Nr. W Erstes Blatt 16Z. Jahrgang Mittwoch. 23. Mai m Der Sietzrner Kitjcfeet erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: Siehener Hamitienblötter; Krcisblcü für Lev Kreis Sieben. Bezugspreis : monatl. 90 Pi., viertel- jährl. Mk. 2.65. durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pi.: durch diePost Mk. 2.45 viertel« jährl. ausschl. Bdstellg. Fernsprech - Anschlüsse: für die SchrütleitungI12 Vertag,Geschäitsstelleol ÜMn-Ln,«^rr«S ZMiHingsrunddruc! u. Verlag: vrühl'sche Univ..vuch- u. Steindruckerei K. Lange. Schriftlettung. GeschastLstelle u. Druckerei: Schulstr. r A‘ postscheckkonio: Krantfurt a.in. t|686 General-Anzeiger für Oberhessen 8anfoerfel)t: Sewerbebank Gießen Annahme von Anzelgr.i die Tagesnummer bis zuin Nachmittag vorher. Zeilenrirei?, i. Anzeigen: örtlich 20 I>t. , Per- inietungen u. Stellengesuche 15 Pf.. ansivürtS 25 Pf., b. Plagvorschrist 30 Pf., Reklamen 75 Pi.,, bei Platzvorschrift 90 Pf. Hauptschriftleiter: Aug., Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Ä."n. Goetz. Stadt in d- La-Dk.» Vermischtes u.Gc-> richtösaal: Fr. R. Zein. Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Englische mh sranzöstsche Lgriffe abgeschlagen. Eine Kampfpause am Jssnzs. MTB.)' Großes Hanvtauartier, 22 Mai. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht. Fm U p e r n - Abschnitt, bei L o o s, O P P t) und in breiter Front südlich der Scarpe war die Kampftätigkeit der Artillerie tagsüber lebhaft. Bei mehreren starken Vorstößen, die vorinittags bei B u l L e e o u r t, später bei Croisillrs ansetztm und völlig fehlschlugen, erlitten die Engländer blutige Verluste und büßten über neunzig Gefangene ein. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Zwischen den Höhen des Chemin des DLmes und der Ais ne. nördlich von Reims, und vom oberen Vesle- bis zum SmpveS-Tal entwickelten sich zeitweilig heftige Artilleriekämpft. Südwestlich urrd südlich von N a u r o y griffen die Franzosen im Lauft des Tages mehrmals unsere Höhenstellungen an. Die dort kämpfenden mürttenwergischen Regimenter schlugen den Feind im Gegenstoß zurück und behielten über 150 Gefangene ein. Llbends brach ein französischer Vorstoß am Südhange des Pachlberges (südöstlich von Moronvilliers) zusammen. Oestlich der M a ä s lebte gestern das Feuer auf. Es kam dort zu kleinen Vorfeldgefechtcu. die uns Gefangene einbrachten. Eine unftrer Jagdstaffeln schoß im gleichzeitigen Angriff bei Bouvaneourt, nordwestlich von Reims, fünf feindliche Fesselballons in Brand. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Nichts Neues. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist mwerändert. Mazedonische Front. Znnschen Prespa-See uiw Eerna, auf beiden Wardar- Ufern und an der Struma zeigte sich die feindliche Artillerie wieder tätiger als in den Vortagen. Der Erste Generalguartiermeister Ludendorsf. Der Abeudbericht. Berlin, 22.'Mai, abends. (WTB. Amtlich) Von den Fronten sind wesentliche Ereignisse nicht gemeldet. Der „Vorwärts" veröffentlicht einen Briefwechsel zwischen dein zweiten Vorsitzenden des Altdeutschen Verbandes Frhrn. v. Gebsattel, und dem Reichskanzler, aus den Mav- taicien des Jahres 1915. Dieser Meinungsaustausch liegt zurück. Damals schon hatte der Alldeutsche Verband große Besorgnisse wegen der angeblich zu eng gesteckten Grenzen der Kriegsziele unserer Regierung. Frhr. v. Gebsattel schrieb in diesem Sinne dem Kanzler einen ziemlich geharnischten Brief, in dem vor einem Verzicht auf die Ausnutzung Unserer militärischen Siege gewarnt wird mit dem Zusätze: „es wäre der verhängnisvollste politische Fehler, der gemacht werden könnte, mtb seine nächste Folge wäre die Revolution." Wachsende Schuldenlasten und Enttäuschungen würden eine Volkserhebung herbeiführen. Der Reichskanzler erwiderte mit scharfen Worten und warf den dikldeutschen „bis ins Groteske gesteigerten Mangel an politischer Einsicht" vor. Auch die Drohung mit der Revolution, den „Versuch einer Minderheit, die von der Krone berufenen Leiter der Reichsgeschäfte ihrem Willen zu unterwerfen", wies Herr v. Bethmann Hollweg in sehr gereizten Ausdrücken zurück. Wir begreifen es, daß der „Vorwärts" die Drohung des alldeutschen Führers mit der Revolution jetzt triumphieret veröffentlicht. Sie ist eine ebensolche traurige Entgleisung wie die bekannte Aeußeruug Scheidemanns. Weder die Rechte noch die Linke hat ein Recht, dieses aufhetzende Wort in schroerer, harter Zeit unter das Volk zu werfen. Das sind auch Störungen des Burgfriedens schwerster Art, und im Zeichen des Burgfriedens, das heißt der Geschlossenheit des deutschen Volkes, wollen wir doch über den äußere n Feind den Sieg davontragen. Wer die Gegensätze im Innern mit solchen unerlaubten Mitteln schürt, der hilft schließlich den Feinden vor unseren Toren. Leider ist der Kampf um die Kriegs ziele noch nicht Lei- golegt. Die verdrossenerl Stimmurrgerr halten noch nach, obgleich sich der Streit um die Ziele im einzelnen nicht mehr handelt. Proftssor Dr. Dietrich Schäfer erklärt in der Dienstag-Nnnmrer der „Tägl. Rdsch": „Wir wollen nicht annektieren. Annektieren heißt ein Land in der: eigenen Staat einschließen, wie es rn.it Hannover, Kurhessen usw. 1866 in Preußen geschah. Das will keiner von uns. Wir wollen nicht die Belgier in bas Reich haberr, nicht die Polen, auch nicht Kurland und Litauen. Wir wollen den Bewohnerrr keine ReickMLürgerrechte geben. Sie sollen irr besonderer politischer Organisation leben, aber in einer Form, die uns davor sichert, daß ihre Kräfte von den Gegnern gegen uns verwendet werden formen. Das ist der Sinn unserer Forde- rrrngen, also nicht Annexion nrrd nicht Länderraub." Jur „Verl. Tgbl." schreibt in einem temperamentvollen Aufsatz gegen die Kanzlergegner der Abg. Konrad Hanß- rnann: „Die Opposition von rechts gibt dem innerpolitischen Frühjahrsrennen ihr chevalereskes Parfüm. Aber wenn der Ton von rechts her gegen Minister und Kanzler derb wird, dann glauben die nm Haase, sie werden nicht mehr -für Gentlenreu gehalten, wenn sie nicht im gleichen Salonstil reden." In der „Post" zeigt der Führer der Freikonserva- tiven, Freiherr v. Zedlitz und Neukirch, daß es mit einem Block für die Politik des Kanzlers nicht weit her ist, denn er zählt unter der Ueberschrift „Die Zügel schleifen am Boden" Herrn v. Bethmann Hollweg seine staatsmännischen Fehler auf, in der inneren wie der äußeren Politik. Es wäre jetzt unserer Meinung nach die Zeit, eine Ruhepause in der beiderseitigen Offensive eintreten zu lassen. Der Reichskanzler hat vorläufig genug zu hören bekommen: warten wir es doch nun einmal ab, welche Wirkungen eintreten. Anfhetzende Aeußerungen verschlimmern alles. Jeder Tag kann entscheidende Verschiebungen der Kriegslage bringen, militärischer und politischer Art; dann wollen wir der Lage kraftvoll gewachsen sein, und Voreingenommenheit und Prinzipienreiterei müssen bei uns auf allen Seiten verbannt werden! Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 22. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Oestlicher und südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Der Feind am Jsonzo sah sich gestern gezwungen, nach siebentägigen ergebnislosen Kämpfen seiner Infanterie Ruhe zu gewähren, üknr östlich von Görz unternahmen die Italiener einen Vorstoß, der abgewieftn wurde. Unsere Sturmpatrouillen holten in dieser Gegend einen Offizier und 36 Mann und ein Maschinengewehr aus ben feindlichen Gräben. Auf der Karschüchfläche kam es zeitweilig zu starker Ar- tillerietütigkeit. Kärnten und Tirol unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant. DK Kämpfe im Westen. Berlin, 22. Mai. (WTB.) An der Ar ras fronet war 1 Crt-J vtKYi rf«» 'OTyfl rroo sich die ttostlosen Ruinen des der berühmteu blinden Zerstörungswut der Italiener zum Opfer gefallenen Bergklosters reMi-m, vereinigte sich das Feuer von Geschützen und Mmenwersern aller Kaliber. Um SV 2 Hin vormittags nimmt die i tal i e n i sche Infanterie den ersten Anlauf. Unser Vernichtungsfeuer treibt sie zurück. Neuerdings beginnt die gegnerische Artillerie in bis znm äußersten gesteigerten Trommelfeuer gegen unsere Gräben zu wüten. Diese werden, völlig eingeebnct. Als jedoch die Jtalie^cer gleich daraus zuvl zweiten Sturm antreten, ist unsere Infanterie ttoßdem aus dem Platze und empfängt den Feürd mit einem raseirdeir Gelvehr und Maschinegewehrscner. An zwei Stellen dringen, die Jtallcuer in unsere Gräben ein: aber schon packt sie unser Gegenftoß und wirst sie lvieder hinaus. ' f» t i-tvii i' f’f» \ 1 n v UrtiiMi nvnt mi\ A r t v .> •«* ierbei zeichnete sich neuerdnigs Landsturm, lind zwar Marburger ndstnrm, in hervorrageiwer Weise aus. Wieder begann die Arttllerie der Italiener zu arbeiten und den Monte Sairto mit Granaterr zu überschütten. Ihre Infanterie blieb den Nachnrittag Über iit den Gräben. Als die Dunkelluit herein- brach, rollte sie heran, und zwar abermals ohne jede Artillerie-, Vorbereitung. Es erfolgte ein allgemeiner Infanterie- an g ri f f gegen den ganzen Raum B o dic e—M oute Santo. Bei Vodice konnte zlvar der Fain.d in einzelne Grabenstücke > it- drjngen, vermochte aber seinen 0)ewtmr nicht z,t bebanftten. Ein Qt ci cnc rt griff des altbewährten Ezeriwwitzer Infanterie-Re w.> > -11. ba«5 sich mit unwto erste hlick-er Wucht gegen den an Zahl iwera'geilen- (Gegner warf, triebt ihn wieder zurück. Am Monte L«nto brach der italienische Ansturm bereits in unserem Vernich ist,. sollen andere Mittel angeweiwet werden, um die Vertretung gewisser Gruppen zu sichern. Lloyd George gab in Erwägung, den Vorsitzenden durch die Krone ernennen zu lassen. W!enn ein Ver- gbeich über den Charakter und die Gleichberechtigung der irischen *°n “•! B-rf-ssung ertzielt ist. wird die Regierung alle Iwwendigen Schritte ^eunt^n Iwnzo,chlackchages ein Versagen aller italienischer An- tun, um ihm Gesetzeskraft zu ” ' ^ • Mengungen. Die stimmt nng unserer Truppen ist voll Konvents müssen geheim sein bester Zuversicht unb unerschütterlicher Entschlossenheit. Seit neun kurzem erfolgen Tagen stehen sie tu einem Kümpfe, wie er selbst an der heißumstrit- tun, um ihm^Gesetzeskraft zu verleihen. Die Verhandlungen des Die Einladungen würden binnen. ci/ mnn r■ \ ..- -n- —.rw- | . Rcdmond erinnerte daran, daß drei auseinanderfolgende Re- ,£. ä & ? t K »ni> otrjwci cltcr nicht ausgesochten! grmingen vrrrmal vergebens den Versuch machten, einen Ausgleich alle »haKK uttb Entehrungen, btt eine solche herbeizuführen. Der neue Vorschlag eröfsne ganz neue Gesichts- Rmensästacltt den -oldateii au,erlegt, hebt sie das stolze Bewirt- Punkte. Irland werde jetzt selbst aufgefordert, die Versassung für o'ci»!) 0 fo lifelegeit zu zeigen. tigerte Land zu entwerfen. Redmond sprach die Ueberzeugung ?! r A! r c' ,, ri . c 5C ^ en , 6/btckMls ihr Bestes, aus, daß alle Griippen gerne an dem Konvent teilnehmen würden, um d„ .'Uiamctte m chrer Ausgabe ,u unterstützen. Auch sre smd D«ser müsie alle Bnidpen umsassin. die GlassckmstSrrite, die Han. den Nru.z .,1 .ranen dev Gegners überlegen So ist die Italienische delskammern. die Kirclmr. die Schulen, die irischen Peers lind die .trtilterre nickst imitandc. eine rlner nnchttgsten Aufgaben zu er- verschiedenen politischen Parieren Rvdmond crlliinc sich bereit. WUen: chrer eigenen Jnf-rntcrie vor dem vernichtenden Feuer der einer beschränkten Vertretung der nationalistischen Partei, einen -ngiiwischen Arttl'erii- niireick>kni>eil schlitzi zu gewähren Das geht reichlichen Bertretting der Ulstervartei und einer schwachen Vev- n>on aus derTatfache hervor, daß die meisten ikaircn, scheu Angriffe tnetung der Sinn-Feiner zuzustimmen Er sei eil v vonport, dem Minister für die Nahrun«smittelt'on trolle, erneut seinen Ab s chie d ein. Er erklärte, die von Devonport befolgte Politik sei nicht goeigiret, die Ernährung des Volkes befriedigend zu regeln. * * * Eine Erweiterung des Kabinetts Wilson. A m st er da in , 22. Mai. (WTB0 Rach einem hiesigen Blatt meldet die „Times" aus Rckw Porr: Wie verlautet, wird das K a b i n e t t W i l s o n s demn ächst um dreineue Mitglieder vermehrt werden und zwar nur je einen Sekretär firr die Lebens- mit.cIl'antroUe, das Muniticvis- u ird das Transporllvesen. Tie neuen Äaniter wurden dadurch :wtn>endig, daß der Senat die Befugnisse des nationalen Verteidigungsrates auf rein beratende Funktionen, beschränkt hat, so daß der Kriegs sei cctär zugleich die neue Armee Und die Verstellung der Ndunition zu organisieren hat. Vre Aevolutron in Rußland. Ein Llongrcs; der Arbeiter- und Soldatenräte. Petersburg, 22. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegraphen - Agentur. Der geschcifts- führende Ausschuß, des Arbeiter- und Soldaten rotes beschloß, einen allgemeinen Kongreß von Vertretern aller Arbeiter und Soldaten rate Rußlands, sowie der verschiedenen 'Soldaten Vereinigungen aui den 14. Juni einzuberusen. Auf der Tagesordnung sollen die Fragen des Krieges, der Landesverteidigung, die 90 NN»: m ö c «- • - i Friedens- lmd Landarbeiterfraae, der Einberuftmg der verfasfungs- ^ gebenden Versammlung, der Politik und des Finanzwesens Ruß- nebentagigen icmds, der Lebensmittelversorgung und der Gestaltung des Lebens ckpveren Zufanteriekampsen ist nun am Rordterl der J,onzo- im ftmre steben front Ru he eingetreten. Rur östlich von Gorz uMernahmen die ^ ' Italie-rer.einer Vorstoß, der aber leicht abgewiesen tvurde. Hingegen holten unsere Sturmpatrouillen bei Grazigna einen Offizier ' lmt» 36 Mairn aus den italienischen Gräben. Es war vorauszuselwn, daß eine solche Pause in deil Angnfsen des Fmitdes eintreten würde Die Kämpfe um den Kuk ^6 Hm. WTB. V032 0 