Nr. M Der Stetzener Lnzei-«r erscheint täglich, außer Sonntag«. - Beilagen: Oichcner,5ami!ienblätteri KteUblott für den Kreis Hießen. Bejagspreis: monatl. 90 Pf., viertel« jährl. Mk. 2.65. durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 80 Pf.: durch di; Post Mk. 2.45 viertel« jährl. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlaq.GeschästÄstelleol Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Erstes vlatt stk. Jahrgang Giehemr Anzeige? 5reltag, Ma: General-Anzeiger für Oberhessey postscheSssnts: $r«nffurt t.HI. U686 V ¥ ö F If . " richtslaal: Fr. R. Zenz^ 3wi!ltngrrunddr«ck u. vrrlag: Vrühl'sche Unio.-Such- u. Sttlndrucktrei N. Lange. Schriftleitnng. «eschästsftelle n. Druckerei: Schulstr. 7. <£ e | e '£ It „ahnet Don Anztt^en die Lagesrnernneer des ,um Nachmittag vorher öeilenvreir, j. Anzeigen: örtlich 20 M.. Vermietungen u. Stellengesuche ILPf., auÄw a rtS 25 Pf., b PlahoorscKrfft 30 Pi., Reklamen 75 Pi., bei Plotzvorschnit S0 Ps. Hauotschriitleiter: Äug. Goetz. Verantwortlich für Politik u.FeuiUew«: Sankverlehr: A"n. Goetz. Stadt >>, d Srwrrdebanl SIktzen Lu.„,LkrmiIchik4^^ ver vierte englische vuMruchsvelsuch unter schwersten (WTD.) Großes Hauptquartier. 3. Mai. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupv recht. Dem anhaltenden Artilleriekampf der letzten Tage ist auf beDcn Scarpe-Nfenl heute morgen Trommelfeuer gefolgt. Dann haben in breiter Front neue englische Angriffe begonnen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Bei günstiger Beobachtung erreichte die Kampftätigkeit der Artillerie und Miuemverftr gestern große Stärke-, besonders ml der Bergfront zwischen Vauraillon und Craonne, längs des AiSne-Marnelanals und an der Höhenstellmrg nördlich von Prosnes war der Feuerkampf heftig. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Keine besonderen Ereignisse. * Die Flugtütigkeit lvar über und hinter den gen bei Tag und Nacht sehr rege. Der Feind verlor in Luftkämpfen acht. , Notlan düng einen, durch Abwehrfeuer non der Er den Flugzeuge und einen Fesselballon. O c st l i ch c r Kriegsschauplatz. Die Gesamtlage ist unverändert. -Zwischen Sufita - und P u t n a - Tal ist ein russischer Angriff verlustreich in unserem Feuer zusammengebrochen. Mazedonische Front. lebhaftes Feuer bei Monaftir. auf dem Weftufer des Dardar und südwestlich des Doiran-Sees. Der Erste Generalguartienneistcr Ludendorff. * Der Abendbericht. Berlin. 3.Mai. abends. (DTB. Amtlich.) An der Ar ras- Front ist ein erneuter englischer Durchbrnrhs- nersuch unter schwersten Verlusten für den Feind gescheitert. An der A i s n e und nördlich Reim s anhaltend starker Artilleriekampf. Im Osten nichts Wesentliches. * . * Der Drang nach AufW-rmrg über bvt Kicke qs ziele unserer Regiemng wächst. Die von uns öfter besprock>enen matten Darlegungen in der „No-rdd. Mgem. Ztg." haben nie- inanden befriedigt: nur vereinzelte Blätter, darunter die „Frankfurter Ztg.", drücken zu der Kürze und Schweigsamkeit deS Kanzlers in diesen Dingen ihre Zustimmung aus. Wir haben gestern dargetan, daß es in diesen Tagen vor der Entscheidung wichtig sei, dem Auslande nicht rrur eine Einheit des deutschen Volkes zu zeigen, sondern auch eine Einheit, die mutig und tapfer für unsere gehobenen Daseinszwecke eintritt und ihr Erstgeburtsrecht nicht um Wilsonscher Theorien willen für ein' Linsengericht zu verkaufen bereit ist. Daher hat der entschlossene Ton in der Ansprache des Reichsragspräsidenten auch anderwärts freudige Zustimmung gefunden. Es ist durchaus wichtig, den nach außen hin schädlichen Eindruck zu beseitigen,' als seien Regierung und Mehrheit des Volkes einig in der Annahme von Friedensbedingnngen nach Scheidemannschen Eingebungen. Das wiirde praktisch auf ein.e neue Ermunterung unserer Feinde hinauslaufen, die neuen Anlaß bekommen würden, von Aengstlichkeit und Schwäche in Deutschland zn reden. Zlvei parlamentarische Anfragen im Reichstag, eine kon- Zenicttive und eine sozialdemokratische (wir geben sie im Nachrichtenteil wieder), suchen der Negierung in diesen Fragen die Zunge zu lösen. Die konservative Anfrage wünscht Klarheit, weil im Volke Beunruhigung darüber entstanden sei, unsere Regierung könnte für einen unzulänglichen Frieden nach sozialdemokratischem Rezept zu haben sein, und die lozraldemokratische Anfrage stützt sich auf das neue Ereignis, das seit dem bekannten Friedensvorschlag die Lage verändert habe, auf die Revolution in Rußland. Daß Scheide- !mann in seinem Vorgehen einseitig verblendet ist. muß auch heute widerholt werden. Genaue Kenner des östlichen Nach- barrciches halten dasiir, daß eine zögernde und schwächlich er- 'cheineitde Haltung auch dem jetzigen Rußland gegenüber nur von nachteiliger Wirkung sein könne. Wir haben ein Znteresse daran, daß im früheren Zarenreiche die Mutlosig- rcn. die lieber,;eugung von der Aussichtslosigkeit weiteren Kampfes wächst und um sich greift. Viel weniger muß uns daran liegen, mit Autoritäten, die rnorgen im Abgrund ver- urnren sein können, vorzeitige Verhandlungen anzuknüpsen. Wie unreif die Dinge im Osten noch sind, das zeigen ore heute vorliegenden Nachrichten aus Petersburg. 0 c n t chlosseiie s Aus harren kann uns auch im oinblicr aus diesen En twi ck littigsgang nur Gewinn bringen. In der russischen Arinee soll der Offiziersrmrg abgeschafft loerden, cs soll sortan nur noch „befehlshabende Soldaten" geben. Die eiiglandfeindlickie Stimmung in der russischen Hauptstadt faßt immer urächtiger Boden. Daß England und ,Mnkreich für Scheidemaluische WeltnenordiUtng noch nicht gewonnen snrd, sollte er selber wissen und gebührend bc- Verlusten für den $ achten. Wer für einen erreichbaren baldigen Frieden ist, der kann nur einen Sonderfrieden mit dein östlichen Nachbar herbeiwünschen und dabei an der Notwendigkeit festhalten, den übrigen Feinden gegenüber altes Sch-w-achherzige, als Schwüchogefüht 2lnslegbare fernzuhalten. Wir dürfen die Hoffnung ans einen starken nnd wirklich siegreichen Frieden hegen. In diesem Sinne [mb Kundgebungen mit Forde- rungen voii Entschädigungen nnd Sicherimgeir besser am Platze als Flaumacherei und Traumgedanken nach Stockholmer Richtung. Angesehene Vervande von Industrie und Landwirtschaft fordern auch in dieser Stunde wieder einen starken Frieden. Auch der in seinen Zielen bereits weithin bekannte „Unabhängige Ausschuß" verbreitet einen Aufruf, in dem er u. a, sagt: . ,'Wir brauchen Entschädigungen für die ungeheuren Opfer unseres Volkes, um irnier wirtschaftliches, kulturelles mtb soziales Leben mich nach siegreichem Frieden wieder anfbanen und die Fürsorge für^ die Kriegsbeschädigten im3> Hrnterbliebenw unserer gefallenen Helden sich erstellen, zu können. Wir brauchen Machtzwoachs und Gebietserweiterungen in Ost nnd West und lieber sec. Es gilt uniere Grerrzen besser zir schützt-n, uusere ^eegeltung zu stärken und durch Erweiteruirg unserer RohstvsfgÄviimuna unsere Jirdu- strie zu fördern n;rd unsere Rüstung zrrr VerteidigurM res Vaterlandes sicher,zustcllen. Wir brauchen Siedelungsland ftirdie Kräftigung unseres Volkes und für die Vdehrerzengung von Nahrungsinittcln. Den Weg zu diesem Terckschen Frieden öffnet uns der deutsche Sieg. Der Kaiser und die Führer von Heer und Flotte verheißen ihn und verbiirgen ilgr uns. Es gilt, ihnen zu vertrauen und durch- z-ichalten, bis der Sieg den Deutschen Frieden bringt." Aller Augen warten jetzt auf den Reichskanzler. Er wird Zurückhaltung üöeir nnd Maß hatten müssen, wird aber nach einer allgerneinen Richtung sich jetzt doch wohl entscheidet! müssen. * . * Der österrerchisch-ungarische Tagesbericht. Wien. 3. Diai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird vcrlautban: Oeftlrchcr Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generaloberst ... ^ , Erzherzog Josef. Em Vorftog mehrerer Kompagnien gegen unsere Stellungen im Putna-Tal wurde unter blutigen Feindverlusten abgewiesen. An den übrigen Teilen der Front stellenweise lebhaftere ArtilLerietätigkeit. S ü döstliche r und südwestlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Ter Stellvertreter des Chefs des GeneralsLaos v. Hofer, Feldmarschalleutnant. Die Lage im weste?!. Berlin, 3. Mai. (WTB. Nichtarntlich.