* Nr. 193 Der Sietzexr Lnzel-e, erscheint täglich, außer Sonntag*. - Beilagen: Gießener /sctniLienblätter; Kreisblatt für den Kreis Gießen. Vezngrpreis: rnonatl. 99 Vf., viertel- jährb Mk. 2.65. durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 30 Pf.: durch diePoft Mt. 2.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Iernsprech - Anschlüsie: für die Schristleitungl12 Verlaa.Geschästsstellebl Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Hießen. Erster Blatt 16 Z. Jahrgang Donnerstag, 3. Mai IW possscheckkonls: Kranksurt a.M. N686 vankverkehr: Severdedanl Siehe« 3wi!Img;runi>druck u. Verlag. Srühl'sche Unio.-Vuch- u. SteinLrnckerri R. kange. Schnstleitung. Geschästrstelle u. Druckerei.- Schulftr. 7 . bmiahtne von Anzetgea 1 die Lagesrnnnmer d.S zürn Nachmittag vorher^ Zeilenpreir, f. Anzeigen: örtlich 20 Bi.. Vermietungen u. Stellengesuche 15Pf., aulroß rtf 26 Pf., b Plahvorschrtft 30 Pi., Reklamen 75 Pi^ bei Platzvorschritt VV Pf. Haupt!christteirer: Äug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: A"n. Goetz. Stadt u,rd , Vermischt e4 richtsiaal: Fr. R. Zenzi Anzelgenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. mpfer vor der (WTB.) Großes Hauptquartier. 2. Mai. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Ru pp recht. SOlich von Apern nahm zeittocilig die Fcuertätig- frtt ;u. / Auf dem Schlachtfelde von Arras scheiterten riormit- tags englische Vorstöße westlich von Lens, bri Monchy und Fontaine. Von Mittag an hat sich der Artilleriekampf wieder gesteigert; er blieb auch nachts stark. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Heftigen Feuerwellen war Tagcsgrauen folgten gewalt- ssame Erkundungen der Franzosen bei Cerny und an der Aisue. der Feind wurde zurückgeworscn. Mittags setzte der Femrkarnpf auf der ganzen Front wieder in voller Kraft ein. Nächtliche Unternelrm;mg7n unserer Stoßtrupps nöi'dlül'. der Aisne brachten Gewinn an Gefangenen und Maschinengewehren. Bei Säuberung eines Franzosenuestes nordöstlich von Sillery wursen dem Feinde schwere Verluste zu ge fügt und über 59 Gefangene ein-ehalten. Erneute Vorstöße der Franzosen nur Chemin des DL- nres-Rücken wurden im Nal;5ampf abgeschlagen. * Bri den Känrpfen in d-er Champagne am 39. April find Wer 49 9 Gefangene in unserer Hand geblieben; ihre Aussagen ergaben, daß den neu eingesetzten französischen Divisionen die Aufgabe gestellt war. um jeden Preis uns die neuen Stellungen südlich von Nauroy und Moron- lvMers zu entreißen. Dieses Ziel der französischen Führer ist an temer Stelle erreicht worden. Heeresgruppe Herzog Albrccht. Die Lage ist unverändert. * Zn Lrrstkämpfen verlor der Feind gestern 14 Flugzeuge. Lerttnant Wolfs schoß seinen 28. und 29.. Leutnant Schäfer seinen 24. und 25. Gegner ab. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Vrinz Leopold von Bayern. In mehreren Abschnitten war die russische Fcuertätigkeit irnd entsprechend die unsere lebhafter als in letzter Zeit. Heeresgruppe Erzherzog Josef. Im Grenzgebirge der Moldau griffen nach starkem Feuer mehrere russische Bataillone Misere neuen Stellungen nördlich des Oiloz-Tales an. Sie wurden veslustreich abgewiesen. < / Heeresgruppe Mackensen. Keine besonderen Ereignisse. Mazedonische Front. Die lebhafte Gefechtstütigkeit im Cernabogcn itrU» auf dem Westufcr des Wardar hält an. Eines unserer Flnggeuhwader unternahm mit erkanntem guren Erfolg einen Bombenangriff gegen Munitionslager bei Bar an der Cenur. Der erste Generalauartiernreister Ludendorff. * Ter Abendbericht. Berlin, 2. Mai. abends. (WTB. Amtlich.) An den Kampffronten im Westen wechselnd starker Feuerkampf. Im Osten nichts Besonderes. Der Mai hat sich innerhalb Deutschlands mit der ho-ff- rmirgs vollen Ruhe jener linden Lüste eingeläutet, von denen der Dichter sagt: „sie schaffen an allen Enden". Wir stellen jetzt mit Genugtuung fest, daß in allen deutschen Städten gearbeitet worden ist; keine Arbeitseinstellungen, keine Unruhen irgendwelcher Art waren zu verzeichnen. Es ist unendlich wichtig, daß wir gerade setzt, in dieser spannungsvollen Zeit ktrrz vor der Entsch-eidnng, geschlossen und stark vor dun Auslande dastehen. Das ist das oberste Gebot des Tages. In diesem Geisteist besonders die lebhafte, vortreffliche Ansprache des Präsidenten Dr. Kämpf aufzunehmerr, nirt der er gestern die Berhcntdlungen des Reichstags eröffnet hat. Wir siicd noch immer, und heute entschiedener als vormals, das einige deutsche Volk, das sich sein Hausreclst wahrt uich sich alle ftemdenEiirmischun.gen in seine innerenVerhält- msse verbittet. Mit lebhafter Bewegung stinrinen wir wohl «lle, ohne Unterschied der Parteien, den gehobenen Schlußsätzen der Kampsschen Idede zu, daß nür in der Heimat sest- l>alten an unerschütterlichem Vertrauen utrd an den Stern des deutschen Vaterlandes glairben, an einen Frieden, der MLs die Ächerheit unseres Vaterlandes verbürgt, und an eine glückliche Entwicklung für jetzt und alle Zeit. Auch in einem Autrüs der Fortschrittlichen Vovkspmttei ivird „jeder Versuch ausländischer Mächte, sich in die inneren Verhältnisse des Reiches oder eines seiner Bundesstaaten einzwnischen, die Einheit zwischen Fürst und Volk zu stören", „auf das entschiedenste zurückgemiesew'. Der Aufruf wünscht dir bekannten freiheitlichen Ausgestaltungen und stellt fest: „Aus dem ungeheuren Erleben dieses Krieges muß ein verjüngtes, freiheitlich ausgebautes Deutschland von noch erhöhter Lebenskraft hervorgehen." „Feder hat die heilige Pflicht, die heldenhafte Verteidigung des Landes durch Heer und Flotte getreu zu unterstützen, das letzte einzusetzen bis zrrr Errirmung eines ehrenvolteu Friedens, der die Sicherheit urw Entwrcklnngssteiheit dos Vaterlandes verbürgt." Ein „Deutschland von noch erhöhter Lebenskraft!" Man hat einen Unterschied machen wollen zwischen dem „Deutschland von Weimar" und dem „Deutschland von Sedan", und namentlich die Amerikaner, deren „sittliche" Anmaßungen in den eben erwähnten Kundgebungen zurückgewiesen werden, haben es sich angelegen sein lassen, uns mit solchen Hinweisen und Mahnungen eiuzusangen. Wir bleiben das Volk von Weimar und das Volk von Sedan. Mitten in dem Donner unlder Schlachten ist uns von Knlturinhalt mehr übrig geblieben als Tugendscheinheiligkeit, mit der die „Höflichkeit"^ l l e r unserer Feinde, einschließlich Amerikas, übertüncht ist. Nicht Wut mtb Haß leitet uns, sondern ein fester, hoher Selbsterhaltungswille, der noch immer durch den Wei- marischen Geist rhythmischer Anschauung geadelt ist. Wie jener Wirt zum Goldenen Löwen in Goethes homerischem Gedicht, so begrüßen wir auch heute noch „mit demselben Staunen die Fluten des Rheinftroms": „Immer