m. Ter Scketze«rr erschllrU tätlich, außer Sonnta^H. — Beilagen: Sietzenc>Lamtti:M8tter; KrcisbUitl /rir Se« Ureis Gietzen. Bezugspreis: monati. M.. viertel- jcihrl. Mk. 2.6k>: durch Ülbhale- u. Zweigstellen nronnti. 60 Pf.: durch die Post Mk.2.45r viertel- jährl. ausschl. Bestellg. slernsprech - Anschlüsse: iur dieSchriitleituirgllL Werlag.Geschästsstelleöl A usch r iit s ü c D ra dt n a ch - rrchten: Anzeiger Sretzen. Erstes Blatt |6Z. ZshMUg yostscheäksMs: Zranksvrt 0.EU686 al-Änzelger für Oberyesse« Lwiümgrrmi-druü u. vLrlag: öruhl'sche Miv.-Vuch- u. Stein-ruckerri R. LaiM. Zchnftlettung. Geschästsstelle n. vruSerei- Lchulstr. r MoUag, 2 k 3u>u J9J7 . unahme von Rnzct^.r die Tagesnumrner bi-> ZuinNnchmitlagvorher V „J& Srifctwds, l Anzeigen: " örtlich 20 M., Ver» ,nietungen u. Stellengesuche 15 Pf., auswärts 25 Pf., b. Pwh-yorschrist- 30 Pf., Reklamen 75 P'.» bei Platzvorschrist 90 Pf. ßauptschristleiter: Slug.. ®oe(|. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aua. Goetz, Stadt ui d La , V er nis ch t es u. G r. - richtssaal: Fr. R. Zen- Anzeigenteil: ö. Beck, sämtlich in Gießen. Sarckv erlehr: Gewerbebanl Giehen MW.) (Amtlich.) Grohes Hauptquartier. 23. Juni. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Ru pp recht. . An der Flandrischen Fr 0 nt und im Artois be- eintrachti^te bis in die Noch Mittagsstunden Regen die «ampftatrgkert der Artillerie. Sie mar dann lebhaft nahe der Ktiste. 'wm Bixsthote bis Arrnenrieres und zwischen Loos und Pulleeourt. ^ in ^ tx dldacht zu gestern wurden auch heute vor HeskwnÄen an mehreren Stellen englische Erkundungsabtei- lmrgen zurückgenwrfen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Gestern früh «nahmen nach kurzem, kräftigen Wirkungs- feuer im\ Artillerie und Minenwerfer-Abteilungen nieder- sächsisches. Regimenter am.Chemin des-DLmes einen Terl der französischen Stellung südöstlich von Filaiu im Dtnrvk und hielten die in etwa eineinhalb Kilometer Breite unid 560 Meter Tiefe gewonnenen Gräben gegen drei heftige Gegenstö')^. Der Feind erlitt schwere Verluste, da auch die flüchter.den Grabendesatzungen von unserem Abriegelungsfeuer gefaßt wurden. 306 Gefangene konnten zurückgeführt werden. Die Franzosen griffen morgens westlich! des C 0 r n i l - ict und abends bei Vauxaillon an. ohne einen Vorteil zu erzielen. Oestlich von Craonne und auf beiden Maasufern brachten rms Erkundungsstäße Gefangene ein. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Längs der Front nur die übliche Gefcchtstätigkeit. Fran- r-otzsche Äuflläruugstrupps sind nördlich von St. Mi hie l . -> östlichder Mosel abgewiesen. * 4 Seit dem 15.6. sind in Luftkämpfen 23, durch Abwehrfeuer fünf feindliche Flugzeuge, autzerdenr vier Fesselballon? der Gegner abgeschossen worden. O e ft l i ch e r Kriegsschauplatz. Erhöhte Feuertätigkeit herrschte gestern besonders zwischen der Bahn Lehmberg —Tar.nopol und dem D u fr st r. Mazedonische Fxont. Die Lage ist unverändert. Der Erste Generalguartiermelster Ludendorff. (VW.) Großes Hauptquartier, 24. Juni. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe 5b ro np rin z Ru pp rech t. An der eng lisch-belgi schen Front zwischen Ka- rml rmd St. Quentin zeigte auch gestern die Kampftätigkeit nichts Außergewöhnliches. Starken Feuerwellen folgten nördlich von Warneton und hart südlich der Scarpe englische Erkundungsvorstöße, die abgrwiesen wurden. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Im Vauxaillon-Abschnitt und südöstlich von F i l a i n sowie auf dem W e ft u f e r der A i s n e, in der westlich en Champagne und auf der linken MaaS- fe ite war die Artillerietätigkeit zeitweilig stark. Zusannnen- gefatztes Wirkungsfeuer zwang die Franzosen, das am 18. und 21. Juni westlich des Cornilletberges gewonnene 0Ze- lände zu räumen. Unsere Erkunder stellten hohe Verluste des Feirrdes fest. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Nichts Besonderes. * Im Wyt scha e tebo g e n wurden von im seren Fliegern orer Fesselballone abgeschossen; außerdem verloren die Gegner drei Flugzeuge. Auf dem Oeftlichen Kriegsschauplätze m der . Mazedonischen Front istDie Lage unverändert. Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff. Die Abendberichts. ^Berlin, 23. Juni, ubends. (WTB. Amtlich.) Kei otfamcrzn Ereignisse. Berlin 24. Juni, abends. (WTB. Amtlich.) N v?u räumlich begrenzten Stellen der Fronten ist lcbhaftk Gefechtstalrgkert gemewet. ^ „J® 6 ?? P^ ^ch^demamn die poWsche Lage, zu der selbst rnel betgotragen hat, resigniert rrnd pessimistisch trachtet, so ist noch nicht gesagt, daß das übrige Deut auch Grund daLu hat. Scheidemanu hat sich INusion hingegeben, seine Friedensforeneln würden feruLkrchen Auslände, nicht nur in Rußland, sich siear purchsetze3r. Er muß enttäuscht sein, wenn er sieht, vre Engländer urrd Franzosen sprechen, wie der Stockholmer Friedenshimmel sich verdüstert und die Propheten seines Weltfriedens aus den führenden feindlichen Ländern dieser Hauptstadt fernbleiben. Jetzt ist er ans Stockholm zurück- gekehrt und plaudert in der Sonntagsrmmmer des „Vorwärts" über „Draußen und daheim". Er seufzt: „Mmr darf uns Sozialdemokraten glauben, daß wir es nicht leicht haben!" Das Interessante in seinem Aussatz ist, daß er dem Reichskanzler nicht Rosen, die Blumen der Jahreszeit, streut, sondern daß er ihm leere Schachteln und ein paar Vorwürfe als Geschenk mitbtingt. .Er erklärt, die slde- grerungspolitrk, die nicht die seinige sei, nicht verantworten h\ wollen. Scheidemann lehnt es ab, die bisherigen arr- geblichen Mißerfolge auf seine eigne Kappe zu nehmen. Was hat er dem Kanzler worzuhalteu? Sehr viel! Vor allem, daß Herr v. Bethmmm Holkweg nicht öffentlich Utid epschöpferrd genug die Botschaft von den: an- nexrons- und entschädigungsloseu Frieden verkündet habe. Der Kanzler habe sich zu auffällig an Rußland gewandt. „Wrr haben die Regierung", so sagt Scheidemann, „nicht ausgesordert, andere Wege einzuschlagen, die bei allen Mißtrauischen — und im Aus la nde gibt es fast rmr solche —• Verdacht erwecken müssen. Wir haben von ihr nicht ge- wünscht, daß sie unvoll stän d i g e Erklärungen nach einer oestrmmten Seite hin wiederholen möge." Darm aber leitet der sozialdemokratische Führer die angeblichen Mißerfolge und seineil Pessimismus noch von Amerrkä her. Amerika habe den Feinden den Mut wieder belebt. Ja, wäre es neutral erhalten worden! Auch hier also ein Vorwurf gegen Herrn v. Bethmann tzollweg. Es gibt für Scheidemann noch einen Weg zur Lösung urkd Rettung. Er weist auf ihn mit dem Satze:. „Es geht nicht ohne eine durchgreifende Demokratisierung Deutschlands!" Draußen in der Welt werde da<' eben gefordert. Er empfiehlt diese Demokratisierung mit der verlockenden Verheißung, daß damit vielleicht ein vierter Kriegs Winter vermieden werden könne, mit dein man sich sonst wohl abzu- frnden haben werde: , \ Ä* wrathiÄ [fd;;m)c Reformen unseres inneren - n ? J 1 , , ^bt nötig, und eZ ist keine weitere Verschiebung Termins statthaft, wenn unser Volk nicht den schwersten Schaden lewen soll. Wir müssen leider - trotz Stockholm — fürMen, Kiu lmr entern Merten Kriegswinter entgegengehen. MUhn, urchslich ist, in Ehren zu vermeiden, ist rmsere chiEst. Em Mettel dazu — gewiß auch kein unfehlbar sicheres, aber docht immerfnn ein erfolgversprechendes — ist die Demokrati- fternng -bentschlmids. Man entgegnet uns: Die kriegswüligen evooernngslnsftgen Feinde werden eure Demokratisierung für Schein und L>chwurdel erklären und nur noch hitziger nach der Fort- feijimg des Krieges rufen. Ja, gewiß werden sie das — aber ob sie dann der ihren eigenen Völkern noch den Resoimanzbo-de^r finden werden, den sw brauchen,, das ist eine ganz -andere Frage. Je rascher, desto großer, ist die Aussicht, den Gegnern ihre gefähr- lcchste moralrsche Waste m entreißen, den feindlichen Fanatis- imrv zu dampfen, dre Kriegshetze zu unterbinden " Der Reichskanzler hat also wieder die Wahl. Der kühne Fowerer Scherdemann wird immer kühner. Was sagt der Reuhstagsprästdent Dr. K ä mp f zu der neuen Weisung des Führers unserer Sozialdemokratie? Kämpf hat doch erst vor Kurzer Zeit vom Präsidentenstuhle unter allgemeinem Beifall dem Herrn Wilson so trefflich bedeutet, daß er die Sorge für Deutschlands innere Zustände getrost uns selbst uberlassen möge, ülnd jetzt sollen wir doch tun, was Wilson gebeut? Dann würde der Amerikaner mit noch größere m Nachdruck der Welt verkünden, wie das regierende Deutsch- land nur aus dem Geflchle der Schwäckie und Angst handele. Uns dünkt, Herr v. Bethmann-Hollweg sollte sich nicht in das Gestrüpp Scheidemanns verlocken lassen. Auf den Arbeiter- imd Soldatenrat werden andere Momente einwirken, als die Demokratisierung Deutschlands' Herrn Scheidemanns Friedenstechnik ist wirklich nicht die alleinseligmachende. Hoffentlich geht es auf anderem Wege schneller und besser! Die österreichisch- iMarischen Tagesberichts. Wien, 23. Juni. (WUB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlauwart.' Oestlicher Kriegsfchüuplatz. An der Gebrrgsfront und in Wolhynien lebte das feindliche Artilleriestuer vorübergeheiid auf. Die anhaltende Be- schießring im Raume südlich von Brzezany wurde von unseren Batterien kräftig erw-lvert. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Geringe Gefech tstät igle rt. Der Chef des Generalstabes. Wien, 24.Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Oestlich er Kriegsschauplatz. In Galizien hat das Artilleriefeuer etwas nachgelassen. Am 22. Jmn wurden östlich von Brzezany und Zvorow sechs feindliche Ballone von Fliegern abgechofsen. Italienischer Kriegsschauplatz. Jur Ptöcken-Mchnitt länger anhaltendes feiirdliches Minenfeuer. Unsere SwrurMtrouillcn haben am Monte Sief eine Feldtvach>e aufgk'hobe:!. S ü d ö st l i ch e r K r i e g § scha u p l a tz. Patronillengeplünkel. Der Chef des Generalstabes. Die Mmpfe im Weste?' Berlin, 23. Juni. (WTB.) Bedeckter Himmel und Regenschauer behinderten cm der flandrischen Front die Artillerie bä tigreit. Erst geg^r Abend nahm das Feuer zu und steigerte sich westlich Wcornetcm nachtsüber zu großer Heftigkeit. Im Anschluß daran versuchten die Engländer wieder einmal einen vergeblichen Erkundungsvorstoß gegen die deutschen Limen; aber die noch vor Tagesgvauen am 23. früh vorstürinenden Wellen wurden von stchevem Feuer empfangen und fluteten unter schnreven Verlusten zurück. Gefangene wurden emgebracht. An der Ar rek eingesetzt hat, smd die Aussichten gewachsen die Sri Kuter äU SCttK ' ben ' w"d°rn mdgMg°uZ7 Sofia, 23. Juni. WTB. Nichtamtlich.) Gen er alstabs - bericht. AdaAckxmische Front: \>Iit der qcmzen Front schüvack>cs Artillerie saue v, das zctttveilig im Cerna-Äogen, östlich der Cerna und südlich wn Do inan. stärker wurde. Eine englische Infanterie- abteilung. die nordöstlich deS Doirmrsves vorzutticken versuchte, wurde durch unser Feuer verjagt. In der Nähe des lacken Users der unteren Struma fanden Scli-armützel tftnfcfym vorgeschobenen Abteillmgen statt. Rrimärrische Front: Bei Tulcea Artillerie- und Gewehrfeuer, bei Rrahnnckia Attillerieseuer. vie Neoolution in Kuhlanv. >reue Beschlüsse der Arbeiter- und Soldatenräte. Peter s bürg, 23. Juni. (WTB.) Die Versammlung der Arbeiter- und Soldaten rate von ganz Rußland bat mit 543 gegen 126 Stimmen folgende Entsch liest u ng angenommen: 1. In Erwägung, daß in der jetzigen Lage die Vereinigung der ganzen Macht in den Händen des Bürgertums allein ein tödlicher Schlag für die Sache der Revolution gewesen wäre, und daß andererseits die Übertragung der ganzen Macht an die Arbeiter- und Svldatenräte die revolutionären Kräfte erheblich geschwächt haben würde, billigt die Versammlung die Schaffung der Koalitionsregierung. 2. Die Verscrmmlung erkennt die Erklärungen der sozialistischen Minister über die a l l g e m c i n c P o l i t i k der Regierung als zufriedenstellend an uitb billigt sie. 3. Die Versammlung fordert die einstweiltge Regierung auf, ihr politisches Programm kräftig zu vertvirklichen und namentlich nach einem a l l g c nt o t n e n Friede n ohne Ge- bittscmgliederungeü und Entschädigungen auf der Grundlage des Rechtes der Völker, sich selbst ihre politische Zukunft zu gestalten, zu streben: ferner die Sch w i e r i g k e i t e n i m Geldwesen und der Volkswirtschaft zu bekämpfen, kräftig gegen alle Versuche äuf Gegenrevolution vorzugehen, baldigst ein Landgesctz und ein A r b c i t e r g e s e tz vorzule- .gen, die Forderungen der arbeitenden Klassen zu erfüllen, die Ordnung der örtlichen Verwaltungen aufzubauen und die Selbstverwaltung in Gemeinden und Städten einzuführen, Nw sie twch nicht besteht. 4. Die Versammlung fordert baldmöglichsten Zusammentritt der tierfassunggebenden Versammlung und 5. für den Tag der glücklickwn Durchführung vorstehenden Programms ein sofortiges Organ der ganzen organisierten russischen Demokratie, das auch Vertreter der Bauern trvrfossen müßte, und dem die sozialistischen Minister für die ganze äußere und innere Politik verantwortlich sein müßten. Petersburg, 24. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telcgraphenagentur. Der Kongreß aller Soldaten- und Arbeiter Vertreter erörterte heute vor der Besprechung der Kriegsziele Rußlands die Frage der Auflösung der Duma und des R e i ch- rats. Nach langen Beratungen nahm der Kongreß die von den Mtnimalisten vorgeschlagene Entschließung Ml, die besagt, daß die Dunr-a und der Reichsvat ausgelöst, die ^fbgevrdnetcnmaitbate ftir ungültig erklärt und die für den Unterhalt dieser Einrichtungen gewährten Kredite aufgehoben werden sollen. ' Die Kosakenvertreter richteten an deu Oberbefehlshaber Brussilow folgendes Telegramm: Die Kosaken werden an die Front gehen und dort alles zur Sicherung des Sieges Nvk- werrdige tun. Petersburg, 23. Juni. (WTB.) Admiral Kolt- s ch« k, Oberbefehlshaber der Schwärzen-Meer-Flotte. hat durch Telegramm kurz und besttmntt seinen Mschied gefordert. Finnland. Kopenhagen. 23. Juni. (WTB.'' Nach einem Telegramm aus Helsrngfors hat der Kongreß der finnischen Sozialdemokratie einen Beschluß augenomNren, der die Trennung Finland^ von Rußland sowie die Erklärung der unabhängigen finnischen Republik fordert. Die Zeitung „Rjetfch" meldet: Die Stadt Petersburg steht vor dem finanziellen Zusammenbruch. Der russische Finanzmilnster teilte m einer Versa mrmllmg von Finanzleuten mit, daß die Erhöhung der Sbaatseinnahnven durch neue Steuern benorstelre. Voraussichtlich rverde eine sehr fühlbare Erhöhung der Einkommensteuer eirrtveten. Der Steuersatz für Einkommen von 40 000 Rubel, der jetzt 12 Prozent beträgt, soll auf 30 Prozent erhöht werden. Die Steuer auf Kriegsgewinne soll zukünftig bis auf 80 Prozent erhöht werden. > Protest Rußlands gegen die Gewalttat an Griechenland. Stockholm, 22. Juni. (WTB. Nichtamtlich) „Stockholms Tidnrngen" erfiihrt über Haparanda, die allgemeine Soldaten- und Arbeitettonhevenz in Petersburg habe die Meinung ausgesprochen, eß sei unbegreiflich, wie die vorläufige Regierung an der Gewalttat gegen Griechenland habe teilnehmen können. Hierauf habe Tseretelli erklärt, Rußland habe durch seinen Minister des Aeußern gegen diese Gewalttat Einspruch erhoben, durch die Griechenlands Verfassung und sein Recht, über sich selbst zu bestimmen, verletzt worden sei. Der Einspruch solle demnächst veröffentlicht werden. Laut „Stockholms Dagblad" begann der von der Regierung verbotene ukrainische Militärkvngreß, zu dem^sich zloeitcrusend Teilnehmer eingefunden haben. In Gegentoatt eines ukrainischen Regimentes behandelte der Kongreß die Frage der unmittelbaren Verwirklichung der Selbstverwaltu na der Ukraine. Der Oberbefehlshaber der Truppen an der Südwestsiont befahl dem ukrainischen Regiment, sofort cm hie Fwont abzugehen. Auch die Litauer haben, wie das Blatt meldet, ihre Unabhängigkeit beschlossen. Beratungen ln Stockholm. Stockholm, 22. Juni. (WTB. Nichtamtlich.'» Die Vertreter der deutschen sozialdemokratischen Minderheit sind in Stockholm eingetvoffen. Die „FreiheilSanleihe" in Amerika. Washington, 23. Juni. (WTB.) Reuter-Meldung. Amtlich wird mitgeteilt, daß die Frei hei ts a n lei he einen Gesamtbetrag von 3 035 228 850 Dollars ergeben hat. TaS neue österreichische Kabinett. Wien, 24. Juni. (WTB.) Das Kabinett wurde endgültig folgendermaßen gebildet: Ministerpräsident v o n Seidl er. Volksernährung: Generalmajor Höser, Inneres: Graf Toggenburg, Landesverteidigung: Feldmarschalle ut- nant Czapp, Handel: Mataja, Finanzen: v. Wimmer. Unterricht: Ewiklinski, Justiz: Schauer, Oeffentliche Arbeiten: .Hmnann, Eisenbahnen: Fohr. v. Banhaus, Ackerbau: Sek- twnschef v. Ertl, Hofrat TwardoW-Bobrczyinski. Die Vererb iglurg durch den Kaiser ist heute vornrittag erfolgt. Wien, 24. Jrou. MTB.) Die gejaulte Presse umtml die Sbcxu&m b& Mmjtrnrmä Saldier sp»r»chiich auf und stellt l fest, daß das aus bewährten, hervorragendeu Fachleuten gebildete neue Kallmett neben der engbegrenzten Aufgabe, die dringendsten Staatsnvtwendigkeiten. iraschestens parlamentarisch zu erledigen^ die Vorbereitung und Durchführung der großen Zukunftsaufgaben der staatlickren Neuordnung durchzuführen laben werde. Die Unterstützung für den ersten Teil dieser Bestimmung des neuen Kabinetts ivird ihm im Parlament nicht fehlen. Die Tatsache, daß der neue Üäbinettschef in der Erkenntnis, daß den: Parlamente zur Lösung des zweiten Teils seiner Mission eine fpbe entscheidende Aufgabe zufällt, sich sofort nach der Ernennung mit den Parteivbmännern in Fühlung setzte, beweise den richtigen polittschm Sinn, , den der Ministerpräsident der Vorbereitung der Lösung des ihm gestellten schwierigen .Hauptproblems entgcgenbringt. Die nächste Aufgabe des Abgeordnetenhauses, nämlich die Betvilligung des Budget- pvovisorcums, die Verlängerung der ?)ttmdatsdauer und die Delegationswahlen dürfte Ende dieser Woche erfüllt werden, doch dürfte von der Vertagung des Hauses Abstand genommen ererben, da einige wichtige Ausschüsse mich den Sommer lstndurch arbeiten sollen. Die sechste österreichische Kriegsanleihe. Wien, 23. Juni. (WTB.) Gestern mittag ist die Zeichnung auf die sechste österreichische Kriegsanleihe geschlossen worben. Den Blättern zufolge steht schon jetzt fest, daß das Ergebnis der fünften KrtegSanleihe, welche 4,4 Milliarden erbrachte, übertroffen wird. Tagung -eS deutsch.österreichisch-ungarischen WirtschasisvcrbcurdeS. Budapest, 24. Juni. (WTB. Nichtamtlich) Die Eröffnungssitzung des d e u t s ch - ö st e r r e i ch i s ch - u n g a r i- s ch e n Wirts ch a ftsverbandes gestaltete sich zu einer eindrucksvollen^Kundgebung der Einheit der auch im Wirtschaftskampfe Schulter an Schulter kämpfenden Vertreter der wirtschaftlichen Vereinigungen der Mittelmächte. An die verbündeten Herrscher wurden Huldigungsdrahtungen abgesandt: ebenso wurden an den Reichskanzler, Grafen Czernin und den ästerreichisch-uugarischen Ministerpräsidenten Begrüßungsdrahtungen abgesandt. Die deutsche Regierung war u. a. durch den Grafen Wedel und den Prinzen u Erbach-Sckwnberg vertreten. Nach den Begrüßungsreden es Vorsitzenden Baron Beck, der ungarischen Regierungsvertreters und des Bürgermeisters von Budapest hielt Dr. Strcsemann einen Bortrag über die Ueber- gangs Wirtschaft. -- l Seekrieg. Reue U-Boot-Crsolge. Berlin, 23. Juni. (WTB. Amtlich.) Neue U-Boots- Erfolge im Atlantischen Ozean: 2 8000 Drurto- registertonnen. Unter den versenkten Dampfern befanden sich ein englischer Hilfskreuzer, der am 14. Juni frühmorgens vernichtet wurde, ein großer englischer bewaffneter Dampfer und ein unbekannter englischer Fracht- dampfer von etwa 4500 Bruttorcgistertonnen. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Berlin, 25. Juni. (Amtlich.) Im Atlantischen Ozean und in der Nordsee sind durch unsere Unterseeboote neuerdings 7 Dmnpfer, 1 Segler, 2 Fischdampfer vernichtet worden urrd zwar: die bewaffneten englischen Danrp- fer Hollington (4221 To.), Ladung anscheineird Munilwn, Polyxena (5737 Do.) mit Weizen und Stückgut aus Austta- lien, Orator (3563 To.), Baron Calvdor (4316 Do.), ttef beladen, Achilles (541 Tv.), Ladung Wein, die englischen FisMampfer Shamrock und St. Bernhard, der englische Gaffelschoner Mwyn, mit Kohlen, sowie zwei unbekannte Dampfer, von denen einer aus einem Gelertzug herausgeschossen wurde. Eines der Unterseeboote hatte ein Gefecht mit einem Bewachungsfahrzeug und einem feindlichen Unterseeboot, in dessen Verlaufe ersteres durch Ar- ttllerie schwer beschädigt wurde. Das feindliche Unterseeboot wurde durch Salven eingedeckt. Ob Treffer erzielt wurden, konnte nicht einwandfrei beobachtet werden. Ein anderes unserer Unterseeboote, das von einem feindlichen angegriffen wurde, erzielte auf dem Turm des Gegners einen Treffer. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Der N-Bootkrieg und die Teilnahme Amerikas am Krieg. Rotterdam, 24. Jttni. (WTB.) Die von der englifch 2 i Admiralität veröffentlichten st t i g ende n Sch iffs Verluste durch deutsche U-Boote veraulassen die „Pall Mall Gazette" z'ir folgendem Kommentar: „Die hauptsächlich,ste Gefahr im Augenblick ist, daß wir geneigt sind anzunehmen, daß die Schwiettgkeit nuferer Lage durä) die Bereinigten Staaten gelöst wird. Eine gefährlichere Plstlosophie kann Imvn sich nicht denken. Es wird Tattßki dauern, ehe Amerika in großem Umfange zu Lande oder See am Kriege eilnehnucn kann." Archibald Hurd erklärt im „Daily Telegraph", daß seine M>ahuungen begründet gewesen feien. Die Deutschen entfalteten einige Wochen lang nicht das Höchstmaß der Kraft. Niemals sei die Erwartung berechtigt gewesen, daß Zerstörungen von Schiffen in größerem Umfange nicht eintreten würden. Man' müsse mit Schwankungen bei der Führung des U-Bootkrieges rechnen und könne nur sagen, daß die Hilssmiittel der Deutschen für den Bau und die Bemannung von U-Booten fcf>r größ seien. „Daily Graphic" weist auf d« Gefahr der ^Aahrungs- ni i t t c l kn a pohe i t und des Mangels an Schftffsranm zur Beförderung von Lebensmitüln hin. Das Eingreifen Amerikas in den Krieg kömie England nich: helfen, im, Gegenteil mack>e es die Knappheit an Lebensmitteln nitb S.chinsraum nur noch schlimmer. Letztere wea'de besmrders ernst sein, i.üls die Bereinigten Staaten ihre Truppen narb Frankreick) schickm ivollten. Hierfür w^-d-e man allein 800 Schiffe benötigen. „Daily Graphic" berechnet hierfür unter Berücksichtigung von Unfällen, Ausbesserungen usw. die Entziehung von «etwa tausend 'ScfiiLffxrn. {bie sonst zur Beförderung van Gütern hätten Verwendung ftnden können. FrarnAwich nird der U-Bootkrieg. Paris, 23. Juni. iWTB.) Meldung der Agenee Havas. In der D e vntie r ten kam in c r brachte der Abg. Hesse eine Interpellation über die ^Wiederherstellung der Handelsflotte >cfin. Er erklärte, alle ^Mächte ! itten ihre Haudelsslatle verniehrt. und besonders Deutschland mach' beträchtliche Anstrengungen, während in Frankreich nicht nur nicht dazu crmjuttglt, sondern sogar entgegcngaaroeitet werde Nail führte ans: Am Vorabend des Krieges umfaßte die srmrzösische Flotte 2 Millionen Donnen Sie hat 560000 Tonnen verloren, davon 460 000 durch Kriegsbandlungen. Neubauten und Käufe ergaben 680 000 Tonnen und über 240 000 Tonnen Segelschiffe sind in der^Vollendtrng begriffen. Unsere Flotte ist also, fuhr Nail iott, größer als die, )peiche wir vor Beginn der Feindseligkeiten besaßen. Nail teilte schließlich mit, daß Eisenblech für die Schiffsbau tan ans England eingefübrt werde. Ministerpräsident R i b o t erkannte an, daß die Lage der Handelsmarine nickt befriedigend sei. Die kÄrftick)en Schiffe seien nicht zahlreich. Es fehle au den hauptsächlichsten Ban>toffen nach auch die Handlvarker Leien nicht zaUreich genug. Der Kerp^UvtLÄt i r ni sler erkenne die Notweirdigkeit an, die Handelsflotte Unter seinem' Befehl zu haben, beim die Gerreidekcists sei aufs höclyte gesttegen.< Deni Wunsche der Kanrrner, eine einlieitliche Leitung der Handelsflotte zu sckMsfen, könne also Folge gegeben w-erdenr. Die Kanrmer nahm darauf durch Handansl>eban eine Tagesordnung an, welche die Absicht bekräftigt, die Käufe, Bauten imd« Sckarterungen von Schiffen in demselben Minist-ereum zu der» einigen, und tvelclw die Negierung au ff ordert, diese Reformen zu verwirklichen. Darauf wurde die Sitzung geschlossen. Am dem Reiche. Die Erntegussichten. Berlin, 24. Juni. (WTB.) Die in diesen Tagen in ganz Deutschland niedergeaatigellen warinen Regen haben die Ernteaussichten tn Deuts chla nd so gebessert, daß sie in Süd- und Westdeutschland geradezu glänzend, in den mittlerer und öttlidyan Provinzen Preußens als vollauf besiiedigend anges-ehen tverden können. Die vereinzell bestehende Gefahr, daß bei längerem Anhalten der Dürre dev Roggen notteif geworden wäre, ist jetzt überall behoben. Brotgetreide, besonders Roggen, steht meist dicht und die Körnerbildung hat guten Ansatz. Hafer und Gerste haben fast überall einen ;piten Stand. Die warnten Regen kommen am meisten den Kartoffeln zugute, die gerade jetzt in Blüte stehen und zur Knvllenbildung ausreichende Feuchtigkeit brauchen. Die Frühkartoffeln stützen bereits überall in Blüte. In Süd- und Westdeutschiand erwarten, die Erzeuger bei der anfangs Juli zu erwartenden Fri'ch- Lartoffelernte recht günstige Erträge. Die überall int Gange befindliche Rauhsirtterernte ergibt einen weit über den Durchschnttt stehenden Ertrag. * Berlin, 23. Juni. (WTB.) Dem „Reichsanzeiger" zufolge wnrde dem Major K l ü b e r , dem Haupttnann B r a n d e n b u r g und Leuttrant A l l m e n r ö d e r der Orden P o u r l e m 6 r i t e verliehett. _ Aus und Canö. Gießen, 26, Juni 1917. Kriegspatenfchaft. Die heuttge Nummer unserer Zeitung enthält einen Aufruf der städttschen Fürsorgestelle für Kriegshinterbliebene zur Ueber- nahme von Kriegspatenschaften. Die Kriegsvatenschaften sollen dazu dienen, den Kindern gefallener Krieger die Erlernung eines Handwerkes oder (tzoschäfts nach der Entlassung aus der Schule zu ertnög- lichen. Die Kosten dafür werden im Durchschnitt mit 500 Mark an^ genommen. Wer sich der Fürsorgestette verpflichtet, diesen oder einen annäherrw hohen Betrag, sei es in einer Summe oder in Teilbeträgen, sogleich oder zu einem späteren Zeitpunkte zur Verfügung zu stelleit, gilt als Vollpatc mrd genießt als solcher getmsse Vorrechte dem Patenkind gegem'iber. Die Fürsorgestelle illmmt aber mit Dank auch aeringerc Zuwendungen an, die dann zu einem gleichen Zweckeit^ dienenden Sammclvermügen vereinigt werden, lieber die Verwenoung der gezeichneten Patettschaftsgelder verfügt die Fürsorgestelle. Bis zum Zeitpunkt ihrer Verwendung werden die Gelder verzinslich und sicher angelegt. Die Zinsen komnten den Patenkindern zugute. Hauptsächlich im Hinblick hieraus verdient diese Art der Kriegspatensckiaft^ die dem Patenkittdchen Bettag dev Stiftung bis zur notwendigen Höhe voll gewährleistet, den Vorzug vor einer anderen. Form, die vvn verschiedenlen privaten Vesiiche- rungsgesellschaften betrieben wird, vor der BersicherungSpälenschaft. Denn die Versicherungsgesellschaften haben durch die Erhelnmg na- menttich d«r kleinen tnonatlich einziehbaren Prämienbeiträge verhältnismäßig bohe .Kosten, die aus den Beiträgen^ gedeckt weichen müssen. Auch können sie nicht völlig ohne Nutzen für sich arbeiten. Dennnoch ist die Form der Versicherung mcht gan,z von der Hand zu weisen, da sie durch Gefahren über ahme und dergleick>en ancki Vorteile bietet. Auf alle Fälle aber bitten mrd raten wir drin"-» gend, daß alle dieienigen, welckv den Wbschlüß einer Paten s cha f t s vc r s i ch e ru n g beabsichtigen, dies nicht ohne die Mitwirkung der Fürsorg estelle tun, dannt die Patenkinder vor vermeidbarem Schaven bewahrt bleiben. Die Fürsorgcstelle hofft, daß die Bürgerschaft Gießens von der ihr hiler gebotenen Gelegwbe.it. ihre Dankbarkeit gegen die .KKndeA der auch für sie gefallenen Helden zu beweisen, umfangreichen Gebrauch machen werde. Kochvorschriftcn für Dörrgemüfe. Zurzeit kommt in der Stadt Gießen Dötrgemüsc zur Verteilung. Es dürfte daher für unsere Leser vmt Interesse sein, die' von der KriegsgesellsÄaft für Dö-rrgemüse in Berlin bekanutgegebenen KvchvorsckMften für Dörrgemüse kennen zu lernen: „Dörrgemüse sind durch Trocknung haltbar gemachte Frischgemüse, naschen etwa 90 Prozent Wasser im Verlaufe des Trocken Prozesses entzogen tvorden sind. Es ist wichtig, den Dörrgemüsen das durch das Trocknen entzogene Wasser in vollem Umfange wieder zuzuführen. Beim Kochen sind folgende Vorschriften zu beackften: 1. Das Dörrgemüse ist sorgfälttg zu »vasck>en. 2. Für die Zubereitung auf dem Herde empfteblt es sich, das gewaschene Dörr gern üse mit etwa l 1 /-? Liter Wasser für 100 Gramnl Dörrgemüse am besten übrr Nacht einznweichen. Weiriger als 6 Stunden sollte in diesent Falle das (Gemüse iticht geweicht werden. 3. Bei der Zubereitung des Dörrgemüses unter Ber- weudtmg der Kochkiste ist längere) Einweichen nicht ek- forderltch. 4. Das fettig eiugeweichte Dörrgemüse ist mit dem Einweichwasser zu Feuer zu feivem. Unter keinen Unt- ständen gebe man Dörrgemüse in kochendes Wasser, da es auf. diese Weise hart und zäh bleibt. Langsames Kochen ist e r f o r d e rti ch. Die svnsttge Behandlung und Zubereitung von Dörrgemüse ist geirath die gleiche wie bei frischen Gemüsen. Für eine ausreichende Mahlzeit fiub für eine Person wenigstens 30 Gramm Dörrgemüse erforderlich." ** U e b e r d i e R c g e l u n g d e s O b st v e r k^e h r s i m Jahre 1917 ist der heutigen Nummer des Gießeuer Anzeigers eine besondere Beilage beigefügt. Die in der Beilage aufgeführten Höchstpreise für Frühobst sind inzwischen durch Bekanntmackiung vom 6. Juni 1917 a b g e ä n d e r 1 lvorden- Diese Bekanntmachung ist im heutigen Kreisblatt noch ei n- m a l veröffentlicht. * ** Der Gro ß>h er zog hat am 13. Juni d. Js. dem Regie-' rungsassesfor Dr. jur. Karl Joseph zu Erfutt den Charakter als „Regierungsrat" erteilt. ** A u s z c i ch n n n g. Der Musketier Hans Schmitz^ aus * Gießen, der bei einein Jufanlerio-Negiment int Westen steht, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet. Das Eiserne Kreuz 2. Kl. wurde fertter dem Unttrofftzier Willi Schmoll aus Gießen verlachen, Ivelcher schon seit Beginn des Krieges im Felde stel-t und bereits die Tapferkeitsmedaille erhalten fytü- ** Eine weiße Amsel wurde int (satten des B erg wer k- dicektorS Münker, Fraukfurterstr. 