ß»Der vierten S chl a ch t b ei Ar r as, die am 3. Mai, ö 1 i? Uhr vormittags in breiter Front von Acheville bis Que-ant mit großer Heftigkeit anfflaimnte, ging starkes Feuer ant ilLachmittage und am Abend des Vortages voraus, das sich von Mitter- tiacht an zum stärksten Tromnielfeuer steigerte. 'Teilangrisse der Engländer am Vortage und feindliche Patrouillen, die nachts vorzlisirhlen versuchten, wurden in unserem Feuer erstickt bezlv. zurückgetrieben. Unsere Artillerie erwiderte das englische Feuer erfolgreich und zerstörte n>estlich von Arons eine feindliche Munitionsstapel. Im Raume vou Reims \vax das Artilleriefeuer auf dern AiSneflügel und an dem Höhenzug Chemin des Dames zeitweise von außer- ordeutlicher Heftigkeit und steigerte sich nachts. Ein anscheinend beabsichtigter feindlicher Borstoß in der Gegend von I ony wurde durch Feuerwirbel ni edergeh alten. Den mehrfach erkannten feindlichen Ansmnmlnngen südlich von Cernh fügte unser Vernichtu.ngsf.euer enrpfiubliche Verluste zu. Auf dem Champagueflügel nahm bas Feuer besonders nacchnittags und abends gegen die .Hauptkmnpfabschnitte bedeutende Stärke an.. Zu größeren Kanchstsandlungen konnte sich der durch die Verluste erschöpfte Franzose nicht aufraffen. Nördlich von Prosnes verliefen einzelne Patrouillen- tob Handgranatenfitm.Ofc für uns erfolgreich. Mittags versuchte stärkere feindliche Infanterie mit Maschinengewehren vorzndringen, wurde jedoch augenblicklich durch unser Vernichtungsseu-er niedergehalten. Die Angabe des französischen Berichtes^ daß der Feind am 30. April fünf Geschütze eroberte, ist völlig unzictreffend. Wir verloren kein Geschütz. Seit einiger Zeit pflegt der französische Heeresbericht ans Mangel an Erfolgen seine Beute vom ersten Angriff am 17. April zu wftderholen und allmählicki zu vergrößern. Entgegen dem gestrigen Eifeltnrmbcrickit wird gemeldet, daß bei Le s E p a r g e s kein französischer Angriff statlgefunden hat und kein Franzose in unsere Gräben gelangte. Auch diese Meldung ist frei erfunden. Die französisch-englischen Verluste auf 300 000 Mann geschätzt. Berlin, 3. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Die ganz außerordentlicki schweren Verluste der Franzosen im Raume von Reims werbcn durch eine ergänzende Meldting erhärtet. So wurden allein östlick) von Berry au Vac am 30. April vor einem einzigen schmalen feindlichen Divisionsabschnitt 1000 tote Franzosen nnd 600 gefallene Russen gezählt, die der Gegner bri seinen nutzlosen Teilangriffen auf die Höhen östlich von Berry an Bac liegen ließ. Diese Zahlen sind noch mh gescheitert. unvollftättdig, da nicht alle Gefallenen in der ganzen Tiefe des dortigen Gefechtsstreisens gezählt werden konnten, son- bent nur die unmittelbar vor den deutschen Linien Liegenden. Bei niedriger Schätzung verlor der Gegner auf diesem einen Gefechtsstreifen mindestens 2000 Tote, was einem Gesamtverlust von 8000 Toten und Verwundeten ercklvricht. An mr- deren Abschnitten erlitt der Gegner ähnlickie, zum Teil noch Höhere Verluste. Da die Franzosen allein bis zum 28. April mindestens 47^ Divisionen, die festgestellt wurden, eingesetzt haben und auf der ganzen breiten Front von 60 Kilometern ganz ungewöhnlich hohe Verluste bei den gescheiterten Massew- ftürmen erlitten,Zo dürften die französischen Gesamtverluste cn den erjten 14 Tagen der großen französischen Offensive bereits die Ziffer von 150000 erreichen, wenn sie sie nicht über- lchreiten. Aehnlich hoch stellen sich die englischen Verluste. Die Engländer, die auf einer viel schmäleren Front von 20 bis 30 Kilometern Ausdehnung anstürmten, setzten bis zum 28. April allein 34 Divisionen, davon sechs zum zweiten Male ein. Die Zahl der eingesetzten englischen Sturmtruppen ent- spricht infolge der erhebli ch größeren Stärke der englischen Divisionen der französischen. Bei der dichteren Massierung der engtilchcn Angrissstruppen waren die englischen Verluste entsprechend höher. Unter Berücksichtigung der hohen sian- zösischen und englischen Verluste in den Kanipstagen vom 28. April bis 3. Mai müssen die Gesamtverluste der Engländer und Franzosen seit Beginn der Doppeloffensive auf nliitdestens 300000 veranschlagt werden. Die Leistungen der Ballonbcobachter. Berlin, 3. Mai. (WTB. Nichünntlüh.) Wie o(«i es urcs gelang, 40 Offtziere und 161 gesipkgen zu nehmen. Außerdein wurden zwei Tetisgewehre erbeutet. Ein russisches Kavallereeregiment. nttterstützt durch zwr-i Infan'erio kompagnien und etlvas Artillerie, versuchte über die nördsichtz Diala zu igehon. Der Versuch wurde jedoch durch imfcr FeneN vereitelt. Kaukasusfront: 6>egen Mseren linken Flügel richtet« der Feind loiedcr ein nft^cknngsloses Artilleriefeicer. Itn übrigen herrschte an der Front Ruhe. S i n a i f r v n t: Eines zrnserer Flugzeuge, griff efti bewaffnetes seindliä-es Scksiff mit Maschinengewehrseuer an nnd zwang es. sich in südwzchliävr Richttrng zu mufernen. An den übrigen Fronten keine besonderen Die Revolution in Rußland. Das Fest des 1. Mai. Petersburg, 3. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung frei Petersburger Telegraphen-Agentur. DasFestdes 1. Mai Dauerte bis spät üt^bit' Nacht hinein. Ud&cr 300 Tribünen nmen in den verschiedenetl Stadtvierteln errichtet, wo von den Rednern der verschiedenen PaNeien se.br viele Reifen gehalten wurden. Tic großa Mehrzahl forderte das V-olk auf, die eroberte Freiheit bis zum äußersten »l verteidigen. Es wurde keine Rede übler den Sonderfrieden gehalten. Jedes Wort gegen den Krieg nnu.de mit der größten Külte ausgenommen. Die Reden der Parteigänger- Len ins riefen fast überall die Rufe: „Genug!" und „Schweigt!" bervvr. Unter der: Rednern, die im Autonwbil von Stadtteil zu Stadtteil fuhren, befanden sich Plechanowi Lenin, der Vor fitzende des Arbeiter- und Soldatmrates Tscheidse, der stellvertretende Vorsitzende Skobelew und JustrMinistcr Ke renski, der zu einem engen Zufainnrenschluß aller sozialistischen Parteien anfforderte. Nirgends wurde die Ordnung gestört. In ganz Rußland wurde das Arbeitersest am 1. Mai mit der gleiclx'n Lebhaftigkeit und Begeisterung gegiert wie in Petersburg. In zahlreichen Städten tvie Kronstadt, Minsk und anderen, die in der Nähe der Front liegen, nahmen Truppen in ausgedehntem Maße an den Kundgebungen der Arbeiter teil. In Jassy veranstalteten die russischen Truppen eine genmltige