12 3 '! ien Rücktritt Tiszas? Wien. 23. Mai. Graf Tisza hat demissioniert. . . . ... Als Nachfolger wird der frühere Ackerbauminister Serenyr ge- g e h e u r e n Bierl u ste der Italiener bei ihren nutz- nannt, der vor kurzem aus der Tisza-Partei> ausgeschieden ist. iofen Anstürmen macksten es notwerrdig, die teils zusammengeschosse- nen, teils in Unordnung geratenen Verbände aufzufüllen und neu zu ordnen Auch schchnt es, daß die italienische Artillerie der Er- holung bedari In den vordersten Linien der Italiener zeigt sich rege Anbeitstatigkeit, die durch unser Artilleriefeuer wirksmn ge- itört wird. Allein auf der Karstliochfläche macht sich die italienische '-lrtillmne mehr bemerkbar, wo sie die unsrige zu bekämpfen sucht. r*n: G^schützkampf nahm in den Nachmittagsstunden an Heftigkeit ru und hielt auch während der Nacht an. Der bulgarische Bericht. Sofia, 21. Mai. (WTB.) Generalstabsbericht vom 21. Mai Mazedonische Front: An der Tschervena Dtena nistend des ganzen Tages heftiges Artilleri-eseuer. Mit Einbruch ixr Nacht versuchten z/wei feindliche Infanterie-Abteilungen vor- mrücken, wurden aber durch Feuer vertrieben. Nördlich und ösüich von Brtolia .spärliches Artilleriefeuer. Im Cernabvgen heftiges KrtrNerceumer. Oesckich der Cerna und in der Moglenagegend zeit- Wien 22. Mai. Die Montagsaudienz des Grafen Tisza beim Kaiser hat nach übereinstimmenden Meldungen die Entscheidung in der seit Wochen schwebenden Krise gebracht. Man nimmt an, daß in kürzester Zeit Graf Tisza durch den Grafen Johann Zichy ersetzt werden wird. Tiszas Widersbarch gegen gewisse'Einzel heilen der Lösung der polnischen Frage, wie sie Wien und Berlin verlangt haben, weiter sein starres Festhalten an gewissen Punkten in der Frage der wirtschaftlichen Annäherung an Deutschland und nicht zuletzt seine llmrachgiebigkeit in der Frage der Lebenslnittell- lieferungen nach Oesterreick) und Deutschland haben seine Stellung stark erschüttert. Die Frage der ungarischen Wahlreform gab den Ausschlag. DaS jetzt ein getretene Ereignis, das für die ungarische Politik sehr bedeutend ist, kommt nicht überraschend. Kaiser Karl und das österreichische Parlament Wien, 21. Mai. (WTB.) Der Kaiser hat 60neuc H e r r e n h^a u s m i t g l i e d e r ernannt und zwar fünf erbliche und 55 lebenslängliche. Unter den erblichen befindet sich Botschafter '» Petersburg Franz Prinz zu Liech- r wurde durch Feuer zersprengt. Auf beiden .Seiten des Warvar Ilebenslänglichen befinden sich Feldmar- sck^-«cheS Artilleriefeuer. An der untoveri Struma ziemlich lebhafte W*! Freiherr Konrad von Hotzendorff, der frühere .'irllllerietaligkeit. An der ganzen Fnont rege Dftigkeit ün der Kriegsminister Generaloberst Freiherr von K r o b a t i n , der Lnst. ^ frühere Generaladjutant des Kaisers Franz Josef General- Frvnt des Aegäischen Meeres: Bon 5 bis 9 Uhr oberst Freiherr v. Belfras; weiter der Generaloberst, Leib- J-? südliche .Kriegsschiffe Kavallai, während gardekommandcmt v. D a n k l, Generaloberst v. P f l a n z e r- gleich-eititz 12 feindliche Flügge Bomben aus die Stadt warfen. Baltin, General v. Böhm-Ermolli, der frühere Bot Mehrere Häuser winden zerstört, militärischer Schaden nicht an- gerichtet Unterleirtnout Esckiwege schoß ein feindliches Flug-- zerig crv. Rumänische Front: ^Oestlich von Tulcsa Feuerwechsel zwischen Posten. An der ganzen Front Tätigkeit in der Luft. Die Kämpfe im Hedschas. Konstantinopel, 22. Mai. lWTB. Amtlicher Heeres- berichlt vom 21. Mai. K a n t a f u 0 f r 0 n r: Auf dem linken ,NUgel das üblick-e wirDunMlose Artilleriefeuer. Bei der gestern gemeldtten feindlichen Beschießung Mer sinas ist außer der ^ I» L°n RothWiL der ^r-us«b«r der ^en Freien schafter in Washington Dumba, der frühere Botschafter in London, Graf Pouilly-Dietrichstein, die früheren Minister Fort, Gessmann, Hachenburrger und Duleha, der Gouverneur der Bodenkredit-Änstalt Ritter von Leth, der Referent des Reichsgerichts Patai, der Präsident der Üandesverwaltungs- kommission in Böhmen, Graf Schönborn, die früheren Statthalter Kielmannsegg (Niederösterreich), Diller (Galizien) und Nardelli (Dalmatien), der Bürgermeister von Wien Weißkirchner, der Generaldirektor der Skodawerke Freiherr v. Skoda, der Chef des Bankhauses Rothschild Louis gesinnungslose, für Gold käufliche Verräter, haben ben Eng ländern erlaubt, den bisl-er von keines Fremden Fuß be- trehmen hnllgen Boden des Hedschas zu betreten. Alle Angriffe d^er Rebellen auf die H e d scha s - B a hn tvürden jedesmal mrt gwpen Verlusten für die Aufrührer abgeschlagen. Die irische Zrage im englischen Unterhaus. L 0 n d 0 n , 21. Mai. (WTB.) Reutermeldung. Im Unter- ha un- sagte Lloyd George über die irische Frage: Alle mchgluckren Versuche, die irische Frage zu lösen, haben gemeinsam, „or englischen Regierung ausgingen. Das Kabinett be- , ch!,s; deshalb, che Iren selbst aufzufordern, Vorschläge zu märten. Bisher ging alle Initiative von England aus und alle > von Irland. Wenn die Iren sich selbst dem Problem gcgen- nversetz«, dann werden sie die Hindernisse und Sckiwierigkeiten erkennen. Die Regieruna schlägt vor, daß sich Irlaiw bemühen soll, !nn>- N.chernnaSwrm selbst zu ftnden. Der Versuch glückte in Ca- nar-", cnXbanm und Australier. Man kann annehmen, daß es auch r.: -e.^no möglich stin wird. Lloyd (öeorge schlägt vor, deshalb c!**-fr> namens der Krone einen irischenKonvent zusammen- zub-rmen, der der englischen Regierung und dem Parlament eure ©erratuma für che Regierung Irlands innerhalb des Reiches vor- schlau:- 'oll In den Konvent müssen alle irischen Stände und v 'OTüt ch- Sinn-Ferner eingcick-lojsen und vertreten sein. uec Hotro nt muß tatsäckLich das gesamte Leben und alle Strömun- am Irlmrds widerspügeln. MSglichft alle Vertreter sollen durch Wqpc.tMi nt, die ixt vertreten, gewählt werden. Wo das unmöglich Presse" Benedikt, mehrere Bischöfe, Hochschulprofessoren Großgrundbesitzer und Großindustrielle. Wien, 22. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Wie die Blätter erfahren, wird der Ministerpräsident Clam-Martinie sich heute und morgen mit den Parteiführern besprechen. Die Besprechungen gelten den letzten Vorbereitungen zur Tagung des Reichstags. Die Blätter würdigen die Audienz der Parteiführer des Abgeordnetenhauses beim Kaiser in Laxenburg sowie die Berufung der neuen Mitglieder ins Herrenhaus als wich-- tige politische Ereignisse, welche bedeutungsvolle Fortschrrtte auf dem Wege zur Wiederherstellung des parlamentarischen Lebens in Oesterreich darstellten. Der Empfang der Parlamentarier kennzeichne in sinnfälliger Weise die Bedeutung des Wiederzusam^ncntrittes des Reichsrates und werde überall einen stacken Eindruck machen. Neue U-VooLSerfotge. Berlin, 22. Mai. (WM. Amtlich!.) Neue U-Boots- erfolge im Atlantischen Ozean: 18000 Bruttoregistertonnen. Unter den Ladungen der versenkten Fahrzeuge befanden sich 10000 Donnen Eisen nach Italien und Getreide nach Frankreich. Der Cbef dos Admivcrlstabes' der Marine. B e r l 1 n , 23. Mai. (Ämtl.) 1 Unsere U-Boote im Mittel, meer haben von neuem eine größere Anzahl von Dampfern und Legbern mit einem GesamtvnrnenM?halt von 53000 Bruttoregister» tonnen versenkt. Hierunter befanden ftch>: der englische Trrlppentranspvrt^ bampser Transsyloania (14 315 Tonnen), der sich im Zerstörer» geleit befand, ein unbekam!ter vollbaladener cnglisch-er 8000-Tonnen-" Dampfer auf dem Wege nach Italien, ein unbekannter englischer Dampfer von etwa 5500 Tonnen mit demselben Ziel, ferner die italienischen bewaffneten Dampfer Alexandria (8000 Tonnen) mit 11000 Tonnen Weizen für Italien, urid Ferrara (3172 Tonnen), wahrscheinlich mit Munition, sowie der englische beivaffnete Dampfer Karonga (4665' Tonnen), auf der Fahrt vvn Neapel! noch Port Said. 2. Neue U-Bov-tserfolge im AtlantischenOzean und in der N 0 r d s e e: vier Dampfer und fünf Segler mit 17 200 Brutto-' registertonnen. lauter den versenkten Schiffen befanden sich u. a.: der eng^ Kl che Dampfer „Ädaney" (2644 To.), mit LebenÄmitteln nach ^ugmnd, mn englischer Segler mit Holz nach England, zwei rulftsche. Segler mit Kohlen von England und Salpeter nach Frainrerch und «ein unbekannter englischer Dampfer, die aus einem Gelertszug herausgestlivsseu wurden. Der Chef des Admiralsbabes der Marine. Drei schwedische Dampfer torpediert. Stockholm, 22. Mai. (Privattel.) „Berlingsk^ Di- m T tt: ^ därchjt auf den Montag brachten! deutsche ^ Kriegsschiffe mindestens drei schwedische Dampfer auf, die aus 5er Reise von Schweden uactz Runmo, namentlich mit Erutemasch irren, sich des andern Wahrscheinlich wurden noch zwei weitere schwedische Darnp^ fer -crrcfgebrachl und südwärts geführt. Der schwedische Dampfer „Natala Strvem", der gestern in Goetedorg angekommerr war, war gleichzeitig mit dem torpedierten Dampfer „Westerland" von England abgegangen. 2(ls die „Westerland" torpediert wurde, waren beide Dampfer von vier englischen: worpedojägeru begleitet. Der Dampfer sank im Laufe weniger Minuten. Stockholm, 22. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Die drei von England nach Schweden abgefahrenen Dampfer „Westerland", „Viken" und „Aspen." sind torpediert worden. Von der Besatzung der „Westerland" kamen zwei Marm, von der Besatzung der „Viken" acht Mann umsi Leben. Der Danrpfer „Aspen" wurde später in beschädigtem Zustande in den Hafen von Kirkwall geschleppt. Dieser Vorfall verursachte in der Presse und bei der Bevölkerung eine überaus heftige Erregung. Von zuständiger Stelle erfährt WTB. dazu folgendes: Mrt einem lebhaften Bedauern ist hier die Nachricht von dem Untergang der drei schwedischen Schiffe aufgeno-mmen worden, die den Versuch machten, das Sperrgebiet zu durchkreuzen. Auf die Gefahr, in die sich die .Kapitäne nmimten Schiffe begeben, wenn sie ohne die ausdrückliche Zusicherung frecer Fahrt den Weg durch das Sperrgebiet wagen, ist von amtlicher deutscher Seite immer wieder hingewiesen worden. Deshalb ist den Neutralen in weitgehendstem. Entgegenkonc- men verschiedentlich, so zirletzt am 1. Mai, eine sichere Gelegenheit zur ungefährdeten Rückfahrt ans den englischen Häfen durch das ,Sperrgebiet nach ihren Heimathäfen gegenen worden. Alle holländischen, spariischen und dänischen Schiffe, die «an diesem Tage ausliesen, sind ohne Unfall in die Heimat zurückgekehrt. Wenn die schwedischen Schiffe nicht die ihnen wiederholt gebotenen Gelegenheiten benutzen konnten, w liegt der Grund hierfür nicht auf deuffcher. sondern aus- ichlietzlick) auf englischer Seite, denn England rvar es, das den schwedischen Schiffen die Ausfahrt am 1. Mai verweigerte. Aus marinetechnischen Gründen kann Schiffen, die mit den verabredeten, den U-Booten bekannt gegebenen Zeichen versehen sind, sichere Fahrt nur innerhalb der vereinbarten Fristen gewährt werden. Das Mißgeschick der mit uns befreundeten Nation ist um, so mehr zu beklagen, als bereits auf schwedischen Wunsch Verhandlungen schwebten, den schwedischen Schiffen einen neuen Termin zur ungefährdeten Fahrt nach der Heimat zu sichern, so daß der Unfall mit Sicherheit vermieden worden wäre, wenn die schwedischen Sckiiffe mit der Abfahrt so lange gewartet hätten, bis ihnen ein neuer Termin für eine sichere Fahrt bekannt gegeben war. Der deutsche Gesandte in Stockholm hat dem schwedischen Minister des Aeußern seinpersönlichesBe- dauern wegen des bei dem Untergang der schwedischen Schiffe erfolgten Verlustes schwedischer Seeleute ausgesprochen. * Berlin, 22. Mai. (WTB.) Anläßlich des Verlustes der drei schwedischen Dampfer innerhalb des Sperrgebietes, worüber die schwedische Presse «sich dieser Tage so sehr aufregte, erscheint es angezeigt, nochmals auf die Angelegenheit des hollärrdischen Darnpfers „Swinta" zuruckzukommen, worüber die deuffche Presse unter dem 19. Mai bereits berichtet hat. Djeser letztere Daurpfer, der auf der Reife von Baltimore nach Rotterdam sich bekanntlich außerhalb des Sperrgebietes hielt und bereits dicht vor dem Heimatshafen angelangt war, wurde, um dies kurz zu toiederholen, von einem englischen Kreuzer aufgebracht, durch ein PrisenLommando in der Richtung nach England geführt und so gewaltsam gezwungen, in das Sperrgebiet zu fahren, Sobald mau den Zweck erreicht hatte, lvurde der Dampfer von dem englischen Kreuzer entlassen und ihm bedeutet, er könne nunmehr die Reise nach Rotterdam forffetzen. Es war dem Kommandanten des englischen Kreuzers gar nicht darum zu tun, das Schiff, das übrigens keinerlei Bannware führte, als Prise nach England auszubringen, sondern er verfolgte nur den Zweck, den Dampfer ein Opfer des Sperrgebiet werden und neue Schwierigkeiten zwischen Holland und Deutschland entstehen zu lassen. Wahrend also die deutsche Seelriegführung sich streng an die von der deutschen Regierung bekanntgegebenen Normen hält und ebenso streng unterscheidet zwischen Kriegführung innerhalb und außerhalb des Sperrgebiets, sehen wir auf englischer Seite wiederum jene bekannten Auswüchse der größten Rücksichtslosigkeit und Brutalität gegenüber der neutralen Schiffahrt. Aus dem Reiche. Ermittlungsverfahren wegen Landesverrats. Berlin, 22. fttöai. Im Anschluß an die Mitteilung, daß dem sozialistische^ Mindeöheitsabgeordneten Adolf Hosfmann der Paß zur Sozialisten ko nfercnz in Stockholm infolge eines gegen ilm schtvebenden Strafverfahrens wegen Landesverrats verweigert wurden ist, erfährt die „Vvssische Zeitung", daß auch noch gegen andere Abgeordnete der sozialistische Ar bei tö ge me in scha ft das gleiche Verfahren sck^vebt, und zwar gegen die Abgeordnete«! Büchner, D i t t m a n n, Paul H 0 f f in cm n. L edel) ' 11 c und V 0 gtherr. Es handelt sich dab.ll v.r au