Nr. \5\ Der 5 ‘ebener AnMtze« erschein: täglich, außer Sonntags. — Beilagen: Sleßener.samillenbtättek; UreirblLtt für den Kreis Eictzen. vezugsPrejr: monatt. 90 13ü viertel- jährl. Mt. 2.60: durch Abhole- u. Zweigstellen monaÜ. 80 Pf.: durch die Post Mt. 2. ^viertel- jährl. ausfchl. Bestellg. Fernjprech - Anschlüsse: ^_ «rW«®*tWieittt!(fllia zranttnrta.M. U686 Verlag,Geschaftsstellebl Anschrift sürDrahtnach. Erster Matt Wi. IahrgWg yoflscheckkonto: -Anzeiaer Kr Ohe LmnsLag, 38. ZÄLü vankvertehr: Annahme von Arrz«i, dis TageSnummcr L ■ : -um Nachmittag vorher seikenoreir, s. Anzeigen: Örtlich 20 Pf., Vermietungen u. Stellengesuche 15 Pf.. auswärts 25 Pf., b. Platzvorschrift 30 Pi., Reklamen 75 Pi., bei Platzvorschrist 90 Pf. Hauptschristleiter: 'Aug.. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: A»a. Goetz. Stadt .u d- *,iwwn\ur - richtssaal: Fr. R. Zen:.. richten: Anzeiger Kietzen. 3NillingLrunSdruck u. Verlag: vrühl'sche Unw.-Vuch- u. StrintruSerei R. Lange. Schriftleitung. Geschäftsstelle „.Druckerei: Schulftr " Anr-i««nteil: ,s. Beck. Srwerbeban! Sietzen Lw«..Vermischtes^Gc- rkchtssaal: Fr. R. Zen:. Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. 7. 3E2E en La Bafjäe- Kanal und der $cam. ta un (WTB.) G rvhrs Hauptquartier, 29. Juni. (Amtlich.) W eftl iche r Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Runprecht. In Flandern war nur in wenigen Abschnitten die Fcuertütigkeit Lebhaft. Heftige Kämpfe spielten sich gestern zwischen La Bassee-Kanal und der S c a r pe ab. In dem seit längerer Zeit van u«s als Kampfgelände aufgegebenm, in den Feind vorspringenden Ramn tveit- lich und südwestlich von Lens wurde ein frühmorgens längs der Straße nach Arras vorbrechender A n gri ff starker englischer Kräfte zu m Luftfto tz. Abends griffen mehrere Divisionen zwischen Hulluch und Mericourt und von F r e § n o p bis G a v r e-l l e nach Trommelfeuer an. Bei Hulluch sowie zwischen Loos und der Straße Lens-Livien wurde der Feind durch Feuer und im Gegenstoß zurückgetriebm. Westlich von Lens kam nach heftigem Kampfe in unseren Vorfeldstellungen ein neuer Angriff des Gegners nicht mehr zur Durchführung. Bei Avion Weiterte fein mit besonderem Nachdruck geführter erster All- sturm völlig. Hier griff er erneut nach Heranziehen von Verstärkungen an; auch dieser Angriff wurde durch Feuer und im Gegenstoß zum Scheitern gebracht. Zwischen Fresnop und G a v r e l l e ersetzte der Feind sei,re anfangs verlustreich in unserer Artilleriewirkung zu- iammerchrkchenden Sturmwellen dauernd durch Nachschub frischer Kräfte. Nach erbitterten Nahkämpfen setzten sich die Engländer zwischen. Oppy und der Windmühle von Gavrelle in imserer vordersten Linie fest. Unsere Truppen hüben sich vortrefflich geschlagen. Der s^einb hat in der gut zusammenwirke irden Mw ehr und im Kampf Malm gegen Mann hohe blutige Verluste erlitten. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Am khemin des DLmes hatten bei Fort de Mal- rnaison, südlich von^Lourtecon und südöstlich, von Ailles örtliche Vorstöße, öMry von Cerny ein größeres Unternehmen westfälischer NMmenter vollen Erfolg. Hier wurde die französische Stellung in über eintausend Meter Breite und ein zäh verteidigter Tunnel gestürmt rrnd gegen heftige Gegenangriffe gehalten. Im ganzen sind bei diesen Kämpfen über 15 0 G e f a n ge n e und einige Maschinengewehre eingebracht worden. Auf dem Weftufer der Maas kam ein sorgfältig vorbereiteter Angriff am Westbange der Höhe 304 zur Durch- fichnnV- Nach kurzer Feuervorbereilung nahmen posensche Regimenter in kräftigem Anlauf die f r a n z ö s i s ch e S t e l - lungbeiderseitsderStraßeMalancourt-Es- nes in zweitausend Meter Breite und fünfhundert Meter Tiefe. Bald einfetzende feindliche Angriffe wurden vor den gewonnenen Linien zurückgeschlagen. , Heute früh stürmte ein württenwergisches Regiment im Walde von Avocourt einen dreihundert Meter breiten Stellungsteil der französischen Befestill u n g e n. Bisher sind an beiden Cinbruchftellen über fünfhundertfünfzig Gefangene gezählt worden; die Beute stcht noch nicht fest. Heeresgruppe Herzog Alb recht. Keine besonderen Ereignisse. Auf dem Oestlichen Kriegsschauplätze und orgnissen nicht eine unbegreiflich große Kluft? Wir lese:: heute wieder mit Vergnügen, wie in der „Daily Mail" der wachsende Druck des Dauchbootkrieges beklagt wird. „Wenn die Schiffsverluste", so heißt es da, „in dem letzrgen durchschnittlichen Maße zunehmen, wird es nicht lange dauern, bis wir in eine Lage kommen, von der wir uns nicht zu erholen vermögen". Während Ribots chauvinistische Rede :n der französischen Kammer sich: lauten Beifalls erfreute, wird doch gleichzeitig die ungemein bezeichnende Tatsache bekannt, daß Frankreick) ein Gesetz schaffen muß, um gegen dü wachsende Friedenspropaganda einzuschreiten! Ein wirklich hübscher ,chenwkratischer" Zug, der unser Zeitalter ziert. Was die maßgebenden .Arbeiter- und Soldatenräte in Rußlarck wollen, das haben sie laut vor der Welt verkündigt; wenn heute die Petersburger Telegraphenagentur dem die Meldung entgegensetzt, der Kongreß der Kosaken habe sich für die Fortsetzung des Krieges bis zum Siege ausgesprochen, so ist das doch nur von geringer Bedeutung. Denn maiflanu ba sehr stark eine bloße Mache vermuten. Hinter den angeblichen Kosaken stehen nur die letzten Reserven der Söldner Englands und Amerikas. Worauf wartet nun die Welt angesichts dieser widerspruchsvollen Lage? Wir glauben nicht daran, daß die politischen Treibhausgewächse, die wir hinter den Zäunen der Entente, aber auch in den Glashallen der Berliner Wilhelmstraße auffpmeßen sehen, zur vollen Frucht heranwachsen werden. Vielleicht kommt irgendwoher, aus Höhen und Sphären, :n die kein Diplomat Hinaufteichen kann, eine Entladung und Lösung der schwierigen Fragen. Haben wir eben noch eine unerträgliche Schwüle der politischen Ungewtß- hell, so kann nt ganz kurzer Zeit, wie in der Natur, Donner und Blitz d:e gewünschte Wandlung schaffen. Der U-Boot- Krreg führt die Wolken zusammen, die französische Atmosphäre der Kriegsmüdigkeit lechzt nach Entladung. Wir Deutsche müssen, dürfen und können uns :wch mit etwas Geduld wappnen. Wenn die Gewitter grollten, dursten wir von unserem Vaterlande bisher immer das getroste Wort unseres Klopstock sagen: , UnEr Vater verbot seinem Verderber, an unserer Hütte vorüberzugchen." Auch den kommenden Wettern, die schon durch Rauschen des Waldes und Heben des Stromes sich ankündigen, hoffen wir die Zuversicht in das gnädige Walten des Schöpferwillens ent- gegenbringen zu dürfen: „Er kommt, Erquickung auszustreuen über den dürstenden Halm, über die herzerfreuende Traube." Dann könnte das deutsche Friedensziel wohl in satteren Farben Leuchten als in diesen Tagen. Der ösierreichisch-mrgarische Tagesbericht. Wien, 29. Jmli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Oeftlicher und südöstlicher Kriegsschauplatz. Außer erhöhter Gefechtstätigkeit in Galizien nichts zu melden. Italieirischer Kriegsschanplatz. Südöstlich von Görz und im Plöckenabschnitt war das feindliche Artilleriefeuer lebhafter. Der Chef des Generalstabes. Deutsche Bergeltungsmaßregeln gegen Belgien. Brwssel, 29. Juni. (WTB.) Während des ostafrikani - scheu Feldzuges ist den belgischen Truppen bcki der Besetzung Dabo ras auch -eine größere Anzahl deutscher Frauen, Kinder und nicht wehrpflichtiger Zivilpersonen in die Hä:tde gefallen. Nachdem diese unglücklicher: Opfer des Krieges, die bereits die Entbehrungen und Anstrengungen einer dauernden Kriegszeit im ungesunden ttopischen Afrika hinter sich hatten, einige Zeit in Tabvra seftgehalten worden waren, hat sie die belgische Rjegiernng, die sie über die oftafrikanische