Kundgebung, die auch General Schtscherbatjschow besuchte. Die Soldaten boten ihm ein rotesBandan, das er dankend annah m. Er erklärte, daß er es sein ganzes Leben lang als Zeichen des Vertrauens, ferner Truppen bewahren werde. Das Chaos in PeterSbnrg. Stockholm, 3. Mai. Der Londoner Korrespondent von „Stockholm Tidningen" berichtet von ernenr Telegramm des Petersburger Vertreters der ..Morningpost", ür welchem die dortigst Zustände sehr pessinristisch geschildert werde,r Es wird, so telegraphiert der Engländer tm sein Blatt, unnröglich, von Petersburg wrs etwas über Rußland zu berichten, da sich diese Stadt zur politischen Arena für die Parteikämpse entwickelte. Die Bevölkerung der Stadt ist hauptsächlich beschäftigt, ihre Freude über den ehrenvollen Sieg der Revolution knndzntml, doch dort man^ auch unzufriedene Stimnven. Die Lebensmittel Verhältnisse belferten sich rn den letzten sechs Wochen keinesweg-es, urrd die pen'önliclw Sicherheit ist geringer denn je. Die Gesängrusse scheinen mit Feinden des Volkes und Beau wen des Men. Regimes an gestillt zu sein. Die Dicch.- werden von ^en (Berichten rrergesproche-i und bekommen mcr Verweise. Schwere Verbrechen werden immer häufiger. Auch alübenbe Bewunderer der Freiheit beginnen zu fühlen, daß man >elbft von ihrem Glück iutbtei bekommen kann. Lllle Eisenbahn fahr- karten sind für einen Monat schon im Voraus ans verknust. Die von Petersburg abav! -?nden Züge sind täglich vollgepfropft. Der Qrganisotionsmcrngct bei der Zufuhr uird Verteil-mg von Lebens- Mitteln belvirtt, daß biz örtttchen Verteilun.gsämter hilflos dastehen. Zu diesem Gesamtbild der beginnenden Auslösung füge:,, einige schwedische Blätter noch Einzelzüge hinzu. „Stockholms Dagblad" übernimmt aus den finnischen Blättern die Mitteistmg, daß der Osfiziersrangim russischen Heer abgeschafft worden, ist. Me Mitglieder der Armee sollen nunmehr Soldaten heiße-r. Die konrmandierenden Offiziere ober ^.befehlshabende Soldaten" „Svenska Dagblad" erfahrt aus Haparanda, daß di? Arbeiter einer großen Petersburger Fabrik dm Beschluß gesasr haben, di- provisorische Regierung, die nirr eine Bremse der Revolution sei, müsste gestürzt und ihre Macht dem Arbeiterrat übertra reu »verden. Quelle erfährt, hat der britische Botschafter zu Petersburg im russischen Auswärtigen Amt verlangt, daß die im Ausland weilenden Russen nicht mehr Heimreisen dürfen, selbst wenn sie dazu Pässe von dm russischen Gesandten oder Konsulaten erhaltttr. Ebenso forderte er, die rnssisckren Sozialisten in der Heimat sollten keine Erlaubnis zur Ausreise erhalten. Aus England. Rotterdam, 2. Mai. lWTB. Nichtamtlich.) Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus London: Das Reichs- k r i e g s k a b i n e t t hielt gestern die letzte Zusammenkunft ab. Auch die ReichskriegSkonfevenz geht ihrem Ende zu. Nach der „Times" ist das Ideal, für welches sich die Reichskonscreuz erstatte, daß das britische Reich sich selbst mit allem, was es nötig hat, versorgen muß. Tic gefaßten Beschlüsse beziehen sich n. a. ans die Instandhaltung der natürlichen Hilfsquellen des Reiches, die Förderung versclstedener Industriezweige und die möglichst gründliche Ansnützung aller vorhandenen Hilfsquellen, ferner darauf, das Reich von Lebensmitteln und Rohstoffen, die aus dem Auslande kommen, unabhängig zu machen.. Schließlich wurde der Wunsch ausgesprochen, das Reich von der ausländisckwn Schiffahrt unabhängig zu machm. Dem „Nieuwe Notterdamsche Courant" zufolge gibt der parla- mentarisch? Mitarbeiter der „Daily News" folgende Erklärung für die Gerüchte über den bevorstehenden Rücktritt C o r s o n S. Die Nachrichten über die Lage in Irland find entmutigend. Es verlautet, daß die ci.tremm Elemente in der Ulfterpactei überlwnd genommen habet! und daß sie sich wieder der Untcrsbutzung des Premierministers versicherten. Am Montag kam es offenbar zu einer Krise hinter den Kulissen. Darauf gelangte Carsons Rücktrittsgesuch zur Sprache. Unglücklichem eise wurde die Krise auf verkehrte Weise l>eigelegt. Man glaubt fetzt, daß die extreme Auffassung der Ulsterpartei itt dem Kriegskabinett Eingang saiid. Ancste.rda m. 2. Mai. >WTB. Nichtamtlich.) In der eng- lisck?n P a p i e r i n d iisst r i e trat, wie daS „Allgemeen Handelsblob" aus London meldet, eine Krise ein. Tic Zufuhr von Rohstoffen hörte fast gänzlich auf. Mehrere Papierfabriken, vor allem die, welch? Zeitungspapier Herstellen, mußten den Betrieb einstellen. Das „Allgemeen Handelsblad" meldet aus London: Der König Unterzeichnete heute den Aufruf zur freiwilligen Einschränkung d e s B r o t v e r b r a u ch e s. Iu dem Aufruf wird mitgeteilt, daß bei Hofe die von Lord Devonport festgesetzte Ratio- nicrung befolgt wird. Ter König ermahnt das P"blikum zur Vermeidung der Einführung von Brotkarten, dem freiwilligen System . zum Erfolg zu verhelfen. Die Zwangsratio,lierurig. Rotterdam, 3. Mai. (WTB.) Nach dem Cnglandseindtichc Stimmung in Petersburg. Stockholm, 2. Ndai. (WTB. Nichtamtlich. „Aftvnbladet" erfährt über Haparanda aus Petersburg, daß di? dortigen' französischen mrd englischen Kreise die Entwicklung der Dinge im neuen Rußland mit ivachsender Sorge verfolgen. Besonders tritt die feindliche St im mung gegen die Engländer nutz aller amtlichen Schönfärberei immer deutlicher hervor. Man erwartet daher unangenehme Ueberraschungen mrd iveitgehende Folgen für Rußland in seinen Bezielmngen zu den übrigen Ententeländern. Daraus deutet schon der Umstand bin, daß das Ha us des britischen Botschafters in Petersburg von 600 englischen Soldaten und Matrosen bewacht wird, die mit Maschinengeivehren versehen sind, und von über 1000 russischen Soldaten mit schiverer Artillerte. Ein besonderer Eis enba hnzng steht bereit für die englische Bot schalt für den äußerster: Fall. A m st erd a m, 3. Mai. WTB. Nichtamtlich. ..Daily Erpres" bringt ein Interview seines Korrespondenten mit/K er o n s ki i. das über die Stellung des russischen Volkes zu den. Engländern eine bemerkenswerte torfnrng enthält. Kerenskji sagte, daß das englische Volk von den Russen .sehr geschätzt n-orden sei, daß aber seine Derbindmig mit bzm Zarismus dm durch das Bündnis mit Rn r (ans ausgedrückt rvirrde, seine frühere SÄlrmg in Rußland geschwächt hat. Außerdem führte eine Reihe rmgiückliche merkwürdiger Um- stärrde dazu, die Stellung der Engländer bei den Russen zu gefährden. Stockholm, 3. Mai (WTB.) , „Aitonbladct" veröffentlicht einen aufschlußreichen, Aussatz über „Englands Gewalt herrsch aft in R irß land". Darin 'wird ansgefühtt, daß sich dre englischer Bemühungen, einen Sonderfrieden zwischen Rußland und Deutschland zu verhindern, die sich zunächst nur vorirchtig ans Licht wagen, jetzt ganz frei au die Oeffentlichkeit träten. „Unzählige Summen britischer. Goldes (heißt es weiter) sind in russische Taschen geflossen. Tie russischen Telegrapyenlinien werden rwn den Engländern beaufsichtigt. Durch ein solches wohl- organisiertes System hat man gewisse Ergebnisse erzielt. Zudem mau die Friedensfreunde verdächtigte, konnte man die Ablehnung des Sonderfriedens durchsetzen. Bekanntlich gingen hierbei die engssichen Behörden so weit, daß sie die russischen Revolutionäre in Halifax zurückhalten ließen und peinliche Verhöre mir ihnen anstcllten. Die