Ter &:c߀Kc; Tlnzeiger er schein: Ui glich, außer Sonntags. - Beilage::: GietzenerFüüülienblütter; Kretsl'lßU fkr den Kreis Sietzer:. Bezugspreis: motratl. 90 Pf.. Vierteljahr!- Mt. 2.65: durch Ab hole- u. Zweigfleckev »noncrU. 80 Pi.-. durch die Post Mt. 2,15 viert jährl. ausschl. Beckeilg, sternsprech - Anschluil'e: für die Schri'tleituno 112 Berlag.Gesc^ünosteUeül Anschrift fi: c '£ rat) t n ach- richten: Luzerger GlrHea. Erster Blatt } 6 Z. Zahrganz Sienstag, 52, Mai,»,r poslschecttsnto: Kranksrirt a.N. N686 General-Anzeiger sii? Gdecheffen Yankvertehr: Gewerbebank Gießen Zwittingsrunddruck u. Verlag: brrMsche Univ.-Vuch- u. ZteLndruckerei R. Lange. Fchristleltung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Zchulftr. 7. rlknaanre von Anzeigen l. die Tagesnumnter bis zinn Nachmittag vorher Zeilenvrers, f. Anzeigen: örtlich 20 Pf., Per- mietungen u. Stellengesuche 15Pf., auswärts 25 Pf., b. Plahvorfchrift 30 Pf., Reklamen 75 Pi,, bei Platzvorschrift 90 Pf. Hauptschristleiter: Aug.. Goeh. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: A."n. (tzoetz. Stadt und- Laer», Vermischtes u.Ge^ richtssaal: Fr. R. Zenz. Ai:zeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. (WDG.) Großes Hauptquartier, 21 Mai. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht. Die gestrigen Angriffe der E n g l ä n d e r waren beiderseits der Stratze Arras-Cambrai auf einer Frontbreite von 12 Kilometern angesetzt. Wo es feindlichen Stoszlruppen Mischender Scarpe und dem Sensee-Bach gelang, ans ihren Graberc vorzustotzen. wurden sie in unserem vernichtenden Feuer MsammenKeschassen. Oestlich von Croisilles in unsere Linien «einAldrungenen Feind warf kraftvoll geführter Gegenstoß zurück. Am Nachmittag, abends und in der dtacht zwischen Fontaine und Bullecourt mehrfach wiederholte An- Srifte hatten dasselbe Schicksal. Wir l-ielten unsere Stellungen bis auf einen völlig zusammengeschlossenen Graben, den wir dem Gegner planmäßig überließen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. WHrend bei La Foux französische Teilangnfft er- ftlglvs mieden, gelang es westpreußischen Grenadieren bei B raye. sowie batzrischett Truppen bei Cernah und westlich der Haurtebrse Fe., durch Fortnahwe feindlicher Gräben ihre Stellungen zu verbessern und den Gewinn gegen Wieder- eroderungsversuche der Gegner zu halten. In der Champagne ist gestern wieder schwer gekämpft worden. Der seit Tagen gesteigerte Artilleriekampf erreichte von morgens Serbiwr ganz oder : welle vorn §e:noe besetzt" seien. Das ist ein famoses' ( gestzandnisdes Frevelmutes, der Ueberheb u ng Kriegsschauplatz. Keine Ereignisse von Belang. Ita l i e n i sch e r K r ie g § sch a up lü tz. Am Jsonzo setzte der Feind gestern seine Angriffe fort, deren Wucht sich gegen unsere Stellung Mischen Vodicc :md Saleano richtete. Alle Anstrengirrrgen des Angreifers blisven erfolglos. Er vermochte nrcht einen Fuß breit Boden zu gewinnen. Am Vormittag führte der Gegner seine Massen zweimal gegen den Monte Santo zum Sturnr. Der erste Angriff brach, che er sich zu zeigen vermochte, in unserem Vernichtungsfeuer zustrmmM. Beim zweiten bahnten welsche Abteilungen in der Nähe des Klosters Monte Santo den Weg in unsere durch Trommeiftuer zerschoss?n.en C-räbeu. Un'erc braven Truppen, unter ihnen Marburger Landsturm, trieben den Fein?) im Gegenstoß mit dem Bajonett zrlrück. Am AberÄ setzten die Italiener, auf Artillerievorbereitung verzichtend. zu einem breitangelegten mächtigen Angriff an, der sich diesmal gegen den ganzen Abschnitt V o d i c e — M o n t e Santo richtete. Bei Vodice gelang es den Sturmkolonnen, unter schweren Verlusten der: Höhenkau'.w zu erklirnmen. Das altbewährte Jnfanterie-Negiment Nr. 41 warf sich aber ganz auf den überlegenen Gegner und zwang ihn im erbitterten Händgemenge zur Flucht. Die gegen den Monte Santo angefetzten italienische::: Divisionen wurden schon durch unser Geschützfeuer in ihre Gräben zurückgejagt. Die gestrigen Kämpft braärten über 260 Gesa ng e ne und vier Maschinengewehr^ ein. Die überaus mannigfaltige Krregsgliederung unserer Karsttrirppen ermöglichte es nicht, heute schon jeden einzelnen der Truppenverbände, die sich mn den Erfolg des Tages besonders verdient gemacht haben, nach Bezeichnung rmd Bodenständigkeit hervorzuheben. Unsere Flieger Aben in den Luftkämpfen fünf italienische Flugzeuge abgeschossen. Auf den übrigen Abschnitten der Südwestfront ist nichts BesorDeres zu melden. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, FeLmarschalleutnant. * * * Die Köpfe im Westen. Berlin, 21. Mm. (WTB.) Süblich der Scarpc wurden die am 20. Mai morgens gemeldeten A n g r i f f e mit starken Kräften auf der ganzen Front beidersests der Straße Arras—Cambrai unternommen. Sie kamen in unseren: Vernichtungsfeuer in der Hauptsache über die ersten Anfänge nicht hinaus. An einzelnen Abschnitten wurde:: sie schon durch daS auf deutlich erkamcte feindliche Sturmtruppeir liegende deutsche Feuer erstickt. Nur in der Gegend von Croisilles gelang es einer Mrscheiverrd frisch eingesetzten eng^ lischen Division, sich in Kompagniedreite in ucherem vordersten GraSer: festzusetzen. Englische Sturmtruppen, die weiter vorzudringen versuchten, wurden verjägt und vernichtet, zwei Offiziere und 43 Mann gefangen und drei Maschinengewehre erbeutet. Den morgeils errungenen Erfolg versucksten die Englä:we:1 am Nachmittage ausznÄcmen. Sie griffen mehrfach, an einzelnen Stellen bis zu fünf Malen, in nrehrerei: Wellen in DiivisionSvreite cox, wurden aber, wo sie eindra:rgcar, hinausgeworfeir. Nur eine sich- westlich voi: Fontaine nach Westen vvrspringende Ecke unserer Grabenstellung von geringer Breite blieb in ihren: Besitz. (An abendlicher feindlicher Vorstoß aus dem von wrs fteiwillig aufgegebenen Bullecourt scheiterte Starkes Feuer lag wieder auf St. Q u e n ti it , dessen Kathedrale 12 Treffer erhielt. Im Raume der A is n e - F r o n t scheiterten bereits am Morgen in unseren: Infanterie-, Maschinengewehr- u:w Artilleriefeuer französische Teilangriffe in der Gegend von Laffaux. In der Gegend der Hurtebise-Fe. ivnrde unsere Stellung planmäßig nach kurzeo ivirkjämer Artülerievvrbereitrmg in etwa 200 Meter Breite vorgeschoben, wobei eine Gruppe von Gefangenen und seck)s Maschineir- gewehre in unsere Hand fielen. Am Nachmittag erfolgte:: drei stärkere seinfdliche Gegenangriffe, die ebenso wie weitere heftige abendliche Angriffe mit schwersten Verlusten für die Franzosen teilweise im Ha:ck>granatenkampf nbgewiiesen wurden. Ein im Anschluß an diese Unteriwhmung nach heftiger Artillerievorbereitung zur Verbesserung unserer Stellung gleickfb falls von Bayern unter::ommener Vorstoß setzte uns aus der 5)öln nordivestlich des Bevelle-Plateaus in den Besitz feindlicher GrcMn. In heftigen Kleingefechtcn uiü> hartrckickigen L»andgranatenkämpfe:t wurden die eroberten Grabe:: gegen alle Gegenangriffe gehalte:: und etwa 50 Gefangene und drei Masckfinenigewehre eingebracht. Kurz vor Mitternacht stürncken am 20. Mai Truppe:: der Provinz Posen in der Gegend :wrd)oestlich von Braye tue vordere feindliche Grabeuliifie in einer Breite von 200 Meter. Auch hier Mieft eine Anzahl Gefangener in unserer Hand. Während sich in der Gegend von Reims das ArMeriefeuer in mäßigen Grenzen hielt, steigerte sich das tagelange fianzösffche Zerstönrngsfeuer gegen unsere Höhenstellungen in der westlich^n^ Eha'.npagne am 20. vormittags zum heftigen Svirmreiffchießen. Um 4 Uhr '.mchmittags ging der Feind mit starken Kräften gegen unsere Höhensicllungen :wrdlich von Prosnes, vom Carnillet Ks znm Poehlbcrg, zum Angriff vor. Im ersten Anprall gelang es de:: Franzosen, die Höhen zu besetzen Der Gegenstoß unserer Reserven, die schon seit langer Zeit unter schwerste::: Feuer ausge-- halten hatten, entriß dem Feind unter Kämpfen größter Erbitterune einen großen Teil seines Gewinnes. Die anfänglich verloren gegangener: 5)öhen H o chber g nick» Poehlberg wurden znrlück- erobert und gegen mehrere starke Angriffe, bei denen die feindliche Infanterie durch unsere Artillerie schwerste Verluste erlitt, gehalten. Eine größere Anzahl von Gefangenen und einig" Aiaschinengcwehre rmirden bei diesen Kämpfen eingebracht. Zwe andere Höhen, der Eornillett- und Keilberg, blieben, wie gemeldet, im Besitze des Feindes. In der Gegend von Verdun verstärkte sich am 20. tagMbe: die Artillerietätigkeit und hielt auch stellenweise bis zum Mend .an, um in der'Nacht abtzustauen. Amerikaner an der Westfront. Londvn, 20. Mai. (WTB. Nichtcuntlich.) Das Neuter> fche Bwrom: erfährt vo:: der an:eriraursche:: Botschaft, daß eure reguläre aruerikanische Divisio:: unter dem Befehl des Generals Perching sobald als ruöglich nach Frankreichs abgehen wird. Die Drvlisiou !vird auf neun Regin: enter Pw- niere verstärkt, die -urllängst für den Dienst in Frankreich ansgehoben worden sind. Washington, 20. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) An:t- lich wird verlautbart: 2600 Seesoldaten werden die anreriöanische Division nach Frankreich begleiten. Rott/erdam, 21. Mai. (WTB. Oftchtamtlich.) „Dailtz Telegraph" meldet ans Mw Aork vom 20. Mai, daß die Elrtsendung der amerikanischen Division unter dem Kommando des Ge::erals Ferching nach Franlr-eich als Demonstration gedacht ist, um der Welt zu zeigen, daß die Amerikaner wirtlich kämpftu ivollen, und um in der Bevölkern:^ der Bereinigten Staaten die Kriegsbegeisbernng zu stärken. Der Beschluß zur Entsendung der Division wurde auf Anregung Josf res gefaßt. In OfsiziersL^isen in Washington ist er viel auf Widerstand gasroßen, da man glaubt, daß Amerika vorläufig seine reguläre Armee bis zum letzten Mann selbst braucht. Der Beschluß der Regierung, die ersten 500 000 Main: der neu aufzustellenden Ar:uee toegen Rtangel an nnlitärischeu Ausrnstimgsgege::- stäichen nicht vor September einzuberufen, stößt auf ziemlich scharfe Kritik. Die Regierung will offenbar versuchen, zuerst die reguläre Annee und die Atiliz dirrch Freiwillige auf die nötige Stärke zu bringen und erst dann die Dienstpflichtigen aufzurusen. Die Revolution in Rutzlanö. Fürst Lwow über die Fortführung de» Krieges. Petersburg, 20. Mai. (WTB.) Meldung der Petersburger Egrapheu-Agenturi M:nisterpräside::t Fürst Lwow l)at Vertretern der Presse folgende E r k l ä r n :t g c n gemacht: Als die vorläufige Regierung gebildet würde, lehnten die sozia- lffllschen Parteien den Eintritt in diese ab, indem sie erklärten daS Programm der vorläufigen Regierung zu billigia: imb zu unterstützen. Diese Parteien gründeten ihr eigenes Organ, immlich den Arbe:ter- und Soldatenrat, der die Arbeit der Regierung kontrollieren :md sie mit seinem ganzen Ansehen bei der Durchführung des von der vorlmifigen Regierung verkündeten Programms unterstütze:: sollte. Jndess«: nahm dieses Kontrollvrga:: mehr und mehr, den Charakter eines Verwaltungsorgans an, und die vorläufige Regierung sah sich Anweisungen gegenüber, die fi' ^lassen hatte. Die Folgen dieser Politik machten sich als- bald fühlbar. In der Tat sank die Ka mpfkra ft des Heeres bis an den Rand des Ab g rundes , und überall wurden Anzeichen der Anarchr e bemerkt. Gleichzeitig blickten :msere Bundesgenossen besorgt auf ims, während unsere Feinde uns einen Blick unerhörter Schad^nsveude (mochincete' joyeuse) zuwcrrfe::, und schon haben neuerlich unsere Gegner uns grausam beleidigt, iiidem sie m:f die Vköglichkeit eines Sonderfriedens anspielten. Heute erivartet die neu zilsammengcsehte und durch das Vertrauen 'des Volkes starke Regierung, daß alle ihre Handlungen vollständig gebilligt und mrsgeführt iverden, sowie daß allen ihre:: Anwersungen wie denei: ihrer Vertreter getreulich gehorcht wird. Tic n«:e Regierung hat eine große allgeineine Aufgabe tx)r sich', nämlich so schnell wie nwglich das in Unordnung gmUcTK» Leben des Landes wieder aufzubaue::. Tie Regierung betrachtet a\x ihre Ausgabe die Erstarkung der bewaffneten Macht, die ein Höchstmaß an Kampfkraft besitzen nmß, sowohl zur Ber> fefbigimg des MndeS ipö> zur Bewahrung der Errungensck-aften Der Rrvolntion Wie *lir Vertteibung des Feindes, der -ruf unserem Moden sieh:, mib besonders zur tätigen Unterstübung unserer jWu:wesgsr:osftn. Tos Land :oeiß, daß die Kttmpskaft unseres Dveres gesunken ist. TaS konimt nicht nur von der mangelhaften Versorgung mit fRunition, Lebensmitteln und Futter, so ledern «auch von der falsche:: Auslcggmg der Kriegsziele. Tie Regierung hält es daher für ihre Pflicht, klar und endgültig zn »erllären. daß sie offen den Abschluß eines schnellen Briedens erstrebt, aber, indem sie von einem Frieden vhne Annexionen und Kriegsentschädigungen spricht, erklärt die Regierung, daß es sich nicht um eine passive Verteidigung handelt. Das freie Rußland wird niemals dulden, die Gebiete unter dem Joel? des deutschen Militarismus zu belassen, die infolge der verbrach'risch.'n Naciflässigkeit der alten Regienmgsform gegenüber den Intrreßen des Vaterlandes und des Heeres aufgegeben Wiarden. Während es das Bündnis mit den großen Demokratien der West Mächte hoch,schätzt, die die Greieel des deutschen Ein- salles erlitten^ und i ni m er n o ch u n t -e r de m s ch Jr- 1 e r c lt T r i t t de Stiegers leiden, kann das russische Volk hinsichtlich des Schicksals Belgiens, Serbiens und Rumäniens nicht gleichgültig bleeibcn und nicht seine Pflicht ihnen gegenüber vergessen. Ich kann mir' nicht vorstetlen, wie man den Gedanken Anlassen kann, daß welc Millionen freier Belgier in Sklaven des deutschen Militarismus umgewandelt werden sollen. Um den künftigen Geschlechtern ein unbeflecktes Ansehen zu überliefern und hocherhobenen Hauptes unter den großen Tcmolratien frei KU bestechen, muß das revolutionäre Rußland die zkrait seines Heeres ans die nollvendiae Höhe bringen. Aus dieses Ziel werden alle Bemühungen der Regierung gerichtet sein. Die tatsächlich an der Front eingetretene Wasfenrich^, die dem deutschen Reicbs- .kanzler die Vermutung eines Rußland angehenden Sonderfriedens ermöglichte, diese Waffenriche muß aufhären. Das Land soll rin gebieterisches Wart sprechen und sein Heer in den Kampf schlicken