beförderung zum Unteroffizier steht unmittelbar bevor. — Gefreiter Karl Hauth wurde mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet. Er steht seit Kriegsbeginn bei eineni Pionier- Bataillon und hat fast an allen großen Kämpfen des Westens teilgenommen. Jur vorigen Jahre erhielt er die Hessische Tapferkeits- nvedaille. — Pionier Heinrich Hillgärtner, ein Sohn des ScWfers Hch. .Hillgärtner, wurde durch einen Gesichts- und Beinschuß in den schweren Kämpfen des Westens verwundet und in ein Marburger Lazarett überführt. Hillgärtner gehörte einer Minen- werfer-Mteilung au und ist im Besitze des Eisernen Kreuzes. Nuttft «r,d wissenschakt. — Das Grabmal Theoderichs in Ravenna — ein buddhistische s Ku n st me r k? Das berühmte Grabmal, das der Ostgotenrönig Theoderich sich nach seinen eigenen Angaben in Ravenna hat errichten lassen, gehört zu den (großen Rätseln der Kunstgeschichte Dieser Rundbau ist eine Schöpfung von ganz einziger Art, die in Etrropa nirgends ihr Vorbild, nirgends ihr Gleichbild findet. Nach Haupts Untersuchungen wird setzt wohl allgemeinangenommen, daß das Grabmal im Sinne des Holzbaues entstanden ist: doch ist damit eine kunstgeschichtliche Erklärung für seine Herkunft und sein Wesen noch nicht gewonnen. Run gibt G. Supka in Budapest tu einer Untersuchung m der längsten Nummer der ,.Monatshefte für Ktmstivissenschaft" (Verlag von .Klinkhardt u. Biernmmi in Leipzigs eine neue, seht bemerkenswerte und Weitteich,ende Anregung zur Lösung der Frage. Nach ihm sind nämlich die nächsten und einzigen Analogien zum Grabmale des Theodorich im Gebiete des Buddhismus, und zrvar im Umkreise der bekannten. Helleulstisch beeinflußten Gandhar.r- Kltltur zu suchen nnd zu finden. Das Urbild des Grabmals wäre danach die ..vihara" der Buddhisten, die ursprünglich die Zelle eines einzelnen Mönches, späterhin die Cella irgend einer Reliquie, einer Bestattung bildete, und in deren Grnndzügen die Baugedcmken des Königsgrabes von Ravenna vorgebildet erscheinen. Auch dessen Sftnnuckfarmen kehren in der Gandhara-.Kunst wieder. Wie kann nun aber der Ostgotenkönig zu einem buddhistischen Kunstgedcmkeu gekommen sein? Zur Beanttvorttmg dieser Frage weist Supka daraus hin, daß sich in viel höherem Grade, als bisher angenommen wurde, buddhistische Spuren in der Völker wand? -- ungskunst arnnnden lassen. Um nur eine merkwürdige Tatsache hervorzuheben, so hat sich in einer Reihe von ungarischen. deutschen und selbst englischen Cttäbern als merkwürdige und bisher uuer klärte Totenbeigabe der aiffhängbare Seihlössel gesunden. Dieser gehört aber zu den festen Attributen des buddhistischen S.latnanen, des n>andernden Asketerr, und es hat den Anschein, daß diese Schamanen die buddhtstisftren .Kunstanregun-gen die große Heerstraße der Völkerwanderung westwärts trirgen. Uebrigens fehlt es auck'' nicht an Spurm von Berbindimgen zwischen dem lmddhistischen nnd dem westlich-europäischen Kulturkreise, slioch wn 500 n. Chr. kamen nachweislich