Kr. 18 Zweiter Blatt *67. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags. Beilagen: „Gießener Zaiinlienblätter" und ..ttreisblatt für den Kreis Gießen". Postscheckkonto: Franksnrt am Main Nr. U6S6. Bankverkehr: Gewerbeban! Gießen. ietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oderhejsen Montag, 2. Apri! M Zwillingsrund .»um und Verlag: B r ü hl'sche Un:verinäts>-Bnch-u.St. i'chruckerei. R. L an g e, Gießen. . ZchrifHeitung, GeschästssteUe und Druckerei: Schulst».ave7. e eschäs.s,:eNen:. Verlag: Schriftleitung: 112. AnschriftfurTr^.htnachrlchten:AnzeigerGie:eu. Mahnworte. Ich sollte meinen, daß es heute kaum noch einer besonderen Mahnung bedürfen kann, um das deutsch? Volk zur frendcgen L>er- gabe der Geldmittel zu bewegen, deren das Vaterland bedarf. Wir deutschen Landwirte sind uns längst darüber klar, daß der endgültige Sieg in diesem Kriege ebenso von, unseren Leistungen abhängig ist, wie von denjenigen unserer tapferen Truppen. Wer den: Vaterlande nicht mit seinem Blute dienen kann, der soll und wird dankbar sein, wenn er es wenigstens mit seiner Arbeit und seinem Geld und Gut tim darf. F r h r. von Wangcnheim. Präsident des Bundes der Landwirte.' * Der Krieg steht vor einer entscheidenden Wendung. Tie Einsetzung der wirksamsten Waffe wird die Schwierigkeiten der Lebensmittelversorgung im steigenden Maße auch unseren,Gegnern tüllbar machen und eine von Monat zu Monat sich verschärfende Wirkung ausüben, bis der Zusammenbruch eintritt. Cs'n diesem Zeitraum kommt alles darauf an, die vorhandenen Lebensmittel, w gerecht wie irgend möglich zu verteilen und mit ihnen so spart am wie nröglich zu wirtschaften. Tan eben aber gilt cs, dem Gegner die zähe Siegeszuversicht des deutschen Volkes auch dadurch vor Augen zu führen, das; die neue Kriegsanleihe auch diesmal einetn entscheidenden Erfolge führe Ter Aufforderung, Kriegsanleihe zu zeichnen, tvird ja an sich ieder gen: entsprechen, da es fick um die denkbar beste Verzinsimg und sicherste Kapitalanlage handelt. Dahin wirken muß aber auch die Ueberlegung. da,; auch die glänzendsten militärischen Erfolge keinen vollen Sieg herbel- zuführen in der Lage sind, wenn wir etwa vorzeitig finanziell erlahmen. Insbesondere bat die Landbevölkerung die Verpflichtung, nach allen -Kräften zun: finanziellen Gelingen beizntragen. Bei einenr ungünstigen Ansgange des Krieges oder einem nnvollpändi- gen Siege rvürde neben dem städtischen Grundbesitz gerade^ die Landwirtschaft anr n leisten betroffen tverdeit, da sie durch den Besitz von Grund und Boden, für den sich dann keine Käufer finde,! würden, an die Heimat gefesselt wäre und deren Latten zu tragen hätte, während die besitzlosen Schichten sich eher durch Abwanderung übermäßigen Steuerlasten entziehen können. Wer die vreußisctz-deutfche- Wirtschaftsgeschichte kennt, weiß, daß als Folge der napoleonischen Kriege zu Anfang des 19. Jahrhunderts ein jahrzehntelanges Siechtum aut das Schwerste die Landwirtschaft erschütterte anb zahlreiche landwirtschaftliche Existenzen vernichtete. Wir jeder arr- dere Berns, hat dah.'r auch die Landwirtschaft das größte Int. res;- daran, einen entscheidenden Sieg durch finanzielle Mithilsi zu ermöglichen. Ter bewährte patriotisch;? Sinn unserer Landbevölkerung wird daher auch diesmal in vollem Maße seine Pflicht tun. Tr. Böhme, M. d. R., . /' Präfrdial-Mitglied des deutschen Bauernbundes. * r An die Landbevölkerung. Berlin, 30. März. (WTB.) An die