Nr. 95 Zweites Blatt Erscheint K-Uch mtr Ausnahme des Sonntags. /WM' D Beilagen: „Hietzener ZamllienblTtter" und „Kreisbloti für den Kreis Gießen". H6Z. Jahrgang postscheSkonto: Krankfurt arn Main Nr. Nö8b. Vankverkehr: Sewerhedank Gießen. General-Anzeiger für Gberhesfen Dienstag, 2-f. April M Zwillmgsrunddruck und Verlag: Brüht'jcheUnwerftläts-Luch-u.Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schrlfileitung. Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstrave?. 6: sschäftöilelle w Vertag: E--ÄK-1, Schriftleuung: 112. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGießen. Aus Stadt und Land. Gi-ß-n, 24. April 1917. .! ** Dir Verwulldeirn-Berci tun gs stelle wurde auch ^ - ^^li zwar 44 Bau gewerbetreibende (2 Dachdecker-, 4 Glaser- v 4 Maurer-, 5 Schlosser-, 12 Schreiner-, 1 Spengler-, 1 Tapezier-, 14 Weißbinder-. 1 Zim- mernieister); 35 sonstige Gewerbetreibende, 7andere Personen. 76 Ratsuck-ende wäre:: aus Gießen, l0 aus den Gewerbevereinen Allendorf a. Lda., Grünberg, Lich, Lollar. Von den erteilten Auskünften betrafen: Steuerange-^ lege nheit.en 102 (Einkommensteuer 10, Vermögenssteuer 3', t^ewerbestnler 1, Umsatzsteuer 42, Besitz- und Kriegssteuer 46); Arbeit er Versicherung 16 «Krankenversicherung 3, Unfallversicherung 5, JnvalidenvnTsicherlmrg 8); K r i e g s v e r s o r g u n g und sonstige militärische Angelegenheiten 12; Gewerbeordnung 1 und sonstige Angelegenheiten 8. Mben der Erteilung von Rat und Auskunft, sowie Hilfeleistung bei der Abgabe von Steuererklärungen wurden durch die Beratungsstelle 34 Schriftstücke an gefertigt. Diese betrafen Verhandlungen mit Steuerbehörde::, Lau des versickreru ngs- anstalten, Berufs genösse:: schäfte::, militärischen Dienststellen nsw., außerdem Anträge wegen ÄngehorigennntersUitzung, einmaligen Zuwendungen, Vermißtet: t-rhnung rrsw. Auch in sonstigen geschäftlichen Angelegenheiten hat die Beratungsstelle die Gewerbetreibenden bezw. Handwerkers rauen nach Möglichkeit unterstützt, insbesondere auch bei Differenzen mit der Kundschaft .msgleicktend gewirkt. Weiter ist die Beratungsstelle bemüht ge- ivesen, durch die Presse, Versendung von Fragekasten sowie bei tzmstigen Gelegenheiten ans dem Gebiete der Kranken- mtb Invalidenversicherung Aufllärrmg zu schaffen. Um die «Äelverl etveibenden lx>zw. Handwerkerfrcucen lwr Nachteilen durch .weifekhafte .Kreditinstitute oder sonstige Schwill cl firmen zu be- mahven, 'hat die Beratungsstelle iu bekannt gewordenen Fällen Ermittlung?!: angestellt uard auf Abstellung von Mißständeu auf diesem Gebiete hin gewirkt, außerdem in der Presse vor derartigen S'hwirrdel firmen gewarnt. ** Ersatz für Kohlen. Bei den Trans Portschwierigkeiten ivird selbst nach Friedensschluß eine Kohlenknappheit bestehen bleiben. Es muß mit allen zu Gebote stehenden Mitteln für Ersatz gesorgt werden. Dies ist möglich durch Holz und Torf. Gerade der Torf hat eine sehr hohe Heizkraft und war bis vor wenigen' Jahren auf dem Lande und in den kleinen Prvvinzstödten ein unentbehrliches Brennmaterial. Die hohen Lohn- :rnd teueren Bodeir- vreise brachten den Uebergang z:rr Kohle. , Heute, wo die Kohle den doppelten Preis hat, dürfte der Torf auf eigenem Grund und Boden bedeutend billiger zu 'haben sein, besonders wenn die Fabrikation nach 1*er Saatbestellung in eine kür deir Landwirt günstige Zeit fällt. Es ist Pflicht eines i-eben Landwirts und Kleinhändlers, sich für den Winter 1917/18 mit Torf einzudecken. Besitzer von größeren Mooren :md Holzbeständen werde:: zur Abgabe sicher bereit sein. Ebenso dürfte die Köirigl. Moor- und Forstver- waltuug Entgegenkommen zeigen WTB.) ( Landkreis Gießen. J tu. Allendorf a. d. Lda., >23. April. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. wurde Andreas Merkel ausgezeichntt. Er ist jetzt 19 Monate lang unintterbrochen im Feld und erhielt por einem Monat auch- schon die Hessische Tapseridttsmedaille. — Kaufmann Christoph Ran ft ist als vermißt gemeldet. — Ludwig Bang starb am 18. April kurz vor Vollendung seines 19. Lebensjahres im Feldlazarett infolge eines Bauchschusses den Heldentod für das Vaterlaich. ‘O Torf-Gill, 22. April. Ter Gefreite Otto Grieb, Sohn des hiesigen Wagnermeisters Friedrich Grieb, erhielt dieser Tage das Eiserne Kreuz unter gleichzeitiger Beförderung zum Unteroffizier. — Die Schüler der hiesigen einklassigen Volksschule beteiligten sich mit 2100 Mk. an per 6. Kriegsanleihe, welche bei der Licher Spar- und Tarlel-nskasse gezeichnet wurden. ** Leihgestern, 23. April. Der «stgnsmann Karl Borger, ein Sohn unserer Gemeinde, welcher seit Anfang des Krieges bei der 2. Matroseu-Division steht, wurde zum Ober-Bootsmauns- maaten befördert. th. Lin den st r nt h, 23. April. Auf dem Felde der Ehre siel der Wachtmeister in einem Feld-Art.-Regt Ludwig Volp. «Seit Kriegsbeginn im Felde stehend, wurde er am 4. d. Mts. schwer verwundet und am 15. erlag er dieser Verwundung. Er ivar Inhaber des Eisernetl Kreuzes 2. Kl. und der Hessisck)en Tapferkeitsmedaille. 4b R n d d i n g s h a u s e n, >23. April. Zum Gefreiten befördert wurde der Lehrer Otto Becker. n. Steinbach, 22. April. Der tviederholt ausgezeichnete Unterofsizier Ludwig Gerhard, Sohn des Sparkassenrechners I. Gerhard, hier, wurde an: 12. April zum Vizefeldweüel ernannt und der ebenfalls mehrfach ausgezeichnete Unteroffizier Jakob Serth unlängst zum Sergeanten befördert. Beide stehen gegen- ivärtig im Kampfe an der Westfront — Unsere Schule erhielt einen stattlichen Zuwack)S: 17 aus der Schule Entlassene:: stehen 35 Abc- Schützen gegenüber. — Dieser Tage kamen ans Barmen 9 Kinder zur Erholung hier an; hoffentlich ist dies nur der Anfang des guten Werkes. Kreis Büdingen. 4t Him bach, 23. April. Die Hessische Tapferfeitsstiedaille erhielt Lehrer S ch t eib er. — Obiergesreiter Wilhelm Dürr erhielt von: Sultan den Eisernen Halbmond. 4b Langenbergheim, 23. April. Die Hessische Tapfer- keitsmedallle erhielt der hiesige 2. Lehrer, Unteroffizier U l l m a n n. Ortenberg, ,23. April. Zum Unteroffizier befördert wurde der Gefreite der Reserve Otto Hebbel, Inhaber der Hessischen Tapftrkeitsmedaille. r. Ortenberg, 23. April. Der Unterofsizier K. Zeiger aus dem nahen Bellmuth, bereits schon Inhaber der Hessischen Tapferkcitsmedaille, erhielt das Eiserne Kreuz zweiter .Klasse. — Der Gefreite der Reserve Otto Hebbel von Her, zurzeit in einem Feld-Artillerie-Regiment, Inhaber der Hessische:: Tapferkeitsmedaille, wurde zum UMeroffizier bcsördert- 4t Rinderbügen, 23. April. Hier wurdear 31 399 Mack zur 6. Kriegsanleihe gezeichnet, 599 Mark winden in Kriegsspar- katten angelegt. Kreis Alssetd. ** Alsfeld, 23. April. Für den Kreis Alsfeld wurden folgerrde Höchstpreise für Brot festgesetzt: es kosten der Laib, drei Pfund, 52 Pfennig, der Laib eineinhalb Pfu:rd 