Brähmanen und Sck>ainanen nach Alexandria, und erst unlängst entdeckt wurde das 13. Felsen- edikt, das Accka, das nähere Angaben über buddhistische Missionen in griechischen Gebieten enthält. Ms früheste Träger der buddhistischen Einflüsse imb Kunstgedanlen sind die Hunnen anzusehen. Ihre Erben wurdeir später politisch die Osttogoten, die früher schon Jahrhunderte hindurch mit den Völkern der eurasischen Sippen in engstem Verkehre standen und von ihnen mrch die buddhistischen Kunstigedanken übernommen haben dürften. Und fa ist es nach ! ick La N F-Göns, 13. Jmri. Verliehen wurde Leonhard Wagnar, welcher her einer Sturmtruppe im Westen steht, die Hessische TapferkeitSmMnlle. L. Wstgner ist der Sohn des Pflastermeisters Heinrich Wagner. Kreis Schotten. ^ Babenhausen, 12. Jkunä. Gestern wurden an den Kirschbäumen der umliegenden Kreisstvaßen die erste Kirschen gepflückt. Die Bäume zeigen zwar einen vollen Behang, doch sind die Früchte unentwickelt gckblieben infolge der Trockenheit, die einige Tage angehalteir hotte. Niemand kann sich er- innern, daß in der hiesigen Geg-end so früh Kirfchtn gepflückt worden sind. Die Kirfchienncise ist gewöhnlich hier Mitte Juli. Das Pfund des ersten Obstes wurde mit 40 P>. bezahlt. ^ Ulrichstein, 13.)Juni. Jeder der verflossenen letzten Tage brachte der hiesigen Gegend, besonders aber dem Ohmtal, mehr oder weniger schwere Gewitter. Einige Male schlug der Blitz auch ein, ohne jedoch Schaden anzurichttn; so rn denj Turm des Scbloßberges und in ein Haürs des in der Nähe gelegenen Dorfes StumpertenrÄ>. Dre nveisten Gewitter brachten den langersehnten starten Regen. Es war höhe Zeit: schon begannen manche Gipfel der Berge gekb zu iverden; dasselbe konnte man auch schon au der Soanimerfrucht beobachten. Nun aber steht wieder alles in prangendem Grün. Für das Setzen der Dickwurz ist genügende FOrchtrgkeit vorhanden. Der Regen war sribft noch von großem Nutzen für das Wiefangvas. Es wird bereits mancherorts mit der Heuernte begonnen. Das Korn hat ausgeblüht. — Kommenden Sonntag nachmittag um 2 Uhr suchet hier im Darmstädter Hof GeiMllversarnwLung und Rechnungsablage der hiesigen Spar- und Dcrrfahenstasfa e. G. nr. b. H. stockt. Der (^esamtkassen- umsatz für das Jahr 1916 betrug 2 062 666,30 Mk. Der Reingewinn war 11 320,24 Mk. Im Laufe des Geschäftsjahres haben sich die GeschäftSguthaben um 2279,79 MT und die Haftsumme um 32 000 Mk. vermindert. Die Gesontthaftfumnw betrug am Schlüsse des Geschäftsjahres 686 000 Mk. Vessen-Nasstur. X. Bad-Orb, 14.Jmn. Oberhalb der Sttaße Dillbach^- Wegscheide ist ein Hrnden b«r g- Gedenkstein errichtet worden, dessen Enthüllung unter Anwesenheit der Spitzen der Zivilund Militärbehörden und vieler Gäste vor sich ging. Der Kommandant des Truppcnubungspfatzes, Oberst von Barsewich, hielt die Festansprache, die nnroahmt war von Mlffitvorträgen. Der Gedenkstein hat die Größe Vvn 2,20:2,00 Meter. ** Frankfurt a. M., 13. Jpni. Am vergangenen Srmntag fand in Frankfurt