Kriegswirtschasts- amter ist folgende Anweisung ergangen: Im Einvernehmen mitt dem preußischen Staatskom- missar für Volksernährung, Exz. Michaelis, ordne ich an, daß die Kriegswirtschaftsämter sich sofort mit den ihnen unterstellten Kriegswirtschastsstellen in Verbindung setzen, mir in weitesten Kreisen der Landbevölkerung in allen Teilen des Landes auf die außerordentlich schlvierige Lage hinzuweisen, in der sich die städtische Bevölkerung und die der Industrie, besonders der Rüstungsindustrie, befindet. Die Kriegswirtschaftsstellen müssen durch ihre landwirtschaftlichen Mitglieder und andere geeignete Persönlichkeiten jedem Landwirt dies klar machen. (§s nützt nichts, wenn schriftliche Anordnungen erlassen werden, auch größere Versummluirgen allein haben keinen Zweck; nur das von Mund zu Mund gesprochene Wort kann hier helfen. Lehrer und geistliche müssen herangezoger^ sverden. Ess muß jede m Landwirt zum Bewußtsein kommen, daß jedes Pfund Korn, das er über das unbedingt notwendige Maß in seiner Wirtschaft verbraucht, ein Unrecht gegen die Gesamtheit ist und unseren Feinden nützt. Jede Kartoffel und Kohlrübe, die noch irgend zur mensch- lichen Nahrung gebraucht werden kann, muß der städtischen Bevölkerung zu geführt werd en. Können die Kohlrüben nicht voll sofort jetzt verwendet werden, so sind sie einer Trocknungsanstalt schleunigst zuzufüchren, damit sie nicht verderben. Aus eine restlose Abführung von Molke- reiproduktion ist immest.wieder hiuzuweiseu. Kein gesunder Erwachsener sollte aus dem Lande Vollmilch trinken. Vollmilch ist nur für Kinder und Kranke und zur Bereitung von Butter. Es dürfen nur zur Zucht geeignete Kälber aufgezogen und diese nur in den ersten Wochen mit Vollmilch gefüttert werden. Es muß in diesen Besprechungen darauf hingewiesen werden, daß es keinen Zweck hat, sich über Maßnahmen, die bisher getroffen sind, zu unterhalten und sonstige rück- wärtige Betrachtungen zu machen, sondern nur mit allem Nachdruck muß gefordert werden, daß alle Nahrungsmittel restlos den zuständigen Stellen zugeführt werden. Ich erwarte, daß die Kriegswirtschaftsämöer und die Kriegswirtschaftsstellen sich des Ernstes der Lage bewußt werden, und daß die Leiter der Kriegswirtschaftsämter sich persönlich davon überzeugen, daß in allen Kreisen mit allem Nachdruck darauf hingearbeitet wird, alle Lebensmittel den städtischeu und Industriearbeitern zuzuführen. G r o e n e r. Auch Andenken müssen geopfert werden! Der volle Goldwert wird vergütet! Die Goldrmkausftelle in öen Räumen der ReMssparküße Gießen ist morgen von 2 bis 4 Uhr geöffnet. Ans Stadt nnd Land. . ffit»Sen, 2. April 1917. ** Aus dem Stadttheaterbureau. Am morgigen Dienstag wird als 12. Dienstagabonnementsvorstellung „Stein unter Steinen" gegeben. Auf Mittwoch. 4. April, ist die 12. Fr ei t a g s abonuementvvrstelluug gelegt worden, da in dieser Woche keine weiteren Vorstellungen gegeben werden können. Zu dieser Mittwochsvorstellung ivurde, um dein Charakter der Charwoche Rechnung zu tragen, ebenfalls ein ernstes Stück gewählt, Sudermanns . „Hermat", das zugleich Frau Tina Kißling vom Deutschen Theater in Philadelphia als „Magda" ein Gastspiel auf Anstellung für nächstes Jahr eruwglichen wird. ** 6. Kriegs anleih e. Am Mittwoch, 11. April, abends 8 Uhr, findet im Fürstenhof dahier eine öffentliche Versammlung statt. Das Nähere wird noch bekanntgegeben. ** Die Gewährung von Kriegsteuerungsbeihilfe u. Nachdem beide Kammern der Stände der