Nr. 86 Zweites Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. 1(67. Jahrgang Klagen: ..«letzener Zamiltendlätter" und „Ureisblatt für den Ureis Gießen". Postscheckkonto: Zraittfnrt am Main Rr. U686. Vankverkehr: Gewerbebank Gießen. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhejsen Stettaj, \ 3 . April W ZwlllingSrunüdruck und Verlag: B r ü hi^che UmversilälS-Buch-u.Eteindructeoet. R. Lange, Gießen. Schristleitung. Geschäftsstelle ,nd Vruckerei: Schulstrave 7. Geschäftsstelle u. Verlag: ^W S!, Schrifttettung: LE 113. Anschrift für Traht'tachrlchten:AnzeigerBießen. Die sechste Kriegsanleihe. asm «B.) „ I Gre ßen. 12. April. Geheimrat Prof. v. vr. E ck verweilte nicht bei wirtschafllichen Fragen, sondern führte folgere des in Bezug auf die äußere Lage aus: Regelmäßig tont mit dem Herbst und Frühjahr bisher die Kriegsanleihe, und so tvie die Wiederkehr der Jahreszeit bei uns jedesmal neue Empfindungen Hervorrust, so erweckten auch die Kriegsanleihen eigentlich jedesmal neue Gefühle im deutschen Volk. Bei jeder Anleihe erlebten wir doch etwas anderes. Niemals be--- deutete sie für uns das gleiche. ?Lber dennoch sei jedesmal mit dem inneren Sieg auch der äußere gewesen, und seitdem wir uns zum letzten Male versammelt und zur Anleihe geworben, hätten sich im Westen wie im Osten große Dinge abgespielt, die für uns günstig verlausen seien. Rumänien sei zerschmettert, und die Art und Weise, tote Falken Hayn und Mackensen diesen glorreichen Feldzug führten, sei ein Musterbeispiel eleganter Feldherrnkunst für alle Zeiten, lind während das im Osten geschah, ging die Dauerschlacht an der Somme zu Ende, die trotz des großen Aufwandes an Menschen und N^aterial siegreich für uns verlief. Die Sommeschlacht habe uns lieseftigt, jetzt stünden wir noch fester, und heute weniger als je könnten Engländer und Franzosen unsere Linien durcUwcchen. Sie kämen nicht duvch! l Und alle Anstrengungen an der Westfront könnten nicht hindern, daß unsere U Boote inzwischen voll und ganz ihre Arbeit tun. Sodanil sprach der Redner von unserem Friedensangebot. Es sei ans dem Bewußtsein der Kraft und des Sieges erfolgt, es sei darum eine große politische Tat, die die Kraft unseres Volkes um 100 Prozent gesteigert habe. Und des Verantwortungsgefühls sei man sich wohl bewußt gewesen. So wie wir 1914 in den Krieg gezogen seien, ohne Eroberungspläne, in einen Kampf, der uns auf- gez4onngen wurde, so zeige auch dieses Friedensangebot wieder, daß wir noch beute von demselben Willen beseelt seien. Hier l>e- wnt nun der Redner, daß er sich ebenso wie Zustizrat Grünewald voll und gcnrz zur Politik des Kanzlers bekenne. Was wollten denn eigentlick, unsere Feinde? Deutschland im Westen und im Osten beschneiden, es zerstückeln und lahm legen. Man wollte uns oas Elsaß nehmen, das deutsch war und deutsch bleiben müsse: und Ostpreußen mit Marienberq, jener alten Hochbin g deutscher Kultur und Kolonisation, mit Königsberg, der Vaterstadt unseres größten Tenkkrs, gäben wir niemals her. Wer uns im Osten und im^ Westen etwas wegnehmcn wolle, der nähme uns das ganze Reich. So aber, wie man Deutschland ansteilen wollte, wollte man auch Oesterreich zerstückeln und die Türkei ganz aus Europa hinausdrängen. Das aber- könnten wir