a. M. im Gasthaus Spvankl in der Berger sttaße eir« Versammlumg erblindeter Krieger aus Hessen und Hessen-dttlfsMl statt, an der 17 fa schswer Betroffene teil- nahmen. Gegen 3Vs Uhr eröffnet^ der kri^sblinde Offizi erstell - Vertreter Bohländ er die Versammlung, hieß alle Arrwesendrn herzlich willkommen irnd danktt für das zahlreiche Erscheinen. Alsdann übergab er Eivald Krefting, dem Schriftführer des Vereins „Mrnd erblindeter Krieger e. B." das Wort. Nach Verlesen der Satzungen und cirres Teiles des Jahresberichts des verflossenen Jahres durch einen Sehenden 'führte Herr Krefting in leichtfaßLicher Darlegung den Zweck und die Notwendigkeit des Zusanrmensck'lusfas aus. Auch Herr Hetze! legte in llarer Form semr Ansicht, über die Mssgabe des Bundes dar. Daraus gründete man eiiren Bezirtsvereni der das ganze Gvoßherzogttim Hessen und die Provinz Hessen-Nassau umfaßt. Zum Vorsitzenden wurde gewählt: Off.-Stellv. Bohländer, zunr Kassiever: Hessen und zum Schriftführer: Ludwig. Ilcach Erledigung einiger kleinerer Punkte schloß gvgen 6 Uhr Herr Bohlmrder die Versammttcng. Bemerkt sei noch, daß der Verein „Bund erblindeter Krieger e. B.", der sich über ganz Deutsch!cmd erstreckt, bis jetzt eine große Anzahl von Mitgliedern zählt. = Frankfurt a. M., 13. Jnm. Ein aus Mücheim a. Rh. durch gebranntes 17 jähriges Dienstnrädchen stähl hier in der Straßenbahn einer Tarne aus denr Haudtäschchen eine Börse mit 13f00 M asr k Inhalt. Die Diebin reiste, nachdem sie in hiesigen Geschäften erst allerlei Dartd eingekauft hatte, nach Kassel. Inzwischen hatte die bestohlene Danre Anzeige erstattet, so daß es auf Grund der Personalbeschreibung möglich ivar, die jugendliche Diebin in Kassel zu ermitteln und festzunehmen ** Frankfurt a. M . 12. Juni. Der Hessi s che Kr a n- kelnkassenverband hielt asm letzten Stvuntag hier eine Tagung ab, die von den dem Verbände, augeschlossenen .Krankenkassen des Großherzogtums zahlreich lyncht war. Nachdem Verwaltungs- direktvr Pallas-Frankfurt a. M. die seit der letzten Tagung ergangenen wichtigsten Entscheidungen aus dem Gebiete des K r a n- Supka zu erllären, daß Dietrich!, als er sein Grabmal plante, sich aus seine Kindeserinuer:engen vonr Plattensee her besann und an sie anftrüpfand kulddhistische Bcne- mrd Schueucksorineu auf den Boden Italiens einsührte. - ^ D i e n e n c st e n Ausgrabungen in P o m p e j i. Bon den neuesten Ausgrabungen in Potnpeji weiß ein Berichter-statter der „Dailv Viail" zu erzählen, der mit dem Leiterder Ausgrabun-, Lgen, Professor Spinazzola, die Ergebnisse der jüngsten Pompeji- Forschuugen besichtigte. Bedeutende Entdeckungen wurden in der sog. Via Mundantia gemacht, >va unter anderenr ein vollkommen erhaltener großer Gasthof geholfen werden konnte. Eine tvahre Fundgrube scheint das gleichfalls ausgedeckte palastartige Wohnhaus eines reichen Pompejaners mit Namen Trchins Dalens zu sein. Aus der lan-ggestreckten Bordevmauer finden, sich zahlreiche, in großen roten