Küste nach Hause zu bringen hatte, nach und nach auf dem rvriten, beschwerlichen Weg, der mit den größten gesundheitlichen Gefahren verbunden ist, über den Kongo ohne jede Rüchicht auf Alter und Gesundheit abbefördert. Selbst kleine Kinder im zattesten Alter und Frauen, die unmittelbar vor ihrer Niederkunft standen, mußten unter schlechtester Behandlung die über zeh:: Wocher: dauernde Reise durch die Snmpfjnieda- rnngein des Kongo zurückleaen. Viele von diesen haben durch die Sttapazen einen dauernden Schaben davvngettagen und leiden jetzt noch an ttopischen und chronischen .Krankheiten. Die schnellste ueberführung in die Heimat oder wenigstens in ein neutrales Land wäre daher eine selbstverstäitdliche Pflicht der Menschlichkeit gewesen. Dieser Pflicht ist aber die belgische Regierung ttotz wiederholter Aufforderung, die die deutsche Regierung an sie gerichtet hat, nicht nach gekommen, sie hat vielmehr die Gefangenen, inm denen ein Teil zunächst in England gelandet worden war, in verschiedenen Internierungslagern in Frankveich unterbringen lassen. Unter diesen Umftäiibeh hat sich die deutsche Regierung gezwungen gesehen, der belgischen Regierung unter Stellung einer angemessenen Frist die Festnahme von zunächst zwanzig Belgiern ans angqesehejnen Kolonialkreisen für den Fall der NichterfMung des deutschen Verlangens anzudrohen, imd da die belgische Regienmg hierauf eine völlig Unbefriedigende Antwort erteilt hat, diese Vergeltungsmaßregcl nunmehr auszuführen. * Der türkische Bericht. Rückzug der Engländer Horn Euphrat. Konstantinopel, ,28.Juni. (WTB.) Heeresbericht vom 28. Juni. A,nr GnphrLt singen die EngtäNdor büs Fel- lUdfcha zurück. Kauka su s front: ,Auf mrftLLM ausErswu rqchtZr Flügel südlich dos griff eine stärkere femdHche fteftt&mtaS* abteilung unsere Posten an. Nach leinen: halbstündigen Gefecht wurde der Gegner in östlicher Richtung zurückgedrängt. An der übrigen Front außssr Pattouillengefechtei: nur an zivei Stellen lebhafteres gegenseitiges Artilleriefeuer. Von Seiten unserer Artilleri? wurde gute Wirkung beobachtet, während die feindliche Artillerie, die Tie Ausschsreitungen begannen am Sonntag, der: 3. Juni und fanden an de:: folgenden Tagen ihre Fvtt- setzmrg. Tausende halbwüchsiger Knaben und Mädchen versam- nrelten sich auf dem Felde!vor der Stadt :rnd verteilten sich dann planmäßig auf die jüdischen Viertel und Gassen von Leeds. Man schlug die Fensterscheiben der jüdische:: Läden ein, plünderte die Geschäftshäuser und warf die Waren aus die Straße. Mau jagte sedem Juden: nach, dessen man ansichtig wurde, und warf sie mit Steinen. Nur rrrü großer Mühe retteten sich die Juden vor der Mit des Pöbels. Die Polizei zeigte sich am Sorrntag und Montag abend machtlos. Effk als jüdische Vertreter die Behörden auf den: Ernst der Situation hürwiesen, durch den Board of Teptckies bein: Ministettum des Innern inter- vn:ieren ließe:: und betonten, daß, wenn der behördliche Schutz sich alshk ^genügend ettbeffen sollte, sich die Jochen zUm Selbst- schütze organisieren Würden, wurden energische Maßnahinen ergriffen. Der Polizeichef warnte in einer Proklamation die Bevölkerung vor der Fortsetzung der Msschreitungen, bedrohte sie mit schimmeren Strafen und versprach der jüdffchen BevÄkerung Ersatz der Sch>äden aus der Gemeindekasse. Der a:rgeri>chttte Schaden ist groß. Tie Teilnehmer am .Pogrom lvUrd^n mit.geringen Geld-- sttafen belegt. Tie jüdische Oeff>e:Eichkeit Englands ist durch die Vorgänge tief beunruhigt. Der Progrom ist keine Zufälligkeit. Er ist eine Folge der jahrelange:: spsteinatischm Hetze der aelben Presse, die in Leeds das Feld beherrscht. Schon vor dem Kriege kam es zu ^prvgromartigen Ausschreitmrgei: in Irland und England. Tie Frage der Dienstpflicht der riffsischen Jochen ivkurde zu einer heftigen anttsemttischen Propaganda aitt^vnützt. Tie Juden von Loeds lieferte:: indes einen höheren Prozentsatz dem Heere, als ganz Leeds. Bon den 21000 Inden Leeds, die sich in vielen Hundetten fteiwillig meldete::, dienen 2700. Mzeichmch ist, daß die englische Presse im großen :mb ganzen zu den Vorgängen Leeds keine Stellung nimmt. Das üsterreichische Abgeordnetenhaus und der Friede. Wien, 28.JUNÜ (WTB.) Das Abgeordnetenhaus beendete heute die Ver'handlungen über die Anfragen betreffend Vorbereitung von Friedens Verhandlungen gamiäß der Geschäftsordnung. Im Laufeder Debatte erklärte Hauser (Christl - Sozial.),, er wünsche nichts sehnlicher, als daß sich die Katholiken, aller Lander zusammenichlreßen, um de:: Frieden zu erreiche:: Wenn es sich !u!m den: Frieden handelt, sind wir bereit ourir mit beit Sozialdemokraten zusammenzuarbeiten und alle^ zu tun damit Unser gutes braves Bol Ttotiebeu in Frieden arbeiten und leben kann. (Lebhafter Beifall bei den Ehrfftlich-Sozialen^ Die Friedensbestrebungen kmi Hause haben einen mächtigen Hintergrund in uns«ckm edlen Herrn und .Kaiser. Aus seinem eigenen M^nde hotte ich es wveder. Der Kaiser will de:: Frieden sobald als Möglich. Illrser Kaper ist ein Friedeitskaiser. Ich schließe mit Mögen die edle:: Wünsche imseres Friedenskaisers bald in Erfüllung gehen. (Lebhafter Beifall bei den Chrisll.-^vsialeü und beu Deutschnttivnalen.) Ter Redner wird bsglückwünickt ^ € ü^bin s ki erklärte: Auch die Pol e n ersehnen intensiv den Frieden. Für sie ist .der Weltttieg nock^ möhr als für alle anderen ent Bruderkrieg. Sre hoffen, daß bei der zukünfttgcn 5j>est«ütung Europas d:e ^nagüdve eines solchen Bruderkrieges sich nicht imeder- holer: werde. Im eigenen Mimen, sonne im Mrintt: der Pattei-^ genoffen erklärte der Redmn, daß die Polen stets der Dpnaftie mtb Monarchie gegenüber loyal waren und bleiben werden. Beifall bet «n Pol«n.) Der italienische Abgeordnete B u g-a t t o wmpckue. Adgevrdneletchaus möge bai Wünsch tür^yrikfcn, daß hd ögcn friegfiQfrffliben 'etcKöot die Ue&er*eäiigämff dnrchdringe, daß iDeftn-TCTcf^Untjam fernen Evoberungsktneg führe, sondern unter Sicherung seiner territorialen Integrität und LÄahrtmg der Freiheit seiner Handelsttvge das baldig« KoiegÄmde anftrebe. Die deutschen Sozialdemokraten brachten amen Antrag ein, wonach die Entscheidung über Krieg und Frieden in den Wirkungskreis des Reichsrates gehöre. SeeMeg. Neue N»BootErfolge. Berlin, 29. Juni. .(Amtlich.) Neuerdings sind Vom Unseren U-Booten versenkt worden: 1. In den nördlichen Sperrgebieten 26400 MkT. Unter den versenkten Schiffen befanden sich u. a. ein bewaffneter englischer Dampfer von etwa 5000 MMO anscheinend von der P.- and O.-Linie, sowie ein großer unbekannter durch Zerstörer gesicherter Dampfer. Ein anderer versenkter Dampfer hatte Lebensmittel nach England geladen. 