russischen Klagen beanttvortete man durch Au»- ssüchtc über angebliche Verkchrsschwierigkeiten. So gelang es, den Arbeiter^rat zu der Erttarung zu bringen, nur einen all- geniemen Frieden gutheißen zu können. Tie Fortsetzuna des Krieges lregt jedoch allein im Interesse der enqli'chen Großkapi- lal'.sten, die sich durch die Vernichtung Deutschlariüs zu Herren über die ganze Welt machen wollen. Für diesen Zweck müssen die Bundesgenossen ihr Blut vergießen. Seit einiger Zeit versuch: mein durch Schreckmittel zu wirken. So mal: man jetzt den Russen Im- japanisch e Ges pen st an die Wand, obwohl Japan nicht daran denkl, sich in die europäischen Fragen einzumischen. Dabei bexmdcrt ciu dernmralisi.'rlcs Russland keineswegs die imperialistischen Bestrelurn gen Japans, während im Gegenteil die Verhinderung eines Sonderfriedens den Sieg des imperialistischen M i l - ju ko w bedeutet, dessen Politik Japan noch unangenehmer fein dürtte, als dtcienig? des ^rüb-eren Scharen. Ein anderes Schreckmittel sind die L ü g e n m e l d u n g e n über kie deutschen F l o t t e n o pe r a t i o n en und Truppen.- FUl aw men Ziehungen an .der Ostfront, die einer Offensive gegen Petersburg gelten sollen. Gleichzeitig ist London eifrig bc- schä'tigt, russische Ostscögeliete zu enteignen. Es ist allgemein bekannt, daß mqwaii Zerrten umfangreiche LandankäufS Um Reval, 'imc bei Calais, vornehmen. Als dies bekannt wurde, vecrlte !man isick'. cs ab^.lleugnen. K^ezeickmienderweise bestreitet man runsschersettS nur .die .Verpsäudnng^r russischer Ländereien an England Auammenhän^end anit der Kriegsanleihe. Dies ist bewncers ausfallend und zeigt, daß das Abkommen an und für ssch nrcht ctjtvemxn tut. Wie neutrale Beobachter erzählen, herrscht auaenbkrcklrch in London in den vermögenden Kreisen eine reine Fa st nachtstinmru n g, so ss.üer und siegesgeioiß fühlt inan die lleber- ßeugung, daß fick ::r russische Koloß fester denn je im Schlepptau >och nicht ausgeschlossen, daß die Errgländer bald lt alles Irdischen wieder erkennen müssen Genien darauf hin, daß der Tag eher konrmen kann -,i! btc englssche ^Gewaltherrschaft in Rußland Nieutve Rvtterdmnfchen Courant" fordert die „Times" in einem Leitartikel die sofortige Zwa ngs rationierung. Bern, 3. Mai. (WTB. Nuchtamtlich.) Bei der Erörtermig der „eine wahrhaft erschreckende Perspektive" möffnenden neuerlichen Schsisssrersenkungen und der gegen die Tauchboote ergriffenen. Maßnahmen, führt ein Leitartikel im „Ma nchest e i Cuor öian" vom 27. April aus, die Lebens- T"ssc n^kMgen seien eine nützliche und notwendige Mass- mittelbM nähme, wiewohl das „stärkere Anziehen des Leibriemens für eine die Meere beherrschende Macht eine nicht eben heroische Attir.:do Die Uwerbiudnng des auswärtigen Handels sei nur durch Schmälerung der Einkünfte Englands mrd Aufgabe ferner imr.ena!isti.m'en Stcunng möglich-: beide Maßregeln aber seien leoigliö Paltistivmirtel zur Be'ch.oiLTgunF der Krankheitssymptome und nickt eine Heilung der Kran check selbst. Die Radikalkur beste io lediglich in der Vernichtung- der Tauchboote mrd in der Erbauung von mehr Schiffe, als die Tcucchboote versenken konnten. Es sei niöglich, daß gegen den Tanchibookkneg kein Kraut gewachsen sei, mrd daß die anerkannten orthodoxen Grundsätze über Seemacht nack'-geprüft werden müßten. Darm müsse man sich mit aller Macht auf Neubauten Wersen. Die Etatrede Bonar Laws. Amsterdam, 3. Mai. (WTB.) Das „Algemeen Handelsblad" meldet aus Land an: Bonar L a'w sagte in seiner Etatsrede ferner, daß die täglichen Kriegskosten im neuen Etatsjahre auf 6275 000 Pfund Sterling g-egen 0 022000 Pss.'nd Sterling im letzten Jahre geschätzt tverden. 'Alle Schiffe über 1600 To-nnerr sollen nach MöglickKeit requiriert rverdeu. Die Reeder sollen nach Tarifen bezahlt werden, die ihnen keine so großen Kriegsgewinne gestatten wie bisher. Man erwartet, daß die täglichen Kriegskosten noch mehr steigen werden. Bonar Law sagte ferner, daß die Kriegsgewinne zum großen Teil von den Munitionsfabriken und Reeden: geinacht würden. Diese Steuererhöhung für die Kriegsgewinne soll rückwirkende Kraft haben und vom 1. Januar ab gelten. Die fünfprozentige Kriegsanleihe und der Verkauf von Schatzwechseln brachten zusammen den Betrag von 06 048 000 Pfund auf. * . * Französische Stimmen über den U-Boottrieg. Bern, 2. Mar (WTB. Nichtamtlich.) Der Abgeordnete Ti s i er legte in der französischen K a m m e r einen Bericht über die Tätigkeit der U-Boote nieder, nach welchern bis Ende 1016 3,5 Millionen Tonnen Schiffsraum versenkt tvurden, darunter 2168000 Tonnen für 1916, 1 228000 Tonnen für 1915. Für 1917 s e i m i t d e r B e r s e n k u n g v o n 6 M i l l i o n e n T o n - nen zu rechnen. Dabei sei nicht berücksichtigt, daß seit Eintritt des guten Wetters die Tätigkeit der U-Boote sehr zugenommen t>aüe. Der Ernst des N -Bo ot krieg es' dürfe nicht mehr weg geleugnet werden. Trsier richtete dann heftige Angriffe gegen die Marinemrnisterien der Entente, die nichts getan haben, um die Gefahr rechtzeitig zu Lekanrpfen, die sie hätten erkennen müssen. Die große Stärke der U-Boote liege darin, da'ß zu ihrer Be- tämpfung ungeheure BerteidigungsmiLtel aufgewendet werden müßten. Tie N-Boote ständen ^ ein militärisches isier verlangt befindet. Es ist die Bergäi wisse An-, als er vorüber 11 S to c tretet von ffitja 2 , agligt (WTB. Nichtamtlich.) Wre der Per- Allemanda" in Haparanda aus bester re u-Booto standen als Werkzeug von wunderbarer Wirkrrng da schließlich, dass die Seetransporte zur Sicherheit unter einem geineinjamen Geleit fahren soilten. „Petit Puristen" meint jedoch, daß das einzig wirksame Mittel gegen die Tätigkeit der U-Boote sei, neue Schliffe zn bauen. Leider sei es fraglich, ob die Elltente imstande ist, soviel Schiffsraum herzustetlcn, wie versenkt wird. Aus Spanien. Bern. 1. Mai. „TempS" nreibet aus Madrid, ftcrcat habe einstimmig beschlossen, die Cortes mw ztvar wahrscheinlich ans Ende Mai. der M i n i - einzuberufen, Griechenland. Athen, 3. Mai. (Havas.) Zaimis ikbernimmt das Ministerium des Aeußern, Rhallis wieder das Finanzministerium. Die übrigen Minister Iverden l/eute abend ernamct iverden. 5eekrieg. Die Beschießung von Dover und das Nachtgefecht vor den Dorvns am 2l. April. Berlin, 3. SDfai. (WTB0 Eine deutsche Torpedobootsslottille unter Führung des KoroettLnkapcküns Gautier steuerte in der Nacht zum 21. i'lprck zwischen 12 und 1 Uhr in beit englischen Kanal und manövrierte sich an Dover heran. Ettvv um IH^ÜHr begann die Beschießung Dovers, wobei das Gelände mit ixnbU* geschossen beleuchtet wurde. Nachdem mck dem erwünschten Ersmge der Beschießung gerechnet werden konnte, ging die Flottille nahe lckn die auf der Reede zu Anker liegenden BewachUngs^ dumpfer, von denen einer mit vernichtendem Erfolge unter Feuer genommen wurde. Die Sck>einwerser waren bemüht, die Angreifer zu entdecken, aber ohne Erfolg. Hierauf wurde die R ü ck- fahrt angetreten, nach 2 Uhr wurde nvchrnals Kehrt ge* wacht und Kurs auf die Downs geiwnunen, in der Abftcht, auslausende Seestreitkräste anzngreifen. Ungefähr um 2 Uhr 40 morgens wurde etwa vier Seemeilen südöstlich vom South Good»- win-Feuerschiff ein abgebleirdetes feindliches Sckssff gesichtet. Die Flottille ging sofort zum Angriff heran, und