nie und nimmer zügelten. Wir seien einiger denn ie. Auch in der N-Bvotfrage stehe jetzt Deutschland fest wie ein Mann. Wir seien jetzt klar darüber, daß wir diese Waffe voll und ganz einsetzen müßten, ohne Rücksicht auf irgendwen in der Welt, und damit kam der Redner auf Amerika zu sprechen, auf den Abbruch >,der diplomatischen Behzieh-ungen, ans die Erklärung des Kriegszustandes. Was sei eigentlich der Kriegsgrund gewesen? Ein vaar Amerikaner, versunken im Atlantischen Ozean. An diese paar Menscben denke Amerika, um diese paar Menschen setze es Himmel und Holle in Bewegung, aber an die Tausende mrd Abertausende unserer Feldgrauen, die durch amerikanische Geschosse vernichtet wor- - den seien, daran denke es nicht, TLe kenne man da drüben nicht, nur die paar anderem Mrrum aber wagen sich denn die Schiffe durch die Blockade? Als 1914 England unser Vaterland mit einem eisernen Ring umgab, um es von aller Welt abzusperren, da ging kein amerikanisches Schiff durch die Blockade, da wagten sie es nicht. Was aber bezweckten die Engländer mit ihrer Einschließung Deutschlands? Wir sollten hungern. Sehr richtig sagt sich nun der Redner: wer jemanden zum Hungern zwingt, kann offenbar nur znteierlei beabsichtigen, entweder ihn zu erpressen oder zu töten. Was aber hätten die Engländer von uns erpressen können? Hungern sollten wir, verhungern! Also auf eine langsame aber sichere Art wollte nunt uns töten. Dieselbe Gaunerpolitik, die den Buren den Todesstoß gab, wollte man auf uns anwenden. Amerika fand das ganz in Ordnung. Jetzt aber kehren nur den Spieß um. Jetzt blockieren wir England. Wir tun dasselbe, was England uns tat. Nun wollen wir ihnen äiuntd das Getreide sperren, ohne dos sie nicht leben können, und die Apfelsinen, die sie so gerne essen. Da aber entrüstet sich Amerika. Nun zeigt es sein walwes Gesicht. Nicht um der paar Amerikaner willen, die den Tod in den Fluten fanden, sondern aus altenglischer Liebe ist es gegen uns. Sehr sein läßt der Redner durchblicken, welches Spiel der amerikanische Botschafter gespielt. Er war jedenfalls nicht umsonst während des .Krieges in Amerika zu Besuch. Er hat seinen Landsleuten nrohl auch erzählt, daß Englands Anshungerungs- Politik nicht richtig zum Ziele führt, daß wir noch nicht genug hungern, daß man ganz andere Seiten mit uns ausziyhen müsse, um uns niederzuringen. Und dementsprechend hat man drüben gehandelt. Wenn Wilson wenigstens ehrlich gesagt hätte: Ich mag Euch nicht, Ihr Deutschen seid mir zuwider. Scheinbar müsse aber in Amerika alle Krieqspolittk eingebuttert werden in Friedenspolitik. Auch glaubt der Redner nicht, daß für Wilson der .Krieg nur ein Geschäft bedeute: er führe ihn vielmehr aus innerem Zorn und Haß gegen Deutschland und aus tiefer Liebe zu seinem alten England. Wilson habe entschieden Sorge um England, sonst wiürde er nicht helfend eingreifen. Mer den .Krieg uns erkläre n . das könne er nicht, er erkenne nur an. daß der Kriegszustand besteht. Offenbar könne man da drtiben noch nicht richtig reden. Aber wir seien gewappnet, auch gegen diesen neuen Feind Wir hätten unsere U-Boote. „Mögen dke amerikanischen Granaten zum Spielzeug für Fische werde,:!" So stebe denu jetzt fast die ganze Well aegeu rmS, alle Groß- kmächte 923 