2. Im Mittelm eer 27042 BRT. Unter den Vernichteten Schiffen befanden sich der bewaffnete englische Dampfer Cheltonian und der bewaffnete italienische Dampfer Montebello. Soweit bekannt geworden, bestanden die versenkten Ladungen aus Kohle, Lebensmitteln und Holz. Der Chef des Admiralftabes der Marine. England und der U-Boot-Krieg. Bern, 29. Iran. (WTB.) L o w a t Fraser schreibt in der „Dailp Mail": Die. Nation versteht noch nicht völlig die Tragweite der letzthin durch die deutschen Tauchboote angerichteten Vernichtungen. Die schweren Folgen der Unfähigkeit der ^Admiralität, wirksame Mittel gegen den Tauchbootkrieg #u finden, werden noch nicht allgemein übersehen. Bis zu einem gewissen Grade lvar die deutsche Rechnung richtig. Die Tauchboote sind lheute eine größere Gefahr als die deutschen Armeen. Es muß fetzt Aar anerkannt werden, daß die meisten unserer derzeitigen Schwierigkeiten auf dem Mangel an Schiffsraum beruhen, der 'hauptsächlich durch die Verheerungen der Tauchboote hervorgerufen nwrben ist. Weil es uns an Schiffsraum mangels tritt schnell ein Mangel an allen Lebensbedürfnissen, besonder Man Brot, ein. Jetzt, wird die Baumwollindustrie von Lanashirh. edroht, hauptsächlich, tveil nicht genügend Schiffe vovthmden find, um Roh- .daumwolle zuzusühren und Fertigware nach der Uebersee zu bringen. Der Druck des Dauchbvotkrieges ließ im Mai etwas nach, aber er nimmt erneut zu und wird wahrscheinlich weiter .zunehmen. Wenn die Schiffs Verluste in dem jetzigen durchschnitt- -lichen Maß zunchmeu, wird es nicht lange dauern, bis wir in eine Lage kommen, von der wir uns nicht zu erholen vermögen. Die Abteilung der Admiralität zur Bekämpfung der Unterseeboote besteht ans überarbeiteten Ge- ,'hrrnen. Das ist vielleicht der Grimd, warum es uns nicht gelingt, !nnt der Tauchbootgesahr fertig zu werden. Aber ein Mißlingen «der Meisterung der Tauchboote bedeutet vielleicht den Zusam- . mcnbruch. A m st e r d a m , 29. Juni. (WTB Nichtamtl,) Nach einer Meldung des „Allgemen Handelsblad" aus London sagte Unterstaatssekretär Kella ny gestern in einer Rede in Birmingham, daß England in diesem Jahve bis zum letzten Sonntage durch den U-Boot-Krieg 449 Schiffe von mehr als 1600 Tonnen und 71 kleine Schiffe verloren habe. Ein Teil müsse durch neue Schiffe ersetzt werden, wenn England nicht durch Hunger zur Uebergabe gezwungen werden solle. ^ » Rotterdam, 29. Juni. (WTB.) „Maasbode" teilt mit, daß die beiden norwegischen Schiffe „Bolette" und „Maggie" gesunken sind. Lur dem Reiche. Der Handel mit Tabak. dürfen. Die Veräußerung von Saatgerste und der Handel mit Gaatgerste bleibt dagegen nach wie vor bis zum Erlaß der demnächst erscheinenden Verordnung über den Verkehr mit Saatgut verboten. Berlin, 29. Juni. (WTB.) Der „Reichsanzeigev^ veröffentlicht ein Gesetz betreffend den Gebührentarif für den Kaiser-WilH elm-Kanal, ferner eine Verordnung be treffend die Abänderung der Prisenordnung vom 30. Sep tember 1909, sowie eine Verordnung über die Höchstpreise für Honig und eine Bekanntmachung betreffend die steuerfreie Verwendung von Branntwein und betreffend die Zollfreiheit für Säcke, eine Verordnung betreffend die Aenderung der Telegraphenordnung vorn 16. Juni 1904 und eine Bekanntmachung über den Verkehr mit eisernen Flaschen. Arrs Hessen. lieber Holzverkäufe aus staatlichen Wäldern an hollärtdische Firmen stellt Abg. Dorsch folgende Anfrage: Hat die Großh. Regierung Kemrttns davon, daß aus hessischen Staatswaldungen grvßenUMengerr erstklassiges Holz von holländischen Firmen gesteigert und von diesen an England abgegeben wurde, und - ist die Regierung in der Lage und bereit, darüber Auskunft zu geben, ob und inwieweit dies zutrifft- Besteuerung der Teuerungszulagen der Reichsbeaurten. Abg. Dr. O s a n n hat in der Zweiten Kammer folgende Anfrage gestellt: Ist es Großh. Regierung bekannt, daß die Finanzämter von den Teuerungszulagen der Reichsbeamten und der im Großherzogtum wohnenden preußischen Beamten, insbesondere der Preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschaft, Einkommensteuer erheben? Sind auch die den städtischen Beamten zugebilligten Teuerungszulagen der Einkommensteuer unterworfen worden? Die Erteilung des Unterrichts in den Volksschulen. Abg. Korell-Ingelheim hat in der Zweiten Kammer folgende Anfrage gestellt: 1. Ist es der Gvoßh. Regierung bekannt, daß in Volksschulen, ohne Beschluß des Schulvorstandes, entgegen den Wünschen der Eltern, der Unterricht um 7 Uhr begitrnt? 2. Ist es der Großh. Regierung bekannt, daß, ohne Beschluß des Schulvorstandes, in Volksschulen Unterricht nachmittags von 1—4 Uhr bei eiltet Hitze von 28 Grad erteilt werden mußte? 3. Was gedenkt die Großh. Regierung zu tun, um ihren Verfügungen (zu 1) und hem Schulgesetze (zu 2) Geltung zu verschaffen? Berlin, 29. Juni (Amtlich.) Eine Bundesratsver- vrdnung vom 28. Juni 1917 regelt den Handel mit Tabakwaren. Der Handel mit Zigarren, Rauch-, Kau-1 leidigung meiner'braven Leute/ von denen'feiner mr Fahnenflucht und Schnupftabak (Tabakwaren) ist vom 15. Juli 1917 ab ^nkt und die ihre Soldatenpflicht in guten und sehr bösen Tagest Hriegsbriefe aus dem U>ejteit. Von unserem Kriegsberichterstatter, tllnberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten^ Im Westen, im Juni 1917. „Dujmm geboren und nichts zugelernt!" sagte der Major und Regimentskommandeur und sah einen bedruckten Zettel an seinen Adjutanten zurück. „Wir wollen den Wisch zu den Akten nehmen, als Kuriosum, und nach dem Krieg verkaufen wir ihn an ein Wachsfigurenkabinett, damit er auf den Jahrmärkten gezeigt wird. Zu dü,mm!" Und er schlug mit der flachen Hand auf den Wisch. „Für solche Esel hätte ich die pffffigen Franzosen nicht gehalten!" Nach einer Weile, nnd nachdem der Adjutant andere Dinge vorgetragen hatte, ließ sich der Major „den Wisch" noch einmal geben nnd entschied: ,^Jch glaube fast, es ist am besten, toeutt wir diese Unverschämtheit den Mannschaften durch Umdruck bekannt machen: die werden dann schon selber die richtige Antwort darauf geben." Er war so erregt, daß ein Fremder den Zusammenhang erst nach nnd nach verstehen konnte. Es stellte sich heraus, daß die Franzosen, die auf irgendeine Weise .erkundet halten, daß ihnen Polen Polen gegenüber lagen, Ausrufe sin polnischer Sprache in dto deutschen Schützengräben geworfen hatten. Darin fordertest sie die Polen auf, überzulausen imb in ein französisH-polntsches Freikorps einzutreten. Solch ein Aufruf war der Wisch, der den Major so in Harnisch gebracht hatte. „Das ist nicht nur dumm, sondern auch eine unverschämte , nur solchen Personen gestattet, denen eine besondere Erlaub nis zum Betriebe dieses Handels erteilt worden ist. Aus- ' genommen sind hiervon der Verkauf selbst hergestellter Tabakwaren sowie der unmittelbare Verkauf an Verbraucher, so ’ daß der K o n z e ss i o n i e r u n g sz w ang nur für den Zwischenhandel (Großhandel), besteht. Hat man also nicht die große Zahl der Ladengeschäfte zur besonderen Einholung emec Erlaubniserteilung verpflichtet, so schuf man doch die 1 Möglichkeit, Auswüchse, die sich hier zeigen sollten, zu unterdrücken, indem der Verkauf unmittelbar an den Verbraucher unterlagt werden kann, wenn „Bedenken" vorliegen. Unter den gleichen Voraussetzungen kann die Erlaubnis zum Zwischenhandel versagt und, wenn sie sich später ergeben soll- len, z u r ü ck g e n o m m e n werden. Außerdem ist die Erlaubnis in der Regel zu versagen, wenn der Erlaubnisbewerber vor dem 1. April 1915 mit Tabakwaren nicht gehandelt hat. Wird die Erlaubnis versagt oder zurückgenommen oder der Handel untersagt, so werden die Warenvorräte des betreffenden Händlers auf seine Kosten und Gefahr ° an die deutsche Zentrale für Kriegslieserungen von Tabak- erzeugnissen zur Verwertung übergeben. Verboten wird durch dte Verordnung, in periodischen Druckschriften oder in sott- Ittgen Mitteilungen, die für einen größeren Kreis von Personen bestimmt sind, ohne vorherige behördliche Genehmigung sich zum Erwerbe von Tabakwaren zu erbieten, zur Abgabe von Preisangeboten aus Tabakwaren aufzufordern, sowte bei Ankündigungen gewisse irreführenden Angaben zu mächen. Außer der Uebertrettmg dieses Verbotes sowie der Ausübung des Handels, wo derselbe nach der Verordnung unerlaubt erscheint, ist unter strenge Strafe gestettt-die Steigerung des Preises für Tabakwaren durch unlaute reMachensch asten, insbesondere Kettenhandel. — Verschiedene preistreibende Vorgänge im Verkehr mit Tabakwaren, die schon seit längerer Zeit wahrnehmbar waren, ganz besonders das spekulative Aufkäufen und Zurüllhalten von Waren durch Personen, die sich früher ntu diesen Handelszweigen nicht befaßt hatten, haben den Erlaß dteser Verordnung nötig gemacht. Berlin, 