es kamen auch bald em oder zwei lueiterc feindliche Fahrzeuge in Sicht. Es entspann sich zwvchen den ersten drei deutschen und zwei bis drei feindlichen Zerstörern ein scharfes Gefecht. Um 2 Uhr 45 Min. erhielt 1ms feindliche Führerschiff einen Torpedotreffer unter der Kommandobrücke. Das Schiff brcul) unter einer starken Explosion in sich zusammen und sank, mit dem Heck zuerst, in die Tiefe. Nunmehr drehte der andere feindliche Zerstörer zum Rammstoß auf die vordere deutsche Gruppe von drei Booten zu. Unser Schlußboot wicki, dem Rammstoß durch ein geschicktes Manöver aus, so daß der feindliche Zerstörer hindurchstieß und hierbei von unserer Artillerie mit Geschossen überschüttet wurde. Es wurde festgestellt, daß ec ein größeres Schnßloch in der Bordbrücke hatte, daß die Kommandobrücke zusammengeschossen war und nach Backbord überhing und das; das Achterdeck brannte. Die Gegenwirkung des Feindes mit Torpedos und Artillerie war erfolglos. In der Dunkell^eit kam dann der Gegner aus Sicht. Während sich das Gefec^ zwischen zwei bis drei englischen Zerstörern bezw. Führer schiffen und der deutschen vorderen Gruppe von drei Booten abspielte, war ebenfalls die hintere deutsche Gruppe in einen heftigen Kampf mit mehreren feindlichen Zerstörern und Führerschiffen und Zerstörer vernickelt. Ans das vorderste^ Boot der hinteren deutschen Gruppe setzte etwa imt y 2 3 Uhr ein feindliches Zerstörer-Führer jchif f znm Ra mm stoß an; dieser wurde durch Ausweichen vermieden. Während des Passte- rens wurden auf den Gegner zwei Treffer in Back und ein Treffer in die Kommandobrücke erzielt. Tie drei deutschen Boate suchten dann sich zu sammeln, wobei starke Funken aus den Schornsteinen sprühten und^ so in der dunklen Nacht ein verhältnismäßig gutes Ziel für die feindliche Artillerie geboten wurde. Hierbei gelang es, auf einen ^ feindlichen Zerstörer mit drei Schornsteinen einen Torpedotreffer zn erzielen, der ihit sofort in Flammen hilllte. Unmittelbar darauf, kurz vor 3 Uhr, erhielt das zweite Boot der Hinteren deutschen Gruppe^ einen Torpcbotreffer. Das Boot brach auseinander. Im Verlaufe dieses Gefechtes wurde dann wahrscheinlich auch das zweite deutsche Boot, das seit dieser Zeit nicht mehr gesichtet wurde, vernichtet. Bei diesem Kampf gelang es einem der deutschen Zerstörer (wahrscheinlich später vernichteten), an einen feckiblicki-en Zerstörer heranznkommen. Unsere Mannschaft kenterte an Bord des Wegners, wobei es zu einem harten Kampf Mann gegen Mann kam. Inzwischen kamen weitere feindliche Streitkräfte in Sicht, die unsere Boote veranlaßten. dem an Zahl überlegenen Gegner auszuweichen und den Rückmarsch anzutreten. Die in letzter Zeit vielfach verbreitete Ansicht, daß der ganze nächtliche Kampf zwischen sechs deutschen und nur zwei englischen Zerstörern sich abgewickelt habe, ist dnrctzans unzutteffend. Vielmehr war der Ge g ti c r unseren Streitkräften erheblich ü b e r l e g e n. Den wenigen deutschen Zerstörern standen nick« nur eine große Anzahl englischer Zerstörer gegeitüber^.-sondern vor allem auch nach eigener englischer Angabe, ganz erheblich an Gefechtskrast überlegene zwei Zerstörerführerschissc. Zwei feindliche Torpedomotorboote versenk. B e r l i n, 3. Mai. (WTB. Amtlich.) In der Nacht vom 2. zum 3. Mai wurde ein feindlicheSTorpedomotor- b o o t durch unsere Vürpostenftreitkräfte vor der flandrischen Küste versenkt. Ein zweites wurde so schwer beschädigt, daß seine Vernichtung wahrscheinlich ift. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Die Tätigkeit der N-Boote im April. Rotterdam. 3. Mai. (WTB.) Bei Lloyds sind bis 28.Avril Meldungen über 30 3 Schiffsverluste Im April eingegangen. Bis zum gleichen Tage des Vormmmts waren nur 220 als verloren gemeldet. * Haag, 3. Mai. (zf.) Reuter rueldet aus LouLmr offi^iekl: Die Admiralität teilt mit, daß das Truppentransportschiff „B a l t a r a t" (11120 Tonnen), unter- Wegs nach England mit einer großen Anzahl australischer Truppen, am 25. Wril vmt einem deutscheir Tauchboot versenkt wurde und in einem ALstarrd von 35 Meilen von der Küste gesunken ist. Dank der ausgezeichneten Disziplin und der Ruhe der Truppen konnten alle Mannschaften in die Boote gebracht loerden, die dcrrrn durch das rasche Hinzueilen britischer Patrouillei rschiffe an Land geführt wurden. Verluste waren nicht «u verzeichnen. Die britische Admiralität berichtet strner: Das britische Dampfschiff „G e n c" ist am Dienstag durch ein Torpedo ans einem deutschen Wasserflugzeug bei Aldebugh (Suffolk) versenkt worden. Me Marm wurden gerettet. Durch Geschützfeuer von der „Gena" aus wurde ein anderes an dem Angriff beteiligtes Flugzeug herunter geschossen (vgl, die gestrige deutsche Meldung. D. Red.) Die Mannschaft des Flugzeuges wurde gefangen genommen. K o p e n h a g e n. 4. Mai. Das Ministerium des' Aeußern teilt mit: Das därüsche Segelschisf „Narthorabank'st auf der Reise von Buenos Aires nach Dänenrcuck über (Ärg- land nnt einer Maisladung, ist am 25. Llpril nördlich vvn Schottland versenkt worden. Ein Boot mit dem Kapitän und axfyt Mann wird vermißt. — Der dänische Darnpftr „Carbo 2", auf der Reise von Norwegen nach England, ist in der Nordsee versenkt worden. Kopenhagens. Mai. Das Ministerium des Aeußern teilt nrit: Ein Telegramm des dänischen Konsulates' in Rotterdam meldet, daß oas dänische Segelschiff „Arevlcckst von England nach Dänemark mit Kohlen unterwegs, durch Auslaufen aus eine Mine in der Nordsee gesunken sei. Zwei Mann der Besatzung wurden in. Rottercham gelairdet. Das Schicksal der übrigen 12 Mann ist unbekannt. London, 2. Mai. (WTB.) Meldung des Reuterfche» Bureaus. Die Lkdmiralität teilt mit: Der britische Dampfer „Genu kvattsthen ParwirmSschusfts vom 30. April d Js., der die Forüerrmg aufstetlte, einen gemeinsamen r^rveden ohne Amrexionen und KriegseirtschädigiMMM abtziffchlreße::, i»t mangels einer klaren. Streslungnahme des Herrn Reichskanzlers dazu in Ivetten Kreisen des deutschen Volkes schwere Beunruhigung I^ervorgerufeu, Iveil ein solcher Friedensschluß zwar internationalen Grundsätzen, nicht aber den Lebensnottveirdigkeiden des deutschen Volkes entspreä-en würde. Ist der Herr Reichskan.zter bereit, über seine Stellung zn diesen: Beschluß Llusknnft 31 t geben?" Die übrigen Parteien haben sich weder der konservativen noch der sozialdemokratiscl>en Interpellation angeschlossen. * Zur Eindringung von Anfragen im Reickxstag seitens der Kmr- servativen imd der Si'zialdemvftate:: über die Kr: e gsz i ekä der R e i ch s l e i t n n g sagt die „Germania": „Die Reichstags- ragrlNig nnrd mit außerordentlick schwierigen und entscheidend schoeren Fragen belasset. Wir hoffen aber, daß das Parlament ms Ganzes die Rnl ? in:d Kaltblütigkeit nicht verlieren wird, sondern das eine Nitwerchige fest im Auige behält wie bisher, wass die y'öt des Vaterlandegebieterisch fordert." lieber, die M öglichkeiten von Stockholm schreibt im „Vorwärts" Fritz Eberr: „Wenngleich der Sozialdemokratie Den.tschlan.ds auf einer allgemeirvan Äusspvcvche viel gelegen sein müßte, so wird ihre Delegation, in Stockholm sich doch zur Auf grebe machen, positive möglichst erfolgreiche Friedensarbeit zu leisten. Die Grundlage für eine Berstäüdigmrg der sozialistischen Parteien aller kriegsichrenden