schien er nrir groß und erhob mir Sinn und Gemüte". Als Weltmenschen, die wir im Existenzkämpfe unseres Volkes sein und bleiben müssen, dürfen wir nach vielen siegreichen Kämpfen auch wieder das Wohlbehagen, den ©onneitfdjimmA des gutgebetteten deutschen .Hausmenschentums uns bewahren: „Seht, so schützt dir Natur, so schützen die wackeren Deutschen, und so schützt uns der Herr; wer wollte töricht verzagen? Müde schon sind die Streiter, und alles deutet aus Frieden." _ Wir fügen heute hinzu, auf einen Frieden nach deutschem Wort, nicht nach fremdem Gebote! * * ' * Fpr Berner „Bund" heißt es über den Weckstet in der französischen Heeresorganisation: „Es ist wohl möglich, daß die französische Heeresleitung die ungeheuren Verluste des 1b.. 17. und 18. April nur stbtve.r verschmerzen kann und sich bewußt ist, daß diese, aus einer gewissen Verachtung der taktischen. Kampsbediuguttgeu hervorgegangen sind, unter denen die strategische Operation am Ehe min des Dames und ans den Schenkeln der Win kickste llirn g La Ville-aux-Bois— Brimont— Moronvillers gestanden har. General N i v e l l e . der sich als Artillerist bei Mülhausen und als Korpsfülwer und Nrrn.ee- führer in der Champagne und. vor Verdun als hervorragender -raktiker bewährt hat, ist als Lener" der Opr-Nationen vielleicht von i)cr Taktik int Stiche gelassen ivorden. Die Gerüchte, die von eurer Erschütterung seiner Stelluirg als Gencralissimus zu erzählen unssen, lchsen sich auf diese .Zusainmenliänge zuriickführen. sind aber in bezug aus eine endgültige Regelung der Befehls Verhältnisse mit Vorbehalt aufzunehmen. Das fürchterliche Trommelfencr, das jetzt auf den deutschen Gräben liegt, beweist, daß Nioelle trotz aller Kommentare auf Größeres sinnt. VÜcrn ivird sehen, wie imter diesen Umständen die Beristimg Pötains zum techaisckien Berater ^ der Regierung zu erklären ist, nachdem er noch am 16. April die rechte Flügekgrtcppe in der Champagne befehligt und mit dieser im Abschnitt Auberive-Mvronvill-ers Teilerfolge erkämpft lat. Ist Petain als Berater des Zivilkriegsminislers Pain- levs zum eigentlichen Chef der Gesanrtoperativnen ernannt und damit deren Einheit inr Okzident und Orient wieder hergestellt worden, so ist Petain in die Kompetenzen Liautevs eingerückt, doch wird sich sein Verhältnis zu Vainlevö ans der einen und Nivelle und Sarrail auf der anderen^Seite wohl erst im Laufe der nächsten Wochen klären. Jedenfalls sind diese Veränderungen im franzö- sischen Kommando, die schon seit einigen Wochen in der Lust lagen, nicht ohne Bedetrtnng siir die EntwiMmg und zum mindestenl symptomatisch für die gespannte Lage." » . Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 2. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: O e st l i ch e r Kriegsschauplatz. Im Raume nördlich der Oitoz-Straße wurde ein Vorstoß russischer Abteilungen restlos abgewiesen. Sonst teilweise lebhaftere Artillerietätigkeit. Italienischer und s n d ö st l i ch e r K r i e g s s ch a u p l atz. Die Lage ist unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs D. Höser, Feldmarschalleutnant. EreignissezurSee. Am 39. April abends griffen unsere Seeflugzeuge die Hafenanlagen von Valona mit sichtbar gutem Erfolg an und kehrten trotz ftiufcr Gegenwirkung vollzählig zurück. Flotte nkommando. * * * Die Uämpft an der Westfront. Berlin, 2. Mai. (WTB. dckchvamtlich.) Im Raume von Arras herrschte gestern nur an einigen Stellen aufflackerrtde örtliche Gesechtstätigkeit. Am frühen Morgen setzte südlich der Searpe bis in die Gegend von Bullecourt erneut starkes Artilleriefeuer ein. Nach listiger Artillerievorbereitung folgten zwei matte englische Ängriffsversn che an der alten An- arifssstelle östlich von Monchy >md bei Fontains, die schon in unserem Sperrfeuer, verlustreich zusammenbrachen. Auch östlich von Loos und westlich von Lens konriten englische Teilangriffe in unserem Maschinengewehr- und Artilleriefener sich nicht entwickeln. Die Beute vom 28. und 29. April erhöhte sich unt eine Anzahl Gefangener und 27 Maschinengewehre. Bei klarem Wetter 'herrschte ans der ganzen Arras front sehr lebhafte Flieger- tätigkeit. Der beiderseits starke Artilleriekampf südlich von Arras dauerte den gmtzen Tag über an. Unsere Batterien beobachteten mehrfach eine gute Wirkung gegen die femdlickien Ziele. Die ganze Nacht über herrschte außerordentlich starkes Feuer. Auch nn Raiane von Reims standen die Kampfhanolungen im Zeichen tiefer feindlicher Erschöpfung und gebrochenen Angri'fkgeistes. Im Aisneabschnitt südlich von Cerny scheiterte ein feindlicher Handstreich verlustreich für den Feind. 9tach stärkster Artillerievorbereitung brachen abernialige feindliche Teilangriffe an dieser Stelle zusamtnett. Ebenso tvaren sie bei der Hurtebise Ferme trotz mehrfacher Wiederhvlltng jedesmal vollkommen erfolglos mtd verlustreich für den Gegner. Er wurde in dem deutschen Sperrfeuep oder int Nahkampf in den dichtgefüllten. Gräben nnrkungsvvll von unseren Feuerwirbekn gefaßt. In der Gegend südlich von E r a o n n e, zwischen Cramme und Aisne, wo schon gattze Tankgeschwader vernichtet wurden, erkannten wir eine Anzahl Pattzerwagen utrd nahmen sie mit gutem Erfolg unter Feuer. Unsere zahlreichen Erkundungsvorstüße in dem dortigen Abschnitt waren von Erfolg g^rönt. Unsere Spähertrupps brachten zahlreiche <^>esangene, darttnter auch Offiziere, eine Änzah. Maschinengewehre und andere Beute zurück. Nachmittags und abends schwoll das feindliche Feuer bedeutend an. Auf dem Chanipagneflügel vermochte sich der Franzose nach der schweren Niederlage am 30. April bei den Hohen nördlich von ^Prosnes nicht zu neuen Angriffen zu entschließen. Während das Feuer am Vormittag vorübergehend ermattete, schrvvll es gegen Abend und nachts zn großer Hcsftgkeit an. Die Franzoseit sammelten gegen Abend an verschiedenett Abschnitten Sturmkolonnen in den Gräben, die durch unser Bertrich tu ngss euer nicdergehalteü und dezimiert wurden. — Die Meldung des Eiffelturms, daß die rz-ranzojett am 30. April bis att die Sttaße Naurcy—Norsvillers, ^twv 1 Kilometer nördlich des Hochberges vorgedrungen seien, ist durch die Ereignisse überholt. Sie gelangten vorübergehend bis dorthin, wurden aber durch den tinmittelbar einsetzenden deutschen Gegenstoß sofort unter blutigen Verlusten zurückgeworfen. Tie schwarzen Franzosen. Berlin, 2. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Die schwarzen Franzosen, die bei der Msneofsensive die Hauptblut-i a r b e i t leisten solltett, hatten durch die kalte Witterung der letzten^ Zeit erheblich gelitteit, und an Kampf wert ein gebüßt. Gefangene vom zweiten Kolonialkorps sagen aus, daß die sonst so gerühmte Stoßkraft der Settegalesett nicht zur vollen Entfaltung gekommen ist, obgleich sie sehr schneidig yngriffen. Die Senegalbataillons würben zwar erst kurz vor dem Angriff ans Südsrank- reich an die Front überführt. Trotzdem hatte eine etnzige Kompagnie dreißig Mann Abgang tvegeit erfrorener Füße. Auch die Gefangenen des ersten Kolouialkorps bestätigen, daß die Senegalneger schwere Einbußen infolge erfrorener Füße und Erkältungs- krankheitett hatten. Gefangene votn 22. Kolorital-Regiment aus der Aisneschlacht bestätigen die schon mehrfach verbreitete Tatsache. daß die Eingeborenen Mgeriens sich nrit Waffengewalt der Einstellung in das französische Heer widersetzten. Einer der Gegangenen. ein Weißer ans Algier, der ine iJanuar auf Urlaub in Algier war, erzählt, daß die Mohamedcmer während seines Aufent- balteS in Konstatrtine und Puttca einen regelrechten Schützen- grabenkrieg führten und sich beiderseits nrit Hatüigranatru. und! Gewehren dagegen wehrten, in die stanzöstscbe Armee etngestrW zu iverden. Der Gefangene sah zahlreiche Tote. Französische Berichte vom 1. Mai, 2 Uhr nachmittags: Südlich der Oise wiesen wir einett deutschen Angrifssversuch gegen einen innerer kleinen Postnr in der Gegetid von Barasis ab. Am Chemin des Dames ziemlich l-eftiger Artilleriekantpf im Abschnitte von Troyon-Hurtebise. Battouillentresfeit östlich von Hurtebise. Eine deutsche Erkun- d-ungsabttilung, welche versuchte, sich unseren Linien zn nähern, wurde von unserem Feuer abgewiesem In der Champagne war die Nacht verhälttnsmäßig ruhig in den Angriffsabschnitten. Unsere Truppen richteten sich in den eroberten Stellungen ein. Die Zahl 1er von uns im Lause der gestrigett Operationen gemachten Gesangenett übersteigt nach der gegenwärtigen Zählung 400. Nichts zu melden auf dem Rest der Front. 11 Uhr abends: Ziemlich lebhafte Artillcrieaktionen am Che» min des Dames, so vor Hurtebise, Craonne und auch in der Gegend von Courcy. In der Champagne war der Artilleriekampf heftig südlich von Moronvilliers. In dieser Gegend unternahmen die Feinde zwei starke Gegenangriffe auf die von uns gestern nord- Nrestlich des Dtont Haut eroberten Stellungetr. Unser Sperrfeuer und Maschinengewehrfeuer brach zweimal die Angriffswellen und fügte dem Feinde schtvere Verluste zu. An Gefangenen wurden in den Kämpfen vom 30. April 520 von uns unverwundet ein gebracht. Wir haben auch 5 Geschütze erbeutet. Zeitweilig aus-« setzendes Geschützseuer'auf der übrigen Front. In der Zeit vom 24. bis 30. April hat Unterleutnant Deforme seinen 21. feindlichen Apparat abgeschvssen. Adjutant Maden seinen 9. Llpparat, Adjutant Lufberh vom Geschwader Lasayettt seinen 9. deutschen dtpparat. F" anzösischer OrientberichL vom 30. April: Ein neuer und starker Gegenangriff der Bulgaren Mts die kürzlich von den brittschen Truppen eroberten! Stellungen beim Doiran-See wurde mit starken Verlusten für deit Feind abgewiesen. Gegen die Höhe 1050 im Ccrnabogen wurde ein feindlicher Handgranatettangriff durch unsere Arttllerieaktivn auf« gehalten, die auf der gmtzen Front sehr lebhaft war. Englische Berichte vom 1. Mai: Kein wichtiges Ereignis zu melden außer eitlem erfolgreichen Handstreich, der uns erlaubte, eine gewisse Anzahl Gefangener m der letzten Nacht nördlich von Vpertt ztt machen. Abends 9,20 Uhr: Im April 1917 haben wir im Verlaus unserer Ofsensivoperationen 19 343 Gefangene cittgebracht. darunter 393 Offiziere. Fm gleickien Zeitraum haben wir 25 7 Geschütze und Haubrtzen erbeutet, darunter 98 schwere Geschütze und Haubitzen, 227 Grabenmörser und 470 Maschinengewehre. Zahlreiche Geschütze, Haubitzen, Grabenmörser und Maschinengewehre wurden außerdem durch unsere AEllerie zerstört. Das Fluipvesen war gestern und heute nacht sehr tätig. Im Verlaute zahlreicher Lustkampfe haben unsere Flieger acht deutsche Flugzeuge abgeschossen, vvtt betten zwei in unseren Linien nirwer- ginctett: neun andere wurden gezwungen, beschädigt zu landen. Ein weiteres feindliches Flugzeug wurde durch unsere Abwehrgeschütze abgeschvssen. Neun der unsrigen sind nicht zurückgekehrt * Der bulgarische Bericht. Sofia, 2. Mai. (WTB. Nckchtattttlichck Generakstabsberrcht vom 1. Mai. Mazedo nischeFro nt: Im Cerna-Boaen und aus dem rechten Wardar-User lebhaftes Arrilleriescuer. ?1uf dem übrigen Teile der Front vereinzeltes Artilleriefener. Zrvei feindliche Flugzeuge wurden im Eerna-Bogen und in der Gegend de, Mogle na durch unser Feuer herunter geschossen. Rumänische Front: Rul-e. Der türkische Bericht. Konftantinopel^ 1, Mai. (WTB.) Amtlicher Heeres bericht vom 1. Dtai. usfront: Nachdem die Nüssen Muschi verlassen vrrttrn mW uc noM.ick«r Richtung abgewogen waren, imirbe die >rtao£ von u n i' beseht. — An einer anderen Fvontstelle wurde cm l ' om ’o^tnbe bcicated Dorf durch eine unserer Kcwallerieabtei- lungeir überfallen. Hierbei sind ziver feindliche Offiziere und sowie sechs Mann gefangen genommen e besonderen Ereignisse m-eyrere Mann goto rer morden. Von allen übrigen Fronten wurden kein gemeldet. Angriffe deutscher Marineffngzeugc. Einige Marine- feindliche Han- B^rlin. 2.Mai. (WTB. Amtlich.) 'Flugzeuge griffen am I.Mai vormittag- delSschiffe vor der Themse an und versenkten einen etwa : »Ö00 Brutw-Register-Tonnen grossen Dampfer. Von den Flugzeugen ist eines nicht zurückgekehrt und gilt als verloren. Ter Chef des Admiralstabs der Marine. Die ttebcrlegenheit unserer Flieger. Berlin. 2. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) In den letzten ?agen versuchten die Gegner durch Masseneins«tz starker Jagd- und Kampfgeschwader die Vorherrschaft in der Luft an sich zu reißen. Ec führte zu heftigen und mit Erbitterung durchgeführten Ln ft kämpfen, die den Gegner eine schwer ersetzbare Einbuße an Personal und Material kosten, ohne ihm jedoch die erwünschten Erfolge näher zu bringen. Aiich unsere Fliegertruppe erkämpfte ihre Srege mir dem Blute mancher Tapferen. Jedoch stehen ihrc Verluste in gar keinem Verhältnis zn denen der Feinde. Gestern, am 1. Mai. besiegten fie im Luftkampfe H F I igzeuge. Leutnant Wolfs schoß dabei seinen 28. und 29., Leutnant Schäfer seinen 24. und 2.;>. Gegner ab. Außerdem wurden von den Kampffliegern drei französische Fesselballons brennend zum Absturz gebrackft. Die an den Hauptkarnpffronten durchgeführten Erkundungsflüge gaben Aufschluß über die weiteren Maßnahrn-en des Feindes. Zahlreicl>e Lichtbilder bestätigen das Ergebnis unserer Erkundung. Unsere Flieger durchbrechen die feindliche Luftsperre und. klärten weit hinter den Linien ans. Auf einem dieser Flüge wurden auf Bon- logne Bomben abgeworftti. Erkundete Truppenansamm- lnngen und Laaer sowie im Marsch befindliche zbolonnen wurden mit Maschinengewehrfeuer und Bomben angegriffen. Auf dem Balkan belegte eines unserer Geschwader ein stark ausgebautes feindliches Lager mit 2300 Kilogramm Bomben. Das Betriebsstofflager explodierte dabei nrit einer 2000 Meter hohen Rauchsäule, (Ätvaltige Brände entstanden, die den ganzen Tag weithin sichtbar blieben. Die Abschiebung des englischen Luftschiffes „C 17". Berlin. 