Buchstaben gemalte Ansschriften, die von den verschiedensten Dingen .Kunde geben. Aus der einen tvird mitgeteilt, daß einer der vornehmsten Bürger öxm Pompeji, Lucrettus Satins, im Zirkus ern Fest geben wolle, für welches er 30 Paar Gladiatoren zur Verfügung stelle, vermehrt würden varch 10 Paar Gladiatoren, welche ein Geschenk seines Sohnes seien. Da diese Zahlen in den Ankündigungen auf anderen Häiisermaneru. häuftg wiederkehren, scheint sie die bei den Gladiatorenkänlpfe'n im alten Pompeji übliche gewesen zu sein. Die Eingangshalle im Hause, des Trebius, der Speisesaal und ein Teil der Ofartcn- architektur fallen noch ebenfa unversehrt sein, rote vor 1800 Jahren. Eine andere bemerkenswerte Aasgrabung brachte eine städtische WäfsenkanrMer zutage. Der ziemlich große Raum ist an bat Wänden mit einer Art von Regalen versehen, aus denen sich die Waffen befanden. Tie FreskenmaLereien auf der Außen- nteuer stellen eroberte Kriegsttophäen dar. Auch in dem Hause des Trebius Bavens sind viela Freslen -erhalten, Idie rnr Gegensatz zu den Fressen der ftützer ausgegrabenen Mauern noch ziemlich lebhafte Farben ausweifart. Weiter ivurde ein z. T. hölzernes Bett zutage gefördert, das mit eingelegten Elfetcheinschnitzereien verziert ist. In eitrenc unterirdisch.en Gang entdeckte man schließlich Figuren, die Erlebnisse ans der Ilias dar stellten und ant Sockel den Natnen der einzelnen Helden tragen Aus den Ausgrabimgen geht hervor, daß die Häuser in der Via Mundantia sich durch einen großen Reichtum an Balkonvorbauten auszeiämeten. Zwischeit den Balkvno der einzelnen Häuser b'sinben sich Mauern, ivelche tvahrscheinlich unerwünschten Besuchern den Einblick verivehrc.it sollten. Schlief- lich wird in dem Bericht noch betont, daß man aus dem Ergebitis der Ausgrabungeu den Sclmiß ziehen müsse, daß die Via Abun dantia nicht nur ale> Wohnviertel der Reichett, tandern anck als Geschäslsstraßc int alten Pompeji von großer Bedeutung war. ,— D i e Wieder h erstell n n g der nördlich ft e u ck>riftli d) e n Kirche des Mittelalters. Das Oertchen Trvndeneo, das int Höehften Norbert Nortvegens, im Amte Nvrr- kenversiiheruugsiweseins erläutert hatte, fand eine ein- r ehende Besprechung von praktischen Verwaltungsragen statt. Auf Anregung der Ortskrankeukasse Gießen-Slajü erfolgte u. a. eine Aussprache über dfa'VersicheruNFspfltcht der in Betrieben heschäftigfan Kriegsbeschädigten. Die Bersanrmlnng war der Ansicht, daß alle KriegsbeschädiAM, die in einem Betriebe gegen Entgelt beschäftigt sind, der Ber- sicheruugspfticht unterliegen, einerlei, ob sie beurlaubt oder zur Arbeitsleistung kontmattdiert sind. Im lveiteren Verlauf der Tagung fand auf Veranlassung von Geschäftsführer Fouriers Gießen im Anschluß an den von ihm in der letzten Versammlung erstatteten Bericht über „Wohnungsrefvrm und Kran- kenkas-sen" eine eingehende Amtssprache über die Betätigung der Krankenkassen bei der W ohnuu gsrefor m statt. Es wurde beschlossen: 1. durch Fragebogen