Vorlage Großherzoglicher Regierung über die Gewährung von Kriegsteuerungsbeihilfen an staatliche Beamte usw. zu gestimmt habe:i, soll mit der Auszahlung der Beträge begonnen werden. Den Staatsbeamten, Volks schullehrevn und Lehrerinnen, Staats dien stanwärtern, Schulverw altern und Verwalterinnen, Schütgehilfen und Gehilfinnen und ständig gegen Vergütung beschäftigten staatlichen Bediensteten wird das Nähere hierüber durch ein besonderes Ausschreiben des Großherzoglichen Staatsministeriums bekanntgegeben. — Die technischen Lehrerinnen, die an öffentlichen Anstalten unterrichten und als rn hegeh altsbevechtigt anerkannt sind, können auf Ansuchen ebenfalls Beihilfen bis zu den für die Beamten usw. bewilligten Beträgen erhalten, wenn sie unter Berücksichtigung ihrer gesamten Einkommens- und Vermögensverhältnisse einer solchen Beihilfe bedürftig sind;! sie haben etwaige Gesuche um Beihilfen unter Darlegung ihrer Einkommens- und Vermögensverhältnisse an das zuständige Ministerium zu richten. Gleiches gilt für die Ruhegehalts-, sowie die Witwen- und Waisengeldempfänger: sie haben etwaige Gesuche auf einem besonderen Vordruck zu stellen, der 'bei der ihre Bezüge auszahlenden Kasse in Empfang genommen !verden kann. ** Hinden bu r »; speitde d er Hess: scheu L andwirt- schaf t. Tie Sammlungen von Lebensmitteln zur Hiudenburg- Spende für unsere Schwerstarbeiter beben ersreulicherlveise eine große Opferfreudigkeit von seiten der Landbevölkerung gezeigt. Es scheint aber nodj, vielfach Unklarheit über die Abwicklung des, Geschäfts Verkehrs zu herrschen, weshalb nachstehendes .über dessen Regelung ruitgeteilt sei: Tie örtlichen Sammetstelle;: dürfen nur nach Einholung entsprechender Anweisung von der H-auptsammel- stelle der Zerttralgemtzsenschaft der hessftchen lanküvirtschastlichen Konf«mvereme, e. fj. m. b. H., Darmstadt, Sandstraße 36, Lebensmittel Fum Versand bringen. Die Mieferung von Waren ohne vorherige Anmeldung bei der Hauptfammelstettc ist unbedingt zu vermeiden. Nach Abschluß einer Sammlung ist der Haupcfaminel- stelle sofort eine Aufstellung der Lebensrnittel ans einem von dort zu beziehenden Formular eiuzureichen, getrennt rrach unentgeltlich und ^egen Bezahlung abgelieferteu Waren. Sofort nach Erhall dieser Aufstellung trifft die Haupts am inet stelle Anordnung, wohin die Lebensmittel versandt werden sollen, und übersendet der örtlichen Sammelstelle gleichzeitig mit der Bechandanweisung die erforderlichen, vollständig ausgefüllten und gestempelten Frachtbriefe. Ta in letzter Zeit wiederholt Anmeldungen und Anfragen an andere Stelle;: gerichtet rvnrden, fei ausdrücklich daraus hingewiesen, daß für alle Fragen die Hauptsammelstelle allein zuständig ist. Bei frischen Lebensmitteln, die leicht dem Verderben ansgAetzt sind, empfiehlt sich im Interesse einer raschen Erledigung telephonische oder telegraphische Anmeldung (Telephon 66, 2449 und 2696). Tie Harwtsam metstelle ist übrigens, wenn irgendein Zweifel besteht, zu jeder gewünschten Ansknust (auch telephonisch) gerne bereit. ** Für minderernährte Gießener Schulkinder hat die Gemeinde Treis a. d. Lumda durch Lehrer Hederich an Lehrer Knanß aügeliefert: 188 Eier, 13 Psd. Erbsen, 35 Pfd. Korn, 11,5 Pfd. geschälte Gerste, 6,5 Pfd. Gerste, 1,5 Pfd. Dörrobst, 1 Pfd. Grieß, 51/2 Pfd. Speck, 1 Topf Honig, 1 Pfd. Zucker, 150 Gramm Wurst, 2 Glas Gelee, 2,70 Mk. in Bar, 7 Stück Handkäse. Man zeichnet Kriegsanleihe bei jeder