Kr. sp) Der Lietzevcr Rnzrlger erschein! tägliä), außer SsnnlagS. - Beilagen: Oiebener-samittenblätter; Kreisdlan fiir -en Ureir Girtzrn. vezugspreis: monatl. 9o M.. vke^tel» zährl. Mk. 2.65: durch Abhole- u. Zweigstellen nwnatl. 90 Pf.: durch diePost Mk.2.45) viertel» jährll mrsschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: sür-dieSchriktleitungl 12 Verlag,Geschäftsstelleol Anschrist für Svabtnach- richten: Lnzeiger Gießen. Erstes BM Donnerstag, 2i. )uni M postschrÄonto: Kranttnrt a.M. N685 nur 3 »il!ingrrunSLr«ck u. Verlag: Srühpsche Ukiv.-Vach- u. Steindruckerei 8 .r««ge. Simtverrehr: Gerverbebanf Gießen Schristlettvag, Erschäftrstellr &. Druckerei: Schulftr. 7. von Anzeige:, i die Laqesrrunlmer bi-, zum Nachmittag vorher Zeilenpreis, f. Anzeigen: örtlich 20 Pf., Vermietungen u. Stellengesuche 15Pf., auswärts! 25 Pf., b. Platzvorschrist 30 Pr., Reklamen 75 Pi.„ bei Platzvorschrist 90 Ps.i HauptschriftLeiter: Aug. G o e tz. Bermckwortlich ^ für Politik u. Feuilleton: Ava. Goetz, Stadt und« Lcnv». Vermischtes u.Gc^ richtssaal: Fr. R. Zenz.j Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. MTB.) Grohrs Hauptquartier. 27. Juni. (AmNtch.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Bei schlechter Sicht war die beiderseitige Artillrrietätig- tnt an der Front geringer als an den Vortagen. Narr in ein- zelrml Wschnitten nahm das Feuer zeitweilig zu. In den Morgenstunden wurden gegen den vorspringen- deir Lrnsbogcn angreifende starke englische Kräfte unter schweren Verlusten abgeschlagen. In einem Vor- feldgraoen beiderseits der Strahc Ar ras — Lens setzte sich der Gegner fest. Bei Fontaine blieben Vorstöße feindlicher Abteilungen erfolglos. Ebenso scheiterten an mehreren Stellet! der Arrasfront Angriffe von Erkundungsabteilungen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Abgesehen von starkem Feuer nordwestlich von E r a o - nelle sowie beiderseits der Straße Corüeni — Berry- au-Vac hielt sich die Kampstätigkeit im allgemeinen in mäßigen Grenzen. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Keine wesentlichen Ereignisse. Oöstlicher Kriegsschauplatz. . Südlich der Bahn Lemberg — Tarnopol und an der Najarowka blieb das Artillerie- und Minenfeuer lebhaft. An der Zlota-Lipa brachten wir von einem gelungenen Erkundungsvorftotz mehrere russische Gefangene zurück. Mazedonische Front. Im C e r n a b o ge n und östlich lebte die Feuertäligkeit zcttwrise aul Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff. * Der Abendbericht. Berlin. 27. Juni. (WTB. Amtlich.) Abendbericht. An allen Fronten im allgemeinen ruhiger Tag. Der Hafen «on Dünkirchen wurde erfolgreich durch unsere Artillerie hesttzrffftn. Irr dem großen Kongveß der Arbeiter- und Soldaten rate RutzlEds, vorn dessen Berhmidlmmen wir heute ein gehende Berichte veröftentlichen, spiegelt sich ein entschei dendes Stück der Kriegslage. Es herrscht wackffende Nnzu friedenheit in Petersburg, so daß selbst die Organe der Ar beiter und Soldaten gegen die von unten her aufquellend Woge der Kundgebungen nicht mehr recht das Heft in de .Hand haben. Wenn wir nun die langen Entschließungei durchlesen, die auf dem Kongreß gefaßt worden sind, ü durchzuckt uns der alte Satz: Nicht durch Reden und Majori tätsbeschlüsse werden die Geschicke der Völker entschieden sondern — ja, hier sucht man nach einer neuen Wendung de- Bismarckschen Ge danken gang es. Es gibt noch weitere Ge walttnittel als Mut und Eisen, die ja das Kriegsende nich schnell genug herbeiführen können. Es gibt noch die Brand sacket der Revolution, der Gegenrevolution,' es gibt nock ein Ende durch Erschöpfung und Verztveiflungseritschlüsse Was der Arbeiter- und Soldatenrat in Rußland will, dawußten wir längst, was er aber nicht erreichen kann, dal l>at uns die Post aus London und Paris täglich zugetragen Es scheint, daß nicht einmal eine geordnete, regelrechte Kon ierenz in Stockholm zustande kommen kann. Heute liegt bu Meldung vor, daß die englischen Sozialisten die Einladunc der- Petersburger Revolutionäre ablebnen! Wen? Scheidemann im „Vorwärts" gesagt-hat: Wir Sozialdemo traten haben es lvahrlich nicht leicht — wieviel mehr Ur soche baben die Anhänger Dscheidses, diesen Ausspruch zr tun-!. Schon klingen ihre Beschlüsse nicht mehr wie aussichts volle Vorschläge, sondern wie Notschreie! Der „Kamp st 'ür die baldige Beendigung des Krieges, so erklären die Ar aeiter und Soldaten, ist die wichtigste Ausgabe der revolu tionaren Teuroiäa'tie. Alles gerät unter die Räder-, wenr der Friede nicht bald in dem in höchsten Nöten stehender ^an.de emkehrt! Mit beschwörendem Händeringen wird der internationalen Demokratie nochnrats die alte Friedens formet zur Verwirklichung unterbreitet und ' die provrsorrsche Regierung aufgefordert, alle beschleunig ten schrate zu tun, um dem neuen Geiste auch in den übrigen Zandern der Efttente Eingang zgr verschaffen. Dic „Erkenntnrck, oaß es keinen Sieger in diesem Völkerstreitc geben drirfe, da sonst der Friede neuen Streitigkeiten Dur und Tor öffnen werde, wiaB in London und Paris nach den bisherigen Erfahrungen nicht erschütternd wirken. Die Satze von dem a b zu le h nen d en So n d e r f rie d e ri r m , ^vlschiedenheit das Bemerkenswerteste der ckongreßbeichlupe. Der Kongreß war der Ansicht, daß ein !\^i e ^l ric £ € der einen Partei die Möglichkeit zu einem enriwerdenden Siege geben würde. Nun, wäre das nickt innnerhln eme Rettung Rußlands aus seiner jetzigen Ver- z.veifluAg imd Not? Aber den vsrrmrirten Ideologen schreibt öe!t . uun einmal tor A nach der international ^nigten ^olwrdemokratie zu streben. So lehnen sie bis aus *= UV- ^chttliegende ab und versuchen es mit neuer, . opaganda. Was -sollen die gegenseitigen Bc- l t . ^^ungsaustausche? Die Zeit drängt und KaK InnRussen ja selbst! Wenn nun die m'• lÜJ ! d ^ a %Zustandekommen einer Einigung nach dem .Kongresses, die Hoffnung auf einen erfolq- S ä lntcrnatwnalen Kongreß scheitert - was dann? Die ^.oerter- und Soldcckenräte erheben jetzt schon gegen che ^chwrerlgkeiten, die von „im- lachen Regierungen" gemacht worden sind. S 1f9 ö S c r W/^?Skeiten nicht schwinden, sondern )>.n. Der Schmß der Entschließungen der Arbeiter und Soldaten ist ein müdes Berlegenheitsstück. Es wird für die Stärkung der Kampfkraft der russischen Armeen plädiert, „so daß ihre Desensivkraft der Offensivkraft entspricht". Das wird die Erwartungen der übrigen Entente-Mächte bekräftigen, die Aussichterr auf ihre erfolgreiche „Belehrunck' durch Leitsätze stark herabmindern. Einige Aeußerungen aus England und Frankreich haben das revolutionäre Rußland längst stutzig machen müssen. In ?cummer 56 der Nachrichten des Petersburger Arbeiterund Soldatenrats ist, so entnehruen wir der Köln. Ztg., folgender Brief abgedruckt, den der Erste Vorsitzende dieses Rats, Tscheidse, aus Paris erhalten hat, und der so lautet: Ehre den Revolutionären, welche auf dem Wege der Gründung emer schönen und freien und großen b?ation gehen? Sagen Sre Volk, daß die Verbündeten auf Leben und Tod mit Ihnen verbunden sind. Weim aber unter Ihnen Verirrte sind, w-elcl)e weder ihre Pflicht, noch ihre Würde, noch ihr eigenes Interesse anerkennen und dazu kommen, ihre Verbündeten aus dent Wege eines -Lipndersriede ns zu verraten, dann würden wir auf die Rügen wie auf unsre schlimmsten Feinde sehen, und das wäre das Ende von Rußlcurd. lim dann unserseits einen chren- vollm Frieden zu erl-alten, würden roir Petersburg und