bei den einzelnen Kassen fastzustellen, inwieweit diese in der Lage und geneigt sind, von ihren Ueberschüsseir 5bapitalien zur Herstellung von Kleinwohnungen zur VerfüMmg zu stelleit; 2. in einer voraussichtlich demnächst stattfittdenden Zusanunenkunft der Kranken- besucher diese atss die Wichtigkeit ihrer Mitarbeit auf deni Gebiete der Wohmrugsrefarm hinzuweisen: 3. dirrch Verteilung vnn Flugschriften die KranLnkasfarrmitgtteder Übet WohnungS- resormaufzukläven. Weiter wurde vetannt gegebett, daß Wo> mngo- inspettor Gretzschel-Darmstadt ^bereit ist, gelegetttttch von Vorstandssitzungen über die Mitarbeit der Krankenkasserl bei der Wohnungsreform zu bericksten. = H ö chst a. M., 13. Juni. Unter Führung des Pfarrers Weber, Schwanheim a. M., und 31 Helfern und Helserinnett reisten heute früh 74 4 Kinder aus Höchst, Zeilsheim, Unterliederbach, Sossenheim, Sindlingen, Nied, Griesheim und Schwanheim zu einem' 12wöchenllichen Aufenthalt rtach dein Kreise Stallu- pöneninO st Preußen ab. = Wiesbaden, 13. Juni. Tie Bienenzüchter det Kreifa Untertannus, >Rheingau, Wiesbaden-Land und Wfasbaden- Stadt setzte?! für dieses Jahr den Preis fi'tt ein Pfund Honig auf 5 Mk. fest. Eine Minder heck, die sick mck 4 Mk. begnügen wollte, wurde überstimntt. Bor drei Jahren nock konnte man das Vrund Honig mit 80 Pfennigen, höchstens einer Mark, erstehen. Für Brenenlrachs, das bekanntlich beschlagnahmt ist und ehedem 1 Mk. kostete, erhalten^ ie Züchter 12 Mk., ein Preis, den der Staat festgesetzt hat. Müllers che Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am 14. Juni: 20° Reaumur. DSchentl. Aebsrsicht der Todesfälle l d.Sladt Gietzen. 21. Woche. Vom 20. bis 26. Mai 1917. Einwohnerzahl: angenominen zu 33100 (inkl. 1600 Mann Militär) Sterblichkettsziffer: 48,73*/^,. Nach Abzug von 19 Ortsfremden: 18,85 99 starben an Zus- Erwachsene Kinder tm l. Lebens, vom 2. bis jahr 15. Jahr Divhtherie 1 — — 1 Epidem. Genickstarre 1 (1) — — 1 (1' Lungentuberktllose 6(1) 6(1) — Lungenentzündung 3(1) Ml) — 2 Rose 1(1) 1 (1) — Herzerkrattkungen anderen Krankheiten des 6(5) 6(5) — — NervensystentS 2 1 1 Magen- und Darmkatarrh anderen Krankheiten der 3 (1) Ml) 1 — Verdamtngsorgane 2(2) KD — 1 (1) Blinddartnentziindnng 1 0) 1 (1) _ Nierenentriindung KD 1 (1) — _ Krebs 1 (1) 1 (1) — _ anderen Neubildungen 1 (1) KD — Verunglückung anderen benannten Krank- 2(2) 2(2) — — heilen KD — Kl) - Summa 31(19) 23 (16) 3 (1) 5 (2 r Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie frie! der Todesfälle in der betreffenden Krankheit aus von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Veröffentlichung des Großh. Kreisgesundheitsamts Gießen. Medizinalrat Tr. E. Wal g er, Großh. Kreisarzt. land südlich von Tromsö belegen ist, bildet den nördlichsten Punkt, bis zu dein das Christentum im N^ittelalttr überhaupt vorgedrnngeu ist. Das gescknchtliche Tenkmal hiervon ist die ehrwürdige Kirche von Trondenes, ein in schlichtesten roinantschen Formen gehaltener steinerner