Länder muß gesichert werden. * ^ * * Eine Kundgebung für einen siegreichen Frieden. Eine Reibe wirtschaftlicher und anderer Verbände veröffentlicht eure Kundgebung zu den Krregszieleu, deren wichtigste Stellen lauten i „Wir brauchen Entschädigungen für die ungelreuren Opfer unseres Volkes, um unser wirtschaftliches, kulturelles und soziales Leben auch nach dem siegreichen Frieden wieder aufhauen und die Fürsorge für die Kriegsbeschädigten -und die Hinterbliebenen unserer gefallenen Helden sicherstellen zu können. Es gilt, unsere Grenzen besser zn schuhen, unsere Seegeltung zu stärken und durch Erweiterung unserer Rohstosfgewinwung unsere Industrie zu för- iNeni und unsere Rüstung^ur Verteidigung des Vaterlandes sicher- Kustellen. Wir brauchen Ziedelungsland für die Kräftigung unseres Volkes und für die Mehrerzeugung von Nahrimgsmitteln. Ein Friede unter Berücht auf jede Forderung fdjafft unserem Volke keine Erleichteruiitj seiner wirtschaftlichen Lage, er verschärft vielmehr für lan.re Zeit die Ernährimgsschwierigkeiten. in denen wir heute leben. Nur ein Friede, der unS die Möglichkeit bietet mit unserer Machterwetterung auch die Sicherung von Nahrungsmittel- u?ck> RvhstoffTicfcrungen zn fordern und durch- zusetznen, vermag den: deutschen Volke die ivirtschaftlichen Erleichterungen zu bringen, die cs unmittelbar nach dem Frieden braucht. Nur ein Friede mit Entschädigungen, mit Machtzuwachs und Landerwerb kann unserem Volke sein nationales Dasein, seine Stellung in der Welt und seine wirtschaftliche Entwieklungsfreiheit dauernd sick-erstelle::. Den Weg zu diesem deutschen Frieden öffnet :urs allein der deutsche Sieg. Der .Kaiser und die Führer von Heer und Flotte verheißen ihn und verbürgen ihn, und es gilt ihnen zu vertrauen und durchzuhalten, bis der Sieg der: deutschen Frieden bringt. Angehörige aller Volkskreise und aller Körperschaften, die unsere Anfchaimngen teilen, bitten wir. dieser Erklärung beizutreten." Diese Erklärung ist unterzeichnet von: Deutschen Land mirtschaftsrat, vom Krie«sausschuß der deutschen Landwirtschaft, vom Bayrischen Landwirtschafts rat, vom Bund der Landwirte, von der Vereinignnq deutscher Baueruveveine, dem Deutschen Bauernbund, dem Reichsverband der deutschen landWirtschaftllchen Genossenschaften, dem General- verband ländlicher Genossenschaften für Deutschland (Raiffeisen-Verband), dem Zentralv-erband deutscher Industrieller, den: Verein deutscher Eisen- und Stahlindustriener, dem Mitteldeutschen Fabrikantenverband, dem Bayrischen In- dustriellerrverband. dem Verein zur Wahrung der gemeinschaftlichen wirtschaftlichen Interessen in Rheinland und Westfalen, dem Reichsdeutschen Mittelstandsverband, dem Verband der Handelsschutz- und Rabattsparvereine Deutschlands, dem Württembergischen Bund für Handel und Gewerbe, dem Bayrischen Handwerker- und Gewerbebund, der Mittelstandsvereine im Königreich Sachsen, dem Deittsch- natronalen Handlungsgehitfenverband, dem Hauptausschnß nationaler Arbeiter- und Berufsverbände Deutschlands, von der Kirchlich-sozialen Konferenz, dem Deutschen Ostmarkenverein, dem Deutschen Wehrverein, dem Mdeutschen Verband und dem Unabhängigen Ausschuß für einen deutschen Frieden. Line Erörterung über Belgien im hauptansschuh des Reichstags. Berlin, 3. Mai. (WTB. Nichtamll.) Der Hauptaus- schu ß des Reick^stages erörterte am Donnerstag n. a. die belgisch« Frage. Der Redner der fortschrittlichen Volks Port ei erllarte. Die Annerion Belgiens als erledigt anzuschen, ist mich unerwünscht gegenüber der nationalen Geschlossenheit. Die Freiwilligkeit des deutschen Reichszusammenhangs ist es, die unsere Stärke ausmacht. Ein halbsouveränes Belgien mürbe einen steten Protest xmb eine stete Kriegsdrohung bedeuten, aber auch der volle Status quo ante schlösse die schwersten (befahren in sich Der einzige Weg, der zum Ziel führt, ist die staatliche Trennung von Vlamen und Lüallauen. Ta es imsicher ist, ob wir nach dem Frvedeusschluß Belgien politisch beherrschen, so ist cs jetzt an der Zeit, an vlamiichen Werten unter Dach zu bringen, so viel als möglich ist. Was davon bei unserem Ab- zng vorhanden ist, kann man im Friedens vertrag« schützen. Wir können an eine während des Krieges mächtig er- stärkte vlamische Bewegung anknüpfen. Ist ein Königreich Flandern für uns unerreichbar, so bereitet der innerbelgische Dualismus eine annehmbare Lösung vor. Der Staatssekretär des Innern wies zunächst auf wurr im Februar im Ausschuß gemachten Aeußeruugen über die Bla.nenpoltttt lstn. Er gedachte sodann in warmen Worten des Gen e r algvuverneurs von Bist mg, dessen Verdienste als treibende Kraft in der Vsamenrwlitik auf immer mit der Geschichte des Krieges verbunden sein ivcrden. Sein Werk werde mit allen: Nachdruck fortgesetzt. Die Ve r wa l t n n g s t r c n n n n g werde in engster Fühlung mit dem Rat von Flandern bearbeitet und mache gute Fortschritte. Die einheitliche Durchführung der Blamen- rwlittk auch in den dem Heer und der Marine unterstellten Gebieten sei gesichert. Der Redner des Zentrums lehnte es ab, jetzt schon über die deutschen Kriegsziele in Belgien sich anszulassen. aber unter allen Umständen müsse eine zielbeivußte und besonnene Vlamenpolittk «eftihrt werden. Ein Mitglied der deutschen Fraktion! wies ans die Bedeutung der flandrischen Küste hin. ans die Not wendigkett einer Flankendeckung für das niederüheinische Industrie y*™* au ^ ^ie Wichtigkeit des Hafens ^llitwerpen. Aus vielfacher kndblung mit sübrenden Vlamen heraus erachtet er den Plan d^r „veremigten Staaten von Belgien" unter der alten Dynastie nrr eine ern,w (defahr. Inzwischen ist ein a e m e i n s a m e r A n - trag aller Fraktionen emgelanfen: den Reichskanzler alsbald die erforderlichen Maßnahmen behufs sofort:- ger RullDefordernng der belgischen Zwangsarbeiter aus Nordsrank- reuki m die Leimat zu treffeii. Ein Redner der Konserven tiveii erklärte, für die Gestaltung der Verhältnisse in Belgien .^.^Enie geben: die Sicherung der Zukunft, unieres Bolkc^ Belgien sei wie geschaffen, ein Pufferstaat zwisckieri Frankreich und Deutschland zu sein. Es habe diesen Zweck aber nicht erfüllt. Welche Gestalt auch Belgien annehmen sollte, wcr standem lum vvr der Frage, ob die flandrische Küste unter unseren Einfluß oder den Englands vom men soll. Seine Freunde müßten fordern, daß diese Küste unter deutschem militärischem Einflllß bleibt. Hierauf Mb Ministerialdirektor Dr. L e w a l d nähere Auskunft über die Durchführung der Bettvaltungstrennung hinsichtlich der einzelnen Behörden. Es sei zu etmarten, daß trotz einiger Schwierigkeiten die Trennung in ivenigen Wochen vollendet sein ti^erde. Ein Mitglied der sozialdemokratischen Fraktioir erklärte: Nicht dtcrch eure Vi'rgegvaltiMingSpolittk ivcrde ein Zustand im Westen geschaffen, ixt die Zukunft des deutschen Volkes sichere, sondcrii dunh eine Polittk der gegenseitigen Verständigung. Das Ziel müsse die Wiederherstellung Belgiens in der Form seiii, die auch den Wünschen der Belgier selbst, der Wallonen wie der Vlamen, entspreche. Das könne nur ein Belgieir sein, unabhängig nach beiden Seiten hin. * Berlin, 3. Mai. (WTV.) In der Henti-Fen Sitzung des Bundesrcrts gelangten zur Annahme der Entwurf einer Bekanntmachung über den Schusz der im vaterländischen Hilfsdienst tätigen Personeii, der Entlonrf einer Dekannt- maeliung über Ergäitzulig der Bekanntnlachung über den Verkehr mit Knochen und der Entnmrf einer Bekanntinachung über die bei Behörden oder in kriegswirtschaftlichen Organisationen beschäftigten Personen. Berlin, 3. Mai. (Privattel.) Die „KoenMitung" meldet: Den: Bernehineii liad)' stehen für die wichste Woche ninfangreiche Veränderungen in der p r e nf;is chen inneren Vertvaltung bevor. Es verlautet:, daß sieben Regierungspräsidenten und dreißig Landräte aus ihrem bisherigen Wirkungskreift ausscheiden. Auch der kleinste Goldgegensiand ist willkommen! ankau in den Räumen der Bezittssparkasse Gießen ist morgen von 19 dir \2i Uhr geöffnet! 