29. Juni. (WTB. Amtlich.) Durch eine Bun- desratsvevo-rdnung vom 28. Juni werden die Höchstgewichte für Zigaretten festgesetzt. Das Dabaksvll- gewtcht, d. h. jenes Gewicht, das dem Herstellungsverfahren zugrunde gelegt wird, darf für je tausend Stück bei den Ztgaretten mit Hohlmundstück 650 Gramm, bei Zigaretten ohne Hohlmundstück 1000 Gramm nicht übersteigen. Ausnahmen kann der Reichskanzler zulassen. Die Festsetzung der Zigarettenhöchstgewichte dient zur Streckung der Vorräte an Zigarettentabak, die bei den spärlichen Zufuhren an Ztgarettentabak geboten ist. * Berlin, 29. Juni. (WTB.) Der Präsident des Kriegs- ernährungSamtes hat bestimmt, daß die Landwirte aus der von ihnen geernteten Wintergerste das erforderliche Saatgut für ihren eigenen Betrieb zurückbehalten so redlich erfüllt faben, wie nur irgend ein anderer Deutscher. Ich will keine großen Loblieder auf meine Leute singen, aber einige Züge, die ich bei meinem Rechment erlebt habe, mögen für sich selbst sprechen. Ehe ich das Regiment bekam, das sich durchweg aus Oberschlesiern und darunter sehr vielen polnisch sprecl-en- deu zusam men setzt, kamrte ich diesen Volksschlag nicht. Denn ich bin Rheinländer und tvar nie in Oberschlesien. Als Regünents-- kommandeur hatte ich meine Mannschaften zunächst nur nach ihrem soldatischen Wert zu beurteilen, und davon komtte ich hoch- beftiedigt sein. Stramm. willig und ausdauernd, das waren die besten Eigensckxrften. Aber in bent langen gemeinsamen Erleben in den heißesten Feuerkesseln der Westfront chrbe ich fte, den Einzelnen und den Stamm menschlich näher kennen urrd lieben gelernt. Ich lasse nichts ans meine Pölert kommen, mtd wenn ich sehe, daß ber Franzmann in seiner dummen Sttbstüberhebung sich einbildet, meine Leute mit einem verlogenen Papierfetzen zum Bruch des Fahrteneides tmd der Treue gegen ihren König zu verführen, zum Donner,netter, dann steigt mir die Galle auf! Es sind durchaus nicht alles Ertgel, und bei manchem muß man sich Mühe geben, ihn zu verstehen. Voir einem, einem stämmigen Eisengießer mit kp bl schwarzen, lodernderr Au gm, hörte ich, daß er den Namen „der Frcmenmörder" führte. So trannten ihrt feine Kameraden, tmd er sah so ans, als ob ihm niemand dieses Wort ins Gesicht hätte sagen dürfen. Uebrigms war er bet seinen Kameraden trotz dieses Namms offenbar sehr angesehen. Ich erkundigte mich nach seiner Geschichte untB erfuhr: Es war ein ganz hervorragender Soldat, -der als einer der erstetr für seine Unerschrockenheit und sein tolles Dranfgängertu-in das Eiserne Kreuz bekomnten hatte. Während seines Heimaturlaubes sollte ihn dte Besürderung zum Unteroffizier überraschett, aber es kain anders. Zu Hause erfuhr er, daß sich seine junge Frau mit einenr auf einem' Nachlxirgut beschäftigten französisäien Gesangmen eingelassm hatte; als er es glauben mußte, übermannte ihn die Wut, und in einer Aufwallung erschlug er die untreue Frau mit feiner hammer- schweren Faust. Das Gerick)t billigte ihm alle nrildemden Uui- stände zu, von seinem Arbeitgeber im Friedm und von der Truppe bekam er glütrzeride Zeugnisse, aber das alles konnte ihm nicht vor dem Gefängnis retten. Er saß feilte Monate ab, führte sich auch dort musterhaft und meldete sich dann sofort mit der flehmtlicheu Bitte um Miederannahme bei seiner Kompagnie. Wir merkten bald daß wir auf den düster nnd wortlos gewordmeir Martn auf- passen mußten weil er die Gefahr ofsmsichtlick> suchte. Er ist dann bald gefallen, und seine Kameraden, die ihn begraben haben, habeit sich entsetzt vor dein lachetrdeit Gesicht des Totm, den lebmd niemand mehr lachm gesehm hat. Er lag in einem Hausen toter Franzosen mtd war wohl zusriedm, daß er ihneit seine Rache so teuer heimgezahlt hatte. Das ist der Roman eines polnischen Gießereiarbeiters, der nie einen Dichter finden wird. Ein gerades Gegmteil im Wesen ist ein Mann, der eben leichtverwundet im Lazarett liegt, wo ich ihn gestern besitcht habe. Seine Kameraden nennen ihn den „Pfingstvogel". Jntim'er fahrig tmd zerstreut, immer mit seinen Vergißmemnichtaugen in altdere Zeiten träumend, wacht er nur auf, lvenn er die Fiedel zivischen den Fingern spütt, die zerstoßene Fiedel, dte er in einer selbstgeziinmer- ten 5)olzschachtel auf alleil Märschett geduldig mitschleppt. An der Somme geht eine gewaltsame Patrouille gegerr ein frcatzöstsck^es Maschiineitgewehr vor. Der Pffngsttwgel l-ctt sich zur allgemetuen Ueberraschung freiwillig zn der Pcttronille gemeldet. Kaum sind die Leute aus dem. Graben, so wird die Maschinengewehrbesatzurtg lebendig, und alle müssest schleunigst Deckung nehmen. Nur der Pfingstvogel geht ruhig und aufrecht, als sei er aus GußA^hl mtb gegen jeden Schuß gefeit, schnurgerade gegen das MaschineAgsoehL vor. Und als ob die Sache mit Hexerei zugrnge, so bekommt das Maschinengewehr eine Ladehenrnrung und bringt fetneu Schuß mehr heraus. Der Pfingstvogel springt vorwärts wie ein L-rger^ wirft valtblüttg eine Handgranate in dear MasckfiNvngeivetwunter-- Itand und noch eine, tmd damr sittd auch seine Kameraden schon da und dringen in den Unterstand ein. Fünf Franzosen liegen darin- bluttg zerfetzt. Der Pfingstvogel- dem Tränen über Vie Wangen rinnen sagt zu dem Pattouillenführer: „Sehen Herv Leutnant, da ist die Besckwrung! Hab ich alle kaputt gemacht. Aber sonst hätten die fünf mich kaputt gemallst!" Dazu schluchzte er wie etn. Kind. Am Abend jedoch strich er wieder seine geliebte Fiedel, mtb wenn jemand von seiner Heldentat sprach, sah er ihn mir leeren, erstaunten Pergißmeinnichtaugett an, als ob er das längst oer> gessett habe. Wenn man die Leute richtig verstehen will, darf man ihre Harm-- lose Kindlichkeit nicht mißachten. Wir lagen, nach harten Kümpfen den ersten Abend in Ruhe. Nur der Stab hatte noch spät aus dem Geschäfiszimmer zu arbeiten. Da meldet sich ein Mann nach 8 llhr feierlich bei mir und erklärt: „Haben Herr Major gesagt, bei offen-* barer Ungerechtigkeit dürfen wir uns bei Herrn Major beschlveren. Geschieht sich offenbare Ungerechtigkeit, Herr Major." — „Na, baim vede, mein Sohn!" — „Herr Major! Hat sich Kantine Bier. Gilit aber an Mannschaften nur bis 8 Uhr, an Unteroffiziere bis 9 Uhr.. Herr Major, haben wir drei Wochen gekämpft, haben wir drei Wochen nur Psützenwasser gettunkett, haben wir ebensoviel Durst gelitten wie Unteroffiziere. Herr Major! Verlangt nicht offenbare Gerechtigkeit, daß Mannschafteir auch bis 9 Uhr Bier kriegen?^ l^ch etttschied, daß damit der offenbaren Gerechtigkeit nur Genüg« geschehe, und keines Sokrates Weisheit ist so laut gepriesen worden wie die meine an jenem Abend in der Mlarmschastskantüte. Sie ,ollen gettost feiern dürfen, und tveun sie dabei einmal einen RaM über den Durst ttinkm, so machen sie das immer wieder wett dirrch das Ertraget! von Strapazen. Was meine Polen darin an der) Somme geleistet haben, ist ein großes, sck-önes Heldenlied für sich. Ich irüll Mr ein Beispiel erzählen. Einer der besten Kerle, ein Störungssucher, der schon ein Dutzendmal im Trommelfeuer draußen gewesen war und den zerrissenen Telephondraht immer wieder ge* flickt hatte, kam uns nicht zurück. Erst am übernächsten Morgen fanden wir ihn, halb tot, bis an das Kinn in einem Schlammlollt» steckend, mit Hilfe eines Sanitätshundes. Er hatte drei Schrapnell- kugeln im Leibe. Auf dem Verbandplätze besuchte ich ihn und ivollte ihn ttösteu. „O," sagte er, „Herr Maior, war garnicht langweilig. 