Nr. 131 Zweites Natt 167. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Verlagen: „Giehener -Zamittenblätter" und „Kreisblatt für den Kreis Gießen". -oftscheckkonto: Zrsnkftitt am Main Nr. U686. Vankvertehr: Gerverbebank Gießen. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhejsen Vonnerrtag, 7. Juni Jwillingsrunddruck und Verlag: B r ü hl'sche Universitäts-Buch-u.Steindruckereu R. Lang e, Gießen. Zchriftleilung. Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstraße?. Geschäftsstelle u. Verlag: 61, Schriftleitung: 112. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGießen. Ans Heften. Die Handwerkskammer zu Dacmstadt trat am 5. Juni vormittags im Sitzungssaale der Stadtverord- neten im Rathaus $u ihrer 22. Sitzung zusammen. Ter Vorsitzende Geh. Gewerberak Falk begrüßt die Erschienenen, spricht kurz über die Beteiligmrg am 25jährigen Regiernngsjubilänm des Großherzogs, begrüß: die anwesenden Vertreter der Regierung, Regierungsrat Dr. v. Koefcf e und Rebierungsrat Reuter, und erteilt nach kurzer Aussprach.' über einen Antrag Färber über Darlehengewährung an wirtschaftlich schwache Handwerker den: Syndikus Schüttler das Wort, der über die einzelnen Tätig- kerlsgebiete der' Hand Werks ka in mar berichtet, die auch in diesem Fahre durch die frregswirtschaftfidx* Tätigkert besonders in Anspruch genommen war. Tie Erstattung eines schriftlichen Jahresberichtes war wie früher untersagt. Zweckdienlich!? Ratschläge und Auskunft über die nur allM vielseitigen Vorschriften auf wirtschaftlichem Gebiete Normten erteilt werden. Er erwähnt in dankbarer Anerkennung das in allen Fragen und Wünschten des Handwerks große Erttgegenlvmmen der Behörden, besonders des Großb. Ministeriums des Innern. "Aber auch das Handiverk habe es erstanden. sich mit Verständnis den durch die Kriegslage getroffenen Maßnahm«: vortrefflich anzupassen. Ter Redner geht hierauf in seinem Bericht auf das Lehrlings w e s e n über^ Tie veränderten Verhältnisse wirkten einschneidend ans die Frage des Lehrling sw esens ein, so daß eine Neugestaltung von Grund auf erforderlich erscheine. Tie Anmeldungen zlur Lehrlingsrolle haben einen Rückgang aufzuweisen, der zum großen Teil auf die Stilllegung der' Betriebe infolge Einberufungen zuriickzuführen sei. Die Abhaltung der Gesellenprüfungen wurden, soweit dies möglich war, durchgesührt. Infolge Rohmaterialien- mangels konnten in einzelnen Gelverb e zweigen Gesellenstücke nicht angeferttqt werden. Es wird daher die Ablegung einer Arbcits- vrobe und verschärfte theoretisch? Prüfung empfohlen. Ter Redner ist der Ansicht, daß an der feierlichen _ Ueberreichung der Ge- sÄlerchrirfe auch während des Krieges festzuhalten sei. Tie M eisterprüfungen waren offiziell nützt an gesetzt gewesen. Es fanden jedoch vereinzelt Prüfungen statt. Betreffend Revisionen bemerkt der Berichterstatter, daß die später ein- s egen de starrere Tattgkett gar manch? Kriegsschäden aufdccken würde, die im Interesse des handwerklichen Nachwuchses beseittgt werden müssen. Werter berichtet er, daß in etwa 20 Sitzungen des Vorstandes und der Kommission für Heereslreserungen die Angelegenheiten des Handwerks eingehend behandelt wurden. Die Tätigkeit