26 Pfennig, ein Brötchen ziu 80 Gramm aus Weizennrehl fünf Pfennig, Weißbrot für Kvanke, drei Pfund, 62 Pfennig, eineinhalb Pfund 31 Pfennig. r. Berns feld, 23. April. Am letzten Sonntag um 2 1 / z Uhr fand m imrserer Kirche die Gedächtnisfeier unseres anv 1. Dezember 1916 in einem Feldlazarett verstorbeiren Lehrers Ernst Bernhardt statt. Lehrer Bernhardt hatte sich während seiner hiesigen kurzen Wirksamkeit die Liebe seiner Schulkinder, sonne das Wohlwollen der ganzen Gemeinde erworben. Er hinterläßt eine Frau nnt zwei :m mündigen Kwrben. Kreis Lauterbach. e. E n g e l r od, 23. April. Schulverwalter Heinrich M aber wurde zum Unteroffizier befördert. >>i Kreis Friedbers. e. Friedberg, 22. April. Den: Feldwebel, Seminarlehrer? T h i r o l f vom hiesigen Lehrerseminar, wurde die Hessische Tapfer keitsmedaille verliehen. e. Friedberg, 23. April. Der «Stadtlehrer Ludwig Ringshausen ist nunmehr 25 Jal-re seit seinem Abgänge vom! Friedberger Lehrerseminar an der hiesigen Ackerbanschule tätig. e. Beienheim, 22. April. Ter Lehrer Wilhelm Kantz wurde zum Unteroffizier und Offiziers-Aspiranten ernannt. Starkenburg und Rheinhessen. e. Offenbach, 22. April. Gestern starb hier im eöen volb< endeten 78. Lebensjahre der Kreisschulinspektor i. R. Geheimer Schulrat Balthasar Schaub. Anfangs Volksschullehrer — als solcher wirkte er unter anderen auch in Wingershausen- llweis Schotten —, studierte er später Theologie und war dann lange Jahre als Kveisschulinspektor für den .Kweis Offenbach a. M. tättg. «Sein Nachfolger wurde Schulrat H. Sck^erer von Büdingen. Kreis Wetzlar. Wetzlar, 22. April. In der.-abgelanfenen Woche hielt der Olcschichtsv-erein seine diesjährige Hauptversammlung^ab, die gart besucht war. Die Zahl der Mitglieder bettägt 154, wovon 119 in Wetzlar und 35 auswärts wohnen. Gefallen sind drei Mitglieder und zwar Banrat Ebel, Kreisbanmeister Eichhvff und Hauptmann von Gülich Die Nechnungsablage ergab einschließlich des Bestandes aus dem Vorjahre (430,07 Mk.) in Einnal-me 1235,41 Mk. in Ausgabe 440,43 Mk., mithin einen Bestand von 794,98 Mk. Aus dem JalMsbericht ist als wichtigste Tatsache zu erwähnen, daß btt Sammlungen des GeschichtsVereins durch Vertrag vom Dezember v. Js. m den Besitz der Stadt Wetzlar übergegangen- sind, welche ihre pflegliche Behandlung und sachgemäße Vermehrung durch Einstellung jährlicher Atffwendnngen für diese Zwecke in dem städtischen Haushaltsetat zugefick.-ert hat. Tie Zufainmenstelkung einer Kriegschronik wurde beschlossen. Tie Vorstandswahl ergah keine Veränderung. ra. T o r l ar (Kreis Wetzlar), 22. plprll. AucHin hiesiger Gemeinde haben 30 erholungsbedürftige Kinder der' Stadt Essen eine ftemrdliche ^Aufnahme gefunden. Hessen-Nassau. Bad Homburg v. d.H., 22. Llpril «Ein nicht genannk sein wollender Sttfter hat dem Kaiser eineMilllionNtarkzur Verfügung gestellt, um damft in dem der Kvone gehörigen reizenden und unmittelbar vor der Stadt gelegenen Park „Meines Tannen-i Wäldchen" ein Erholungsheim für weibliche Angehörige von Offizieren der deutschen Armee und M a rine zu errichten. Insbesondere sollen die Witwen und Waisen gefallener Offiziere Berücksichttgung finden. In Würdigung des! großen sozialen Werkes, das damit gegeben wird, hat der Kaiser das Gesckwnk angenommen, nachdem die zuständigen Ministerien den Verkauf dieses Krongutes genehmigt haben. Der Kaiser hat die ihm vorgelegten