Millionen Menschen gegen 137 Dlillionen. rvobei feindlicherseits nur die Bevölkerungsziffer der Großmächte eingesetzt ist. Sogar China habe den Kriegszustand erklärt, und in den ABE-Staaten sei man nicht weit davon entfernt. Bon den großen Plänen Amerikas, Truppen auf den euro- päischen Kriegsschauplatz zu senden, hält der Redner nicht viel. ES sei mehr eine finanzielle Hilfe als direkte Waffenhilfe zu er- Worten. Statt zu 6 Prozent und höher tvürde Amerika seinen Verbündeten das Geld billiger gelxm. Und was den Transport ameri- kr:»ischen Kriegsmaterials anlangt, so sei zu erwarten, daß dieser Weg über Sibirien führe Nötigenfalls ivürde Amerika die sibirische Bahn ausbauen Wenn sie danrit nur nicht zu spät kämen, wie Hindenburg sich kttezlich äußerte. Wie steht eS mm in Osten? Hindenburg sei der Ansicht, da brauche man keine Reserven, unsere Front sei so gut ausgebäut, daß sie allen etwaigen Angriffen stand halten könne. Und der Reichs- kanzler sagte, da sei vorerst nichts Neues zu erwarten. So müssen wir also ziemlich sicher stehen. In ärißerft interessanten Einzelheiten führt nun der Redner, der ein Kenner russischer Verhältnisse ist. aus. welchen Ereicnnssm wir in Rußland wohl entgegengehen werben Bor ollem seien alle Nachrichten aus Rußland sehr skeptisch auszunehmen, da fv streng zensiert seien, so daß wir letzten Endes nichts Genaues to'ssen könnten. Der Redner begrüßt die Revolution, m einen Akt der Befvmmg von emer rücksichtslosen desvotterten Großfürstenpartei und einem jammervollen bestechlichen Beamten-. tum. Wjir hätten auch kein Recht, der Zarin Mitleid entgegenzu- bcmgen, mit ihr zu sympathisieren. Es fragt sich, wohin soll diese Umwalzun.g führen? Was solle werde::? Es sähe aus, ttne im *Hrlfs verein für Geisteskranke in Hessen. Der Vvrstandsbcricht der Uittckrstützungskasse der Hessischen L, ioenn . hier und ba ein Schützengraben verloren gel)e, denr bei den gerval- ^ ^ e € Beschlagnahme der Wein Vorräte. Jur tigei: Ausmaßei: des Weltkrieges keinerlei Bedeutung zu komme, ^mbau und Weinhandel tauchen immer wieder Gerüchte von einer Tie Verdrossenen und die Acngstlickx'u sotttei: sich durch die Bei chlagnahme der Wein Vorräte auf. Eine solche Maßnahme ist Mückenstiche innen und von mißen nickst beirren lassen. Fehler I iwbn: von: Kriegsernährui:g?amt iwch van militärischer würden immer einmal gemacht, dafür seien nur alle Menschen. I rn Aussicht geirominen. Es scheint dies unzutresfeirde Oterücht Aber was bedeuteten die kleinen Feister da, wo es sicki um oie Exi- ^Elmehr vvn beteiligten Kreisen zur Erlangung ungerechtferti,. 7 te:" sttnzfrage des ganzen Vateistandes Iraiidele und die fütircndcn ch^^stsv.ier'Uiigen vkrhreitet zu iverden: denn gleichzeittg lvird vote Männer unseren Steg verbürgten. Er lviederholle, daß Kriegs- dlnkauf vom Wein mit dem Hiirweis aufgciordert, anleihezeickmen kein Opfer sei, sondern die beste Kapitalsanlage, eure Wei::beschlagnahme bcvorstehe zui!«l da der Bestand der Tarlchnskassen für lange Zeit nach dem T ie hessische Lazarettzeitung Nr. 42 bringt in Kriege gesichert sei. ?ll:ch er gel-.