2. Mai. a zehntauseird Kubikmeter groß und rwm Astra- Torres-Typ. Tie langgestreckten vierkantenen Gondel batten vorn und achtern je einen vierilügrligen Zug- und Druck-Propeller. Flugkämpfe auf dem italienischen Kriegsschauplatz. R om , 2. Mai. (WTB.) Meldung der ,,Ageuzia Stefans". In der letzten Nacht warf eine Gruppe seindlicherFlie- 6er Bomben nur Billa Dicentina. Sogleich stieg bei uns ein Flugzeug gef chloader ans und belegte, sichtlich erfolgreich, einen Flugzeugschuvpen in der Gegetkd von Triest tmt Bomben. Alle unsere Flugzeuge sind unbeschädigt zurück- gekehrt. Montag ak>end unternahm eine Anzahl feindlicher Flrr-gzeuge eirre Streife gegen Balona. Es wurden nur unbedeutendlNSchäden an Gebäuden angerichtct. Die Revolution in Rußland. Eine Kundgebung des Arbeiter- und Solvateurates ^ . Petersburg, I.Mai, WTB,'/ Meldung der Petersburger r-legrapoen-Agentur: Der ausführende Rat der Arbeiter- u n. d Soldaten ab geordneten hat in der Stadt folgende Kundgebung anschtagLn laßen: „Gestern -ereigneten sich mehrere bedauerliche Zwischenfälle in der Hauptstadt. Ein junger unbekannter Mann tötete ben General Bafchtalins ki. Auf eine Gruppe von Leuten, die politische Kundgebungen veranstalteten, tvurden in dem Stadt- Viertes Bapili Ostrov Schüsse abgegeben. Daselbst sind Bomben luorden. Einige Personen. die sich als Mitglieder des mrsftchrenden Ausschusses ausgabrn, verhafteten den Besitzer eines Grundstücks. Andere Unbekannte rissen Offizieren die Achselstücke ab. Einzig und allein Geistesgestörte oder Feinde der nationalen »Freiheit konnten diese aufrührerischen Handlungen begehen rce geeignet sind, die russische Revolution bloßzustellen. Der aus- wprende Rat verurteilt sie streng und ruft alle Bürger auf, sie zu v-cchmdcrn, denn dararrige Handlungen erzeugen eine Anarchie Uno zerrütten die revolutionären Kräfte." Lenin. Petersburg, l- Mai. (WTDll Meldung der Peters- buraec TellssraphenAgeottur. Da der Rat der Arbeit e r- und Svldatenabge ordneten das Auftreten des RevollttionärS Len - n als gefahrdrohend für die russische ,Freiheit erklärt lprt, erschien Lenin, um sich zu veranttvort"n Aoer nach Anhörung seiner Erklärungen hielt es der Rat nicht für nötig, seine Auffassung zu ändern. Maffendesertion an der russischen Front. Stockholm, 1. Mai. (MM.) Die „Nowoje Wremfa" fuhrt in einer ihrer testen Ausgaben bittere Klagen über die massenhaften T'sertionen an der russischen Front und führt diese natürlich auf deutsch" Machenschaften zurück. ' Kopenhagen. 3. Mai. (L. A.) Eiire größere Anzahl von Soldaten der Petersburger Garnison, die nach den letzten Bestimmungen des Kriegsmimsters wieder an die Front abgehen sollten, veranstalteten lärmende Die englische Mission iu Washington. W a s h i n g t o n, 2. Mai. (Reuters Heute hat die erste f o r - quelle Konferenz zwischen der englischen Mission und Vertretern der a me r i f einmal die heißesten Wünsche für den endgültt'gen Sieg der verbündeten Arnieen zum Ausdruck zu bringen. Wien, 1. Mai. (WTB.) Der Kaiser hat mn y 5 l Uhr lmchmitta^s, die Kaiserin um 3/*3 Uhr nachmittags den Großwesir Talaat Pascha in Laxenburg in besonderer Audienz euipfangen. Eine Arbeitseinstellung in Budapest. Budapest. 3. Mai. (L.-Aff Gestern vormittag zwischen kl uud 12 Ubr stellten in Budapest und Umgebung in a llen Fa- Betrieben säuttliche Arbiter die Arbeit für b r i k e n u n d eine Stunde ein. Pour tc m^rite. Berlin. 2. ?Rai. (WTB. Nichtanttlich.) Der „Reichs- atlzeigett' meldet: Dean Obersten Grafen von der Sd>itfcn- burg ist der Orden Pour le merite verliehen worden. Seefrfeg. England und die U-Boote. , Bern I. Mai. (WTB.) Auf Ltovd Georges Guildb.ftl Rede bezugnehmend lagt die „TimeÄ': Es ist zwecklos, zu lerrgnen, daß die deutschen Berechn nun gen über den. Umfang der Tonnage, die sie versenken können imirden, sich btslcrng bewahrheiteten und daß der Gleich»» mut. mit dem Ihre Drohungen hier atv'gcnommen wnrdeit. niäst anl Platze war. Zu Lloyd Georgs Angabe, die Versenkungen während der letzten Monate des Vorjahres seien zum Jahresdurchsclmftt; twn 'hunderttausend Tonnen erfolgt, und daß in den letzten drei '..'conaten dre Versenbmgen zu einem Jahresdurchschnitt tvn Mill lwnen Tonnen erfolgten, sei das schlimmste, daß die Häufigkeit der Versenkungen zu genommen habe und noch zuncbme. Trotzdem ist der Erfolg nicht der von den Deutschen erwartete: denn noch zeigten sich in England keine Zeichen der Hungersnot oder nur des Mangels, was aus kluger Belchränkimg der Einfuhr ans das Nottveudigste beruhe. Gerade dieser Erfolg aber l>at eine äußerst bedenttlche Seite, da im Publikum der gefahrlick>e Glaube erweckt wird, der Bedarf würde trotz der allwöchentlichen Schiffsverluste nicht rertürzt werden. Die Zeitung hofft, daß, wie Lloyds George angeberner hat. die Tauchboot ge fahr mit der Zeit erfolgreich nroöer- getämpft iverden würde, aber schroerlich in zwei oder drei Monaten. Vsenn es nicht doch noch zur Hungersnot kommen sollte, so sei es unumgänglich notwendig, die vorhandenen Vorräte durch die so- fortlge Einführung der Zwangsrattonierung möglichst zu sttecken. Dieser Schritt sei unvermeidlia^ Das Fcstliolten an der Hoffnung freiwillige Einschränkung könne als schicksalsschwerer Fehlgriff sich erweisen. London, I.Mai. (WTB.) Meldung des Reuterscben Bu- ^?us. a.re „Times" glaubt zu wissen, daß Carson die Admiralität verlassen dürste wegen der Angriffe auf ihn. Diese be- ^ogon sich jedoch auf politische Streifigkeiten und keineswegs auf die Marme. Es bestellen auch keine Meinungsverschiedenheiten zwi- ftiven Kollegen in der Admiralität. Die „Times" ffigt hmzu, daß die Regierung wahrscheinlich die Veröffentli- Tt 9 r o chiffsvcrluste in der gegcnwürfigcn Form auf- 6E, da sw rm Unterhause allgemeine Miß' rlligung gefunden hat. Nach, der ,Daily Mai!" ist Premierminister Llovd Geo r ge im Begriff, dre Marineverwaltung umzuwälzen. Wichtige Aende-- rungen traten bereits in Kraft. * Bern. 1. Mai. (WTB.) ..Depöche de Lyon" meldet: aus Paafis: Der amerikanische Biemnasrer „Perry Bird- sa ll" (1128 Donnen) nmrde arn 22. April an der Girondemündung von einem deutschen Unterseeboot versenkt. „Birdsall" ivar mit 11 anderen Segelschiffen, begleitet vo-ir zwei Wachtbooten.