Pläne, die Architekt V o g g e n b e r g e r in Franko siirt a. M. enttvorfen hat, gutgeheißen. Der Park war früher land^ gräftilher Besitz und zuletzt an Freiherrn und Freiftau v o n M a l U zahn verpachtet, die sich um die Sttttung außerordentlich verdien« geniacht habe::. _ Un!versitäts-N«cdrichte>». ---Frankfurt a. M., 22. April- Bei der ersten Imma-- ttikülation für das Somimerhalvjal>r 1917 wurden am Sanrstaz 125 Studierende, darunter 22 Frauen, neu eingeschrieben. —< Der derzeftige Dekan der Wrrtschafts-- und sozial:vissen schaitll chen Fakultät, Professor Arndt, ist vom Killtusminister f:'rr das Sommerhalbjahr beurlaubt worden, um die Leitung der Volkswirt^ schafllick-en Abteilung der Reichsbekleidungsstelle in Berlin zu« übernehmen. Die Führung der Dekanatsgeschäfte übernahm der Prodekan, Geheimrat Prof. Voigt, die Anwtsck-eir Vorlesungen «Geheimrat Pohle. — Der Ordinarius für Mineralogie imd Petrographie, Prof. Dr. Boe ke ist zur Abhaltting von Vorlesungen mr der liniversität Gent beurlaubt worden, seine Vertretung übernahm Assistent Dr. Eitel. — Professor Dr. Pagen- sieche r-Halle, ver an Stelle von Prof. Peters das Ordinariat für Zivilprozeß, .Deutsches Bürgerliches Gesetzbuch und Rechts- vergleicchmg übernommen hat, tritt sein hiesiges Lehramt erst mit Beginn des Winterlxllbjahrs 1917/18 an. Kunfi und Wissenschaft. Unveröffentlichte Briefe Justus v o u Licbigs. Chemie und Ernährungsioiss-enschaft haben im gemüm lämen Witten auch in: vorigen Jahrhundert in starken: Maße das Interesse der Oeffentlübkeir erweckt, und besonderes Aufsehen erregte der wisfenschaftliiche Streit Justus von Liebigs n:rd des («bubrecheitden Botaniker-.' Matthias Jakob Schleiden. Ta beide Gelehrte in alle:: wissenschaftliche: Fragen von leidenschaftlichstem Eifer erfüllt waren, gab es zwischerr ihnen manchen erbitterten schriftlichen Streit, und hicvmis lnldete sich die auch heute noch öfter, vertretene Meinung, daß sie Todfeinde gewesen irnd vor allem, daß Liebig reinen verträglichen oder gar güttgen Charakter besessen hebe. Das genaue Gegenteil aber beweisen drei bisher unbekannt? Briefe Justus von Liebigs, die J3/t. Adolf Ko Hut ?.um ersten Rtale in der Umschau veröffentlicht. Tie^Briefc stammen aus dem Nachlasse Liebigs intb sind int Besitz des Schwiegersohnes von Matthias Jakob -Schleiden, des Setrats Präsidenten des Berliner Oberverwaltunasgcrichtes. Die ersten zwei Briefe sind aus Gießer: vom Jahre 1846, -der dritte wurde 1853 ans München an Schleiden gerictt't. 1846 suchte Liebig fernen nnsserffchaftlichen Gegner zu überreden, einem Ruf an die Gießenw: Universität Folge zu leisten. Me sehr er sachliche Differenzen und Pettönliches streng aus- einander zuhalten wußte, geht aus der Bemectüng hervor: Es kmuc Ihnen nicht unbekannt geblieben sein, daß icfy und viele meiner Kollegen es als ein sehr glückliches Ereigms anseherr würben, wenn es gelange. Die für Gießen zr: gewinnen." Weiter unten heißt es dann: „Für micb ::nd meine Freunde ist, es nötig, dies (nämlich ob Schleiden nach Gießen kommen wolle) mit Bestimmt- beit zu 'wissen, damit wir unsere Kräfte nicht unnütz, verschwenden und auf der antwren Sttte unseren Bemühungen de-l nötigen Nachdruck yd geben." Im selben Jahre betvi.es Liebig airch sein außerordentlich feines Taktgefühl, iitdem er sich« bemühte, den Zorn Schleidens wegca: einer Veröffentlichung vor: vornherein