Nr. 131 Der @!eft€9tc? Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: OtetzenerFamittenblätleri Ureirblott für den Ureis Giehen. vezugspreis: moaatl. 90 Pf., viertel» LLHrl. Mk. 2.65: durch Nbhole- u. Zweigstellen rnonatl. 80 Pf.: durch »iePost Mk.2.45 viertel» jährl. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: sürdieSchristleitung112 Verlag,Geschäftsstelleöl Anschrist für Drahtnachrichten: Anzeiger (Ziehen. Erster Blatt 167. Jahrgang Donnerstag, 7. Juni M7 Postscheckkonto: Zrankfurt a.M. 11686 Vankverlehr: Gewerbebank Sietzen Zwillttigrrunddruck u. Verlag: Sriihl'sche llnio.-Such- u. Steindruck««» N. Lange. Schriftleilung. SeschSstzstelle u. Druckerei: Zchulftr. r. Annahme von Anzeigen f. die lLagesnurnmer bis Mm Nachmittag vorher. Zellenoreis. f. Anzeigen: örtlich 20 Pf., Der» »Nietungen u. Stellengesuche 15 Pf., auswärts 25 Ps., b. Platzoorschrift 30 Pf., Reklamen 75 Pf.^ bei Platzvorschrift 90 Pf. Hauptschriftteiter: Aug. Goetz. Vercmtworttich für Politik u. Feuilleton: Aua. Goetz. Stadt und- LmLs. Vermischt esu. Ge-' richtssaal: Fr. R. Zerrz., Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. (WTB.) Grohes Hauptquartier, 6. Juni. kAmtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe KronprinzRupprecht. Die Artillerieschlacht im Wytschaete-Abschnitt bat mit nur kurzen Unterbrechungen ihren Fortgang genommen. Starte Erkimdungsvorstöbe des Feindes wurden ab- ae schlauen. MenLs und nachts war die Kampstätigkeit airch nahe der Küste und längs der A rto is-Front gesteigert. Bei Anbruch der Dunkelheit griffen die Engländer mit starken, tiefgestaffelten Kräften auf dem Nordufer der S c a r p e an. fischen G a v r e l l e und F a m po u x wurde der Feind unter schweren Verlusten durch bayrische Regimenter zurückgeworfen. Weiter südlich drangen seine Sturmtruppen nur beim Bahnhof N o c u r in unsere Stellung. Dort wird um kleine Grabenstücke noch gekämpft. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Am Chemin des Däme6 in der Westchampagne war die Artillerietätigkeit wechselnd stark. In der Nacht zu gestern versuchten die Franzosen noch einen dritten Angriff nordwestlich von Braue. Auch dieser Anlauf brachte ihnen keinerlei Gewinn, kostete sic dagegen beträchtliche Opfer. Ebenso vergeblich und verlustreich griffen starke französische Kräfte morgens am Winlerberg unsere Gräben an. Heeresgruppe Herzog A l b r e ch t. Nichts Wesentliches. * Eines unserer Luftgeschwader warf auf militärische Anlagen von Sheernetz (Themse-Mündung) wieder 5000 Kilo Bomben ab. Gute Treffwirkung wurde beobachtet. In zahlreichen Luftiämpfen längs der Front buhten die Gegner elf Flugzeuge ein. Leutnant Allmenröder errang seinen 25. und 26., Leutnant Votz seinen 33. Luftsieg. Auf dem £ c ft i \ $ c n Kriegsschauplätze und an der Mazedonischen Front ist bei teilweise auflebendem Feuer von Vorfeldgefechten die Lage unverändert. Auf dem Ostufer der Struma warfen englische Flieger Brandbomben auf die reifenden Getreidefelder. Der Erste Generalyuartiermcistcr Ludendorff. * Der Abendbericht. Berlin, 6, Juni, abends. (WTB- Amtlich.) Die Spannung der Lage im Wytschaete-Bogen hält an. Am Chemin des Därrics für uns erfolgreiche Jnfanteriegefechte. Sonst nichts Neues. Heber die Stimmung an unseren Kampfesfronten ttnfer Wissen immer nur Stückwerk gewesen. Wir erfahr Txw-o-n durch Erzählungeü der Beurlaubten oder Berwu deten, durch Feldpostbriefe, deren Inhalt aber subjekl and abhängig ist von persönlichen Verhältnissen der Sehr ber sowohl wie ihrer Angehörigen-, die die Briese erhalte ßto Tod undv Schrecken der „modernen" Schlachten da sich eine ungetrübte Soldateirzufriedenheit schwerl onf. Unsere Heeresleitung war unübertrefflich in .der 6 Nichtigkeit sicher knappen Tagesberichte, in denen sie Hk gange und Erfolge oder Mnerfolge anszahlte; sie lob gelegentlich die Tapferkeit unserer Truppen, die über all Lob erhaben gewesen sei, sagte auch, daß die allgemei Ättwmung nach dieser oder jener Kampfhandlung zuvk sichtlich oder gehoben sei. Aber auf die Herausgabe größer amtlicher Feststellungen über der: allgemeinen Zusta chtserer .Heere verzichtete sie mit vollem Rechte. Das der Heimat zurückgebliebene Volk hat sich, trotz Cohn u: Genoffen, immer damit geduldet und war zufrieden, wei der >sreg unser blieb. Wer nicht genauer militärischer Sa» rmuwr war, dem mochte hier und da bei Erzählungen l druckter und finsterer Mitkämpfer das Herz etwas ba: iverdeii, zumal in solchen Berichten gar z-u oft die Schatte -seiten und das Schwerste der Erlebnisse in den Boroc grund gerückt wurden. Der Grad der Frikdenssehnsucht w an solchen Momenten von Herzensoffenbarungen natti ggemaß oft emporgestiegen. aber freuen wir uns, daß ein Sachkenner, !r - l oralst, der auf Einladung der Heeresleitung r Fvmtten „im Fluge" besichtigte, davon in der „Deutsch ^Esztg. die ersreulichsten Ergebnisse berichtet. Ger srichere aktive Offizier kann uns einwandfrei dort der r . ivvn.i U.H5» cuuuuiid uu nun ob unser Lolk nt Waffen, das fast jeden ivchrfäüiaen M> YmcmSgeichickt hat, von gehobenem, zuft'irdeiistellent beseelt Major Moraht lobt die Stimmung Mannfchaften tme dte FähtMtt uttd Tätigkeit der cfjizil r? vf?*J* u * &€l ll . nS lrus, das ist sein Schlußurteil, 7 erleichtert iiiw um ,o mehr die .Herzen, als wir wissen, » beL unseren Gegnern, besonders den Russen und Franzoj aber auch ber den Engländern, das Gegenteil ivahr nehmen rst. ^ ’ Wie sieht es denn aber in der Deimat nach beirt drei Krregsiahren aus? Auch hier ist'es gar nicht so c fach, ein rundes Gesamturteil abzirgebeu.' Gewissenhaft ^ und ^biektwitat findet man da gar nicht o häw Äe ^at,achen belehren uns besser als die Reden uttd tlnt Haltungen, bie geführt werden. Wir fahret! noch in groj urklang der Kämpfe Scharen auf der Eisenbahn, Hallen noch unsere Theater, unsere Konzerte, und daß unsere Lebenshaltung nicht darbt oder versichert, dafür sorgen uns stets iviedyrtehrende und neu einkehrende Lebensmittelkarten. Meistens erhält man auch etwas dafür. Knapp und schwer erschließbar sind oft die Vorräte, auch teurer werden sie mit jedem Tag. Wir sehen besonders die Dicken unter der Last des neuen Lebens etwas stiller und schmächtiger werden, aber Hungersnöte sehen wir nicht um uns. Auch im Innern des Reiches ist es nickt angebracht, den Ernst der Zeit zu beschönigen oder zu verwischen. Wir haben 'ihn und halten ihn fest, diesen Ernst der Zeit, aber wir sind dann auch stolz darauf, wenn die Fortdauer des Krieges unsere Volkswirtschaft und unsere innere Organisation im ganzen bewährt. Wir dürfen noch weitergehen und sagen, daß es auch auf der inneren Front gut und besser bestellt ist als bei unseren Feinden. Rußland und Frankreich stehen vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch, England hat für seine wirtschaftliche Weitevexistenz eine erschreckend schwankende Grundlage. In Berlin aber sind am Dienstag die obersten Organe der inneren Regierung und Verwaltung Preußens mit dem Präsidenten des Kriegsernährungsamtes und dem Staatssekretär des Auswärtigeu Amtes zusammeügekomiueu, um Volksernährungsfragen zu besprechen. Das Ergebnis lautet nach einer in die Presse gegebenen Notiz: „Bei rückhaltloser Aussprache über den Ernst der Lage ergab sicht unter Berücksichtigung aller bestehenden ErnährnngsMöglichkeiten die vollkommene Sicherheit des Turchhal- 1 e n s für den Rest dieses Erntejahres und für die neue Wirt- schaslspcriode b i s z u m s i e g r c i ch, c n F r rede n." Die deutsche Erde gibt uns ihren Segen. Sie ist behütet geblieben von feindlichen Eiusälleu und Verwüstungen, und die vierte Kriegswirtschaftsernte läßt uns in bitterer, noch immer spannungsvoller Zeit dock wieder einmal erquickend das alte, tröstende Zureden lebendig werden: Schon entschwunden sind die Stunden, Hingeschniolzen Schmerz und Glück. Fühl' es vor, du wirst gesunren! Trane neuem Tagesblick! Berge grünen, Hügel schnellen, Buschen sich in Schattens Ruh, lind in schwanken Silberwellen Wogt die Saat der Ernte zu. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 6. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird vcrlautbart: O e st l i ch e r Kriegsschauplatz. An der Oiloz-Slratze wurde ein schwächerer feindlicher Barstoß durch Sperrfeuer erstickt. Sonst stellenweise auf- lebende Jnfaulerietätigteit. I t a l i e n i s ch e r K r i e g s s ch a n p l a tz. Der Feind erschöpfte sich gestern zwischen dem Wippach- xaU und dem Meere in vergeblichen Angriffen, um oie in den vergangenen Tagen auf der Karsthochfläche erlittene Niederlage wettzumachen. Seine Anstürme zevschell- ten. Unsere Truppen erweiterten durch die Erstürmung einer Höhe bei Jamiano ihren Erfolg und behaupteten in erbitterten Kämpfen alles gewonnene Gelände. Die Zahl der in den drei verflossenen Schlachttagen eingebrachten Gefangenen ist auf 25 0 Offiziere (unter ihnen vier Stabsofffziere) und auf !0 000 Mann gestiegen. Mehrere italienische R e g i m c ft t c i* sind fast mit ihrem ganzen Mannschaftsbcstände uiwcrwundet m unsere Hände gefallen, so oas Regiment 86 mit 2685 Mann, das Regiment 69 mit 1932 Mann, das Regiment 71 mit 1831 Kämpfern. Die Brigaden Verona, Sirarusa, Puglio und Ancona, in deren Reihen diese Truppcntörper fochtm, sind vernichtet. Im Tumiel von San Ekiovanni wurde ein großes Feld- spital erbeutet. Das Schlachtfeld ist von italienischen Leichen bedeckt. In.der mondhellen Nacht von gestern ans heute suchten die italienischen Flieger weit hinter unserer Front Städte und Ortschaften heim. Sie kamen in Niederästerreich bis Laibach, in Tirol bis Bozen. Im Küstenlands uno in Krain wurden einige Einwohner getötet. Sachschaden ist nicht ;u melden. S ü d ö st l i ch c r Kriegsschauplatz. Unverändert. * Der Ehef des Gcneralstabs. * * * Die Schlappe der Italiener bei Zamiano. Wien, 6. Juni. (WTB.) Aus dem K. u. K. Klüeqsprejse- quortier wird gemeldet: Der gestrige Trg^an der I.so n z ofr on t kostete den Italienern den grötzten Teil ihrer in dem neunzebntäqiqen Riiuien; unter unerhörten Opfern ert.i isten Erfolge. Durch einen kühn, angelegten und schneidig durch geführten Angriff e r o b e r t c n< unsere Tr n pp? n aus der eml loch flache im Raume von Jamiano jene Teile unserer aus kalb cm Wege zwischen Mon- lalcone und der Hermada gelegenen. Stellungen, die sie am 23. Mai geräumt hatten, zurück. Dabei nahmen sie den Italienern nicht weniger als 171. Oisizi.ere und 6'>00 Monn an Gefangenen ab, eine Zähl, durch die die Schlvere der Niederlage der Italiener am deutlichsten gekennzeichnet wird. Unser Angriff, der gleichzeitig mit Kampfhandlungen gegen die italienischen Stellung ur öltlich. von Görz und auf den Fajti Hrib an ge setzt ivurde, brachte.: uns in einem nn:ridirste!lichen und wüchsigen Anprall in den Be äitz «unserer früheren Linien. Die Italiener führten nun große Massen herbei, um ims Ivieder znrückzu.dräugen. In atler EU-e am ösonzo. wurden Reserven, teils zu Fuß, teils in AutomoM, hermpM schafft und in deii Kampf geworfen, der Tag und Nacht andauerte. Iinmer mehr steigerte der Feind seine Anstrengungen und fefcfce ichommgslvs immer größere Massen ein. Unsere über jedes Äb eibabene JZanterie behauptete siegreich die znrückgewonnenei< Stellungen. Gegen unsere Frontteile bei Kostanjevica, Fajtt Hrib und ältlich von Görz führte der Feind gleichfalls sehr heftige An- grUte ans. die bestimmt waren, seinen Hanvtstoß aus den Südteil der Karftlachfläche zu erleichtern. Auch diese Absicht scheiterte r ollkommen, da alle Angriffe der italienischen Infanterie teils im Vernichtungsseuer unserer Artillerie, teils in unserem Maschinengewehr-^ und .Jnfanteriefener zusammenbrachen. Durch diesen großen Erfolg ist die Zahl der Gefangenen, dte mir den Italienern in der zelmten Isonzoschlacht abgenommen I at eit, auf nicht weniger als 22 (XX) Mann gestiegen. Rechnet man noch dü^an tausend.heranreichende Zahl von Gefangenen hinzu, die die. Italiener bei den gleichwertig mit dem Ringen cmt AonZv stattgesundenen Kämpfen in Südtirol eingebüßt haben., so ergibt sich bis heute für uns eine^Gesamtsnmme von 23 000 italienischen Gefangenen. Die zehnte Offensive der Italiener brachte also uns, dem Verteidiger,^ den nicht hoch genug zu veranschlagenden Erfolg, d.rß der Angreifer ttotz seiner Uebermacht ebensoviele Gefangene verlor, wie er uns abgenommen zu haben behauptet. Dazu konftnt noch der für die Italiener gervaltige Verlust von mindestens 160 000 Toren uick Verwundeten, deren Zahl in den Kämmen der letzten beiden Tage genüß beträchtlich vermehrt wurde. Ter ungel^uren Einbuße steht jetzt nach denr Verlust des Frontteiles von Jamiano nur noch das schinale Stück aus dem' Kuk-Bergr gegenüber. Das ist der ganze Gewinn, den die Italiener in der Offensive machten, zu der sie sich von seiten ihrer Bundesgenossen ausgiebigste Hilfe und Unterstützung verschieben und von der sie nichts Geringeres als einen vollkommenen Duvchdruch unserer Isonzofront erhofften. Die Presse Italiens und mit ihr die der gesantwu Entente jubelte zu früh. Tie Fanfaren, die sie über die ))lnsaugserfolge der italienischen Armeen anstimmten, werden nun jäi- abbrechen und dem S'egesrausch Word nur allzuschnell die Ernüchterung folgen. Das Seegefecht in der Gtrantoftratze. Wien, 6. Juni. Aus dem Kr iegs pre s s e q uartier ward gemeldet: Unsere am Seegefecht vom 15. Mai beteiligt gewesenen leichten Seeslreitcräfte vollnlhrten eine Waffentat, die durch ihre k^hne Anlage, Führung und schneidige Tnvchsiihnmg gauz hervorragende Weriung verdient. Ihre Ausgabe, den in der südlichen ?Adria zwischen -Otranto und der Albanischen Küste patrouillierenden seind- sichen bewaffneten SSachtschfffen und Dämmern möglichst großen Schaden zuzufügeii, l)hben unsere Kampfeinheiten bei diesem Vor» stob mit eurer Gründlichkeit gelöst, die kaum einer Steigerung fähig gewesen wäre. Wie zu erwarten ivar, versuchten die Regierungen der Entente, in ihi'en amtlichen Berichten den durchschlagenden Erfolg unseres kühnen Angriffes durch? Befchümigung ihrer eigenen Waffentaten und elufstellimg unwahrer Behauptungen zu ver- ilcineru bezw. in Frage zu stellen. Im Gegensatz zu diesen- Veröffentlick?ungeu seien, nachdem nun kein Grund mehr vorhanven, Einzelheiten aus dem Seegefecht in der südlicher Adria der -Oefsentlichkeit vorzuenthalten, in Ergänzung der bereits vom ^Oberbefehl der Flotte hierüber her aus- gegebenen Mitteilung aus Grund authentischer Berichte folgende Tatsachen festgestellt: Unsere FlottillenabteilunZ unter dem Kam» mändo des Linienschiffs-Kapitmis von Horthy auf S. M. Schiff „Novara" bestand, außer diesem leichten Kreuzer noch aus den beiden leichten Kreuzern „Saida" (Kommandant Linienschiffs- Kapään von Purschka, und „Helgbland" . Kommandant Linienschiffs-Kapitän 5)etif'ier> und aus den Dorpedosahrzeugeu „Csepel" 'Kommandant