Moskau in die Hand der Deutschen geben: Japan wäirde das ganze asiatische Rußland in Besitz nehmen. Wir würden Odessa anektieren lassen, um anstatt dessen Serbien wieder ailfzurichtein wir würden die Schweden Finnland erobern lassen usw. Wer wir sind so weit noch nicht gekommen. und wir hoffen, mit Ihnen bis zum endgültigen Siege Hand in Hand zu gehen. Das ist es, was mkn Euern Genossen zu verstehen geben mnß, ivelche zugrunde gehen würden, wenn die Verbündeten Rußland blockieren und ihm finanzielle Hilfe verweigern sollten. — Mit Gruß Jean de B eaucour t. Die „Morning Post" aber hat nach einer weiteren Meldung der „Köln. Ztg." jüngst ganz offen erklärt, daß Eng - lanb nur deshalb das Kommen der neuen Regierung in Fähigkeit beteuert habe, der Sache der Alliierten ..zu ihrem Rechte" zu verhelfe,!, nicht aber weck sie eine Demokratie )et. -Dieses Bekenntnis könnte auch Herr Scheidemamr einmal durchdenken. Hoffen wir, daß sich 'die Russen auf die eine oder andere Weise noch mausern und die in dem oben mitgeteiltcn französischen Briese arlsgesprocherren Drohungen nicht zu ernst nehmen werden! Selbst der Kongreß der Arbeiter und Soldaten war ja der Ansicht, daß ein Sonderfriede der einen Partei den Sieg bringen werde. Donaumündung aus. Der feindliche Leuchtturm-- und diö Funk-mstatiou auf der Schlangeninstl wurden zerstört. Unser Lan- dungskorps erbeutete auf der genannten Insel ein Maschinengewehr uud eine Anzahl Äasfen. Es zerstörte feindliche Geschütze und kehrte mit elf Gefangenen an Bord zuri'ick. Auf der Rückfahrt versuchten russische Linienschiffe und Zerstörer> unsere See streit kr äste ab zu schneiden. dem ent* stehenden Gefecht erzielten unsere Streitkräfte auf große Entfernung Treffer auf einem feirrdlichen Zerstörer. Ein Marineflugzeug warf erfolgreich Bomben aus ein feindliches Linienschiff. Unsere Svestreitkräfw und das Flugzeug sind unbeschädigt zurückgekehrt. Bcsomders tat sich die „Midilli" hervor. Die Zustände in Saloniki. Berlin, 27. Jniri. Entkommene bulgarische Gefangene berichten, daß in den drei Rißmaten März, April und Mai allein!' in Saloniki 800 00 Verwundete ankamew Dte Mamr- schastsdepots waren sämtlich leer mit Ausnahme des serbischen, rn dem 7000 bis 8000 genesene''Serben liegen. Weiter erzählten die entkommenen Gefangenen, daß die Serben vorr de,: Franzosen fast ebenso schlecht wie die Gefangenen behandelt würden. In Sa- loniki herrsche eine erschreckende Teuerung. * Eine mititärische Beratung der Entente. Paris, 26. Juni. (WTB.) Havas-Meldung. Im Saink Jecnr de Martrienne fand eine militärischeBeratung statt, an der Generalissimus Cadorna, der englische General Radclisfe sowie die Generäle Foch nnd Pernin teilnahmen. Obwohl die größte Zurückhaltung über den Gegenstand der behandelten Fragen geboten ist, ist doch so viel gewiß, daß Eadorna rmd Foch zu einem Einverständnis über die Art der Zusammenarbeit der französischen nnd italienischen Truppen bei den begonnenen Operationen in Kleinasien nnd an den heiligen Stätten gekommen sind. Sie haben auch die Lage geprüft, die sich ans dem Balkan infolge der jüngsten Ereignisse in Griechenland ergeben hat, und studierten endlich die Pläne einer a l l g e m c r n e n Offensive, die die Alliierte,! jetzt gleichzeitig beginnen müßten, da es mehr als gewiß erschenck, daß Rußland demnächst in der Lage sein luirb, auch seinerseits die Offensive zu ergreifen. Ro m, 26. Jirm. (AMB.) VöÄduug der Agenzür Stefcrm. Nach der Zus-amMcnkunft in SaiM Ivan de Maurienne kehrte & ü £> o :: u a nach Turin zurück nnd reiste sofort nach dem Kriegs-- gebiet ab. vir Revolution in Rutzlanü.- Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. W i e u, 27. Jmri. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbnrt: Auf keinem Knrgsfchlurplatzc Ereignisse von Bedeutung. Die Mmpft im Westen. Berlin,^27. Juni. (WTB.) An der flandrischen Front wurden am 27. Juni vormittags die deutschen Stellungen südlich der Bahn P p er n-Routers etwns vorgeschoben. Die Hafen an lagen von Dünkirchen wurde,! unter' schweres Artilleriefeue r genomm c n. Bei dem starken Angriff auf Lens am 26. Juni 8 Uhr vormittags erlitten die Engländer schwere Verluste. Bei Fon turn es wurden die Kämpfe erbittert fortgesetzt. Alle Versuche der Engländer, die Einbruchsstelle durch Nachziehen starker Reserven zu behaupten, scheiterten bis ans ein unbedeutendes Stück. Die englischen Berstär- lungsabteilungen gerieten reihentveise in das deutsche Ber- nichtungs- und Maschinengewehrfeuer. In Vorfeld kämpfen wurden südöstlich Bois-Gronier und nordöstlich Hulluch Gefangene eingebracht. In der Ais n e f ro n t nnd in der We st ck a m p a g n e Artillerief-euer. Me schierende Infanterie und Wagenkolonnen wurden unter Vermchtungsseuer genommen. Mehrfache Explosionen und große Brände n. a. in Beaumont Und Vrigny wurden beobachtet. Die gestern gemeldeten Käinpfe an der Beranase bei der H nrteb i s e-Ferme führten dazu, daß es dem Feinde gelaug, an der Bergnase Anfangserfolge festzuhalLen, während wir im Westen der Nase ihn aus unserer ersten Linie, in die er eingedrungen war, mit sofortigen, Gegenstoß wieder hinausgeworfen haben. Unsere Gegenstöße gegen die Bergnase selbst hatten keinen Erfolg. * Der englische Lnftdierrst. Amfterd a m, 27. Juni. Allgemeen Handelsblad meldet aus London zur gestrigen Oberhausdebatte über Vergeltungsmaßnahmen w e g e n der Luftangriffe: Lord S t r a ch i e forderte eine besondere Organisation von Luftfahrzeugen zum Schutz Londons. Lord Newton erklärte es für unmöglich, ausschließlich für London ein Verte,d,gung§system zu schaffen, da man ohnehin nicht alle Anforderungen an Flugzeugen an den Kampffronten uud bei der Landesverteidigung befriedigen könne. Wottte man eine weitere Anzahl Flugzeuge lediglich zum Schütze- Londons bejtimuieu, so würde die Folge eine Schivächung des Luftdienstes an der Front sein. Der türkische Verichr. Ein Gefecht im Schwarzen Meer. K o n ft a n t i n o p e l, 26. Juni. (WTB. Nichtamtl.) Amtlicher Heeresbericht. 9ln der Dialafront am linken Flügel wurden englische Automobile, welche versuchten, sich unseren Vorposten zu nähern, durch Feuer abgewiesen. Im Persischen Grenzabschnitt fielen Zusammenstöße mit russischen Abteilungen zu unseren Gunsten aus. An der K au ka sus fr on t am linken Flügel fanden zeitweise Infanterie-Fenei-gefcchte statt. Schwarzes Meer: Ein Teil unserer Seestreitkräfte führte vom 23. bis 25. >J,mi eine llnternelpiumg nach der russischen Der Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte. Petersburg, 27. Juni. (WTB.) Meldung der Petersburgec Telegraphen-Agentnr.' In der Sitz,arg des Kongresses der! Arbeiter - und Soldaten röte von gmrz Rußland vom 25. Juni wurde mit erdrückender Mehrheit eine Enffchließung über die Ereignisse des 2 2. und 23. Juni angenommen Der- erste Teil dieser Entschließung erinnert daran, daß die erwähnten Ereignisse durchs wirtschaftliche Fragen, den wachsenden Widerstand gegenrepolutionärer Elemente der wohlhabenden Kreise, die wirtschaftliche Unordnung, die Lebensnrcktellrise sotvie Umstände, die durch den Weltkrieg verursacht und hervorgernfen sind, l-erbei- grckihrt wurden. Die Volks kreise, die sich Rechenschaft darüber, atlcgen, daß die Krise auch durch die tatkräftigsten Maßregeln nicht aus der Stelle behoben werden kann, bringen ihre 'schwere Unzufriedenheit zum Ausdruck, was von den reaktionären Kräften ansgenutzt wird. Das wacht die völlige Uebereinstimmung der Handlungen der vecichiedenen Elemente der revolutionären Denuvkratie unbedingt notwendig. Der zweite Teil der Entschließung tadelt den Entschluß, in Petersburg eine Kundgebung zu, veranstalten ohne Vorwissm des Arbeiter- und Soldateurates und' ohne Maßnahmen zu treffen, daß die Kundgebung ohne Waffen vor sich gehe und _ nicht zu ^Zusammenstößen und Blutvergießen führe, die verhängnisvoll für die Revolution sind. D-r dritte Teil der Entschließung enthält folgende Entscheidung: 1. Die Parteigruppen, die zu den Arbeiter- und Soldatenräten gehören, haben iricft da' Recht, Kundgebungen gegen den ausdrücklichen Willen dieser Arbeiter- und Soldatenräte ins Werk zu setzen. 