io an ein ErmittlangS- verfahren, das der Oderreichsawvalt auf Gcum. einer Anzeige über ihr Auftreten in deir AusstaudsverjamnUANgen der Bertuur Rüstungsarveiter eingeleitet hat. Arr» Stabt unS Land. ®it&en, 23. Mai 1917. Humor und Spieltrieb in der deutschen Sprache. Bestem abend sprach in dem Großen Hörsaal der Universität Über dieses Thema Geh. Hofrat Professor Ar. O. Behagihel. Der Vortrag war veranstaltet vom Deutsclm: Sprachverein und fand zahlreiche Hörer. ^Der Bortragerrdc erläuterte zunächst die beiden Hauptsormen der Sprache: die des Kindes und die des Erwachsenen. Die Sprache des Kindes ist eine Ichspractze, sie verfolgt keinerlei Zwecke und ist als ein Ausfluß des Spicltriebs aufzutfassen. Die Spraäc des Erwachsenen dagegen ist ein bewußtes Werkzeug: sie dient der Mitteilung. So groß der Gegensatz zwischen beiden auch ist, so g:bt -es doch Zwischenstufen. Und drese Zwischenstufen entstehen aits dem Spieltrieb Erwachsener, derer: einfachste Forn: wir in den Znteriekiionen vor uns Hab««. Der Spieltricbi ist ein Ausfluß des KvaftüberschrtsseS, des Ueberombes; so z. B. bei bem rhythmischen Lautsviel, das wir in den Kommersliedern finden: juvivallera usw. Bezeichnend.ist der Vokalreichtuin; unter den Vokalen selbst über- wiegt das a, — Komisch wirkt die Verletzung der Sprachgesetze. Sic entsteht entweder ourch Streckformen, aeändertc Vokale, veränderte Konsonanten, Durchbrechung der Wo r Wiegung oder durch willkürliche Aendcrungen der Satzfügung urw Atischung verschiedener Sprachen. Ein Vokal wird gespalten. dazwischen ein Konsonant oder gar ein ganzes Wort eingefügt (Kladeradatsch aus Klatsch; bediaduselt ans beduselt — betrunken). Ent oder weder statt entweder oder. Die M-ychc des Kranikus statt die Kraniche des Jbhkus. Lakal statt Lokal. Sab ul statt Säbel usw. Als Durchlbvechnng einer Wortbiegung seien erwäfttt: gemorken statt genrertt; unrlgebrungen statt umgebvcrcht; lus statt las; s>u.ff statt soff. Auch das Bindewort „und" kann zu spielenden Zwecke:: gebraucht werden. Heine rühmt eine durch seine Würste und Universität berühmte Stadt. Da die Ab- kürzung m. solvohl Mark wie Meter bedeuten kann, hat sich ihrer sofort der Spieltrieb bieuräMigt und redet von einer Flasche Wiein zu einem Meter. Um den Berliner zu verulken, der mir und mich stets verwechselt, behauptet man, er sage Kasrnrich statt Kasimir. Durch zeitlick^es Nacheinarcker kann ckbensalls humoristische Wirkung erzielt werden, wenn einer bei M. innehält, so daß man auf Mund und Maul zugleich schließen kann. ^ Ziemlich geläufig sind die Mischungen verschiedener Sprachen: Kapuzi.nerredc im Wallen stein.. Auch im Gesang des Kommersliedes ist sie Ml finden: o tempora, o mores. Mischungen verschiedener Sprachen in einem Wort liegen vor in Fressalien, Dichteritts usw. Wie weit nvan hierin geben kann, zeigt die maccaronische Dichtung. Auch Schriftsprache und Mundsprache können gemischt werden. Hnmoristtsch wirkt ferner, wenn Jnl>alt und Forrn nicht im Einklang stehen: z. B. das Epos für eine alltägliche Handlung, oder umgekehrt: wichttge Ereignisse in schnodderigen Reimer:. Auch das Uebermaß von Uebereinsttmmung ist auffallend und kaun zu komischer Wirkung verrvandt Werder:: Boden-Bodensee; Ur-ur-ur- wald, techtclnmechteln usw. Dieselbe Wirkung wird erreicht durck Umstellung und Kreuzung bei der Wiederholung: Liebe ist ein Alles, was ein Nichts, Ein Nichts, was du Alles ist. Hierher gehört auch der Scl-üttelreim: Im Jodell: ist der Steiermärker', Fm Jüdelu ist der Meier stärker. Auch Sprachfehler können unter Umständen iv.inffch wirken. Für das unbewußte Zerstören des Nichtigen durch fehlerhaften Druck sorgt ja der Druckfehlerteufel. Und wie es dem geschriebenen Wort ergeht, ergeht es auch dem gesprochenen.^ Daneben tritt mitunter durch Versprechen aus Gedankenlosigkeit Humor zu rage. Vielfach finden sich in der deutschen Literatur, im Ronran wie im Drama, Fälle, wo die falsche, Anwendung oder Aussprache von Fremdwörter! und -sprachen gegeißelt wird lschon Gryphrus: .Harri- bilkkribrifar). Aber -noch immer ist in Schrift wie in Sprache unser Deutsä) reichlich mit fremder: Bestandteilen durchsetzt. Am Schlüsse seines Vortrages erhoffte deshalb der Vortragende, dessen Ausführungen reick)ien Beifall fanden, daß die Freude am Gebrauch von Fremdwörtern in diesen ernsten Zeiten Nachlasse, und daß dadurch eine reinere Sprache als bisher sich überall durchringe. Lebensmittel. ** Eier und Butter. In dieser Woche findet zu der: früheven Bedingungen eine Eier Verteilung statt. Gültig ist die EiermaLVe Nr. 3. Ir: der Woche nach Pfingsten werde,: ebenfalls Eier abgegeben. Gültig ist die Eiermarke Nr. 4. Da an: 28. dieses Monats die Verkaufsstellen geschloffen sind, erhalte:: die an diesen, Tag Bezugsberechtigter: die ihnen zustchend-en Eier und auch Brüter am 29. ds. Mts. in den gewohnten Verkaufst stellen. ** Die Ausgabe der Brotmarken erfolgt dresmal Freitag, den 25. ds. Mts. und zwar für die Bezugsberechtigten mit den, Zunahmen A bis K von 8 bis 12 Uhr vormittags Und L bis Z von 2 bis 6 Uhr nachmittags. ** Die Saatkartoffe lab liefern na hat heute gemäß der Ankündigung ihr Ende erreicht. Ein kleiner Vorrat vorbestellder Saatkartofteln ist aber noch vorhanden. Das Stadt. Lebensmittelamt bittet diese morgen abznholen. * ** Amtliche Personalnachrichten. Der Großherzog hat zum 20. Mai dem Prediger der freireligiösen Gemeinde in Offenbach Karl Andreas Borgt das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Eine ordentliche Sitzung des Kreistags des Kreises Gießen ist auf Donnerstag, den 31. Mai, vormittags 10 Uhr, in das Regierungsgebände zu Gieße::, Land- graf-Philipp-Platz 3, anberanmt. Auf der Tagesordnung steht: 1. Rechnung der Kreiskasse und Berwaltungsbericht für 1915. 2. Voranschlag der Kreiskasse für 1917. 