w. NO Blatt Der Sictzene? Xiqtfeci «rschemt täglich. außer Sonntag. - Beilagen: Sletzrner ^amttirnblatter; Kvcisbialt ffir den Kreis 6ietzen. vrzuhsprels: rnonatl. 90 Ps„ viertel- jLhrl. Mk. 8.65-. durch Abhole- u. Zweigstellen mouatl. 80 Pf.: durch die Post Mk. 8.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellst. Fernsprech - Anschlüsse: MrdieSchrlltleitung112 VerIag,GeschäftsftelleLI Anschrift für Drahtnach- richlen: Anzeiger Gießen. tßr. Jahrgang pspscheekkonto: Kranffnct a.M. Nb8b General-Anzeiger für Obechchen vantverkehr: SeNerbedank Gießen 3tt>il!fagsrun&6rueg§jahre haben zur weiteren Stärkung von revolutionärem Fanatismus nichts beitragen können, und die stüheren Anklagien gegen die „verrottete bürgerliche Gesellschaft" könnten, auch wemr der Burgfriede nicht geboten tväre, nicht wiederholt werden. Das deutsche Volk hat sich in seiner Gesamtheit bewährt. Das recht- fertigr, wie es der ReichisVcmzler gemeint hat, die Neigun- gen dieses Volk politisch noch fteiheitlicher auszustatten, als er bisher geschehen war, seiner gesellschaftlichen Reife durch entrechende Unvgestcrlttrug der Regier::: :gs formen entgegen- zukommen. Daß dabei nicht über das Ziel hinansgeschoffen werden darf, daß z.B. das parlamentarische Regicrungssystem nrcht ute Krönung der politischen Reife des Volkes, sondern grundsätzlich unzweckmäßig ist, das konnten wir gerade wahrend des Krieges aus den Erfahrurrgen anderer Völker lernen Wir brauchen nicht überall „Ueberwachungsaus- ttsTr ' int ^ ^ gebildet urrd reif die Herren Eoh:: und Bernstein vielleicht auch sein mögen, so müssen sie doch eben immer „bei ihrem Leiste::" bleiben. Noch wemger hat der init Hellern Blick begabte einfache Mann aus den; Volke Lust und Neigung, iit Dinge hiueiuzu- ^iUa)en, öenen er ferne steht und »die er nicht überblickt. So pnd die bisherigen Beratungen unseres neuen Ver- i ach u n g s a u s sch u s s e s des Reichstags verum: ftiger- nwich nr einem bescheidenen Rahmen gebiebeu, sie haben zlnar die Rechte des Reichstags gegenüber den; Reichs- tanzler etwas zu erweitern gesucht, im übrigen aber keineswegs unsilurzlerisch eingegriffeu. Wir stehen dem parlamen- tarcfchen Regrerungsshstenl. nach wie vor fern. Auch der ge>ter'n angenommene Antrag auf Schaffung van BerhAt- mSwahlen m großen LLahlkveisrn mid entsprechender Ber- mehrnng der Mandate ist nur ein Suchen nach dem rechten Ausdruck der neuen Zeit. Bon weltbewegender Wichtigkeit frnd diele Tange nicht. Der Abgeordnete Ffrhr. v. Zedlitz und Neuftrch irbertreibt sehr, lvenn er u. a. schreibt: „DieReichsleitunst l>at setzt veiMchGelestercheit, die Wirkung allzu owver Anb.ncbigkcu nach lmks zu betrachten. Wie man sieht, wird die Reichsleitung weit über GeMhr medrig gerade von den Rich- timgen eingeschätzt, die sich als ihre Hauptstützen ausgeben. Diese Lehre ist bitter, ab^r sehr belierz-igenswert. Sie zeigt deutlich, auf eine wie s chiefe Ebene übertriebene Nachgiebigkeit siihrt, und daß les höchste Zeit ist, dem Bestreben, die Reichsregierung einschließlich des Bnndesrats mehr und mehr anszuschalten und den Reichstag zmn allein ausschlaggebenden Faktor im Reiche zu macken, ein entschlossenes Halt zu gebieten. Daß eiü solches entschlossenes Vor- xhenvon vollem Erfolge sein wird, ist ernstlich zu bezweifeln. In den Mittelparteien zeigen sich außerhalb des Verfassungsausschusses Anzeichen zunehmender Erleichterung, und im Verfassungsausschusse selbst läßt der Beschluß einer zweiten Lesung erkemren, daß der demokratische Taumel den Höheprinkt Werscyrittcn hat. Alles spricht daher dafür, daß jetzt die Reichsrcgierung entschlossen von ihrem Recht derc Gebrauch macht, den die Psticht gegell das Vaterland gebietet." Von einem „Abbau der Reichsberfassunchtz wie es die „Deicksche Tageszeitrrng" nennt, kann keine Rede sein. Im Volke iverdell die Arbchten des Verfassungsausschusses ganz ;md gar nicht nrit leidenschaftlichem Intwesse verfolgt. Es liegt da keinerlei Konfliktstoff vor. Alle Herzen und Geister wissen es, daß das Wichtigste fiir irns und unsere Zukunft darin liegt, daß unsere Diplomatie setzt keine Gelegenheiten verpaßt. Alle Sorge wacht darüber, daß wir uns auf diesem Gebiete nicht „auf einer schiefen Ebene" befinden! Der „Vorwärts", das Organ Scheidemanns, gebärdet sich noch immer als Stütze nno Führer der Regierungspolitik, und es berührt recht eigenartig, daß dieses Blatt gestern an seiner Spitze ein paar Zeilen brachte, die sich gegen die Rede des Staatssekretärs v. Capelle richteten. „Einheitliche Politik!", so rnft die Ueberschrift gebieterisch Herrn v. Beth- mann Hollweg zu, und daun heißt es u. a.: „Manchnra'l hot man den Eindruck, als tvollte nmn mit navoleo- mscheu Gesten pazisistische Politik machen, ltub das gelü natiirlich nickt. Wenn wir den Friedeir wollen, dürfen keine Reden gehalten werden, die wie neue Kriegserklärungen klingen! mrd die den Kriegswillen der Gegirer aufs äußerste aufpeitschen müssen. Deswegen brauchen wir lcmge nicht ins Mauseloch kriechen, Unr dürfen den Gegnern sageri, daß wir den Krieg mit .äußerster.Energie und ungebeugtem Mut weiterfübren werden, solange sie ihn wollen. 