Ich bin sicher, daß das freie Heer Rußlands, fest zusammen- geftbwußt durch-die Disziplin, die «ui dem wechselseitigen Vertrauen der Offiziere und Soldaten beruht, hie sich gänzlich), der für Rußland &ur Fortsühiurng des Krieges treibenden Probleme bewußt sind, daß das Heer, welches weiß, daß das gesan.ite Volk hinter ihm steht, daß dieses Heer sein Land, seine Ehre und seine Würde «Derbeidigen wird. Es wich den Bundesgenossen, mit denen es -durch dal für die große Sache gemeinsam vergossene Blut verbunden iß, -eine kräftige Hilfe bringen. Der W a s f c n st i l l st a n d sau der Front ist unvereinbar mit der Ebre und W'ü rde Rußlands, ganz ebenso rvie der Bürgerkrieg. Wir anüssen dem Lande ein geregeltes Leben und die Ordnung wieder- kherstellen. Das sind die Grundprobleme, für die die Regienrng •ttfte Außrengungeit machen muß. Tercftscherrko über das Verhältnis zu den Alliierten. Petersburg, 20. Mai. (WTB.) Meldung der Petersbg. ,'Telegr. Agentur: Ter Minister des Aeußern T e r e st s ch c n k o gc- XvÄhrle den Vertretern der russischen Presse eine Unterredung, bei tder er sa-fte: i Sie fragen mich nach meinem Programm. Sie können cs "in der Erklärung der neuen vorläufigen Regierung, die zur Macht im freien Rußland berufen worden ist. lesen. Das Programm ist skmH, ober bedeutungsvoll, nämlich die möglichst schnelle Wiederherstellung eines allgemeinen Friedens, seines Friedens, der weder das Ziel hat, andere Völker zu bc- cherrschen, nach sie ihres nationalen Erbes zu berauben, iroch ge- Rvrrltsam fremdes Gebiet wegzunehmen, eines Friedens olmc tShaxzvcmpi imb Enfichädigungen, der sich auf das Selbstbestim- mungsrecht der Völker gründet, eines Friedens, der erreicht wirb in «rger unlöslicher Vereinigung mit den Demokratien der Alliierten. Das freie Rußland hat, lvie jedes Land, das eine große 'verjüngende Revolution durch ge macht'hat, für diesen Wunsch zwei tief idealistische Gründe. Der erste ist das Verlangen, der ganzen .Welt einen gerechten Frieden zu geben, keine Nation zu verlern ^nnd nach dem Krieg keinen Haß und keine Entfremdung zu schaffen, Hie immer Zurückbleiben, wenu ein Volk aus dem Kampfe auf tÄvsten der anderen bereichert hervorgeht, wenn eins niedergeworfen, nach gezwungen wird, demütigende Friedensbedingungen anzu- .nehmen. Wir haben dies traurige Schauspiel 1870 gesehen. Die .-von Deutschland Frankreich beigebrachte Wunde blieb 45 Jahre lang affen. Die Hoffnung der Elsaß- Lothringer ans eine bessere fifcrtunU ist bis jetzt noch nicht gestorben, und heute l-nben sie ein R e ch t d e r Verwirklichung ihres Ideals zu erhoffen. Krän- "kungen und Ungerechtigkeit werden nickst vergessen. Gewalt zeugt Haß. Das befreite Rußland will das weder für sich noch für die anderen. - . Der zweite Grund ist das Bewußtsein der Bcnrde, die Ruß- Land und die alliierten Demokratien verknüpfen, das ' Bewußtsein der Pslichttn, die ihnen diese Bande auftrlegt haben. <Äas revolutionäre Rußland kann und darf diese Bande, die durch 'Blut gefeitigt sind, nickst lockenu Dies ist eine Frage der revolntio- nchLn Ehre, die ihn jetzt um so kostbarer ist. Die große Revolution, Läe das Bolksmeer bis in seine größten Tiefen aufgewühlt hat, Konnte nicht umhin, die Armee zu beeinflussen, die sich eirickst sofort dem plötzlichen Wechsel der Lage anpassen konnte. sGlerc^eitig fuhr die Deinokratie des Westens fort, mit Zähigkeit Uw .Kriegsvoerk zu vollenden, was für uns eine große Hilfe be- Leutrt. Die alliierten Armeen, deren große Masse wie bei uns aus 'JSkmerrt und Arbeitern besteht,^ führen ohne Unterbrechung den ^Kanrps gegen den Feind, lenken seine Macht ab imb bewahren durch dir« heldenmütigen Anstrengungen die russische Revolution vor der Niederlage von außen. Der Erfolg der russisck^en Revolution hsr auck) mit ihrem Blut erkauft worden, und mit einen: Gefühl Tftftr Befriedigung darf man feftstellen, daß es in: freien Ruß- trotz Meiirungsversckstcdeicheit tn den denrokratischen Parteien nicht eine einzige Partei oder Bereinigurrg gibt, wie es sie ■im recfticmärcn Rußland gegeben hat, die für einen Sonderfrieden geworben hat. Indessen weiß ich, daß es eine Frage gibt, die zahlreiche Gruppen der russischen Demokratie in Erregung versetzen kann. Es ist Eine Frage, die die Leidenschaft erttfesselt. Ich glaube aber, daß ich -sie trotzdem berühren und darüber eine vollständige und wahrheitsgetreue Meinung äußern sollte, denn das russische Doll hat eii^ Neckst zu erwarten, daß die vorläufige Regierung ihm nur die Wahr- cheit sagt. Die rus-ische Dem okratie fürchtet, daß sie, rgcbunden durch die alten Verträge, annexionistischeu Zwecken die n stbar gemacht werden soll, die ihr fremd sind. Dies bcunrnlstgt ihr revolutionäres Vertrauen und verringert ihren) Schneid und ihre Begeisterung. Deswegen wird das Verlangen ausgesprochen, sofort aÜf von der alten Regierung abgeschlossenes Verträge zu veröffentlichen. Ich glaube, daß in diesem jfallc die (Gefühle, die dies Verlangen veranlaßt haben, Gefühle ,von hoher Mensckstichkeit sind, aber ick bin überzeugt, daß die Frage -qarrz irrtümlich ausgefaßt worden ist. Die russische Demokratie 'ick das klar macken. Die iosortige Vmöfsentlichung der Verträge ist gleichbedeutend dem Bruch m i t d e n Allsiierten und tuüix zur Vereinzelung Rußlaicks sühreir. Eine solche Handlungs- ggjfc kmrde nottvendigertveise zu einer Sonderstellung Rußlands! fühveir und wäre der Anfang eines Sonderfriedens.» Gerade das weist das rufstscke Volk mit aller Macht, nicht nur aus Ehrgefühl, wert von sich Es versteht sich, daß der Weltkrieg nur durch einen Matfrieden beendigt werden kann. Nur ein solck>cr Frieden könnte \bk Gerechtigkeit und das Selbstbestimmungsreckst der Völker verbürgen. die den heißen Wunich des befreiten Rußlands bilden Es müssen andere Wege gesucht werden. Das neue Rußland muß in btc Zukunst -chauen und nicht zurück. Tie Wett stelst vor 'mutn XathdKn : der großen russisckien Revolution ist der Eintritt W* großen gm er: kan:jlchen Republik in den Kiieg gefolgt, ^ie nna "-a.aNerung d^e russisckae Revolution begrüßt hat und sich Owv' ?,ögern auf die Seite der Alliierten stellte, nachdem der russische M»olutismns verschwunden war. n Tatsachen muß man a^sgehen und diese Tat. tzchn' können rteil Demokratien nicht außer acht lassen. ^ ek-hr mit den Vertretern der w-esllichm Demo- v 'Ziele, die sich jetzt infolge der russischen Revolution Kr die ganze Welt austun, für alle oerständLick.. ^>uu uitfcn Verkehr muß das gosMfeittgk Vertrauen der ?llliiert^n ruruchn^n, was der vorläufigen Regierung gestatten wird, vorbereitende Maßregeln für das Einvernehmen mit den Alliierten zu ergreifen, das sich auf die Erklärung vom 0. April grülü>et. Ich tverde mich bemühen, den Vorgang der Annäherung und des Verstehens des gegenseitigen Einvernehmens zu beschleunigen. Ilm aber dies Ziel ^iolgreicki, zu erreichen, muß das freie Rußland beweisen, daß es treu seiner harrptsächlichsten Verpflichtung nachkomml, die es den Alliierten gegenüber übernommen Ij-at, der Verpflichtung des