der Einziehun gsstelle wurde aus Beschluß des Vorstands im Herbst 1916 eingestellt. Dagegen wurde das Einigungsamt in einigen Fällen wieder in Anspruch genornmen, wobei es sich erreichen ließ, eine Verstäirdigung herbeizuführen. In längeren Ausführungen bespricht der Berichterstatter die Wiederaufnahme der durch den. Krieg geschädigten Handwerksbetriebe. Nebenbei wird es das Bestreben sein, im Einvernehmen mit Handwerke r- Zenttalgen offensck:ast und nuter Mitwirkung gut fmrdierter Einkaufs-' genossenschaften die Rvhstvsfbeschaffung zu behandeln und aus diese Weise den Handwerken: eine zweckmäßige Kreditgewährung zu sichern. Hierauf wendet sich der Berichterstatter zu den Heeres- lieferungen, die dem Handwerk zugeführt ivurden. Die mit den verschiedensten militärischen Stellen angebahnten Geschästsverbin- d:mgen haben fich im abgelaufenen Jahre werter gut bewährt und bringen dem Hmrdwerk dauernd guten Erfolg. Insgesamt belaufen sich bis jetzt die dem hessischen Handwerk vermittelten Lieferungen auf weit über 6 Millionen Mark. Die Hauptstelle in Berlin, deren Auf- sichtsratsVorsitzender der Vorsitzende der Kammer ist, hat eine außerordentlich umfangreiche Tätigkeit entwickelt, und konnte er bei der im März dieses Jahres statt gefundenen Mitgliederversammlung berichten, daß Lieferungen von über 100 000 000 Mark an die zugehörigen Kammern vermittelt wurden. Die B e s cha ffung von Rohstoffen widmete die Kammer ihre Aufmerksamkeit, da diese Frage besonders während der Uebergangszeit von ausschlaggebender Bedeutung sein wird. Mt dem Ministerium, Forst- und Kameral- verwaltung, sind V er Handlunge:: wegen freihändiger Abgabe von Nutzholz an holzverarbeitende Gewerbe eingeleitet. Ferner wird die Regelung der L e: m v e r s vrg u n g in nächster Zeit ihre Erledigung ffnden. Die am wenigsten ansprechende Aufgabe war die Lederverteilung. Hierbei konnte mit dem besten Willen für das Handwerk keinerlei günstige Einwirkung erfolgen, wie im atl- gemeiuen die Verhältnisse im Schuhmachergewerbe infolge der Leder- knappheit sehr der Verbesserung bedürfen. Cs ist jedoch den Meistern Gelegenheit gegeben, ihre Selbständigkeit aufrecht zu erhalten, we:m sie sich an der Jnstandsetzungsarbeit der Hess. Handtverker-Zenttal- genossenschast beteiligen. Der stellvertretende Vorsitzende, Sam es. berichtet, daß die Rechnung durch den Vorstand geprüft und für richttg befunden worden sei. Der Rechnungsabschluß ergibt in Einnahme 57 331,59 Mk., in Ausgabe 57 061,21 Mk., jo daß ein Ueberschüß von 270,38 Mk. verbleibt, der als Kassenvorrat in das neue Rechnungsjahr übernommen wird. Ter Vorsitzende, Geh. Gewerberat Falk, legt dem Hans- baltungsplan für 1918 vor und erläutert 'die Abweichungen gegen das Vorjahr. Ter Voranschlag schließt ab. in Einno hwv und Ausgabe mit 42 900 Mark:md luirb genehmigt. , Das Vorstandsmitglied K l: n g e l s ch m i t t - Mainz berichtet, daß im Laufe des Jahres 1916 sich folgend? neue Gefeltenprüffmgs- ousschüsse gebildet haben, denen vorbehaltlich der Genehmigung- der Plenarversammlung, die Befugrris zur Abhaltung von (gesellen- Prüflinge:: zugebilligt wurde: Schneider-Jnnung Mainz: Vors. Obernieister Biesinger, Mainz: stello. Bors. Schneidermeister I. Reiß,,Mainz. Schneider-J'nnung Büdingen: Vors. Schneiderobermeister I. H. Roth. Büdingen: Stellv.: Schneidermeister Karl Schmidt, Büdingen. — Es wird beantragt, die sotzungsgemäße Genehmigung zu erteilen:. Dies geschieht. In den Ergän zu ngs wählen werden zum Vorsitzenden gewählt: Justus Weber, Darmsladt. und Schreinermeister W i t t e k i n d , Büdingen, in den Vorstand, in den Ausschuß für Gemüsenschaftswesen Justus Weber, Darmstadl. Vorstandsmitglied Klingelfckn::tt berichtet, daß die Heranziehung des gewerblichen Nachwuchses besonders einschneidend durch die Kriegs Verhältnisse beeinflußt wurde. Er gibt emen Ueberblick, :v-as zur Erhaltung unserer J:utz:nd vor: Lehrern, Geistlichkett und allen Fürsorgestellen getan worden sei. Auch die Handelskammer habe alle diese Bestrebungen unterstützt. StÄlv. Vorsitzender Sames berichtet: Das__Hilssdrenstgesetz bringe auch) für das Handwerk einschneidende Bestimmungen. Er erläutert die einzeln«: Paragraphen, die Zusammensetzung it_n±4 Aufgaaben der verschiedenen im Gesetz vorgesehenen Ausschüsse. Redner schildert, welche Wirkungen das Gesetz ans die selbständigen Betrieb e aus üben kam:, wenn eine Fühlungnahme intt der Interessenvertretung unterbleibt, er hofft jedoch, daß die einzelnen Ausschüsse in allen das Handwerk bettessenden Fällen die Hand- lverkskammer gutachtlich hören werden. Ebenso ersucht er dringend die Handwerksmeister, sich mit allen diese Angelegenheiten berührenden Fragen an die .Handelskammer zu wenden, die mit Rat und Tat dem Handwerk zur Seite stehe:: werde. Nachden: noch Direktor Paech gesprochen hatte, schloß der Vorsitzende Gewerberat Falk die Sitzung mit kurze:: Dankesworten an die Mitglieder der Kammer und die beteiligten Korporationen,, sowie die Beamten und Angestellten für ihre pflichttreue Tätigkeit um 7*2 Uhr. Aus Stadt und Land. Gießen. 7. Juni^9^7. Die Höchstpreise für Obst. \ Berlin, 4. Juni. (WTB.) Der „Reictzs-anzeiger" veröffentlicht nachstehende Bekanntmachung über Hoch st p r e ff e für Obst: \ Auf Grund des 8 4 der Verordnung über Gemüse, Obst und Südfrüchte vom 3. April 1917 (Reichs-Gesetzbl. S. 307) wird bestimmt: § 1. Der Preis für die folgenden Obstsorten darf beim Verkauf durch den Eweuger die nachstehenden Sätze für je ein Pfund nicht überschreiten: Erdbeeren, 1. Wahl ..0.55 Mark Erdbeeren. 2. Wahl .0.30 „ Walderdbeeren.^ 1.00 „ # Johannisbeeren, weiße und rote . . 0.30 „ Johannisbeeren, schwarze . . 0.40 „ Stachelbeeren, reif und unreif . . 0.30 Himbeeren ..0.50 ,. Blaubeeren . ..0.25 Preiselbeeren ........ 0.35 „ Saure Kirschen . ..0.20 , Süße Kirschen, weiche .... 0.25 Süße Kirschen, große, hatte . . 0.35 „ Schattenmorellen ...... 0 40 , Glaskirschen ........ 0.45 „ Reineclauden, große, grmre ... 