'Aber Hohn-. Droh- und zu frühe Triumph- redcn sollten nicht gehalten werden. Mit solchen Reden kann man bei einer, t entsprechend geftimmtprt Priblikum stürmischen Verfall erregen, ober sie liegen nicht in der politischen Linie, die ein ^halten werden nmß. Solche Reden sind — wie das meiste in der Welt — gut gemeint, aber sie schaden der Sache! Siehe dazu den heutigen Reichstagsbericht!" Ein ziemlich anmaßender Wink mit dem Zaunpsahl, der nicht taktvoller wird dadurch, daß der „Vorwärts" nicht besonders auf den Namen des Staatssekretärs Hinwerst. So weit ist es gekommen, daß solche mannhaften Ausführungen, die in jedem deutschen Herzen die beste Hoffnung und Freude aufquelleu ließen, als nicht in das Regierungssystem vassend bezeichicet werden können. Am Ende werden Hindenburgische Siege und weitere Steigerungen der U-Bootleistungen dem „Vorwärts" auch nicht nrehr in den Kram passen. Dann muß doch noch der Äbg. Cohn rnit seinem Ueberwachunasaus- schuß herbei! * * * Der ösierrerchisch-ungarrsche Tagesbericht. Wien, 10.Mm. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Auf keinem der drei Kriegsschauplätze Ereignisse van Belang. Der Stellvertreter des Chefs des Gcueralstabs v. Hofer, Feldmarschalleutuaut. * * * Dk Kämpfe an der Westfront. Berlin, 10. Mai. (WTB.) An der Aisne gestaltete srch> die G e fecht s t ü t r g T et t mit der am Nachmittag des 9. ?Aai einsetzenden bessereir Sicht wieder zu größerer Heftigkeit, besonders aus dem Höhenzug des Chemiu des Tames. Beioerseits Eourteomr südlich Ailles hatten schon am Ibdorgeu des 9 wieder heftige Handgranatenkämpfe eingesetzt. Die Merid- und Nachtkämpfe vom 8. nnd 9. Acai am Winterberg waren erst am Morgen des 9. Mai in ihrem'ganzen Umfange zu übersehen Nach hestigstem Artilleriefeuer brachen .ftDrzösische Abteilungen um 8 Uhr aberrds mit Flammenwerfern in dreiinaligem Ansturm vor, um jedesnml in dem deutschen Feuer und teilweise im Gegenstoß zurückgeworfen zu werden, wobei eine Anzahl von Gefangenen in unserer Hand blieb. An der Straße Corbeny—Bern) au Bac^ wo die Frmrzosen sich am 8. Mai in einer Kiesgrube und, wie gemeldet, in einem anstoßenden Grabenstück von 400 Meter Breite festsetzen konnten (nicht ein Kilometer Breite, wie der ftanzöfische Heeresbericht angibt) war auch am 9. Mai die Infanterietätigkeit lebhaft. Nördlich-, Reims griffen die Franzosen nordwestlich Bermerie- oaurt um 1 Uhr nachmittags nach bnzem Trommelfeuer in gröberer Breite an. Sie Mrrden zum Teil schon durch irnfer Sperrfeuer in ihre Gräben zurückgejagt. Bei erneuten Angriffen um 5 Uhr nachmittags erreichten die an ben meisten Stellen in erbitterten Nahkämpfen zurückgeworfenen Franzosen an einigen Punkten lunsere Gräben. Bis auf ein kleines Stück brackteir unsere Gegenstöße uns wieder in den restloserc Besitz imserer Stellungen Ich der Champagne wurde;: französische Llngriffe uordösllich Prosnes in der Nacht abgümesen. Im Raume von Ar ras umchten die Engländer am 9 Mai vergebliche Anstrengungen, den Bayern das Dorf Fresnoy wieder zu entreißen. Bereits um 4 Uhr morgens wurden englische Stoßtrupps unter empfindlichen Verlusten zurückgewiesen " Im Laufe des Vormittags brachen die Engländer in verschiedenen Angriffen gegen die Nordwestecke des ehemaligen Parks mm Fresnoy vor, wurden jedoch restlos, zum Teil in erbitterten: Nahkampf, zurückgeschlagen. Im Laufe des Nachmittags steigerte sich bei klarer Sicht das feindliche Artilleriefeuer nördlich und südlich der Scarpe. Unsere Batterien antivorteten kräftig. An: Nachmittag und gegen Abend wurden westlich Arleux feindlich^ Angrifssab- srchten durch imcser Feu-er erstickt. Un: Bullecviwc wurde bis in die späte Nach: erbrttert gekämpft. Am Vormittss stteßeu mrsere Truppen bei euwm abgeiviesenen HMrdgranateMrsrip der Eng- lärrder im Orte wiederum bis zUM Südrande von BuklecoUrt vor. Um 3 Uhr nachmittags mtternahn: der G^:er einen heftigen Angriff gegei: den Südrand, der unter schwersten Verluste;: füc den Feind abgewiesn: wurde. Am Abend entbrannte der Kampf von nn:em, in dessen Verlauf es dem Gegner gelang, fick) wieder im Ostteil des, Dorfes leinzunisten. Nördlich von St. Quentin konnten wir Vorfeldlänchfe zu Unseren Gunsten entscheiden. Der in euren schmalen llbschnilt unserer Vorstellung eingedrmrgene Gegner wurde durch ernm Gegenstoß unter cnnpfindlichen Verlusten weder znrückgeworfen. * Die neue Niederlage Sarroils. Berlin, 10. Mai. (WTB.) Die bulgmnselben und deutschen Truppen brachte:: Sarrail auch am 9. Mai wieder eine schwere Niederlage bei. Nordtvestlich Monastir, wo das Höhengelmche bei Höhe 1248 bis gegen Mittag unter schwerem feindlichen: Feuer lag, wurde ein starker Jnfanterieangrisi i:i drei Kilometer Breire unter schwersten Werlusten für den Feind ab- gewiesen, ebenso im Cernabogen, tvo vier feindliche Angriffe scheiterten. Der erste vergebliche Ansturm in den Morgerv- stunden wurde im Sperrfeuer, zum Teil im Gegenstoß, abgewiesen. Nach Mchmaliger mehrsttindiger Feuervorbereitung trugen die zusammengewürfelten Kontingente Sarrails einen heftigen Angriff in der Breite von 16 Kilometer): vor. Sie Wurden auf der ganzen Front mit Ausnahme einer Höhe südlich O r l e unter schwersten Verlusten geworfen. Ungezählte Tote liegen vor unseren Linien. Ueber 250 Gefangene, zwei Maschinengewehre und vier automatische Gewehre wurden bisher eingebrackst. Nachdem am Abend noch zwei iveiteve feindliche Angriffe abgewiesen waren, wurde