Fregatten-Kapftän Prinz Liechtenstein) sowie „Bala- t'n" Zerstörung von zwanzig bewaffneten Ueberwachlungs- tampjern jedem derartig ungleichen GeseMe auszuweichen. Ter lane Kampf mit dem ill>erlegenen Gegner dauerte zpreieinbalb Stunden. Tann zog der Gegner nach Brindisi ab, trotzdem „Nv- varc.! ' infolge Unbrauchbarkeit der Maschinen bewegimgslos war und von „^g!e die zweite Leiuug der Gefchäftsordnungreform'. .Fast sämtliche Redner betonten die Notlvendtgkeit der Reform im Interesse der. Sicherheit des österreichischen Parlamentarismus. Nur die Rin denen Romanczur und Lewtcki bedauerten die Ausmerzung der Obstrvklion, welche Schutz gegen nationale Bergewal tr- - gung biete. Einen breiten Rauni in der Verhandlung nahm die Protokollierung Der im Abgeorduetenhause gehaltenen n i ch t d c u t s ch e n Reden ein, eine Forderung, die von den säuischen Rednern verrr"teu wurde. Der deutsch- Sozialdemokrat Seiy ertlärte, es sei heute unmöglich albe in nichbdeutscher Svroche im Abgeordnetenhaus gehaltenen Reden ohne weiteres dem Protokoll ein zu verleiben. Ern vmr .denr Tscheckim Franta gestellter' Antrag, nach dem alle Reden wortgetreu in der Sprache, in der sie gehalten wurden in daS Protokoll aufzunechnen sind, wurde in namentlicher Abstimmung mit 203 gegen '185 Stimmen angenommen. Beim SitzungSseöluß protestierten Stauek und Scitz dagegen. das ein Ostizier des Kriegsministerrums und ein Beamter des Ministeriums des Aeuß?rn die Reden der Abgeordneten zensurierten. Ter Präsident gab seine Zustimmung dazu, das niemanden außerhalb des Hauses das Recht zu stehe, die im Hause gehaltenen Reden zu kontrollieren und zu zensurieren. (Lebhafter, anhaltender Beifall und Händel l att'chm.« Mit Rücklicht auf die kriegerischen Ereignisse und die anftcrpolirischen Verhält- insse erscheine es notwendig, von Seiten des Präsidiums vorzusor- $en, daß nickst Nachrichten in die Presse gelangen, die das 2aitb schädigen lbunten. Tie betreffenden Beamten seien bloß Beiräte! des Präfidiuins und sie hätten in keiner Weife irgendeine Entscheidung zu treffen, sondern lediglich eine beratende Stellung. Er werde die Rechte des Dauses gegen jeden Eingriff unbedingt wahren. ^Leblmfter Beifall und Häudetlatschen. > — Am Schlüsse der Sitzung wurde der Präsident ermächttgc, ehn Telegramm an den Kommandanten der Isanzoarmee, den Generalobersten B o r o c- vic, anläßlich des Sieges bei Jamiano zu richten. Im Einlaufe befinden frch eine Regierungsvorlage belr. die Zulassung der^ Abgeordneten Kramarz, Rasin, Choc, Bojna, Bub, Ival und Oftotlitzk» zu den Sitzungen des Abgeordnetenhauses, sowie ein Antrag Kovosec bel'c. Freilassung Graseuauers und seine .Zulassung zu den Sitzungen des Abgeordneten haus es, ferner eine Interpellation Hetlinger betr. Währung der österreichischen Rechte am Sueskaiwl, ferner eine Interpolation Friediuann betr. Einsetzung eines Ausschusses zur Beltandlung der wirtschaftlichen Beziehungen zu Ungarn und die Aufforderung an die Regierung, in diesem Ausschuß über die 'Verhandlungen der beiderseiligew Negierungen über den Ausgleich, ferner über den Stand der Verhandlungen mit dem Deutschen Reiche bezüglich der künftigen! Handels-, wirtschaftlichen und polftischen Beziehungen der Mittelmächte Aufklärung zu geben. Die drohende Lage in Kroiiftadi. Petersburg, 6. Juni. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegraphen-'?lgentur. Da die einstweilige Regierung die Lage in K ton st ad t als drohend und unerträglich erkannt hat, bat sie die Minister Tseretekli und Skobelow, jene Stadt zu besuchen, tritt ibre Haltung gegenüber der Zentralgcwalt klarzu- steklen und sich über den VerleidigmtgsstDw der Festung, dt-) Art der örtlichen Justizverwaltung und die Lage der Verhafteten zu vergenstss-erit und eingehend an die Regierung zu brüst um, damit diese ihre Maßnahmen danach einrrchten kann. Die beiden Minister reisten am b. Juni nach Kronstadt. * Englisches Feuer auf Algeciras. Madrid, 5. Juni. '$$328. Nach einer Meldung aus Alge- nras ist während eines Uebungsschießens der Ballerten von GE braltar in der Nackt zum 2. Juni durch einen Richtungsfehler das Feuerauf Algcciras gerichtet worden. An zwanzig Gra- ncrtLU von 30,öZentimeter fielen auf die Stadt. Sie i>erursachten einen geringen Scbadm. aber kein Opfer an Menschenleben. l'Mel- duus der Agonce Havas.' Genf, 7. Juni. (L. A.' Nach einer Madrider Depesche ist me Beilegung des englisch-spanischen Zwischenfalles wegen der Beschießung von Algeciras durch ein angebltches Versehen der britischen Artillerie bevorstcl-end. Man erwartet eine Perso- nalveränderung im Gibraltar-Kommando. Nicaragua als Feind Deutschlands. Berlin, 6. Juni. (WTB. > Nach einer amtlichen Meldung des Kaiserlichen Gesandten bei den mittelamerita- mschen Republiken hat Die Republik Nicaragua die diplomatischen Beziehungen zum Deutschen Reiche abgebrochen. Aus Schweden. Stockholm, 5. Juni. ZWTB.i Während der Debatte km Reichstage, in dessen Nachbarschaft alle Zugangsstraßen abgesperrt waren, versammelte sich eine große Volksmenge auf dem Gustav-'Adolf Play. Eine dovpeltc Reihe von Soldaten und rertenbe Polizei sollten eine Unordnung verhindern, ivas jedoch nicht ganz gelang. Gewisse schlimme Elemente vernrsackften durch Schreien und Pfeifen Zusammenstöße. Steine wurden gegen die Polizei geworfen, die blank zog und einige Personen verwundete. Stockholm, 6. Juni. (WTB.) Wahrend der Unruhen vor dem Reichstagsgebände auf denn Gustav-Adolf- Platz begab sich der Abgeordnete Branting vom Reichstage ans den Play und forderte die Menge ans, ihm nach dem Gewertschaftshanse zu folgen, was auch geschah. Dort hielt er vorn Balkon eine Ansprache in der er' die Antwort der Regierung kritisierte und die Menge ermahnte, ruhig herm.zngehen. Die Menge hielt im GemerkschaftsHanse eine Versammlung ad uno beschloß, das Sekretariat der geweift sck>aftlichen Landesorgonrsation anfzufordern, den Gene- ralstreik zu organisieren. Die Antwort wird für morgen verlangt. Stock ho ln:. Iniri. (WTB. > Bei der Fortsetzung der Debatte iit der Zweiten Kammer berührte Sozialist Branting die Zusammenstöße zwischen der Polizei und der Menge und erklärte, daß die Polizei eine unverantwortliche Haltung gezeigt Hab?, indem sic auf die Menge eingeschlagen habe, die offensichtlich keine Ahnung hatte, daß sic etwas^Ilebles getan habe. Möglicherweise wurde ein Polizist mit Steinen beworfen, aber es sei unvernünftig darum mit der blanken 'Waffe auf die Menge einzuhauem Er hoffe, daß die Regierung die Sache untersuchen und die Ueüergrisse bestrafen werde. Der Ministerpräsident erklärte, die Aufgabe der Polizei sei sehr schwierig, und es sei auch schwierig, im voraus ein Urteil darüber zu fällen, wie die gegebenen Befehle ansgeführt worden seien. Es sei besser d-rs Urteil zu verschieben, bis die Untersuchung beendet sei. Die Stockholmer Lronfcrenz. Berlin,?. Juni. Dem „Vorwärts" nnrd ans Stock Holm berichtet: Für di" V c rhano ! u u ^ c h mit der Vertretung der deutschen S o z i a I b e tu o f r a t i c sind die Tone bis Freitag, vielleicht bis Sonnabend in Aussicht genommen. Die Vertreter der Unabhängigen treffen morgen in Stockholm ein, cs wird aber kaunt vor Montag mit ihnen verhandelt werden. Werter herßt es: TrotzRr b o t s R e d c erwartet das holländisch-skandlnaviiche Komitee bestimmt bic Ankunft Renaudets und Longguets. Fest steht, daß Roberts, Clynes von der Arbeiterpartei und