0.30 „ Mirabellen .0.40 § 2. Die bei den Landes-, Provinzial- und Bezirksstellen für Gemüse und Obst gebildeten KreiFkommissionen können für ihr Wittschaftsgebiet einen anderen Erzeugerhöchstpreis bestimmen, der die vorstehend festgesetzten Preise nicht um mehr als 10 Prozent überschreiten oder dahinter zurückbleiben sowie m Erdbeeren, Stachelbeeren und 'Kirfch en für die ersten 14 Tage nach ihrem Erscheinen auf dem Markte bis zu 50 Prozent überschreiten darf. Weitergehende Abweichungen bedürfen einer ausdrückliche:: Geneh- migung der Reichsstelle für Gernüse und Obst, Berwabtungs- abteilung. § 3. Diese Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft. Berlin, den 3. Juni 1917. Die Reichsstelle für Gemüse und Obst. Verwaltungsabteilung. Der Vorsitzende: v. Tillp. ** Postverkehrmit Rumänien. (WTB. Nichtamtlich.) Ab 1. Juni ist der Postverkehr, und zwar vorläufig nur für einfache Briefe und Postkatten, innerhalb des Gebietes der Militärverwaltung in Rumänien und zwischen diesem Gebiet und den Vierbnndsstwaten fveig ergeben. Tie Bttefe müssen offen anf- gegeben werden und dürfen nicht Mer vier Seiten lang sein. 2sn Rumänen mrd andere feirüstiche Staatsangehörige im Gebiete dev Mlitärverlvaltlung dürfen nur Katten geschrieben werden. Auf- schttft und Mitteilungen sütt> in deutscher, ungarischer, bulgarischer oder türkischer Sprache abzufassen. Innerhalb des Gebietes deck Militärverwaltmig ist auch die rumänische Sprache zulässig. Sendungen nach und aus de:: Vierbundstaatei: müssen init genauer Adresse und mit Vermerk „über Postüberwachungsstelle Nr. 24" versehen sein. Das Porto wird nach ^den Sätzen des Weltpostvereins erhoben. Im Gebiet der Militärverwaltung werden deutsche Brrefnurtten mit den: Ansdru.ck LI. V. und den Vertäusswetten in Landeswährung zu 15, 25 und 40 Ban: verwendet, außerdent Postkatten zu 10 Bau:. > Landkreis Gießen. -m. Hungen, 6. Jttni. Noch vor »venigen Tagen war ein Gang durch die Felder :rnserer Gemarkung ein Hochgenuß, und :u-an staunte, was die Natur in den paar Wochen, seit Einsetzen^ der Vegetation, hervorgezaubert hatte. Nun ist durch die anhaltende Trockenheit der letzten Zeit ein Stillstand im Wachstum eingetteten, und man sieht, wie die Natur nach einem durchgreifei:den Regen lechzt, der hoffentlich bald emtritt, damit die so berechtigter« .Hoffnungen aus eine gute Ernte nicht zuschanden iverden. Tas Korn, stelleirweise bis 1,50 Meter hoch, steht bereits in Blüte, und auch die übrigen Getteideatten stellen schön. Tie Kartoffel^ für welche die lvarine Witterung bisher besonders günstig war, sind teilweise schon gehäufelt und versprechen einen guten Ettrag. Auch die Futteraussichte:: sind sehr gut, falls der Regen nicht mehr lange aus sich warten läßt. Namentlich der Klee steht so schön,, wie selten in eine:::'Jahr. Mtt der Heuernte wird in deä nächsten Tagen begonnen werden. — In: Walde zeigen Erd- und Hinrbeeren reichen .Früchteansatz. Diese:: Früchten kommt die Trockenheit sehr zustatte::. ** Inheiden, 6. Juni. Ms Ergebnis der Ortssammlung in Inheiden für die U -B oo t-Sp en d c konnten 180 Mark an die Kreiskasse abgesandt werden. Den: guten Zweck entsprechend waren die Galwn wieder recht reichlich. Allen Spe::dern sei hiermit nochmals bestens gedankt. Hessen-Nassau. = Rüdesheim, 5. Juni. Die Bereinigung der RheingaueÜW Weingutsbesitzer brachte bei den diesjährigen Frühlingsversteigerungen 585 Ltück zum Verkauf und erzielte dafür die Riesensumme von 7 562 320 Mark. Den Gipfel erreichte die Versteigerung von 1200 Lttern 1911er Hattenheimer Engelsmannberg mit 103 200 Mark. = Frankfurt a. M., 6. Juni. In der Stadtoerord-H