Schiffs- imd Chorbau mit hohem Dache, jedoch ohne den! Sckvmuck eines Turmes. Das Bauwerk statnmt ans dem 13. Jahrhundert: seine gründliche Wrederherstellung ist seit langem ein Wunsch der norwegischen Kunst- und Alterttiinssreunde. Die Ber- nnrklichung dieses Wunsches ist nunmehr, nachdem der Staat einen Zuschuß verbürgt und auch der Kreis Trondenes die Summe von 10 000 .Kronen zu diesem Zwecke bewilligt hat, gesichert. Die Wiederherstellung fall sich aus alle Teile des Inneren und deA Aeußeren beziehen, und lna dieser' Gelcgenhfft soll auch der hübsche, dem späten Barock an gehörige Lettner tviedcr ausgestellt irerden, der die Kirche früher geziert lsttt. Dieser Lettner fait ein für den' Wandel des Geschmacks ganz bezerckmendes Schicksal. Bei Aus- bcsserun gsarbeitvir in den 90er Jahren des vorigen Zalnfarnderts wurde^ er entfarirt nnd in die Rumipclkanrtner getvorsen, iveil er als tnckt „stilecht" genug angesehen ivurde. Glücklicherweise bat er sich jetzt in unversehrtem Zustande miedergesundcn, und in! Iczug aus die Verträglichkeit von .Kunstwerken verschiedener Stils ist man ja inztvischon zu reiferen Anschauungen gelangt. — Eine norwegische Millione n st i s t u n q für Kn n st und W i s s nt s cha s t. Der deutsche Konsul in 'BVrauDtn!; 3. NähiTMitttlkaine C (bleue Karte): aus Abschnür 8: Tcigivanm, .. 9: (Graupen, .. 10: Haferslocken. „ 11: Suppen sabttkare. .. 12: Sago. 4 Skr die aus ihn entfallenden Waren — die ab- zuachendc Menne wird spärer bekannt gegeben — zu beziehen ünmscht. dal unter Erläge der Nährmittel- kartt bei einem Nein Händler der ^tadt Gießen b i s zum 18 3 n n i 19 17 eure Bestellung aufzugeben. Dabei ist daraus zu achten, das; das Klelnhandelstseschätt nur die au s gern sensu Bestellmarken abtrennt und aus der gleichzi'ieruren Ouitttings- imd Bezugsmarse die 'Bsiteltung durch Eintraguna ferner Jirma bestätigk Wer dre beitimmte Frist nicht ein HM. verliert den Anspruch aus die in diesen: Monat ihm zustthende Ware 5. Die NeenHandel Sgoschäste haben die Bestellmarken aus die in Betracht lammenden Besbell^en iruszuklelxui und s p ä t e st en s a in 1 9 I u ni 19 17 dein Lelrears- mittefonrt zur Prüfmrg einzureichcn. Aus Grund der eim^reichlsn Marken crhalterr die .NeinhandelSgeschäite Bezugsscheine btt beit Bezug der Waren non einem Großhändler der Sta5t Gießen. Nichteinhaltung dieser Frist zieh! den Ausschluß des lettre den den Neinhandels- aeschästes non der Betei.1i.Mvng Dt deni Berttieb rnit Nährnriiteln nach sich. 6. Tie Besttllbogen könnett aus dem Lebensmittelamt «regen Ermattung der «Selbstkosten in Empfang geiuimmen werden Gießen, den 11. Juni 1917. 4617 Ter Oberbürgermeister: Keller. . — . .. . ---—L- Törrgemüse-V'.rteilttiig. 1 Ari! den B e z n gsabschnitt 12 dm' Lebensmittelkarte nnrd DörrgLinüse verausgabt. Die Be Zugsabschnitte , sind bis s p ei t c ft c n o ; u m 20. b. M. in einem hiesigen Kleinhandel-sgcschäfte abzugeben. 