45, erlegt. Das Tierchen, daS eine große? ivaturgeschichtliche Setteuheit bedeutet, Ivurde von schwarzen Amseln ausgebrütct. Nach dem Volksglauben treten weiße Miseln imr in großer Zeit auf. Das hier sestgestellte Tierchen soll ausgestopft inrb einer Sckxule übertviesen werden. ** Erfüllung der Eierabgabepflicht. Zahlreich« M Geflügelhalter sind mit der Erfüllung ihrer Eierabgabex Pflicht im Rückstand. Viele haben sich geweigctt, Eier überhauv-, bürte dnc Berliner inütifcfc A - de Schmidts b braimiiifciV iirrt> rir.e gunz-e Anzahl \üill die festgesetzte, vvrhältnis- v «'c'.cje ^atfle deswegen nicht abliefern, weü sie diese als fc > tlt nn de re Lebansmtttel zu ihrer Ernährung bedürfe. Da- di:rb» erlrem Ende. Die Landesetersbette ntuß daher darauf selben, das; die i>lbgvbepflicht in tveitestgehendem Matze erfüllt wir-?. Ge«?en säumige Geflügelhalter neust daher mit. aller Ent- säud. eit vorgegangen werden. Der ^ 10 der Bekanntmachung Über tue Regelung des Eierverkehrs gibt die Möglichkeit hierzu Dort ift vorgesehen, dast den säumigen Geflügelhaltern andere Bedarf, genstüude entzogen werden können, wenn sie sich der Maire /Hebt für Eier zu ent zöchen suchen. Dies ist insofern flcvi'd i e'.cigt, als sie ja, wie die meisten selbst zugeben, an den! Everi' n,'/ toeserttliche Zugabe zn ihrer Ernälwung besitzen. Soweit Geftügc!l>alter deKIzalb nickst ausdrücklich von ihrer Eierabgabe- psltckft durch Verfügung des Lebensmittelamtes befreit sind, haben sie diese Pflickst zu erfi'illen. Sotoeit sie diese Pflicht nicht erfütfen. Werden sie von der nächsten Ausgabe der Nährmittel ausgeschlossen werden. Ebenso ist von der Landescierstelle in Aussicht genommen, dag een säumigen Geflügelhaltern die Fleischkarten entzogen werden. ** ?l us d em Stadttheaterbureau. Vor der Aufführung des Lothar SckMidt'sck-en Lustspieles „Perlen", das morgen als 15. Aenstag. ?lbcmuementsvvrs!elttm.g gegeben wird, ^eivrechamg des witzigen Werkes, die seinerzeit der 11." brachte, interessieren. Es 'beißt da: Es ist die dra- . ualtung einer in der B. Z. a. M." erschienenen .n's, die das gwt^e.Stück schm: in sich schloß. Lothar nichigkert ist ja, aus erneut kargen Stofs ein üppiges dnlde heraU^iulwlen: in dieser Fähigkeit ist es auch begründet. dast ein rechter Drantatiker just rinn .er den Stoff wählen wird, der bei aller schemlmven Dürftigkeit einen triebt rüstigen Kern hat. Immer wenn das Thema erschöpft zu sein scheint, legt eine geschickte Wendung des Ballspielers eine neue Seite frei, und gerade der dritte Urtb letzte Mt gibt die besten und lustigsten Variationen des abvollenden Motivs. Wenn der Dieb gefaßt würde, der der hübschen Frau BanDirektor ein Perlenhalsband im Werte van m-ebr als 60000 Vdark gestohlen hat, so würde eine Lebenslüge ^ Jbsensch geredet — zerstört werden. Denn die Perlen sind falsch Der Bautt'irektvr hat seine Frau mit Talmischmuck gezrert, sie aber !r '' in dem süßen Wjahn, echte Perlen ans dem weistge-, puderten. Dalse zu tragen. Sie waren der Dalismjann ihrer Frauen- tugend, i.n Dmnbvl der Liebe ihres Gatten, der den Schmuck mit schweren Op-ern erkauft hatte. Würde nun der Dieb gefaßt. — c: g -: - nickst nur eüle gerrchtsnowrische Feststellung, daß die Frau des Ban Direktors Mit falschem Schmuck die Bewunderer geblltfft hat. ouck ein Ehefrieden wäre zerstört. Der Dieb wird nicht erwisch' Die Frau erhält sogar ihre Perlen zurück, denn der arg enttäuschte Dieb fckstckte sie an den Bankdivektor als Muster ohne Wert luiirf, mit entern groben Brief, der sich cpegen die Schäbigkeit be* Äesinere richtet, bei dem einMbrechen sich nicht lohnt. Ein neuer D Zundel muß mm verhindern, daß die Frau den wahren Da uhalt erfahrt, — sie ist überglücklich, den Schmuck wieder zu laben und wird ihn mit Stolz und Seligkeit tragen. Was i ‘ bi m überhaupt der wirtliche Wert der Dinge? Illusion ist aller, .> bunte Seifenblase der Einbildung machte das Glück de-:- Augenblicks. Diese Schlußkvenbung gibt dem lustigen Ober- fläche-uichch y.c:h einen tieferen Sinn !und spiegelt Eitelkeiten int Licht eine- schlagkräftigen Siüuammswitzes, der am wirksamsten einen u.nrudigen Krinmtatbeamten bestrahlt. ** Neiormationsfeier. Trotz der schweren Kriegszeit rüstet man sich allerorts zu einer würdigen Feier des 31. Oktober. Auch d. r I ieiige Eo. Kirchengesangveretn beabsichtigt durch Re- sormattlieber und durch Darbietungen einer größeren Bachscher: Dan'ate das Jubiläum der Resorination ausznzeichnerr. Um diese schöne 'Absicht zu verwirklichen, bedarf er eine erhebliche Verstärkung des Chores. Ein Aufruf in unserem heutigen Blatte oendct sie. da!-er an stimmbegabte, junges freudige Frauen und Männer der diesigen evangelischen Gemeinde mit der Bitte, den Kirchen ge-au g verein zu unterstützen, damit die Reformationsfeier auch durch hl :so rmationsgesäuge verschönt werden kann. Siehe Anzeigenteil. Barfüßige Akademiker. Aus Würzburg wird rms geschrieen: Die S t u di e r en die n der hiesigen Universität Haber: beschlossen, der Bevölkerung mit gutem Beispiel voranzugehen und vom 28. ds Mts. ab rrur noch barfuß oder in Holz- sandaiei'. in die Vorlesungen und auf die Straße zu gehen. Die Bevölkerung soll dadurch angehalten werderr, sich Über das Vorurteil gegen it:; althergebrachte Sitte hmwegzusetzen und ihr Schuhwerk für den Winter auszusparen Die Leiter der Mittelschulen, einiger höheren ist« o b che ns chulerp und anderer Unterrichtsanstalten haben den Schülern und Schülernnren der oberen Klassen diesen Beschluß de- lenntgegeben, um sie zu veranlassen, dem Votbilde der Akademiker zu folgen. Das Verspiel Wtürzbürgs verdient entschieden Nachahmung. ** Im Schwär z - Weiß-Theater, Seltersweg 81, spnckt ab Dienstag, 26., bis einschl. Freitag, 29. Juni Maria Orska in ilirem vieraktigen Gesellschastsdrama ,,Das tanzeitde Herz!", von Hans Brennert. Regie Max Mack. Ms Zweites Stück ist das Lustspiel in zwei Men „Die Liebe durch den Kamin" vorgesehen. Mit der Naturaufnahme „Winterpracht auf Schwarzwaldshöhen" schließt das gute Programm. Ab Samstag, 30. Juni, gastiert Asta Nielsen in dein mimischen GeseUschaftsdrama „Dora Brandes" in vier Mten. ** Stab-, Form - umd Moniereisen. Am 7. Juni 1917 ist im Deutschen Reichsanzeiger eine Bekanntmachung des Kriegsministeriums erschienen, durch die sämUiche vorhandenen und neuerzeugtetk Mengen an Stckb-, Form- und Moniereisen beschlagnahmt we. den. Jedoch ist trotz der Beschlagnahme allgemein die Bierwcnl'ung und Verfügung gestattet, sofern es sich nicht um Neu-. Erweiternngs- und Umbauten handelt. Verwettdung für letztere 'Zwecke ist nur bei Borliegen eines Drirrglichkeitsscheines mit dem Stempel der Bauten-Prüfstelle des Kriegsamtcs zulässig: jedoch fällt auch diese Beschränkung fort bei Verwendung für Brückett unter Eisenbahn gi ei,Du und für laufende Unterhaltungsarbeiten in Berg- werksbetricben. Ferner ist für Eisenkonstruktionsfirnten, Eisenbeton- und B. ton-Bcvufirinen enre Meldepflicht bestimmt, nach der sie ihre 9; ? ;c am 1. jedes Monats bis zum 10. des Monats deni K riegso.in -, v Ueu -Prüfstel le, Berlin W. 9 . Leipziger Platz 13, zu nmuaoaar. v. , m—wapH»g —Mi— b—— . ationsverlosusU. meldetl habem^ Ausgenommen sind Bestünde derjenigen Sorten glci- Truhen Querschotts, die am Stichtage iricht mehr ÄA.Z00 Kilogramm bettagen. Meldebogen sind bei der Bauten- bruUttlle anzuwrdern. Außerdem ordnet die Bekanntmachung eine Dagerduchsnhrung an. Wettere Entzelhetten, auch über An frag etc und Anträge, srnd aus den Amlsdtmtecu ztt ersehen. Die Bestun- mungen der Bekanntmachung treten mit Beginn des 18. Juni 1917 in 5tr{i|t, ) Bi l 1 a r db a N de. Am 25. Aunt 1917 tst erne BekantttmackMng veröffentlicht worden, durch tvelche alle gebrauchte und ungebrcurckste Kantschuk-lGummi-)BiIlard- oande rn vulkarrisiiertem und unvnlkanisiettem Zustande beschlag- nahmt nnrd, und mm otm Rücksicht darauf, ob sie sich in Billarden oder Teilen von Billarden befindet oder nicht. Trotz der Beschlagnahme tst Die Benutzung der Billardbande in Billarden zum Zwecke des Sptelens erlaubt. Efenso ist die Veräußerung utld Lieferung von Bttlardbande gestattet geblteben, sotertt sie als Bestandteil dnes Billards oder zur Ausbesserung ci i. Billards veräußert oder geliefert wird. Dagegert ist das Herauonebmen der Billard- bande ans Billarden oder Teilen von Billarden sowie die Veräutze- rtmg oder Lieferttng der herausgenotmtrettcu Billardbande oder von Billardbanden in Teilen von Billarden nur ttach attsdrticklickier Eiuivilligttng der Kriegs-Rohstofs-Abteilum, des Königlich Preußischen Kriegsministeriums zulässig. Mle Einzelheiten ergebet! sich aus detn Wortlaut der BeVanntmackmng, deren Veröfsentlichung in der üblichen Weise durch Anschlag und Abdruck in den amtlichen Tageszeitungen erfolgt. Landkreis Gießen. e. B el l e r S h eim , 25. Juni. In unserer Gemeinde mit ihren rund 600 Einwohnern sind 4 5 Kinder aus der westfälischen Industriestadt Bochum ausgenommen worden. An ehrendes Zeugnis für den Wohltätigkeitsirnu unserer hiesigen Bevölkerung. Wenn alle Lanbgemeindett der Mt der Zeit soviel Verständnis und Opser- ivilligleit entgegenbrächten, könnte noch manch unterernährtes Stadtkind wenigstens für die Zeit der Ferien ein Unterkommen finden. Kreis Schotten. L. La'ubach, 24. Juni. In der Nacht vom 21. auf den 22. Jüni geschah dahier ein frecher, raffinierter und schwerer Einbruch s d i e b st a h l, wobei etwa 5 0 0 M k. für b i e U-Boot- spende oder fürs Rote Kreuz entwendet lvurden. Der Dieb m!ust sehr ortskundig gewesen sein und sicher gewußt haben, wo das Geld aüfbe wahrt wurde. Durch au feinander gestellte Sägeböcke gelangte er zu den ohnehin niedrigen Fenstern des hiesigen Grotzh. Bürgermeistevet--Bnreaus und drückte eine Fensterscheibe ein, schob die Fensterriegel iveg Haifr- gelangte in das Gebäude. Hier erbrach er den Schreibpult, öffnete gewaltsam die Sammelbüchse und nahm das Geld an sich. UM! den Schein abzulenken, legte der 'Dieb zwei dicke Steine aus den Fußboden des Bureaus, damit inan glauben sollte, die Fensterscheiben seien eingeworsen worden. Dieses ist aber ganz ausgeschlossen, denn die nieder fallenden Steine und das Klirren der Fensterscheibenschcrben hätten solches Poltern verursacht, daß man es int Hause gehört hüben müßte, zumal das Haus bewohnt wird. Bon dem Diebe hatte man anfangs keine Spur. Es ist jedoch, wie mau hört, ein Polizeihund hier gewesen und hat die Spur Diebes ausgenommen und bis mr dessen Wohnung verfolgt. Der Hausinfasse sei aber aölvesend gewesen. Hoffentlich wird es gebhtgat, den Dieb zu entdecken, damit der Geldbetrag, tvieder herbetkommt und er der gerechten Strafe nicht entgeht. Slarkenburg und Nheinhesfen. ch. Bingen, 23. Juni. Gestern nachmittag richtete ein mit furchtbarer Wucht und ganz plötzlich .auftretender heftiger Sturm großen Schaden an, Bänme knickten um, Aeste wurden ab- gerissen, Fensterscheiben zertrümmert usto. X. Birstein, 22. Juni. Dem als Chef der deutschen Zioil- verwaltung für Russisch-Po len tätigen Fürsten Franz Joseph zu Isenburg und Bitdingen-Brrstein ist in AuerkenTMng seiner Verdienste um die Förderung der deutschen Kultur in dem ' t ihm verwalteten russischen iGebiete von der Universität Freist!