nclenversamm lnng wurde die Nichtgenehmigung der Magi- sttatsVorlage auf Errichtung einer T a r r a n l a g e, für die beretts 200 000 Mark bewilligt waren, durch die Aufsichtsbehörde unter' scharieni Protest als einem uitterechtigten Eingriff in das Selbst- vcrwaltungsrecht zur Kenntnis genom:::?::. Tie Vorlage auf Errichtung einer Alt kl e i d e r stel le . durch die der Astkauf untt Verkauf gettageuer Kleider und Schuhe in städtischer Regie verwaltet werden soll, fand die Billigung aller Fraktionen. Entgegen den Befchlüffen der Kriegskommission, die eine Mägisttatsvorl-i läge auf Gewährung von Teurungszulagen für die städtischen Beamte:: und Angestellten gutgeheißen hatte, bedanerte^ man in der Versammlirng, daß die Stadt nicht die gleichen Deurungs- sätze vorgeschlagen habe, wie sie der Staat scmen Beamten gewähre. Die Vorlage wurde m: den Finanz- und Organisationsausschuß zur weiteren Beratung überwiesen, lieber die andauernde Kvhlen- no 1 interpellierte man zum Schluß den Magistrat. Stadttat Tr. Hille r führte die Not auf Transportschwierigkeiten zurück, die auch in Zukunft bleiben würden, ferner heische die Kriegsindustrie immer größere Mengen szum Nachteil der Prioatbevölkerung^' Für die künftige Kohlcnversorgung Frankiutts kommen die Größe der ^Löhnung in Frage, nicht mehr das Einkommen. Stadtv. Dr. H e: l b r u n n führt foert Rchrngel nicht auf Tra::svottschwiettgkeitenl zurück, sondern ^auf Machensckwften im Kohlensvndikat, das dadurch eine bewußte Denrm:stratton gegen die zuständigen Berliner Stellen wegen des neuen i:rnerpol:tischen Kurses zum 'Ausdruck bringe:: wolle. Ter Antrag des Redners, den Städtetag mit der Verfolgung der Mgelegenheit zu betraue::, fand zugleich :ntt der, Magisttatsvorlage Annahme. McheE. Aebersicht der§sdezfS8e i. d. Stadt Gistzen. 19. Woche. Vom 6. bis 12. Mai 1917. (Einwohnerzahl: anqenoinmen zu 33100 (inkl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 26,70 Nach Abzug von 12 Ortsfremden: 7,85°/^. Es starben an Zus. erwachsene im!, Lebrns-- jahr vom 2 . bis 15. Jahr Altersschwäche 3(3) 3(3) — — Diphtherie 2 (1) — — 2(1) Lungentuberkulose 2 1 — 1 Lungenentzündung 3(3)' 2(2) — 1(1) Gehirnschlag 1(1) i (1) — — anderen Krankheiten des « Nervenfysterns anderen Krankheiten der 2(2) 2.(2) Verdanungsorgane 1 (1) KD — — Blinddarmentzündung l (1) — — 1 oo Nierenschrumpinng 1 1 — — inchekannten Todesursachen 1 1 — - Summa: 17 (12) 12 (9) 5(3) Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an. wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gieß«: gebrachte Kranke kommen. Berösfentlickung des Großh. Kreisgesundhettsamts Gießen. Medizinalrat Tr. E. W a l g e r . Großh. Kreisarzt. Darmstädter Hoftheater. rb. Darm st ad t, 5. Juni. Ein Eveigltts ersten Ranges bedeuteten für das . hiesige Kunst leb«: die beiden Richard- Strauß-Aben-de imtw' perfönlichm' Leitung des Komponisten, die vor ausvettauften Häusern stattfanden. Der erste Abend l-raschte Uns dem „R o s e n k a v a l: e r": dieses Werk, in den: alle Km:ste :nodernster Orchestettechniik ::.nd illnfttativer Jnsttu- mentatfon ihr Spiel trieben. Rickxrrd Sttauß leitete sein Werk t«:it vollster Ueberlegenheir und arbeitete alle