auch das aus der erwähTtten Höhe südlich Orle in den Händen des^ (begners gebliebene Grabenstück von bulgarischen und deutschen Trurppen im gemeinsamen Gegenangriff wieder ge- :rommen. Wie nurchträglich genteldet wird, war es den Serben an: Oberlans der Äkochenica am Abend des 8. Mai gelungen, in den ersten Graben ernzudringen, aus den: sie am Morgen des 9. Mai durch die Bulgaren hiuansgeworfen wurden. Weiter Mich gegen Zborske und T::sin vorgehende stärkere Abteilungen wurden leicht abgewiesen. Südwestlich des Ortes Doiran, wo au: Vortage mck großer Erbitterung un^den Steritzberg gerimgen worden war, entriß das tapfere bulgarische Infanterie-Regiment 9kr. 34 am Vormittag des 9. Mai dirrch einen kraftvollen Gegenstoß dem Gegner 'nnedernn: die geringen Vorteile die der Gegner ant Vortage unter schwersten Verlusten hatte erringen können. Die ganze Vorstellung ist somit wieder fest in der Hand der Verbündeten. * » * Niederträchtige Behandlung deutscher kriegSgefangener Flieger durch die Franzosen. Berlin, 10. Mai. (WTB. Amtlich.) Vor kurzem wurde ein im Westen erbeuteter Befehl der 3. französischen Armee veröffentlicht, der die anständige ritterliche Behandlung gefangener deutscher Flieger, tvie es zum Leidwesen der französischen Heeresleitung vereinzelt vorgekommen zu sein scheint, ausdrücklich auf das schärfste verbot. Wie solche Befehle ausgeführt werden, zeigt ein soeben bekannt gewordener Bericht über das Ausfragelager für gefangene deutsche Flieger in dem französischen Vorpostenguartier Mpudy. Das Lager liegt auf einer windigen Höhe und besteht aus kleinen Einzelzelten, deren jedes in einen: besonderen Stacheldrahtkäfig liegt. Als Nachtlager dient loses Stroh mit einer Zelt- bahn^als Decke. Die Verpflegung ist knapp und schlecht. Je- ÖFr Offizier erhält täglich eine Büchse kaltes Konservenfleisch, ein halbes Brot und Wasser aus Tränkeimern. Mannschaften bekommen nur jeden 3. Tag kalets Fleisch. Unter Bedrohungen nnd Beschimpfungen werden die Flieger ausgefragt. Verweigern sie die Aussage, so verbleiben sie umso länger im Lager. Oft wird ihnen, um sie durch Kälte gefügig zu machen, das Lagerstroh und die Decke entzogen. Auf Veranlassung des Kriegsministeriums ließ die oberste Heeresleitung für gefangene französische Flieger ein entsprechendes Lager einrichten, das so lange bestehen bleiben wird, bis die ftanzösische Regierung eine Gewähr für die anständige Behandlung gefangener deutscher Flieger gibt. Es ist bedauerlich, daß wir den tapferen Gegnern ihnen die bisher gewährte Rücksicht nicht weiter erweisen können. Die Neoslntron in RuUanv. Eine Kundgebung der provisorischen Regierung gegen die Opposition. Petersburg, 9. Mai. (WTB.) Meldung der Petersblrrger Telegrapl)en-Agentnr. Die provisorische Regierung ver- öffe::ttich: eine lange Erklärung, in der es heißt: Seit dem Sturze der alten Regierung hat die einstweilige Regierung im Bewußtsein der Größe der ihr gestellten Aufgabe und der ihr anf- erlegten ungeheuren Vermttwortlichkeit die Bürde der Mackst ans sich genommen und sich alsbald an die Erfüllung und Verwirklichung des Programms der sozialen Freiheiten und a:i die Fortsetzung des Krieges in enger Gemeinschaft mit den Alliierten gemacht. Die Regierung zählt dann alle von ihr gemäß der denk Lande gegenüber eingegar:genen Verpflichttmgen vernirkkichten Maßnalmei: auf, namentlich die Amnestie, Pie ^Abschaffung der Todesstrafe, die Rechtsgleichheit der Bürger, die Veriammlungs- und Vereinsfteiheit usw. Indessen kann die provisorische Regierung. heißt es weiter, dem Volke nicht die Schwierigkeiten verbergen, denken ihre Tätigkeit begegiÄ und die in der letzten Zeit in einen: Maße zu genommen haben, daß sie beunruhigende Befürchtungen hinsichtlich der Zukunft l-ervorbrach- ten. Die Regierung suchst sich auf die moralischen ü^räfte zu stützen. Kein Tropfen Blut des Volkes ist durch ihre Schuld vergossen.' worden und kein Gedanke ist unterdrückt werben. Unglücklicherweise hält der Stand der soziale:: Entwicklung des Lm:dos die sichei-c Entwirrung der durch de:: Stt:rz der alten Regierung hervorgerufenen Schrvierigkftten auf. Eine Gruppe von vereinzelte::, wenig ge:msse::l-aftei: Personen aus bestimntten Klaffen sucht ihre Absichten ans gewaltsamem Wege, der die inner- politische Disziplin zu verittchte:: nnd Anarchie hervorzurufen droht, zu verwirkliche::. Die provisorische Regierung hält cs fiir ihre Pflicht, deutlich zu erklären, daß diese Lage der Dinge die Ver- waltung des Landes erschwert und das Land ü: i n n e r e S ch w i e- rigkeiten und zur dt i eder la ge a n der Front zu sü em drvHt- Das Gespenst der Anarchie uub deS Bürgerkriege-, r»S die Freiherr bedroht, richtet sich vor Rußland auf. Um die erworbenen Freiheiten zu bewahren mst zu festigen, fordert die Kundgebung die Allgemeinheit auf, die ?Nacht zu stärken, die sie schützt. Die Regierung werde ihrerseits ihre Bemühungen fortsetzen und da bin streben, sich in ihrer Z usa m m c n i c tzun g zu erweitern, indem sie dazu Vertreter der lkündigen und schöpferischen -fräste des Landes anffordern werde, die bisher keinen tätiger mrt> unmittelbaren Anteil an der Verwaltung des Staates genommen l-aben. Gutschkow. Kopenhagen. 