> i. Br. die Würde eines „T o c to r ho n v r i s causa" verliehe»« .vorden. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 25. Juni. Auch vott den ehrwürdigen Glocken der Kreisstadt Wetzlar sollte url'prünglch eine ganze Anzahl die Stätten verlassen, von dar sie in ernsten und frohen Stunden zu unserer Bürgerschaft gesprochen haben. Erfreulick-ettveise ist es dem Eingreifen des Provinzialkonservators gelungen, die meisten von ihnen vor dem Schicksal des Einschntelzens zu bewahren, ytttr drei von ihnen, allerdings auch die größte, die als „Damnterich" überall bekannte und am weitesten gehörte, dazu zwei Glocken der neuen Kirche zu Medergirtnes werden eingeschmolzen. ra. Ans dem Kreise Wetzlar, 25. Juni. In den Landorten des Kreises finden gegenwärtig unvermutete Nachprüfungen der Buttererzeugnng statt. Gendannen erschieueir morgens und abends nach 'dein Melken in den Häusern und maßen die soeben gewonnene Milch nach. Nach Abrechnung der Selbstversorgung muß auf je 14 Liter Milch ein Pfund Butter abge- brefcrl werden. Hessen-Nassau. mr. Frankfurt a. M., 24. Juni. Samstag vormittag trat im Sitzungssaale der Stadtverordneten der Nassauische Städtetag zur Beratung zuscmtmen, wobei der Frankfurter Oberbürgermeister Dr. Voigt den Vorsitz führte.^ Der Regierungspräsident von Wiesbaden, Tr. von Meister, nahm als Gast an den Verhandlungen teil. An der Kapeitführung hatte die Versammlung nichts zu erinnern, es wurde Entlastung erteilt. In den Vorstand wurden die Herren Oberbiirgmncifrer Vogt-Biebrich, Stadtv. Bor-, sbeher Dr. Beil-Höchst a. M., Bürgermeister CKerlich-Tillenburg, Stadtverordneten Vorsteher Dr. Rüd iger-Bad Homburg v. d. H. Ivie- dergawählt, WÄ-rend Stadtrat Schulte-Wiesbaden anstelle des Beigeordneten Körner in den Vorstand einttitt. Auf der Tagesordnung standen Beratungen über die innere Reform in Preußen und die Stellung der Städte dazu. Da die Regierung mit irgend- welchpu Plänien noch nicht an die Oeffentlichkeit getreten ist, konnte ein Beschluß nicht gefaßt >verden. Bürgermeister Herhaus'- Haiger protestierte gegen den Plan, die Städte unter 3000 Einwohner künftig dem Landrat zu unterstellen» was sie zu Landgemeinden degradieren würde. Nach einem Bericht des Stadttates Dr. Hiller-Fvankfurt a. M. über die Kohlenversorgung, faßte der tädtetag den einstimmigen Beschluß, gegen die ungenügeude Belieferung des Nassauer Bezirkes zu protestier«!. Bürgermeister Scheuern-Diez berichtete über die Obst- und Ciantüwoerwrgung und gab Ratschläge, wie sie zu verbesserit sei. Am ^xbiavc oa über viersttindigen Verhandlungen wurden noch dringende Jragai der Lebensmittelversorgung erörtert, sowie ein Antrag des Bürger maist-ers Rode-Nisderlahnsvem, die Teuerungszulagen der Kom- munalbeamteu betreffend. Müllersche Badeanstalt. Wasserwäcme der Lahn am 25. Juni: 17° Neanmur. §pielp!an des Grohh. Uurtheaterr vad-Nauheim. Montag. 25. Juni: Neulteit „Perlen" Dienstag, 2ist Juni: Neuheit. „Perlen". Mittwoch, 27. Juni: „W'eselchen". Freitag, 29. Jüni : Unter Mitwirkung der Kurkapelle. „Unter der blühenden Linde". Sonntag, i. Juli: „Der Rand der Sabinerinnen". Mon- tang, 2. Juli: „Die selige Exzellenz". Uönigl. tturtheater vad-Lmr. Dienstag, 26. Juni: Gastspiel des Neuen Operetten-Theaters Boitnn a. Rh. Neuheit. „Die Csardasfürsttn". Samstag. 30. Juni: „Perlen". Ve^lmr-ehte». Berlin. 25. Juni. Die Berliner Ge>verkschastskommissivN kam in ihrer letzten Sitzung dahin überein, in einer Eingabe an den Oberkommandierenden in den Acarken darzulegen, daß iveite Kreise der werktätigen Bevölkerung Großberlins unter der Mrete- steigernng von 10 Präsent lmd mcl-r gerade jetzt sehr leiden würden. Der Bundesrat soll um Uutersttitzung dieser Bestrebungen durch die GewerkschastökomMission gebeten worden. Es soll daraus hingewiesen nwrden, daß die Hausbesitzer bezüglich der Hypotheken: gesetzlich geschützt seien und die Gemeinden den dem Hausbesitzer entstehen den Mietansfall znm größten Teil decken. * Berlin, 23. Juni. (Priv.-Tel.) Das „Berliner Tagblatt" meldet aus Dresden: In Eutschütz ivurde einent Privattelegramm zufolge die ackstjährige Landwirtstochter Elly L o h r - mann ermordet. Es liegt Lustmvrd vor. Der Täter ist bisher noch nicht ernrittelt worden. Witlerungsbericht. (O e f f e n t l t ch e r W e t t e r d i e n st.) Keine wesentliche Aenderung der bestehenden Witterung. Zur Rückzahlung aus den 1. Oktober lfd. Js. wurden ausgelost: Lit. A: Nr. 1 mit 1000 Mk. Sit. C: Nr. 19, 26. 35 und 53 mit je 200 Mk. Die Inhaber dieser Obligationen können die Betrage hierfür bei der Gemeindekasse oder dem Bankhausc (Zrünewald in Gießen bis zu dieser Zeit in Empfang nehmen, und hört an diesen! Tage die Berzinsuug auf. Nock:nborg, den 22. Juni 1917. 4878 Großh Bürgermeisterei Rockenberg. W e t t n e r. Zw -r n gsver fk igerung. Der aus 15. Juni lfd. Js. anberaumle Termin zur Versteigerung des dem Johann Heinrich Langsdorf unb dessen Ehefrau Elisabethe geb. Heithecker zu je zl, geschriebenen Grundstücks Fl. 23, Nr. 215 Wohnhaus mit Hosraum zwischen dem Gleiberger und Leusertsröder Weg. Gemarkung Gießen, wird vertagt auf: Freitag, den 6. Juli 1917, vorrrüttags i0'/ 2 Nhr, Geschäftsziutmer 14 unterzeichn'.': > Gerichts Gießen, bcu 20. Juni 1917. 48748 Gw ßherzogücheS Amtsgericht. -. MssZM^Ms über Icii-üiiiilz Tanssen- li ildsroielislssh franko Waggon (pro 200 Ztr.1 Frankfurt g. M. untgehend erbeten an Liclen»-kSgc!il>!sc»ill>list Des HslzgcAerljcs e. G. in. b. £»., 4876 hv Frankfurt a. M.. 38ri|fi'PiiClltr. 1(1. KI. Landgut mit 10—15 Morgen Vnttb zn pachten oder taufen geiuryt. Schristl.Ang. m. Preis unter 03926 an den Gieß. Llnzetger. IIoly.i■'"«» imntr, Ivimlcr- bott 1 ' ' J i , iv.Kat.frel.‘ 2a,! ‘hv EiseuiuooBitRbrik, &ahi i. Th. Buchführung Stenographie MasGliinenschreilien KörrsspO’te kaufiii. Rechnen usw. Franz Vogl 8 Co, Msn Co8thestr.32. To . 238t. Eetztc 2?c,^rechten. Die englischen Verluste. Berlin, 25 . Juni. Der vor einigen Tagen in Petersburg angekommene Krapotkin hat u. a. mitgeteilt, daß während einer einzigen seiner Abreise vorcmgegangenen Woche die Engländer nicht weniger als rund 32 000 Soldaten und 420 Offiziere an Toten verloren haben neben einer riesigen Anzahl Benvnndeter und Gefangener. Der Beschützer der Neutralen. Berlin, 25. Juni. In Wjashington finden gegenwärttg Ver- handlwtgen zwisck^cn den techinschen Mitgliedern der Enttmte- wissionen mrd der ameriknnisckien Regierung statt, um die neutralen Regie rangen zn zwingen, daf^ sie ihren Schiffsraum den Ententemächten zur Verfügung stellen. Dabei spielt die Drohung mit der Sperre der amerikauischen Zufuhr eine besondere Rolle. Radoslawow. Wien, 24.Juni. Der bulgarische Mitristerpräsident Rados- lawoiv gab in einer Unterredung mit einem Mitarbeiter der „Neuen Ftmen Presse" seiner Befriedigung Ansdruck darüber, daß sich die Monarchie und Bulgarien endlich über das Mvrawatal die Hände als Nachbarn reichen können. Diese Nachbarschaft, sagte Radoslawow, war^ für uns eine unbedingte Notwendigkeit. Drese Freiheit nmrde erzielt ohne jede Verletzung des Nationalitätenprinzips, das die Etttente unaufhörlich im Munde führt; denn die von Bulgarien und den tteucn Bundesgetrossen erobetten Lärü>er sind bulgarisch. Radoslawow etcklärte, die Lage sei aus allen Frortten ausgezeichnet. Bezüglich der Vcrgewalttgung Griechenlarrds durch die Entente sei er fest überzeugt, daß die ntilitärische Kraft unserer Feinde hierdnrck nichr größer werde, da wir entsprechend vorbereitet seien. König Konstantin. Thu sis (Gvrubünden), 24. Juni. (Schwz. Dep.-Agt.) König Konstantin hat heute Thusis verlassen, um in Bergenen eine weitere Nebergangsstation ausznsnchen und dann ttach St. Moritz im Engadm überzusiedeln. Samstag abend und heute trafen 36 Griechen aus verschiedenen Schweizer Orten ein, um dem Könie zu ^huldigen, der sie heute vormittag entpfing. Die russifthcn Wahlen. P etersbu r g, 24. Juni. (PTA.) Der Sonderausschuß, der das Gesetz fttt die Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung ausarbeitet, hat die Zahl der Abgeordneten der Versammlung cun 800 festgesetzt, so daß auf '200 000 Einwohner ein Abgeordneten kommt. Jede Provinz wird einen Wahlbezirk mit nrirchestens fünf Mgeordnele bilden. Petersburg und Mosllcm werden besondere Bezttke darstetten. Nnßland rmttr der Kontrollr seiner Alliierten. Berlin , 25. Juni. Unter dieser Ueberschrift schreibt die Nordd. Allg. Ztg.": Ein Beweis dafür, in tvelä-cm Maße die Alliertqn bvmülü sind, einen Einfluß auf das freie Rrrßland auszuüben, ist die Meldung des Ruskoje Slvivv, daß die russische pvovisorisckie Regierung die Notwendigkeit in Erwägung gezogen hat, die Botschafter der Alliierten von den in den hölieren Kommando stellen oer russischen Armee eintreteil den Veränderungen in Kenntnis zu setzen. Am Tage der Entlassung der Generale Mer'ejeiv und Gurko begab sich der Minister des Aeußern Tsckierscht schenk" im Aufttage der provisorisck>en Regierimg zur englischett und ftanzöstscktett Botschaft, um dort die Beweggründe der Entlassung darzulegen. Daraus gcht hervor, daß die provisorische Regierung gleichsam das Bedürfnis ft'lhlt, sich vor den 'Alliierten zu rechltserti- «Teu unb chre Handlungen der englisck-en und französischen Kon- trolle z u unterwerfen. / Kaffee-Essenz Zitronen-Syrup .,,X, gesüßt,- Liter Mk. 3,80, SaiatUmke, Liter Mt. 0,45, Rotsgühen.,^'^. i^ixsci- Pickies S-Ltr.