gemeinsamen Kampfes und gegenseitiger Hilfe. Es muß ein unbegrenztes Vertrauen zu sich, einftößen und . beweisen, daß fern Idealismus nicht von seiner Schwäche lMrn'ihrt, daß Rußland auf 2lnncxionen verzichtet, nicht weil es sie nichch erlangen kam:, sondern weil es sie nicht will. Gerade deshalb ist os naincrns der Forderungen der Demokratie und namens eines schnellen uiiib gerechten Friedens notlvendig, eine Militär m a cht in: neuen Rußland wieder zu schassen Und mit voller Kraft ihre rovolutionäre Bebeisternng zu stärken. Die russische .Armee bewies .Heldemmll und großh S-elbstverleugnung sogar, als sie von der alten Regierung aus das Schlachtfeld geschickt wurde. Jetzt, wo sie mir einer fteiwillig angenommenen Manneszucht unter'.vorfen ist, mich sie verstehen und ve»fleht auch, daß sie für ihr Teuerstes auf Erden kämpft, für d:e Unversehrtheit tzmo das Wohl .des befreiten Vaterlandes, das^ nach einem neuen Leben verlangt. Sie versteht mich, daß eins Niederlage diese Freiiheft und, das neue Leben oeruickiden würde. Und das utuß das eiirzige Ziel sein, das sie beseelt. In der Tat ist es lächerlich, im gegenwärtigen Zeitpunkt von Annexionsplänenj der Lllliierten als von dein wirklichen Hinderungsgrund für einen gerechten Friede:: zu spreck-en, während RuUand, Belgien, Frankreich Md Serbien ganz oder teilweise vom Feinde besetzt sind.. Jetzt kcrmr zur^ Bcrteidiguirg der nationale:? Unabhängigkeit und Freil>eit nur die tätige Verteidigung in Frage konrinen. Was die Zukunft der alliierten Denrokraticn anbetrisft, so kan: die russische Freiheit nickst, umsonst zur Welt, nicht umsonst verbreiteten ihre Folgen irnd ihr Einfluß sch in einer großen mächtigen Woge durch die gmrze zivilisierte Welt. Das ist alles, was ich im gegenw-ärtigon Zeitpimkt darüber sagen kann, was mir als Grundlage meiner Tätigkcft :md Maßregeln, die ich zu ergveifen: beabsichtige, dienen soll. Englische Eindrücke. Haag. 21. Mai. (Priv.-Tel.) Der Korrespondent der „Morning Post" in Petersburg etilt mit, daß er die englischen sozialistischen Abgeordneten nach ihrer Rückkehr von der ausgedehnten Reise gesprochen habe, die sie durch Rußland, ncch Moskau, in die Industriezentren und an einen großen Teil der russischen nördlichen und westlichen Front geführt halte. Die Abgeordneten hätten ihm offen ihre Eindrücke mitgeteilt, die sie bei ihren'Gesprächen mit den Vertretern der Arbeiterorganisationen und den Soldaten hatten. Doch dürfe er keine Einzelheiten mitteilen, seine persönliche Meinung sei aber, daß sich die englischen Besucher durch das, was sie sahen und hörten, unangenehm in ihren nationalen Empfindungen getroffen fühlten. Bon privater Seite habe er Mitteilungen erhalten, die daraus htnweisen, daß in Petersburg eine starke deutsche Agitation bestehe, und cs unterliege keinem Zweifel, daß die deutschfreundlichen Strömungen an Stärke gewinnen, gleichzeitig mit einer Zunahme der antienglischen. Rotterdam, 21. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Time s" meldet aus Petersburg, daß die Duma, obwohl sie nicht aufgelöst ist, ihre Mackst cm die Regierung abgetreten hat. Sie bleibt zwar immer noch eine moralische Macht, hält aber keine Sitzimgen mehr ab. Der Arbeiter - undSol- datenrat ist das wirkliche Parlament geworden und die Regierung ist seine Exekutive. Die Lage an der Front hat sich,, der „Times" zufolge, dadurch gebessert, daß B^russilow, Gurko und Dragomirow aus ihrem Poster: bleiben. Auch General Ruski soll einen wichtigen Posten erhalten. Die russichen Kriegsziele und die franzöfesche Presse. Bern, 20. Mai. (WTB. Nichtamtl.) Die Frage der russi- schenKriegs ziele wird von der galten französischen Presse ausgegriffcn, die einmütig betont, daß die russische Auffassung von der der übrigen Entente nicht sehr weit abweiche. Es haiidle sich nur darum, sich über den Begriff Annexion und Entschädigungen zu einigen. Einige Blätter prägen ein neues Wort „Desannexion von Elsaß-Lothriugen"' und fragen, wie Rußland sich dazu stellen wird. Der „Temps." und die übrige große Presse erklären, keinesfalls dürfe von der Entente ein Verzicht auf die Herausgabe früher entrissener Gebiete, auf die Befreiung^ der unterdrückten Völker sowie auf die Wieder- erstatttlng und Sckiadlos^haltung ftic die angerichteten Schäden smtens Deutschlands verlangt werden. Der „Rappel" erklärt^ Rußland dürfe weder die Serben, noch die Tschechen, noch die Rumänen vergessen. Seine Aufgabe werde schwer sein. Der Geist und die Formen Miljukows müßten wieder zur vollen Geltung kommen, sonst würde sich der Horizont im Orient verdwrkeln. „La France" erklärt, das Eingreifen der revolutionären Ausschüsse in die Diachtbefu^nisse der Regierung sei augenblicklich das wichtigste Besorgnis. Die Tatsache, daß die Regierung auf ihre Kciegszicle verzichten mußte, weil der Ausschuß es wünschte, sei folgenschwer. Man kcnrne vielleicht sagen, die russisck>en Kriegsziele gingen nur die Russen an und es stehe ihnen fiei, darauf zu verzichten, sich auch auf Kosten anderer Nationen zu vergrößern, was zutreffend sei, aber nur unter der Bedingung, daß ihren Birndesgenossen die Hände für die Regelung der Dardancllenfrage und die Zertrümmerung der deutsche:: Vorherrschaft im Orient fveiblieben. Wem: die russischen Kriegsziele die der Alliierten werden sollten, würde dies mckhr als die Vernichtung der Entente- fordernngen darstellen, denn das deutsche Programm würde dann selbst im Falle der Niederlage Deutschlands durchgesührt. Man würde chm nichts nehmen und es hätte nichts zu bezahlen. Man glaube zu träumen, wenn man solches höre. TlrchangelSk von den Engländern besetzt? Stockholm, 21. Ma.i. (Privattel.) „Aftonbladett" erfährt von aus Petersburg zurückkchrmrden Reisenden, die Engländer hätten mit 4000 Mann Archangelsk besetzt und beabsichtigten auch, die Strecke von Archangelsk bis Petersburg zu besetzen. Die Japaner hätten Chardin besetzt * Dre Ukraine. Petersburg, 20. Mai. Ter in Kiew tagende Kongreß von Abgeordneten der Ukraine beschloß, von der vorläufigen Regierung die sofortige Verküickigung des Grunjdisatzes der nationalen und territorialen Selbstverwaltung mtb eine besondere gesetzgeberische Haicklung zu fordern und als ersten Schritt auf den: Wlege zur Verwirklichung dieses Grundsatzes die Sä)asfung eines Ministerpostens für ukrainisck-e Angelegeirheiten im Kabinett zu verlangen. Secfrfcg. Neue U-Boot-Erfolge im -tttantischen Ozean. Berlin, 21. Mai. (Amtlich.) Neue U-Bootserfolge im Atlantischen Ozean: 18 000 Bruttorcgistertonnen. — Unter den Ladungen der versenkten Fahrzeuge befanden sich 10 000 Tonnen Eisen nach Italien und Getreide nach Frankreich. Der Chef des Admiralstabs der Mariire. Ein 23 876 Tonuerv-Dampser versenkt. Rotterdam, 21. Mai. (WTB. Nichtamtl.) „Maas- bode" meldet, daß nach der Erklärung der Besützun-g deZ versenkten schwedischen Schiffes „Kordelia" dasselbe U-Boot: einige Tage später den White Star-Dampfer „B a l t io"' (2 2j87 6 Tonnen) angriff. TX 2 s ßchifi erhielt schwere Treffer und hatte bald darauf schnüre Sckstagseite. Englische Torpedojäger eilten sofor tzu Hilfe. Später hörte man, daß ein anderes U-Boot den „Baltio" zum Sinken gebracht hat. Der Hafen von Portsmouth geschlossen. Rotterdam, 21. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der Hafen von Portsmouth ist wegen M^kMgesahr bis auf weiteres geschlossen worden^ * Madrid, 18. Mai. (Fmrkspr. d. Vertr. i - W. K. K. T.-B. Verspätet eingStrossen.) Am 15. Moai hat ein t.^-Boot 12 Meilen tton Dcniia nach mehr als einstündigem Kamflie, wobei über 200 Kanoirenschüsse gewechselt wurden, den beiraffletm: englischen Dampfer „Tungshan" mit 6000 Xmtmn: KohDen von New- oastle nach Genua unterwegs, versenkt. Der KapiXän, der erste Artillerist und ein Maschinist wurden von der Besatzung dcÄ U-Bootes gefangen genonrmen. Nach Mitt-eilangen des ,^ImPrrcial" ist der Odrne deS bei Tortroes versenkten englischn 6000 TLMnen-Danepsers Ianonc, Heimatshafei: London, nicht „Izanoni", wie irrtümlich iwrlautete. Auf der Flucht vor U-Booten ist in der Nähe von Demia der der italienischen Regierung ^schlawcahnrte deutsche 6000 Tonnen- Damplser „Amphitrits", von Argentinien 7nit Weizenladungi kommnfl), gestrandet. Er hatte mit ltxun versenkten englischen Dxrmp- fer Tngshen einen Geleitszug gebildet. In der Nähe von Mnreria scheiterte der Dampfer „Panchas" (4436 Tonnen) auf dem Wege nach Genua mit 4200 Tonnen Kohle sowie Medikamenten für Verwundete. Mehrere französisck)e und Optische Kriegsschiffe sowie der Zerstörer „Walkyria" sind nrit der Flortmachung des Dampfers beschäftigt. Rotterdam, 22. Mai. Der „Maasbode" meldet, daß. der Dampfer ,^FoanniSP. Goulondrie^ (3153BRT.'^ nrit Erz auf dem Woge von Afrika nach England, versenkt wurde. Ferner seien torpediert: Da:npscr „Sow w cll" aus London. (3781 BRT.), „BoomHill" aus Newcastle (1395 Tonnen), „Helen" ans Belfast (322 BRT.), „Derrp- mor e" aus Tralee (485 Tonnen), die englischen Dampfer „A t hole" u:H „B u r ro w a", der englische Dampftraw- ler „Kitt y", der französische Dampfer „Nell p" (1868 BRT.), das Sckfifs „Snig", m:t Ballast von Belfast nach Anierila unterwegs, und „Hlmdso-n" (817 Tonnen) aus Kristiansand, schließlich der norwegisck-e Dampftrawler „Ro a l b“ (158 BRT.). Paris, 21. Mai. (WTB.) Amtliche Meldung des Reu- ter sch e l: Bnreans. Der von der Marxne gemietete Darup fer „C o l b er t" mit einer Anzahl Mütitärpersonen, ist am 30. April im Mittelmeer tor p e d \t f x t worden. 61 Personen sind umgekommen. Aus dem Reiche. Die Reift deutscher Sozialdemokraten nach Stockholm. Berlin, 21. Mai. (WTB. 97ichitarntl:ch.) Aus eine Anfrage des Abgeord-weten Haase (Königsberg) ist folgende schriftliche Antwort erteilt worden: Die im. HanptausschLttz von den: Staatssekretär im Auftraae feine? Amtes am 1. Mai 1917 abgegebene Erklärung, daß dew unabhängigen Sozialdemokraten lvegen ihrer Zugehörigkeit zu dieser Frattion die vor: ihrftn beanöragten Pass« zur Reise nach Stockholm:richt verweigert w^erden sollen, tvird im vollei: Umfange aufrechterhalten. Die Beteiligten werden sämtlich die Reiseerlcrubnis erhalten, augenommen der Landtagsabaeordnete Hoff mann. Diesem wird aber der Paß nicht weger: seirver Zibgehörigkeit zur Fraktion der unabhängigen Sozialdemokraten, sondern: lediglich deshalb verweigert werden, weil er nach einer Mitteilung des Oberreichsänwalts in ein ErmitteliMgsverfahren. lvegen Landesverrats verwickelt ist. Ans Heffen. Die hessische Sozialdemokratie und die Kriegsziele. -- Mainz, 21. Mai. Eine stark besuchte Landeskonferenz der sozialdemokratischen Partei des Großherzogttlms Hessen na^n zu^ den Fragen des Friedens und der Ktiegsziele mehrere Entschließuw-l gen an, in denen es u. a. heißt: Die Landeskonferenz schließt sich iit! vollem Umfang der Bewegung an. tvelche die Zei:tralinsta:rzen der Partei zur .Herbeiführung «eines baldigen Friedens eingeleitel haben. Sie erkennt nach tvie vor die Pflicht der Landesverteidigung an und l>ält die Bewilligrmg der K>rregskrcd:te durch die Reick-stagsftaktion. so lange für gereckftfertigt. als die Feinde der Zentralmächtt nichL zum Abschluß eines Fri<ü)ens bereit sirck, der Deutschlands territoriale Unversehrtheit, polittsche Unabhängigkeit urrd wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeit sichett. Um so mehr bedauert die Konferenz,, daß der Reichskanzler am 15. Mai die eine Eroberungspolitik ab*' lehnender: Kriegszicle der RögievuNg -richt klar zun: Ausdruck^ gebracht hat. — Für Hessen fordert die Konferenz die Einsühinntz des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlckechts für den Landtag, eine Erneuerung der gesamten Vertvaltungs- gcsctze, Einführung der Einheitsschule und eine Aenderung der Steuergesetze im Sinne schärferer Heranziehung der Besitzenden. Ferner verurteilte die Konferenz jede Sonderbestrebung innerhalV> der Partei und bettachtet daher alle die Genossen, die der Minderheitspartei oder einer anderen Soickerorganisation beitteten odeü für sie arbefteir, als aus der Landesorgarrisation und daUrft au- dev Sozialdemokratischen Parte: Deutschlands ausgeschieden. Aus Stadt und Land. D ietzen. 22. Mai 1917. Warum die KartoffelsteckliugSpflauzen heraugezoge« wurden? Diese Frage beantwort^ das Stadt. Lebensmittelamt wie folgt: Die ^Anregung ftndsAiussorderuug hierzu ging von de'm Gerwral- kommando aus, das seinen guten Grund dazu hatte. Eft:mal wap der große Mangel an Frühkartoffeln leicht vorauszufthen, da große Mengen davon als Speisekartoffeln zur Verlandung kommen mußte::. Sodann tvar zu befürchten, daß bei dein strenge::, überlmäßig langen Winter die Kartofftln in den Kellern und Mieten leicht großen Sck-aden erleiden könnten, :oas auch leider vielfach der Fall Nrar. Weiter war die Voraussicht maßgebend, daß bei der Ausgabe von Saatkartoffeln ai: die vielen Kl ein ka rto ssel züchter und Pächter von kleinen Grundstücken dazu führen könnte, daß dis Kartofftln nicht in die Erde gelegt, sondern gegessen würde::. AuS diesem Grunde werden auch Listen über die Kleinbauer voui Kartoffeln geführt, wobei jedem die ftlbstge^ogenen Kartoffeln im Herbste Mr Änrecftmng konrmen, soweit die mit Karwffeln bebauten Grundstücke über 200 Quadratmeter betrage::. Mißerdem bringe:: jetzt die Zeitungen schon Berichte über das Stehlen der Saa t ka rtof felu aus der Erde, wie es rm Hungerjahre 1817 der Fall lvar. Dies ist bei de:: Kartosftlstecklingspflanzen incht zu befürchte::. In Gieß-en haben mm die Gärtner ans Veranlassung dev Stadtverivallung und des Lel'ensmittelamtes die Kartoffelpflanzen von der besten frühe:: Sorte mit großer Mihe imb regem Eifer heran gezogen lutib lwingen sie zu^ einem so niedrigen Preise jimt ^Verkaufe, wie in keiner atiberen Stad: Wer in Bcttacht zieht, ivi« l-ock^, -:ach dcm ictzigen tGeinüseprefte!: lzu urtelben, b:c Fvüch- Cattoffeüi iw! Preise Lommen wewen, der wläd sermß nicht vcv^ fSinncn, rin Qwartier seines Gartens oder Feldes in der Nähe der ümt Kcrrtoffrif tecklinFen zn bepflanzen, zumal man nach ihrer frühen Ernte das Land swieder miderwritig bestellen kann Am> besten rft es, wenn man die Kartoffel stecklmge