zu entwaffnen, indem er schtteb: „Einen: Manne wie Ihne::, den: die Förderung wichtiger wissenschaftlicher Fragen ebenso am. Herzen liegen muß >r ie mir, kann - das in diesem Aufsatz Olesagte nicht verletzend erscheinen, ick)« hielt es aber doch für angemessen, um jede::: Mißverständnis vorznbeugcn. Sie zu unterrichten, daß derselbe seit fünf Monaten geschrieben ist, und daß er erst jetzt zutage gekommen, liegt in der Natur der Zeitschrift, in welcher er publiziert ist." Und Licbig si'igt die Ettlärüng hinzu, daß es sein sechrtichster Wunsch sei, den Mißverständnissen ein Ende zu bereite:: : „Es wird mich wahrhaft glücllich machen, von Ihnen die mir fehlende Belehrung zu' en:pfangen und die Fragen zu bo- sprechen, die durch Berührung rmserer Fäck>er angeregt werden." Auch der dtttte Brief aus München, der eine Einladung an Schleiden, enthalt, legt für den vornehmen Charakter des größten deutschen Chemikers einwandfreies Zeugrus ab. — Vergrößerungsapparate für Augeninvaliden. Für jene Kttegsbeichädigte, deren Selch^rnrögen auf einem «oder beiden Ar:gei: so herabgenmrdert wurde, daß auch die stärksten Brille:: gewöhrllicher Ätt ihiwn nicht ivesenllich nützen können, ist int neuerdings geübte Sermeychung von PLsroßerudsi SystcmM außerordentlich wichtig. Nach den Ausführrmge:: von Dr. O. Henket in der vom Landes^ruptmann von Ostpreußen herausgegebenen Zeitschttst für die .Knegsbeschädigten fürsor ge gewähren die s og. Fernrohrrbttll?n Und Fernrohrlupen den sehschwachen Kriegsver- letzten eine ganz erhebliche Steigerung des Sehvermögens, doch waren bis vor kurzem Mt diesem Sy stein flLcubteile verbunden^ die neuerdings durch die Verwendung von Auffteckgläsern beseitigt w'evden. Wähvend npmlich eine gewöhnliche Bttlle ihrem Träger gestattet, sowohl nahe wie ferne Objekte schnell Istntereinander deutlich zu sehe::, da die gelvöhnlickKa: Kurz- oder «Weftsichttgen! über ein genügendes Akkoinvdationsvermögen verfügen, ist dies bei sclffchwachen Kriegsverletzten in unserem «Sinne nicht der Fall. Bei ihnen :nuß also das entschwundene Akkomodationsvernwgen der Augen durch Äenderungen ersetzt werde::, die mm: an de:: Fernrohr- bttllen u::d Fernrohrlupen selbst vornehmen kann. Man gebraucht verschiede:: statte Anssteckgläser, die vor dem vergrößerr:den Instrument angebrachit werden, und durch einen Wechsel der Aufsteckgläser läßt sich die Bergrößettmg je nach Bedürfnis ändern. Somit kann der Augeninvalide sowahl beso-irders feine Objekte erkermen, wie auch gröbere Näharbeiten ausführen, ::rdem er jedesmal ein ent- svrechendes Auffteckglas Vertvendct. Allerdings nimmt mit der Ztmahme der Vergrößerung beftnmtlid) der Durchmeffer des Gesichtsfeldes ab, doch ist dies ein Nachteil, der- für den «Schirachsichtigen von viel geringerer Bedeutung ist, als die ihm er,nöglichte Ver-: größer»ng. Durch die Aufsteckgläser koimte mm: die Vergrößerung für Naharbeiten in solchen: Maße ettMen, daß sogar Augenin- validen, die n::r noch ein Zehntel ihres «Sehvermögens besitzen, dadurch wieder halbes Sehverinögen erlangen. Dies genügt erfah- rnngsgemäß für die meisten Arbeiten vollkom:net:. Mit halben: Sehvermögen kann jeder:na::n ZeittmgSdrnck sowie die sonstige übliche Druck- und Schreibschrift ohne Schwierigkeit lesen. Gill es ausnahmslose besonders seine Druckschttften zu entziffern,, so kmrn der Schwachsichtige sich überdies durch den Gebrauch