2 Im 5 Sta-t und Canö. Gieß eit, 4. Mai 1917. Hindenburgspende der hessischen Landwirtschaft. Da noch vielfach Unklarheit darüber herrscht, zu lvelchen Preisen die Spenden der Landbevölkerung an die Fabriken weitergegeben werden, veröffentlichen wir im folgenden eine Liste von Preisen, die bei der Weiterberechnung der Warm an die Fabrikeil ohne jeden Zuschlag zur Anwendung gelangen. Die in der Stadt geltenden Verbraucher-Höchstpreise werden dabei nickt erreicht. Ten vermittelnden Stellen kommt bei der Hindenburg-Spende der hessischeil Landwirtschaft nicht der geringste Verdienst zu. Ein Ueberschnß bei iinentgeltlich gespendeteii und gegen Bezahlung weitergeleiteten Gaben liommt allein der Spende zugute, die durch Zukauf von Lebensmitteln von außerhalb vergrößert werden soll. Bohnen das Kilogramm 70 Pfg., 1 Laib Brot 60 Psg., Butter das Kilogramm 4,20, Dörrgemüse 1,50, Dörrobst 3 Mk.. Eier das Stück 25 Pfg., Erbsen das Kilogramm 60, Frischgemüse 8 , Frischobst 20 Psg., Gemüsekonserven die Tose 1,50 Mk., gesalzenes oder geräuchertes Fleisch das Kilogramm 5 Ml., Graupen 60 Pfg., Grieß 50, Haferflocken 80 Pfg.. .Honig 3 Mk., Julienne 1,50 Mk., Käse 80 Pfg., Kochbutter 5 Ml.. Marmelade 1.20 Mk., Malzkafsee 90 Pfg.. Margarine 4 Mk., Meerrettig 50 Pfg., Mehl 40 Pfg., Nudeln 80 Pfg. das^.Kilogramm: Oel das Liter 10^ Mk., Rüben das Kilogramm 8 , Sauerkraut 25 Pfg.. Speck 5, Schmalz 4.50, Wurst 4,50 Mk.. Zwiebeln 35 Pfg. das Kilogramm. Ferienkinder. Von zuständiger Stelle schreibt matt un-s: Die Unterbringung städtischer Schulkinder auf deut Lande soll in diesem Smnmer in größerem Umfang lvie in den Vorjahren in die Wege geleitet werden. Der Landesausschuß für den Larrdausenthalt von Stadtkindern hat in allen hessischen Gemeinden einen Anfruf an die Landbevölkerung mischlagen, und das Großh. Ntinisterium des Innern hat den Kreisämtern genaue Weisungen über Unterbringung, Ernährung und Einschulung bev Kinder zugehen lassen. In den Städten und in den Landgerneinden haben sich Ortsausschüsse gebildet, die in Verbindung mit den bereits bestehenden Orgmlisativiren die Unterbrirrgung der Stadtkinder auf dem Lande bewirken. Zahlreiche Familien haben bereits Stadtkinder in Pflege genormnen. Möchten noch recht viele Londwirte diesenr Beispiel folgen. Sie werden großen Segeti stiften. Zur Frage der städtischen Milchverforgung erhalten wir aus unserem Leserkreise folgeirde weitere Zuschrift: Es war hohe Zeit, daß die Frage einer gerechteren Verteilung der städtischen Magermilch in Ihrem geschätzten Blatte aiigeschnitten wurde. Sie hat an sich mit der gewiß zuzngebenden schwierigen Hereinschaffung der Milch in die Stadt oder in die Molkerei nur einen lockerer: Zusammenhang. Beide Aufgaben: Milchbeschafftriig und Milcl)vertei- luyg tsörurten fast ebensowohl zwei verschiedenen Stellen oblieget:, wie z. B( die BesclMfning >des Brotgetreides und die Mehlverteiluilg in der Stadt Gießen v>on verschiedet:er: Stellen besorgt werden. Das eine kann und darf aber i:nsere Bevölkerung ganz gewiß verlangen, nämlich eine gerechtere Verteilung der zur Verfügung stehendet: Magerntilchmenge. Ihre Verteilung auf Stockwerke mochte für die allererste Zeit ein Notbehelf sein, um die Milch nicht dem Zahlungsfähigsten oder dem zuzuführen, der über die stärksten Ellenbogen verfugte, — auf die Dcnrer wirkt aber diese in volkswirtschaftlichem Sinne als „roh" zu bezeichnende Vertei- lmigjsweise verstinrmend. Es ist schlechterdings mrangänglg, daß das Ein-n t:d Zwe:kil:dersystem — vom Nullkindersystem ganz zu schweigen — städtischerseits indirekt geradezu belohnt wird, indem man Familien von zwei bis vier Köpfen dieselbe Magermilchmenge gibt, wie solchen mit höherer Personelyülhl, und lveiter aurl) kinderreickw Familieii in keiner Weise berücksichtigt. Hier muß also Abhilfe geschaffen werden. Ist die städtische i'Nilchv-erj'ovgnngc-'stelle überlastet, so sorge man für lveitere Arbeitskräfte. Die Milchversorgung wird der Stadt in der kommenden heißeren Jahreszeit noch viel zu schaffen mackwu. Ztvei Probleme harren leben- falls zurzeit der Lösung: Beseitig::ng der volkÄmrtschöstlich urstgerechteu Berteill:ng und Verhüllmg der Milckü>er- derbnis in der heißeren Iahres!ze:t. Eile tut Not. * ** Amtl i che Personalnachrichten. Ilebertragen wurde: aur 27. Llpril der Sckulamtsaspiraiitiir Atme Al brecht aus Darmstadt nrit Wirkung vorn 1. April 1917 ab eine Lehrerin- steile an dcr Volkssck'inle zu Gießen, dem Lehrer Rl:dolf Blank ans Bckbcnihausen nrit Wirkung vom 1. dlpril 1917 ab ettre Lehrer- stelle m: d<'r Volksschule zn Gießen, der Schlllmntsaspirantin Pml- line Großart aus Grimcklich (Kr. ^St. Wendel) mit Wirkimg vom 1 . Vlpril 1917 ab eine Leinerinstelle an der Volksschule zu Gießen, am 28. ^lpril der Schiilamtsaspirairtin Pmila Alberti ans Dchr.ckerg (Bayern- eine Lel-rerinstelle an der Volksschule zu Arheilgen, Kreis Darnrstadt, der Schnlanttsaspirm:tin Margarete Bnnmüller m:s Darmstadt eine Lehrerinstelle au der Volksschule zu Arheilgen, Kreis Darnrstadt. ** Eine ordentliche L? i tz u n g des P r o v i n - zialtags der Piwvinz Oberhessen firchet am 13. d. Mtst hier im Reg^erungsgebäupe mit folgender TageKordnAUg statt: 1. Rechmrng der Provinzialkasse urrd Berwaltungs- bericht für 1915. 2. Voranschlag der Provinziallasse für 1917. 3. Rechnung und Verwaltnngsbericht des Provinzial- Wasserwerks fiir 1915. 4. Voranschlag des Provinzial- Wasserwerks für 1917. 5. Rechnung und Verwaltungsbericht der elektrischen Ueberlandanlage für 1915. 6 . Voranschlag der elektrisck^en Ueberlandanlage für 1917. 