10. Mai. (WTB.) 9ba(fy Petersburge Zeitungen ist die E r k r a n ! il n g des Kriegstninister Guts ch k ow derart, daß er sich geziviurgen selben dürfte, die Leitung des Kriegsministeriums für unbeftunnite Zeit vollständig aus den Händen zu geben. Sämtliche Vorträge bei Gntschkow wurdet! abgesagt. Amerika und die russischen Schulden. Bern, IO. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) „Coriiere dclla Sera" meld.'t aus Petersburg: Der Finanzminister T e r e - schenko erklärte, die russischen Staatsschulden stiegen in den drei Kriegsjal-ren auf 36 Milliarden Rubel. Tie Kriegs- kosteu, die bei Krieg-beginn 15 Rdillion-en täglich betrugen, erreichten heute 56 Millionen. Mmr erwarte eine kräftige finanzielle ioitfo von den Vereinigten Staaten, es scheine aber, als ob diese von der einsttveiligen Regierung über die Lage des Landes Bürgsäiaften verlangt hätte, wie Miljukow in der d^achtsitzung zum 4. 2)löi im vollziehenden Llusschuß des Arbeiter- und Soldatenrates nntt-eiltc. Dies set die wiclstige Gehemmote, von der in den letzten Tagen gesprochen wurde. * Die Stockholmer Konferenz. Stockholm, 10. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) lieber die Stoctcholmer Sozialistenkonferenz erfahren „Dagens Nyheter, daß als Vertreter Dänemarks Stanniug nnd Mad- sen, als Vertreter Norwegens Ole Lian, Jakob Vidnaes und Magnus Nielsen hier eingetroffeu sind. Sie w'erdnr heute nrrt dem schroedischeu Ausschuß, der aus Branting, Hermann Lcndcpnst und Möller besteht, eine vorbereitende Beratung abhalten. Rian beabsichtigt, daß die skandinavisch-hvllän- dyche Abordnung bei den bevorstehenden Besprechungen nrtt den Bertretergruppen der einzelnen kriegführenden Länder besonders rwrbandeln und zwischen ihnen vermitteln wird. Man hofft sicher auf das Kommen der russischen SiHialdemo traten. Amt) die französiscl)e Minderheit sagte bereits zu. Bon Amerika ist Tads Howe als Abgeordneter der Internationale aus Brooklyn nach Stockholm abgereist. Wilsons SchiffSbauten. Berlin, 11. Mai. Das B. T. erfährt aus Genf, nach einer' Meldung des „VLatin" aus Nelvyvrk habe Wilson einen Kredit von fünf Milliarden Franks beansprucht, um außer dem Bau von Holzsckstffen auch eine Handels flotte aus S t a h l s ch i f f e u herzustellen. Ter gesamte Gehalt beider Flotten soll sechs Millionen Tonnen betragen. Ein Unfall der französischen Sondermission in Amerika. Berlin. 11. Mai. Laut B. T. bemchteu französische Blatter, daß bei Areola im Staate Illinois der Zug, in dem sich die französische Sondermission befand, entgleiste. Von den Mitgliedern der Mission, die von dem Unfall am Frühstücks tisch überrascht worden seien, sei keines verletzt worden. Während andere nach der Entgleisung auS dem Zuge gesprungen feien, sei Joffre beim Fimh- stüMtisch sitzen geblieben. Eine Anleihe Frankreichs und Belgiens in Amerika. Washington, 10. Mai. (WTB.) Reuter. Die Regierung hat B e l g i e n und Frankreich eine gemeinsame Anleihe von 75 Millionen Dollars geivährt. — Die Regierung übernimmt damit die Finanzlast des belgischen H»ilfsdienstes. Eine amerikanische Munitionsfabrik in die Luft geflogen. Bern,^10. Mai. (WTBL Nach einer Neivhorker Meldung des „Journal" ist die amerikanische Munition s- fabrik tzainmoth in die Lust geflogen. Die Zahl der Opfer ist noch unbekannt. * * * Donar LawS Etatrede. Amsterdam, 10. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) „Rotter- banyche Courant" meldet aus London: Sonar Law siigtc in seiner EtatSrede, daß vom 1. April bis 5. Mai 261 Millionen Pfund ausgegebcn imirdeu, von denen 173 Millionen für die Munition für Armee und Flotte, 68 Millionen auf die Verbündeten nnd die Ueberseebefitzmigen und 20 Mllio- nen auf verschiedene Zloecke entfallen. B a t h u r st teilte gestern im Unterhaare mit, daß die Stärkefabrikation aus Getreide nur nock) mit besonderer Bewilligung gestattet werden. Amsterdam, 10. Mai. (WTB.) Reuter meldet aus Washington, das Schiffahrtsamt habe von den amerikanischen (Ägeittümern sieben frühere österreichische Dampfer von zusammen 52621 Tonnen gekauft, um sie für Kriegs Handels zwecke zu vertuenden. Rotterdam, 10. Mai. (Privattel.) Bei Lloyds waren bis zmn 6. Mai einschließlich Meldungen über 80 Schi ffs- v e r Senkungen seit dein 1. Mai eingelaufen. Im gleichen Zeitraum des April waren nur 41* Schiffe als in Beruuft geraten genreldet. Haag, 1. Mai. (N. T. A.) Der Motorschoner Gru.no wurde von einem deutschen U-Boot in der Nordsee versenkt. Die Besatzung wurde auf das Leuchtschiff Novrdhiu- der gebracht. Aus dem verfaff»ngsaus?chch des Reichstags. Berlin, 10. Mai. Ter Verfassungsausschuß des Reichstages setzte heute die Beratung der W a h l r e ch t s a n t r ä g e fort. Tie Vertrauensmänner der Fortschrittlichen Volkspartei, Natto- nallü»eralen und des Zentrums sowie der Sozialdemokraten haben über eine gemeinsame Fassung eines Antrages beraten, der für die Rie sc n w a h lkr e i s e V e r m e h r u n g der M a n d at e und Verhältniswahl fordert. Als Ergebnis dieser Beratung schlug heute Abg. Dr. Müller-Meiningen (Fortschr. Vp.) namens dieser Partei folgende Entschließung vor: Den Reichskanzler zu ersuchen, den: Reichstage alsbald einen OK.sttzentwurs vorzulegen, der bestimmt, daß bis zu einer allgemeinen Neufassung des Verhältnisses der Wählerzahl zur Zahl der Abgeordneten die Wahlkreise mit besonders starken