2. Friedliche Kundgebungen ohne Waffen körmen von diesen Gruvpen und Parteien mit Wissen der Arbeiter- rmd Soldatenräte verarrstaltet werden. 3. Alle bewaffneten Klmd- gebungen einschließlich Kundgebungen unter Teilrrahme von Bewaffneten, können nur mit Zustimruung der Arbiter- und Sou>rten- räte als einziger Organe, die den Willen der rerolulionären Demokratie verkörpern, veranstaltet werden. Die Arbefter, Soldateft und Bauern werden aufgesordert, sich diesen Entscheidungen zu unter,verfcn und auf keine sonstigen Anfforderuug.ui einzugehen, von wescher Steile sie auch kommen urbaren. Alle liebertretungcn dieser Entscheidung,',: drohen den Bürgerkrieg heranfzubeschwören. Nach der Annahuw^ dieser Entschließungen schlug der Embringer vor, einen Ausschuß einzusetzeu zur Untersuchung der Umstände, unter denen die vorerwähnte Kundgebung vorbereitet wurde, und über die Teilnahme der reaktionären Elemente an dieser Kundgebung. Petersburg, 26.Juni. (WTB. Nichtamtlich.') Meldung der Petersburger Telegraphenagentur. Der Kongreßder Arber rer- und S oldate nräte ganz Rußlcmds hat sich mit überwältigender Mehrheit für folgend evon den revolutionärer^ Aozralrften'und den nrinimalistischen Sozialisten vorgeschkagene En Schließung über den Krieg entschieden. Der gegenwärtige tikrieg ist infolge der iruverialistischeu Ziele entjtüiiden, die m den leitenden Kreisen'aller Länder herrschen die danach streun, ftck neue Aöärkte auzueigiien und kleine rückständige Locher chreru nartzchastlichen und politischer Einfluß zu unterwerfen. .rreier Krieg führt zur völligen Erschöpfung aller Länder und Völker und bringt bic ruffisckze Revolution an den Rand des Abgrundes. Er kostet Millionen von Opfer;: und verschlingt Dttllrcrrdeu der Hckssgnellen des Volkes und droht di- als Erbe von den: alttn^ Regime hinterlassene Unordnung noch werter z?k verstärken. Er lührt zur Hungersnot ur:d hält das Land von der Ackftnt für d:e Flgtigung der gewonr:eiren Freiheit ab. Der Kon- grel.-- der Arbeiter- und Soldatenräte ganz Riißlands ist der Ansicht, daß der Kamps f ftr schnellste Beendigung des Krie- ges d:e wichtigste Aufgabe der revolutionären' Demokratie darstelle, eine Ausgabe, die sowohl durch die Untere,len. der Revolution als durch das Ziel der Arbeiter aller -.acher gefördert ivird, der GKgenseitiger: Vernichtung ein Erde zu maawn ümd Uwe brüderliche Vereirrigung zum gerueinsamen Kample für die völlige Befreiuug der Mttffchheit wieder herzu stellen. No. kriegführenden Parieren den Ausgangsvuiikt ftir neue Kriege die feindlichen Gefühle unter den Völkern stärken und' zu Ersctwt-snng. Hungersnot und Untergang führen iöürde. Daß ein Sonderfrieden eine der kriegführenden Par- und ihr die Möglichkeit geben irnirde, einen entscheiden-- den Sreg über die andere Partei davonzutragen, wodurch die usur- vatrschen Ziele der leitenden Massen gestärkt, Rußland nicht von dem Zustand des WcltünperialLsimrs befreit und die z-vischenstaat- nche Vereinigung der Arbeiter verhindert würde. Daher w e i st d er Kongreß u n t e; r allen U m ft ä n h c n jede Politik, d i e tatsächlich aus dem Abschluß eines Sondersriede nls oder eincjs Vorspiels dazu, eines So n dermassen still st au des ab zielt, zurück. Da die Beendigung! deS Krieges nur durch Vereinigung der Anstrengungen der Demokratie aller Länder inöglich jtffl, hält der Kongreß ftir unerläßlich: 1^ Daß du revolutionäre russische Demokratie durch Vermittlung ihres Organs, nämlick! des Rates der Soldaten, Arbeiter und dovern ganz Rußlands. einen Aufruf an die Demokrat!en aller iMächde richtet, damit diesen den Wbhlspruch: „Frieden ohne Annexionen und Entschädigungen auf Grundlage des Selbstbestim- mungsrechtes der Völker" annehme und in diesem Sinne die Schwester rnächte beeinilnsse 2. Daß sie zu allen Maßnahmen zur schnellsten Wiederherstellung der revolutionären Intrrnattonale mrd zur Einberufung ei n es internationalen S o z i a l i ft e n k o n g r e s - seS beitrage, um den internationalen Zusammen- schlu stütze r sAr beiter wie d erster^ u stellen, um endgültige Friedeng-bedinguumm mrd die ihre DurchftUrung ermöglichenden Maßnahme:! auszuarbeiteu. 3. daß sie die Auftnerksamkeit der Deniokratien aller kriegführenden Länder darauf.lenke, daß ein Mangel an Kraft, Entschiedenheit in ihrem Einspruch gegen die lehren Erklärungen ihrer Regierungen gegen die nsnrpat-orischen Kriegsziele die rn s s i ich e Re volntian in eine sehr schwierige Lage bringt imd die durchaus 7wtige :lZerrinigung aller Arbeiter verhindert. Um alle diese Fragen zu lösen, ist es Unerläßlich, sofort Abordnungen in die alliierten und neutralen Länder zu schicken und Abordnungen aller Parteien dieser Länder nach Rußland ein zu^ade n. Der Kon- 'ireß eihebt bestimmten' lftnsprnch gegen die Schwierigkeit?-, die die imperialistischen .Regierungen der Entsendrrng solcher Llbord- nungen entgegen ge stellt l»aben. Angesichts dessen, daß die 'vorläufige vevolutiouäre russische Regierung dieses Progra.ams als Weg ihrer internarioaalen Politik angenommen bat, ist es uucr- läßlich, daß die Regierung baldmöglichst alle Maßrurhmen ergreift. die in Wer Macht liegen, um die Rußlani? alliiertzn Mächte für dieses Programm zu gewinnen. 'Der .Kongreß bäll ri für unerläßlich, daß die Regierung schon von jetzt ab alle Maßnahmen ergcnft, um die Rachvrü fu ng der Verträge mit hcn ttftiwTten Regierungerl und einen ausdrücklichen R e r - zicht auf. jede u su rpatorische Politik zu bsschwmss- g«r. Um die von der Tenrokvatie vorgezejchuete äußere Politik mit Erfolg ins Wer ksetzen zu fihmen, ist die sch! e u it i g st e Erneuerung des Personals des Ministeriums des Aeußern sow ie des diplomatischen Korps mittels einer Demokratisierung notwendig. Der Kongreß erklärt: Solang der .Krieg nicht durch die Llnftreugung der irrteruationaten, 'Demokratie beleck!gl ,oird, werde die reir>lntivnäre russische Demokratie mit allen Mitteln zur Verstärkung der Kampifiaft der russischen Armee beitragen müssen, so daß ihre Dcsenss^-aft ihrer ten bedenklichen Krisis in der englischen Baum Wollindustrie bemerkt der „Manchester Guardian", daß die Baumwollvorräte im Lande nur 418 530 Ballen gegen- über 650 350 im gleichen Zeitraum des- Vorjahres betragen Eine Einschränkung des Verbrauchs dilrch Verkürzung der Arbeitsstunden in den Spiunereierr und Webereien, werde als unumgänglich notwendig angesehen. Wie kritisch die Regierung die Lage ansehe, ergebe sich, abgesehen von der zeitweiligen Schließung der Baumwollbörse in Liverpool, aus der Tatsache, daß der Präsident des Board of Trade Vertreter der Baumwollindustrie des ganzen Langes und der irr 'Frage 'kommenden, Arbeiterschaft Air einer Besprechung nach London cingeladen habe. Nach der „Aestminster Gazette" tagte diese Woche in London enie sehr