Mac Donald von der vereinigten unabhängigen Arbeiterpartei und sozialistischen Partei bereits unterwegs sind. Nach Beendigung der Verhandlungen mit den Engländern und Franzosen wollen Branting, van Kol, Alberda und Huysmans mit ihnen nach Petersburg reifen. Fliegerleutnant Schäfer gefallen. ^ Krefeld, 6. Juni. Tie Ettern des Fliegerlentnants Schafer^in Krefelo Habe77 die amtliche Nachricht erhalten, daß ihr Sohn E in i l gestern an der Svitze seiner. Jagdstaffel gefallen ist. Der Verstorbene mar 2ö Jahre alt. Die Reiche wird in die Heimat übergeführt. Seekrieg. Neue N-Booterfolge. Berlin, 6. Juni. (Amtlich.) I. In den nördlichen Sperrgebieten sind durch U-Boote n. a. versenkt worden: der englische Dampfer „Dromore" (268 BRD.) und ein englischer Segler, beide in Ballast fahrend, ferner ein unbekannter tiefgeladener Danipfer von 5000 'BRT. ans einem Geleitznge heraus, ein unb-ekannter bewaffneter Dampfer von 1200 BR'T., eine unbekannte Bark von 2000 BRD. Von einev Anzahl versenkter Sck)ifse blieben Art und Größe nnbekairnt, da ihre Verfmdkirng nachts erfolgte. II. Im Mittelmeer wurde aufs nerre eine Anzahl Danrpfer und Segler versenkt mit einem Gesamtbrutto- tonnengehalt von 34900 Tonnen. Hierunter waren mehrere bewafftrete Damvfer verschiedener Größe, deren Namen wegeit Zerstörergeteits nicht festgestellt werden konnten, außerdem der englische bewaffnete Dampfer „Egyptian Prince" (3117 BRT ), mit Baumwolle von Alexandrien nach Manchester, der englische bewaffnete Tcnnvfer „Holmes Bank" (3150 BRT.), mit Kohlen von Malta nach Marseille, und der italienische bewaffnete Dampfer „Rio Amazonas" (2370 BRT.), mit Reis von Port Said nach Italien. Unter den Ladungen der versenkten Segler befarrden ich u. a. 2500 Tonnen Navhtha, von Amerika nach Gibraltar und Algier beftimint. Ter Chef des Adnriralstabes der Marine. * Kristiania, 6. Juni. (WTB.) ,,'Aftenposten" meldet aus Trcmsö: Ein englischer Dampfer, mit einer K o h l e n l a d n v g nach Rußland unterwegs, wurde gestern nacht 2 Uhr 70 Seemeilen von Fngloe von einem Tauchboot versenkt. Ter Vizekonsul in Bahonnc meldet: Ter Dampfer „Sundiva" aus Kristiania ist auf eine Mine gelaufen und gesunten. Bier Seeleute sind umgetomrnen. Tie übrigen wurderr gerettet. Ter Damvfer „S k a r y f n o" aus Toensberg (1766 Brrittoregistertonnen - ist auf eine Mine gelaufen und gefunken. Der Kapitän und zwei Mann wurden gerettet. Tie gesamte übrige Besatzung ist umgekommen. Lus dem Reiche. Sozialdemokratische Forderungen im badischen Landtag. $tö rlsruhe, 6. Iurn. (WTB. Nichtamtlich.) In der heutigen Sitzung der Zweiten Kamm.er führte der Abgeordnete. K o l b (3»§.; bei Vorlegung des f o z i a ld e in otr a t i s ch e n A k t i o n p i x, pig r a m m s n. a. aus: Die letzten Gründe des Krieges seieir die imperialistische Machtentsaltnng des Kapitals und der nationalistische Größeüwahn. Der tiese Riß im Volke müsse verschwinden. Die Sozialdemokratie, die sricher der Monarchie negierend gegcnüberstand, sei heute bereit, mLt der Monarchie einen nio.'us vwcndi ei z-g.-hcn: aber die Monarchie muss? au h d.n $iün- sckren des Volles Rechnung tragen und Männer au die iöpitze der Regierung stellen, die das Volt und seine Bedürfnisse verständen. Ter Redner wendet sich sck-arf gegen, die kapitalistische WirtschaftSforni. Ter ^ta.at solle das kapitalistisch? Privateigentuni elnziel>en, wie er früher die Kirchengüter eingezogen h-ab-e. Das Staats leben müsse demokratischer werden. Das sozialdemokratische Aktionsprogramm verlange Beseitigung aller Vorrechte des Besitzes und der Geburt, Abschaffung der Ersten Kammer, Einführung ^cr Verhältniswahl für den Landtag, Reform der Gemeinde- und Städteordnung, Be ftitigung des Drciklasfenwahlrechts sür die Gemeinden, Aendccnng der Reichsverfassung, Vereinsachnng der Staatsverwaltung, Reform des Schulwesens, Abschaifu-ng der Pensions- und Hinterbliebenen verst-rgungs-Berechtigung der Staatsbeamten. In seiner Erwiderung erinnert Staatsminister v. D u s ch an die große Ze.it im Anfang August 1914, wo alle Gegensätze im Volke verschwunden gewesen seien. Ter Abgeordnete Kolb habe gemeint, daS große Privatverntögeit müsse in die staatliche .Hand übergehen. Wie sollte das ohne Revolution geschehen? DaS seien Phantasien, aber keine praktischen Maßnahmen. Tie Monarchie, die die Sozürldemokcatie wvll,r, sei jene nach dem Satze: llnser König absolut, wenn er unfern Willen, tut! Der Minister betonte, das; kein Grund vorliege, in Baden jetzt in eine Versasfnngsänderung einzutreten. Eine Beseitigung der Ersten Kammer lehne die Regierung ab. Auch die Verhältniswahl für den Landtag müsse die Regierung ablehnen. Tie Gemeinde- und Städteordnnng sowie das Tveitlassenwahlrecht abzuschassen, könne die Regierung sich nicht ent- schließen. Eine Reform der Kreisveriassung werde komnien. Der Minister sprach am Schluß seiner Ausführungen die Bitte aus. dem Landtag möge auch weiterhin der Geist der Einigkeit erhalten bleiben, damit er imstande sei, in eifriger Mitarbeit das Wohl des Volkes zu fördern. * Berlin, 7. Juni. (WTB. Amtlich.) Wie im v-erglin- genen Jahre, so ist auch in diesem Jahre wiedcriim das Gerilcht ausgetancht, curß unsere Gegner in den Sornmer- monaten Fliegerangriffe in größtem Umfange gegen alle Teile Deutschlands unternehmen würden, um das rei sende Getreide ans dem Felde durch B r a n d b a m - b e n z n vernichte n. Das Gerücht stammt nachgewiesenermaßen ans dem Lager unserer Feinde und hat einzig den Zweck, im deutschen Volke B e n n r n h i g n n g zu erregen. Zn solcher Bennruhianng liegt nicht der geringste Grund vor. Es ist unmöglich, die reisenden Getreidefekoer dirrch Bomben oder ähnliche Brandmittel vom Flugzeug aus in Brand zu setzen. Wir könnten nur wünschen, daß unsere Gegner zu solchen aussichtslosen Versuchen schreiten wür den. Sie. würden eine schwere' Einbuße au Flugzeugen dabei erleiden, ohne unserer Brokfrucht ans dem Felde Schaden zufügen zu können. D ü s selb o r s, 0. Juni. (WTB.» Die Stadtverordneten, haben den Generalquartierneeister 2 u d e n d o r s f znnr Ehrenbürger v o n D ü s s e l d o r f ernannt. Lndendorff war früher K ommandeur des Füsilier-Regiments Nr. 39 in Düsseldorf. Aus Hessen. Aus dem Kriegßausschuß der zweiten Kammer. rb. Darm stad t, 6. Juni. Der Kriegs au sschu ß der Zweiten Kammer hielt gestern und Ijnitc hier unter Vorsitz des Abg. Dr. Cfcmt wipder eine längere Sitzung ab. ^n der gestrigen Sitzung wurde besonders erugelsnd die Frage der S p c ck- abgabe behandelt, uwzu der Antrag Wiegandt, bett. Ablieferung' von Speck und der Anirag Dorsch, betr. die Zuziehung von Arbeitern bei der Sveckverlcilung Bevrnkassung gab. Die RegierwrF gab auf beide Anträge eingehende AuSkunN imd erläuterte besonders die Maßnahmen für di? Speckabgabe, nut dorren sich Abg. Wiegandt zufriedeir erklärte und seinen Antrag zurückzvg. Bezüglich des Antrages Dorsch wies die Regierung darauf hin, daß nach einer früheren Verftigung an die Kreisämter bereits Anordnungen dabingchend getrosten worden seien, daß auch Vertreter der Arbeiterschaft bei der Speckverteilung zugezogen würden. Ter Antrag wurde vom Ausschuß angenommen. Ein weiterer Antrag Wiegandt drückt den Wnnsch aus, daß die Fleischration auf dem Lande regelmäßig ellraS mehr erhöh? und auf mindestens 250 Gramm pro Kopf festgesetzt werden möge. Nach der darüber von der Regierung adgegebenen Erklärung zog der Antrags