Bank, K,cditgcnossen- schaft, Sparkasse, Lebensversichernngsgesellschast, Postanstalt. Landkreis Gießen. m. Ullendorf a. d. Lda., 31. März. Gestern abend fand hier eine zahlreich besuchte vaterländische Versammlung statt, in der Lehrer Da ab von Lollar in packender Rede und durch Lichtbilder die geordnete deutsche Geldwirtschast ausführlich darlegte. Er ermunterte eindringlich zur Beteiligung a;^ der Kriegsanleihe, sowie >an der Unterstützung der Notteidenden in den Industriegebieten. Pfarrer Mittel dankte dem Redner im Namen der Versammelten !und mahnte in ergreifender Absprache zu echt deutscher Betättgnng. Nach dem genremsamen Gesang „Deutschland, Deutschland über alles" zeigte jund erklärte Lehrer Daab iroel; schöne Lichtbilder aus der nahen Heimat und dem fernen Deutsch-Südweft- asrikä. .— Kürzlich wurden auf dem östlichen Kriegsschauplatz ausgezeichnet: Heinrich Kehr, 27 Jahre alt, mit dem Eisernen Kreuz und Andreas M e r k e l, 22 Jahre alt, mit der Hessischen Dapferkcrtsmedaille. e. Grünin gen, 31. März. Ein mehrfach ansgezcichireter Krieger unserer Gemeinde ist der Sohn des Landtvirts Ludwig Schäfer II., der Unteroffizier Christian Schäfer, bei einer Gebirgs- Maschinengewehr-Mteilung. Ms aktiver Soldat zog er bei Kriegsbeginn mit der Gießener Äiasclstneugewehr-Kompagnie lstnans ins Feld und )vurde bereits im August 1914 verwundet. Nach seiner Wiederherstellung kämpfte er im Kaiserlich deutschen Alpenkorps' und nahm dam: in einer bulgarische;: Armee an dem ruhmreichen Feldzuge Mackensens gegen Serbien tell. Nachdein er schon früher das Eiserne Kreuz zweiter Klasse und einen bulgarischen Orden erhallen hatte, wurde er jetzt mit der Hessischen Tapferkeitsmedaillv ausgezeichnet. Seine beiden einzigen Bruder fiilb gefallen, der ältere ein Dragoner, auf einem Patrouillenritt in Flcn:dern 1914, der jüngere^ Infanterist, im Sommer 1916 in Galizie;:. — Fahrer Adam Anton Marsteller, Sohi: des Landroirts und Mark- rechi:ers Heinrich Gottfried Marsteller, starb cm einer Rippensell- entzündrmg in einem Lazarett in Flandern. Marsteller hat als Infanterist von Pfingsten bis Herbst 1915 in den Karpathen und im Februar 1916 vor Verdun mitgekämpst. Ein Bruder öon ihm befindet sich scrou sett September 1914 in-französischer Gefangenschaft. Adam Marsteller ist das erste Opfer, das der Welttrieg in diesem Jahre von unserer Gemeinde gefordert hat. — Für die 6. Kriegsanleihe wurden von den beiden Volksschulklassen infolge der Tätigkeit der hiesigen Lehrer schon namhafte Summen gezeichnet. — Das Wiitterfeld scheint, soweit sich bis jetzt übersehei: lässt, dank der schntzOwen dicken Schneedecke gut dmch den strengen Winter gekommen zu sein. Hoffentlich hält der Frühling bald seinen Einzug, dannt der so lai:ge an die Stube gefesselte Landmaru'. endlich wieder seinen Acker bestellen kann. — Auch die Bienest liaben den Winter, gut überstanden. Nur wo hungrige Spechte und Meisen die Völker beunrulstgl haben, gab es viele Tote. Tie strenge Kälte hat ein schnelleres Äufzehren des Wintervorrates verhindert. Hoffentlich erlebt der Imker in diesem Jahre im Gegensatz zu 1916 viel Freude an seinen Immen und vor allen: die größte Frelü>e, daß er recht viel edlen goldgelben Honig in die Töpfe füllen kann. — Daß lmuch abgelege;;e Orte il>re Vorzüge haben, konnte man in diesem so strengen Winter beobachten. Schlon von jel)er sind dis Ortseinwohner gewöhnt, beso;ü>crs in: Herbst iheen ganze;: Bedarf an Kohlen zu decken. So hatte jedes Haus