zahlreich beschickte Versammlung von Abgeordneten des gro ßbritan nischen Berg- m a it n s b u n des, der nationaler! Eisenbahner-Union und des nattonalen Transoortarbeiderbundes zur Ratifizierung des zwischen ihnen abgeschlossenen H/ 4 Millionen. Mitglieder zahlenden „Arbeiterbundes". Den Vorsitz führte der Präsident des Bergmannsbundes, Smillie. Zweck des Arbeiter- bunbe? »ft, gegen die allmähliche Einführung der indu- strieilc" Dienstpflicht und die Beseitigung des Einflusses der Gewerkschaften gemeinsame Maßnahmen zu treffen. Erve zur Beratung stehende Entschließung betont, daß jeden: Grunde zugunsten der Einführung der Dienstpflicht zehn zugunsten non Zwangsmaßnahmen gegen das Kapital gegenüberständen. Nachdem vor einiger Zeit angekündigt worden war, daß man zur Bereitung von Marmelade, die in oen englischen Haushalten eine große Rolle spielt, größere Massen Zucker freigeben wolle, erklärt jetzt die königliche Zuckerftimmffswn, daü nür gewerbsmäßige Frirchterzeuger Zucker, und auch die ft nur drei Viertel' der beantragten Mengeir. erhalten formten, da oedenteirde Zuckermengen au- bxt man gerechner habe, von den Tauchbooten versenkt worden seien. . _ Kovenhagen, 2 7. Jmn. (P.-T.) Kürzlich aus England ein- Reuende beruhten, daß m Äverpoot und Manchester -auf bersten und Fabriken Streiks an der Tagesordnung str^. Der L>ch,,.s per kehr in den englischen .Häsen hat in Icctez ::tei werk, ich abaerwmnvm. In Edinburgh und Leith verengten ^ckichdre streuenden Arbiter ernstlich eirtu-eder Frieden oder Aus fährt der Flotte. Hotl-nchisches 0>emüse ist in Eng- sand mrtzenrvdentlrch teuer. Für den .Koch Salat bezMen die Groß, .nndser der Emtvmerr der Schisse 35 Pfa. Trotzdem herrscht in melen eugftschen Städten größter Mangel an ödartoffeln und ta>emu!e. Offensivkraft entsm ickrt. Denn Fnom würde eckte Niederlage erne Dmchlnechuna ber rui'isckien >W ... ... . der russisch!'. Revolution und ein ' nerhangmsvoller Lchla-g für che Sache ch.r ranzen inleriiationalen M-euwkE« sem. Insbesondere ist der .Kongreß Ansicht, daß die Fvage dar Offensive ansschlceßlich vom Sunwfmnkr rein militärischer und strategischer Erwägungen gelöst toerden muß Petersburg, 27. Juni. (Pet. Tel.-Aqt.) Der Vollzugsausschuß des Pet er s b u r g er Arbeiter-und Soldaten- in Nebe-ceinstin.numg mit dem Bareau des Kongresses der Arbeiter- und Soldaienräte ganz RuAanch- beschlossen, deur- nächit erne besondere Moru'.inng nach Stockholm und nach Frankreich und England zu senden, um sobald wie möglich die Berefung eriver internationalen Konferenz aus der Grundlage des vom Vollzugsausschuß angenonmlLnm^ Programms vorzu- berertem Me dlbordnurrg wird aus sechs Mitgftedern bestehen, deren Wahl vom Kongreß aller Arbeiter- und Soldatenrätc gut- gaherßen werden soll. Eine Berlin, 2Y. 3mi. Der %. & am Mittag" wird aus gemeldet: Mre dm: „Sewlo" berichtet ,findet die Hanpt- absttmmung des assrufsiftven Arbeiter- und Soldaten- kongresses über Pie Frage von Krieg oder Friede/ endgültig am 8. Juli statt. Die Lebensmirielkrifis in Rußland. Bern, 26. Juni. (WTB. Nichtamtl.) „Daily Mail" meldet MrsVetervburg vvnr 20.Jun:: Der Lcbensmittelkontrollenr Pei ckekhono n erstattete aus dem panrusssschen Kongreß einen l^r pessrmnttlcheu Bericht über die Lebensmittelftage. Vom August an ei jmi der Gefahr des Mangels in bm vtabtenja vcduxai. Der Berichterstatter fügte hinzu: Wenn im .lullst dw Ernte beginn:, haben d:e Bauern keine Zeit, das Ge tvewe zu den Vahnstationen zu bringen, und da Reservebestände .aum Vorhände:: und, kann der Ernst des Ausblicks für die Armee urrd du: Großstädte während der fraglichen Zeit nicht über- rn^en werden: un Herbst aber wird die BMLerni'chast sta^-k mit - m g der Länder, nach denen sic hungert, beschäftigt lern. Vrele Murern, die kein Geld brauchen, werden es nicht eilig Getreide zu verschicken. Nordd. neue FriedcnSabftimmung in Rußland. 27. Juni. Der „B. Z. haben. das Die unerwüttschteu Ruffen Stockholm, 2 Gerücht -mit, daßl Serümng weiterer zöfische, belgisck-e und die Sal-onik-Frvnt ausgesprochen habe. 9luch wolle inan die russischen Truppen in Frankreich wieder heimschicken. im Westen. . 7. Juni. „Bmchawrja Wjedomvsti" teilt das nch dos ttanzösische ^auptpuarticr gegen die ru , si scher Verstär kungen an die sran Die euglischen Sozialisten und die Stockholmer Konferenz. Lvndvn, 27. Juni. lWDB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. „Dttily Telegravb" berichtet, daß der ausführende Ausschuß der e g l i s ch e n S v z i a l i st e n- ?^Ä^i die Einladung des Petersburger Vertreter au fchusfes der Arbeiter und Svldaleur, sich an der Konferenz in Stockholm zu beteiligen, abgetehnt hat. * Unterdrückung der Friedenspropaganda in Frankreich. (WDB.) Meldung der Ägence Havas. Bivvarrr hat am Dienstag in der Kamnrer einen G e s c tz e n t- wurs erngebracht, der die tätigste imd kräftigste Unter- ltch^^^aiftenHich^rr"^ durck) Verteillrug friedensfretnid- Die Wirkung des Krieges in Amerika. Berlin, 28. _0imi. Laut „Germania" beginnt der Krreg auch im reichsten Lande der Welt eine unerwartete Wirkung auszuüoen. Die gro^u Rüsttmgen, die Wilson in genominen \}aben oen Geldmarkt in Nelv York so ftark k^mflutzt, daß in den letzten Tagen Geld nicht unter o — b Prozent zu erhalten war. Ein starker Kurssturz der sogenannten Freiheitsanleihe konnte nicht ausbleiben. ,'junehmende Nöte in England. A-fcOA V*, 86. Jmri. lWDB. Nichtamtlich.) Zu der haupt- Kchüch durch un-ureichende BickumwollemkLuse verursach. Die Schweiz und Deutschland. Berlin, 27. Juni. (WTB. Nichtamtlich) Die Augem. Ztg." meldet: Nach hier ein gegangener amtlicher Meldung erschien ani Montag abend der schweizerische Minister aj ii nant aus der kaiserlichen Gesmidtschait in Bern mn dem deutscherr Gesandten wegen der Genfer Bor- S^.u ss c. insbesondere wegen der Verletzung des Konsülats- schildes das lebhafte Bedauern des Schlveizer Bundesrats auszudrücken und die Berftchenma abrrl- geben, datz eure strenge Verfolgung der Schuldigen jt-attftnden werde. Ador als Nachfolger HoffmannS. München, 27. Omti. (Privattel.) Die „Münch, Neuest Na chr" ichreiben zur Wühl Mors zum Leiter der polrtsschen Departements im Schweizer BirirdesraL: .Aan wrrd sich in der Schweiz wohl keirren falscheii Vorftel- Imtgen über das Echo hingeben, das die Wahl des Natio- nalrates Ador zunr Bundesrat in Deirtschland finden wird. Dieses Echo ivrrd sich voraussichtlich iwch verschärfen, nach- deni Ador tatsächlich die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten übertragen worden ist. Nieni-and will sich bei Ups in die inneren Llugelegenheiten der Schweiz ein- insschen, aber maii tvird in der Schweiz begreifen müssen, ^.? er ,^ tnt 6 Ador nach altem, was sich seit Kriegsbeginn an ihn knnpft, für uns bedeutet. Wie Ador seine Neigung zur Entente nnt einer streng neutralen Amtsführung zu vereinigen gedenkt, darüber haben wir kein Urteil. Wir wollen hoffen, daß es dein Vertreter der unbeirrbaren schweizerischen Neutralität an .Kraft nicht gebreche wird um die Polittk der Schweiz in fefter Richtung zu halten. V ir sprechen aber aus, was heu.te weitest epolitische Kreise rn Deutschland denken, wenn wir sagen, daß mis die mit der Wahl Adors einsetzende Entwicklung zu größerer Reserve gegenüber der Schweiz veranlassen niuß, als wir Am 24. Juni schrieb der „Dernps": Ador Platz zu machen." Damit ist ^ . Erwartungen die Entente an diesen Perjonensvechsel knüpft und wie wir ihn danach einzu- Friedensverhandlungen, heute rrach Erledigung der Tagesordnung zu verhandeln, ivird angenommen. Hierauf nnrd der vorläufige Haushaltsplan in dritter Lesung angenommen. Das Haus begann drc Verband!uugen der Regierungsvorlage betreffend di-s Ncarid atsver läik gerung. Wien, 27. Juni. (WTB.