3. Ergänzungs- Wahlen zum Provinzialtag. ** Jung wehr. Mtttvoch, 23. Mai, Antreten: 81/4 Uhr am Oswaldsgarten. (Sämtlick)es Schanzzeug mitbringen.) ** U - Ba 0 tsp e nd e. Ueberall im deutschen Vaterlande hat der von: Reichstag ausgehende Gedanke, unseren U-Boot- Helden durch eine besondere U-Bootspende als Gabe des ganzen deutschen Volkes Dank abzustatten, Helle Begeisterung hervorgerufen. Der letzte entscheidende Abschnitt in dem gewaltigen Völkerringen unserer Tage, den die Tätigkeit unserer U-Boote eingeleitet hat, stellt die Deutscher: aller Parteien und aller Berufe mit tiefem Ernst und äußerster Entschlossenheit hinter die Männer, die jene scharfe Waffe mit staunenswertem Erfolge gegen den Feind fiihren. Täglich kann von neuen Erfolgen der Helden auf dem Meere berichtet werden, freilich sind Verluste mransbleiblich. Die U-Bootspende soll für die Besatzungen der U-Boote und für ländere Marineangehörige, die ähnlicher: Gefahren ausgesctzt sind, und deren Familien verwertet werden, um die Kampfer draußen vor drückender Sorge, die Angehörigen daheim vor Rot Ku bewahren. Zim ganzen Reiche ist schor: gesammelt worden und wird noch einmal während des ganzen Monats Juni gesammelt lverden: mancher in Gießen wird vielleicht schon darauf gewartet haberr, daß auch in unserer Stadt die planmäßige Sammlung dnrchgeführt wird. Wie» der Aufruf in der heutigen Nummer zeigt, hat sich ein Ausschuß für die U-Bootsper:de gebildet, und jedermann wird oielegenhert firweu, durch Emzeichuung in die Sammellisten oder an dem allgemeinen im Juni geplanten Blumen- und Avzerchen- Verkaufstag sein Scherflein opferivillig beizusteuern. ** Staats[teuer« Infolge verspäteter Ausgabe der diesjähriger: Staatssteuerzcttel ist auf ministerielle Verfügung hrn der Mahnterinin des 1. Ziels auf der: 25. d. Acts, festgesetzt rvorden. Die Sterrerkasse ist daher wegen des Sck>re:berw der Mal-nbriefe am 2 5. und 2 6. d Mts. ge- schllvssen. Mal)ugebühren toerden vorn 29. d. Mts. erhoben. * Im Lichtspielhaus, Bahnhofstr. 34, werden nur' noch lns einschließlich Freitag, 25. die amtlichen FÜmdokmnente der Lamme schiocht und der Minensuchflottille gegeben. Die Spieldauer des gesamten Programms beträgt 2 Stunde::. Dev Beginn der Vorführung ist 4.40, 6.40 und 8.40 Uhr. Landkreis Gießen. u. Heuchelheim, 23. Mai. Die Räume des Windhofs, in denen seit Dezember 1915 bis Anfang Februar 1917 erholungs- bedürsttge und verwundete Krieger untergWracht waren, die seitdem, aber leer standen, sind seit Mitte Ndai wieder mit etwa 50 Dev- wnndettn, die teils direkt von der Front kamen, belegt worden. — Der vor: hier gebürtige Afrmiecmrgssoldat Wilh. Steinmüller, der Landsturmimann Wilh. Rinn erhielten die Hessische Tapser- teitsinedaille. ^Musketier Ludwig Nesseldreher, Sohn voü Iah. Lud. Ne,selb:eher, wird vermißt. Die ebenfalls als vermißt gemeldeter: Musketiere Mbert Rinn imd Otto Rinn meldeten sich aus der englischen bezw. französischen Gefangenschaft. ** Wie seck, 22. Mai. Dem Krankenträger Friedrich Keßler,^ einem Gardo-Regiment M Fuß, wurde Ende April in der Aisne-Schlacht, wo er Verwundete aus dem Trommelfeuer trug, das Eiserne Kreuz verliehen. Kreis Büdingen. — Büdingen, 22. Mai. Wie vorsichtig man mit seinen Anißerungen sein soll, beweist eine öffenttiche Erklärung des Kreisrvts, Geheimrat B o eckmann. Ein Balmangestellter hatte verbreitet, daß dem Kveisrat unlängst ein Postpaket _ mit Käse, Matte und Butter zugoganger: sei. Zu den Angaben, die natürlich Weiterverdreitr:ng fanden, erklärt nun der Kveisrat, daß ar: der ganzen Gesch>ichte kein wahres Wort sei, in der: letzten 4 Wochen habe er lediglich ein 500 Gramm schweres Tienstpaket aus Gießen erhalten. Wahr sei dagegen, daß er im April für der: Komnrunal- verbarrd eine Probesendnrrg von HarrMsen bebornmer: habe, die sofort durch eirre Beamtin 'zur Verteilung ^gelangt seien. Ern gleiches sei mit zwei anderen Sendungen geschehen. Mit dem Bezug dieser Käsesendungen habe er der Bevölkerung nur einer: kleinen Dienst erweisen wollen. Der Kveisrat gibt in seü:ev Erklärung ferner bekannt, daß er den Kreisbewohner:: noch> weitere Käsesendungen zuzustellen hoffe. Kreis Schotten. ^ Schotten, 21. Mai. Der Großh. Forstmeister und Land- tngsabgeordnete Dr. Karl Weber und deffen Gemahlin Jda Weber geb. Pröscher haben sich er:tschlossen, um das Andenken ihrer beider: einziger: Söhne, die für das Vaterland gefallen sind, zu! ehvcu, als Erirmerung bleibendes Gedächtnis eure gerneinsame Grabstätte zu bereiten. Auch alten dmen fürs Vaterland gestorbenen Söhnen der Stadt Schotten wird in dieser Stiftung gedacht, indem für jeden währerü) des Krieges gestorbenen Kriegsteilnehmer eine Lrrwe gepflanzt Nnrd. Dieser G ed ä chtu i sha irr soll aus der Höhe des nahgelegenen Wartberges zu liegen kommen: der: Toten zur Ehre, den .Hinterbliebenen zum Trost und Stolz mrd den kommend?!: Geschlechtern zur Mahnung^ Die genannte Stiftung soll der: dcamer: W e b e r - P r ö s che r - S t i f t u n g erlx:lten. Sie soll gleichzeitig mit einem m:sehr:lick)en Vermögen ausgestattet rverderr. Der zrveite Sohr:, das letzte Kirrd des Forstmeisters Weber, ist erst vor kurzer Zeit als Leutnant und Adjutant ge'allen und auf heimischen: Boden bestattet lvvrdeu. E. Kl ein-Eichen, 22. Mai. (Einbruchsdiebstahl.'! ^Am vorigen Sonntachiachnlltlag wurde hier ein Ernbruchsdiebstahl ausgeführt. Zwei Diebe stiege:: aus einer Leiter in den zweiten Stock bei der Witwe Frau Horst ein und eigneten sich allerlei Eßwaren an. Nach vollbracküer Tat legten sie sich in ein in der Nähe befindliches Tarincurpäldchen, iwn sich anszuruhen. Hier wurden sie schlafend von eir:cm Manne ausgefunden, welche:' zur Festnahiu-e der Verbrecher .Hilfe herbeiholen ging. Inzwischer: kamen zroei Bergleute des Weges, mit deren Hilfe einer der Diebe gefangen genominen rverder: konnte, während der andere Reißaus! nahm und über Ilsdorf r:ach Mücke kvef. um dorr die Bahn zu erreicheu. Er tourde jedoch kurz vor Mährt des 6-lll/r-Zuges gefangen und zu den: anderen Diebe zurückgebracht. Nocl> an dtwu- selben iAberw rvurden sie (mit einem Wagen ins Amtsgericht Laubach abgeliefert. Der eine der Diebe rvar gut gekleidet< und gab ar:, aus Griesheim a. M. zu sein, während der andere aus der« bermchbarter: Dorfe Höckersbors stammen soll. ^ Aus dem oberen Vo gel s ber g, 20. dNai. Erst seit den letzten 14 Tagen befinden sich die Wälder sorvohl als wich die Wiesen und Felder in: prächtiger: FrülLingsflor. Das überaus gür:stige Wetter batte ein sehr rasches Wachsen des Wiesengrases zur Folge und kein Larrbwirt batte geahnt, daß er schon nach kaum 14 Tagen sein Vieh gut die saftige Weide treiben körrnte. Welch wunderbarer Anblick eröffnet sich dein beobachtenden Naturfremü», wenn er die große::, bis zu 16 und mehr Stück Groß- und Kleinvieh umfassenden Herden bettackstet. Lange sehnte sich der Land- Nnrt nack dem Augenblick, wo sick) das Vieh draußen irr^ der Natur sättigen kann. Bei vielen U'aren die Vorräte an Heu fast erschöpft. Das' Wiesengras zeigt prachtvollen Starw. Wenn das bisher so günstige F-rühlingswetter noch vis etwa Mttc Juni anhält, so wird oie diesjährige Heuernte der evgiebiben des Vorjahres nicht -nachHustelien brauchen. — Biel niehr als mt Vorjahre pt der Raps angebcvrt worden: deffen grelle Müttn eben den Bienen reicher Ertrga liefern. Kreis Friedberg. --- Friedberg , 23. Mai. Der P f e r d e v e r s i ch er n n g s- verein für Friedberg irnd llmgegend schließt dem Geschäftsbericht für 1916 zufolge mit einer MitgliederzaU von 380 Persone:: ab, die 750 Pferde mit einer Mlllion Mark Kapital versickert haben. Für 20 Versickerrrngisfälle wurde:: 18000 Mk Entz- Schädigungen bezahlt. Die Rücklage hat die Hohe von /0 000 Mk. erreicht. . , K.H. Bad-Nauheim, 22. Mai Der Knrbetr: eb Ist bei herrlichstem FrlihlingsnEr in