in der Weise vett- pflanzt, daß der Gärtner Var dem Ajuspflanzen aus dem Miutterbest die Erde angießt, damit den Pflanzen beim Ausziehen etwas Erde anhast-en bleibt. Nach der Berpflanziung ntust man bei trockenem! Wetter ettvas gießen, wie auch bei den anderen Gartenpflanzen. Wrr verreisen auf die Anzeige des städtischen Lebensmittelamts rn unserer Zeitung. .. ** Fleischverkauf. Mit Rücksicht auf die jetzige wärmere FahresAeit empfiehlt es sich dringend, daß me Bevölkerung das Fleisch in den Metzgerläden zu Beginn der Verkaufs stunden und nicht erst am späten Abend an den Verkaufs tagen holt. Der einzelne Haushalt ist besser in der Lage, für die Haltbarkeit des Fleisches zu sorgen, als dies in beu Metzgereien geschehen kann, wenn die einzelnen Fleischportionen hergerichtet sind. Es liegt im Interesse jeder Haushaltung, wenn sie sich nach vorstehandem richtet. ** Verteilung vo u Gemüse-Konserven. Der Stadt Gießen sind Gemüse-Konserven zur Betteilung überiviescn worden. Wer Gemüse-Konserven beziehen will. l)at den Bezugs- a b s ch n i t t 10 der Lebensmittelkatte in einem Äcinhandcls- geschäfte abyu liefern. Wer in der festgesetzten Zeit den Bezngsabschnitt 10 nickt abgibt, kann bei der Verteilung nicht berücksichtigt werden. Die eingereichten Abschnitte dienen als Grundlage für die Zuteilung an die Kleinhandelsgeschäfte; sie erhalten Bezugsscheine nun Bezug der erforderlichen Waren von Großhändlern der Stadt Gießen. Die Marge an Geniüse-Konserven, die auf jeden Abschnitt entfällt, sowie der Beginn der Ausgabe werden noch bekannt gegeben. Die im Besitz von Kleinhandels- geschäften befindlichen Gemüse-Konserven kommen glcicki-zritig mit zur Verteilung. Näheres siehe Bekanntmachung. ** Ve rteilung von Suppenfab rikaten. Wer Suppen sab ri täte beziehen will, hat den Bezngsabschnitt 11 der Lebensmittelkarte in einem Kleiichaudelsgeschäft abzuliefern. Wer in der festgesetzten Zeit den Bezugsabschnitt 11 nicht abgibt, kann bet der Verteilung nicht berücksichtigt Iverden. Die Menge an Suppenfabrikaten, die ans jeden Abschnitt entfällt, sowie der Beginn der Ausgabe fverden noch bekannt gegeben. Siehe Bekansitmachung. ** Verteilung von Spei s e s ir u p. Diejenigen Klein- l?andelsgesckäste, ivelche den Bertäuf von Speisesirnp übernehmen wollen', werden in einer Bekanntmachung ini Anzeigenteil unseres Blattes aujgefovdert, sich am Mitt-rwck>, dem 23. Ddai 1917, auf dem Stadt. Lebensmittelamt, Zimmer Nr. 11, zu melden. ** Amtlicke Personal Nachrichten Der Großbeczog hat den Oberpostsekretäven Heinrich Bundschuh und Georg Presser in Darmstadl die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des von ihnen vom Deutschen Kaiser, König von Preußen, verliehenen »Verdienffkveüzes für Kriegs'hilfc erteilt. — lieber- tragen wurde: am 15. Mai der Schnlanttsaspirautin Lina E i ch l e r aus Benshrim eine Lehrerinstelle an der Volksschule zu Roßdorf, Kreis Darmsladt; am 16. Mai dem Schulamtsaspiranten Heinrich R e i n h e i m e r aus Alzey, Heinrich S ch m a h l aus Weinheim, Kreis Alzey, Hernrichl Webe r aus Nack, Kreis Alzey, mit Wirkung vom 1. April 1917 ab Lehrer stellen an der Volksschule zu Mainz; der SchUlamtsasprrantin Karoline Koch aus Mainz mit Wirkung vorn 1. April 1917 ab eine Lehrerinstelle an der Volksschule zu Mainz-Kvstel, der Schulamtsaspirantin Katharina Main hart ans Mainz mit Wirkung vom 1. 2lpril 1917 eine Lehrerinstelle an der Volksschule zu Mainz-Kostheim. — Am 18. Mai ds. Js. wurde Philipp Katzen maier aus Heppenheim a. d. B. vom 20. Mai ds. Js. an zmn Schreibgehilfeu bei dem Finanzamt Heppenheim ernannt. ** Ernennung. Der seit Begimi des Krieges im Felde stehende Feldunterarzl W. Buchacker, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse und des Hessischen Sanitäts- kreuzes am Tapfer keitsbwnde, wurde laut Kabinettsorder venu 25. April d. I. zum Feldhilfsarzt ernannt. ** Das Fest der Silber-Hochzeit begehen am 22. ds.Mts. die Eheleute Heinrich Barth und Frau, Bahnhofstraße 39. ** Warnung vor Pfing str e i s en. An den beiden 1 Pfin-gstfeiertagen sowie am Tage vor- und nachher werden zur Benutzung von Schnell-lD-)Zügen Fahrkarten des offent liehen Verkehrs nur für solche Reisen ausgegeben, bei denen die im Schnellzug zurückzul-egende Strecke 60 Kilometer übersteigt. Auch die Ausgabe von Fahrkarten für Eil- und Persvnenzüge form nur in beschränktem Umfange erfolgen Der Fahrkartenverkcruf für die einzelnen Eil- und Personen- züge wird eingestellt, sobald nach der Zahl der verabfolgten Fahrkarten eine Ueberlastung der Züge oder eine tzKfahr- duim der pünktlichen Zugabfertignng zu befürchten ist. Der Reisende muß daher mit Zurückbleiben, beim Reiseantritt vder unterwegs rechnen. Das Vaterland verlangt, daß nicht unbedingt notwendige Reisen unterbleiben. ** Vom Deutschen Sprachverein. Der Vortrag von Herrn Geh. Hofrat Professor Dr. O. Behaghel über „Humor und Spieltrieb in der deutschen Sprache" findet heute (Dienstag) abend um 8V2 Uhr pünktlich im Großen Hörsaal der Universität statt. Gäste sind willkommen. ** Gießener Freilicht-Büh ne. Da alle Ver suche, geeignete inännttche Kräfte in genügender Anzahl für freiwillige künstlerische Mitarbeit zu gewinnen, erfolglos geblieben sind — die meisten, die in Betracht kamen und kommen könnten, sind im Schützengraben oder stehen vor der Einberufung —, wird die Walobuhne in diesen: Sommer voraussichtlich von Liebhaber-Aufführungen absehen müssen. Sie bedauert dies um so mehr, als sie infolgedessen einer Anregung des hiesigen Lazarett-Ausschusses, „unfern Verwundeten wieder durch eine Vorstellung eine Freuoe zu bereiten", nicht entsprechen kann. Vielleicht läßt sich aber in der Mitte oder am Ende des Sommers ein Gastspiel durch Berufsschauspieler ermöglichen. Jedenfalls soll — in erster Linie wegen der .Kriegsbeschädigten am Platze — kein Mittel unversncht bleiben, wenigstens ein Stück herauszubringen. ** Keine Lebensmittel in d i e Feldlazarette senden! Ans einem Reservelazarett an der Westfront schreibt der „.Köln. Bolksztg." ein Stabsarzt: Schickt keine Lebensmittel in die Lazarette. Die Kranken und Verwundeten bekommen alles reichlich. Täglich liefert die Feldpost in die Kriegslazarette ganze Säcke mit kleinen Paketen, die Lebensmittel enthalten, ab. Eine Mutter spart sich in der Heimat ihr letztes Mehl vom Munde ab, um ihrem verwundeten Sohne eine Freude zu machen. Eiu großer Teil dieser Eßwaren (wie Eier, Bittter) kommt verdorben an Sehr oft darf der Verwundete Kuchen, Wurst usiu. gar nicht essen, wenn er z. B. einen Bauchschuß hat. Vielfach erreicht das Paket den Verwundeten überhaupt nicht oder- erst nach Wochen, weil er aus dem Feldlazarett schon wieder abtrans- portiert ist. Das Herz blutet einem oft, wenn man sieht, wie die kostbaren Lebensmittel auf diese Weise zugrunde gehen, die in der Heimat so bitter nötig sind. Die Heeresverwaltung sorgt für ihre verwundeten und kranken Sol- oen Feldlazaretten durchweg in mustergültiger Weise. Die Schweckranken bekommen — entsprechend den Anordnungen der Aerzte -, Milch. Eier, Wurst, Butter, Braten und Keks. Die Schwestern in den Lazaretten füttern und pflegen dre Soldaten Die Angehörigen in der Heimat Wunen daher ganz beruhigt sein. Keiner ihrer Lieben leidet Hunger oder Mangel in den Feldlazaretten. Daher spart aus vaterländischen Rücksichten mit den kostbaren Lebens- mrtteln, dre der .Heimat entzogen werden. ** Bankenschluß am P fin g stsa m s tag. Laut Be- kawittmachunF in unserem heutigen Blatt l-alten die Bank für Handel und Industrie, die Mitteldeutsche Creditbank, die Gewerbe- ^k, me Firma Baruck Strauß Nachs. am Samstag, 26. Mai ihre ckafis räume geschlossen. n** Au Schwarz-W eiß-Tbeater, Seltersweg 81, wrrtt ab Dienstag, 22. bis einschließlich Freitag, 25. Mai, Alwin ->oeutz m seinem neuesten Filmwerk: „Tie Sttmme des Toten", modernes vornehmes Kriminal- und Gesellschaftsdrama in 4 Akten. Allmn Neuß gehört zu den gefeierten Künsllern des Films. Das dreiattige uLstspiel „Ter Lausbub", mit Melitta Petri in il-rer Doppelrolle, dem Herbert Paulmüller und dessen Partner Lea tzeurert wird wahre Lachsalven Hervorrufen. SÜmlliche Films M Erstaufführungen. Ab Samstag, 26. Mai. werden Hans Mrerendorf und Thea Scrndtcu in „Das Opfer einer Frau" auf- treten. Landkreis Gießen. c\r nr* ^Ellersheim, 22. Mai. Dem Gefreiten der Reserve A. A n g e r m ü l l e r wurde das Eiserne Kreuz 2. Kl. verliehen, wegen seinem tapferen Verhalten in der Schlecht bei Longneval Somme) im Herbste 1916. Er erhielt voriges Jahr ebenfalls die Hessische Tapferkeitsmeoaille. Kreis Büdingen. . L°rbach, 22. Mai. Zum Leutnant d. R. befördert wurde der Vizefeldwebel Heinrich H e u s 0 h n , Sohn des hiesigen Lehrers vnffohn. — Das Eiserne Karenz und die Hessische Tapferkeits- medaille erhielt der Gefreite Friedrich Bernhard, das Eiserne Kreuz der Dragoner Konrad Schäfer, Pionier Friedrich S ch ä -- fer' Gefreiter Friedrich Mohn, Schütze Ernst Lectzleidner und Johannes L e ch l e i d n e r. Kreis Lauterbach. . Grebenhain, 22. Mai. Unter Leitung des Schulrates Andres-Läuterbach fand am 10. ds. Mts. im hiesigen Schulsaate der 1 Klasse die 1. amtliche L ehrer-Kon fe ren z der Bezirke Herbstem und Nieder-Moos für das Schuljahr 1917/18 statt. Die ersten Worte widmete der Schulrat dem Andenken des im Welt- krioZe als Leutnant gefallenen Georg Seling. Ar der Begrüßungsrede erinnerte der Schulrat Andres an den Ernst der Zeit.. Der Dageplan der Versammlung war hauptsächlich kriegs--' wirtichasilicher Art. An Hand des Schriftchens von BechtolsHeimer- Osfenbach: „Der vaterländische Hilfsdienst der ch u l t u g e n d" Wurde besprochen, wie man die schwache Kraft der Schulkinder in ausgiebiger und nutzbringender Weise dem Vaterlande zu führen kann. Die Worte des Bayern Heim ,.B c 0 t ist nötiger als Bildung" fanden ihre imtsyrechende Würdigung irwem nochmals betont wurde, daß mit der Sammeltätigkeit c.er Schüler nicht genug geschehe, daß vielmehr auch der Lehrer den an ihn gestellten llrlaubsbeirilligungen mit einem weiten Herzen gegenübertreten müsse. Heims Wort von Brot ünd Bildung kommt mis veritändigeni, vaterlandstreuem und ttefernstem Herzen. rr. Nicdcr-Ltoll, 22. Mai. In unserer kleinen 120 Seelen zählmden Genreinde, nmrden für die H i n d e n b u r g - spende unentgeltlich gegeben: 280 Eier. 33 Pfd. Erbsen, ^2 Pfd. geschälte Gerste, 10* 2 Pfd. Dörrobst und s/4 Pfd. Wurst, .zn einer Zeit, wo auch der Bauer sich im Lebensmittelverbrauch sehr einschränkeu muß, verdient die Opferwilligkeit der Landleute rechte Würdigung und Ancr-kennung auch von seiten der Stadtbewohner. Starkenburg und Rheinhessen. ---- Offenbach a. M., 21. Mai. Der städtische Haus h a l t s p l a n für 1917 i>h eine Erhöhung derGemeindeeinkommen «teuer von 189 aus 168 P ozent und der Gemeindevermögenssteuer von 34,5 aus 36 Pfg. vor, um den Ausgleichsfouds nicht zu er- lcmibken- Rach den Aufstellungen des Großh. Finanzamtes hat lick aber das Steuersoll der Stadt deratt gelwben, daß eine Er- höliung der Gemeindesteuern unnötig ist. Auch der Ausgleichsfouds braucht nicht einmal in Anspruch gmommen werden. Hessen-Nassau. . ^ F r a n k f u r t a. M.,. 21. Mai. Für die im Juni ftatt- ttndenden Frankfurter Rennen sind wider Erwarten viel Nennungen erfolgt, vor allem für die beiden 10 000 Mark-Handi- caps. Das Dr. Fr. Riese-Erinnerungs-Rennen weist 46, der Preis von >Tannenberg 29 Unterschriften auf. nrr. Frankfurt a. M, 22. Mai. Auf Anordnuua des Bischofs von Limburg findet am 10. Juni in allen katholischen Kirchen der Diözese ein Bettag zur Erflehung des Friedens ltatt. = Hofhcim i. T., 22. Mai. Im Geinrindewald wurde Louutag nachmittag der 45jährige Arbeiter Pankrattus Kipp- hahn aus Offenback a. M. von dem Forstawffeher Erb beim Wildern überrascht. Der Wilddieb floh, wandte sich ivähvenb der Verfolgung jedoch plötzlich um und feuerte auf den Förster vier Schüsse aus einer Kugelbüchse ab, die aber glücklicherweise fehl- gingen. Hierauf schoß der Förster seinem Gegner eine Schrot- ladung sns GesickK, die zwar erhebliche, aber nicht lebensgefährliche Verletzungen verursachte. Trotz der Verwundungen floh der Wilderer nock mehrere Kilometer weit durch die Felder bis nach Zeilsheiiu, wo in seine Verfolger in einer Scheune auf stöberten. Kipphahu wurde dem Höchster Gerichtsgefängnis M- gefühtt. Müllersche Badeanstalt. 22. Mai: 16° Reaumur. Wasser wärme der Lahn am SvielplM der vereinigten ikrankfutter Stadttheater. Opernhaus. Donnerstag, 24. Mai, abds 7: „Das Dreimäderlhaus". Freitag, 25. dNai, abds. 6y 2 ; Uhr: Erstes Gastsp. d. K. u. K. Kammersängers Leo Slezak vom K. u. K. Hofoperutheater in Wien. „Die Königin von Saba". Samstag, 26. Mai, abds 6: „Tristan und Isolde". Sonntag, 27. Mai, abds 7: „Der Gras von Luxemburg". Montag, 28. Mai, abds 6V2: Zweites u. letztes Gasffp. von Lev Slezak. „Die Hugenotten". Dienstag, 29. Mai, abds 7: „Der Postillon von Lonjumeau". Hierauf: Tanzszenen. Mittwoch, 30 Mai, abds 7: „Frühlingsluft". Donnerstag, 31. Mai, abds 6i/->- „Die Afrikanerin". Zchausplelhaur. Donnerstag, 24. Mai. abds. 7y 2 : Zum ersten Male. „Wie es Euch gefällt". Freitag. 25. Mai. abds 7u: „Wie es Euch gefällt". Samstag, 26. Mai, abds. 7y 2 ; „Alt-Frankfutt". Sonntag, 27 Mai, nachm. 3: „Glaube und Heimat". ?kbd§. 6^ >: „Peer Gynt" Montag, 28. Mai, nachm. 3y 2 : „Hampelmanns Geburtstag", dlbds 1\’-2 : „Die verlorene Tockster". Dienstag, 29. Mai, abds 7V2 : , Wie es Euch gefällt". Mittwoch, 30. Mar, abds. 7' 2 : „Adam, Eva"und die Schlange". vermischtem * A u g sbu r g . 21. Mai. (Priv.-Tel.) Heute mittag brach in den Fabrikanlagen der Wvlsiam-Lampen-Fabrik, A.-G., in Lech- lwusen aus unbekannter Ursache G r 0 ß fe u e r aus, daö den Hock>- bau der Fabrik mit den anstoßenden Materialschuppen in Asche legte. * M ü n chs m ü n st er Medcrbayern), 21. Mai. (Priv.-Tel) Eine Gesellschaft von Arbeitern einer Pulverfabrik wollte gestern eine Kahnfahrt machen. Infolge des hohen Wässerstandcs kenterte der Kühn. D r e i z e h n P e r s 0 n e n , darunter fünf weMiche, e r - t r anken, wer Männer und der Schiffer wurden gerettet. keine Die Besprechung im Hauptquartier. Berlin, 21. Mai. Der Reichskanzler ist am Sonntag l,clsberjier Wtciil- verkaufen Valentin Röbria, Auf der Bach8. l 03138 Gute Milchziege § zu verkaufen. 