steller seinen Antrag wieder zurück. Ti? heutige Sitzung bescbättigte sich zunack)st mit einer Anfrage des Abg. K o re t l - Ingelberm, l>etr. die B e r z uck c r u n g der 19 16er Weine. Ter Ätrtragsteller begründet? seine Anfrage, damit, daß die Verteilung des Zuckers nur nack der Hektar große der Weinbauslache, erfolge und nicht nacki dem Weinertrag. Da ln. Rbünhessen die Wein prob, uirion nllensiper sei als m anderen: Weint augcgenden, so kämm bei bloßer Verteilung des Zuckers nach der Größe der Fläck;? die rheinhessischen Wiirzcr zu kurz. Die Regierung wies darauf lün, daß eine Zuckeroervilung nach dem Ertrag sc fr schrierig fei und sich zurzeit nicht durchßührenk lasse. Die Anfrage.war damit erledigt. Ein Antrag Dorsch über den Verkehr mit Eiern ersucht, den Kreisämteru Weisung zu geben dahin, daß sie die bisherigen Eieraufkäufer weiterhin die Eier antkaufen lasten, auch dann, ivenn sie nicht in dem betreffenden Kreis ihren WGhnsitz haben. Die Regierung erklärte, daß sie eine solche Maßnuhinc für sehr bedenklich ballen würde. Auch mehrere Ausschnßmitglieder sprachen sich dahin aus, daß die DurchsülwutG des Verlangens dieses Antrages beten klick: sei und dieser wenig Aussicht auf Annahme l>abe. Der Antrag wurde schließlich der Regierung als Material zur nähereni Prüfung überwiesen. Ein Antrag Siirger über Mil ch v e r -> sorguug bezweckl, die Bestimmungen dahin abzuändern, daß auf dem Lande und in kleinen Orten die Milch von den Produzenten gegen Karten unmittelbar an di.' Milchvcrbrauck>er abgegeben werden könne. Der Antragsteller begründet dies Verlangen damit, daß durch das umständliche Anfammcln und Versenden der Milch kiese besonders in der wannen Jahreszeit sehr lei-de und häufig oanz verderbe. Nach einer befriedigenden Antwart der Regierung ül>er die Milchverteilung wurde der Antrag wieder zurückgezogen. Die Beratung dos Antrages Reh über Höckist preise für Weine lvurde ausqesetzt bis nach der am 13. Juni in Mainz stattfind enden Beratung von Sachverständigen über diese Frage. Znm Schluß der Sitzung gab noch ein Regicruttgsvertreter über die Festsetzung der O b st h ö ch ft p r e i s e die ^Erklärung ab, daß die jetzt festgesetzten Höchstpreise nicht von ihr, sondern von der Landes-Obstftelle bsttimmt worden seien: es werde aber Sorge dafür getragen werden, daß diese Höchstpreise eine .H e r a bi ' setzung erfahren. Ein Antrag des Abg. Dr. Osann über die Obsthöchftpreise wird vom 'Ausschuß in der nächsten Woche in 'Beratung genommen werden Au» Stadt und Cattd. ® iejjeit, 7. Juni 1917. Lebensmittel. ** Verteilung von Brotaufftrichmitteln Die bei den Kleinhändlern der^Stadt Giewni bestellten.Waren wnnen von den Bestellern von Samstag, den 9. Juni ad. in Empicurg genomnien werden.. Es entfallen: ans dlährmrttekkarte A igflErr Karte«: aus Abschnitt 2: 500 Gramm Marmelade: aus Nähr- mittell'arte 6 «rote Karte : auf Msckmitt 4; 500 Gramm Marmelade. auf Abschnitt 5: 375 Gramm Kunsthonig: am Nährmittel- karte 0 «blaue Karte«: airf Abschnitt 6: 500 rGamm Vkarmelade, auf Abschnitt 7: 375 Gramm Kunstho-nig. Mit dem 30. Juni 1917 verlieren diese Abschnitte ihre Gültigkeit. D i c A u s g ab c von Suppenfab rikatcn erfolgt von Freitag, den 8. Juni 1917, ab, gegen Barzahlung und Rückgabe der BestellanSiveife. Es ?uHallen auf die Person 200 Gramm Supvensab-ritate. Näheres stoch Anzeige. ** T ie Ausgabe der Br ot-, Fleuch ujtb Fleisck>- ? u sa tz m a r k e n erf«>lgt diesmal Freitag imd Samstag, den 8. und 9. d. Mts., und zwar für die Bezugsberechtigten mit den 'stlnamen, beginnend ntit den Buchstaben A K Freitag, und L Z Samstag. ** F r i s ch e Seefisch c. Heute, direkt vom Seestfchhaten Geestemünde eintreffend, gelangen in nachstehenden Geschäften aller- frischeste Ware wie Käbliau. Seehecht und Schellfische^ durch die ^vtadt zum Verkauf: Berdux Nachf., Bahnchüsllaße: K'leinhenn, Bahnhossttaße: Laih, Schulstraße: Schade' & Füllgrabe, Bahnhof- ftraße und Ludwigstraße: in den Filialen des Konsumvereins: Schulhof, Marktstraße: Simon, Walltorstraßc: Aug. Wallenfels und Georg Wallenfels, Marktplatz. * ** Der la itg e r s e hnt e Regen ist in dieser d^acht endlich niedergegangear. Drückende Schwüle nrtd mehrfache Ansätze zu einem trockenen Gelvitter gingen ihm oorans. Aber wie mehrfach schon witrde Gießen nur von den Ausläufern des Gewitters betroffen. Seit heute morgen ist wieder das herrlichste Sommersornienwetter, das man sich denken kann. ** Fr o h nl e i ch n am f e st. Der katholisckze Teil der Bevölkerung begeht heute daS Frohnleichnamfest, einen der höchsten Feiertage der katholischen Kirche. Vielerorts ward dieses Fest durch große festliche und prunkvolle Prozessionen gefeiert. Auch die katholische (^etneiride unserer Stadt hält einen feierlichen Ilmzrlg um die Kirche. ** W a r lt u n g t) 1 o r unüberlegte m Ankauf von Grundstücken. Die Preise für landwirtschaftliche Zeugnisse und die daonrch vermehrten Ernnahnilen veranlassen manchen Landwirt, Grundstücke zur Erweiterung seine» Besitztums anzirkaufen. Hierbei lverden vielfach Preise gezahlt, die in gar keinem Verhältnis zu dem durchschnittlichen E r t r a g s w e r t der Grundstücke stehen. Die gegenwärtigen Verhältnisse und die durch sie bedingten Einnahmen der Landwirtschaft ftitb eine vorübergehende Erscheinung, und cs besteht die Gefahr, daß Landwirte, die jetzt zu. hohen Preisen Grundstücke an kaufen, schweren lvirtschaft- licbcn sti'achteil bei Rückkehr normaler Verhältnisse erleiden. Wie wir hören, lverden besonders hohe Preise für Weinberge bezahlt. Wir möchten nicht unterlassen, unsere warnende Stimme zu erheben und daraus hinzuweifen, daß Er- übrignngcn ans dem BetriebcEnrückgel-gt lverden sollten, um nach Friedensschlnß die erforderlichen Verbesserungen der Wirtschaft bestreiten zu können. Puch läge es nahe, zunächst an die Abzablnng ctlvaiger Schulden zu denken. ** Verbot d e s V v r ver ka u i s de r Ernte des F a b - res 1917. Demnäckstt loird das Verbot des Vorverkaufs der Ernte 1017 in der Weise ergehen, daß wie im Vvriahie Kauf-. vertrüge über Roggen, Weizen, Spelz «Dinkel, Fesen' sowie Emer ^ inid Einkorn, Gerste, Hafer. HLlsensrüchtc. Buchweizen, Hirse., O elfrückic und Futtermittel, so.veit diese der Verordnung über Futtermittel Unterliegen, mit '.Ausnakme von Verträgen mit den zuständigen Stellen, für nicrftig erklärt werden. Die Isichtigkeft! wird auck) aus Verträge, die schou vor Erlaß des Verbots ge- schloss«: sind, erstreckt wervor. BerftE, baxatigt Nertrage letzt aktzuschlretzen. sind daher zwecklos. ** Kon zerte. I m Hotel Fü r stenho f*Gießen ist heutt; Donnerstag Künstler-Konzert unter Mitnmckmrg der Sängerin Doris Schöpl. I in Hotel Schütz ist Freitag abend Künstler- >^on^»ert im Garten. .Im L i ch t s pi e l haus Bahnhofstr. 34 wird unwiderruflich heute und morgen zmu letzten Male der mit so großem Beifall aufgenommene Film „Gras Dohna und seine Möwe" gegeben . Ms besondere Einlage wird ein Künstler-Drama in 4 Akten, ..Die Silhouette des Teufels", irrit Mia May in der Hauptrolle, gegeben. ** Tie im Mai 1900 geborenen L andsturin - pflichtigen der Stadt Gießen müssen sich am 15. Juni d. Js. vormittags von 8—12 und nachnnttags von 2—6 Ulxr iiä alten Rathaus am Marktplatz zur Landsturinrolle melden. Siehe Be- kanntrnackmng.. ** Das Kreisbla tt Nr. 9 5 enthält: Verordnung über Saatkartoffeln: llrteriamnu? ausländischer Wertpapiere an das Reich: Ausfuhr and Durchfuhr von Waren des Abschnitts 18 A >es Zolltarifs: Turnunterricht: Förderrmg der Holzabfuhr: Entwendung von Carlen- und Felvsrirftfteu: Gefunden: Verloren. Landkreis Gießen. Mainzlar, 7. Juni. Dem Kanonier Heinrich Jäger wurde eine Pfingstfreude bereitet durch Perleilurng des Eisernen. Kreuzes. ' '' Kreis Büdingen. # Dudenrod. 