Bevölkerungszuwachs, die ein zusammenhängendes Wirtschaftsgebiet bilden, eine entsprechende Vermehrung der Mandate — unter Einführung der Verhältniswahl auf diese — erhalten. Nach Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages (Verhältniswahl im ganzen Reick>e, FraueMvahlrecht, Wahlberechtigung mit 20 -Fahren) und des Antrags der Sozialüeuwkratischcn Arbeitsgemeinschaft gleichen Inhalts wird derAntragMüller-Mei- n irr g e n mit 16 gegen 9 Stimmen angenommen. In der Minderheit l-efindcn sich 4 Konservative, 2 Vertreter der Deutschen Fraktion, 1 Zentrumsmitglied und die 2 Vertreter der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft. Eingegangen ist ein Antraig der Fortschrittlichen olk spartet über die mecklenburgische Berfas- jungsfrage. Der Reichskanzler soll ersucht werden, dahin zu wirken, daß in den beiden Großherzogtümern unverzüglich eine konstitutionelle Verfassung eingeführt werde. Es entspann sich eine längere Geschüstsordnungsdebatte darüber, ob, wann und in welcher Reihenfolge die Anträge über Regelung der bundesstaatlichen Verfassung durch das Reich behandelt werden sollen. Eine Einigung wurde nicht erzielt und die Weiterberatung vertagt. Aus den Opfern und den Waffen ruht der Staat. Opsert euer Gold auf dem Altar des Vaterlandes! in den Räumen der BeZirksfpartche Gießen ist morgen von 10 dis \ 2 % Uhr geöffnet! Aus Stadt nnd Land. Gießen, 11. Mai 1917. Seekrieg. Reue U-Bootbcute. Berlin. Ist Mai. (WTB. Amtlich.) Im Mittelmcer wurden nach neuen Meldungen neun Dampfer und acht Segler mit rund 32 000 Tonnen versenkt, darunter am 11. April der ikalienistche. mit Munition beladene Dampfer Candia (1045 Tonnen), am 14. April der swnMfthc Dampfer Gango (6886 Tonnen), am 16. April ein imbekannter bewaffneter Dampfer von ettua 5000 Tonnen. aus einem Geleitszug heraus, am 21. April der englische. tiefbeladkne Dampfer Warrior (3074 Tonnen), am 25. April der bewaffnte englische Dampfer Reynolds (3264 Tonnen) mit 5100 Tonnen Kohle auf dem Wege nach Marseille. am 26. April der italienische Segler August Taranto! (200 Tonnen) mit Phosphat von Tunis nach Aleran- drien. am 28. April der englische Dampfer Bontiae (3345 Toimcn) mit 5260 Tonnen Mais, Erbstn nnd Gerste für Italien. Der Chef des Admiralstabs der Marine. * Berlin, 10. Mai. (WTB. Mchtanttlich.) Es mehren sich die Beweise dafür, daß England die Neunen vieler lowpedterler Schiffe verheimlicht. Eine Anzahl holländischer Gesellschaften wurde bereits von den englischer! Ber- srcherungsgesellschaften für Waren etitschädigt, die mit Schiffen untergegaugen sind, deren Tvrpedioru'ng von England nicht bekannvgegeben worden ist. Berlin, 11. Mai. Na chdem „Lokalanz." meldet die „Neue Zürcher Ztg" aus deni .tzaag, in Amsterdam sei gestern seit drei Monaten das erste amerikanische Petroleum schiff angekommen. In der Woche vom 22. bis 29. Avril seien im Rotterdamer Hafen sechs Schiffe ein- nnd keines sei ausgelaufen. Es sei dies der schwächste Verkehr seit Beginn des U-Bootkrieges. Lebensmittelmarken. Für die Zeit vom 24. bt§ 20. Mai 1917 haben nachstehende Lebensmittelmarken Gültigkeit: Brotmarken der 20. Woche, gültig vonr 14. bis 20. Mai 1917 Bnttermarken „ 20.' „ . „ 14. „ 20. „ „ Ei ermatten Rr. 2 Fleischmatten der 20. Woche, gültig vom 14. bis 20. Mai 1917 Kartosselmarken , 20. „ „ u 14. , 20. „ „ Sciieiimarfcn für den Monat Mai 1017 Znckcrmarten Nr. 12 bis 23, gültig bis 3t. Mai 1917. Ein Umtausch verfallener Marken findet nicht mehr staber als der der Herbst-Speisekartoffeln. Der Preis der Speisekartoffein tvar vorigen Herbst rund 5 Pfg. für das Pfund, der der Saatkartoffeln ist jetzt laut Bekanntmachung 15 Pfg.; niithin 200 Prozent teurer. Ein Unterschied von 166% Prozntt gegen früher. Ich möchte deshalb die zusürndigen Stell«:, bezw. Sachverständige sreundlichst ersuchen, an dieser Stelle Aufklärung über das Mehr von 166* p, Prozent geben zu wollerr. Dazu schreibt man uns aus dem Städtischen Lebensmut tel a ni t,^daß man es auch dort lebhaft bedauert, daß der Preis für die Saatkartoffeln der frühen nnd mittelfrühen Sorten nicht niedriger gestellt .oerden konnte. Tic von den .Aernbauerrr, den Gartenbesitzern und Pächtern von Grundstücke» in der Stadt Gießen bei dein Tiefbiauamt bestellten Kartoffeln wurden von der Landwirtsä-aitskäinmer für das Großherzogttlm Hessen in Auftrag genommen, die Lieferung selbst aber von der Zentrale der landwirtschaftlichen A'vnsumvcreme in Darmstadt ausgeführt. So war es gesetzliche Vorschrift; den Städten selbst tvar die Beschaffung von Saatkartosjelu nicht anders erlaubt. Nun kosten die jetzt bereits znr Verteilung gtiymnmm Saatkattofselu, die zum größten Teil aus Posen, zum Teil auch aus dem Kreis Gießeit, stammen, im Einkauf schon 12 Mk. pro Zentner. Dazu kommen die hohen Ausgaben für Fracht, Ausladen, Auslesen, Verlust und Ansgeben dtw Kartoffeln, so daß der- Verkaufspreis von 15 Pfg. pro Pfund im Kleinen durchaus gerechtfertigt ist. was uns auch die sachverständigen Herren vom lattdroirtschastlichen Institut unserer Landes- unlversität bestätigen. Wenn die Stadt dabei eine recht beträchtliche Zubuße hat, io haben unsere Klein-Kartoffelzückster den Vorteil des Saatwechsels mit guten, nicht abgebauten Sorten ans einer anderen Gegend- Tie Verteuerung liegt, wie auch