-Doke Mk. 12,90. 4 l /a*w n „ 8,—, in Gläsern Mk. —,75,1,25, 2,05, Salzgurken bn i 5 Rollmops | f ‘"f ^uscheiüeisch in Gelee 4-Llter-Dose Mk. 6,50, 1-Md.- „ „ —,05, Fischkiöse lakob latemus Ecke Klinik- r:.ui n-anklürter Sir*«e. Telephon 337. Im Kopfwäschen ^ ßisfflßnJmiänt! 1 mit Luft-TrockenapjjarRt.G-'- doHerenn. 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Im Namen der Hinterbliebenen: August Praeforius, Pfarrer zu Homberg (Oberhessen). 4883 (E. V.) LrdeMHe MMerlittsWMgg Donnerstag, 28. Juni 1917, 8V- Uhr im GewerbehauS (Erdgeschoß). Tagesordnung: 1. Berichte 2 . Rechnungsüblage 3. Voranschlag 4. Vorstandswahl 5. Verschiedenes Nr. Krau-müLler, Vorsitzender. Schöne 3-<',l!in!»er-Wohnunh, sönmge freie Lage, preiswert verniielcn. Ludwigsplatz8. Näli. ttaiser-AUee 1. 2648 [MöbL Zimmer] Pension -iiv-ndl BfoneaBäns 22 lBeUevnetZjm. m.u.vhne33er» pfleg. f. jede Zeitdauer. ülitt« tan a n. Abend tisch. Elektrisch Licht, Bad. Tel. 1085. 11687 Schön möbl. Zimmer mit l oller Pension zu vermieten tt^oUchsü,aße 13. R Trotz der schweren Kriegszeit rüstet man sich allerorts zu einer würdigen Feier des 31. Oktober. Auch der hiesige Ev. Kirchengesangverein beabsichtigt durch Reformationslieder und durch Darbietung einer größeren Bach'schen Kantate das Jubiläum der Reformation auszuzsichnen. Um diese schöne Absicht zu verwirklichen, bedarf es einer erheblichen Verstärkung des Chores. Es ergeht darum an stimmbegabte, sangesfreudige Frauen und Männer der hiesigen evangelischen Gemeinde die herzliche Bitte, den Kirchen- gesangverein zu unterstützen, damit unsere Reformationsfeier auch durch Reformationsgesänge verschönt werden kann. 4g71D Die Proben werden Anfang September beginnen. Um aber jetzt schon einen Ueberblick über die Stärke des Chores zu bekommen, wird freundlichst gebeten, die Anmeldungen bei dem mitunterzeichneten Vorsitzenden des Ev. Kirchengssangoereins Prof Or. Weimar, Ost-Anlage 40, bis zum 10. Juli bewirken zu wollen. Für den Gesamtkirchenvorstand. Für den evangelischen Kirchengesangverein. J. D., ft fttntr VrHcolzheinm. Prof. Tmutmünn, Prof. Dr. mdtitot Kraft. Mädchen tm Bügeln und Waschen per» sekt, zum I. 7. gesucht. Neben Vergütung freie Station und Dlenstkleidung. 4481 Di- u. Filepaasü Aufruf 4873J) Hotel Morgen Dienstag abend Künstler-Konzert im Garten Anfang 8 Uhr. f Statt Karten 4886 ’S 1 Emilie Wissemann Heinrich Kaletsch Verlobte Lollar im Juni 1917. Modern. mit nriigernn Grrindstiick an der Peripherie oder in einem benachbarten Bororie Gierens mit 'Borkaufsrecht c.3j awicten gesucht. Schrifil. Angeb. unter 0.;914 an den Ohcfo. Anz. erbeten. WliWÄMM? Offizier such! eine Wohnung von 1 oü. 2müiiL Zairaera. Bedingung: ruh. Lage, Nähe d. Theaters,- eventl. Garteilbenutzung bevorzugt. Schrifil. Angebote mit Preisangabe unter 03915 an den Gumener Anzeiger erbeten. 03918 Ihre gestern vollzogene Kriegstrauung beehren sich anzuzeigen. Heinrich Wehrum u. Frau Sannchen geb. Horn. Garben teich den 25. Juni 1917. Steinbach hat abzugeben Fürst!. Gutsvcrwaltung LiÄ. ^^ie städtisch^ Fürsorgeftelle für Kriegshinterbliebene beabsichtigt, -n, Blntannnt, Jf RjB SIJB EC, RR Frauenkrankheit., RheumMiBmu«, Gicht WW M W W VV Skrofidose Rachit s, Rückstand n von ^ Influenza. Lungen- und Rippcnfellentz Baltnllnla Göttinnen Bebra. :: Geschülzte herrliche Lage Inmitten ausgedehnter Geblrgs- waldunpen. :: Solbäder all r Art Inhalationen. Gradierwerke. Pneumatische Apparate o. Kammern Trinkkuren, fluskunit und Pros pakte durch dis Bad ©Verwaltung, [3iiOhv uw o, ituuutlAUU 12 VOU en- und Rippen fei leDtz. -Werra Bekanntmachnii$;. Die MetallbearbeituugSfabrik, G. m. b. H. Gießen, Wilhelmstr. 45, ist in Liquidation getreten! Zu Liquidatoren wurden ernannt: Joseph Kirchner, Gießen, Moltkestr. 24, Benno Schonurrger, ftvantiuvt a. M., Taunusstr. 43. Die Gläubiger der Gesellschaft werden anfgcfordert, sich bis 3 l. Juli ds. IS. zu melden. 03912 Die Liquidatoren. Stacheibeeren znm Einmachen sucht noch zu kamen LÄ^knidirvrsi Ksttler. Es gibt nur einen brauchbaren Epsiaf z f üp Kaffee und das ist mein Deutscher ^ Kräuter-T ee 1 Paket 50 Pfg. 4588 Reformhaus, Kreuzplatz 5. Heuseile er^pfieblt' 4060 Mi Lazarus, Asterweg 53, Fernsprecher 505 . hesebriüenf h 150 und L50 Mark bet Fhrniacher Gg. lioch, Mühlstr. 2, Ecke Bahnhof,tr. Bekanntmachung. In unser Genossenschastsregister wurde heute eingetragen: Obstverwertungsgenossenschaft, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht zu Gießen. Gegenstand des Unternehmens iff- 1. Gemeinschaftliche Verwertung.des Obstes und sonstiger Erzeugnisse des Obst- und Gartenbaues 2. Gemeinschaftlicher Bezug der zum rationellen Obstbau benötigten Bedarfsartikel. 3. Verbreit»nq von Kenntnisse» und Fortschritten auf dem Gebiete des Obstbaues. Die Haftsumme beträgt 300 Mk die Höchstzahl der Geschäftsanteile 5. Zum Vorstand sind bestellt: I. Heinrich Jäger II., Obcrhörqcrn, Direktor, 2. Heinrich Wetz. Holzheim. Siellver. treler, 3. Heinrich Weisel. Garbenteich, und 4 Christian Iughard, Gießen. Geschäsissührer Das Statut ist am 31. Mai 1917 errichtet Die Bekanntmachungen der Genossenschaft crsolqen unter deren Firma im „Hessenland". Die Willenserklärung Kund Zeichnung für die Genossenschaft muß durch zwei Vorstandsmitglieder erfolgen wenn sie Dritten gegenüber Rcchtsverbindlichkeit 'haben soll. Die Zeichnung geschieht in der Weise, daß die Zeichnenden zu der Firma der Genossenschaft ihre Namensunterschrift beisügen. Das Gcschäsls- lahr beginnt mit dem I. Juli und endigt mit dem 30. Juni. Die Einsicht der Liste der Genossen ist während der Dienststunden des Gerichts jedem gestattet. Gießen, den 15. Juni 1917. _ B Großherzoglühes Amtsgericht. ©ut beleumundeter militär- frctcc Mann als 03923 Wachter iurfof. gesucht. 7Sld.Dienst. Wach- n. Schlieft-Jnstitut, Mäuoburg 16 Schreiuergeselle sofort gesucht. 03863 Cbr. flieitz, Ederstratze 3 Ein Bäckereiseilo sot. gesucht. Bäckerei Deibel, 03899 dkeuenwcg. A r b e i t e r, auch kräftige Frau, auf unser Lager sofort gesucht. Zn melden bei der [4885 Häute- u. Fettverwrrtungs- Genosscnschaft (Heeressammellager) Krosdors^r Strafte 115. Air Hllilsbiirslhe. ^ Iieüstmiiliileii liesinht. VLeksrsI WUn, Stein str. 33 Suche zunl l. Juli Stelle al> Bäckergehilfi Gute Zeugnisse sind Vorhand Gbernard Vieler, Hungen lHeften), Bismarckstr. 2. ^unge Krteaerofrau such Stellurig als Haushälleriii am liebsten b. alleinstehenden Herrn. Schriftl. Angeb. unte 03916 -an den Gieft. Anz^ erb Dte Person, die die am 17. bi von Bahnhofstr.—Alicestr.- Ludwigstr.—Liebigslr. ver Rauien-tfkrketie sich angeeig net, ist erkannt u.w. ersucht, di Kette a.d.Polizeiamtabzuget Verloren. In der Nacht von SamSlal auf Sonntag auf dem Weg vom Bahnhof zur Ludmig ftrafto Sommermantel.Sloo Schlüssel u. Handschuhe ncr: Gegen Belohnung abzugebe L.nckHvL«^Lr. 12, LI. ^ sucht 03920 KiiiisljliüiIMu. Ein Bradchc:, Z gesucht. Kaiser-^lllec u. tl Leitung . Kofrat Hermann Steinyoettei Dienstag, 20. Juni isii abends 7V 2 Nbr 15. Dienstags - Nbonnc mentsvorstellnng Fewölml. Preise lermäftig Neubeit: Nenbeit Perlen Lustspiel in 3 Akten von Lothar Schmidt. Ende 10 Uhr. 481 Dreher P.y.d Zchlsßel sowie Hilfsarbeiter finden bei uns dauernde Beschäftigung; auch gl eignete Kriegsbeschädigte können sosort eingestel werden. Ebenso bietet sich hräftisjpn |ra»r» u. Wiche, ■18 79 Gelegenheit zum Erwerb. Heyligenftaedt «L Comp., Akt.-Ge Werkzeugmaschinensabrik und Eisengießerei, Gieße Regelung des Wverkehrs i> Me M. L!»-' Bekanntmachung betreffend Obstversorgung vom 30. August 1916. Auf Grund der Bundesratsverordnung über die Errichtung von Preisprüfungsstetten und die Bersorgungsregelung vom 25. September / 4. November 1915 wird zur Regelung des Verkehrs mit Äpfeln, Birnen und Zwetschen eine „Landesobststelle" in Darmstadt (Telegrammadresse: „Landesobststelle Darmstadt") — Telephonnummer 2696 — errichtet. 