2. Die vereinnahmtest Marken sind von den Nein- Handelsgeschäften am 21. d Mts. auf Bogen aufgeklebt unter Angabe der Zahl dem Stadt. Lebensmittel- amte einznr.'ichen. 3 Ter Zeitpunkt der 2Eisgabe und die aus jeden Abschnitt entfallende Menge werden besonders bekanntgegeben. Gießen, den 12. Iran 1917. 4618 . _ Der Oberbürgermeister:• Kelle r. Auf Anordnung der Reichsstelle für Oknnrsc und Obst in Bt'rlirt hat eine Bestand Sau sncch ni e der bei dem Groß und Kleinhattdel lagernd«ni gebrühten und ungeblühten >do1ländiscl>eu Faßbohnen ttattz-usinden. , Ich fordere daher alle (Ynoß und NeinhandelS- geschäste der Stadt Gießen zur Anmeldung der in ihrem Besitz befindlichen gebrühter: :rnd ungebrühten Holländischen Faßbolmen bis spätestens 20. d. Mts. auf. Die Meldungen haben ) christlich bei dem Städt. Äben^- mitbekamt zu erfolgen; die vorhandene Menge ist in kg anMgeben ^ Unterlassung der Anmeldung wild versolgü Gießen, den 12. Juni 1917. 4616 Ter Oberbürgermeister: Keller. Ausgabe von Siißstoff(Saccharin). In der Zeit vom 15. bis 3 0. Juni 1917 wird gegen bot LieferungSabschnitt 6 der Süßstoffkarte „II" (blau- von den Süßßvff-Abgabestellen Sütz- Üoss abgegeben ES gelärmt ft« Brieschen aus den A b s ch n it t zur Ausgabe. Mtt dem 3 0. Juni 1917 iterliert der Abschnitt 6 seine Gültigkeit. Nach diesem Zeittnmkte nicht abgerusenc Süßstoff- mengen dürfen von den Mgabestellen frei verkauft werden. Gießen, den 13. Juni 1917. 4615 Der Oberbürgermeister: Keller. Tie hessischen Landesbezugsscheine für den Bezug von Zucker für die Mpnatc I u l i u nd Au gu st 1 9 1 7 such emgetroffen. Dieselben ftmneu von den Klein Handelsgeschäften. aus dem Stadt. LebenSrnittelamt in Empfang genommen werden. Diese Bezugsscheine müssen >väte- st e n s bis 20. Juni 1917 durch einen Großhändler | der Stadt Gießen bei der Einkanfsgesellschaft für das Großherzogttm: Hessen in Mainz zum Umtausch in Reichszuckerscheinc iwrgelegt sein: später eingehende Scheine werden als ungültig zurückgewiesen. Ersatz für solche Scheute ist ausgeschlossen. Es i st daher t u n li ch ste Beschleunigung bei 6er Einlösung der Landes-Zuckcr- bezugsscheine geboten. Gießen, .den 12. Jutti 1917. 4614 Ter Oberbürgermeister: Keller. Der HÄroWen Auszug über die ntts 1. Viecteljahr 1917 an die Zweiganstalt der .Hessen-Nassauischen Vau- .getverfsbenusgenossenschast zu entrichtenden Bersict^- rnngsbeürägc liegt während der nächsten zwei Wochen zur Einsicht der- Beteiligten im Stadthause. Seitenbau, aus. Gießen, den 1. Juni 1917. 4619 Ter Oberbürgermeister: Keller. Jeldpolizeiliche Anordnung. Auf Grund der Artikel. 