5)att ich nur Angst, einzuschlafen und zu ersaufen, weil ich so schwach war. Aber unsere Artillerie schoß so schön, Hab ich immer zugesehen und gedacht: Franzos, Du armer Dummkops! Du bist viel schlimmer in der Patsche als ich. Da Hab ich noch lachen müsssen bei allem." . , Nein, den Leuten sollen sie solche Bettelbriefe schicken, die wisset:, was ihre Soldatettpflicht ist. Pierun besorgt es dem Franzmann, wo er ihn zu fassen kriegt. Na, für diese Äufsordernng zum Hochverrat sollen die Lumpen ja ihre Antwott kriegen!" „Was heißt eigentlich," so fragte ich, „das Wort Pierrm, das matt oft bei polnischen Truppen hört?" Der Major lachte, und der Regimentsadjutant lachte mit. „Pierun? Ja, so west meine polnischen.Kenntnisse gehen, ist das ein sehr krüsüges und nicht ballgesprächsfähiges Wort. Aber ein Wort, welches unsere oberschlesischen, Polen nnt Vorliebe .für sich gebrauchen, ctlvtt in der Art, um ein kl äffisches Beispiel zu geben, wie seinerzeit die wackeren Gneusen. Sie wollen damit etwa sagen, daß sie ganz verfluchte Kerle sind und jedem die Zähne ein- schlagen, der sie für Schweinehuttde hält. So übersetze ich das Wärt, nackdetn ich meine Piernns richtig kennen gelernt und als herrlich tapfere Soldaten in Treue um Treue befunden habe." ' W>. S ch e u e r m a n n', Küegsberichterstatter. Ans Stirdt nnb Gießen. 30. Juni 1917. ASretzduch Sichen \%X Am 2. und 3. Juli liegen die Buchstaben G bis ent- schließlich K des alphabetisch geordnetetr Ncnnensverzeich- nisses in der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers offen. Die Beteiligten werden um Nachprüfung ihrer Adressen^ einträge gebeten. » Jahresfeier der Universität. Heut mvrgett um 11 Uhr b-eging die LVrdesunLversität in der Neuen Aula in der üblichen Form ihre Jahresfeier. Die 2lula war von den Dozenten und ihren Damen, von geladenen Gästen (unter ihnen der Minister des Jnnerr: Exzellenz Dr. von Hvmbergk zu Vach und Ministerialrat Dr. Weber aus Darmstadt), von Teilnehmern aus der Bürgerschaft und von Studenten uitb Studentinnen gefüllt. Es fehlten freilill), wie schon im letzten Jahre, die Vertreter der studentischen Korporationen mit ihren Fahnen: der Krieg macht seinen Einfluß geltend. Die Feier lvurde eingeleitet durch Psalnc 126 für dreistimmigen Frauenchor, vorgetragen vom Akademischen Ge-- sangverein. Die Festrede des Rektors Professor der Theologie Dr. Schi an behandelte das Thema „Volk, Religion, Kirche". Obwohl eine cinheittiche Volksreligion in keinem Fall erreichbar sei, eine „Volkskirche" im genauen Sinn des Wortes daher außerhalb des Bereichs der Möglichkeit liege, sei doch nicht Zerstörung, sondern Pflege des heut noch bestehenden Volkskirchentums anzustreben. Der Jahresbericht, den der Rektor sodann erstattete, erivähnte u. a., daß die Zahl der eingeschriebenen Studierenden zurzeit 1318 betrage; 159 sind im laufenden. Semester neu immatrikuliert. Am Ort anwesend sind aber nur etwa 300 Studierende, die weiblichen eingeschlossen; im Heere stehen rmtd 1000. Den Gefallenen widmete der Rektor Worte ehrenden Gedenkens. Die Zahl der Schenkungen, die der Universität zuteil wurden, ist nicht unbedeutend: die Universität ist für Gaben, die sie in ihrer wissenschaftlichen Arbeit fördern, stets dankbar. Es folgte noch> die Vertündv- gung des Ergebnisses der Preisausschreibungen, über die wir in der nächsten Nummer berichten werden.-Die Feier er-! rechte gegen 12Vs Uhr ihr Ende. ** Bern s! u n g. Wie wir hören, hat der Geheime Justizrav! Prof. Dr. jur. Alexander Leist, Ordinarius für römisches tmfo, deutsches bürgerliches Recht einschließlich des Handels- mtd Wechselrechts an trnserer Lcmdesuniversität, einen Ruf nall) G ö t t t tt g en als Nachfolger von H. Titze erhalten. Geheintrat Leist tst Vertreter der Universität in der Ersten Kammer der Hessischen Stände. 1862 zu Jena, geboren, erwarb er 1886 in Tübingen den Doktorgrad und erwirkte drei Jahre später seine Zulassung als Pnvat- dozettt für rötnisches Rellst in Halle. 1891 ging Letst nach Marburg, siedelte bald darauf als Exttaordinarius nach Götti ngeni über, kam Ostent 1893 nach Rkarburg zurück und folgte am 1. Oktober 1895 einer Berufung als Ordinarius nach Gießen als Nachfolger des Geh. Justizrats Prof. G. Kretschmar. 1913 wtlrde Prof. Leist zum Vertreter der Universität in der Ersten Ständekammer als Nachfolger des Geh. Jttstizrats Prof. Dr. Artur Benno SllMidt berufen. 1907/08 bekleidete er das Rektorsamt. * Heimatlose Urlauber finden seit numnehr acht Monaten in dem bei Schotten gelegenen^ Erholungsheim des Vereins „L e h r e r h ai tu V o g e l s b e r g" kostenlos Unterfunft und Verpflegung. Daß es der Vereinsleitung! möglich gewesen ist, bishrr troll) jeden sich tneldenden Fel dg rau et t aufzunehmetj, der seinen Urlaub bei lieben Angehörigen nicht ver^ bringen konnte, verdankt sie nicht ziUm nrinbeften cruch einer Anzahl opferbereiter Geber von Gießen und seiner Uiügebmrg Darum dürfte ttachstehender Brief, der deutlich zeigt, wie die Einrichtung drauß,en rin Felde gewertet wird, auch für die Öefergemciubc des „Gieß. Anzeigers" von Jnteoesse sei«: Herrn Zehcer 1. Vorsitzender des Vereins Lehrer heiut. Bo Oelsberg Ans Ihr Sästeiben vom 17. 3. 17 teile ich Ismen ergebenst ^nit, daß beide nach dsm dortrgau Lehrerhttni beurlaubt g^f n-esenen Mannschaften, Dietrich und Koops, wieder rechtzeitig imb iorchlbehalten bei der Kl.sw'va>gnie eingetroffen sind. Gleichzeitig Ahme ich VEnlassnng. Ihnen, Herr D., als 1. Vorsitzenden des BeoemS und dem gannm Verein nreinen verbindlichsten Dank für das bereilivillige Entg-?genldmimen und vor allem für die liebevolle Aufnahme wird Bewirtung- der Leute auszusprschen. Ich kann eine derartige Einrichtung, wie sie der Verein bietet, gar nicht hoch genug l-erttor heben und Muß Ihnen mffteilen, welche segensreiche Ein w-irrnng- es auf die Mannschaften Macht »a wissen, daß auch sie, -uM die sich sonst niemand kümmert, von der Heimat nit vergessen werden Freudestrahlend kommen die Leute zurück und berichten Wen Kameraden von der guten AchsnahMe, die sie gesunden lwben Wie Sie ja selbst wahrgeiwmMen haben, sind diese mrscheincnd Heimatlos meist Leute, die wie KoapS, auch geistig «ttoas beschränkt sind. Und gerade ut unseren Armterungstruppen firtbcnt sich eine! größere Zahl dieser Leute vor. Meine Kotnpagme ist über 500 Niamr stark. Aber auch diese Leute, die nach meinen Beobachtungen gute Dienste leislien, deren Nerven anscheinend nicht versagen, tun ihp «chauze Pflicht und Schuldigkeit. Es war mir dalstr eine große GemrgttLuing, diesen Manw- schaffen nach jahrelanger trelur Dienstpflicht, wenn auch nur aus kurze Zeit, einen Urlaub geben zu können und zu wissen, daß sie während dieses Urlaubs ein gutes Unterkommen fanden, freudig werden sie weiter Ihren Dienst versehen. Koops von dem Sie schreiben: „Gott, ist das, ein armer Teufel", kam ganz begeistert zurück, und beiden hat es dort schr gut gefallen. Und für t>en L-eh'rervevein wird es eine Genugtuung sein, zu wissen, welche segensreiche Früchte er mit solch einer Einrichtung geschaffen hat, die zur Erhaltung der Vaterlandsliebe als Vorbildlichbezeichnei werden muß Dem Vorstand des Hess. Landesvereins vom Roten Kreuz habe ich Über die Erfahrungen der Einrichtung berichtet. . Ich werde jedenfalls von Ihrem hochherzigen Angebot, noch weitere Leute aufzuMhmen, in einiger Zeit Gebrauch machen. Daß es gerade ein Hess. Lährerverein ist, der so segensreich, wirkt, erfüllt mich persönlich mit großer Freude, da ich, wenn auch kein geborener Hesse, aber jedenfalls 16 Ja'hre lang im schönen Hessenland mich aufgehalten habe, Jahre, die mir unvergessen bleiben. Zum Schluß noch allen, die sich um unsere Kameraden in dieser Weise verdient machen, Dank aus dem Felde In vorzüglicher Hochachtung Lebensmittelmarken. Für die Zeit vom 2. bis 8. Juli haben nachstehende Lebensmittelmarken Gültigkeit: Brotmarken der 27. Woche, gültig vom 2. 7. - 8. 7. 1917 Buttermarken, „ 27. „ , „ 2. 7. - 8. 7. „ Fleisch marken . 27 „ „ , 2. 