seine ivarnre Stube, der S'chulnntervlicht braucht nicht m:sgesetzt und im)css Aeräuinige Kircbe konnte jeden Sonntag geherzt werden. Doch, letzt ir:tt auch \yitx. die Knappheit an den früher wenig beachteten schwarzenX^eiellen tm, und die .Holzpreise geben auf Versteigerungen erschreckend u: die Höhe. Wer abgängige alte Obstbäume besitzt, versapnt )te letzt gewiß nicht mit ber Axt. , _ ^ „ . ** Rödge, 1. April. ForsttvartaspI x aut Carl Bruck, der seit August 1914 als Wehrmann ununterbrochen im Felde steht, wurde zum Gefreiten befördert. Mit dem Eisernen Kreuz wurde er im vorigen Jahre ausgezeichnet. Kreis Büdingen. B 0 b c;: h a n s e n I, 31. März. Das Eiserne Kre::z erhielt der Gefreite Robert Earl. ^. # Glau ber g, 31. März. Das Eiserme Kreuz erhielt der Gefreite H alb erst a dt. ^ _ # Kefenrod, 31. März. Die Hessische Tapserlettsmedaul« erhielt der hiesige 1. Lehrer Gefreite Philipp Men-er. # Wippenbach, 31. März. Die Hessische Tapserknts- medaitle erhielt der Fahrer Wilhelm Emrich. ^ Selters, 31. März. Tie Hessische TapferkeitsmedaülÄ erhielt der Landstnrnttnann Wilhelm Alt. Kreis Lauterbach. Walkenrod, 30. März. Gestern abe;ch versammelte sich eine stattliche Zahl von Gemeindegliedern im Döllschen Saale zu einem Gemeindeabend. Der ^ Ortspfarrer sprach über: „Warum sind wir unseres Sieges gewiß?" Er weckte durch zahlreiche Bilder, die Teutschlands Wirtschaftskräfte veranschaulichten, »die Ucber- zengnng. das; wir siegen werden, wenn jeder seine Pflicht tut. Mit der Aufforderung, zu dem Vaterland zu stehen, in tiefster Treue, auch bei der neuen Kriegsanleihe, schloß der Vortrag. Ter zweite Redner Lehrcr Simon sprach über seine Ksiegserlebnisfe, beson- dcws in der Ncasnrenschlacht. Er zeigte den Geist unseres .Heeres, das allen Schwierigkeiten ttotzt und bm Sieg erringt. So forderte sein Vortrag ans, zu beweisen, daß der gleiche Geist der Zuversicht auch bei dein Heer der Taheimgebliebenen herrsche. Gesang intbj Vorträge der Schulkinder trugen zum Gelingen pes^ Abends bei. Nach. dem. Gelöbnis der Treue im Schlußworte des Pfarrers schloß die Versammlung mit dem' Gesang des Lnthertiedes: „Ein fest« Burg ist unser Gort". Hessen-Nassau. # Ans dem Kreise Biedenkopf, 31. März. Das Land- ratsamt teilt mit, daß diejenigen Landwirte, die städtische Kinder für die Sommermonate ansnehm«:, die volle ans diese Kinder sntsallcnde KvpfmeUge ihrer Euzengnisse zur licke chatten dürfen., Jnsbcso;were können 3 /t Pfund Kartoffel;: zrrrnckbehalten !verden. X Hanau, 30. März. Tas.Schöfse;:gericht verurteilte den I Stcindrucker Karrt Müller von lster, der f a l s ch e Brotmarken angesertigt und sich dadtwch unerlaubteeweise Brot verschafft hatte, wegen Urknride;rsälsch>nng zu zwei Monate;: Gefängnis. = H ö ch st a. M., 31. März. Ter Kreis Höchst hat eine Kreis-Eierftelle en:gerichtet n;w über die Ablieferung vow Eiern besondere Vorschriften erlassen: n. a. ist jeder GeflügcL-- haller verpflichtet, von iedem von ihm gehaltenen Huhn an Eiern nrvnatlich nündestens abzuliefern in: April 5, Mai 5, Juni :md Jüli je 4, Angnst 3 und im September 2 Eier. Wer nwhr als die vorgeschriebene AnzaU Eier ablrefert, erhält vom Kreis- ausschiuß noch Geflngelfutter zngewiesen. Für jedes gelieferte Ei zahlt die Eierstelle 30 Pfennig. Tie Anffcüfter erhalten eine Vergütung von 2 Pfennigen für ein Ei. In Wirtschaften und ähnlrchen Betrieben dürfen Ei-er und Eierspeisen nur noch gegen EierbartMi verabfolgt werden, = Offenbach, 