im Erriährnngsau-Sfchuß des Reichstages in Berlin ausgeführt wurde wir haben darüber bereits berichtet , bei den norddeutschen Landivittschaflskanunern nnd den dortigen Kommunal verbänden, weil für die anerkanntet' Snatk^ttoüeln kein Höchstpreis festgesetzt ist. Wir hoffen, daß die Spätlärtosselu, die reichlich spät jetzt nach und nach einzutreisen beginnen, nicht so teuer werben. Büi d.'r diesjährigen Kartoffelernte sorgt sich jeder Klein-Kartoffelzüchter am besten gleich im Herbst beim Einkellern nnd Auslesen seiner Kartoffeln für sein Saatgut für das Frühjahr 1918. Und dazu empfehlen tvir für die Früblartoifeln ganz besonders die Frühkartoffelstecklingspflanzen, hr alle von der besten Sorte der Frühkartoffeln, der „Kaiserkrone", gezogen sind. bis 19 E i e r u u b Bu ttera ji s g a b e. In der Woche vom 1 1 2 19. ds. Mts. lverd-n wieder Eier in den beLmnteu Verkaufs-!§ stellen ausgegeben. Gültig ist die Eiermatte 2. Wegen des Feier- tags am 17. ds. Mts. köirn-en die an diesem aTge Bezugsberechtigten die ihnen zustehenden Eier in den betr. Bettaufsstellen bereits am 16. ds. Mts. erhalten. Das gleiche gilt für die Butter. ** Verkehr mit Eiern. Wir verweisen auch an dieser L-telle auf eine ausführliche Bekanntmachmrg des Großh. Ministe- rnnns des Innern im Anzeigenteil unseres !-eutigen Blattes, durch die die Ablieferungspflicht der Geflügell-alter, die Liefcrungspflichlt der Kommunalverbände die Bestellung von Aufkäufern, Preise, Beförderung und Ueberwachimg der Eier gevegelt wird. Für Gießen selbst sind als Vertvaneirsmänner bestimmt: Herr Weinhändler Ä. Schwan und Lehrer Hahn. Ms Aufkäufer: der Geflügel- und Vogelzuchtt»erein (Geschäftsstelle Seltersweg 64 , die Molkerei Gebr. Grieb, der Eiedhandler Steinreich, Als Sammelstelle die Molkerei Gebr. Gtteb. lieber die Anzahl der abzuliefernden Eier wird den Htchnerhaltern eine besondere Aufforderung zugehen. ** Ge nrüsevcrsorg u n g. Die Stadt erhält jetzt regelmäßig größere Posten von Grüngemüse, Gurken, Spargel und sonstigem. Heute trafen große Mengen Salat, Spinat, Gatten und Spargel ein, die bei hiesigen Geschäftsleuten zum Bettaui gegeben werden. * ** STm lliche Personal Nachrichten. Der Großherzog hat am 5. Mai d. Js. den Großherzogl. Bmirat I ckes zu Darmstadt zum Mitglied des Groß!). Technischen Oberpttlfungsamts und am 9. Mai den Adam Pfeifer zu Darmstadt zum Schreibgehilfen mit Wirkung vom 16. Mai 1917 an ernannt. ** Auszeichnung. Dem Sanitätssergeanten 5)einrich L i che r aus Gießen, zurzeit bei einem Artillerie-Regiment, wurde wegen hervorragender Tapferkeit das Eiserne Kreuz 2. Kl. verliehe,'. Licher, der auch den Clwua-Feldzug als Dragoner mit- machte, steht seit Kriegsbeginn im Felde und rückte als 0>efreiter aus. Infolge seiner^ Tüchtigkeit wurde er zu seiner jetzigen Stellung befördert. Die Hessische Tapfettcitsnredatlle hat er berecks früher erhalten. B e f ö r d e r u n g. Zu Leutnants wurden befördert: Bize- wachtmeistcr W e y m e x irnb Western ach e r. Zunr Ober veterinär befördert wurde der Veterinär Schneider. L. U. Von der Landesuniversität. Die zweite und letzte Jnrnratrikulation findet mora-en Samstag mittags 12 Uhr statt. ** Gegen da s Hamstern von Kartoffeln schreibt man von maßgebender Stelle: In letzter Zeit lassen sich die Landwirte dazu verleietn, Kartoffeln, wenn auch in geringen Mengen, an frentde Pettonen, die sie darum an- gehcn, abzugeben. Aus einzelnen Kommunalverbänden sind auf diese Weise schon Hunderte von Zentnern ausgeführt worden. Hierdurck) wird die Versorgung der Einwohner des Kommunalverbands mit Kartoffeln ertistlich gefährdet. Die Gendarmerie und alel Polizeiorgane sind deshalb angewiesen, solche eingehamsterten Kartoffeln rücksichtslos zu beschlagnahmen und an die Kommunalverbände abzu- führen. Es erscheint dies , umso mehr geboten, als oftmals Personen, die die Kartoffeln geschenkt erhalten oder billig gekauft haben, solche zu sehr hohen Preisen oder gar als Saatkartoffeln Weiterverkäufen. Also Landwirte, gebt überschüssige Kartoffeln nur an den Kommunalverband ab, der ihrer dringend benötigt nnd auch die kleinsten überschüssigen Mengen für sich in Anspruch nehmen muß. ** Dieb stahl. In der Nacht vom 9. ans 10. L Mts. wurden ans einem .Hausgxcrtem der Bleichstraße 36 Paar schwarze Damensttümpfe qe&. E. F. und E. O. gestohlen. Sachdienliche Mitteilung nimmt die Kriminal-Abteilung Gvoßh. Pvlizeiamts entgegen ** Zugelaufen ist ein schwarzer Zwergdackel. Der Eigentümer ftnrn sich auf dem Großh. Pvlizeürnrt melden. ** Der Voranschlag der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1917, ebenso dir Borccuschläge des Stadt- enverberungssonds, der Arnvenürste, der Clektrizitätswette und der Straßenbahn, sowie das Gas- und Wasserwerks für dieselbe Zeit, liegen vom 12. d. Mts. ab während einer Woche aus dem Stadt- l)aus offen. Während dieser Zeit Nimsr die Voranschläge ernge- sehen und bei detn Oberbürgersmeisder schriftlich oder zu Protokoll Einwendungen vorgebracht werde,:. Siehe die Bekanntmachung. ** St e ue r reklama ti o neu. Tic Handrverkerbe- ratnugsste lle des O rtsgewe r be Vereins weist darmtf hin, daß Einwendungen gegen die Steuerveranlag u n q innerhalb der ersten zwei Monate des Sterrer- jähres (April, Mai) gemachjt tverden muffen. Mit Rücksicht