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Doch viel zu früh verließest du die Deinen, Die in der fernen Heimat bitter um dich weinen. Sollst nie von uns vergessen sein. Jung und einfach war sein Leben, Treu und fleißig seine Hand. Und so wollt er weiterstreben, Muß nun ruhn in Feindesland. Drum ruhe sanft, du gutes Herz. Du hast den Frieden, wir den Schmerz. Ganz plötzlich und unerwartet erhielten wir die traurig© Mitteilung, daß mein innigstgeliebter, herzensguter Gatte, der treu- besorgte Vater seiner Kinder, Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Pate Wehrmann Wilhelm Müller SIL Inhaber der Messischen Tapferkeitsmedallle im Alter von 37 Jahren und einen Tag am 16. April durch einen Kopfschuß den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. In tiefer Trauer: Frau Kiise Müller geb. Theiß nebst Ihren 5 Kindern Anna Katli. Müller, Mutter Karl jHüEIer und Familie Jobs. 3*155?Ser sind Familie Peter Loche! und Familie K.iri Korjrad Hörner und Familie nebst allen Verwandten. FfiiiS£S , fc-2ik dem 26. Mai 1917 sind unsere Kassen und Bureaus geschlossen Bank für Handel und Industrie, Niederlassung Gießen Mitteldeutsche Creditbank, Filiale Gießen Gewerbebank zu Gießen, E. G. m. b. H. ' Baruch Strauß Nacht. Giessen, den 22. Mai 1917. 40S5D Weitershain, Allertshausen, den 21. Mai 1917. 404SD So plötzlich kam die Trauerkunde, Gebrochen sei dein junges Herz. O Gott, wie schwer war diese Stunde, Wie unaussprechlich unser Schmerz. Wie hast du wohl in letzter Stunde Gesehnt dich nach der Eltern Haus, Nun ruhe sanft, du Lieber, Guter. 0 brav er Lohn, geliebter Bruder, Sollst nie von uns vergessen sein. Ruhe sanft, du gutes Herz, Du hast den Frieden, Wir den Schmerz. Ihre zu Pfingsten stattfindende Verlobung beehren sich im voraus anzuzeigen Frieda Geisel Karl Steitz Gießen 69 Tieferschüttert erhielten wir die schmerzliche Nachricht, daß mein lieber, hoffnungsvoller Sohn, unser guter, unvergeßlicher Bruder, Schwager, Enkel, Onkel, Pate und Neffe Grenadier Karl Schäfer 4. Garde-Regiment zu Fuß, 8. Kompagnie am 5. Mai bei der Abwehr eines feindlichen Angriffs im blühenden Alter von “21 Jahren den Heldentod gestorben ist. In tiefem Schmerz: Fr« ts Margarete Schäfer Wwe. 02 fixieret eilv. Ladwlg: Sch&fer z. Zt im Felde Margarete Schäfer Karoline Schüler Wilhelm Schürdt z. Zt. im Lazarett and Familie Karl Keller z- Zt. im Felde and Familie nebst allen Angehörigen. Hausen, den 19. Mai 1917. Wiedersehn war seine und unsere Hoffnung. 03133 Li eher Str. 03162 Ludwigstr. 64 z. Zt. Schießplatz Wahn. | bereinigtet Kamnchen-Zuchi- und Pflege-Verein. Mitglieder, welche Klee- und Grasstücke wollen, mögen sich sofort beim Vorsitzenden Hans Horst, Seltersweg, melden. Schlug der Liste NNttwoch. 3988 Für die rielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Einscheiden unseres lieben Entschlafenen, allen denen, die ihm die letzte Ehre erwiesen, Schwester Elisabeth für die liebevolle Pflege, dem Kirchenvorstand für die Kranzspende und besonders Herrn Dekan Gussmann 'für die trostreichen "Worte am Grabe sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Familie Heinrich Hecker 3V. Familie Ludwig Becker. Mainzlar und Dortmund, den 21. Mai 1917. 4042 Die glückliche Geburt eines kräftigen JUNGEN zeigen hocherfreut an Lehramtsassessor Dr. F. Becker und Frau Julie geb. Kreh. Butzbach, 20. Mai 1917. 4035 Statt Karten. Allen Glückwunschspendem herzlichen Dank. Familien Limberger-Bierau. Lollar, Lahn. Pfingsten. An den beiden Psingftfeiertagen sowie am Tage vor- und nachher werden zur Benutzung von Schnell- (D) Zügen Fahrkarten des öffentlichen Verkehrs nur für solche Reisen ausgegeben, bei denen die im Schnellzug zurückzulegende Strecke 60 Klm. übersteigt. Auch die Ausgabe von Fahrkarten für Eil- und Vertonen» zage kann nur in beschänktem Umfange erfolgen. Der Fahrkartenverkauf für die einzelnen Eil- und Personenzuge wird eingestellt, sobald nach der Zahl der verabfolgten Fahrkarten eine Ueberlastung der Züge oder eine Ge- Mbrdung der pünktlichen Zugabfertigung zu befürchten ist. Der Reisende muff daher mit Zurückbleiben beim Reise- antrttt oder unterwegs rechnen. Das Vaterland verlangt, daff nicht unbedingt notwendige Reisen unterbleiben. Frankfurt (Main), den 20. Mai 1917. 4044; Königliche Eisenbahndirektion. 4046a Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Krankheit und bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen Mhmiiii Fm; 0. ClsMlh besonders für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Barth, für die Bemühungen der Krankenschwestern und überaus groffen Kranzspenden sagen allen herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Adam Franz, Schreinermstr. u. Binder. Groffen-Buseck, 20. Mai 1017. 03148 Hotel Süotaätsz Heute abend 406 ! im Harten. Anfang 8 Uhr. Große Posten iBililil- Kistiin-Rijeke Hochmoderne Sachen Leiners-Rsps-Rock 9.75 Weißer Fi otie-Rock 1175 Leinen-Rips-Rock 13.75 Zwei-Tascheo-Rock 14.75 Hur prima Stoffe. Kinderwagen I RailfliailS KatZ 4049 Alice -Schule 3863 Wcue BierteljahrSkrn se beginnen Donnerstag, 3L Mai Anmeldungen im Schulhaus, Steiirftrake 10. Klapp« aassfi! ^ps*rS;wä&gea$ in größter Auswahl billigst 2513 ÄugusiKilbioger, Seitersweg 79 . 14 B&lmtoof'strass© 14 (Höhere Privatschula Sexta — Oberprima) Aufnahme neuer Schüler jederzeit Gute Erfolge. IE 2 n$ übrig©«-, Frimaresfe-, Abiturienten- prMfung. Durch den Besuch der Unterstufe genügen Kinder unt. 14 Jahren der gesetzlichen Schulpflicht. (Minist. Verfügung vom 13. V. 14). Näheres durch Direktor Brackemann, Ludwigstr.70,Fernr 633 ... Et» flciucr 3 ((fer mit Klee zu pachten gesucht. Schr.i.l. Angeb. nnicr 4)10 an den Gieffener Anzeiger erbeten. Sc ^hwaPE «* W&'i&B - Tiieaier NeR< r »• wog «>L Programm von Bionstag. 22. biw inkl. Freitag, 25. Mai: Erstaufführungen, Alwin e n ß in seinem neuesten Filmwerk Hi© Stimme des Toten js Kr: 1 eu x ß Bearbeitet von Robert Reinert in 4 Akten. Hochmodernes Kriminal Gesellschaftsdrama. . Personen: Edgar Brown.'.Alwin Neu Maria, seine geschiedene Frau.Lya Bor6e. Edgar, beider Sohn\ kleine Lotte Müller „ ( Bruno Kästner Marga . ..Beatrice Altenhofer Baptist, Diener im Hause Browns.Reinhold Rosö Arbeiter, Polizisten, Gerichtshof und Schauspieler. Der fi a n s h n b ! Filmscb.wank in 3 Akten. Hauptpersonen: F/Ielltta Patrl, Leo iPenhert, Herbert PanliattHar. Außerdem neue Extra-Einlagen. 4054a Voranar.eäse! Ab Samstag 26._ Mai. Das vornehme Gesellschafts-Drama in 4 Akten: OaiN Opfer o5*ter Frau neueste Filmschöpfung mit HSes'endorJ’ mul Thea HaiHhcn. moawn& Frauen u. Mädchen erhalten unentgeltlich Rat und Auskunft jn Nechtsairgelegenhelten im alten Rathaus M arkt- platz 14 Mittwoch abends Uhr. von 7- (3047 von Antiquitäten, Möbeln, ganze): Einrichtungen, Alteisen, sowie allen von uür geführten Artikeln. 2241 Louis Rothenberger. sfagerlianö mit (Karten und