öre zu den Optimisten Erst müsse rrwlnn alhiemcinen Teile Ostern von Goethe. Aufklärungen über die inan den >krieg getvinnen. Wenn der Krieg- gnvonnen sei, werde Krregsanleihe. Ter E«vige ist stille von Arnold Starck, Volkstums- sich alles weitere finiten. Ein Volk, das arbeiten könne, luie vuege m Lazaretten von Fr. Lembke. Dir Bäder und Anüalwrüi-. etwa werde die Ueberzeugung des Andern achten. Soviel hätten ivu: ^ Aene als RcSterin und Stellen für Kriegsbelchädigi? ans diesem Kriege aber besttmmt geleritt, daß es noch etwas gäbe, — . Kriegsopfer in der Hessischen Lehrerschaft was über den Parteien stelle: DaS deutsche Vaterlmid. Die große 322 hessische Lehrer fürs Vaterland geitorben, Mehrheit des deutschen Volkes sei ^zu der Erkenntnis gclmigt, eS ^0 find gelangen oder vermißt. S «be n ur ein Deutschland :mi> dtefes Teutschl-ind hätten wir zu ' Landkreis Gießen G^he.es ims^oAch wlche,,mit rüchuhtsloscn Mittrüi " Rodheim a.d. Soeloff. 12. '?örr-ti Dem Muslttier Otto s« nix;^ r” 111 »»^ f.j-.».««« aösr»pj«äS3a*Ä «s noch habe bestanden hatte. der Gewinnvertelltevg sollen vor allen Dingen die nötig retow denen ErgrnzunHswaylen znnv Auffichtsrat stattfinden. 4- Ortenberg, 11. April • r r _ __ r , -*....-.10 Kiraben Mid 6 Mädchen an ^^HErflüchttatIwmtten waren wiirdcT,: «»lern .luÄicht, daß che 6. Kriegsanleihe in feierlichem Gottesdienst konff Professor Krausinüller , ^ n . das tob« ö. «rieg^mlci&elio min «* 6 &4Ä Ä Lflqej: inzwischen fo zum Beispiel die AuÄ:u,i, me v. zericgsameiye > ch feierlicbem Gotte^ienst Lmitenrteri rnie Zw°ugS°nlnh°,sm werde. 5U -llem höre man nid* mr§ hiett^Än^E Knaben ^ie 7 Mädchen ,oar festlich Knea und Tod Ä J&Sf LS Ä1 WJe | warfen tote S Sr che ,ugendlick. den Krieg beendigen. Im Gegenteil, es sei in allen Bevölkerungs- Zchm Fünf StoEr oL i/fmttom nmi* UriArm.Tr^äfrmjh;r,f,4+ k —_ I »IM' ^ fltrT stMiiteN lmteT bdl WasteN. V0N ar bereits Vater oder - Trotzdem in seren: schichten eine große Zeichnungsfreudigkeit zu bemerktm. Unter dem SnTsirr, mtr ^ Ernste der Zeit litten ,mr alle, zumal m-ch hie Klrmaemmbv. berm's Äatrr oder Mutter »dar IE- zn^lerch vcr treibenden, deren Verhältnisse er am (testen überblicke und die iwch! auch'tebr kuavoH" mnivu sich Sn.-h i ÄM LuKoum-i- 1 völfte ÜTÄM55L 3 » JSut- tädtckten dte Lebensmittel Jamilicn, darunter die erhoffen müßten. Aber dennoch sähen auch diese Kreise ein, daß erst der Krieg zu einem glückliche!! Ende geführt weiten müßte, und seien daher gewillt, ihre Schuldigkeit voll in:d ganz m tun Die 6 Kriegsanleihe werde seiner An lickst nach ein vortrefflick>es Resultat aufweisen. Ter Sieg werde sich nicht nur in der Höhe, sondern auck, aus der Zahl der kleinen Zeichner ergeben. Die letztt' Entscheidung stehe ttor der Türe, noch einmal gelte es, die Forderung des Tages zu erfüllen und die Krivgsailleihe zu zeickinen. Oberbürgermrislrr Keller schloß die Bersanmklung mtt den Worten: „Wir wollen und fale 2 iS für den ganzen Sommer aufzunehmen. Kreis Schotten. § Aus dem obere n Bogel s be r g, 10. April. Zwei, drei Tage nvr rnilltes Wetter ringerreten inte es schien so. als ob d^'r Frülsting raat doch nahen wollte. 