darauf, daß besonders bei Gewerbetreibenden die Beschaffung der für die Rttlamativnen irotwendigen Untattagvn oft sehr zeit- rau bend ist, empfiehlt es sich, umgcherrd das Erforderliche zu veranlassen. Die Handwerke rbaratungsstelle des O r t s g ewe rbe ver eins sleht^ ihren Mitgliedern sowie Hand- wettettrauen zur Beratung in Steuerauge legen heilen, sowie bei der AufftÄllmg der erforderlicheir Unterlagen in bei Mittivochs und Samstags von 1—2 Uhr im Mwerbehaus, Kirch- straße 16, stattfindenden Spreckrstunden zurr Perfügung. **Waldbrandgefahr. Mit Rücksicht auf die biei trockener Witterung bestehende Gefahr der Entstehung von Waldbränden erinnert der Oberbürgermeister daran, daß es verboten ist, mit uw- vcrrvahrtcnt Feuer oder Licht eineu Wald zu betreten, oder in der Nähe eines Wäldes Feuer an^uzünden. ** Flandern und sein Volk. Auf den heute abend, 8 Uhr, in der Neuen Aula stattftndenden Vortrag sei nochmals hin- gewiesen. ** Die Auszahlung der Familienunt erststtzum- gcn an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen Kr 16.— 31. findet vom 15.—18. statt: siehe Anzeigenteil. ** Das heutige K'reisblatt Nr. 81 enthält Bekanrtt- machrmgen überi Sicherstellung von Kriegsbedarf. Handel mit Arzneimitteln. Genehmigung des Großhandels mit Gemüse ustv. ZuckrvettTrouchsregellmg. Ausstellung von Dudlikatsarbeits- büaiern. Vettelw mit Futtermitteln. — Anrechnung von Wurst auf die Fleischkarte. Druckpirpier. Höchstpreise für Zwiebeln. Fern- haltung unzuverlässiger Personen vom Handel. Höchstp-reist für Apfelmus. .Hessischer Landes verein für Kri-egerheimstättcn. Verhütung von Waldbrändeu. Waisenbüchstnaelder. Sochsbe Kriegsanleihe. .Kinderarbeit in ben gewerblichen Betrieben Maul- nnd .Klanenseuckie. Eisenbahnunfällc. Londkreis Gießen. (HDorf-Gill, 6. VLai. Der hiesige Schmied Karl P f a n n^ m üller, der schon seit Beginn des Krieges in den Vogesen steht, 1915 die Hessische Tapferkeitsmedaille und im Januar d. Js. das Eiserne Kveuz erhielt, wrrrde dieser Tage zlrm Unteroffizier befördert. LI Lang Göns, 9. Mai. Den Heldentod starb Robett Deutsch, Solm des Iäkob Dsrtsch. Er stand bei einem Garde- Regiment im Westen. Kreis Büdingen. ^ Bellmuth, 10. Mai. An Gaben zur Hindenburg- spende Erden unter Leitung des Bürgermeister gesammelt und an die Sammelstelle des Roten Kreuzes m Ortenberg abgo- iuhrt: 100 Eier, 44 Pft>. Mehl, 12 Pfd. Zwiebel, 11,2 Pfund Graupen, 8 Pfd. gerirck,bette Wurst, 3,2 Pfd. Speck, 6,5 Pfd. MenwttM, 3,6 Pfd. Dörvvbst, 0.8 Pfd. Weizengncnipen, 2 Pst. Bohnen. 2.2 Pfd. Erbsmr, 1,1 Pfd. Grieß. 1 Pst. Haferslocken, ein? Bäche Lattverg. (^enüß ein glänzendes Ergebnis für die. 7 fei ne 1.1.0 Seelen zählende Gemeinde, das Gebern und Sammlern in gleict'"?!' Weise Ehre macht. Effolderbach, 10. Mai. Mir die H i n d e n b u r g- spende nmrden bei der Sammelstelle des Roten Kreuzes in Ortenberg abgeliefert: 78 Eier, 20 Pfd. Zwiebel, 6 Pst. Bohnert, ' Pfd. Graupen, 2 Pst. Erbsen, 0,75 Pst. Sago, 0,5 Pst. Törr- ileiick, 0,25 Pst. Wurst, 1 Pst. Butter, 1 Pst. Dörrobst, 8 Pst. Mcerrtttich. 2 Pst. Aepfcl, 0,75 Pst. Sellerie. Es ist bereits dos -wertemal, daß die Gemeinde unter Leittmg ihres Lehrers eine innmlung zur Hindenbuvgspende Vvruahm, um so höher ist das Ergebnis zu bewertm, um so l-erzlicher sei allen gedantt. ^.-rE-vEdingen, 1L Mm DaS KreSamt verbot vis ans wei> im^v^^ereich^^^ t * m ^ i>cm ltnb jcken Henhandcl Kreis Schotten. ^ i'nbe r g , 10. Mai. Untere ftente (SVeiroeinbe gab zur rtwtl™ C n i 07 l r? ’ p r T ! b > c dc-' "^ota\ Kreuzes Ocfccnbcrg folgende n^oW 2? * 4v; 4 '£ 5 fb - Dörrobst, 11,1 m>. Mel-l und 5.®?^ ber kleinen Gemetrrde mutz umso höher gewertet werden, als die Sammlung völlig unaufgefordert erfolgte . •i X i 7 ‘ Sw” vorderen Vogelsberg, 10. Mm_ Das vrachttge Dad,^wettor der jetzigen Martage bat die Blutenknospen gr r A b,t a b aiim , c vorgetrieben, datz jetzt die Aussigen SSf-iJ? 3 .^'wntendc Obsternte über,ehen werden, können Der Blütenanjap ist ein sehr reicher. Besonders voll stehen .Brsckxm unb •Jtmeit, von denen es im Vorjahre wenige gab. Bon den Aevfeb die Bäume stark besetzt, die ini Vorja-l-re nicht getragetr UNO das waren dte meisten. Zlvetschen haben vorigem Jahr reich .... xrmi getragen und deshalb iveinger BlütenMisatz, umsomehr die Pflaumen voll sind du- Beerensträucher.- Stackpel- mrd Iolxnmis- Ebenfo .. . __ _____ ^ ^ bwrcn belangen. Dazu eine ungen-öhnlicli späte Blüten reiL"crne Blutenzeit im Mai. die der Regel nach), eine reiche Obsternte mn> W. Me grniidleqenden Ursachen ju einer guten Cbfternte nnb ivmrt vorhanden Kreis Friedberg. . Mit Gib n, Vilbel, Srid* berg, Batz-Naichnm und Butzbach,md chr den Kreis ^riedberq oiar Btrsor^zirfe errichtet Warden, dir sich der persönlichen Fürsorge .von Kne gÄn 11 t erbl i ebenen widmen sollen. Hessen-Nassau. Schwindler m Feldgrau. -- Frankfurt a M., 10. Mm. Eine Person in feld- grau-r Umsorm sammelt zarrzert nnl^chtigterweise Gelder für dre Errichtung erneS Milrtäv-ErholunqSl>eims. Der Schsmndler der gefälschtc 2lusck>reiben oorlegt. hat in meinen Fällm Beträge von 50—2v0 Mk. Die Sammelliste trägt den .Wpfstempel „Res- ^ ' Mamt ^ €tnn 22—23 Krhr alt, nrittelstark. und tragt seldgranL Unißorm. Die RegimentSnuininer ist unl^kannr — E Polizei verhaftet den steckbrieflich verfolgten