einer kleinen, starken Lrrpe Helsen. F:':r das Lesen von Schreibnraschinen- schttft, die ja bei den meisten länfmännischen Arbeiten besonders wichtig ist, genügt auch ein geringeres Sehvernwgen, so daß z. B. einem schwachsichtigen, einäugigen Kaufmann nnt nur einen: Zehntel Sehvermögen hierfür eine gewöhnliche Fernrohrbrille völlig genügt, wenn er eures der eingangs erwÄmten Auffteckgläser benützt. Wjerri: Augennmaliden mit geringer Sehschärfe aber auch in die Ferne deutlich sehen wollen, müssen sie sich einer stark ver- größer:rden Feranohrlnpe bediencrr, die wegen il-res Gewichtes nicht in Bttllenforn:. sonden: in Gestalt einer Art Opernglas izetragen wird. Dttt Hilft einer sechsfach vergrößernden Fernrohrlupe kann hertte sogar' ein iScktwaMichtiger, der nur über ein Zwölftel des noruralen Selwermögens verfügt,, halbes Sehverinögen auch für die Fenn :viedererlangen !n:rd so Uhren. Straßn:bahnnamen, Straße:rschilder und alle sonstigen, im täglichen Lebe:: >viartigen Objekte leicht erkenne::. Ät!::ch die BenrtMUlg vergrößenrder Systeme muß gelernt werden, da dein Benutzer die Objekte anfangs näher zu liege:: scheiueir, wie ja umgekehrt auch ein Marsch mit gesundem Sehvermögen einen Gegu:staird der:: ßhrge näher brnrgt, tvenn er ihn genauer erkem:«: will. Dal?er pfteger: die Träger van Fen:rohr> brillar an-auss cchlo- EntferuMgeu m kleyr Äu^chätzcn, Durch Hebungen in cmen: Raum, der dem Patre::ten, ivenn möglich, bekannt sein soll, ivird das Ungewohnte aber schnell überwunden. So ist denn die Technik der vergrößernden Systenve für die Augen verletzten von unschätzbarem Wert, da die schwachsichtigen, die früher arbeitsunfähig waren, die Ausübung ihrer Berufe in zahllosen wieder ennöglicht und selbst den z::m größten Teil ihrer Sehkraft Beraubten gestattet, im täglierdräht, der mit Bromsilber' überzogen ist. Die einzelnen Spulen berühren sich nickst. Bon den Kupftrdrahten fuhrt irun eine Leitung zu einen: drahtlosen Telephon, ebenso ist der Sillwrdraht mit diesem drahtlosen: Telephon verbunden, u::d die ganze Zelle wird einem stetigen schwachen Wassctttrome ausgesetzt. Sobald ein starker Lichtstrahl aus die Zellen fällt, ertönt die Klingel des drahtlosen Telephons, ein Beweis dasisir, daß durch die Sonnensttahlen ein eleftrifdjet Strom lhervorgernsen wurde:: ist. Bei de:: Versuchen, größere Krastn:engen zu genünnen, hat Case die Metalldrahte durch Platten ersetzt imd das Wasser durck: Zusatz von Kochsalz leichter leitend gemacht. Etwas größere Krastmengen will er dabei ett-alten Imben. Die iveitere Entwicklung keiner Versuche bleibt natürlich ab- zuwarcken. ' Michelangelo als Kr: e g s ba :: m e: st e r. In Michelangelo Buonarvtti verehren die mefflen nur den Bftblwuer, Maler und Architekte::. Weniger bekannt ist, du:s; er auch Dichter und Kriegsbanmeister war. Einige seiner Befestigungs und ststn- teidigrings^rnlagen sind für Italien von dauerndem Wert geworden, z. B. das .Hafenkastell von Civitooecchia. In Florenz leitete er 1529 als einer der neuen Kriegskommissare die Verteidiguuas-, arbeitm, als diese Stadt pm: Kaiser und Papst mit Krieg ülwr- zöge:: wurde, weil sic sich weigerte, die Medici wieder aufzunehmen. Damals versah er a. die Höhe San Miniatv über Florenz ntit emem mächtigen Bollwerk. Auch Teile von Roms'Befestigung und die wuchstig gehaltene Porta Pia daselbst sind auf Michelangelo- zurückzuführen.