36 und 43 des Feidstraß- gesetzes vom 13. Juni 1904 wird nach AMörung der Stadtverardneten-Bersammlung und mit Genehmigung des Großh. Neisamts Gießen 6. Jmn 1917 für die Fcldgemorkung der Stadt Gießen angeordnet, daß f ä nz t l i che offenen und ein gefriedigten bepflanzten G ru n d fr ü cke in der Zeit vom 15. Iu ni bis 15. Oktober 1917 von abends 10 Uhr bis morgens 5 U b r n n d oo m 16. O k - t o b e r 19 17 ab von abends 9 Uhr bis m o r - g e ii s 6 Uhr geschlossen sind n u b bcrt 1 n. B c - treten allen Bcrsonen , a iert) den Eigen- tümern, verboten i st. Ausgenommen sind Flächen, die als HauSgärten bieiten uud mit dem Nohiihaus- besitz unmittelbar verbunden sind. Zuwiderbaiidlungkvi werden mit Geldstrafe bis zu 60 Mk. oder mit .Haft bis zu 14 Tagen bestraft. Diese Anordnimg tritt mit dem 15. Juni 1917 in Kraft. Gießen, den 11. Juni 1917. Ter Oberbürgermeister. I. B.: G r ü n e w a t d. Handhabung der Heldpolizei in der Gemarkung Gießen. Gustav Herrn. Wilhelm Bovi und Johann Weber sind als Hilfsfeldschützen für die Gemarkung Gießen ernannt und verpflichtet worden Gießen, den 11. Juni 1917. 45618 Der Oberbürgermeister. I. B.: Grünewald. Oor durchwehte 4515ss Maros-T fsidfiSMSN m lUr Beschlagnahmefrei l! M. In einer Lage durch und durch gewebt!! Von Behörden und den bedeutendsten Industriewerken in grössten Mengen laufend nachbestellt! Wiederverkäufer und Vertreter gesucht. Manfred Rosenbiatt, Frankfurt a. m. 67 Fabrikant dos Elastischen Riemenverbinders Combinator. Giessener Hausfraysa-Verein Tonncrötag, den 14. Juni, abends 8 Ubr in der neuen Aula der Umuenitnt. 1. Bortrag aeS Herrn Medi^rnalrai tt,-. Walket’ über di" wtilchuersorgung in Gießen zugleich Anfrage, ob während der heißen Sommermonate der Berka ui von Magermilch ein ge stellt und die ivkagormilch zur Käse dereitung verwende! werden soll. 2. Ltuösprache >md Ahiiimmung über dieselbe Frage. Alle Hausttmlen. aus, '.'iinnmitalieder. ßlid emgeladeli. an der Beriamlnlung ^ Äuituvmung reilznuehmen. Tic Borfitrendc. Mm$a (Höhere PrivaUr.huIe Seita — Oberprima) Aufnahme neuer Schüler :eder/.eit. Gute Krfolffe. Unser mit den neuesten Maschinen ausgestattetes Sch veibmci sch men-Btt ren u fertigt a!U vorkamtuenden Schreibmaschinen - und Vervielfältigt!ngsarbeitrn schnell . sauber und verschwiegen bei billigster Berechnung an. Franz Vogl & Co. G oethes traße 32. 4 , „ 0 Giessen Telephon 2064 J Bekanntmachung. Der I50ii dem Gemeind erat durchberalene Voranschlag der Gemeinde .^.Melbach für das Nechnnngs- jahr 1917 liegt vom 15. Jmti lfd. ab eine Woche lang an nnter-eichncter Stelle ;,ux Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen können schriftlich oder zu Protokoll mährend der Osfenlegnngs- srist vorgebracht weiden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der die Ausmärker beizutragen haben. Kessclbach. den 13. Juni 1917. 4635 Großh. Bürgermeisterei Kesselbach. I. V.: Weber, Beigeordneter. Einjährigen*, Friniarclfa«, Abiturienten* prüf {ob g. Durch den Besuch der Unterstufe ffenüsou Kinder unt. 14 Jahren d er pesetzl ich an Schulpflicht (Minist Verfügung vom 13. V. 14). Näheres durch Direktor Brackemann, Lud w igstr.70, F ernr 633 von Anticnnni en. Möbeln, ganzen Emr^ch'ungew Alteisen. sowie allen von mir geführten Artikeln. 2241 L-ouis Rothenberger. Ijeselsrülen und '£j\\ Icker I 0 *** ä 1,50 Mk und 2450 Mk.. bei Uhrmacher JKoch« Mühlstr. % Ecke Bahnhofftt