ÜDas Haus nahm die Vorlage be^ die Mandatsverlängerung bis zum 31. Dezem- ° cx ^18 an. In der Verhaiidlung über die Llnftaaen der Abgeordneten DasMiskl, Dr. Stvjan imd.Hruban an die Regierung! über die Vorbereitungen für eventuelle Frieden sv er hand-^. ijcngeu wies der Ministerpräsident Ritter v. Seidler ent-» reden die während der Debatte gesterir gefallenen Aeußernngen zurück, dr-e von dem Standpunkte der Hochhaltung des Bündnisses mit, dem Deutschen Reiche als ttefverletzend enrpsnnden werden! mußten. (Zuititnmüng und Beifall.) Ebenso bedauerlich sei es, wenn von emzelneii Abgeordneten etwaige Mißgriffe seitens untergeord- newr mssttärischer Organe verallgemeinert und. zn Amoürsen gegen Oesterreich-Ungarns sseliebte und lxvvundente und so glorreuhe Wehrmacht benutzt würden. Bezüglich der zur Verlxindlung stehen- ^^ttagen erklärte der Ministerpräsident nach einer Rücksprache mit dem Minister der auswärtigeri Angelegenheiten: Die Llnnahme des Antrages Daszynski, als ob die österreichisch-nngarische Re- gierung dase l b st b e ft i ni m il n g s r e ch t der Nationen als die -nnndlage für einen dauerhaften Frieden anerkannt hätte, ist irrtümlich. Die österreichisch-migarische Regiermrg steht auf der Grundlage des Staatsgrundsayes, wonach es dem. Kaiser Vorbehalten ist, Frieden zu schließen, somit dein Monarchen die hrahrung der Interessen und Bedürfnisse der Völker Oesterreichs m jenen eittscheidenden Augenblicken anvertraut erscheint. Unter dieier ausdrüMchen Berwahnnkg der .Hoheitsrechte der Krone ist me vsterreichssch-nngarische Regierung jederzeit.l^ereit, im Einver- nelMen nnt den Bundesgenossen auf der Basis eines ehrenvol- \S. n Fviodens mit dem Feinde in Verh-andlungen zu treten. Sie lehnt icdoch entschieden jede andere Grundlage für die sftie- densverhandlungen ab. Der Minister der auswärtigen Angekegen- heilen brachte unsere Bereibvilligkeit zu einem ehreiroollen Friedens? chlufse, welcher die Garantie.: einer fteieii niid gesicherten Entwicklung der Monarchie enthält, offen zum Ausdruck. Hierüber iämr auch bei unseren Feinden, kein Zweitel herrschen. Solange un?erc Feinde diesen Standpunkt der österrcichisch^imgarischen Regierung und unserer. Verbündete nickst annehmen, werderi wir weiter kämpfen in dem feste:: Vertrauen, daß die heldeTwEr- geii Leiftnngen unterer Armeen, verbunden mit der ausovterungs- vollen Tätigkeit des Hinterlandes, den Tag lirmgeri werden, an welchen! den Völkern der Monarchie der Lobn ihres Aus Harrens durch cineii ehrenvollen Frieden gesickert wird. (Beifall.) Die von wahrer Menschlichkeit getragenen AbsichtM, liegenden Anfragen ssTrechen. uiid die die welche aus den vorvolle Würdigung her selber dies wünschen. „.Hoffimrim geht, uni ansgespnochen, »velche öiterreickgscheu und der ungarischen Regierung erfahren, dürfen wohl als ein Beweis dafür angesehen werden, daß die aus die Herbeiführung eines ehreiivollen Friedens gerichtete Politik der Mittel- mächte in der Auffassung des Hauses und in dem Willen der österreichsscheri Völker eure kraftvolle Stütze findet. (Beisall.) .Hrerauf wurde die Debatte über die Anfragen eröffnet. ^ Der polnische Sozialist Daszyns kr erklärte, der Wille zunr uneben beseele alle acht Völker Oesterreichs. Die Regierimg solle die Kiiegsziele und Friedens bediu gungen Oefterl-eichs bekarmL geben. Jedem Volke müsse das freie Reckst auf Sc-ll>stbeftrnttnimg zngestc-.rden -verden. ^Beifall bei de?r Polen.) Der Mg. Stojair erklärte sich namens der parlamentarischen Prieftervereimgung für' die F-iedensintentionen des Papstes und die Friedensaktton des Kai'ers, ähnlich ^lbg. Hruban naniens der Bertteter des boh- m i\; -katholischen Nativnalverbandes. Air die gemeldeten Ausführungen des Ministerpräsidenten sckstoß sich eine Aussprache an, in der der deutsche Mg. Sertz gegen die Bemecfirng des Ministerpräsidenten bezüglich des Selbfthestiw-- mungsrechtes der Völker polenrisierte, und erklärte, keine )lnnerik»- nen, keine Kontributionen und Selbftbestimnrungsreckst der Böller, -das seien die Mittel die zum- Frieden führten. Die Erklärung der Nogrermig gemige nicht. Der Abg. Soukup erklärte, die tschechl- sche Sozialdemokratie iverde jede Aktion zur Wiederhi-rlsteKung bte Friedens auf der Grundlage des Selbftbeftinrnrungsrechtes der Nationen tatkräftig unterstützen, dlbg. Stoelzl (Deutscher Nateo- nalverümrd) sprach rm Sinne eines ehrenvollen Friedens. Wir kämpfen für die Jntegri-iät, Unabhängigkeit und Freiheit unseres - Reickws. .für die Entwickllnrgsmöglichkeiten in unserem Staate rrnd in den Staaten unserer Bundesgenossen. In llebereinsttnnnung mit den Parteigenossen und wohl auch mit den Völkern des Reiches weift der Redner mit Entrüstung alles zurück, was gegen die Ar- niee gesprochen wurde. (Lebhafter Beifall.) Man wolle einen Melden, der die Gewähr bietet, daß die unendlichen Opfer nicht inn>* sonst gebracht worden sind, mit dem Recht eigener freier Entwicklung im Verein und im Unverständnis mit den treuen Bundesgenossen. (Lebhafter Beifall, Händeklatschen und Heilrufe bei den. Deutschnationale:!.? „Vergessen Sie nicht," fährt der Redner fort, ,chaß Deutschland das blinkende Schwert für uns gezückt, und daß nür als Gegenwehr das Schwert über Deutschland gehalten haben, als es angegriffen wurde. Wir Qesterreicher und Ungarn können stolz sein, aus die Ruhmestaten der verbündeten Armeen und insbesondere unserer treuen deutsck-Q! Verbündeten und senden ans besä österreickstsck)en Parlament der treuen deittschen Arnree mtfemt wärmsten und innigsten Gruß." (Lebhafter Beifall, Himdeklasschen und Heilrufe bei den Deutschen.) Fortsetzung morgen. sckstitzen haben. Aus Griechenlanrt. - ^ 3Uni. (WDB.) Die Agence Havas berichtet f^ en: Fr an zösischc Abte ilung e rr besetzten verschiedene Punkte der .Hauptstadt nnd die Esphrmtde des Zapperon, mn jeder Art von Unruhen vvrzubeugen. .Das -Kabinett Venisel.ds wnw mn Mittwoch ae- btldech dre Minifterliste ist heute vvwgelegt worden. Die Stadt rst ruhrg. tLl "' AZ«ni. ‘Mm.) Di« fnmrSßsck- Press- bestätigt ^s-sMS^der Fsin^osm m Larrsl a. Jii »icissa Nmrde i>et thessalssche^ .Abgeordnete Schlieinann, bekannt als Gegner Benizelos und der Entente, verhaftet. c. - Festsetzung der von den Italienern und Venizelisten beachten Gebcele \mrb letzt noch eine Grenze zwischen der italienisckien und der Salonrki-dlrmee wstgescht. n, 27. Jlu'ni.. (WTB.' AsEllcb der Mckkehr Benizelos, erklärt das „Gwrnale d'Jtalia": In der letzten Erklärung der vor- lauttgen Regierung von Saloniki chhrt Benizelos eine Sprache, die nrcht daram hmdeut et, daß sich die B ezz iebihn gen zwische:! dem gr r e chi s che n Bo l k c u n d I ta l ie n bes?eru sollten. Die Grunde, die zur B e , e tz n u g I a n i n a s geführt haben, sind im Grunde die gleichen, tue die ^chutzmächte zu den jüngsten Mastnahmen gegen Griechenland bestimmt haben. Italien würde sich freuen, wenn unter der neuen Regierung diese Gründe hinfällig würden. Man kann aber nicht glauben, daß eine verletzende Sprache toe g^lgnetste t|t, um in Italien das Vertrauen zu Grieckienland zu heben. Es sväre Wünschenswert, daß Vemzclos genstsse Heiß- semen Freunden beschünchtigt. Der einzige Whg zuv .Lerständrgung ist, Italien zu verstehen zn geben, daß das neue Grvechenland im Ern klang mit Jlalieir leben Null. Ministerpräsident v. Seidler über den Frieden. Wien, 27. Juni. (WTB.) Ab g eovdireterlhaus. Der Antrag Singalowicz, über die schmftliche Jnterpella- trmrsbeantnwrtmrg des qewe-seiren Lmrdesverreidigungs- nrrnisters auf eine Interpellation des Mgeordneten Äanger- van dre Debatte zu eröffnen. >vird mit 189 gegen 135 Stim- nien abgelehnt. Der Vorschlag des Präsidenten, die An- ftLgetl der Abgeordneten Daszynskr, Jojan und Hruban an dre Regierung betreffend die Vorbereitungen fLr etwaige Seefrfeg. Nene U-Boot-Erfolge. Berlin, 27. Juni. (Amtlich.) Neue U-Bovtsec- folge im englischen Kanal, in der Biscaya und Nordsee: 5 Dampfer, 4 Segler mit 21 700 B.