'Nim aber bat sich ''eit gestern nachmittag mit einem Sckstag das Wärter wieder geändert. Neu eingetiteteuer Frost mrd starker Sckmeefall haben das Wetter so imrgeschasfen, das; man sich als mitten im Januar betrachten kann. So weit auch der älteren Bewohner GedäckstniS zurückgreisen mag. rUrnZtt r« hrr t I wissen sie sich nickst eines solchen strengen imd langen Winters zu b 6 ‘ ^Ivsanleche emen I erinnern. Die Kälte war in der vergangeiren Nacht e-reder to glänzenden Erfolg darstellt, der !m,ere Einheit, Ge-j gestiegen, daß die Fenster beute morgen wieder mit* Eisblum eu überzogen waren. Und bei all diesen: grauenden Bild inächst dock M» nrtliton* Aa» V«irheh*" 9 i I ein Blümilein unter dem Schnee Nteiter ltervor - es ist das Schnee 1- C *. 90 öe E! ^UstUNg ocr HCtdlSDaitf! glöckchen. Stellenweise, too vorgestern der Scbnce öerfcformmVn 5lC ftörit OlC Clfcrite U)cl)r unfcrcs jicgrddjtn Qccrcsjj^^ konnte tmtm tün SträuWem von diesen ^hlmgsbot«:/ Hessen-Nassau. mr. Fr anks ur t a. M., 11. April. Die Arbeiten an der neuen Kaiserbrücke werden anfangs dieser Woche wieder in größerem Unrsange in Angriff genommen, da die Schnee- und Eisschmelze fast allgemein im Gevrrgc beendet ist und man voraussichtlich mit größerem Hochwasser nicht zu rechnen hat. Tic Bauleitung hofft im Laufe des Sommers die beiden ersten Pfeiler, sowie die ?lus - ltetonierung und Ausmauerung der neuenKainuruern aus der Frank' furter Seite fertigzu stellen. mr. Franks urt a. M., 11. April. Im Maintal sowie au dm sanften Taunushängen beginnen die Viandel- und ?lprikosen ^ bäum chm. in ber Hauptsache ZwergvVst. allmählich zu blühen In Die Goldankausftelle in den Räumen der Bezittzsparkafse Gießen ist morgen von JO bis \ 2 % Uhr geöffnet! Aus Stadt «nd Land. ießen, 13. April 1917. . r . für das Rj. 1916. Die Zahlung kann noch bis einschl. 5. Mai ohne Kosten! bei der Stadtvasse erfolaen. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt die Beitreibung, wobei die vorgeschrittenen Psändungskosten erhoben werden fälstg. Vrlcfkastcn der rkeSaktton. X y. Herzleiden. iTaxTrifdiibteiifi ralrcti l^to. o l bettsvei-vnteunqs. ««Mcher Teil elmMchMß Nr. 6. 1023/2. 17. K. R. A., betreffend Höchstpreise für Naturrohr" (Glanzrohr) und WLiden Vom 1. April IM 7. Nach-stelsende Bekamilluachrmg wird- au.f Grimd des Gesetzes Mer den Belagerungszustand vom 4. ^tzuari 1851 in Verbindung. wLt dem Gesetz vom-11. Dezember 1915 (Reichs-Gefetzbl. S. 813) — Oaijem carf Grund der alleAH ödsten Verordnung vom 31. Juli 1914 —, des Gesetzt, l^etrefstmd Höchstpreise, vom 4. Mrguä 1914 (Reichs-Gefetzbl. S. 3391 in der Fasftrng vmn 17. De- Zvnrber 1914 ,Aeichs--Gesetzbl. S. 516) in Verbindung mit den Be- kcmntnrurtrungicrl ül-er die AmDerung dieses Gesetzes vom 21. Jammr 1915 (Zöeichs-Gesetzbl. S. 25), 1A)M 23. September 1915 (Reichs-Gest nlil. S. 603 und vom 23. Mtirz 1916 (Reichs-Gei etzbl. S. 183) rtuc dem. Benrerkeu ’.ur allgem-pcnen Kenntnis gebracht, daß :e zu einenr Iah.pe und mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark oder mit einer dieser Strafen wird bestraft: 1. wer di» festgesetzten Höchstpreise übers-ckfreitet; 2. wer nn::i anderen zum Abschluß eines Vertrages aufsordert, durch den die Höchstpreise überschritten werden, oder sich zu einem solchen Vertrage erbietet; 3. wer einen H .