falmenstüchtigen 'schützen Emil Staubte, der in letzter Zeit Frauen gegenüber zahlrerck>e schwindelel«i verübte, indem et ihnen Pakete mit wertlosem Inhalt als LebensmittÄpakete gegen Bezahlung ab- lieferte. — Frankstnrt a. M., 8. Mai. Welche Bedeutung der Kleingarten bau für die Kriegs Volkswirt sckmft gewonnen hat, erhellt aus der Tatsache, datz bisher 136 Hektar städtisches, Stif- tunaS-- und privates Gelände für den Gemüsebau nutzbar gemacht mrrden. Mehr als 5000 Familien Frankfurts konnte auf diese Weise Gemüscland zugewiesen werden. Der größte Teil der zum .Inkan erforderlichen Pflanzen und Sämereien rvurde von'der trllS rum Srlbstlvftmpwir, teils u-MtgeMtch n - M, 10.Sta. Um einer »rdernvrteilirmq bot drr Inesige Preispriifnngssiellr an. die Schuhmacher in ihrni Geschäftsräumen ein Preisverzeichnis mrfzuhangen Hadem. Ferner mich bei jeder ^ühve pavatu r und bei Matzaufectigimg ein Begleitschein auS- v-erbmi, aus dem^ die. Artund Zeitdauer der Arbeit n> 5ie Hochitpreise umgangen Iverden, zeigt sich W'blEich wieder m recht deutlick)cr Weise in hiesiger Stadt. T l^llge Zinatzration ihres Fleisches, HK die ^tammratwn zu Wucherpreisen — es lverden oft %££*[ u ^ b Fcpvrderl — an die reichen Laute im Westen der wird, lieber Mangel an Käufern haben sie wahrlich nicht zu klagen. f „ ^ ^2' ^0. Mai. In der Hauptversamnilung des Ha- wurde mitgetci.lt, datz mit dem Mnieums-^erein über die Ausgrabungen zwischen froher und Meiner Lvl>e und die dabei gemachten Funde eine Vereinbarung getroffen worden ist. Heber die geplärrte W«eiter- MNg des giwßm, vor Kriegsm^bruch auf dcmr Salisweg bei >M!c0tadt-Hanau geunidenerl römischen Militärbades uiid des daln-i ™?L n ! d) ^l^nidcnen Kastells aus fricher Zeit l>aben verschiedene Besprechimgen stattgefunderi. Der,Gescknchtsl>erein hat für diese Ar- 1,m auch weiter tätig an diesem hochwichtigen Werke beteiligen zu können. , ,^ ® a d Ä v mburg v. d. H., 10. Mai. Im Kürpark wurde TÜ^Ä. 111 Gegenwart der städtischen, staatliären urch inilitä nfchen Behorderi der von SanitätSrat Dr. K. .Kaufmann Franklurt a. M., einem geborenen Homburger, gestiftete Samariter drunnen eingeweiht. Oberbürgermeister Lübkc hielt die Weihe- -^T r? Professor Hugo Kau f ma nn-Charlottenburg geicbaffene Zin-brunnen verherrlicht in antikisiermder Auffassung die Liebestategkeit der Samariter im gegenwärtigen Weltkriege und Mgt erneu Samariter, der einen am Boden liegenden Krieger labt. vermischtes. * Würz bürg , 10. Mai. In dem m einin genschen Grenzorte ^ " e J 1 ..'chd l echs Wohnhäuser, sechs Scheunen und viele voebengebaude niedergebrannt. Zahlreiches Vieh ist mit- verbvannt. kirchliche Nachrichten Israelitische Neligionsgemeindc. Gottesdienst in der 5gnagoge l§ijd-Anlage). Samstag, 12. Mai: Vorabend 8.30. Margens 8 30 Abds 9.20 u. 9.55. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. Sabbatfeier, 12. Mai. Freitag, abd. 8. Samstag, vorm. 9 30. Ra chm. v. SablüttanSg. 9.55. WoclxmgotteSd.: morg. 7, abds. 8. Letzte riachrichten, Die Jntt'rpeHationen im Reichstaqe. . orlin , 10. Mai. Auf der Tagesordnung der Reichstags) ltzung vom Montag tverden au der ersten Stelle elsatz- M^^SYche Interpellationen stehen, daneben auch die beiden ■ Ia i. l ? m ’ n über das Kriegsziel der Negierung. Es ist -wayncheinlich, daß die Monlag-.'sitzuug durch die eljatz loch- ^ attC uusgefüllt wird, so daß die Kanzlerrede über da,, Kriegsziel nicht vor Dienstag zu erivarten ist. Die Zustände in Rutzland. (&- P ^ 1 1 Au-' Petersburg Urirb beridjict: Die 'Nenterten. Sie erlangten die .lninejtte ,md ihre Einstellung bei Mmitionsln'tricben. 9lls die Forderung nngegi'b«ien Terniine liütst l^Uälligt ivurden, die'Gescm.misapo1heke, tranken dcw und b Ä au-' und dmiigi-n in die Franenabteilmig und die Barackeii )ur Lvpliuskranke cm. Lie tcröntcn die Kran hm MiKusästietzm. Die Meuterer erlangten in die Stadt Ä2, uni bcm GtcFuI ioau^fcfvuf-, ilrrc Forderimgen Ü ^nnen Die Beruhignngsversuche des l^sängnic- erfolglos. Ungefähr 800 Gefangene zogen dann 8?^ T^wontragrmg roter d-öl/mm, vom Militär begleitet, in die .Hier lvurden sie von RLitgliedern des ^'ltivau..'^schnsjes empfangen, die den Demcnrsttanlen versprachen !l^,^'orvenmgen zn untcrllützeii. Hierauf begann sich die ^.fan- geiieii mit Auchiähme einiger in das Gefängnis zurück. Ein Rigaer General ermordet. datz Generalniajor '.Ärrtzow, bei tamato n- 1 ^ Schachen.' üi Mgn ermordet mirrde, als Si/" ^SLi n )e Bahnlwss UxQicpat ging. Die Soldaten unter Soldaten^warrn!^ ^ Der Stockholmer Kongreß. Mai. Der erste Teil des Stockhvlnrer So/äa- lrstentzngresses der die Svnderbc intun gen umsa^n fäll w^> Gegen Ende Juni hofft man gröfjmnt ^ ^lö;j Heimarbeit t.KomiertS» schreiben» .ui vergeben. Näh. i. d. GeschiistSst. d. Gieh. Anz. Gasliclit- Öromsilber- Mein Lager in Postkarten zählt über 100 000 Stück, weshalb ich bei Abnahme grösserer Mengen Vorzugspreise ein räumen kann. Ferner 3590a sämtliches Zubehör empfiehlt preiswert IM-Drog. M Stapl ,' 1 Spezial-Photo »Maas Krenz(datz 9 . Bestellungen ans dem Felde werden prompt erledigt. Nalirsalze sind für die heutige Kriegs« kost besonders wichtig, weil sic die Ausnutzung der Nah- rnng fördern. Anfklärende Literatur gratis. In kleinen Packungen für 1 Mk. zu haben in: 13129 flKeformliaus Krensplak 5,