7. - 8. 7. „ Kartoffelm nicken „ 27. „ „ „ 2. 7. - 8. 7. ^ Seifenmarken für den Monat Juli. Zuckermarken Nr. 24 - 29 gültig bis 31. 7. 1917. Ein Umtausch verfallener Marken findet nicht mehr statt; ebenso wird für verloren gegangene Marken kein Ersatz gewährt, \ Geschäftsstunden des Städt. LebensmittelamteS von 9—12 Nhr vorm., 2—4 Uhr nachm. Markenansgabe für Urlauber: Sonntags von 10—12 Uhr vormittag-. ** Alle Neu an Meldungen zum Bezug von Qebens- mrttellkrten von nach Gießen zuziehettten Personen haben ab 1 Juli auf dem Lebensmitttlamt, Zimmer 16. während den gewöhnlichen Dienststunden zu erfolgen. Unbedingt erforderlich ist die Skrdciqe efftes Lebensmittelkarten-Abmeldescheins des früheren Aufenthaltsorts. Anmeldungen von Neugeborenen haben unter Vorlage eines amtlichen Ausweises daselbst zu geschahen. Meldungen von , Umzügen innerhalb des Stadtbezirks und von Wegzügen von Gießen Hhaben, wie bisher, in den zuständigen Kartenausgabeftellen ^BeMrken) zu geschehen. ** Eine besondere Kassenstelle wird für das Städt. Lebensmittelamt vom 1. Juli ab eröffnet. Der umfangreiche Ver- «hr mff dem Lebensmittelomte wird dadurch erheblich erleichtert wei den Alle aus Ueberweisung von Lebens- und Futtermittel m «rtrichtendcn Beträge sind numnehr an diese Kasse vornüttags von 8 bis 12 Uhr einzuzahlen. ** A ährmitte lau sgabe. Die bei den Kleinhändlern der Stadt lyreßen bestellten Waren kötmen von den Bestellern von Montag ab gegen Barzahlung und Vorlage der Nährmittelkarte in Empfang genommen werden. Es entfallen auf Nährmittelkarte A (^efi>c Karte): Aus Abschnitt 3: 100 Gramm Suppenfabrikate. .Auf Nähnnittelkarte B (rote Karte): auf Abschnitt 6: 375 Gramm' Gries, auf Abschnitt 7: 375 Gramm Hafersabrikate in Pakete, auf Abschnitr 8: 125 Gramm Graupen. Aus Nähmrittelkarte 6 (blaue Karte): aus Abschnitt 9: 250 Gramm Graupen, auf Abschnitt 10: 125 Gramm Haferflocken, auf Wschnitt 11: 125 Gramm Suppen- wbrikate Mil dem 10. Juli 1917 verlieren die Marken ihre Gültigkeit. Die Ausgabe von Teigwaren und Sago aus die Abschnitte Nr. 3 und^'12 der Nährmittelkarte C (blaue Karte) kann nicht erfolgen, da die Ware noch nicht eingetroffen ist. Sobald dies geschehen, wird näheres. bekanntgegeben. Näheres siehe Bekanntmachung. * ** Amtliche Personälnachrichten. Der Großherzog hat am 27. Juni in das Kuratorium der Grvßherzog-Ernst-Äidwig- Jubiläums-Stiftung als weiteres Mitglied den Geheimrat B e st, Provinzialdirektor zu Mainz, berufen. — Der Oftoßhevzog Hot durch Entsckffießung vom 27. Juni dem Ober-Postsekretär Valentin Herbert iw Darmstadt und dem Postmeister Rechnuugs- vat Hermann Supp in Eberstadt die Erlaubnis zur Annahme unb zum Tragen des ihnen turnt Deutschen Kaiser, König von Preußen, verliehenen Verdienstkreuzes sür Kriegsschiffe erteilt. ** Das Kriegsehrenzeichen wurde vom Groß- sterzog dem Direkttonsaehilfen Wilhelm Schmitt, Apotheker Arthur Prybill und dem Großh. Maschinenmeister Eg. Al br e ch t vertie^n. ** Ein ungewöhnlich starkes Gewitter ging diese Nacht über Gießen und Umgegend trimer. Die drückende Schwüle des Tages ließ eine elektrische Entladung mit einiger Sicherheit erwarten, mit» so sah mann denn schon gegen V 2 11 Uhr am' südöstlichen Horizont leichtes Wetterleuchten, das gegen 1 Uhr wie eine ununterbrochene Helligkeit über dem Schifsenberge stand. Nun Kog das- Gewitter in sehr kurzer Zeit näher. Bereits eine Viertal- stunde spater stand es über Gießen'. Die Helligkeit und Häufigkeit lder Blitze war ungewöhnlich!. Es dauerte off Minuten, bevor die ^ Nacht auf wenige Augenblicke in TvmkeMrt zurückversank. Ebenso 'erfflllte neben den einzelnen heftigen Donnerschlägen ein ständiges ilDonnermurren die Luft. Es wird wenige geben, die ein beneidens- !wert gesunder Schlaf von diesem Gewitter nichts werken ließ. So sah inan mitten in der Nacht von Haus zu Haus zaghaff erleuch- 'tete Fenster auf die Straße blicken, hinter denen sich eine geäng- stigte Familie zusammenscharte. Mit dem Stärkerwerden des Ge- tmtters brach ein Regen von wolkenbrucharttger Hefttgkeit lvs. Tur ganz kurze Zeit setzte auch Hagel ein. Ob dieser Schaden an- gerrchtet hat. ließ sich noch nicht feststellen. Der Regen hat jeden- stEs seüt Gutes gehabt. Die 31 Millimeter Niederschlag, die die Wetterdienststelle verzeichnet, waren iiNMer nock) sehr nöttg, denn die letzten Niederschläge waren nicht tief genug in die Erde ge- drungert. Es loar daher auch gpff, daß dem ersten wolkenbrnch- nrügen Regenstürzen dieser Nacht ein weniger heftiger Landregen folgte, der biZ in die Morgenstunden anhielt. Blitzschaden scheint in der näheren Umgebung nicht entstanden zu sein. Ber Lang-Göns tvaf jedoch der Blitz, wie aus eurer Meldung von dort hervorgeht eine Scheune, und äscherte diese ein. ** Oberhessischer Kunstverein. Die ausgestell- tmr Aguurelle von H. v. Ritgeri, welche vom Kunstverein erworben wurden, sind nur noch morgen zu sehen. Bon Monlajg ab bleibt die Ausstellung wegen vollständigen Wechsels der Gemälde geschloffen. Die kunstgewerb liche Ausstellung wird ant 8. Juli erv>ff>uet. ** Aus dem Stadttheaterbureau. Nach dem schonen Erfolge, den die Aufführung des neuen Lothar L-chmidtschen Lustspieles „P e r le n" am vergangenen Dienstag davvngetragen hat, darf der Wiederholung der Ausführung am nächsten Donnerstag ebenfalls mit Interesse entgegengesehen werden. Diese Vorstellung zählt als 15. und damit letzte Freitags-Abonnementsvorstellung und bretrt, worauf nochmals hingewiesen sei, die letzte Ge legenhett, noch etwa ausstehende Gutscheine zu verwen- den. — Außer Abonnement ist später noch eine Aufführung des bekannten neuen Singspiels „Das Dreimüderl- haus" vorgesehen; der Auffuhrungstag wird später bekannt gegeben, sobald die erste Aufführung des Werkes in Bad Nauheim stattgefunden hat. * ¥ De r Ortsgewerbe verein hielt am Dotmerstag im Gewerbehamse seine Hauptversannnlüng ab. Nach beni vom Vorvtzenden, Prof. Tr. KraUsmüller, erstattetm Jahres- x. c J ,f hat der Verein auch im abgelausenen Jahre eine rege kntsältet. Die Gewerbeschule warrde im Wrnter- halbiahr 1916/17 wn 31 Schülern besucht. 5 bestanden die Abgangs Prüfung mit der Note gut. Es unterrichteten daran die K^Zen Freundlieb, Seuling, Schahmaichier, .Hag gen Müller, Appel Frttzel, Klein und Barthel. Die gewerbliche Fvrtbil schule wurde im ganzen Jahre durchgesüHrt. Tie SckMerzahl betrug 247. Zeivoc-se mußte wegen Kohlemwangcls der Unterricht emgestellt werden. Kriegsbeschädigte nahmen an dem Unterrccht in der Gewerbeschule 28 teil, um sich in Buchführung, und Rechnen weiterzubilden. An Kursen wurden im verslosseneu Jahre veranstatttt: 1. Jugendkurs in Schreineret (Leitung: Herr Haubach- und Bildhauerei (Leitung: Herr Berte bzw. Frrese-Friedberg). Die Teilnetzmerzahl betrug im Lämmer ßo, im Winter 20; 2. L>chn eiderin n an kitrsus (Leitung: Frau Wunderlich): 3. B u ch f ü h r u n g s k u r s u s (Leitung : Herr Kirchner). Die G e > e l l en pr ü fu ng e n fand-m unter Leitung des 2. Vmsitzenden, Herrn Huhn, int April statt Hierzu hatten sich- 97 Prüflinge ,74 männliche, 23 weibliche- gemeldet mtd zwar 33 Schlosser, l0 Schreiner. Die übrigen verteilten sich auf Glaser, Buick/vinder, Schneider. Sattler und ^apezterer. Mechaniker, Spengler, Buchdrucker, Schuhmacher usw. Wetter wurden im abgelausenen Jahre 5 Vorträge gehalten, -rie mit dem 1. Januar l. I. ins Leben gerufene Hctnd-i w e rch e r b e r a t u n g s st e l l e hat sick,i nachi dem von Berufs- genofsenschaftssekretär Kirchner erstatleten eingehenden Bericht gut bewährt. — Ter Mitgliederbestand des Vereins hat auch im abgelausenen Jahre r-eine wesentliche Aenderung erfahren. Den zum Heeresdienst eingezog-enen Mttgliü>srn wurde der