-R.-T. — Unter den versenkten Schiffen befanden sich die französischen Segler Ernestine mit Grubenholz nach England imd En- genie, der portugiesische Dreimastgaffelschoner Amphrtrite mit 300 Tonnen Butter, Kakao mrd Wein nach Frankreich, ferner ein großer bewaffneter Tankdampfer von über 8000 Brulto-Register-Tonnen, ein bewaffneter Dampfer von ettva 30000 Tonnen und ein tiefbeladener großer Frachtdampser, die beide aus Geleitszügen herausgeschossen wurden. Zwei weitere versenkte Schiffe hatten Kohlen geladen. Der Chef des Admiralstabs der Marine. * Kopenhagen,27.Juni. (WTB. Nichtamtlich.) ,.Na- twnaltidende" meldet aus Kristiania: Die norwegische» Darnpfer „N agg ie" und „Pon g H a sko m" sind versenkt worden. , Mm dem Reiche. Berlin, 28. Juni. Der dem Reichstag zugegangene' Nachtragsetat zum Staatshausha'ltsetat sieht laut L. A. zur Bestreitung außerordentlicher Ausgaben die Flüssigmachung von 15 Milliarden Mark aus dem Wege des Kredits vor. Berlin, 28. Juni. Der türkische Unterrichts- minister Schükri Bei traf gestern abend von Leipzig kommend, begleitet von. seinem deutscheir Beirat, Geh. Reg.- Rat Dr .Schmidt, in Berlin ein. Er gedenkt einige Tage hier zu bleiben. München, 28. Juni. (B.T.) Ein Besuch des österreichtschen Kaiserpaares in München steht in den nächsten Tagen bevor. Daß dieser Besuch nicht nur höfischen, sondern auck> politischen Charakter hat. geht daraus hervor, daß sick) der Minister des Aeußern Graf Czer- nin im Gefolge des Kchsers befinden wird. Hu» Muot und Land. (Sie gen, 28. Jum 1917. *• All IN BetalitttWfc ber ffteferx befördert Jmrrfrc BftefeNwebes Otto Din^lase, Teilhaber der Firmü Ernst DinÄoye. Diez und Gießen. ** Geschäftsj ubiläum. Der Gastwirt WiH. Mayer. Kaiser-W« 27, begeht am 1. Juli sein 25jähriges Geschäfts- iubilLum. ** Unsinn-iae Gerüchte werden wieder einmal über die ÄebektsnrittelversyrglMg in (Sieben verbreitet. So heißt es, in nächster Woche werde überhaupt kein Fleisch ausgegeben, dafür tverde aber die Brotmenge erhöht. Me uns das Stadt. Lebensmittelamt ans unsere Erkundigung mitteilt, ist natürlich kein waHveS Wort an diesem Geschwätz. Die Fleischnumgr wird nach wie vor in der gleichen Wese ausgegeben. Am Mitttvoch ^hat es aus die Reiä^sfleischkarten 150 Gramm gegeben, am Samstag entfallen m,f die Zusatzkarten 100 Granim Speck und 150 (Äramm Fleisch oder Wurst. Eine Aenderung in der bisherigen Der leitungsweise erntveten zu lassen, ist nicht beabsichtigt. ** G old saut nt lung. Der GDoßhe-rzog hat sich am 27. Juni in Darmstadt durch einen Berrreter des G-ren-aus- schtch'es der Goldarilaufsstelle Darinstadt über das erste Jahr der Tätigkeit berichten laissen und die Zuversicht ausgesprochen, daß ein iroUvendig gewordener iveuer Aufvus Kur Einlieserung von Gold einsichtsvolle Gebesreudigkeit aus losen werde. Das Gold diene nicht nur wichtigen wirtschaftlichen vaterländischen Aufgaben, die eben nur das Gold er- füllen könne :gerade jetzt habe es auch Bedeutung für das Auslands-Urteil über unsere Widerstandskraft. Der Groß- lierzog fuhr fort, es dürfe keinesfalls der — falsche — Eindruck entstehen, als ivollten wir Nachlassen. Am Großher möglichen .Hofe werdest deshalb Gold- und Edelstein-Schmuck nicht mehr gern gesehen. Diese Willensmeinung des Großherzogs dürste vorbildlich wirken namentlich auch für alle Angehörigen der Gesellschaft und alle Goldbesitzer über den Grostherzoglichen Hof und über das Hessenland hinaus. ** Fahr raddteb stahl. Am 27. Juni abends Mischen 6 und 71/2 Uhr imrrde ein vor der Mitteldeittschen Kreditbank aufgestelltes Fahrrad, Marke „Schwalbe", mtt der Mbrikmunmer 171903 und Polizeinumnter blaues G 7001, das schwarzen Rahmenbau., ebensolche schon verrostete Felgen und Frei lauf hatte, gestohlen. Sachdienliche Mtttev- lungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen. ** Die neuen Zinkmünzen. Die Arbeiten zur Mrs- vrägimg von Zmkmünzen nehmen vaschen,F-wb>mg, fo datz ore 'Erstellung dieses Kleingeldes l«ll> in grotzem umfange erfolgen und 'ofvrt mit der Einziehung des Silbergeldes begonnen werden ?nnn. Wer ohne Nachteil die llrMvechsüorg fernes Bestmrdes an 2tfbn> und Kleinmiurzen bewirken will, wrrd gut tun, fchleumgst mit der Abgabe an die öffentlichen Kassen zrt beginnen. ** Gegen das Sveru mtxeib eit der Jugendlichen aus den Strasjen und Plätzen. Das Kgl. Polizeipräsidium in Kassel hat eine Verfügung erlassen, in der in Ausführung der Verordnung des Stellvertretenden Mmmandrerenden Generals des ) 1 . Armeekorps vom 1. Jamiar darauf -hui gewiesen wird, daß das g-lneuuame Herum treiben Jugendlicher beiderlei Geschlechts (unter ! Fahren, innerhalb des Polizeibezirks der Stadt Kassel aus den biientlichen Strafen, Plätzen .und in allen öffentllckren Anlagen '.u den Abendstunden von 6 Uhr an verboten ftt. Unter den öffentlichen Plätzen und Ar,lagen'üm Sinne der erwähnten Anordnung . iw auch die Platzt- zu verste-hcm, auf beiten .Karussell- und sonstige deluftigungeu dargeboten werden. — Ein ähnlicher Erlaß besteht nach hier, aber da cr anscheinend zumal bei den Jugendlichen in 'Fergessercheit geraten zu sein scheint, benützen wir die Gelegenheit, daran zu eriimeru. ** 1 Barfüßige Bda m t e. Mir haben dieser Tage von barst!ßigen Atadenrikern in Würzburg berichtet. Nach eurer anderen Meldung gibt es mittlerweile auch schon barfüßige Beamte, wenigstens werden solche gewi'inscht. Der Magistrat der Stadt Münden gibt in einer Verfügung bekannt, daß die Beamten in Sandalen mit oder ohne Sauen zum Dienst erscheinen dürfen. Im Interesse der Lederersparms sollten die Beamten recht zahlreich, von dieser Erlaubnis Gebrauch macherr — das sei vaterländische Pflicht. Auch unter der Zivilbcvöllerung werden AnLÄufe zu neuer Moderichtung! gemacht. So wird uns aus Frankfurt a. M. berichtet: Im Gehrock. gestreiften Beinkleiden,. rundem Sttohhut, Heller Weste, Schillerkragen ^ und — 1 lxirfuß, so machte gestern nachmittag ein iunger Herr kühnlich und unbekümmert um die ihm nachschauende Menge — gelacht hat übrigens niemand — als erster in Frankfurt den Versuch mit dem Barftistgehen. Landkreis Gießen. Np. Vom Lande, 27. Juni. In der Vogelwelt haben sich die Rollen zwischen Stadt und Land vertauscht. Wenn man in früheren Jahren Vögel sehen oder singen hören^wvllte, so mußte mau aus das Land gehen. Truppweise saßen die Sperlinge aus bert Ortsstraßen, aus den heimatlichen Wäldern ertönte der (besang der Amsel. Jetzt ist kaum ein Sperling auf dem Lande zu sehen, kaum ein Amselsclstag zu Hoven. Ja, der Ruf des Kuckucks gehört zur Ausnahme Nun gehe man in die Gärten bei einer Stadt. Da zeigt sich eine ganz andere Vogelwelt. Dutzendweise hört man die Amsel, und auch der Spotting treibt sich hier stharenweise umher. Der Schutz, deu 'unsere Vogelwelt durch die Städte, namentlich im Winter. genießt, vermag hier maßgebend zu sein. Kreis Wetzlar. Fc. Wetzlar, 27. Juni. Der Spar- und Bauverein Wetzlar beabsichtigt auf einem kürzlich erworbenen Gelände von 50 000 Quadratmetern an der Stoppelberghol eine Siedlungsanlage! bestehend aus Ein- und Mehrfamilienhäusern mit Stallungen und zugehörigem Gartenland für Kriegsbeichädigle nnd Ntitglleder zu errichten. 