8 1. Sie besteht aus je einem Staatsbeamten als Vorsitzenden und als stellvertretendenr Vorsitzenden und aus je einem von uns zu bestimmenden Vertreter und Stellvertreter 1. der Ersten und Zweiten Kammer der Landstände, 2. der Landwirtschaftskammer, 3. der Vorstände der Städte mit mehr als 20 000 Einwohnern, 4. des Landesobstbauverbandes, 5. der Obstmärkte des Landes, 6. der Konsumenten, 7. der Eentralgenossenschaft der Hess, landw. Consumvereine. Die Mitglieder der Landesobststelle üben ihr Amt als Ehrenamt aus. Auslagen an Transportkosten werden von denjenigen Körperschaften vergütet, die sie vertreten. Der Vorsitzende leitet die Geschäfte und vermittelt den Verkehr mit den staattichen Behörden. Die Landesobststelle ist beschlußfähig bei Anwesenheit des Vorsitzenden und zweier weiterer Mtglieder. Zu einem Beschlüsse genügt die einfache Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden. Die Landesobststelle hält nach Bedarf auf Einladung des Vorsitzenden Sitzungen ab, in denen Fragen grundsätzlicher Natur beraten und entschieden werden. Sie erledigt außer den Verwaltungsangelegenheiten insbesondere die nachfolgenden Aufgaben: а) Feststellung der im Großherzogtum vorhandenen Obstmengen; d) Erhebung des Bedarfs der Städte und Jndustriegemeinden an Äpfeln, Birnen und Zwetschen, der Obstweinerzeuger an Kelterobst und der Konservenfabriken an Obst für die Herstellung von Dauerwaren jeder Art; o) Regelung des Bedarfs der Städte und Gemeinden, Obstweinkeltereier: und Konservenfabriken nach Maßgabe der im Lande verfügbaren Obstmengen; б) Preisregelung auch auf Grund des Gesetzes vom 4. August 1914, betreffe,rd Höchstpreise, und der dazu erlassenen abändernden Bestimmungen; v) Festsetzung der Geschäfts- und Lieferungsbedingungen für den Aufkauf und die Lieferung von Äpfeln, Birnen und Zwetschen; k) Aufkauf des Obstes, soweit möglich, unter Inanspruchnahme der im Lande vorhandenen Obstbauorganisationen, Obstmärkte, landwirtschaftlichen Genossenschaften, Vertrauensmänner der Landwirtschafts- kammer und der gewerblichen Aufkäufer; g) Ablieferung des Obstes; * h) Abgabe von Obst an außerhessische Kommunalverbände. Die Ausführung der Aufgaben unter f bis h und die gesamte Erledigung des damit verbundenen Geschäftsverkehrs fällt der Centralgenossenschaft der Hessischen Landwirtschaftlichen Consumvereine, e. G. m. b. H. — Telephonnummer 2449 — in Darmstadt zu. § 2. Der gewerbsmäßige Auskauf von Äpfeln, Birnen und Zwetscben im Großherzogtum ist nur der Landesobststelle und ihren Beauftragten gestattet. Erzeuger dürfen Apfel, Birnen und Zwetschen außer an in Hessen wohnhafte Verbraucher zur Verwendung im eigenen Haushalt (s. 8 4) nur an die Landes- obststelle und deren Beauftragte verkaufen. An andere Personen, die' hiernach vom Einkauf ausgeschlossen sind, ist der Verkauf verboten. Derartige Kaufverträge sind nichtig. Kaufverträge, die bereits vor Inkrafttreten dieser Bekanntmachung abgeschlossen worden sind, sind nichtig und dürfen nicht erfüllt werden. ß 3. Wer Obst zum Zwecke der gewerblichen Verarbeitung in seinem Betriebe erwerben will, hat sich der Vermittelung der Landesobststelle zu bedienen. tz 4. Der Aufkauf von Obst durch Haushaltsvorstände beim Erzeuger kann nur auf Grund von Bezugsscheinen der Landesobststelle erfolgen. Die Landesobststelle kann die Großh. Bürgermeistereien (Oberbürgermeister, Bürgermeister) ermächtigen, Bezugsscheine auszustellen. A 5. Die Regelung des Verkehrs mit Obst auf dem Wochenmarkt und im Kleinverkauf, sowie die Festsetzung der Preise hierfür bleibt den Städten und Gemeinden insoweit überlassen, als die Landesobststelle nicht andere Anordnungen trifft. ß 6. Die Landesobststelle wird den gewerblichen Aufkauf von Obst durch die von ihr zugelassenen Aufkäufer vornehmen. Diese müssen eine von der Landesobststelle ausgefertigte Erlaubniskarte bei ihren Ankäufer: mitführen und auf Verlangen den Polizeiorganen und den Beauftragten der Landesobststelle vorzeigen. Die Aufkäufer sind für Handlungen der Hilfspersonen, d:e ste verwenden, verantwortlich. 8 7. Die Landesobststelle ist berechtigt, durch Beauftragte die Geschäftsräume der Aufkäufer besichtigen und Einsicht in die Geschäftsaufzeichnungen und sonstige Belege nehmen zu lassen. 8 8. Die Landesobststelle kann nur solche Personen zun: Ankauf zülassen, die schon vor dem 1. August 1914 Obsthandel betrieben haben. Die Zulassung wird versagt, wenn sie einer geordneten Durchführung der Regelung des Obstverkehrs hinderlich wäre oder wenn in der Person des Nachsuchenden Gründe vorliegen, die seine Zuverlässigkeit zweifelhaft erscheinen lassen. Unter den gleichen Voraussetzungen kann die Zulassung widerrufen werden. Die Zulassung kann zeitlich und örtlich beschränkt werden. Die Zulassung und der Widerruf werden nach näherer Anweisung der Landesobststelle bekannt gemacht. 8 9. Gegen die Versagung und den Widerruf der Annahme ist Beschwerde zulässig. Die Beschwerde ist binnen einer Woche nach Zustellung des Bescheides bei derjenige:: Stelle einzulegen, die ihn erlasse,: hat. Zuständig zur Entscheidung übxr die Beschwerde ist Großherzogüches Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe. Die Beschwerde hat keine aufschiebende Wirkung. Der Bescheid ist endgültig. 8 10. Über Streitigkeiten, die bei der Zuteilung und der Deckung des Bedarfs entstehen, entscheidet Großherzogliches Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, endgültig. § 11. Die Kosten der Landesobststelle fallen, soweit sie nicht durch eigene Einnahmen gedeckt werden, der Staatskasse zur Last. 8 12. Die Kreisämter, die Gemeinde- und Kommunalbehörden haben der Landesobststelle auf Erfordern Auskunft zu geben und ihren Anweisungen zu entsprechen und sie über alle Wahrnehmungen auf dem Gebiete des Verkehrs mit Obst auf dem laufenden zu erhalten. Es stehen ihr ferner auf diesem Gebiete alle Befugnisse zu, die nach 88 6 bis 10 der Verordnung über die Errichtung von Preisprüfungsstellen und die Versorgungsregelung den Preisprüfungsstellen übertragen sind. 8 13. Wer diesen sowie den von der Landesobststelle in Ausführung dieser Bekanntmachung erlassenen Vorschriften zuwiderhandelt, wird nach Maßgabe des 8 17 der Verordnung des Bundesrats über die Preisprüfungsstellen und die Versorgungsregelung vom 25. September / 4. November 1915 mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark bestraft. 8 14. Die Bestimmungen treten mit dem Tag ihrer Verkündigung in Kraft. Darmstadt, den 30. August 1916. Grobherzogliches Ministerium des Innern, v. Hombergk. Bekanntmachung über den Verkehr mit Obst vom 25. April 1917. In Ergänzung unserer Bekanntmachung vom 30. August 1916, Obstversorgung betreffend (Regierungsblatt S. 170), wird folgendes bestimmt: 8 1. Der Geschäftskreis der Landesobststelle wird auf den Verkehr mit Frühobst, sowie Beeren- und Steinobst ausgedehnt. Ausgenommen hiervon bleiben Pfirsiche und Weitrauben. 8 2. Diese Bestimmung tritt mit dem Tage der Verkündigung in Kraft. Darmstadt, den 26. April 1917. Grobherzogliches Ministerium des Innern v. Hombergk. Bekanntmachung betreffend Regelung des Verkehrs mit Obst und Südfrüchten vom 22. Mai 1917. Durch Bekanntmachung vom 16. Mai 1916 wurde vom Großherzoglichen Mnisterium des Innern ir: Ausführung der Verordnung des Stellvertreters des Reichskanzlers über.den Verkehr mit Gemüse, Obst und Südfrüchten vom 3. April 1917 folgendes, bestimmt: 8 1. Für den Verkehr mit Obst und Südfrüchten ist: Kommunalverband im Sinne der Verordnung das Großherzogtum. Gemeinde jeder im Sinne des 81 der Städte- und Landgemeindeordnung gebildete Verband. Vorstand der Gemeinde in Städten von mehr als 20 000 Einwohnern der Oberbürgermeister, in den übrigen Städten der Bürgermeister, in den Landgemeinden die Bürgermeisterei. Vorstand des Kommunalverbandes und zuständige Behörde die Landesobststelle in Darmstadt. Höhere Verwaltungsbehörde Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe. Landesstelle für Angelegenheiten der Obstverjorgung die Landesobststelle. 8 2. Die dem Kommunalverband oder den Gemeinden übertragenen Anordnungen erfolgen durch deren Vorstand. 8 3. Zur Festsetzung von Groß- und Kleinhandelshöchstpreisen für Obst und Südfrüchte im Großherzogtum ist nur die Landesobststelle berechtigt. Darmstadt, den 22. Mai 1917. Die Landesobststelle Dr. Wagner. Bekanntmachung betreffend Regelung des Verkehrs mit Obst vom 23. Mai 1917. 8 1. Der gewerbsmäßige Auskauf von Obst mit dlusnahme von Pfirsichen und Weintrauben erfolgt ausschließlich durch die von der Landesobststelle zugelassenen Aufkäufer. Diese Aufkäufer müssen eine von der Landesobststelle ausgefertigte Ausweiskarte mit sich führen. 8 2. Der Verkauf von Obst durch Erzeuger unmittelbar an Selbstverbraucher ist gestattet nach Maßgabe der nachstehend unter 8 3 und 8 4 erlassenen Vorschriften. Beim unmittelbaren Verkauf darf der Erzeuger dem Selhstver- braucher nur die Erzeugerpreise abnehmen. Erzeuger, die ihr eigenes Obst auf städtischen Wochenmärkten absetzen, also die sonst dem Groß- und Kleinhändler obliegende Tätigkeit selbst übernehmen, dürfen den Verbraucherpreis nur berechnen, wenn sie ihr Obst pfundweise (Höchstmenge 6 Pfund) direkt an die Verbraucher abgeben. Die Belieferung von Kleinhändlern (Hockern) auf Wochenmärkien durch die Erzeuger ist verboten. 8 3. Der unmittelbare Obstverkehr zwischen Erzeuger und Selbstverbraucher innerhalb der gleichen Gemeinde ist nicht beschränkt. Zur Beförderung des Obstes nach einer anderer: Gemeinde ist ein Beförderungsschein erforderlich, der für hessische Selbstverbraucher bei dem für den Versandort zuständigen Kommissionär der Landesobststelle, für außerhessische Selbstverbraucher durch die Geschäftsabteilung der Landesobststelle (Centralgenossenschaft der Hess, landwirtschaftl. Consumvereine) Darmstadt, Sandstraße 36, ausgestellt wird. Erzeuger, die ihr eigenes Obst auf Wochenmürkten absetzen, benötigen zum Verbringen des Obstes an den Marktort einen besonderen Beförderungsschein (von roter Farbe), für dessen Ausstellung eine Gebühr von je 0,10 Mark für das Pfund des auf den Markt zu verbringenden Obstes an den für den Wohnsitz des Erzeugers zuständigen Kommissionär zu entrichten ist. 8 4. Im einzelnen Falle darf Beerenobst in nicht größeren Mengen als 10 kg Bruttogewicht, anderes Frühobst in nicht größeren Mengen als 26 kg Bruttogewicht von: Erzeuger an Selbstverbraucher abgegeben werden. Auf Wochenmärkten darf Obst nur pfundweise (Höchstmenge fünf Pfund) abgegeben werden. Ms Frühobst im Sinne dieser Bekanntmachung gilt alles Obst, das vor dem 1. September abgesetzt wird. § 5. Pflücker und Sammler von Waldbeeren aller Art dürfen ihre Ernte nur an die Aufkäufer der Landesobststelle absetzen. 8 6. Versteigerungen von Obst sind gestattet, jedoch sind die Erwerber des gesteigerten Obstes verpflichtet, die im eigenen Haushalt nicht benötigten Mengen an den für den Versteigerungsort zuständigen Kommissionär der Landesobststelle abzuführen. 