Jahres- beitrag erlassen. In der Krie gsve r sichernn g sind 63 Mit- glnder oder -Löhne von Mitglredertt durch den Verein versichert worden. Nach dem vom! Re-ck-ner erstatteten Rechenschasts- berrcht betrugen die Einnahmen des Vereins im abgelaufenen ^.ahre 10 649.99 Mk., die Msgaben dagegen 9471.49 Mk. Der wm Vorstand der Versammlung vorgelegte Voranschlag für 1917/18 wkrrde genehmigt. Bei der stattgefundenen V 0 r sta n d s - ™ a \{ .Umrden sätntliche ausscheidenden Herren wredergewähtt. Zeppelin-Gedenkfeier. Wir titachen auf die in dtesem Blatte enthaltene Anzeige und aus die öffentlictMN Plakate auffnerrsam, die die geplante Feier ankündigen. Für diejenigen, dre sich einen Sitzplatz zu sichern wünschen, findet ein Vorverkauf von numerierten Plätzen zu 2 Mk. in der MuffSattenHandlung von Neueniveg 9, statt. Der Reinerttag der Einnahme soll tex Fliegersrmorge zrffließen. Sonst ist der Eintritt frei. Die Galerie des Saales ist Soldaten und Verwundeten Vorbehalten. Ueber das Programm erfahren wir folgendes: Die MffitärkapeNe mrter Letttmg von Herrn Herrmann wird die Feier mit Bcetho- vens: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" einleiten. Der Rektor der LmdesUniversität, Prof. D. Schian, mtrb in einer Ansprache Vermtlasiung und Bedeutung der Feier darlegen. Ein Ehor von hundert Knaben unter Leitung des Herrn Görlach wird das detch che Lied von Rudolf Alexander Schröder und das Lied aus Zeppelins Tod von Lilli Wdlfskehl, beide in 9Nusik gesetzt von A. Mendelsohn m Darnistadt, vorttagen. Herr Hoffat Stein- goetter hat sich bereit erklätt, einen selbstversaßten Gedenk- pruch auf Zeppelin und Cäsar Fleischlens 9öeues Lied auf 'den Grafen Zeppelm: Sonn' ans !" zu rezitieren. Schließlich beab- ichttgt Herr Prof. König einen durch zahlreiche Lichtbilder unterstützten Vortrag über den Kampf Zeppelins um die Durchführung seiner Erffndung zu halten. 2 ^ ch e Verband hält am Dienstag, den D. abends 8 l / 2 Uhr, eine Mltgtteder-Haupt-iVersamüttung ab. Siehe Anzeige. ** Ein Konzert mit lLvnoriftischen Gesängen findet ^ute und morgen, den 1. Juli, int Hotel Fürstenhof statt. Der Zweimaster-Zirkus Wagner und Fuß rst «uf dem ^uxplatze Rodheimer Straße in Gießen eingettoffep und gibt seine Eröffnungsvorstellung heute abend 81/2 Uhr, mff einem erstllassigen Großstadtprvgrmnm. Sonntag und Mfftwoch pnden zwei große Vvrstellimgen, nachm. 4 und abends 8V» ttlw statt, sowie täglich abends. Landkreis Gießen. ^nr- Lang-Göns, 30. J>uni. Auf dem zwischen hier und Grvßen-Lmden gelegenen „Neuhof" schlug bei dem heute nacht niedergeg-angenen schweren Gewitter der B l i tz in eine tnit Stroh gefüllte Sckjeune und äscherte diese vollständig ein. Mff dem starken Regen ging auch Hagel nieder, der jedoch nicht von besonderer Stärke war 'und wohl keinen großen Schaden verursaM haben dürfte. Kreis Friedberg. kd. Bad-Nauheim . 30. Juni. Franz v. Blon. der bekannte Berliner Komponist und Kapellmeister, wird Samstag abend Und Sonntag nachmittag als Gastdirigent die .Konzerte der Kurkapelle auf der Kurhaus terra sse leiten. U.a. werden die Programme Blonsche Kompositionen enthalten. — Am Dienstag, 3. Juli, sindet abends 8V4 Uhr im Theatersaale eine Veranstaltttna mit Gesangs- und .Klaviervorttägen sotvie Tanzbilder zum Besten des Roteti Halbmondes des Vereins „Rote-Halbmond-Spende" statt in der 'erste Kräfte loie die Königl. Sängerin Frau Kist-Spoel (Koloratur) sowie der Kgl. Sänger 'Karl Seydel (Tenor) vom Hof- choater Hannover, Regisseur und Heldenbariton 'Laut Stiegler vom Stadtthoater Bremen und Pianist Willi Craney-Hannover Mitwirken. Die Tanzbilder werden von der Kgl. Solotänzerin Frl. Lebeling vom Hvffheater Hannover getanzt. Den Darbietungen geht ein einleitender Vorttag des Rechtsanwalts Dr Kist-Hannover, „Die Türkei und wir" voraus. Der Ruf der Künsller verbürgt einen genußreichen Llbend. Auch der gute Zweck dürste einen Besuch empfehlen. Kreis Wetzlar. ra v Braunfels. 29. Juch. Hier bleibt nur die dritte Glocke, -welche die Viertelstunden schlägt, als Lauteglocke erhalten. Alle vier Glocken sind numeriert mit eineist Kreuze und der Jahreszahl 1830 versehen. Von deit allen im Jahre 1790 gegossenen Glocken wurde eine von der Gemeinde Schvalbach im Jahre 1830 übernommen. ra. Greifen st ein. 29. Juni. Auch im Greisenstetner Land wurden in dieser Woche die Kirchenglocken abgenommen. Die hiesige Kirche hatte drei Glocken, die größte ttägt folgende Inschrift: „Wenn man inich ziehen tlmt, geb ich guten Muth, daß mart eff, Gott zu Ehaen sein Wort zu hören, den Glauben zu mehrert, und uns zu bekel-ren." Aus der zweffett stahl zu lefen: „Der hochgcborne Graf und Herr Wilhelm Moritz frei. Ließ gießen herrlich unserer Schwestern dreff" ra. Ulm (Kreis Wetzlar), 29. Juni. Die hiesigen Glockert wurden gegossen in den Jahreir 14?5 und 1749: erstere ist dem heil. Bomjazius geweiht und letztere goß Peter Bach in Hungen. . Hessen-Nassau. 4- Biedenkopf, 29. Juni. Im hiesigen Areise sind inS-« gesamt 111 Kirchen gl offen zur Ablieferung für Heereszwecke vorgesehen. Mit sieben Glocken steht unsere Stadt an effter Stelle. hl. Broms kirchen, 28. Jrmi. Bei einer unvermutet vor- genotnmenen Revision des Wim erber ge r Zuges wttrde von dem Gemxlrtn eriewachtnteister in Battenberg ein Mann an getroffen, welck-er einen großen Reisekorb mitführte, in dem angeblich Wäsche imd Kleider enthalten sein sollten. Eine Durchsicht hatte jedoch ein ganz anderes Ergebnis, mdem 210 Eier, fein in Papier verpackt, und 12 Pfund Butter zum Vorschein kamen. Der Reisende trug ffch auscheinend mit der Absicht, die sür gutes Geld erstandenen Lebensmittel in der Jndnstriegegend gegen teures Geld an den Mann zu bringet. Eier und Butter, aus dem Hessenlande stammend, wanderten zur hiesigen Smnmelstelle. Idstein i. T., 29. Juni. Der des Mordes an dem Für- sorgezöglmg Heinrich Müller aus Wiesbaden verdäckstige 14* * ** jährige Fürsorgezögling hat heute früh die Tat eingcstanden. Der Täter heißt Rudolf Grvener und wurde in Biebrich a. Rh. ge- booelt, aber auswärts erzogen. Er befand sich seit dem 10 Juni bei -einer .Familie in Esch m Fürsorge und lyat sich hier recht ordentlich betragen. Am Dienstag begaben sich die beiden Zöglinge mff zwei Dorffimgen in den Wörsdorfer Wald zum Beerensuchen. , Hier kam es zwischen Ihnen zu Streittg- keiten. ist deren Verlauf Groener, ein nur lleines, schmächtiges Kerlchen, dem Müller mehrere Sttche in den Kops versetzte und chn ldmm mff seinem Hosenträger erdrosselte. Die beibcn anderen Jun-gen waren zu Beginn des Streites weggelaufen, erzählten aber erst am nächsten Morgen, als man den Müller vermißte, von ihren Erlebnissen, und lenkten dadurcki gleich den Verdacht auf Groener. Eins der Kinder berichtete, daß der jugendlick^ Unhold auch ihn schon einnral mit einem Hosenträger gewürgt habe. Der Ermordete wird Sonntag cher beerdigt. — Ein tragisches Schicksal fügte es, daß in derselben Nacht als die Leiche im Walde lag, der Vater des Müller in Wiesbaden einem Herzschlag erlag, von dem schrecklichen Ende seines Kindes also keine Kunde mehr erhielt. 