voller« Gange. Die letzte Kurliste rveist bereits über 4000 Gäste ans, n. a. Pr:nz Fnedrich Leopold von Preußen rrebst Schwester Prinzessin Viktoria Margarete von Preußen, Prinz Heinrich 33. Reuß, d:e ecürslln-Mutter nebst Prinzessin Helene vor: Psenbnrg-Büdingen. Pnnzenin W:l- helm vor: Lörvenstem-Wertheirn-Frendcnberg nebst Tochter Prinzessin Erika, ferner Zeremonienmeister v. Kaudell, Regierungspräsident v. Schtverin, Nllnister v. Belvrv, Gräfin Boos-Waweck und Gräfin Hovos. — Wenn auch die Ausrvahl der Veranstaltungen der Zeit entsprechend beschränkt ist, so ist dock die Kh:r-, Verwaltung besttebt, den Kurgästen gute und abwechselun^sreiclie Unterhaltungen, die für eine erfolgreiche Kur unerläßlich f:rw, zu bieten. Außer den täglicher: K ouz e r te n einer ansaezelchnetcn Kurkapeile unter Leitung von Hofrüt Professor Har:s Minderst e i n intd der: Vorstelllmger: des guten K u r t h c a t e r s unter Leitung von Hofrat Hermann S te in goetter finden haung Gastspiele des Frankfurter Sck-auspielhauses sowie wöchentlich Sinfonie- und philbarrrwniscke Könzerte statt. Auch andere Veranstaltungen wie Vorträge von Marzell Salzer, Kotl>e, Plant ufw. wechseln miteinander ab. Für die nächste Zeit stellen bemerkenswerte Veranstaltungen aus mus:täl:schm: Gelnete^bcvor. Am 30. Mci Gastspiel dee> k. u. k. Kammersängers Leo Slezak am 28. Juni deS Kammersängers Heinrich Heniel. Ern lünmc- risckes Ereignis wird das für den 5. Juni vorgcfehene Richard- Strauß-Konzert rverden. auf dessen Programm u. a. auch die Alpensinforüe steht. Bei dem Konzert, das unter Leitung des Generalmusikdirektors Dr. Richard Strauß statttmdet,, werden das Grvßb. Kurorcliester und die Darmstädter .Hafkapelle m:t zufamwen etwa 100 Musikern Mitwirken. Starkenburg und Rheinhessen. Aus Rheinhessen, 22. Mai. Eine kaum zu ber- de ,SPia r gelle r r: t c liefen: seit ^dem letzten Regen d:e Spargelkulturen der Ortschaften znnsckwl ^)ca:nz und gen Es fehlt an Händen, die den anfglwllender: Legen nstlos en Mehrere Tausend Zentner werden täglich von den 'Sahn- n nach allen Städten, die mit den Spargelorten Ln'sernngS- cäge abgefchlofser: haben, gesandt. Bis tief Nack Aachen h:ue:nl Ärgern bat sick in diesen: Ialwe der rhernheispche Spargel Markt erobert. Die witaus größten Mengen bleiben allerdings eix Rheinstädten vor: Mannheim bis Düsb'ldorr nllb m W:eS- :n Und Frankfurt. - Dü der Riesenernte, die d:e Spargel- w in diesem Ighre liefern, drängt: sich nnnver und immer die Fraae aus: llnd die billigen Preise? Hessen-Nassau. Wertvolle hessifthe Münzen --- Frankfurt a.M., 22. Mai. Die bedeutendste tBanwi* lung hessischer Münzen und Medaillen, rm Besitz des Bunttstz Alexander Fiorino rn Kassel, wurde dieser Tage durch tert hiesige:: Numismatiker Rosen berg zru Versteigerung gebracht. Ten höchsten Preis erzielte der seltene Goldgulden Withüms II. (1506) mit der Eiligen Elisabeth mit 1400 Mark, ein Goldgulden des Landgrafen Wilhelm V. (1627) kostete 905 Mark, ein Toppettaler Ludwigs III. zu Mrrbuag (1600) 960 Mark, der Sterbetoler Wilhelms III. des Waisen (1592) 560 Mark, eine Pocttätmedaille auf den Tod dieses Landgrafen 900 Mark. Ferner bvachten von intereffanten Münzen ein .Kasseler Brettgroschen (1491) cnrf die Pilgerfahrt: Wills-elms I. nach den: hl. Lande 500 Mckrk, ein EngelSgroschen Philipps des Großmütgien 400 Mark, eine Schreßtalerklippe Wilhelms V. (1630) 405 Mark, ein Dukaten (1737) vom Land- Wilhelm VIH. für Hanau geprägt 435 Mark, das Medarlkon (1790) ans das Krönnngslager von Bergen 805 Mark, zwei Pistolen des ersten Kurfürsten von Heffen Wilhelms I. 4M :ntb 510 Mark und der eiserne Helm, eine 1815 gestiftete Kriegsauszeichnung/ 450 Mark. mr. Frankfurt a. M., 22. Mai. Ms ein Teil der Natwnalsammlung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen wurde Montag abend die Fvankftrrter Nationalsamm- lung von Kunst und Wertgegenständen errichtet. Mle entbehrlichen Gemälde, Bronzen, Gold- und Silbersachen sollen sorgfälttg gesammelt und teilweise fteihändig oder in größeren Versteigerungen verkauft tv-erden, rcm so vielen Tarnender: von Müttern und Kindern, welckien die von: Reich gewährte Rente allein nicht helfen kann, eine außerordentliche Unterstützung zukommen zu lassen. Ter Arbeitsausschuß, dein auch der stellv. komnmndierercke General des 18. Armeekorps v. Riedel cmgehört, wird die Sammlung in Frankfurt a. M. ::nd Umgebung in die Wege leiten. — Nunmehr wurde vom stellv. Generalkommandu» die Transpor tausgleich st clle in lüesiger Stadt errichtet. Durch ihre Vermittlung sollen alle für die Versorgung der Bevölkerung nvtivendigcn Fuhren sicher gestellt rverden. .HÄter und Besitzer von Pferden fiub verpflichtet, diese auf Anforderung zur Verfügung zu stellen, ebenso das zur Bedienung des Fuhrwerks notwendige Persorml. Jeder männliche Krttscher hat der Trans« portausgleichstelle Folge zu leisten, soweit es ohne wesentliche Sck>ädig::ng seiner eigenen .Verhältnisse geschehen kftnn. Zuwider- harrdlungen rverder: mit Gefängnis bi? zru einem Jahr oder bei mildernden Umständen mit Haft, sowie Geldstrafe bis zu 15M Mark bestraft. ** Dillenburg, 22. Mai. Bei der hier an der Skaats- eisenbahn und Grünschen Berg Verwaltung mit ca. IM Arbeitern beschäftigten Baufirmü Rinn ans Gießen wurde in der Nacht vom Sonntag auf Näontag ein größerer L e b e n s m i t t e l d: e b st a tzk b-eganaen. Gestohlen wurden: 55 Brote, 20 Büchsen Wurst, 20 Psd. Fleischwurst, 10 Psd. Fleisch, 15 Psd. Käse, 1 Zentner Graupen. 70 Prd. Bobnenmehl, 10 Psd. Reismehl, 5 Pfd. Kornkaffee, 50 Psd. Zucker, 50 Schachteln Zigarette:: und 10M Zigarren. — Es gelang der Diklenburger Polizei mit Hilfe des aus Gießen herbeigecusen-en SckpltzmaunS K l ö s rmt semein Polizeihund „Lcma Rottweil-er", die Fährte aufzuuehmen und drei der Tater zu ermitteln. Die LebeuSmittel wurden fast särntlich durch das ganz vorzügliche Arbeite:: des Hundes, im Walde versteckt, aufgefunden, was beforrders anerrenne::swert ist, da doch etwa IM Arbeiter auf der Baustelle und unmittelbar ain Tatort beschäftigt sind. M der Tat verdächtig sind 3 internierte Polen verhaftet rvorden. Müllersche Badegnstalt. Müllers che Badeanstalt. Wasserwärrne der Lahn am 23. Mai: 17° Reaumur. vermischtes. * Dresden, 22. Mai. Aus Brambach im Vogtlande N7ird gemeldet: Bei einein sturmartigv: Osüvind wurde gestem der benackcharte böhmisch? Ort Oberreuth von einem ftrrchtbaven Brandunglück heiingesuckr. Von den etwa 60 Gehöften des Dorfes grrrgen '28 mit alle:: Nebengebäuden in Flaminen aus. Das Feuer brach gegen 11 Uhr abends aus rmd verbreitete sich über der: ganzen.Ort sehr schnell. Tie Bewohner haben so gut wie nichts retten können. Viel Vieh ist in den Flarumen umgekonnnen. Ern 17jähriger Bursche sott dei: Brand angelegt haben. Er flücktetr und stellte sich in Asch der Gendarmerie. Der