-genstand. der von einEr Aufforderung M 2, .3-4 de.' '? vier er, betreffend Höchstpreise; betroffen ist, beiseite- fch-pft, beschädigt oder zerstört: 4. wer der Aufsoroerung der z-ust endigen Behörde zum Verfouf von Gegenständen, für dfe Höchstpreise festgesetzt sind, nicht nachkommt: 5. wer Vorräte . an Gegenständen, für dtie Höchstpreise fest- gesetzt sine, -den Anständigen Beamten gegenüber verheimlicht: 6. wer den nach § 5 des Gesetzes, betreffend 'Höchstpreise, erlassenen Arisfübrungsbestimmungen zuwnderhandelt. Bei vorsätzlichen Zuwiderhandlungen gegen Nr. 1 oder 2 ist die Geldstrafe ririndesvens auf das Doppelte des Betrages M bemeffeii, um den der Höchstpreis überschritten worden ist oder in den Fällen der Nunrmer 2 überschritten twerben sollte; übersteigt der Mindenbetrag zehntausend Mark, so ist auf ihn ya. erkennen. Im Falle mildemder Umstände kann, die Geldstrafe bis auf die Hälfte des Mindestbetrages ermäßigt werden. In den Fällen der Nrmrmern 1 und 2 form neben der Strafe angeordnet werden, dast die Verurteilimg auf Kl ätzen des Schuldigen öffenll'ich befount zu machen ist; auch kann neben GesLngnisstmfe auf Verlust der bürgerlichen WvenrsAe erkannt werden. renige, der Wttden aus eigene Koche« auf ctgmtm oder f senken. «Grundstück (als Eigentümer, Pächter des Grund und Bodens oder als Käufer des Wocklums) erntet. Der Wcideuzüchder darf die Höchstpreise auch dann nicht überschreiten, wenn er aufgekaUfte Weiden und Weidenstöcke tneiterveräußert oder sonst als Händler au ft ritt. Der Händljer darf die Züchderpoeise, sofern diese pro Zentner ' a) 15 Mark und weniger betragen, rächt mehr als ^n 20 vom Hundert, b) über 15 Mark bis 30 Mark betragen, nicht mehr als um 15 voni Hundert, c) über 30 Mark betragen, r®f£ rrrchr als um 10 vom Hundert überschreiten. 3. Die Preise für Weidenschienen (01 gelten für den Hersteller. Ter Händler (mit Ausnahme des HerstÄkers, der zugleich Händler ist), .darf ans diese Preise nicht mehr als 10 vom Hundert auf- schlagen. 4. Die Preise für Weideirrinde (E) sind bk höchsten Verkaufspreise, die auch bei der Veräußerung an den Verarbeiter nicht überschritten werden dürfen. Als Weidenrinde im Sinne dieser Be- kanntnvachung ist nur die Rinde bis zu ihrer ersten Ausschließung zu verstehen . tzöchstpreistafrl. A. Für Naturrohr (Glanzrohr, Stuhlrohr ufrv.). 1. Naturrohr (GlanArohr, StuhLrohr, Korb- Für je 50 kg r^r, MolaWarohr), hart und weich Mk. a) bis IO mm p.175,00 b) über IO mm (j).125,00 2. Peddig (mit und ohne Glanzstellen) a) inrter 3 mm ch. 250,00 b) 3 mm bis 10 mm ch . ....... 200,00 c) über 10 mm (j).150,00 3. Peddig naturhell (gebleicht) a) unter 3 mm ch. 275,00 b) über 3 mm bis 10 mm ch. 220,00 4. Fl echt rohr Nr* 1—6, nicht über 4 mm breit 600,00 5. Rohrschienen (Wickelwhrüber 4mm breit, bis 2 mm stcnck. 300,00 6. Rohrs chienen, Korbschicnen. 200,00 7. Rohrb a st .40,00 8. Rohrabfall (Brnlchpetdig, Peddigenden) . 20,00 Der Durchmesser wird in der Mitte des Rohres oberhalb des Knotens (also an der dünneren Stelle) gemessen. 8. Für FlrchLwewen. Klasse I. Einjährige, glotle, schlanke gesunde Kultur- fchälweiden Jt Klasse II. Andere einjährige Weiden, rinschl. der wildgewachsenen, sowie zwei, jährige, astfreie, schlanke, gesunde Schälwcideü 'jt Klasse HL Andere zwei-und mehrjährige Weidcri. die sich zum Ksrbflechten eignen, auvschl. der Stöcke Jt für je 50 kg für je 50 kg für je 50 kg Grüne Weiden, wie sie der Stock liefert: a) feuchte Weiden : unsortiert ...... ^/01 2,50 1.50 sortiert. 