^ans Bordeaux aus gefahren. Sie hatte mit jdrei anderen Seglern etlvas Vorsprung gewonnen, als« es von dem Torpedo g-etroffen wurde. Der zweite Segler wurde durch einen Kanonenschuß schwe-r beschädigt. Ein dritter konnte entkommen. Die Wachtbovte gatreu Schlüsse auf das -coehrohr des U-Bootes ab, das u ntertauchte. Einige Stunden später tauchte es wieder aus. Es hatte mit den Wachtbooten ein Treffen, entkam ihnen jedoch. Kopenhagen. 1. Mai. (WTB.) Das dänische Ministe- rinm des Aenßern meldet: Das dänische Segelschiff „H a- v i (a" (1421 Tonnen), mit einer Maisladung auf der Reise von Buenos Aires nach) Dänemark, ist im Atlantischen Ozean versenkt worden. Aur dem Nekche. Der Nerfassungsausschuh. Berlin, Z. Mai. Der VerfassungsauSschnß des Reichstags hat sich gestern nach Beendigung der Sitzung der Vollversanrmlnng gebildet. Zum Vorsitzenden lvurde Abgeordneter Scheidemann (Soz.) gewählt, zum stellvertretenden Vorsitzenden Dr. v. Veit (kons.). Die Kartosfelversorgung. Berlin, 2. Mai. (WTB.) In dom Bericht aus denr • Ernährungsausschuß des Reichstags ist als Zeitpunkt, bis zu welchem die Kartoffelversorgung sicher gestellt ist, in verschienenen Zeitungen irrtümlicherweise teils Mittr Juni, teils bis Juli angegeben. Der Präsident des Kriegs- ernähmmgscmits teilte aber in seinen Ausführungen mit. daß die Belieferung mit Kartoffeln bis zum 12. Juli gesichert ist. Die Hafervorräte. Berlin, 2. Mai. (WTB. Nichtamtliche Das Kriegs- e r n ä h r u n g s a m t gibt bekanM: Dura eine Verordnung' des Reichskanzlers vom 1. Mai 1917 ist, ähnlich wie im Vorjahre, durck^ eine Verordnung vom 17. Januar 1916, angeordnet worden, daß die Kommuualverbände alle H a f erv v r r ä t e, die an sie abgeliefert werden, entspreckmid den Ansorberungen der Reiclzs- futtermittelßelle und der Zentralstelle zur Beschaffirng der Heeres- verpfleuugg zur Verfügung zu stellen haben. Zur Vornahme eines sogenannten Ausgleiches iunerdalb ihrer Kreise, sind sie nunmehr insoweit berechtigt und verpflichtet, als ihnen nach der Befriedigung der Anforderung derRfichssutternrittelsie!le dafür Vorräte verfügbar bleiben. Für die Hafernährmittelbetriebe bestimmte Mangen werden durch die Verordnung nicht berührt. Ebenso bezieht mft bk. Einscbränkmkg des Ausgleichs noch auf die Stadt und Industrie laudkreise, die fiir ihre Pferde von der Zentralstelle S>arrr zuge wiesen erhalten. An» Hessen. Ein Wahlrechtsautrag der hessischen Sozialdemokratie. Tie sozial de mokrafische Fraktion des Landtags bat folgender Antrag ein gebe acht: Wir beantragen, die Kammer wolle beschließen, Großb. Regierung Ast ersuchen, den Ständen akeofb Gesetzes- Vorlagen zu unteroreiLen, durch welche sowohl das LandtagSumbl - recht als auch das ^Saklrecht für tzlememde-. Kreis und Pro viuzialviwttettnrgen, inr Sinne des allgemeinen gleichen, geheimen uud direkten Wahlrechts aller großjährigen Hessen olnre Unterschied des Geschlechts im proportionalen WalLversalw^! lierbeigeführt wird. Enteignung von Baugetärckte für den gemeinnützigen Wohnungsbau. Abgeordneter Adelung l>at in der Zroeiten Kammer folgen- den dringlichen Anttag eingebracht: „Tie Kammer wolle Großh.^ Regierung ersuchen, mit möglichster Beschleunigung gesetzliche Be- sfimmungen in Vorschlag zu bringen, die die rechtliche Grundlage schasfiul für die Enteignung von Grundstücken zugunsten dos von Gemeinden oder Bauvereinigungeit betätigten gemeinnützigen Wohnungsbaues." Zur Begründung feines Antrages sagt Adelung: Tie Notwendigkeit der Errichtung gesunder und billiger >Nein- lvohirungen hat sich gegenwärfig mehr imr je osftitbarl. Das Reim, der Staat und die Gemeinden suchen nach Krüsten dieses Bestreben zu fördern. Erl>ebliche Mittel sind auch von Privaten für dir Zwecke d?S Kieinwohnungsbaues zur Verfügung gestellt morden, um vor allen Dingen den zurückkehrenden Kriegern Heimstätten zu beschaffen. Es besteht aber die G-efähr, daß bei der Beschaffung von geeignetem Baugelände die Spustellen. Diesen: einen gwßm Interesse t>er Gesantt Ration igegenüber lmben alle Forderungen anderer Art, die Huf diesen: Gebiete geltend gemacht werde::, zurlickzu- treten, gleichgültig, «aus !wejlchen Grinrden sie. erhoben Werdern Wohl aber besteht dre Möglichkeit, den .'öundsertigkintsnnterricht in dieser Zeit den veränderten BedütgnngTN rmseres wirtschaftlickLN Lebens, ime sie durch den.Krieg gesckMsftm worden sind, anzr: Passer:. Anstatt mit der Erzeugrurg neuer Ziegenstände sollte man deu Unterricht mit der Ausbesserung vorl-andenen. Materials, Flicken und dergleichen arrsfüllen imd s-o das Seme dazu beittagen, die wirt- ^choftlickie Widerstandskraft des deutschen Volkes in rmvcr- mmderter Stärke zu etMteu. Wenn fast alle Berufe durch den Krceg gezzonngen nwrden sind, sich nmMschalten, so ist is nickt einznsehcn. warum ziicht cmck) aus dem Gebiete des Landfertigkeitsunterrichts in den Schulen, eine „Neuorientierung" stattfinden sollte. ** Vom Lande. Marz Veilchen zahlten zu den Llusnahmeit, aber Maiveilchen! — das gab es einfach nicht. Jetzt aber gibt es sie, wie es so vieles jetzt gibt im Weltkriege, ivas es sonst nicht gab. Dabei duften die Veilchen so gut und wohlriechend rvie im frühesten Frühlinge. Maiblumen, die wird es auch nicht im Mai geben, sondern erst rm Juni. Aber ausblciben wird keiner unserer diesmal so späten Lenzboten, so wenig wie die Schwalben, die sich jetzt wieder eingestellt haben. Als wollte uns der so ungewöhnlich lange aus- gMieüenc Frühling für sein Zuspätkommen voll entschädigen, so herrlich ist jetzt das Wetter. Borttesflich läßt sich nun die Frül^ lingssaat in durch den langen Winter zermürbten Boden bringen. Wie entwickeln sich Winterraps und Klee! „Nun, armes Herz, mm sei nicht bang, es muß sich alles wenden!" ** Gi eßencr Hausfrauenverein. Der bereits angekündigte Vortrag über „Vergessene Nahrungö-> mittel" findet heute, Donnerstag, den 3. Mai, vünktlich in der neuen Aula der Universität statt. Kreis Büdingen. A Kohden. 