7. Juni. Das Eiserne Kreuz erhielt der Krankenträger Heinrich Naumann. # Nidda, 7. Juni. Die Firma I. Himmelsbach i DampfsägewerD stiftete 3000 Mk. für Kriegerheimstätten und überwies diese Summe dem hessischen Landes per ein. # Ober-Mockstadt, 7. Juni. Das Eiserne Kreuz erhielten der Musketier Robert Ehr ing, zurzeit zürn zweitenmale l^rwundel in einem bayerischen Lazarett, und der Gefreite Robert L a n b a ch. — Für die Hindenburgspen.de wurden hier gesammelt: 154 Eier. 8 Psd. Dörrobst, 11 Pfd. Bohnen. 12 Pfd. :^twetAchenmus, 3 Pfd. Gelee, 10 Psd. Meerrettich, 1^/z Pfd. Graupen, 1 Pfd. Haferslocken. 1 Pfd. Erbsen, 1 Pfd. Mehl, ein Paket Kaffee-Ersatz, 2 Psd. Wurst, 50 Pfd. Sauerkraut und 21.50 Mk. in barem Gekde. # Wolf, 7. Juni. Hier starb nach längerer Krankheit der Fürstliche Förster i. P. Heinrich Trieb er im 89. Lebensjahre. — Für die H i n d e n b u r gs pend c gingen hier ein: 140 Eier, 12 M>. Mehl, 7' * Pfd. geschälte Gerste, 8 1 / 2 Pfd. Bohnen, 1 Pfd. Erbsen, 9 Pfd. Dörrobst, 2 Töpfe Latwerge. 3 Gläser Gelee, 6 V 2 Pu). Meerrettich, l l / 4 Pfd. Zwiebeln, 2 Pfd. Wurst, IV 2 Pfd. Butter und 12,20 Mk. in barem Gcldc. Kreis Alsfeld. Up. Ruppertenrod, 7. Juni. Während der Abwesenheit des Lehrers der hiesigen zweiten Sftsillllasse ifturde aus seiner Wohnung ein noch guter lleberzieher, drei Paar Schtthe und eine Schachtel Schubäreinc gestohlen. Man schreibt den Diebstahl Haurster w eibern zu, die an diesem Tage stark im Dorfe aufttaten und von denen man auch solche ins Schulhaus gehen sah. up. Au s d e m Tale der Ilsbach, 6 . Juni. Zur ersten Frucht des Feldes gehört der Win rers am nt Winterraps'. Welche Bedeutung er als Hauptölquelle in dieser Zeit des Weltkrieges hat, weist jedermann. In ungefähr 14 Tagen tritt die Reise Vieser Kulturpflanze ein, die man gerade in diesem Jahr sehr stark angebaut hat. Es ist nicht häufig, daß der Wrntersamen so oortresslrch gerät wie gegenwärtig. Die Schoden siud io voll und Zahlreich, daß die ^lussichbar der Ernte zu den besten gehören. Ein'Wunder nach einem solchen Winter, wie wir ihn gehabt. ~ Aus dem oberen Ohm tat, 7. Juni. Mil den herrlich «nporgesproßten Laoten, deren Stand nicht üppiger sein könnte, hat sich auch ein nicht gern gesehener ..Gast des Land- mannes einacschlich..' 7 i - - das Unkraut. Außerorderttlich stark treten in diesem Jahre die Disteln auf und vielfach sehen die Felder tatsächlich aus, als hätte man das Unkraut darauf gesät.. llnermüo- lich sind - vor allem Frauen und Kftrder damrr beschäftigt, dieses LchiädliiLgs Herr »zu iverden, damit er nicht die Oberhand über die vortrefflich stehenden Saaten gewinnt.. Kreis Lauterbach. rr. S ch l i tz, 6 . Juni. £fsiziersstellvertreter Wild. Zöllner, der 1915 schwer oerwnndet wurde, wurde zuni Leutnaul befördert. — Musketier Friedrich Zoller, .Sohn des Landwirts Leonhard Zoller, erhielt zur Ta pserkeits Medaille nunmehr noch das Eiserne Kreuz. Kreis Schotten. £. Schotten, 6 . Juni. Kaufmann Faib-cl Stern beging bei ausgezeichneter Gesundh?it seinen 80. Geburtstag. ^ Boden Hansen II, 7. Juni. Ende vergangener Woche wurde hier der diesjährige P s i n g st in a r f t abgehalten. Ter erste Tag, an deni Viehnrarkt stattfand, war mit Ferkeln ziemlich smrl befahren. Die Preise.waren entsprechend, dem Alter der -uere hoch. Der tags darauf folgende Krämermarkt hatte einige Veriaufsstände. in denen hauptfäckilich irdene Gesäße zu haben ivaren, zu verzeichnen. e. U l r i ch st e i n, 6 . Juni. Dieser Tage kam wieder ein neuer Transport Offenbacher Schulkinder in unseren Vogelsberg. So wurden in Gonterskirchen 21, in Ruppertsburg 8 , in Bobenhausen 4, in Kölzenhain l, in Wohnfrid 5, in Höckersd-orf 3, in Ober-Seibertenrod 3 und in Götzen 4 Kinder 'untergebracht. In der Mehrzahl iverden von den Familien Mädchen im Alter »m 10—13 Jahren gewünschit, während für Knaben und namentlich für jüngere Kinder leider sich wenige offene Steller: bieten. np. Ans dem Vogelsbcrg, 7. Juni. Wen:: schon jetzt auf das Vertilgen der Kohlweißlinge aufmerifam gemacht wird, so geschieht das mit vollem Recht. Wohl tritt der >kvhlweistj.ing nvck rerriuzett ans, allein die erste Generation zeigt eure gewaltig vermehrte letzte. Diese tritt dann als Kraut- und Gemüsevertilger auf. Wer cmfmerH'am die Spricherfenster und die. der unbenutzten Obershüben bewachtet, gewahrt nicht selten l inter diesen eine^Menge Kohlweißlinge. Verrichtet sie! Als vor wer Jahren die Schüler den Kampf gegen die Kohlweißlinge auf- nalMen, da »rar der Erfolg ganz erstaunlich In den Schulen w Ruppertenr'-d wurden über 20 000 Stück abgeliefert, lind der -egen im Herbste: >ein Kraut- und Genrüsepflänzchen wurde von Raupen zerfressen, alles blieb erhalten. Nur dari beim Jagen durch die Lcküler nickt vergessen werden, dgß Wiesen und Felder möglichst geick out werden müssen, sonst wird der Teufet durch Beelzebub vertrieben. ^ " Kreis Fricdberg. -- AuZ der Wietlerau, s.Jpur. DoT Kvrtt vkjkhv! Infolge des ausgezeichneten Maiwetteps hat dos Fruchtfeld eine kaum zu erwartende Entwicklung genommen. Insbesondere hat das Korr: einen Halm Und ftiulez Achte entwickelt, wsre in Friedens^eit, als Düngemittel vollauf vorhantden waren und es an Arbeits-- kräften nicht mangelte wie Heuer. An einzelnen Stellen ist es allerdings ausgewintert, was man an der eingesiäten Svmmerftuftft feststellen kann. Auch der Wsizen steht gut und beginnt bereits den Kolben zu zeigen. W!a!s den Stand der Sonimergrucht anbelangt, so kann bis jetzt nur Gutes berichtet werden. W!enn irur die linkrau tp läge nicht vorhaickwu wäre! Gelb leuchtet das Feld, so weit das Mlge reicht, nicht etwa „SämchÄr" ist es, der Hederich blüht. Vor dem Kriege sing man an, ihn zu spritzen. Jetzt begnügt man sich mit Ausrupfeu. Mancherorts mäht inan auch die Spitzen ab. Auch die Distel n haben sich in solcher Zahl eingestellt, wie seit Jahren nicht. Ueberall ist nian mit den: Disteleisen esuch durch Käufer und Marktfteunde lvar sehr rege. — Der Magistrat beabsichtigt, drn H ü b n e r h a l t e r n die die vor geschriebene Zahl von Eiern nicht abliefern, die Verabfolgung der Zuckerrationen und anderer Lebensmittel zu sperren und gegebenenfalls auch die Enteignung der „faulen" Hühner vorznnehmen. X Hanau, 5. Juni. Fabrikant Kommerzienrat Hernrich Brüning, Besitzer der chromolitlvgrarchischen Kunstanstalt Heinrich u. Aug. Brüning in Hanau, bat mit einen! Kapital von 100 000 Mark eine Stiftung für Kr ie ge rwa is e n und Veteranen ei-richtri. [] Marburg, 6 . Juni. Heute mittag traf auf dem Süd- babnbos der zweite Transport Frankfurter Ferienkinder von etira 160 Knaben und Mädchen ein. Sie nmrden von Damen des vaterlondisichen Frauenvereins «npfangen nick» traten nach erngenomnwnen Eririsckurngen in fröhlichst-er Stimmung die Wägenfahrt in die einzelne:: Ortschaft«: an. --- Rüdes heim, 5. Juni. Bei dem Gewitter, das sich am Svimtag über den Rheinhöhen entlud, traf ein Blitzstrahl das N aZ i 0 n a l d e n k m a l, richtete aber an den: Kunstwerk selbst keine,: Schaden an. Nur aneinzelnen Sockelsteinen wurden Ecken