150 Bauten sollen, errichtet werden nnd sind die Baukosten auf 1 Mülion Mark veranschlagt. Starkenburg und Nheinhessen. - Aus dem Rh ein gau, 28. Jum. Zur Bekämpfung der Obstschmuggelei aus Hessen nach den rechtsrheinischen Preußischen Gebieten lat die zuständige Behörde seit einigen Tagen ständige StrompatvouMm eingerichtet, die tn Dampfbovbat ausgeführt weichen. Die zwischen Budenheim und Niederwalluf verkehrende Rheinfahve wurde von den Booten wiederholt inmitten des Stromes angehalten. Größere Margen Obst öerfieten dabei der Beschlagnahmung. Hefsen-NsFau. Fc. Aus Nassau, 27.Juni. Vom Bezrttssynvdal-Ansschuß für Schristeuwesar wurde die Herausgabe eines gemeinsamen Kirchetubo tens für den ganzen Konsistorialbezirk Wiesbaden beschlossen. Der neue Kircheubode wird am 1/August ds. Js. zum erf temnal erscheinen. Handel. Essen (Rulhü), 27. Juni. (WTBF Die heutige Versammlung der Zechenbesitzer des Rheinisch-Westfalischen Kohlensyndikats 'bat beschlossen, die bisherige Beschränkung der Be- teiliaungsanteile auf 80 Prozent aufzüheben, toril die bisher beschlossenen Anteile niemals erweicht worden sind und weü eine Festlegung aus bestimmte Ziffern unbereclstigde'rweise nach außen hrn den Eindruck erwecken könnte, als ob die Leistungen der Zechen beschränkt werden sollen. Im Anschluß an diesen Beschluß w,es Geheimrvt v. Kirdorf auf die außerordentliche Schwierigkeiten: hin. in denen sich das Kohlensyndikat gegenüber den von allen Sorten herantretenden gewaltigen Anforderungen beftude, richtete die dringende Mahnung an die Zechen, das Äußerste aufzubieten um die Förderung zu steigern. Es ist gellmgen, die Förderung im Mai und Juni etwas zu verstärken. Diese Steigernug ist zu verzeichnen, obwohl die Ueberweisimg von gelernten Bergleuten aus dem Heeresdienst bisher noch nicht in der geplanten Höhe ausgefallen ist. Im Mai ist eine erhebliche Zunahme des Versands eingetreten und ebenfalls im laufenden Monat. Trotzdem ist in beiden Monaten der Rückstand gegen die Anforderungen erheblich. Mes in allem überschreiten die Forderungen zurzeit die möglichen Leistungen ganz bedeutend. Schließlich erinnerte Geheim rat v. Kirdorf an die traurige Erscks-eimmg unserer Tage, daß dieser Ndhümmangel zu den bösesten Verdächtigungen gegen das Kohlensyndikat und seine führenden Männer Anlaß gegeben habe und wies unter dem! Beifall der Versammlung diese Angriffe ab. Schließlich wirrde noch der Antrag der Rheinischen Stahlwerke in ihrem Interesse genehmigt. Gerichts?aen (tschüst einen riesenhaften Aufschwung. Der große Gewinn lockte die Leute an, mrd mit den Neuein Lagen wurden die versprochenen Gewinne beglichen Als die Summen inrmer höher w-urden, kam die Angeklagte auf gefälschte Geschäftsverträge. Spater fertigte sie einen zweiten Vertrag an und setzte die Namen vom Grasen Rovn und von Genervt v. Mrckbach darunter. Als Bedenken laut den, daß derartige Millionengesckmfte nnd derartige Verzinsungen mit solä>en kleinen Einlagen gemacht werden , könnten, stellte sie einen dritten Vertrag her, ur dem sie als Einlage jfür die jerstern! drei ein Kapital von WO 00 - Mark und irr sich selbst ein solches fron 620 000 Marl, also im ganzen Är fast 4 Mllioneir Mark einseh te. DWsem Ertrage gab ie den Eharakter einer natarietlen Urkunde ließ ttch nacheinander vier Stempel an fertigen, die immer tn der Hauptsache den Dert trugen : „Jntendcnrttrr des 19. Dunw- Sorps, Leipzig." Diesen Text hat sie sich zum ~>.,eu selbst hevaestellt, ittivmi sie aus den bestellten Stein,-eln ernzelne Worte bzw. Buchstaben ausschnitt und umstellte Als aber auch diese Stempel nicht nvehr geneigten, fälschte Mau Kupfer Bestellscheine, die die llssberschrift trugen: „Ernk auss- achtellung 1 Lagerhalterei 19 A.-KT intd nnt dem NEU „von der Planch" unterschrieben nwren. Ebenso schritt sw zu Mtschimgen von Warenamneldungeil der Z. E. G. ßn der Verhandlung ergab sich u. a., daß die Angeklagte rn zwar Monat cm für etlva 1400 Mark Blume-cgekmist (#te, og einer Firma kaufte ft« in gleicher Zeit für ü ver 1 K) Man Lederwaveu, bei einer anderen für 2700 Mark De llratessens schließlich fitt 60 OM Mark Garderobe, die sie bar bezahlt, tvährend sie außerdem noch 20 OM Mark schuldig dlreb. Dia Angellagte bestritt dagegen, große ('öesellschgsten gegeben zu haben; sie will uur immer zwei bis drer ^«freunde etn- geladen haben, mtt denen sie jeweilig in die Stadt fuhr und ür die sie die Zeche von 150 Mark für den ettrzelnen Abem» b^ahlte. . * < 4^1 Das Zeugenverhör des gestrigen Tages ergab, daß dts Ailgellagte auf geliehene Sunrmen im Monat 30—60 Proz^ Gewirm ausgezahlt hat, und ließ interessante Einblicke tt die Art und Weise tun, wie Kran .Kupfer es verstand, ihre Opfer zu tauschen. Die Verhandlungen worden noch fortgesetzt. Wittevungsbericht. (OeffentlicherWetterdienst.) Wechselnd bewölkt, meist trocken-, Temperatur wenig geändert Gewitterneigung. _ v. Letzte Nachrichten« Gustav v.Schmoller f. Berlin, 27. Juni. Heute eracht ist Professor Gustav _ Schmoller in Harzburg ans dem Leben geschieden, (hustav v. Schmoller war 1838 in Heilbronn geboren, stu.dierte in Tübingsk Stacrtsatnffenschaft-en, Philosophie imd GeschicAe und war dann rnr rvürttembergischen Staatsdienste tätig. 1864/65 war er anßewrdQtt- sicher Professor der Staatswissen schäften in Halle, 1872 in ©traft* bürg intb seit 1882 in Berlin. 1884 wurde er zum Mitglied des preußischen Staatsmtes ernannt, 1887 znm Histori<^richhen und xum Mitglied der preußischen Akademie der Wisstnsch»sten. Lert 1899 -oar er als Vertreter der Universität Berlin des preußischen .Herrenhauses urrd Nnrrde in den erblichen Adelsstand erhoben. . . Professor Franz Oppenheimer, der an^einandersetzt, daß dl< Schmollersche natioiralökorwmcscl-e Schule durch die deduktiv- psychologis-ck-e Adet'hode im letzten Jalirzelmt zurückgedrängt worden rst, schließt einen Attikel iit der „Bossischeu Zeitung" mit folgender; ehrender und zutreffender Kennzeichmnug: „Wir haben es ihm imd mit ihm Adolf Wagner vor allem zu danken, wenn Deutschland das führende Land der Sozialpolitik geworden ist. In dem von ihm begründeten Verein für Sozialpolitik, in dem jetzt von ihur begründeten evangeliscki-soz-ialen Kongreß, im Herrenhaus, stand er rmerschüttert rcud unerschütterlich auf der Wacht für das Los der leideudön Klasse, und werm wir diesen gewaltigsten allet Kriege ohne schwere innere Ericlxütterrmg ül^rdauert haben, so I bantt das Vaterland das vor allem auch Gustav SckMoller'. Eilt A gewinne der Wissenschaft, eftr Forscher von unendlick^m Fleiß und feinstem geschrchtlick)en Takt und Instinkt, ein Staatsmann von Weisheft und Maß, ein Lehrer voll .ittaft imd Anregung, war der Talhiugesehiedene. Und wer ihm persönlich nähertcebm durfte, bet fühlte, daß das alles aus einen, tief harmonischen Wesen, aus der Klarheil eines tveisen Kopfes und gütigen Herzens umchs. Dis Berliner Universität, die Welt der Wissenschaft, das deutschs Vaterland hat einen