Rückgang des englischri: Handels. Berlin, 22. Mar. >'WTB. Nichtamtl.) Nach den amtlichst englischen Angaben betrug im April der 2&rt der Einfuhr des vereinigten Königreiches 84,5 Millionerr Pnmd, der Wert der Ansftchr 35,7 Millionen Pftmd. Die Passivität der englischen Handelsbilanz erreichte also diesen 9Nonat 48,8 Millionen Pfund Sterling, also armäherrrd eine Milliarde Mark. 1913 machte die Passivität der englischen Handelsbilanz etwa drei Milliarden Mark im Jahrr aus. Die heutige dirrch den Krieg verursachte Passivität der englischen Hmckelsbilanz würde, wenn man die Äpnlziffer zu Grunde legt, norm Milliarden Mark im Jcklwe darstellen. Um 10 viel 'würde lich die englisck>e Handelsbilanz unter Zugrurckelegung der letzteren Ziffer während des Krieges verschlechtert haben. Diesen Milliarden-Rekord 'haben bei Begirm des Krieges selbst peffimistische Engländer sich wdlü kaum träumen laffen. Keine Hilfe gegen dir U-Boote. Rotterdam, 22. Mai. Aus einen: ungenannten englischen Kriegs Hafen berichtet der marirwtechrnsche Mitarbeiter des Parrser „Journal" Marsillac über die Ansttengungen. welche gegemvärttg in England zur Vennchtung der derrtschen Tauchboote \mb Rttnen gemacht werden. Es gebe viele Rdetlwden. aus deren Einzelheiten er nicht eingehen könne, die für die DernwcktuNg der deutschst Tärvchboote an gewendet worden feien. Sie mußten aber Augenblick unrgestoßer: ioerden, denn inan mußte anerkennen, datz die „Bockes" es verstanden, rnit ihren Tauchboots: die englischen Abwehrmittel immer rvieder ZU durchkreuz«:. Der MiMrauch von Lazarettschiffen. Berlin, 22. 8Nai. -WTB. NicktmrMch). Der Mißbeouch von Lazarettschiffen diirck die Enteitte bestätigt sich immer !nieder von neuern. Sy erzählt ein sch,:>edisä>er Kapitän, der kürzlich von Algier nach Adarokko zurückgekommcn ist, daß in Orau und Tanger allgemein Lazarettsckßfft als MlirittonS- und Transvortscknffe verwendet werden. Nur zum Scheine werden auf jedes Schrft emlge Aerzte, Scklvestern mrd Verwundete eingeschifft. Ms der drtööc den Franzosen gegenüber sein Erstaunen ausswack, irurde :lmr lachend gesagt, daß dies ein allgerueiner Brauch se: und man :v franzöfisckren Kreisen daraus keiu Geheimnis mache. Arbeiterftrciks in England. Kopenhagen, 21. Mai. :WTB. Nichtamtlich .) Laut amt* lickvn englischen Feststellungen, sttecken augenblicklich in ganz Groß, britanuien 66 0M Arbeiter der verschiedenen Jndnsttren. ±.U Ursachen sind veeschiedeue. Die Lebcnsnnttetteuenmg trägt an den meisten Streiks die Mitschilld. Vor allen: her'rscht überall, großs Unzusriedercheit rvegel: der Nachmusterung der bisher frergeiwlltsf Arbeiter der Munitions- :md Staatsfabriken. Eine Kimdgebung gegen den .Krieg. A m st erbant, 21. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) „Central News" erfahren von ihrem Korrespondenten in Philadelphia, jdaß dort eine große Kundgebung gegen den Krieg ftattfanb. Es bildete sieh ein Werbeausschuß. der d:« Kundgebungen im ganzen Lande fortsetzen will. Sie rühteu sich in der Hauptsache gegen den Rcgierungsbeschluß. anrerikanische Truppen nack> Europa zu senden China. Rotterdam, 22. Mai. XWDB. Mchtmnttick>) '.'lackt dem „8ttenwe Rotterdmnsä>ei: Evnrartt" erfahrt „Morning Pvst" ans Tientsin vcnn 20. d. Vtts.: Das chinesische Unterhaus hat gestern mit einer kleinen Mehrheit beschLossei:. über die Fraoe, ob Deutschland der Krieg zu erklären fei, nicht früher zu entscheiden, als d:s das Md tuet t reorganisiert ist. . V ® r 7^ dten ’ Kunden und Bekannten hiermit die schmerz- hcheAhtteüuiig:, da^s unser lieber, guter Schwiegersohn, Schwager und Onkel Gefreiter Tto Wolilpimitfi m Dmsburg am Rhein au seiner schweren Verwundung sanft ent- schlafen ist Die trauernden Hinterbliebenen: E'amiSie Wilhelm Dappcr. Giessen, (ßahnhofstrasse 29), Harburg 03184 Beginn der Vorführnni Sommsschlacti! und & M 4.40, 6.40 nnd 8,40 Uhr. Telefon 2077. t uuv uni üu yi uiibiu Ubh Beginn der Vorführung der 4989a und dar KMW'NsWZg . Spieldauer des gesamten Programms 2 Stunden. Logen können reserviert werden. Telefon 2077. Lichtspielhaus «= Bahnhcf stpaßie 34 J..\. j • - ■ v : ' . - - , : v WVäattaattasm— — w _ ~-«r\ I-----A; - ' . . .y, i ;:* Öiir die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen Heinrich Kmzebach besonders für die trostreichen Worte des Hatrn Pfarrers Barth, die Bemühungen der Krankenschwester und die überaus zahlreichen Kranzspenden sagen wir herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Kath. Kinzebach geb. Harbach und Kind. Grosten-Buseck. den 21 . Mai 1917. 4 4995 Gesellschaft^ - Verein E. B. Eine GeyeralversgKKium k°/7ub7vL7t,7ch1mtz^7?ns°^'sL7.°^' s “» i 1917 . -r „ Tagesordnung: Mi-wieder an de?Ver?mm"lu^ _ ^ gg ^ Dircktior: Emmelius. Cafe Amend Heute Mittwoch, 8 Uhr: Familien-Konzert Gewinn. Auszug der " * ^ reussisch-Siiddeutschen (235. Königlich Preuss.) Klassen-kofferte ' a, ‘ r - »• «. Mai 19II , -"«> SM-h höh. .Wr,,, I. [ ÄVt. Eier- hiiD Nülierveckös. iSilP Eierhandlung Steinreich. ?>• un 5 ?■ !§ e *! r * Donnerstag S. und 7. Bezirk Freitag 1L und 12. Bezirk Samstag , ^ . 4 Molkerei Gebr. Grieb: i Bezirk Zrettag und Samstag. Lindenplatz 3. § c * lT 1 Donnerstag, Bismarckstraste « K^'tlag und Samstag, Bismarckstrahe 8 . ^e^,lik Donnerstag, Franksurterstrahe <0 § e *J r ; E'eitag und Samstag, Frankfurterstraste 10 . Bezirk Donnerstag, Schanzenstrahe. ^ der A-oa-e nach Pstngsten werden ebenfalls Eier abgegeben. 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Aktiva Ji An ausgeliehenen Kapitalien: gegen Obligationen 729656.16 gcg. Bürgschaft 95 840.08 geg. Güterkaufgelder 5227.33 gegen Wertpapiere 78 550.— An Kassenvorrat 9974.66 An Ausständen 52 328 93 An Mobilien 47.28 An 5°/gAb- schreibg. 2.35 44.93 944622.09 Passiva JC Per aufgenom- Kapitalien 897 746.38 Stammguthaben der Mitglieder 13550.— Reservefonds 22122.88 Zuweisung aus dem Reingewinn pro 1915 4 914.90 27 037.78 Reingewinn 6 287.93 jyersctjifadencaT Gründl. Unterricht . in 84 MascniBsnsglifelben Stenographie Buchführung u. allen Handelsfächcrn. Tagst- a.A^ecdhursa Honorar monati. Mk. 10.- Kursdauer nach besonderer Vereinbarung;. Anine düng täglich. Kostenlose Stellen- v rmiltlung. Franz VoglS Co,, Mao Goet iostr. 32. Tel. 2084. 944 622.09 Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1915 47 Während 1916 gingen zu.2 49 In 1916 gingen ab.2 Daher Stand der Mitglieder Ende 1916 .T7 Die Rechnung liegt von heute ab 8 Tage lana bei dem Veretnsrechner offen. Beuern, den 21. Mai 1917. Ph. Lindenstruth V., K. Walther Direktor. Rechner. GeneraIversaMmZmZti Donnerstag, de» 31. Mai ds. Js.. „ach- mittags 4 Uhr bei Gastwirt 5Varl 5ta«var Sommerlad dahier. Tages- Ordnung: 1. Vorlage der Rechnung pro 1916. 2. Beschluß über Verwendung des Reingewinns. 3. Verschiedenes. Für den Aufstchtsrat: Stein, Vorsitzender.