31.Marz. Ans dem Hauptbahnhch trug sich Tonnerstag nachmittag ein folgenschwerer Unfall zu. Bei der Einfährt des Frankfurt—Hanauer Zuges drängte sich eine große Mensche;:menge über das erste Gleis, um in den Zug zu steigen, achtete über nicht darauf, daß auf dem Gleis ein Güter-, -zug in langsa;ner Fährt nahte. Zwei Frauen, Fräulein Eiche-, naner und Frau Eber Hardt, lvurdm: von der Lokomottve des Glttcrzuges erfaßt und schwer verletzt. Einer Frau lvnrde ein Bein ^äbgefahren, die andere erlitt schwere innere Verletzungen^. Börsen-Wochenbericht. — Fr ankf u rt a. M., de;: 30. März 1917. Im s r e i e n V e r k e h r^er Börse herrschte in der abgelaufenen Woche recht zuversichtliche Sttmmnng und die Kürse zahlreiches Werte erführe;: eine weitere Befesttgnng. Stützte sich die feste Tendenz zunächst auf das Vertrauen zur militärische;: Lage zu Wasser :md zu Lande, so trug doch auch die Umwälzung im Zarenreiche und die Hoffnung, daß der Wirrwarr eine starke Schwächung der russischen Widerstandskraft und dan:it unmittelbar oder mittelbar eine Beschleunigung des Kriegsendes herbesiühren werde, viel dazu bei, die Sttmmnng zu Hebern Neben der günstigen Beurteilung der militärischen und volittschen Verhältnisse wirlte nach wie vor die befriedigende Wirtsfch a ftsla g e befesttgend auf die Haltung der Börse. ' Die starke Beschäftigung unserer Industrie und die gün- sttgen Jahresabschlüsse, die reichlich fließende Gewinne erkennen lassen, geben inlmer wieder neue Anregung und fördern die Kauflust für Jndusttiepapiere, die natürlich auch durch die Flüssige Feit am Geldmärkte begünstigt wird. Letztere kommt erfreu- lichettveise aber auch der jetzt zur Zeichnung aufliegcnden Kriegs^ anleihe sehr zu statten, ft'ir die n;an schon hmtte einen vollen Erfolg glaubt in Aufsicht stellen zu können. Hand in Hand mit den sich mehrenden Zeichnungen geht auch schon die finanzielle Rüstung kür die Einzahlungen vor sich, wie der letzte Reichsbankausweis mit seinem starken Antvachsen der fremden Gelder erkennen ließ. Die feste Grrmdsttmnrnng äußerte sich auck) diesmal, naiuentlich aut M 0 n ta,u ma r kt. Die Börse sieht mit Recht in der Moutarv- industtic den .Hauptträger unserer ganzen K'riegsarbeit und zieht! daraus ihre Schlußfolgerungen. Neben den rheinisch-westfälischen) Hütten- u;ck>^ Bergwerksaktten waren ^auch Deutsch-Lurenrburger, Buderussche Eisenwerke, sowie oberschlestsche Werte, wie Laurahütte, 'Bismarckhütte, Caro und Oberbedarf begünstigt. Von ausgesprock>c- neu Rüstungswerten waren Deutsche Waffen stark steigend, spater auch Rheinmetall gefragt und höher, so:vie Moeruis, E^-> linger und Frankfurter Maschinen (Pokorny & Wittekind) bevorzugt. Autowette lagen ebenfalls recht fest; eine größere Steigerung erfuhren namerttlich Daimler. Auch andere Friedenswettc, so solche der Webstoff- und der Celluloseindusttte, sowie auch der chemischen Jndusttie waren beachtet. Lebhafteres Geschäft fand namentlich in Gttesheimer und .Holzverkohlung statt. Größmes Interesse zeigte sich auch für Aluminium u;ck> Deutsche Erdöl-Aktien. Am Bankaktienmarkt gab der außerordentlich »günstige Jahresabschluß der Diskont 0 gesellsck>ast, sowie derer; Erweiterungsplane stärkere Anregung. Diskonto-Kvmmanditanteile waren wesentlich höher, auch andere Banken befestigt. Schiffahrtsaktie:: lagen still, doch zienckich fest. Aul ajg ewetzte blieben im allgemeinen gut behauptet. Privatdiskont 4y., Prozent. Förman Schaupfep 0oseöQJt gsgrn