3. Mai. Ter beim Postamt Nidda als Hitfs- briefttäger beschäftigte .Kriegsinvalide Karl R e n k e l von hier nahm im verflossenen Winter einen Drenstgang zwischen Michelnau und Ober-Lais 3 russische Gefangene fest, die von ilwer Arbeitsstelle im Kreise Mfeld geflohen nwren. Nun erhielt er unter Anerkennung seiner Entschlossenheit und Umsicht von der Militar- be'lwrde ein kunstvoll ansgeftihrtes Diplom. A Nidda, 2. Mai. Das hiesige Vereinslazarett vom Roten Kreuz, das. seit An rang dieses Jahres geschlossen war, ist gestern wieder eröffnet rvordcn. In Krafts Saalbau sind 52 ver- wurrdete Krieger aus Bad-Nauheim untergebracht. Die ärztlich^ Behandlung l)at Kreisassistenzarzt Tr. Willmarm mrs Bad-Salz- hkmsen übernommen. h Wallernhansen, 3. Mai. Nachdem unsere Pfarrstelle säst seit Jahresfrist verwaist gewesen ist und von Schwickartshausen beM. Eichelsdorf oft unter größten Schwierigkeiten versehen wurde, ist unsere Gemeinde froh, in Pfarrer Ludwig Strack wieder einen eigenen Geistlichen zu erhalten. Pfarrer Strack stand lange Zeit als Assistent in der Gustav ^ldolf-Gemeinde Gustavsburg bet Mainz und hat sich um den Aufbau dieser jungen Gemeinde die größten Verdienste erworben. Kreis Laulerbach. M Freien st einau, 3. Mai. Psarrverwalter Bönning, der schon längere Zeit als Verwalter unsere Pfarrei versah, erhielt die Stelle jetzt definitiv übertragen. Kreis Schotten. Up. Vom V o g e l s b e r g, 3. Mai. Die Preise für das Brennholz sind nun doch bei den letzten Holzversteigerüngen gesunken. Allerdings sind sie hoch gegen die sonst übliche Preisstufe. aber die geradezu tollen Preise der ersten Holzversteigerungen trifft man nicht mehr. Es steht auch zu erwarten, daß die Preise noch weiter den normalen sick nähern. Die ungewöhnlich hohen Preise wurden verursacht durch einen Brennbolzmangel im allgemeinen. es sprechen dabei aber auch die gesteigerten Einkünfte der Steigerer mit. Die geringen Leute aber müssen darunter leiden. np. Ruppertenrod, 3. Mai. Dem Musketier Heinrich Geiß von hier wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Er befindet sich verwundet in einem Feldlazarett im Westen. Kreis Friedberg. oa. Friedberg. 3. Mai. Bei den letzten Kämpfen vor Monastir ltmrbe Vize Wachtmeister Theodor Spieß mit dem Eisernerl Kreuz ausgezeichnet. Di eHessische Tapferkeitsmedcnlle hat er sich bereits in den Kärvathenkärnpfen verdient. oo. Bad-Nauheim, 3. Mai. IalnwlangerE«wohnheit ertt- sprsckend, setzen mit dem ersten Donnerstag im Mai die regelmäßigen „Großen Konzerte" der Kurkapelle auch in diesem Sommer ein. Es sind viele ^hochinteressante Veranstaltungen auf dem Gebiet der musikalischen Kunst geplant, z. B. ein Gastspiel des Tenors Leo Slezak: ein Rickrard Wagner-Abend mit der ersten dramatischen Sängerin des Frankfurter Opernhauses Frau Lauer-Kottlar, Heinrich Hensel, der Bayreuttxw „Parsisal" wird im Juni kommen, im Juli singt die Wienerin Camilla Palfsy. ferner die Kämmer- sängerin Frau Anna Kämvfert ans Franksirrt a. M. — In einem der letzten Gottesdienste in der katholischer: Kirckc tvurde der Ge meinde mitgeteilt, daß aus der Kirche zwei rvertvolle Altardecken gestohlen wurden. Von dem Kirchen Vorstand sind Maßnahmen getroffen, nur das Eigentum der Kirckre in Zukunft nach Möglichkeit vor verbrecherischen Eingriffen zu schützen. ^ va. Nieder-Roßbach, 3. Mai. Musketier Lt^etzer. Sohn von Plftl. Friedr. Stetzer, nvrrde mit der Hessischen Tapfer- keitsnwdaille Mlsgezeichnet. oa. Ni eder- Wollstadt. 3. NLai. Dem U utero ft :z:e c Karl Beck, zurzeit im Iiescrve-Lazcarett zu Bad-Nauheim, wurde daö Eiserne Kreuz verliehen. Dre Hessische Tapferteitsmedaille besitzt er bereits. . v . litt. Rendel, 3. Mai. Bon Samstag auf Sonntag wurde bei dem Jagdaufseher Karl Heeb in Rendel ein Eindruck verübt. Die Einbrecher drangen von der Straße aus in das Haus ein. nahmen 25 Flaschen Wein, 2 Eimer Schmierseife und sonstiges mit. Ebenso wurde auch bei Jakob Waltber ein Einbruch versucht. Tie Diebe wurden jedoch an dem Ausführen ihres Vorhabens gestört. va. Vilbel, 3. Mai. Dem Gefreiten Wilhelui Zi un kan u und dem Musketier Eigen Meirich wurde das Eiserne .Kreuz verliecheu. Kreis Wetzlar. ** Krofdorf, 2. Mai. Am Sonntag abend entschlief hier die Lehrerin Fräulein Alma W i ck m a n n im Alter von 23 Jahren. Sie hatte Vfyl Jähre an hiesiger Schule mit Erfolg gesvrrkt und es verstanden, die Herzen der Kinder und Erwachsenen zu gewinnen. Kurz vor Uebernehme einer Stelle in ihrer Heimat überraschte sie die Krankheit, der sie nach 14 Tagen erlag. Die ganze (Gemeinde betrauert ihr frühes Hinscheiden und wird ihr ein treues Andenken bewalaen. ** Salzböden, 3.Mai. Ludwin Schwarz, Wahrer oti einer Munitionskolonne im Westen, welcher schon seit Knegsbeginn im Felde steht und bis jetzt auf fast allen DcieasschauplLtzen kämpfte, wurde mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet. Hessen-Nassau. Fc. Wiesbaden, 2.Mai Die Spargel zeit hat ihren Anfang genommen. Die warrne Witterung der letzten Tage machte sich sofort in den Spargelplantagen bemerkvar. Der hiesige Wochen- markt zeigte jedoch noch Ivenig Anfuhr. in ganz geringen Mengen und nicht einmal in bester Qualität wurde der König der Frühiahrsgemüse heute feilgehalten und mit 3 Mark da? Pfund bezahlt. Die Anfuhr größerer Mengen, die sonst um diese Zeit sofort einsetzte, bleib t aus dem Grunde noch aus, weil in den ^benachbarten hessischen Gebieten, von denen der hiesige Markt mit Spargel versorgt wird, Weisung erteilt wurde, keinen Spargel auszuführen, bis die PreiSbedingungen eine endgültige Regelung erfahren haben. Die Ernte wttd voraussichtlich als gut zu bezeichnen sein. vermischte». * Berlin, 3. Mai. Björn Bj ö rn so n aifttvortcte laut „Bert. Tagebl." auf die Frage, ob er beabsichtige, die Direktion des Deutschen Volkstheaters in Wien zu übernelpnen, wenn Wrllner die Direktion niederlege, wollten er und Gerhart .Hanptmann sie gern übernehmen. * * P o stnö tc der Zeitungen im D r e iß i g jä hr ig cn Kriege. „Infolge unvorhergesehener Ferkehrsfckwierigkeiten" ist in den Zeitungen im Laufe des Krieges eine bekannte Wendung geworden. Am ungernsten sehen sie die Leser, wenn sie eine eigene Entschuldigung der Zeitung ein leitet. Auch das ist freilich nichts neues unter dew Sonne: vielmehr hat die deutsche Presse gleich in der Zeit ihrer ersten, verheißungsvollen Ausbreitung, in der Zeft des Dreißigjährigen Krieges unter den Postnöten arg z-u leiden gehabt. Zu Begimr des 17. Jahrhunderts hatten sich ziemlich gleichmäßig in den ^.Mittelpunkten des Verkehrs in Deutschland, dem übrig-cn Europa vorangehend, aus deni regen brieslicken Nachrichtenverkehr der Resormationszeit einerseits, den. halbjährlich auf die großen Messen erscheinenden sogenannten Meßrelationen andererseits Wochenzeitungen entnftckelt. Ihre Herausgeber gehörten weift den geistig regsten und gebildetsten Ständen an; besonders die Postmeister der Toxischen Post, M denen sich naturgemäß Nachrichten von überall her trafen, nahmen sich des neuen Nachrichten- Verkehrs gerne an und.suchten vielfach sogar, vmr weltlichen und geistlichen Bclchrden unterstützt, ein Zeitungsmonopol der Post dnrch-zusetzen. Sie Verschmähren es auch nicht, ihre Mitbewerbrn durch Vernachlässigung der Besördenlng ihrer Zeitungen auszu- stechen, was schon vor Ausbruch des Krieges i» Frankfurt a. M. zu einem längeren ReäWftreite stchrte. Gerade das Blatt des Frank- surder