5/oo — b) trockene Weiden : unsortiert . 0 ,oo 6*° 3.00 sortiert . 10 ,o. 7.00 — Geschälte, weiße Weiden: a) 40 bis 60 cm ... . 47.0« 1 b) über 60 bis 80 cm 40.o° 25, M °> «3 , 100 , 33,o 0 ! d) , 100 , 130 .. 30 fOO 21,00 12,00 e) , 130 „ 160 „ 27,oo 12 «° f) . 160 . 200 „ 2 ^o \ 17 g) w 200 cm . . . . 22,00 - 3. Geschälte rote Weiden: für geschalte rote (gefochbe oder gefottene) Weiden dürfen 3,00 ML zu den für geschälte weiße WeKen jrstgesetzLen Prerjeu (6 2) MgescUagen werden. C. Kür BMenMLe. 1. Grüne Werbenstöckeu a _ a) abgewipfelt 3,00 b) nicht abgewipfelt. 1/50 2. Geschälte weiße Weidenftück.e: a) bis 15 mm Stärke.12,00 b) über 15 bis 18 mm Starke .11,00 o) „ 18 .27 10,00 3) „27 mm stärke. 8,00 3. Geschälte rot e Weid-enstöcke: für geschälte rote (gefochtc oder gesottene) Weidenstöcke darf 1,00 Mk. zu den für geschälte n«.ße WeidenstScke festgesetzten Preisen Kugeschlagen werden. D. Für WeiLenschi-enen. 1. Weidenschienen ohne Kantenschlritt und ohne Für je 50 kg Rüch'icht auf die Breite: Mt. a) bis 1 mm stark.170,00 b) über 1 mm bis IV 2 mm stark.140,00 c) über IV 2 mm stark , . . . . - 120,00 2. Weidenschienen mit Kantenschnitt ohne Rücksicht aus die Breite: al bis 1 mm stark.210,00 bl über 1 mm bis Ihr mm stark .... 175,00 cl über IV 2 mm stark.150,00 Für Weidenschienen aus gekochten Weiden dürfen 15,00 Mk. für je 50 kg zu den obigen Preisen, xugeschlagen nrerden. E. Für Rinde von Weiden und Weidenftöcken. Rinde »on Weiden °°.. W^en. m 1 ° w kg ^ Jt J-. ' 1. Frische, feuchte Rinde. 2 , OT l, so 2. Lufttrockene Rinde.. 4 Ä0 3 rt0 ( § 3. Zahlungsbedingungen. Tic in § 2 festgesetzten Höchstpreise schließe^r die Kosten der Beförderung bis pi nächchien Güterbahnhof ii-ezw. Postamt oder bis zur nächsten Schiffslädeftelle, die Kosten der Verladung sowie die Kosten der Verpackumg ein. Alle Preise gelten für Barzahlung. Wird der Preis gestundet, so dürfen 2 vom Hmidert Jahreszinsen über Reichsbanldiskvut vereinbart werden. 8 4. Zurückhalten von Vorräten. Beim Zurückhalten von Vorräten ist Eute^gnung zu ge- wärtigen. §5. ' .. Ausnahmen. Anträge auf Bewilligung von Ausnahmen find an die Krieg-- Iiohswfstrbteilimg, Sektion G des Königlich Preußischen .Kriegs-- ministeriums, Berlin SW. 48, Verlängert« Hedemannstraße 10. zu richten. Tie Entscheidung über diese Anträge behält sich der Unterzeichnete zuständige Militärbefehlshaber vor. § 6 . Inkrafttreten. Diese Bckanntnlachmlg tritt am 1. Aj>ril 1917 in'Kraft. Gleichzeitig Ivird die Bekanntmachung, betreffend Höchstpreise für Naturrohr (Glanzwohr) mtb Weiden, Nr. V. I. 1886/5. 16. K. R. A. vom 1. Septernber 1916 Mchgehoben. Frankfurt a. M., den 1. Aprll 1917. Stellv. Gemralkommando des 18. Armeekorps. Betr.: Höchstpreise für Naturrohr (Glanzrvhr) und Weiden. An die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Indem wir auf die vorstehende Bekatrutmachmtg des stellucp tretenden Generalkommandos des 18. Llrmeekorps von heute verweisen, beauftragen wir Sie, von dem Inhalt derselben den Juteressenten alsbald Kenntnis zu geben und die Bekm minrachüng m Ihrem Anrtszimnrer zur etwaigen Einsicht offen zu legen. Gießen, den 3. AptÄ 1917. Großherzogliches Kreisamt Gießen, vr. Usünger^