und her vorstehen de Verzierunger: abgeschlagen. <8cricbi5$aal. Leipzig, 4. Juni. Vom Landgericht Gießen ist am 16. März der Mszügler Karl Raab wegen gewerbsmäßiges unberechticwen Jagens in Wäldern :md unter Beiuitznng von Schlingen zu 6 Monaten (Kefängnis venrrteilt !vorder:. Der Angeklagte ist mit seine,' Schwiegertochter Elise Raab verfeindet und die letztere lvar bemüht, ihm ans jede Weise Schaden zuzufügen. Sie erstattete deshalb gegen ihn die Anzeige, daß er in den Jahren 1913—16 fortgesetzt Rehe in Schlingen gefangen habe in:d inachte dabei dlngaven, die sehr ins cimelm* gingen. Im Urteile heißt es, das Gericht würde Bedenken getragen haben, alle Angaben der Sckpviegertochter für wahr zu Hallen, wenn sie nicht durch andere Umstände gestützt mürben. Diese letzteren bestanden^ u. a. darin, daß beim Angeklagten zwei Rehdecken ohne Schußl öftrer sowie mehrere Draht schlingen ge- Vuiiben worden sind, an lvelchen :roch Rdl^haare klebten. Ferner f;at ein Forstbeamter beobachtet, daß der Angeklagte mehrfach in auffälliger 'Weise in den Wald gegang«: ist und sich dort heim lich zu schassen gemacht hat. Gegei: das Urteil l>atte der An geklagte Revision eingelegt, in lvelcher er hauptsächlich die GlaichnmrdilTkeit seiner Schmiegertvckfter bemängelte. Das Reichs gericht verwarfheirte die Revision als unbegriindet. ID 185/17.) iNachdr. verb.) Müllers che B a d e a n st a l t. Wasscrlvärme der Lahn am 7. Juni: 18° Reaumur. Letzte llrtcbrücbtcn* Das rumänische Getreide. Berlin, 6 . Juni. Zurzeit tagt, lvie bereits gemeldet, in: Reichstao.sgebände eine von Del-egierten der Mittel machte beschickte Konferenz. Zweck der Znsonttnenkmlft sind Berotnnoen über die Verteilung der von den Rumänen aus ihrer Flucht znrückgelassenen Vorräte an landwirtschaftlichen Erzeugnissen aus der vorjährigen Ernte. An d^'i: Be- tzpcechungen nehrnM vom deutscher Seite Vertreter desAus- wMTtiigen Amts nick) der Obersten Heeresleitung teil, Mitglieder des KriegsernährungSamts wurden als sachverständige Gutachter gehört. Ihnen wie dem Ans trete:: der deutschen Delegierten ist es zu verdanken, rvenn — wie der „Berl. Lok.-Anz." von zuständiger Seite erfährt, die Besprechun-. gen ein für die Bevölkerung Deutschlands erfreuliches Resultat gezeitigt haben. Sie ergäbe:: aus den rrunckni- schen Vorräten einen derartigen Zuschuß an Brotgetreide, daß unter Anrechnung aller foitft gegebenen Versorgungs- saktoren die Brotversorgung seiner Bevölkerung in der Höhe der gegenwärtigen Rationierung bis zur kommenden Ernte unter a llen Uni ständen gesichert ist. Die Getzeimsitzung im englischen Unterhanse. Berlin, 6 . Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Die bisher veröffentlichten Nachrichten über die Geheimsitznng im englischen UMer- hause werden noch durch folgende zuverlässige Mitteilungen ergänzt. Lord E-wil ließ bei der Besprechung der Verluste der Handelsflotte, die er als falsch und irresi'ihrend und als mit den tatsächlichen Verlusten nicht im Einklang stehend bezeickmete,^ durch- blicken, daß die Angaben mcht dieienigen englischen Schiffe enthielten, rvelche an die veichündeten Regierungen zeitweise abgegeben j werden, desgleichen nicht diejenigen, tvelche voriibe eg elzend die in Elzarter an eine verbiindete Regierung verpstrchteten Schiffahrts- gesellsftmften führen. Von verschiedenen Seiten lvurde darauf rw Uwkerhans erwidert, warum sich dann die Regierung solcher €3ta* tistiken in der Oeffentlichkeit bediene, von lvelchen sie selbst bel-aupbe, daß sie falsch seien. Lord Eeeil sagte, daß dies eine Frage der Admiralität sei, welche die Angaben liefere, und Earson bemerkte, daß darin 'keine Aenderung ehttreten werde.. Die Sozialisten fragten an, 'warum die Regicwimg dann aber noch- ans derartigen un- ^ richtigen Statistrlen durch bezahlte Journalisten lange Berichte und Betrachtungen über die Zwecktosigkeit des feindlichen Unterseeboots rr ieg cs aufbcruei: ließe unjb ambic Pvesst send?. Lord Ceril sagte, daß diese AnordwMgen des Mswärtigen Amts und wahr- scheinlich nicht ft'ir England bestrnnnt seien, >ooraus die Sozialisten wieder anttoorteten, daß solche Artikel im Ausland noch weniger geglaubt würden als in England. Der französische Verpflegungsminifter gab in einer unlängst . gehaltmen Parlamentsrede folgende interessante Zahlen. Nach der Bestandsaufnahme vom 1. April kauften mir 22 Millionen Zentner • Getteide im Lande und 11 Millionen auswärts oder ichvimmend, ! zusammen 33 Millionen. Spätere Ausnahmen der Präfekten ergv- , ben einen Fehlbetrag der Vorräte im Lande von 1l Mirllionen. lTaß 11 Millionen im Anslande durch den Unterssebootskrieg gefährdet sind, sagt der Minister nicht ansdri'icklich. > Wir können damit rechnen, mit 33 Mill. Zentnern bis anfangs September, Mr ^ neuen Ernte, zu reichen. Mit dem Jnlandsiehlbettag von 1l Mill.. langen wir bis Ende Juni. Wenn uns nicht ein l>esonve:'er Glücks- ^ fall zu Hilfe kommt, gehen mir sehr hartei!^ Zeiten entgegen. Für Lebensmittel allein bedürfen mir eines Schiffsraumes von ' l 1 /* Millionen Tonnen. Wir müssen hier mit einem Ausfall ’ von 800000 Tonnen und eventt. mehr rechnen infolge der ^Ereignisse zur See, deren niemand iHvrr ist. U«eber die Ftellch- zatzlen machte er Angaben nnt der Bemerkung, daß, weim der Könsum so weikergehe, in einen: Jähre lKer ftüher niemarld mehr Fleisch haben werde, weder die Armee noch das Zivil. Benzttr bedürfe die Jndusttie 15000 Tonnen sein Zcittaum wurde nicht angegeben': verfügbar feie:: nnt 3000 Toirnen niw. Die englische FriedensstimlnunH. Haag, 6 . Juni. Eine Majorität der Zahl oder des Einflusses haben die Freunde eines Berständigungsfriedens in England nach bei weitem nicht erreicht. Wichtig ist vielmehr, daß die gegen die imperialistische Strömung in der englischen Arbeiterschaft bestehende Gegenbewegung sich mit einem so bestimmt auf den Augenblick berechneten Programm heranswagt und die alten pazifistischen Führer, deren Einfluß vor dem Kriege sehr beträchtlich war, lvie Ramsay Macdonald, ihren Einfluß zurückzugewinnen scheinen. Fnedensbestrebungen in Rußland. Stockholm, 6 . Juni. Die Garnison von Wiborg in Finnland beratschlagte in einer achtstündigen Soldatenversammlung über die Friedensfrage und faßte einstimmig eine Resolution dahingehend, der Friede müsse sehr schnell l>er^ gestellt werden, denn der gefährlichste Teil, gegen den sich Rußland jetzt zu verteidigen habe, sei die steigende Hungers- i not. Vorarbeiten für die russischen Wahlen. Petersburg, 6 . Juni. Von der juristischen Kommission bei der Regierung wurde eine Geseßesvorlage betreffend die Wahlen für die konstituierende Versammlung ausgearbeitet, wonach das allgemeine, direkte, geheime, gleiche und proportionelle Stimm- und Wahlrecht bei einer Gleichberechtigung vü!t Männern und Frauen vorgesehen ist. Das stimmfähige Alter lvird ans das 20. Lebensjahr angesetzt. Französische Flieger in Rußland. Petersburg, 6 . Juni. Ji: Kiew sind 290 französische Militärflieger eingetroffen, darunter 40 Offiziere. Sie find für die Südwestfront bestimmt. Meteorologische Beobachtungen der Station Gietzen. Juni 1917 2. o ~ $ - a 2 l .» K Las ■ «s S fc 3 s \£ 3 S >o 55 Jj trt | (Sj Ä 05 3 § 'S JQ s Z ~ S «2 ■e i •r i ** Wetter 6. 1 Z-» 1 26.7 i 13,4 52 _ 1 Sonnenschein ... 10“ — 22,3 ! 12.4 ( 62 — - ! 10 Bed. Himmel 7. 8" - 17,5 ! 12,3 82 3 Sonnenschein ! > ! 