Postmeisters von den Birghden, der seit 1609 als Beamter des Generalpostmeisters des Reicks, des Grälen Leonlmrd von Taxis die Frankfurter Postvcrhältnisse in ausgezeichneter Weise ausbaute, mbr gelegentliche Einblicke in die Besä/werlichkeit, die der Krieg den Zeitungen damals auf dem Gebiet der Post brachte. In ihren Nummern, besonders in dem kritischen Jnhre 1634 finden sich dir Spuren, wie auch die Herausgabe der Zeitung durch die Post selber sie nicht v»r schweren Verlusten schützen konnte. L. Salomon m seiner Geschickte dos deutschen ZeitungStvesens ft'chrt daraus sollende Mitteilung an die Leler an: Im Juni 1634 macht die Frankfurter Behörde in einem Exttablatt (Ertraordinari) ihrer Zeitung bekannt: „Die Ordinari Posten von Frankfurt nach Kölln vom 22. und 29. Mav und 8. Juni seyndt abernrahien von den Ligisti- schen mrd Spanischen ^ Andern*ch ufhit Westerwald uffgsang-en, die erste gantz Hinterhalten, die letztere aber von dem Postvertv-rlttr Iol-ann Coosfeldren dockt leröfftrett distribuiort, dock viel Brief hinteichalten worden, werdcm also die Herren Interessenten dies in Acht zu nehmen ivissen." In einer späteceir Nummer wird geklagt: „Die Posten auß Italien, Schw-eitz mrd Franken seyndt dato nicht angekommerr." Wieder später: „Wegen aller hin )ind wiederziel)en- den Kriegs Armeen seyndt alle Posten aus Teutschland gesperrt." ^Dir Tarnkappe der Sckiffe. Die U-Dootgefahr im Sperrgebiet ist so groß, daß die seefahrenden Völker alte möglichen Mittel versuchen, ihr zu entgehen. Nach einer Meldung aus .Kristiania soll nun tatsächlich eiae Tarnkappe gesunden sein, die die Schiffe unsichtbar inacht. Es handelt sich dabei selbstverständlich nicht um die Rau«l«vvlken, die ein Schiff zwar einhüllen, seinen Ort oder sein Fahrwasser aber aus weite Entfernungen verraten, sondern um eine neue Arr deS Anstriches, die ein ftanzösischer Ingenieur namerrS Ressins erfurrden hat, der zugleich Maler ist. Bei der letzten Versammlung der Reedervereinigung in Knftiania ist den Fachleuten mitgeteilt worden, daß die norwegischen Marinebehörden mit dieser Erfindung Refsinss erfolgreiche Versuä>e gemacht haben. Man verglich die Sichtbarkeit zw'ier Torpedoboote, von denen das eine mit der üblichen grauen Farbe, das andere nach den Angaben Ressinös angesttickvn war. ?lus 3500 Meter nurchte der Ressin^sche Anstrich das Fahrzeug vollständig unsichtbar, während das andwe deutlich •vu erkennen war. Bei 2300 Meter konnte Ressinös Fahrzeug ver- schrvominen erkannt werben, und erst bei 1300 Meter war es deutlich zu sehen. Worin der Ressines che Farbenarr strich besteht, geht aus beu vorliegenden Meldungen nicht hervor: dcrrüber aber ist Ressine selbst sich im Klaren, daß sein Anstticb ein Schiss mdrt unsichtbar macken kann, solange ans dem Schlote eine Rauchwolke hervorgnillt. * Spirit u r-ersatz für M o to r zwe cke. Die Nollvendig- Feit, einen vollgültigen Ersatz für manche nicht reichlich vorlMndenen Stoffe zu schassen, ist zunr Ansporn für zahlreiche wichtige Erfindungen geworden. Daß Entdeckungen, die twn Deutschland, dem originalsten Lande in dieser Hinsickft, aus irgend cinern Gruirde nicht selbst vertnertet werden konnten, vonr ebenfalls mitleidenden, neiftralen Ausland aufgegrissen werden, spricht auch hier für die Sache. So wmrdc bei uns ein Verfahren, Sulsitspirttus aus dem Absallwasser der Holzzellstvsferzengung zu getvinnen, ertAnden, das wie für den Holzreichtum und die ansgedehnre HolzverarbeitungS - industtie Schwedens geschaffen war. Die Ausnutzung dieses Brennstoffes l>at nach einer Mitteilung der Zeitung des Vereins Deutscher Eisenbahnvensalter in Schweden bereits solche Dimensionen ange^ nommen, daß eine Privatbahn in Darlekarlren. sogar den Betrieb einer Lokomotive mit Hilfe dieses Spiritusersatzes für lohnend fand. Schwedische Militärkrafftvagcn sollen auf gleiche Weise betrieben koc-rden. Bei voller Ausbeutung tverden in Schweden jährlich 27 Millionen Liter produziert werden können. * C a l a i s a l s e n g l i s ch e S t a d t. Es ist ein merkwürdiger Zufall, daß in deirselben Tagen, in denen die. „Wlnisckw Zeitung" uns als Vorkämpfer Europas gegen England bezeichnet hat, im Verlag Wyß in Bern in sranz-ösischer Sprache ein Büchlein von Jean Lulves ersäsienen ist, das den Titel trägt: „Calais unter der englischen Herrschaft 1347—1558 (Calais so ns la domination an- gläise 1347—1558)" ?ln der Hand der zeitgenössischen französischen Geschichtsschreiber und Dichter schildert es die mehr als 200- jährige Herrschaft, die. die Briten ilber Frankr«ck>s bedeutendsten Hafen platz am Kanal auSgeütr haben, eine Fremdherrschaft, deren ganze Grausamkeit nnS eben ein ncnies Schauspiel „Die Bürger von Ealais" in dichterischer Ausschmückung vorgesührl bat. Einer der bcstanntesten französischen silefchichtssckneibcr jener^Periode, Frois- sard, hat Calais als Englands vielgeliebteste Stadt bezeichnet: „denn solange es Herr von Calais ist, ttägt es Frankreichs Schlüssel am Gürtel!" Tie Franzosen von 1917 sind noch nickt bis zu dieser Erkenntnis gelangt: ob nickst dock in^absehbarer Zeit die Sttinde- kommen wird, uw? sie sich au jenen Satz Fwissards erinnern und wo sie verstehen tverden, 1»aß Deutschland, tvenn es England von Frankreichs Küste zn vertreiben sucht, eine Mission des ganzen Festlandes erfüllt? Briefk«sten -er Nedaktion. $. ff. M. Wenn der Hausbesitzer seinerzeit einen Nachlaß auf die Miete. ackwcHrt hat, s» kann er diesen Betrag nachträglich nicht tvieder in AnrrckMrng bringen. Die Kündigung der Wohnung dagegen steht ihm, sofern nicht hierüber besondere Vereinbarungen getroffen sind, stckerzeit frei. Der Kriegszustand hat weder dem Mieter noch dem Vernrieter der vertraglick>en Pflichten cmthvben, rveun auch die eine oder andere Partei ins Feld rücken mußte. Prozesse gegen .Kriegsteilnehmer, z. B. auf Zahlung der Miete oder Räumung der Wvhnunq, können nicht dnrchgeführt tverden. sobald das Gericht von der Emziehung zum Kriegsdienst Kenntnis erlangt 'vgl. Gesetz vom 4. Anglist 1914): jedoch ist es nach einer BundesratSVerordnung vom 14. Januar 1916 in wichtigenenl Fällen brnt Gericht gestattet, dem Kriegsteilnehmer auf Antrag des Gegners einen Vertreter zu bestellen rlnd dann den Reckstsstteit zur Entscheidung zu bringen. Bei Mretverhältnissen, die schon vor denk 31. Juli 19H bestanden. kann das Gericht allen. Mietern nach den Bundesrats- Verordnungen vom 7. imb 18. August 1914 Zahlnng SauSst«ib gs- währen und das Recht des Vermieters, die Räumung Zit vertang«i, aufheben: vorher ist jedoch das zuständige MietSeinigungsmitt zu hören. 