8 7. Wer die festgesetzten Höchstpreise umgeht oder Übertritt, wird nach § 17 der Verordnung des Bundesrats über die Preisprüfungsstellen und die Versorgungsregelung vom 25. September/4. November 1915, sowie nach £ 13 der Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern vom 30. August 1916, mit Gefüngnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark bestraft. Darmstadt, den 23. Mai 1917. Die Landesobststelle Dr. Wagner. Bekanntmachung betreffend Höchstpreise für Frühobst im Jahre 1917. Vom 24. Mai 1917. Die Landesobststelle hat in der Sitzung vom 21. Mai 1917 auf Grund der Verorderung des Bundesrats über die Preisprüfungsstellen und die Versorgungsregelung vom 25. September / 4. November 1916, sowie der Verordnung des Bundesrats über Gemüse, Obst und Südfrüchte vom 3. April 1917 in Verbindung mit der Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern betr. Obstversorgung vom 15. Mai 1917 bis auf weiteres folgende Höchstpreise für V 2 Kilo = 1 Pfund frei Verladestelle festgesetzt: Obstart und Erntezeit Erzeuger- Höchstpreis Derbraucherhöchstpreis Erdbeeren (Ananas) in den ersten 8 Tagen der Ernte . Erdbeeren (Ananas) nach Ablauf der ersten 8 Tage . . —.55 —.80 Erdbeeren, kleinfrüchtige für Marmelade. —.30 —.50 Monatserdbeeren einschl. 1 vom 1.—15. Juni . 1.20 1.70 Walderdbeeren } ab 16. Juni bis Schluß d. Ernte 1.— 1.50 Süßkirschen, großfrüchtige, vom 1.—15. Juni. —.50 —.70 versandfähige Ware, ab 16. Juni bis Schluß der Ernte . —.40 —.60 Süßkirschen, kleine u. weiche Früchte, v. 1. Juli b. Schluß d. E. —.25 —.40 Bei einer guten Süßkirschenernte ermäßigen sich diese Preise um 25 %. Sauerkirschen einschl. | vom 1.—15. Juni. —.50 —.70 halbsaure Kirschen / ab 16. Juni bis Schluß der Ernte —.45 —.65 Johannisbeeren, rote und weiße. —.30 —.46 Johannisbeeren, schwarze.. —.40 —.66 Stachelbeeren, grüne und reife. —.30 —.46 Himbeeren und Brombeeren vom 16.—30. Juni . , —.70 1.— ab 1. Juli b. Schluß d. Ernte —.55 —.80 Heidelbeeren. —.25 —.40 Frühbirnen vom 16. Juni bis 31. Juli. Frühäpfel vom 16. Juni bis 31. Juli . —.30 —.45 —.35 —.50 Bemerkung : Für Frühbirnen und Frühäpfel, im Monat August reifend, sowie für Herbst- und Winterobst, vom 1. September an reifend, werden die Höchstpreise später festgesetzt. Falläpfel, bis 31. August . —.06 —.15 Mirabellen.. —.40 —.56 Reineclauden, echte. —.30 —.46 Aprikosen u. Pfirsiche, in den ersten 8 Tagen der Ernte Aprikosen u. Pfirsiche, l. Wahl. —.60 —.80 Aprikosen u. Pfirsiche, 11. Wahl. —.40 —.60 Türkische Kirschen (Mirabolane) . —.20 —.36 Spillinge, gelbe , vom 1.—15. Juli. —.40 —.56 i v. 16. Juli b. Schluß der Ernte. . . . —.30 —.46 Edelpflaumen, einschl. } vom 16.—31. Juli. —.35 —.50 Frühzwetschen j ab. 1. August b. Schluß der Ernte —.28 —.45 Pflaumen, gewöhnliche. —.20 —.35 Dle Landesobststelle setzt für die Erzeugergebiete von Erdbeeren, Aprikosen und Pfirsichen im Benehmen mit dem zuständigen Kornmissionär den Zeitpunkt fest, vorr wann ab die Höchstpreise in Kraft treten. Die festgesetzten Erzeuger- wie Verbraucherhöchstpreise kömren nur für wirklich einwandfreie Handelsware gefordert werden. Für geringwertige und überreife Früchte tritt ein entsprechender Preisabschlag ein. Zuwiderhandlungen gegen diese Höchstpreise werden gemäß § 17 der Verordnung des Buirdesrats über die Preisprüfungsstellen und die Versorgungs- regelung vom 25. September/4. dWvember 1915, sowie nach § 13 der Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern vom 30. August 1916 mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark bestraft. Darmstadt, den 24. Mai 1917. Die Landesobststelle Dr. Wagner. Bekanntmachung betr. Kommissionärbezirke zum Aufkauf von Obst. Die Kommissionärbezirke wurden wie nachstehend angegeben festgelegt, gleichzeitig wurden zu Kommissionären folgende Herren bestellt: Provinz Starkenburg: Kreis Heppenheim .Gg. Listmann, Heppenheim a. d. B. ausgenommen die Gemeinden: Rimbach, Lörzenbach, Fürth, Krumbach, Mitlechtern, Lauten-Weschnitz, Erlenbach, Jgelsbach, Linnenbach, Ellenbach. Kreis Bensheim.Obstverwertungsverein Zwingen- dazu obige Gemeinden d. Kr. Heppenheim berg (Hessen) Kreis Dieburg.Gebrüder Haas, Groß-Bieberau Kreis Erbach .Obstgroßmarkt Worms a. Rh. Kreis Darmstadt .Karl August Mahr II., Traisa. Provinz Rheinhefsen: Kreis Worms .Obstgroßrnarkt Worms a. Rh. Kreis Alzey .Obstgroßmarkt Worms a. Rh. Kreis Oppenheim sowie vom Kreise Worms die Gemeinden Gimbsheim, Alsheim . Funk & Rief, Guntersblum Kreis Dingen, oft. Teil . ..Obst- und Gartenbauverern Jngek- Heidesheim, Frei - Weinheim, Wackern- heim a. Rh. heim, Nieder- u. Ober-Ingelheim, Groß- Winternheim, Schwabenheim, Bubenheim, Elsheim, Engelstadt, Jugenheim. Kreis Bingen, westl. Teil .Adam Heiser, Nieder-Jngelheim Bingen, Kempten, Gaulsheim, Büdesheim, Gau-Algesheim, Ockenheim, Dietersheim, Sponsheim, Dromersheim, Appenheim, Nieder-Hilbersheim, Aspisheim, Gensingen, Grolsheim. Kreis Groß-Gerau.Obstmarkt (Bürgermeisterei) Nauheim b. Groß-Gerau Kreis Mainz, südl. Teil .Wilhelm Heiser jr., Nied.-Ingelheim Laudenheim, Klein-Winternheim, Ebersheim, Gau-Bischofsheim, Harxheim, Zornheim, Sörgenloch, Nieder- u. Ober-Olm, Essenheim, Stadecken. Kreis Mainz, nördl. Teil .. . Spargel-, Obst- und Gemüsebau- Mainz-Kastel, Mombach, Budenheim, verein „Moguntia", Gonsenheim Gonsenheim, Finthen, Bretzenheim, Weisenau, Kostheim, Gustavsburg, Drais, Marienborn, Hechtsheim. Kreis Offenbach a. M .Heinrich Gilbert, Osfenbach a. M. Provinz Oberhessen: Kreis Friedberg .A. Stahl Ww., Friedberg Kreis Gießen .Obstverwertungsgenossenschaft, e. G. m. b. H., Gießen Kreis Büdingen .Obst- u. Gartenbauverein Büdingen Kreis Alsfeld .Oberh. Kornhausgenossenschast, e. G. m. b. H., Alsfeld Kreis Lauterbach .Oberh. Kornhausgenossenschast, e. G. m. b. H., Alsfeld Kreis Schotten. Gg. Spanier 12., Schotten. Darmstadt, den 30.Mai 1917. Die Landesobststelle Dr. Wagner. Die Regelung des Obstverkehrs in Hessen für das Jahr 1917. Durch Bekanntmachung Großherzogl. Ministeriums des Innern vom 25. April 1917 wurde der Geschäftskreis der Landesobststelle auf den Verkehr mit Frühobst sowie Beeren- und Steinobst ausgedehnt. Im freien Handel bleiben allein Pfirsiche und Weintrauben. Die Regelung ist verschieden für den gelverbsmäßigen Aufkauf von Obst und die Mgabe an Selbstverbraucher. Der gewerbsmäßige Aufkauf ist im Gebiete des Großherzogtums der Landesobststelle Vorbehalten. Sie übt ihr Aufkaufsrecht aus durch die Kommissionäre und Aufkäufer, die Ausweiskarten der Landesobststelle erhalten. Der Aufkauf von Obst durch andere Händler, sowie die Abgabe an solche ist ver- boten und strafbar. Die Landesobststelle vermittelt das zu erfassende Obst nur an Stadtverwaltungen, Konsumentenvereinigungen, Konservenfabriken, Lazarette, Kriegsküchen und Fabrikspeiseanstalten auf Grund besonderer Bedingungen. Die Kleinhändler und Ladengeschäfte in den Städten erhalten Obst zum Wiederverkauf durch diejenigen Stadtverwaltungen, lvoselbst das Obst abgesetzt lvird. Gestaltet ist außer bei Waldbeeren auch der Absatz des Obstes vom Erzeuger unmittelbar an Selbstverbraucher. Hierfür gelten jedoch besondere Bestimmungen. Innerhalb der gleichen Geineinde ist der unmittelbare Verkehr zwischen Obsterzeuger und Selbstverbraucher nicht beschränkt. Es sollen aber vom Erzeuger bei Steinobst jeweils nicht mehr als 25 Kilo Bruttogewicht, bei Beeren obst nicht mehr als 10 Kilo Brutto auf einmal abgegeben werden. Für den Verkehr mit Winterobst erläßt die Landesobststelle späterhin noch besondere Bestimmungen. Will ein Verbraucher aus einer anderen Gemeinde Obst beziehen, so muß er sich von dem für den Versandort zuständigen Kommissionär oder dessen Beauftragten einen Beförderungsschein verschaffen. Auch hier gelten als Höchstmengen 25 kg bzw. 10 kg Bruttogewicht für den einzelnen Bezug. Außerhalb Hessens wohnende Verbraucher benötigen zu dem Bezug von Obst aus dem Großherzogtum Hessen ebenfalls einen besonderen Besörderungs- schein, der von der Geschäftsabteilung der Landesobststelle in Darmstadt, Sandstraße 36, anzufordern ist. Auch hier darf die zum Versand zugelassene Menge jeweils 25 kg bzw. 10 kg Bruttogewicht nicht übersteigen. Die Beförderungsscheine müssen vom Selbstverbraucher stets unmittelbar an den Erzeuger eingeschickt werden. Eine Weitergabe an andere Personen, insbesondere Händler, ist verboten und strafbar. Obsterzeuger, die ihr eigenes Obst auf den städtischen Wochenmärkten absetzen, also die sonst deni Groß- und Kleinhändler obliegende Tätigkeit selbst übernehmen, dürfen den Verbraucherpreis nur berechnen, wenn sie ihr Obst pfundweise (Höchstmenge 5 Pfund) direkt an die Verbraucher abgeben. Außerdem haben diese für jede Sendung einen besonderen Beförderungsschein (von roter Farbe) bei dem für den Wohnsitz zuständigen Kommissionär oder dessen Beauftragten zu lösen, wofür eine Gebühr von M — .10 auf jedes Pfund der Sendung zu entrichten ist. Die Belieferung von Kleinhändlern (Höckern) auf den Wochenmärkten durch die Erzeuger ist verboten. Waldbeeren aller Art dürfen von den Pflückern und Sammlern nur an die Aufkäufer der Landesobststelle abgesetzt werden. Eine Wgabe an Selbstverbraucher ist verboten und strafbar. Eine Umgehung der festgesetzten Höchstpreise in irgendwelcher Art durch Zahlung von Trinkgeldern, erhöhte Fuhrkosten u. dgl. ist strafbar und wird unnachsichtlich verfolgt werden. Versteigerungen von Obst sind gestattet, jedoch sind die Erwerber gesteigerten Obstes verpflichtet, die nicht im eigenen Haushalt benötigten Mengen an den für den Versteigerungsort zuständigen Kommissionär der Landesobststelle abzuführen. Da die Landesobststelle die Ausgabe hat, die großen Städte, Konservenfabriken und andere für die Volksernährung wichtige Anstalten mit den erforderlichen Obstmengen zu versorgen, ist es dringend geboten, daß auch die Obstzüchter die Tätigkeit der Landesobststelle in jeder Beziehung unterstützen. Vor allem ist es notwendig, daß das Obst in richtiger Versandreife geerntet wird und alle verfügbaren Mengen den Unterhäusern der Landesobststelle angeboten werdem Nur wenn die Obstzüchter mit der Landesobststelle Hand in Hand arbeiten, kann verhindert werden, daß die Reichsbehörden zu einer Beschlagnahme des Obstes schreiten, die für den Erzeuger in jedem Falle gewisse Härten mit sich bringen würde. g. C. Wtttich' sche Hosbuchdruckerei. Darmsladt,