7. Antrag des Provi nzial ai:ssck>usses betreffend Aenderirng und Ergänzung der Satzrnig über die Dienstverhältnisse der Angestellten der Provinz Ooerhessen. ^ Rentenempfänger bei landwi rtschaktkichen: Arbeiten. Die augenbliclliäMn Arbeitstierhältniss-e verlang: üi Landwirtschaft und Industrie dririgetid die Mitarbeit aÄer irgendlvie verfügtaren Kräfte, auch c-iterer oder in ihrer Er- wcrbsfäkngkeit teilweise beschränkter Personen. Mitmiter werden sich diese l n-eits im Besitz einer Unfall- oder Invalidenrente de- fiilden imd unter llmständen befürchten, dmA) llebernahme von Arbeit könne ihre Rente gekürzt oder ganz- ausgehoben werden. Es wird von den Versicherirngsträgerir dahi'r gm:z besonders darxmf lingennesen. daß die Beteiligung an vaterländischen Arbeiten tri** mals Anlaß zn Rentcnmi'ndrrimgen geben wird. Etwaige Anzeigen von dritter Seite nach dieser Richtting iyai werden unbeachtet gelassen, so daß das bei den Rentenempfängern etwa bestehende Niißtrauen gegen eirve Betätigimg völlig unbegründet ist. ** Kanincheitmarkt. Um den in Züchierkreisei: noch bestehenden Zweifeln zu begegnen, wird ausdrücklich bewnt, daß sich an dem Kaninchenmarkt, der während des ganzen Sommers avt jedem ersten Sonntag im Monat znr festgesetzten Stunde abg^ Halter: wird, nicht nur Vereinsmitglieder zum Ver- und Ankauf beteiligen können, sondern auch alle übrigen in Meßen wie in der Umgegend wohnenden Kleintierzüchter. Der Zweck des Marktes soll ein sozial fürsorglicher sein, der alterr zugute kommen soll, ltm die segensreiche Kaninäwnzucht in der vcrsorgungsschweren Zeit in alle Schichter^ der Bevölkerung hineinzutragerr. ** Der Schützen verein hat seine für ?Nontag, 7. abends 8 V 2 Uhr, anberanmte Generalversarnmlung auf Dienstag, 8 . Mai, verlegt. Siehe Anzeige. ** T i c B eam ten-Sterbeka sse hält nächsten Sonntag ihre 15. Mitglieder-Bersarrrmlirng ab. riefte ?lnzeige. ** Das heutige Kreisblatt, 9cr. 77, enchält Bekanntmachungen über: Regelung der Beschaffung, des Msatzes und der Preise von lebendem Vieh. — Verkehr mit fettlosen Wasch- und Reinigungsmitteln. — Verordnung über Oelfrüchte rmd daraus ge- Produkte. — Zusatzfteischkarten. — Brot Versorgung der Militär Personen und Kriegsgefangenen. — Gartenbaukolonie (Ließen. — Verdunkelungsmaßregeln gegen Fliegerangriffe. — Fällen von Ed-elkastanieiibänmen. — Bekanntmachung bettessend Wege- Vergütung. Landkreis Gießen. — m. Hunden, 3. Mai. Nachdem erst vorige Woche die Kunde von dem Heldentod des Artilleristen Fritz Nickel, lediger Sohri der Witwe Nickel, hierher gelangt ist, traf gestern durch einen Känreraden die Ncut>richt ein, daß der mit dem Eisernen Kreuz und erst vor wenigen Tagcu: mit der Hessisä)en Tavferkeits- medaitle ausgezeichnete 36 jährige Landsttirinmann Hermann Bender, Sohn des Schlossermeisters Bender, durch einen Granatsplitter ein Opfer des Krieges geworden ist. Bender stantz seit Beginn des Krieges in einem Infanterie Regiment im Westen. Er hinterläßt eine Wittve und zlvei Kinder. Kreis Büdingen. P B 0 b e li ha u s e n ,4. Mai. Für die durch den Verttanens- mann des Roten Kreuzes Ortenberg und sunge Ptädchen in unserer (Äemeind-e durchgeführte Hind-enbnrgspende gingen ein: 24,5 Vfd. Mehl, 86 Eier, 1 Pfd. Speck, 2,25 Pfd. Dauerware, 1,75 Pfd. Böhmen, 0.5 Pfd. Eicksen, 14 Pfd. Dörrobst, 1 Pst», frisches Obst, 1,25 Pft>. Zwiebelm 3,25 Pfd. geschälte Gerste, 1 Pst). Kaffeeersatz. 4- Lißberg, 4. Mai. Zur Hindenburgspende. dv aus Veranlassung deS Roten .Kreuzes Ortenberg durch den Orts- geistlicheii und Ldhrer unter eifriger Mitwirkung der Schulkinder eingesammelt wurde, gingen folgende Gaben ein: 157 Eier, 36 Pfd- Meerrettig, Sellerie, Rübeii und Zwiebeln, 30 Psd. Sauerkraut, 26,5 Pst>. Mehl, 13,5 Pst). Dauerware, 16 Pfd. Dörrobst, 9ck Pfd. Siwpenbohnen, 4,5 Pfd. geschälte Gerste, 1,25 Psd. Butter, alle gaben, wie immer, gern und brachten so das für die kleine Gemeinde hervorragende Ergebnis zifftande. kirchliche Nachrichten Israelitische NeligionSgemeinde. Gotter-ienst in der Synagoge (Zild-Anlage). Samstag, den 5. Mai 1917: Vorabend: 8.30 Uhr. — Morg.: 8.30 Uhr. — Abds.: 9.10 und 9.45 Uhr. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. Sabbatfeier, 5. Mai^1917. Freitag, abd. 8 . Savistag vormittag 8,30, nachm. 5. Sabbatausgang 9,40. Wochengvttesdienst: morgens 7, abds. 8 Uhr. Letzte llncbricbtcn. Die Veränderungen in der preußischen Verivaltung. B c r l i n , 3. Mai. Der „Berliner Lokalanzeiger" schreib!: ^Weitgehende Dcräiiderungelr in der höheren Beamtenschaft ber preußischen Vertvaltung sollten narb einer gestern sehr bestimmt Mlftrelenden Meldung bevorstehen. Devigegennber körmen wir auf Ohmnb von Informationell, die rms an Inständiger Stelle zilteil geworden sind, mrtterben, daß die Gesanttänderimgen sich daruus beschränkeii, daß fünf Relffermigspräsidentcn und die gleiche Z>ackl von Ltindräetn, sei es aus (Äesnudkeitsrücksichten, sei es aus anderen persvnlick-en UinstäTiden, ihre Entlassung erbeten haben. Italienisches Urtril über die Weftoffensive. Bern, 3. Mai. Ein militärischer l'lrtifd der ..Stampv" bcstwicht idie West offerffive tmv stellt fest, daß die öffentlich: Meüumg Italiens sich mehr für die Rdrßirahlnen Deutschlands'und Oesder- reicks interessiere. Die Deutschen leisteten verzweifelten Wider- staiid. Die Englmider imd Frcuizosen hätte:: die .Bedeutung de? Artillerie gegenüber dem Meirschenmaterial überschätzt. Kriegsmiwigkeir in Frankreich. Gens, 3. Mai. Der frühere Pariser Vertteter des Journal de Geneve"^ sagt, daß wieder eine Wöge der Ulizufriedenlieit und Müdigkeit über Frankreich geht. Er >benrleilt die französische Stimmung nach den Enttanschnngen der letzten Offensive in einem Leil- crrtikel wie folgt: Es zeigt sich uftd>er neue Unruhe in Fraiikreiäi. Der Krieg ist lang Die ftai^ösischen Nerven sind nach den viele:: bisherigen Entttiuschiingcn lvenig widerstandsfähig. Das Ergebnis der Schlackst in der Ehampagne hat den Hofftumgen, die die lange industrielle Vorbereittmg envirkte, rricht enffprocken. Daher nervöse und bereckstigte Unrulw. ^lLier diesmal lvird aus die Depression ein neues Aufflammen der Energie folgen unter der Bedingung, daß ei: Heilmittel gegen die U-Boote gefunden wird. Die Swckholmer Konftrenz. Kopenhagen, 3. Mai. „Berlingske Tw^che^ mekdet ans Stockholnr. daß Silysmans erklärte, die Sozial dem okrate:: würde:: in Stocklwlm solange vagen, bis der Frieden geschlossen sei. Er sei überzeugt, daß auch Bciche:: Vertreter zu der Konrereiiz schicke:: werde. Der nnsische Wirrwarr Bern. 3. Mai. Der Petersburger Bericktei-statttr des „Cor- riere della Sera" berichttst über die nstitenden Angriffe, denen Lenvr und seine Gknwssen ansgefetzt sind. Das Mmitee der Offizien' beantragte bc: dem Arbeiter^ und Soldatenraten die Verbawing Lenins aber der Antrag würde im dffime:: der Freiheit abgelelmt. Aus den Straße:: und in den Bi'rsamnüungen kam es luruffg zu heftigen Zusamnwnswßen, rvobei die (Gegner Lerrins ihre Anbauger verhaftete:: imd umgekehrt. Amerikas Kriegskoftcrmoranschlag tp'nrbmigt. Haag. 4. Mai. (L. A? Wie aus Washmgtv:: geuwldet nnrd habe das Rew-cheirtontenhmls nrit 369 gegegrtvneln- Referenten: Herr Prof. Dr. Kleberger und Herr Grmtm. Aussprache. U'tserc Mitglieder und alle Freunde deü Gartenbaues lade ich hierzu hchltchst ein. ^ 3573^ Simon, Vorsitzender. -OFim.-Wobug i.2St. Matt- lorttratze 35 sosorl z. uerm. 02740 Nudols Rüdiger. Schützcnverem. Die für Montag, den 7. Mai 1917, abends «'.2 Wfit* in der Nestauration „Hindenbura" anberaumte (Generalversammlung findet umständehalber 35530 Dienstag, den 8. Mai douselbst statt. Der Borstand. !Ev3M6Nkri8i6I-6I1 8Ü3MP000l6r6N — Kopfwäschen — mit neuestem \V annluftstrom-Trockenapparat Frau Bernh. Dosch Neuen Baue 12, Ecke Weidengasse Damen-Frisiersalon separat Ankauf von Wirrhaar. Schöne 3-Zimmer-Wohnung, pari, zu venu. Näheres 027N Licbigstr. 85,1. 3—4Zim.-Wohrtg vreisw. zu verm. N?arktpl. 18,!. 3194 Pension Krraül Usuetr ZtiLS 21 (BellevueiZim. m.u.vhueBer- pfleg, f. jede Zeitdauer, VNii- lag- u. Abeudlisch. Elektrisch Licht. Bad. Tel. 10tC>. [1087 Ml. n'.öbl. Zimmer zu verm. 02727 Goetheltr. 32. l ll. VHS» zum Atlcinbewobncn mit Garten,* 10Zim.,Bad,elektr. I*ic0t bezm. 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