5. A. im Zrltze. Die Zeichen bedeuten Augeki - und (>ahnlecv«k. Ob Kriegsvenoetrdungsfähigi^it besteht, unterliegt per E«ts^>- düng späterer Untersuchung. Einsttveilen ist der vorläufige geltetro. K l e i n k a r t o f s e l z ü ch 1 e r. Anonyme Zuschriften können von uns nicht beachtet werden. > _. !. ■■ ■ ■ " .. . Letzte Nachrichten. Der l.Mai. Kopenhagen, 2. Mai. Laut Pariser T«stegramnle»r kau»-«- dort anläßlich der Maikundgebungen zu Zusammenstößen zwischen Demonsttanten und der Polizei. Die .Demov.strant.en setzteir sich lnuiptsäckrlich aus Syndikalisten und farbigen Soldaten zusammer:. Der rusfisck e Revolutionär Janesko hielt Reden gegen den «.virg. Die Polizei vermochte schließlich die Demonftramen auseinandrr zu jagen. Malmö, 2. Mai. Tie Kundgebrkngen am 1. Mai vertiefen in Malmö in der gewrstiiUichen Ruhe und ^rwumg. Die gnr»sse»»n Gegcilmaßregeln, die für Stockholm durch das Eirüenken der Regierung abg-ewehrt wareri, rvaren hier überhaupt nicht geplant. Stockholm. 2. Mai. Dir Petersburger MaifÄer oer^e^, einer Meldurrg der Petersblkrger Agentur zufolge, unter Anschluß der begeisterten Bevölkerung ohne bemerkenswerten ZnftickrenfeU, obkoohl angeblich über I Rcillivn Menschen an der Feier teftn«Un. Tie Regierung hatte den 1. Mai als st^ationalfeiertac! erklärt Msle Arbeiten waren eingestellt worden, kein Stratzeubapnver^hr ianv statt. Die (Geschäfte, sogar die Rostaurvnts^lmtten geschl»ssen. Frauen, Männer und Kinder zogen durch die Straßen und langen die Marsellaise und russische Arbeiterlieder. Die Prozessionen begannen am frühen Morgen und endigten am späten Abend. In dem Zug wurden Hunderte von Fähwm getragen. Man sah S»l- daten und Ofsiziere Seite au Seite mit den Arbeiterin Die Petersburger Zeitungen widmen der Feier begeisterte Artikel und heben die große Solidarität hervor. Genf, 2. Mai. Das Pariser paziftstisch gesinnte vomite de France stmdikalrske hielt eine von 8000 Teilnehmern beschickte Maiseier-Bersammlnng ab, derer: Tagesordnung die Zensur ebenso unterdrückt, ime die Rede des russischem Revolutionärs Einige taufend Teilnehmer, ivelckie eine gegen den offiziell«: Sozialismus gerichtete Kurrdgebring auf dem Boulevard Rt«GMt>a veranstalteten, wurden polizeilich zersprengt. Nutzland. Stockholm, 3. Mai. Wie der Vertreter von -Lpa Dagt^tzt Allehanda in Haparanda seinen: Blatte aus bester Quelle ntrtteu}, hat der englisch; Bosichaftcr in Petersburg sin russischen Auswärtigen Amt verlangt, daß die im Auslande lebenden Ru ssen^ncht mehr Heimreisen dürfen, selbst wenn sic dazu Pässe von russischen sandten oder Konsulatei: erhalten .haben. Ebenso stellte er die Forderung auf, die russischen Sozialisten in der Heimat sollten keine Erlaubnis zur Ausreife erhalten. Denkmäler als Munitionsmaterial. Kopenhagen. 2. Mai. Das mächtige Bronzedenkmal von Katharina II, das die Stadt JekaterinoSlawr ihrer Gründen er richtet hatte, ist auf Wunsch der Bevölkerung nach den Brisanski- werkcn überführt worden, ivv es ein geschmolzen wird und zur Munttionsherstclsimg Berwcndimg sind«: soll. Nem Entente-Krregsziele. Bern. 2. Mai. Nach einer Londoner Rcuternachrichl ist Premierminister Lloyd George am 1. Mar zu wichtigei: Beratungen nach Frankreich abgefahren. Gs wird vermutet, daß die neuen Krieg-sziele Arnerikas imb der Entente den .Kern der K»?v- rerenzen bilden werden. Englische Gemeindeküchen. Rotterdam, 2. Mm. ^.Merrwe Rotterdamsche Evuraitt" melket aus London, daß im ganzer: Lande Gemeindeküchen ein«- richtc.t werden, welche zur Versorgurrg der Bevölkorimg mit Miht- zciter: diene. Frankreichs Mehl not. Bern, 2. Mai. „Nouvelliste de Lyon" will wissen, daß Biolette Maßnahmen treffcit wird, um der: französische;: Mehlverb-rauch lediglich für die BrcftHerstellung zu reservieren. Der Uebergung zur n-errrn Ernte kann rmr mit knapper Not erreicht werden. Argentinien verbietet das Befahren der KriegSzsm. Berl in . 2. Mai. (Zs. Bln.l Mk argcnttnisckc Regierurrg hat nach einer Havasmeldung vom 29. Llpril eine Verordnung er lassen, die der: argentinischen Schiffen, rvclche ausländischen Be sitzern gehöre::, das Befahren der Kriegszone verbietet. Nach derselben Quelle verlautet ferner, daß die argentmische Negierung die Ausfuhr wn 50 000 Tonnen Gttreidc nach Spanien und 8000 Tonne:: Getteide nack Paraguay 'zestotten wird. Ungarn. Budapest, 3. Mai. Der Pester Lloyd meldet: Graf Tisza hat zwe: Mitgliedern der Verfassrmgsparkei, dem Gra fen Moritz Esterhazy und dem Grafen Stefan Bethlen an geboten, ins Kabinett einzutreten, und zwar sollte Ester hazy mit der Oberleitung der im Bereich der Uebergangv nnrtschasten liegenden Angelegenheiden, Graf Bethlen mit der Leitung der Arbeiten für den Wiederaufbau Sieben bürgens betraut iverden. Die beiden Mitglieder der Ver sassnngspartei ersuchten den Ministerpräsidenten, eine inc einzelne gehende 2lntwort auf das dlnerbieien erst nack) Rück spräche mit dem Grafen Julius 2lndraffy erteilen zu dürfen wöchenü. Uederficht der Todesfälle l b. Stadt Gietzes. 14. Woche. Vom 1. bis 7. April 1917. Einwohnerzahl: angenommen zu 33100 (inkl. 1600 wtann Militär). Sterblichkeitszisfer: 36,15 *!+>. Nach Abzug von 12 Ortsfremden: 17,30 _ . Anm.: Die in Klanrmern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betresfercken Krankheit mif von auswärts nack) Gießer: gebrachte Kranke kommeru verüsjentlichung des Grotzh. SreiSgesnnd y e itz S a«t- Dr. Wal -er, Med.-R«t. Heut© nacht entschlief sanft nach kurzem Krauken- lager plötzlich und unerwartet unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Frau Katöarine Seipp Wwe. ged. Geißler im 61. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Riehm III. Familie Wilhelm Schmitt Familie Heinrich Schäfer III. Heinr. Seipp, z. Zt.imFelde Familie Heinrich Bierau !!I. Karl Seipp Familie Friedrich Seipp, Änna Seipp. Lollar, Staufenberg, den 2. Mai 1917. 3541 Die Beerdigung findet Samsfag. den 5. Mai, nachmittags um 2 Uhr, in Lollar statt. Fürstenhof Meute Donnerstag KONZERT Bier vom Fass. Anlagen von VolkSbüdern, Krankenhäusern, Tuberkulose-2lm- llbulalorien 3539hv 8 ! GcsergWertreter für den Bezirk Oberhessen gegen Provision gejucht. Offerten unter S. T. Mog nu Haaicnstcin & Vogler, 21. ($., Frankfurt a. M. Ein tüchtiger Schlosser sofort gesucht. 3314V Heil- und Pflegeanstalt _Wichen._ Wkl. JamriisAeiökr !i. tiiditiiicr LagsMeiher f. dauernd sofor: gesucht. I' Krevert, Plockurah 13516 afte. ^im.-BZobng. ver 1. Juni 3" vermieten. Näheres bei Frensdorf, 0 cf c Bahnho fftragc-Nenstadt. Kinderwagen Klapp- mad §portwag«iti in größter Auswahl billigst 2513 ÄugustKilhiriger, Selter$weg79. GgrleWrbeiter gesucht. 3515 B Medizinische Klinik. Hotel Fürstenhof (Saalban) Sonntag, den ö. 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