1 . ! I i Höchste Temperatur am 5. bi# 6. Juni 1**17 = -ft 26,R C. Niedrigste „ * 0 . „ 6. r 1917 — ft- 15,4* 6. Niederschlag: 1.9 mm. Buchhalter lauch Kriegsbeschädigter) per tofort gesucht. 4422 Oießener ßi-aiihaas, A. & W. Denninatwn. Anwaltsbureau sucht Gchiifen lauch Ausänger» und Lehrling. Näheres in der Ge- schäftsfielte des Gieß. Anz. Schubmachergebilfe gesucht jtW7 Müller. Wolkeng. 23. Fuhrman n lu ^‘ t Schnalder, Frankfurt. 3tr.29. 93501» Arbeiter gesucht. 3. St. Gvies, Mittelweg 7. Znverl. Lanffraa od. nadchen non ern*. Dame f. vorm, eine Stunde gesucht. 4427 Berastrahe 17,11. Wir suchen zum sofortigen Eintritt: 8 chiribhilfen mit flotter Schrift und guter Rechner i'oiuie tüchtige Stenotypistinnen Meldungen persönlich. 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[Kart Borbs, Barlm 54 ^ -n Plötzlich und unerwartet erhielten wir die schmerzliche Nachricht, dass unser lieber, guter, treusorgender Vater, der Grenadier Heinrich Nau i» einem Infanterie-Regiment, 7. Kompagnie am 6. Mai im Alter von 38 Jahren nach 22monatiger treuer Pflichterfüllung infolge . eines Granatvolltreffers den Heldentod erlitten hat. Er war im Besitze des Eisernen Kreuzes II. Klasse und der Hessischen Tapferkeitsmedaille. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Frau Frieda Nau und Kinder. Giessen, den 7. Juni 1917. 03524 Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung. ü I aI Uni io Dnknknfofp 0A Todes-Anzeige. Dienstag abend 8 Uhr verschied nach längeren schweren, mit grosser Geduld getragenen Leiden mein lieber, treuer Gatte, unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel Anton Schmidt II!. im 62. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Anna Elisabeth Schmidt nebst allen Angehörigen. Hörnsheim, den 7. Juni 1917. 0352S Die Beerdigung findet Freitag nachm. 2 Uhr statt. ♦ ♦ ♦ O t ❖ Lichtspiel-Haus Bahnhofstr. 34. . ....................n.mnin.,,,.,.............. " Unwiderruflich heute und morgen zum letztenmal der mit so großem Beifall aufgenommene -Film 4435 Graf Dohna and seine SftAwe Als Extra-Einlage Mia May, die vornehme Künstlerin, in ihrem entzückenden Künstler-Drama in 4 Akten Oie Silhouette des Teufels. Beginn der Vorstellungen S m6we 5 ' 7| 9ahr ' ♦ # 0 % I Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der Krankheit nnd bei dem Hinscheidcn ihres lieben Kindes Ottilie Elisabeth und für die zahlreichen Kranz- und Blumcnspendcn sagen innigsten Dank Die tiestrauernden Hinterbliebenen: Familie Peter Dutine Gießen, 6. Juni 1917. 0:?50:i Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dein Hinschciden unserer lieben Diuttcr und Großmutter gran .Athllrim LGser foiutc für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Schulte, für die liebevolle Pflege der Krankenschwester und der zahlreichen Krnnz- und Blunienwenden sagen innigsten Dank. Die trauerndcu Hinterbliebcuen. (Höhere Prlvatsehnle Lexta — Oberprima) Aufnahme neuer Schüler jederzeit. Gute Erfolge. Einjährigen-, Primareife-, Abiturienten- prüfnng. Durch den Besuch der Unterstufe genügen Kinder unt. 14 Jahren dergesetzlichen Schulpflicht. (Minist. Verfügung vom 13. V. 14). Näheres durch Direktor Brackemann, Ludwigstr.70,Fernr 633 { - ' B Unser mit den neuesten Maschinen ausgestattetes S ch re i b masch inen- Bu rea u fertigt alle vorkommenden Schreibmaschinen’ und Vervielfältigungsarbeiten schnell , sauber und verschwiegen bei billigster Berechnung an. i' Franz Vogt & Co., Giessen Goethestraße 32. 4100 Telephon 2064. 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Auswärts Geborene haben bei der Anmeldung ihren Geburtsschein vorzulegen. 3665B Gießen, den 5. Juni 1917. Der Oberbürgermeister: Keller. Verteilung von Brotnufsirichmifteln. Die bei den Kleinhändlern der Stadt Giehen bestellten Waren können von den Bestellern von Samstag, den 9. Juni ab gegen Barzahlung und Borlage der Nährmittelkarle in Empfang genommen werden. Der Bezug kann nur in den Geschäften erfolgen, bei denen die Bestellung nufgegeben wurde. Nälirmittelkarten ohne die betreffenden Onittungs- nnd Bezugsmarken berechtigen nicht zum Bezug: einzelne abgetrenme Ouittungs- tlnd Bezugsabschnitte sind wertlos. Etz Entfallen: 1. Auf Nährmitlelkarte A (gelbe Karte- Aus Abschnitt 2: 500 Gr. Marmelade 2. Aus Nährinittelkarte B (rote Karte) Auf Abschnitt 4: 500 Gr. Marmelade „ „ 5: 375 Gr. Kunsthonig 3. Auf Nährmittelkarle € (blaue Karte) Aus Abschnitt 6: 500 Gr. Marmelade „ „ 7: :175 Gr. Kunsthonig Mit dem 30. Juni 1917 verlieren diese Abschnitte ihre Gültigkeit. Wer die von ihm bestellte Ware bis zu diesem Zeitpunkt nidit bezogen hat verliert den Anspruch daraus. Die Kleinbandelsgeschäite haben die belrefsenden Ouittungs- und Bezugsmurken abzutrennen und getrennt nach Nummern und Farben au das Lebensmittelamt ab- zuli"''ern. Die nach dem 20. Juni 1917 nicht abgebolteu Warenmenge» sind dem Lebensmittelamt bis znm 22. Juni 1917 (christlich auzuzeigen. 9tichtbeachtuug dieser Borsdirist hat den AuSsdilutz von dem Bertrteb der Nährmittel zu Folge. Gietzen. den 6. Juni 1917. 4428B Ter Oberbürgermeister: Keller. Verteilung von Suppensabrikoten. 1. DieAnsgabe von Suppenfabrikaten erfolgt von Freitag, den Juni 1917, ab gegen Barzahlung und Rück- gäbe der Bestettansweise. 2. Es entfallen aus die Person 200 ge Suvpcusabrikalc. 3. Bei'chivcrden gegen Gcsdiäslö, bei denen Unregelmäüig- feilen bei der Abgabe Vorkommen, sind dem Gebens mittelanue mitzuteilen Gietzen, den 6. Jtlni 1917. 4429B Ter Oberbürgermeister: K e l l e r. Die Ausgabe der Brot-, Fleisch- und Flciichzniatr- markcn erfolgt diesmal Freitag ,tud SamStag. den 8. und 9. ds. Mts. und zwar für die Bezugsberechtigten mir den Büitmneu beginnend mit den Buchstaben A—K Freitag und L—Z Samölag. Giehcn, den 6. Juni 1917. 4444 Ter Oberbürgermeister. Keller. Grasversteigernng. DieuStag, 12 . lfd. Mts., vorm. 10 Ulir wird im Hofe der OberförfterSwobnung zu Treis die Gras Nutzung von den Wegen des Domanialtvnldes versteigert. Aut Schlüsse kontmt eine Partie Säcke in einzelnett Losen zum Attögebol. Weitere Auskunft erteilt der Grohh. Forst- wart Räuber zu TreiS a. d. Lumda. Giehcu, den 5. Juni 1917. Grohh. Oberförsterei Treis a. d. Lumda. I. B.: Trautwein. 4417B Konkursverfahren. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Landwirts und Miiltereibefitzers Louis Frey II. iu Alleudorf a./Lumda ist infolge eines von den^ Gemeinschuldner gemachten Vorschlags zu einem Zwangsvergleiche Vergleichstermin aus Donnerstag, den 5. Juli 1917, vormittags 9 Uhr vor dem Großherzoglichen Amtsgericht ir Gießen - Zimmer Nr. 3 — anberaumt. Der Vergleichsvorschlag ist auf der Gerichts schreiberei des Konkursgerichts zur Einsicht det Beteiligten uiedergelegt. Gießen, den 5. Juni 1917. 4424 Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts Bekattntmachttng. Der Voranschlag der Gemeinde RuddingS^ Hausen für das Rechnungsjahr 1917 liegt vom 8. Juni lfd. Js. ab eine Woche lang an Unterzeichneter Stelle zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen können schriftlich oder zu Protokoll während der Offenlegungssrist vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der die Ausmärker beizntragen haben. Rüddingshausen, den 6. J)ini 1917. Großh Bürgermeisterei Rüddingshausen I. B.: 91 i k o l a i, Beigeordneter. 4430 3 Zimmer eine Wni.-WchliW nt. allem Zubeh. zum 15.Juni oder 1. Jult z. verm. 03521 Müblstraüc 29. I Möbl. 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