ihrer Besten verloren." Wachsender Mangel in England. Berlin, 28. Juni. Der Kohlenmanget iu England wird infolge des erheblichen Nachlassens der Einfuhr an Grubenholz imuler fühlbarer. Die Enrährungsschwierigkeiteu steigen. Wenn trotzdem keine Bwtkatten ein ge führt werden, so ist dies, der „Voss. Ztg." zufolge, daraus zurückzusühren, daß die Regierung nicht weiß, mft welchen Vorräten sie sicher rechnen kann. Die russifthe Ostseeflotte. Berlin, 28.Juni. Nach Meldung der „Voss. Ztg." l>ättt sich das gesamte Linienscknsfsgefchwader der Gangut-Ktasse, aus dev vier neuesten und größten Kriegssckstfsen der russischen Ostseeslott« bestehend, gegen die einstweilige Regierung in Petersburg erklärt. Der Alliierten Getreideranb in l^riechenland. Berli n, 27. Juni. (WTB. Nichtamtlich-' Der britische Funk-' dienst Cornaron meldec vom 26. Juni vormittag? auS Griechen- la,w: Die Alliierten vollzogen die Besetzung iu einer Zeit, in bet sie die Getreideernte, die jetzt eingebracht ist, kontrollieren kömren. Ein Teft däomt wird dem Heere bn Alliierten überwiesen rnerben imb der andere Teil zrmr Bedarf der Bevölkerung verwendet werden. Nachdem die Ernte nicht tm entferntesten für den Bedarf des eigenen Landes ausreicht und bereits tm Frieden Getreide der Haupteft,fulwcrrtikel war, bedeutet dies nicht weniger als die kraffe Bcnnrrteilung des unglücklichen Landes zum Hungerrode. Berlin, 28. Juni. Die Brüder des Königs .üvnftatin verlassen Griechenland. Am Sonntag sollen in Athen die Reservisten! unter deu Misen: Es lebe Deutschland I^Hoch Mack'msen mit dem Bilde des Königs Konstotin durch die Straßen ger-ogeu sein. kineil pp Storni für Kontor und Lager, sowie eine junAkre Serfilnferin suchen zu sofortigem Eintritt Brüder Hclmiidt, Seltersweg 83. 41144 Junger Zeichner oder Zeichnerin für kleine technische Entwürfe gei. MeiLNdo»rK«UAL8«vsrk krlrLttek Scblsafc 6. x.%. H.. Wilhelmitrahe 45. 03996 Fiiugerks BürsMk» für leichte Fabrikarüeit gesucht. Zu melden zwischen 12 und 2 Uhr mittags. 4949 Pr!edrieh*traße 10 II. Hausbnrsche SfibMlnAr flinhc gesucht. »I Sehrclaer, Lindenvb 4. Für unsere Abteilung F-räserei, Bohrerer und Dreherei suchen wir sofort einen älteren, erfahrenen Werkzeugmacher der gleichzeitig als Vorarbeiter eine Arbeitsschicht zu überwachen hat. 4 Si )4 _Gödel & Appel. Sehlosser,Drsher und FvassN für leichte Arbeiten gesucht. (Auch Kriegsbeschädigte finden Berücksichtigung). 4897 Södel & Appel . Alicestr. t= e. Splfriffl Gewandte jüngere Arbeiter für Akkordarbeit gesucht. JT. Wefcaert, %euoameö 9. TUlige SirnfftöH von 19 bis 1 Uhr für dauernd gesucht. Iran Pros. Zlaiser, tivberstraße 25. 4893 Für unseren mit HeereSaufträgen beschäftigten Betrieb wird tüchtiger erster Lnnirnädchen od. Frau ges. 04000 Moltkeitraße 7. die auch Hausarbeit mit übernimmt, gesucht. 4926 Lüd-ülnlagc 14. Für hiesiges Bureau wird eme durchaus zuverlässige Kraft gesucht. Dame oder Herr. Schriftl. 2lngeb. umer 49,2 an den Gieüener Anzeiger. Iüng. Fräulein für Kontor ver 1. Juli oder später gesucht. Schriftl. Angebote unter 4957 au d. Gießener An/;, erbeten. ZW“ Liehrlirj«. “WS Junge anständigLr Eltern kann das SeborasiolLksger- dLuüvsrLL erlernen. Kost und Wohnung im Hause. 103958 HagoCrranbner, Schorn* stt)m!»gera«lster« OrAnberg. für 4 Stunden nachmittags gesucht. 4923 Medizinische ^liuit. m i gesucht. Ost-Anlaas 31, H. [ 4034 Dienstmädchen 49W J gesucht. 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Lvbnlranzsni. d.Alieeslr. verl. Der Finder w. geb., dens. geg. y el <0*. BknenwogBOII. ' Klaviere n. Zitdern stiunnt H. Ritzel, Steiustr. 35. Warnung. Ich lvarne hiernckt icder- manu, nreiriem Sohne Otto etumS zu leiben od. zu borgen arck meinen 9iamen, da ich für nichts aufkomme. Watzenborn. 27. Jnni 1917. 03999 Georg Keil. "□ 29 . VI,TI Bed.-WaW. piinktl. 4741 voll Antigmtäten. Alöbeln ganzen Cinrichk„ngen. 2ll, euen. sowie allen von mir geführten Artikeln. 224l Louis Rothenberger. Soiiimpressei) ganzl. beseit. Auok. kosienl. kraX Lrna vranüsndnrs- Loesain, Berlin! N. 65 . 03071 iC -V-V - Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen innigs[geliebten unvergeßlichen, treusorgenden Gatten, Paten und Onkel Herrnjohannes Pitz II. gestern nacht um 12 1 /«, Uhr nach kurzem, schwerem, mit großer Geduldertragenem Leiden im Alter von 66 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. In tiefem Schmerz: Frau Katharine Pitz geb. Hamei nebst allen Angehörigen. Annerod, Reiskirchen, den 27. Juni 1917. Die Beerdigung findet Freitag, den 29. Juni, um 2 Uhr nach- mittags statt. 4956 Statt besonderer Anzeige. Gestern abend 9 Uhr verschied nach längerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Bruder, Schwager und Onkel - ö Ernst Caspary » Oberst z. D. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Lina Caspary geb. Liebrich. Darmstadt, 27. Juni 1917. Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 5 Uhr von der Kapelle des Alten Friedhofes aus statt. 4953 V ❖eilte wieder j4523 frische Seefische bei C. Co.. Giessen Goethestraße 32. , 400 Telephon 2064. 5ür die vielen Beweise herzlicher Teil- nähme anläßlich des Hinscheidens unserer innigstgeliebten Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Lehrer Volk Wwe. sagen wir innigsten Dank. 4947 Sk ticstrMMn #infcr&lk!ieaen. Gießen, den 27. Juni 1917. (E. V.) MMe Mglieiremchiuilllilllg Tonnerslag, 28 . Juni 1917 , 8 V- Uhr im Gewerbehaus (Erdgeschoß). Tagesordnung: 1- Berichte * 2. Rechnungsablage 3. Boranschlag 4. Vorstandswahl 5. Verschiedenes. J>r. KrauSrnülter, Vorsitzender. Wohne jetzt - ISüd-Anlage20 W. Koch, prakt. Zahnarzt Original-Gemälde Kunst-Handlung Hirz Seltersweg 22 . = Besichtigung erbeten, - 1734 _ Siläaj . 11 . Stpier 1916 . Mche Me rr .. ... aus heutiger Zufuhr l'lchrMc A it 3954 Gebrüder Bevdux Bahnhofstr. 27. Fernspr. 2Ä. Kirf chenve rftetgertt n q ♦! EarustNlO hnt 30 ha c„rt,..^ innert B*atseh. Ri«s.-schock hBockschw.-w.4V,Mon. 8 .—. 7 bto. Häsinnen 2Mon. a. Dt. Mk. 6 u.2 desgl. Böcke St.Mk.4verkanftGras. A uerbach lHesten». 0399'.» Nähmaschine biflta zu verks. 0 3998 Lindeugasse 18,1 1. 1 Kimtcrwasen und 1 Spopiwasen billig ab- h ugeben. SlarkU t r. 20 . 039 70 Wegzugshalber verschiF bene Möbel zu verkaufen: Bertiko, Tische. Stühle. Betten, Schränke usw. Llrcdsspl,!» 33, pari, roeäis. Haa@f e Einzelmöbel, vollständige Haushaltungen, Wertgegenstände und Schmuck- lachen aller Art zu angemessenen Preisen. •“» Kratz, MjüSSE 3 . Gebr., aber gut erh. hydrmrl. 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Rutterrhausen, den 27. Juni 1917. Großherzogliche Bürgermeisterei Ruttershausen. Klinket. \~j^ö blT zi mmer\ Pixssisa Ersaäl BTongn 22 (BellevueiZtnl. m.u.ohneBer- vsteg. s. jede Zeitdauer. Mil- tag- u. Abendlifch. Eleklrtsch Lkcht. Bad. Tel. 1085. 11687 Einfach möbl. zu vör> mieten. !.Svs»g aL«L N. 039 91 Kvbüs v»< 8 dl. SiiLmsr zu verin. Kniser-Älstee S 8 .II. öwAÖIl 2 Damen suchen eine 4 — 5 - Zimmer-Wodn.mBnlkonu. Blick ins Grüne. 1 Treppe bock. S-christl. Angeb. unter 0398^. a. d. Giesten cr Anzeiger. <951 Offizier bsdärftigir sucht 1 bis 2 mÄd!. Liminre in ruh. guter Lage, mit Garteu- benutz. bevor». Schr. Ang.m. Preis u. 03085 a. d. Giest. An». w. mehrere Jahre kl. frauenl. Psarrhaushalt führte, sucht wieder paff. WirkunaS- kreis. Sehr g. Zeugn. Schr. Angeb, u. 03982 a . d. G. Anz . Geb. ig. ftrrm sucht Stelle als Buihnfo in ka^nfm. Betrieb oder bei Behörde. 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