4- Ma rburg, 29. Juni. Für das hier zu errichtende Invaliden heim für Jäger und Schützen stiftete Fürst Adolf, der regierende Fürst zu Schaumburg-Lippe, die Summe von 20 00O Mk. Ferner stiftete der Präsident des Allgemeinen Daitschen Jagdschntzvereins, Herzog Vikttr von Rattbor, Fürst von Corvey, 4000 Mk. zwecks Einrichttmg von Zimmern zum Gedächtnis gefallener Mitglieder. Fc. Vom O berwcsterwa ld, 28. Juni. Immer zahl- reicker und dringender werden die Beschwerden, daß die auf dem Lande vorhandenen Lebensmittelvorräte durch Unberufene in Massen ausgekauft, und dadurch den Stellen voretttlicfften werden, an die sie besttmlmtngsgemäß abztffiesern sind. Insbesondere ttitt ein geradezu verbrecherisches Unwesen der Händler und gewerbsmäßigen Austänfer von Tag zu Tag hier im Oberwesterwald mehr hervor. Die Leute haben oft ein ganzes Gefolge von augewvrbenen Unter- ankänfern, auch Frauen und Kindern ruit sich, und versuchen durch Erregung von Mitleid, durch dreiste Zudringlichkeit oder durch Anbietung von Wncherpreisen alle nur irgend erreichbaren Lebens- inittel wie Brot, Butter, Eier, Kartoffeln, Fleisch, Speck, Schinken und «Wurst an sich zu bringen. Die Ortsbehörden sollen nuntnehr vom Kreisausschuß in ihrem Kampfe gegen dieses Treiben durch die Anforderung militärischer UeberwachungsKommandos untere stützt werden. Ktrcfec und Schule. Evangelischer Zweckverband für das Großherzogtum Hessen. = Worms, 29. Juni. Was lange Jahre nicht vermochten, brachten die gemeinsamen Kdiegsnöte und das Jubeljahr der Re- drmatton zustande: den Zusammenschluß von 30 evangelisckp-kirch- lichen Vereinigungen des Großherzogtums Hessen zu einem evan-- gelisch-kirchlichen Zweck verbände. In unserer Lutherstadt fanden sich dieser Tage die Vertreter der Vereinigungen, ganz gleich welcher Richtung und theologischen Anschauung, zur Gründung des Verbandes ein. Der imposanten Kundgebung wohnten viele Vertreter der staatlichen, milffärischen, städtischen, kirchlichen und wiffenschast- lichten Behörden Hessens bei. Die theologische Fakultät der Gießener Universität war durch Geh. Mrchenrat Prof v. Dr. Eck, das Ftted- berger Predigerserninar durch Pwf. E). Dr. Sch 0 el. l vertrete^ Nach einer geschäftlichen Sitzung, die Pfarrer v. Waitz-Darm- tadt ials Verbands Vorsitzender leitete und in der er in lvarnr- empttmdenen Worten die hervorragende Bedeutung des Bundes ur das gesamte geistige Leben des Landes feierte, folgtert mehrere Vorträge wissenschaftlichen Inhalt. Es sprachen Prof. v. Dr. E ck- Gießetl über „Rechfferttgung und moderne Weltanschauung", Prof. Dr. Schä der-Kiel über „Luther und die chrrsffiche Freiheit und Prof. v. Diehl-FriÄrberg über „Luthers, Zwinglis imd Bnoers Einfluß auf das innere Leben der hessischen Kirche". Das Schluß- und Dankeswort sprach Pfarrer Bernbeck -Okarben. In deil - Nachmittagsstnnden vereinigte sich die Wiormser Bürgerschaft mit ihren Festgästen zu einer machtvollen Kundgebung am Luther- denttnal. Hier sprach Pfarrer Dr. Berger-Darmstadt über „Die Bedeutung der Reformation für das deutsche Volksleben". Mit dem - Gesang von Luthers Schutz- und Trutzlied schloß die Wei'hestunde. , DZitterungsbericht. Meffentlicher Wetterdienst.) Wolkig, ttocken. mäßig warm. Letzte Bacfmcfeten« Die nlsststhe Offensive. Berlin, 30. Juni. Während dem „'©fen" zufobge dre von England und Frankreich verlangte ruffffche Offensive bis zum Herbst verschoben sein solch wird von angeblich bestunterrichteter Seite aus Paris gemeldet, die russische Heeresleitung beabsichtige, in der allernächsten Zeit die Offensive wieder auf zunehmen. Untersuchmgen Men russische Minister. Zürich, 30. Juni. (L.-A.) Aus Petersburg wird berichtet, daß eine außerordentliche Untersuchungskommission die Eröfsmmg der Vorittttersuchung gegen Stürmer, Prvttpopow, Justizminister Dobrewolski und General Remtenkampf beschlossen habe. Rußlands Erntcaussichten. P e t e r s b u r g , 29. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Mel- )ung der Petersb. Tel.-Agentur. Nach beim Finanzminister eingegmrgenen Nachrichterr über die Ernte in 487 Kreisen verbricht die Ernte des Wintergetreides untermittel zu tverden m 77 Kreisen, mittel in 48 Kreisen, schlecht in 29, zuffieden- stellend in 221, gut in 57. Nach den gleichen Nachrichten ist der Stand des Frühjahrsgetreides etwas geringer wegen der Fröste, die ihr Waä)stum in den ersten Mailagen behinderten Kriegsminister Kerenskij begab sich auf eine Besichtigungsreise nach Kasan und dem Kaukasus. Sommerzeit in Rußland. Petersburg, 29. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegrapheu-Agentur: Um Brennstoffe ztt sparen^ verordnet dre Regierung, daß die Normalzeit in ganz Rußland vom 14. Juli an um eirte Stunde vorgeschoben werde. Aus Griechenland. Berlin, 30. Jwii. Dem B. T. zufolge herrsck>en in Atttka revolnttonäre Zustände. Ueberall verübe die königs- treue Partei Putsche, die vmr sranzösischen und russischen Truppen niedergeworsen würden. Mein in Attika seien jetzt 40 000 Äöann Ente nte trupp-en Vers ammell. In )?llheu scheinen dem Einzüge Beniselos' lärmende Kundgebungen vormi- gegaugen zu sein. Die verbannten königstreuen Griechen sollen innerhalb Frankreichs, mit Ausnahme von Paris, Aufenthalt nehmen können. Bei der Audienz Veniselos' und seiner Kollegen sei, lvie die B. Z. beriästct, die eisige Zuruch-' Haltung des iungen Königs ausgefallen. Gott dem Allmächtigen hat es liebe Tochter, Schwester und Nichte im Alter von 10 Jahren nach Kätchen Jal iek kurzem, aber schweren Leiden in die Ewigkeit abzurufen. In tiefer Trauer: Familie dl. Kern , Familie Hofmann. Giessen (Weserstr. 7), Wallenro'd, 3ü. Juni 1917. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 3. Juli, nachmittags 3 l / s Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 5021 Gestern morgen 8 Uhr verschied nach längerem Leiden unser lieber Gatte, Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Karl Chrisjian Sack II. Echuhmachermeifter. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Auguste Sack geb. Hahn nebst Kindern. Gießen (Wetzsteingasse 19 ) und Gladenbach, den 30. Juni 1917. Die Beerdigung findet Sonntag, den 1. Juli nachmittags 2 1 /* Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. mm Anna Münker Hermann Kaiser Verlobte Gießen, den 1. Juli 1917. Giessen Babnhofstrasse 60. Gewissenhafte Vorbereitung- f. den kaufmännischen Beruf durch gepr. Lehrkräfte ^asdiinenscltreiben Stenoqraphie Bueliiüiirung Schönschreiben usw. Beginn der neuen Kurse am 1.—5. jede : Monats. 377 Samstag, r.Zuli M?, abends 8'/, Uhr pünktlich in der großen Aula der Universität unter Mitwirkung des Herrn Hofrats Steingoetler: eines Knabenchores unter Leitung des Herrn Görlach: der Militärkapelle unter Leitung des Herrn Herrmann: Ansprache Seiner Magnificenz des Rektors der Landes- Üniversität, Herrn Prof. 0r. Schien; Vortrag: Zeppelin und »ein Werk (mit Lichtbildern) von Herrn Geh. Hofrat Prof. 0r. kvrng veranstaltet vom verein für Lustsahrt in Eiehen, der Ortsgruppe Siehe» d« venischen Lustflotten-Vereins und der Ortsgruppe Siegen der Zranen-verbau-es des Deutschen Luftflotten -Vereins. Afrumorb-rto für die vordere Hälfte des Saales sind zu 2 Mk. in der Musikalienhandlung von ChaUier. Jtumerlerre P latze ^euemneg 9, zu haben. 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Wasserversanä durch lUilnsbrauaea-GeczliscliaSt. jHeivona^. bewahre bei Ma^ea-,h iDarm-.Leber- und Gallenstein-! jleideD,Hämorrh.oiden,Fettleibig-i keit,Gicht-u. Zuckerkrankheiten I Auskunft erteilt der Magistrat, j 100 vocklämmern, 30 Schafen und 15 Muiterlämmern (Cotswolds-Kreuzung: bestes Wall- und Fleischschaf) aus den obechesfischen Staminschafereien Götzen, Babenhausen II und Fürstlichen Gutsverwaltnng Lich stndet Mittwoch, 25. Zuli d. Z.. vormittagr %\\ Uhr. in Lich statt. Autzerhessische Steigerer müssen von ihrer Ortspolizeibehörde eine Bescheinigung beibringen, datz die Tiere, die sie erstehen wollen, ZU Zuchtzwecken dienen sollen. WdMjWskaMtt-Msiliuß für NMcn in Gießen, FriedMtrch 6. 2 Inm. Interessenten können die Versteigerungsbestinnnungen unter Beifügung einer 15 -Pfennig-Marke bestellen. 49330 Lu- von Antiguitäten, Möbeln, ganzen Einrichtungen, Alt- elfen. sowie allen von mir geführten Artikeln. 2241 Louis Rothenberger. 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