Feinheiten der Pattitur aufs glänzendste heraus. Unser Hosorchester folgte ihm begeistert. Das Ensemble war von ivohlausgeglickener GeschtosseU- keit und Ruirdung, auch mertte man des Konrp-vnisten Einfluß auf die Ausgestaltung der einzelnen Partie::. Die Damen S ch e l - per, Gehersbach und Jakobs, sowie Herr Schützen- dors und Gabor leisteten Vorzügliches. Der zweite Mend brachte vor allem die vielgenannte „Al p en s i nso n : e^. die 1915 in Berlin ihre Uransführung erlebte, hier zum ersten Male zu Gehör. Dieses effekt- und stimmungsvolle Werk, das nur durch die Vereinigung der Orchester der Großh. Hofmustk:rnd der Kurkapelle ^ in Bad N au hei nt sowie durch Mitglieder des Mainzer Städttschen Orchesters ermöglicht lvurdr', da das Werk eine ganz ungewöhnliche Besetzung erfordert, nämlick: 16 1. Viöl:nen, 14 2. Violinen, 10 Bratschen, 8 Violtneelli, 7 Kontrabässe, je 4 Flöten, Oboe::, Klarinetten und Fagotte, 8 Hörner, 4 Trompeten^ 4 Posaunen, 4 Tenor- und 2 Baßtulben, 4 Harfen, Orgel, Celesta, diverses Schlagzeug und eine Lluzahl Blechinstrumente hinter der Szene. Sttauß bringt hier der Allmrttter Natur ein Ständchen, indem er in Tönen die Eindrücke einer Alpe::tvanderung verl-err- licht. Es ist im Gegensatz zu Beethovens 5. Sinfonie (die Pastt- rale-, die das Hauptgewicht vor allem auf seelische Sttm:nuug legt, vor allem äußerliche Tonmalerei, die der Komponist wie immer. so auch in diesem Werke bevorzugt, doch hat die Sirffonie Stimmung. Farbe und hinterläßt deshalb ein«: machttgen Eindruck. Am schönsten rvirken in. diewr 3 / i Sttrndei: dauernd«: S:nfonie, bei der sich Bild an Bild in einem 'Satz ohne llnterbrechung reibt, der morgentliche Aufftteg zu d«n Berggipset, die wunderbare Schi! derurrg der Empfindung beim Anblick 'der A1peuive.lt !u vor iallem id« Schlußteil. „Ausklang" und „Nacht", in B-Mvll ausklingend.. Außerdem gelangte die Tondickchimg für großes Orchester „Don Juan" (nach Lenaus zur 2lufsi:hr:m.g, die einer früheren Schaf s«:speriode entstamn:t, und zwei Gesänge für tiefe SttmUie, t>cn: Herrn Stephani ntit schöner Tongebung vorgettagen. Bon d«: beiden Liedern, „Ter Einsame" :md „Das Tal", ist das erstere das musikalisch bedeutendere. Der Kmnpvnist erntete nach jeder Nmnmer reich«: Beifall, der sich zum Schlüsse, wo ihn: ein goldener Lor beerkranz überreicht wurde, aufs höckzste steigette. Das Orchester wurde seiner großen Ausgabe in vorbildlichster Weise gerecht. Das Großherzvgspaar >var antvesend. Hiermit beendete die Hosinustt d«: Zyklus deutscher Siinfonien, die in diesem Winter :mttr Weingartners Leitung lvahre Kunstgenüsse bot. H. — Ludendorfs als Ehre nbürger von Insterburg. Aus Ostpreußen wird uns geschtteb jeder wollte Einauartieruug haben. Hinlxn.burg und Ludendorfs waren das Ziel begeisterter Ovationen. Beide leitet«: von hier aus die WttttersckÄachr in Masuren Mit der Ehrung Ludendvrffs hat die Stadt Insterburg jetzt zum zweiten Müle ihre Dankbarkeit über ihre glückliche Befreiung Ausdruck gegeben, nackchem Machstrat und Stadtv«r>rdnete schon in: November 1914 den Stadtrat Dr. Bierfreund, der ichwercn Sünden glücklich abwendete, durch eine "Adresse und die Darbiemng eines Ehrengeschenks auszeichneten.